Dr. 103. Itwimcfflents-Bcdingung«: | zonnrment-. Preis vränurneranlia: 1 jerteljZhrl. 3.S0 MI, monafl. L10 Ml, , öchemlich 28 Pfg. frei WS Hau». wzewc Nummer S SB fg. SonulagS- immer mit ffluftricner Eonniax?- cilage»Die Neue Well' lv BfA. Posi» bormemenl! l.to Marl pro Monat. maetragen in die Posi-ZeilunaS- reisliste. UMer Kreuzband zur eutfchland und Oesterreich- Ungarn 50 Marl, für daS übrige«usland Marl pro Mona,. PostabonnementS -hmen an: Belgien. DSnemarl, alland, Italien, Luxemburg, Portugal. umänien. Schweden und die Schweiz. pAftfr Cflchclüt tZgNch- xM Vevlinev Volksblnkk. VIe fnIerNom-eedM»? betrügt für die sechSgespaliene Noloiiel. »eile oder deren Raum«> Pfg,. IUI palitische und g-werlschafMch- Lerein?. lind BerfammlungS-Anzeigen SO P'g �Kleine»ureigen", da» settgedruillc Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgcdrr,rittenen Radikalen zugute �kommen ist, aber in einer Zahl von Wahlkreisen waren es 1 gsere Stimmen, die den Radikalen zur Wahl verholfen «ben, und der Zug nach links hätte sich) nicht im ganzen stpublikanischen Land kundgegeben, wenn die Sozialisten nicht U 420 Wahlkreisen ihre Stoßkraft fühlbar gemacht hätten. In der Tat entspricht die Zahl unserer Mandate genau dir unserer Stimmen. Die l02 sozialistischen Deputierten stllen ebenso ein Sechstel der Kammer dar, wie die 1 400 000 sHialistischen Stimmen des ersten Wahlganges ein Sechstel dir zur Urne gegangenen Wähler. Wir wissen also, daß wir nslr an der Befestigung und EntWickelung unserer Organisa- t jxnen arbeiten müssen, um die schon verwirklichten Er- vserungen zu sichern und neue Eroberungen in weitem Aus- „gß vorzubereiten. Ein mächtiger Geist des Vertrauens und r:,i ernstlicher guter Wille geben sich in der Arbeiterklasse kijiid. Die libertäre Philosophie lebt wohl noch in einigen (Mistern fort, aber das, was man den negativen Anarchis- Iis nennen konnte, ist im Begriff zu verschwinden. Die bc- k�ntesten Anhänger der Stimiilenthaltung, ihre Doktrinäre selbst haben ain Wahlkampf teilgenommen, öffentlich und risiiziell. Sie haben verkündet, daß man gegenüber der mili- tasistischen Reaktion selbst vom Stimmzettel Gebrauch machen nijsse. Die Syndikalisten begrüßten den Sieg des Sozialis- „ZS als einen„Sieg der Zivilisation'". Das Proletariat nftr, durch den errungenen Sieg ermutigt, sagt sich, daß di(i Bahnen der Zukunft geöffnet sind. Es weiß, daß wir in fünfzig Wahlkreisen den Sieg hart gestreist haben und beginnt die Möglichkeit ins Auge zu fassen, daß es den Staat pz.Jjere und die politische Gewalt in den Dienst der Arbeiter- st�sc stelle. Wenn erst das sozialistische Volk die Schranken dejj Senats niedergelegt haben wird, die übrigens heute schon dst Bewegung eher nur verzögern als zum Stehen bringen kchln, wird es, sobald es will, die leitende Kraft der Republik wirden. Es ist sich dessen bewußt und dies allein stellt schon in unserer Demokratie ein Ereignis von großer politischer und mpralischer Bedeutung dar. Was aber die Bedeutung dieses Csteignisses erhöht, ist die Tatsache, daß die Bauern Frank- reichs dem Sozialismus entgegen zu schreiten beginnen. Sie sind leidenschaftliche Demokraten und widerstreben heftig den klerikalen Einmischungen; sie verabscheuen auch die Kriegs- Politik und entrüsten sich über die Lasten jeglicher Art, die die militaristische Reaktion ihnen aufbürdet. Sie werden aber auch immer mehr überzeugt, daß die nationale Unabhängig- keit, die ihnen sehr am Herzen liegt, ihre beste Bürgschaft in der Organisation der Nation in Waffen und im allgc- meinen Fortschritt der europäischen Demokratie finde. Da sie andererseits mit dem Kapitalismus des Handels zn kämpfen haben und ihr engherziger Individualismus in der Praxis des Genossenschaftswesens zu schmelzen beginnt, sind sie durchaus vorbereitet, in den demokratischen und republikanischen Sozialismus einzutreten. Und so wird der Tag kommen, wo sie sich in Massen an die industriellen Arbeiter anschließen werden, unter der Fahne der sozialen Republik. Sicherlich! Das wird nicht ohne lange, geduldige Bc- mühungen geschehen. Wir täuschen uns weder über die Schwierigkeiten der Zukunft noch über die der unmittelbaren Gegenwart. Wir werden gleich Ansang Juni eine parlamen- tarische Lage von äußerster Verwickelung vor uns haben. Es wird notwendig sein, die reaktionäre und briandisttsche Intrige zu vereiteln, die eben unseren Sieg auszubeuten sucht, um den Radikalen Angst einzujagen. Wir werden der demokratischen Mehrheit helfen müssen, sich fteizumachen und durch eine von Schwächeanwandlungen freie Regierung zu bekräftigen. Wir werden die fiskalischen, sozialen und militärischen Reformen zu verwirklichen haben, die die neueste Entscheidung des allgemeinen Stimmrechts im Keim— wenn auch in einem sehr unausgereiften Keimzustand— enthält, wir werden aber gleichwohl jeden Schein von Konfusion, jede Milderung der unterscheidenden Züge unserer Partei zu der- meiden haben. Di« Aufgabe übersteigt nicht die Lkräfte des französischen Sozialismus, der schon einen genügenden Grad von Organisation erreicht hat. Aber sie wird oft sehr heikel sein. Mehr als einmal werden wir Schattenzonen zu durch- queren haben, wo die wahren Motive unserer Aktion nicht immer ohne weiteres sichtbar sein werden. Und es wird nötig sein, daß unsere Genossen von der Internationale uns Kredit gewähren. Aber die Bewegung ist stark, die Partei gesund und ebenso entfernt von jedem Wortradikalismus wie von jedem Kompromiß. Es wäre verfrüht, schon jetzt unseren parlamentarischen Aktionsplan genau aufzuzeichnen. Er wird von der Fraktion beraten werden, sobald die Kammer zu- sammentritt, aber wir hoffen, daß wir dem sozialen Fortschritt gute Dienste werden leisten können, wie auch dem Weltfrieden, für den die französisch-dentschc Annäherung eine wesentliche Bedingung ist. üer Staatshoheit/ Genosse S ch e i d e m a n u Hat am lk. d. M. im Reichs- tag Tatsachen bekanntgegeben, die von der bürgerlichen Presse, soweit wir zur Stunde übersehen können, totgeschwiegen wer- den. Die Tatsachen sind für die Regierung derart kompro- mittierend, daß das Verhalten der gutgesinnten Gazetten uns vollkommen verständlich erscheint. Um was hat es sich gehandelt? Die arbeitende Bcvölke- rung wird durch sogenannte Volksversicherungen seit Jahr- zehnten in wahrhaft schamloser Weise ausgeplündert. Den Verbündeten Regierungen waren diese Zustände selbswer- ständlich bekannt. Aber sie rührten keinen Finger, um den Arbeiter zu schützen Da schritten d'e Arbeiter zur Selbst- e"Genossen ghaften die Gewerkschaft�, gründeten Pilse.' Dw" die„Volksfürsorge". Das ist eine selbstverständlich!— vollkommen unpolitische Gesellschaft, die den bei ihr Versicher ten die denkbar beste Versicherung bei niedriger Prämien� zahlung gewähren will. Die Einrichtungen sind derart ge troffen, daß den Versicherten kein Pfennig der geleisteten Bei träge verloren gehen kann. Kaum waren die Absichten der gewerkschaftlich und ge nossenschaftlich organisierten Arbeiter bekanntgelvorden, da ging auch schon eine tolle Hetze gegen die.Volksfürsorge" los. Sie wurde als eine„sozialdemokratische Gründung denunziert und Stein über Stein wurde ihr in den Weg gewälzt. Bei dem Bestreben, das arbeitende Volk um seine eigene, d. h. von Arbeitern selbst, nicht von kapita listischen Geschäftsmachern geleitete Fürsorge zu bringen, fehlte weder der Allerweltsgraf v. P osadowsky, nock) die Herren Behrens und Erzberger von den christlichen Fakultäten der Gescheitelten und Geschorenen. Zu den Hauptrufern im Kampfe gehörte auch der Ober-Regierungsrat Kapp, seines Zeichens„Generallandschaftsdirektor" und oberste Spitze der öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalt. Die„Akte der Staatshoheit", die dieser vom Landwirt schaftsminister beschützte Beamte sich geleistet hat, um der „Volksfürsorge" Schwierigkeiten zu bereiten, hat der Genosse Scheidemann in seiner Rede am Freitag anschaulich genug geschildert. Da sich unser Genosse begreiflicherweise große Beschränkung auferlegen mußte, wenn er nicht gar zu lange reden wollte, so konnte er aus dem ihm zur Verfügung stehen� den Material nur einige Stellen vorlesen. Da uns die Rolle. die auch die Regierung in der ganzen Angelegenheit gespielt hat. überaus lehrreich erscheint, haben wir den Genossen Scheidemann um Abschriften seines Materials gebeten. Er ist unserem Wunsche bereitwillig nachgekommen und hat uns das nachfolgende Tatsachenmaterial zur Verfügung gestellt. I. Herr Ob.-Reg.-Rat Kapp. Auszüge aus einem Bericht des Gcncrallandschaftsdircktors an das Plcnarkollegium der Ostpreußischen Landschaft über den Kampf um die Volksversicherung in gleichzeitiger Erwiderung der Broschüre Behrens contra Kapp. »n Seine Exzellenz den Königlichen Staats- minister und Minister des Innern Herrn v. Dallwitz. Berlin NW. 7. Seite dg/kiv:...... Tic auf eine Reform der Volksvcr- sichcrung abzielenden Bestrebungen der Gewertschaftcu und der öffentlichen Lebensversicherung sind also an sich durchaus gleichartig. Insbesondere sind wir der Ansicht, dah die Voltsversicherung, wie sie bislang von den Privat-Lebensversicherungs-Gesellschaften bc- trieben wird, den vom Standpunkt der Versicherungsnehmer billiger- weise zu stellenden Anforderungen keineswegs genügt, daß vielmehr das Verlangen der Arbeiterschaft nach einer zweckmäßig arbeitenden, ihren Interessen gerecht werdenden Volks- Versicherung einem dringenden ioirtschaftlichcn Bedürfnis entspricht und daher durchaus unterstützt werden mutz. Erscheinen hiernach die von den Gewerkschaften ausgebenden Bestrebungen auf Reform der Volksversicherung an sich sachlich durchaus begründet, so müssen doch die.Gefahren eines solchen gerade von dieser Seite verfolglen Plane« und seine etwaige Verwirklichung als überaus schiver bezeichnet werden." Seite 64/6(5:..... Die Gefahren, die dem Staat«i> diesem sozialdemokratischen Vorstoß erwachsen könnten/ sind nicht abzusehen. ES muß daher sein Gelingen unter allen Umständen verhindert werden. Der Plan der Volksfürsorge in seiner zunächst ins Auge gefaßte» Ge- stalt, bei der chen Versicherten ein Rechtsanspruch nicht gewährt werden soll, würde die Sozialdemokratie in die Lage versetzen, d i c Spargelder der Volkssürsorge in beliebiger F 0 r�m anzulegen. Die Volksfürsorge würde dann einen un- erschöpflichen Reservefonds für die sozialdemokratische Agitation bilden. Das Zustandekommen oieseö Planes läßt sich zwar unschwer vereiteln, da er eine bewußte Ilmgehung dr-- GesetzeS über die Beaufsichtigung der privaten Versicbciungsuntei. nehmungcn vom 12. Mai 1901 enthält, dem wirksam entgegen. getreten werden kann. Es kommt aber weiterhin die Errichtung einer Aktien- oder einer Gcgenseitigkeitsgesellschast für die Durchführung des sozial- demokratischen Versicherungsbetriebes in Frage. Nach Z 7 des Gc setzes über die privaten Versicherun�sunternehmungen vom 12. Mai tSvl darf die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb versagt werden, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Annahme recht- fertigen, daß ein den Gesetzen oder den guten Sitten entsprechender Geschäftsbetrieb nicht stattfinden wird. Es erscheint z w e i f e I- Haft, ob in dieser Bestimmung eine gesetzliche Handhabe zur Hint- anHaltung einer als Aktien- oder als Gegenseitigkeitsgesellschast organisierten sozialdemokratischen Volksversichcrung ohne weitere« gesunden werden kann. Unter Umständen würde daher nicht anderes übrig bleiben, als aus den Versicherung S t c ch n i s ch c n Unterlagen des Unternehmen» die Gründe zur Versagung seiner Zulassung herzu- leiten oder diese doch wenig st cnS so lauge, wie irgend möglich, hinauszuschieben." Herr Kapp, der von Scheidenrnim Im ReiMage sehr deutlich porträtiert worden ist, hat also dem Minister v. Dall- Witz gesagt, wie es gemacht werden müsse, um das Znstande- kommen der„Volksfürsorge"„nntcr allen Umständen" zu ver- hindern. Daß Herr Kapp nicht vergeblich die Herren Minister zu Hilfe gerufen hat im Kampfe gegen ei» segensreich wirkendes Institut, zeigen die folgenden Briefe. Ihr Inhalt erübrigt eine Schilderung aller d« Zwischenspiele, die uuA zu viel Raum kosten würden. rl.< Minister v. Dallwitz an den Reichskanzler. Bcrliu, de» 15. Nobcinbcr 1912. Abschrift. C. B. 1416. Ter Minister des Innern. Ib. 1662. Euer Exzellenz gestatte ich mir auf das Schreiben vom 9. d. M. — C. B..1385— ergebenst zu erwidern, daß der Deutsche Krieger buud die Bekämpfung der sozialdemokratischen„Volkssürsorge" durch seine Lebcusversichcrungsau stalt freiwillig im nationalen Interesse ausgenommen hat. Die Anregung dazu ist i h m meinerseits bereits unmittelbar nach der im NeichSamt des I n n e r n gm 2. Juli �r. stattgehabten Besprechung der beteiligten Reichs- und Staats ressorts gegeben worden, in der mein Kommissar den Plan, den Deutschen Kriegerbuwd für diese Angelegenheft zu interessieren, unter allseitiger Zustimmung dargelegt hat. Auch der Präsident Gruner, der damals schon ans die JRSg- lichkeit einer Organisation der privaten RebenSverficherungSgesell- schaften zur Bekämpfung der.Volksfürsorge" hinwies, hak ausweislich des VeratuggsprotokollS auf ausdrückliche Anfrage meines .ilommijsars betont, daß er eine Hinausschiebung der Verhandlungen mit dem Deutschen Kriegcrbunde durchaus nicht wünsche, er sich vielmehr freuen würde,!v e n n der Plan, ihn zu einer G e g c 11 0 r g a u i s a t i o n gegen die „Volkssürsorge" zu geiv innen, gelingen sollte. Nachdem daraufhin der Deutsche Kciegcrbund diesseits dazu angeregt worden ist, seine Versicheruugsorganisation, die die Volks- t Versicherung einschließt, auf weitere Kreise auszudehnen und die Möglichkeit zu schaffen, die Angestellten pp. staatlicher Werke, Bc- h triebswcrkstätten und Btzrtvaltungen sowie die Angehörigen von auf. vaterländischem Boden stehenden Vereinen pp.— im Wege de- Vereinbarung mit den staatlichen Verwaltungen und den qn. Ver einen— seinem auf vaterländischem Boden stehenden Bersicherungt unternehincir anzuschließen, ist dieser Gedanke von ihm untr persönlichem Eintreten seines Borsitzende des Generalobersten und Generaladjutaut Sr. Majestät von Lindegui st, mit großer Wärme 0 genommen, gelegentlich des letzten Kyffhäuscrtages erörtert■ Berlin, 18. November 1912. [djliejjltdj auf einstimmigen Beschluß der Generalversammlung > einer LebcnSversicherung-tmnstalt durch Aenderung ihrer Satzung unmittelbar zur Durchführung vorbereitet worden. Unter diesen Uniständen würde der Versuch, die Durchführung dieses Planes jetzt zugunsten einer etlvaigen Vereinigung der privaten L c b e n S v e r s i ch c r u n g zurückzustellen, die nur geschäftliche Interessen verfolgen und in ihrem Be- triebe auf die vaterländis che Gesinnung der Ange- schlösse.»« ii teiuertei Rücksicht nehmen tonn, in den Kreisen des Deutschen Äriegertzundes, der in rund 2l)9()l> Vereinen etwa 2 Millionen Mitglieder umfaßt, die bedenklichste Verwirrung und Mißstimmung bervorrufen. und, wie ich annehmen darf, auch bei oem Allerhöchsten Protektor des Deutschen Krieger- bundes, deni die Sachlage kauni unbekannt bleiben dürfte, kein Verständnis finden. Ter jetzige, in der Eingabe vom 29. d. M. anscheinend allen Herren Besfortchefs � der preußischen und Reichsverwaltungen unterbreitete Plan des Deutschen Kriegerbundes mutet den be- teiligten staatlichen Verwaltungen keinerlei Opfer zu, sondern bietet ihnen nur die Möglichkeit, ihre Angestellten, soweit diese sich dazu vcrcitfindcn, der von der königstreuen Organisation des Deutschen Kriegerbundes getragenen itebenSversichevungSanstalt der Kriegervercinc zuzuführen, um sie bor den Verlockungen des sozialdemokratischen llutcrnehmenS zu bewahren. Der Plan schließt im übrigen in keiner Weife ouS, daß sich die Anstalt deS Deutschen Kriegerbundes zur lliückoeckung oder sonstigen gemeinsamen Arbeit demnächst einer größeren Organisation anschließt, mag die An- regung hierzu von feiten der privaten oder der öffentlichen Lebens- Versicherung lommeii Das mir uuierjtelltc Ressort ist durch die Eingabe de? Deut« schcn Kriegerbundes unmittelbar insofern wenig berührt, als mir Werkstätten und Betriebsvevlvaltungen, die hauptsächlich in Frage kommen, nicht unterstehen. Indessen werde ich in Erwägung ziehen, die Piovinzialverwaltungeii auf die Sache aufmerksam zu machen. Jedenfalls liegt meines ErachienS ein dringendes öffent« licheü und politisches Interesse vor, dem Borgehen des Deutschen Kriegerbundes etwa»och entgegenstehende Hindernisse fortzu- räumen und seine Durchführung nickit aufzuhalten, sondern zu beschleunigen. Insbesondere würde ich daher dankbar sein, wenn C&ure Exzellenz veranlassen wollten, daß der Beschluß des Kaiser« lichen AussichtSonits über die Genehmigung oer Satzungsänderung der IlevensversichcrungSaiiftalt des Deutschen Kriegerbundes un« verzüglich erfolgt. Abschrist dieses Schreibens habe ich sämtlichen.Herren Mit. gliedern deS Preußischen StaatSministeriumS zur Kenntnis mit« geteilt. gez. V. Dallwitz, An den Herrn Reichskanzler sReichSamt des Innern). 11k. Minister Delbrück an sämtliche Stnatsminister. Abschrift. Der Reichskanzler (ReichSamt des Innern). C. B, 1415. Auf das Schreiben vom 15. d. M. 1. b 1662. Bei meinem Schreiben vom 9. d. M.— C. B. 1386— war ich mir klar darüber, daß der bei den kommissarischen Beratungen am 2- Juli d. I. erörterte Plan, die Versicherungseinrichtungen des Deutschen Kriegerbundes in den Dienst der Bekämpfung der lozialdcinotratische» Volkssürsorge zu stellen, einer gleich eingehenden Prüfung bedürfen lverdc, wie alle anderen in derselben Richtung stch bewegenden Pläne, Wenn ich gebeten habe, die Entschliehuna aus die Eingabe des Kriege cbiust.e» vom 29. Oktober d. I.. welche darum ersucht, daß die einzellitzn Ressorts einen Vertrag wegen Versicherung ihrer Be» amten uno Arbeiter niit der IkcbensversicherungSanstatt und Sterbe« lasse des Deutschen Kriegerbundes ins Auge fasse» möchten, auf kuxze Zeit zurückzustellen, so glaube ich damit den auch von mir voll gcwu�v.gien vaterländischen Bestrebungen des Kriegerbundes *"*',4!? njI'' getreten zu sein. Meine» Erachtens kann aber ein grundsätzlich so loichtigcr Beschluß von seiten der Ressort» de» Reichs und PrcußeiiS nicht ohne vorherige Verständigung unter« einander gefaßt werden und eS erscheint auch nicht angängig, ihn zu sass-n, bevor Klarheit darüber besteht, wie sich die Behörden den unmittelbar bevorstehenden Anträgen ähnlichen Inhalts von fetten anderer Organisationen privaten und öffentlichen Recht» gogenuber zu verhalten gedenken. Nicht nur der Deutsche Kricgerbund, sondern auch andere n a t i o n a l g e s i n n t e Organisationen, wie nainenilich die öffentlichen und die privatcii LebenSversicherung-anstalteii sind zur« zeit Mit Planen zur B c k ä n> p f u» g der S o z i a l d e m o« traiie befaßt. Bezüglich der Pläne der piivalcn Gesellschaften bitte ich da» 11 r!c! � 1°" 1 c auch hinsichtlich der Gemeinnützigkeit und der geschäftlichen Zwecken abgewendeten Tendenz der beabsichtigten Neu. grundung aus den abschriftlich beifolgenden Berichten des Präsi« deuten des AufjichtSamteS für Privatversicherung vom 13. und i-.'"'"ehmei, zu wollen. Die privaten Versicherung-. gesellschaste» rechnen ober bei Durchführung dieser Pläne wiederum Neugründun Deutschen Kriegerbundes zu der beabsichtigten Ferner ist mir bekannt geworden, daß die K a i s e r Wi I h e l m. gw.I1 machen will, gleichfalls den Betrieb der Voltsverjicherilng auszunehm-n, um damit auch ihrerseits die Sozialdemokratie zu bekämpfen.'' i .v �n™£f''""i- damit gerechnet Iverden, daß in der auf den .o. d. M. vom StaatSminister von Möller einberufenen Ver. jammlung der Versuch gemacht werden wird, die öfsentlichen Lebens- verstcherungsanstalten als diejenigen zu bezeichnen, welche Vorzugs- weise geeignet jiud, der Wirksamkeit der sozialdemokratischen Volks- versichming entgegenzutreten. ..... Alle jene Organisatioiien verlangen sür ihre Pläne die Unter. stutzung der Reichs- und«taatsvehörden. Sine Entschließung dar« "der— und nur diese habe ich gebeten, dem Kriegerbund gegen. "der einstweileu auszusetzen— kann meines ErachienS aber nicht übersehen ine der Pläne einigermaßen zu �ine Hiiiqusschicbung der Entscheidung auf die vorgelegte Satzungsänderung der Lebe»svkrsichcril»gsaiistalt des Kriegerbundes ist natürlich nicht der Zweck meine» ScbrcivenS vom 9. d. M. nc- »eftn. Auch nach den neueste», vom Aussichtsagit mir zugegan« genen Berichten ,st diese Entscheidung i» aller Kürze zu erwarten � � Ich wiederhole nochmals, daß ich beavsichtiae. über alle mit de, durch Förderung neuer Versicherungseinrichtungen einzunehmen> haben werden, auf Mittwoch, den 4. Dezember 1912, vormittags 1 1 Uhr, nach dem ReichSamt des Innern einzuladen. Einladungen haben sämtliche Herren StaatSminister und die Herren Chefs der beteiligten Reichsämter erhalten. In Vertretung gez.: Delbrück. IV. Präsident Gruner an Minister Delbrsick. Abschrift. C B. 1416. Der Präsident deS Kaiserlichen AufsichtSamt» für Privatversicherung. C. B. S. 30. Berlin, den 15. November 1912. Betrifft Reform der BolkSverficherung. In Ergänzung meines Bericht» vom 14. November 1912 be- ehre ich mich, auf der Anlage 1 eine Zusammenstellung der Be- chlüsse über die Gründling einer gemeinnützigen VolkSversiche- rungsanstalt zu übersenden, welche nach mir mündlich durch Re« gierungSdirektor von Rasp gewordenen Mitteilungen von den be- teiligten privaten Lebensvcrsicherungsgesellschaften am 12. No. vemver 1912 gefaßt worden sind. Auf Anlage 2 sind Die Gesellschaften verzeichnet, welche für eine Beteiligung zunächst in Be» tracht kommen. gez.: Gruner. , Exzellenz. "» t■c W-----•*----------------—, �..sammlung U££.r.K'?r'ü.zu kommissarischen Beratungen erneut einzuladen. Abschrift habe ich sämtlichen Herren Staattministern und den Herren ChcsS der beteiligten Sleichsämter zugehen lassen. In Vertretung: gez. Delbrück. Abschrift. D«r Reichskanzler. (ReichSamt de» Innern.) c. B. 1430. Berlin, den 26. November 1912. Tie Pläne der privaten Gesellschaften zu einer Reform unsere» VolkSversicherungswesens sind durch mein Schreiben vom 18. No» vcmber 1912— C. B. 1416—. wenigsten» in großen Zügen, dar, gestellt. Inzwischen hat auch die vom StaatSminister von Möller zusammenberufene Konferenz, in der ein« Reihe von weiteren Plänen zur Bekämpfung der sozialdemokratischen BoltSversicherung besprochen worden ist. getagt. Ihre Ergebnisse, die z» einem be- stimmten Ziel« noch nicht geführt haben, sind, wi« ich annehmen >arf, dort bekannt. Hiernach beehre ich mich, zu einer Aussprach« über die Stellung- Ihme, welche die Behörden den verschiedenen Plänen zu, Be« wtzfung der sozialdemokratischen BolkSverficherung gegenüber An den Herrn Staatssekretär des Innern. Anlage 1. Aufammenstellung der am 12. November 1912 von 26 privaten LebenSversicherüngS- gesellschaste» gefaßten Beschlüsse betreffend die Gründung einer gemeinnützigen Volksversicherungsanstalt. 1. von den beteiligten Gesellschaften wird eine Sktiengesell. schaft zum Zwecke des Betriebes der Volksversicherung gegründet. Da» Aktienkapital von 2 Millionen Mark sowie eine außerdem zu Organisationszwecken i foncks perdu einzuzahlende Summe von 1 Million Mark wird auLschließlich von den beteiligten Gesell- schaften aufgebracht. 2. Der Betrieb soll ein gemeinnütziger sein, d. h. die Gesellschaften verzichten auf jeden Gewinn aus dem Betrieb und behalten sich lediglich eine Dividende von 4 Proz. des mit 25 Proz. 500 000 M. bar einzuzahlenden Teiles deS Grundkapitals vor. 3. Für die Akquisttion und das Inkasso sollen die Organisa. tionen der einzelnen beteiligten Gesellschaften auf dem Gebiete der VplkSversicherung der neuen Anstalt zur Verfügung stehen. Außer» dem hofft man für tue gedachten Zwecke vor allem auch auf eine Mitwirkung von Vereinen und Verbänden aller Art, namentlich von Arbeiterorganisationen(auf vaterländischem Boden stehen- den Gewerkschaften, Gewerkvereinen und dergleichen) sowie von Arbeitgebern. Endlich wird die Anstalt, soweit erforderlich, von ihr bezahlte eigene Organe für den Außendienst anstellen. 4. Sine Äoinmissioil von 6 Personen ist gewählt und beauftragt worden, sofort Gesellschaftsvertrag, Versicherungsbedingungen usw. auszuarbeiten und sich dabei in tunlichster enger Fühlung mit dem AufsichtSrate zu halt«. (E» folgt dann das Verzeichnis von 26 Gesellschaften.) Es ging wirklich alles wie am Schnürchen! Herr Kapp zog hinter den Kulissen die Drähte und die Minister und ihre Kreaturen setzten sich sofort in Bewegung. Die Christlichen aller Bekenntnisse und Couleuren wurden inobil gemacht, die Kölner und die Berliner, die Evangelischen und die Katho« tischen, die Gelben und �schwarzen und alle in den„unpolitv scheu" Kriegeroereinen organisierten Landwehren und Landsturm r- alle wurden inobil gemocht, um tzje„Volks- fürsorge", diesen jüngsten Sproß der Genossenschaften und Gewerkschaften, möglichst schon bei der Geburt zu erdrosseln. Die Herren v. Dallwitz und Delbrück haben gesucht nach Erdrosselungsparagraphen, wie es Herr Kapp von ihnen ver- langt hat. Aber über ihren Bemühungen strahlte nicht daS biblische Wort:„Suchet, so werdet ihr finden." ES gibt keine einwandfreiere Gesellschaft als die„Volksfürsorge"— sie mußte genehmigt werden. Aber inan muß ihr trotz alledem etwas anzuhängen suchen, lind da dem Staatssekretär Delbrück selber nichts einfallen wollte, akzeptierte er die Vorschriften Kapps und sprach in seinen amtlichen Schriften nur noch von der„sozial demokratischen"„Volkssürsorge". O, die StaatSperücken werden noch ihr blaues Wunder erleben init der nicht sozialdemokratischen..Volksfürsorge" Es freut uns zu hören, daß buchstäblich zutrifft, was Ge«' nosso Scheidemann im Reichstag behauptet hat: sie wächst blüht und gedeiht zum Segen der Kleinen in Stadt und Land! Trotz aller Akt« der Staatshoheit! Rache an öen duala! Den Duala hat ja der Protest gegen ihre Zwangsenteignung nicht geholfen. Vergeben» haben sie den Versuch gemacht, in einem ordentlichen Verfahren, durch sachkundige Darlegung ihre« Stand- Punktes, dem Reichstag die Möglichkeit objektiver Nachprüfung ihrer Angelegenheit zu geben. Die Regierung wollte indessen keine Nachprüfung, sie wollte die glatt« Gutheißung ihre« Gewaltaktes, und so machte sie schleunigst gerade den Duala-Häuptling auf den lächerlichen«erdacht eines„Verschwörungsversuch»" unschädlich, der infolge seiner Bildung, seiner Kenntnis der Verhältnisse und seiner aktenmätzigen Nachweise der beste und einzige Vertreter de» ver- gewaltigten Stammes hätte sein können! Und das gesamte Bürgertum, von Bolko bis Braband. billigte den Gewaltstreich, trotzdem die skandalöse Parteilichkeit des Vorgehens zum Himmel schrie. Aber r» handelte sich ja nur um „Nigger", denen gegenüber das Prestige der weißen Herrenkaste um jeden Preis aufrecht erhalten werden muß! Man sollte meinen, daß die Regierung sich mit diesem Triuinph über die Duala uub die politische Moral zufrieden gegeben habe» würde. Aber ihr rühmlicher Sieg hat offenbar ihr Machtgesühl außerordentlich gehoben. So hat sie denn einen neuen Schlag ac führt und den Duala Di« verhaften lassen! Offenbar soll der Bedauernswerte, der sich nicht das geringste zu schulden kommen ließ, wieder nach Asrika abgeschoben und dort der „Erziehung" der Kolonialgewallhaber ausgeliefert werden! Zu diesem Streiche erhalten wir folgende Mitteilungen: Herr Dr. Solf hat's in der Denkschrift deutlich genug gedroht: Din, der sich da» schreckliche Verbrechen zuschulden kommen ließ, aus Duala zu„fliehen" und alle Duala, die stch aufzulehnen wagten, sollen gesaßt, gepackt, gestraft iverden! Nun— Freitag abend haben sie den Duala Din„gefaßt": irgendwo auf den Straßen Berlin«: sie haben ihn in Herrn Jagow» Palaiö am Alexanderplatz geführt, ihm dort eine Nacht Ruhe gegönnt und ihn dann heute(Sonnabend) nach Moabit übergeführt. Wa» weiter? Große Verbrechen, ja überhaupt Bergehen lasten auf ihm nicht außer jenem, baß er ohne Paß auf und davonging von Duala bi» Berlin. An der großen„Revolte" drüben ist er nicht beteiligt, den» schon End« 1913 hat er sein Vaterland verlassen, am 9. Februar 1914. ist er in Hamburger Polizeifäusten.gelandet", und erst am 9. Mar 191« platzte dt, bestellt, Ioja-Depesq, in die Budgetkommission deS Reichstags. Nachdem Din verhaftet war, holte man seine„Sachen" aus dem möblierten Zimmer, das er im Zentrum der Stadt bewohnt: Seine Zeitungen. ParlamentS-Drucksachen, die er die letzte Zeit mit Eifer tudierte, Briefe, Bücher, Lexika(er spricht fließend Deutsch, viel besser als 99 Proz. der deutschen Knaben und Mädchen beim Verlassen der „Volksschule", ferner Englisch und natürlich: Duala). Auch seine Choralbücher mußten mitwandern und seine Noten, mit deren Hilfe er vor dem Harmonium mit dem Gott der Weißen Zwiesprache zu halten pflegte. „Unsere Sklaven früher hatten e» unter unS besser als wir jetzt unter den Deutscheu!" beteuerte ein Duala vor einiger Zeit. Nach den letzten Vorgängen erscheint daS kaum übertrieben! Dr. Solf sagte am Mittwoch: Duala Manga(Rudolf Bell) könnte unter uns treten, die Tribüne des Reichstags besteigen und dort eine Rede halten, so gut wie die meisten der 897 Abgeordneten — vielleicht auch besser. Nun, das könnte Din nicht— dazu ist er zu bescheiden. Aber mau könnte ihn in den vornehmsten Salon etzen, und er würde durch seine Freundlichkeit, seine Höflichkeit, Gefälligkeit, Liebenswürdigleit, Zuvorkommenheit, Artigkeit, kurz: durch seine Wohlerzogenheit gar manchen deutschen Garde« offizier und Regierungsassor in den Schatten stellen. Aber er ist ein Wilder"— also muß mau ihn die deutsche Kolonialfaust fühle» lassen! Was will Din bei nns, nachdem er sich durch feine„Flucht" in Duala unmöglich gemacht hat, denn dort wird ihm das edle Europäertum nach seiner Rückkehr ein Martyrium bereiten. WaS will er in Berlin? Sich irgendwie betätigen: auf einem Kontorbock mrr fleißig, bescheiden arbeiten, wie irgend ein Bureaugehilfe oder KommiS sonst auch. Die Regierung, in deren Diensten er stand, hat die Dienste in Kamerun I) zuletzt auf 140 Mark den Monltt eingeschätzt; daS arglose Menschenkind glaubte, eS müßte ihm ein Leichte» fein, in Berlin ebensoviel oder mehr zu verdienen.... Ja, weuo er ich um das Schicksal seines Volkes nicht ge- kümmert hätte, dann blieb er für Dr. Solf, seine Herren Gouverneure, Bezirksamtmänner, Assessoren usw. der.ehrenwerte Din". Nun aber ist er ein„Verbrecher" geworden— und Ver« brecher gehören an den Galgen! Soweit die Zuschrift. Wir sehen nicht so schwarz wie der Ver« ässer. Wir erwarten vielmehr, daß sich des rechtswidrig verfolgten nun auch das liberale Bürgertum energisch au« nehmen wird. Die Duala als Stamm find ja glücklich zur Streck« gebracht— da wird man denn den Vergewaltigungen de? in z einen gegenüber doch wohl mit sich reden lassen 1 Ein Kampf um das Koalitionsrecht kam in mehreren stürirnschen Sitzungen der GefetzgebungS« Deputation der Zweiten Kammer des s ä ch s i s ch e n Landtags zum Austrag. Die Konservativen wollten in den letzten Tagen vor deni Schluß der Session unter allen Um- tänden noch ihren Antrag zur Erledigung bringen, der auf ein Verbot des Streikposten st ehens und deS Boykotts abzielt. Die 5 sozialdemokratischen Mitglieder der Deputation hatten natürlich keinerlei Veranlassung, den konservativen Uebereifer für Erdrosselung des KoalitionL- rechts irgendwie zu hindern. Sie bestanden ans gründlicher Beratung und stellten zu diesem Zwecke auch Anträge, die dem Schutze des Koalitwnörechts dienen sollten. Ferner bestanden ie unter Berufung auf die Vorschriften der Landiagsordnung darauf, daß alle Gesetzesvorlagen erst erledigt werden mußten, ehe der konservative Antrag weiterberaten wurde. Unter solchen Umständen war es unseren Genossen m der Deputation gelungen, einen koalitionsfeindlichen Beschluß der Deputation bis Freitag zu verhindern. An diesem Tage aber ollte der Antrag unter allen Umständen durchgedrückt und am letzten Tage der Session noch zur Schlußberatung gestellt wer« den. Unsere Genossen brachten jedoch neue Autrage em. dm ie natürlich eingehend begründen mußten, wozu ihnen em reiches Material, wie schwarze Listen, Strerkurteile der Klassenjustiz und Angaben über Unternehm ertenrorrsmvS reichlich zur Verfügung stand. Un: noch Zert zur Abstimmung zu gewinnen, versuchten die Konservativen eine Vergewam- gung durch einen Schlußantrag, die auch mit nationallibc- roler Hilfe unter dem schärfsten Protest unserer Genossen gelang. Da unsere Genossen vor Schwß der Debatte schnell noch einen neuen Antrag einbrachten, konnten die Konservativen eine längere Geschäftsordnungsdebatte über dessen Behandlung jedoch nicht verhindern. Schließlich wurde der Antrag unter weiteren Vergewaltigungen beiseite geschoben. In- zwischen war jedoch die Zeit des Beginns für die Plenar- sitzung herangekommen. Unsere Genossen protestierten daher gegen die Abstimmung und verließen, als die Mehrheit diese in geschäftsordnungswidriger Weise doch vornehmen wollte, unter scharfem Protest die Sitzung und erklarten, die Ab- stimniung sei von vornherein ungültig. Diese ist doch vorgenommen und der konservative Antrag schließlich in etwas abgemilderter Form angenommen war« den. Er laiitet jetzt: ») eine Verordnung über das Verhalten der Polizeibehörde bei gewerblichen Slreitigkeiten zu erlassen; b) im Bundesrate dahin zu wirken, daß die Willensfreiheit des einzelnen Staatsbürgers gegenüber den bei WirtschaftS. kämpfen hervorgetretenen Ausschreitungen, von welcher Seite sie auch ausgehen, durch Strasvorschriften, sowohl im Strafgesetzbuch wie in der Gewerbeordnung einen ausreichendere» Schutz erhält, als er jetzt vorhanden ist. Eine hierzu von sozialdemokratischer Seite gestellter Cr- gänzungsantrag, der auch Bestrafung forderte, wenn die Willensfreiheit durch schwarze Listen und Maßregelung wegen Zugehörigkeit zur Organisation erfolge, wurde natür- lich abgelehnt. Die übliche und durch die Geschäftsordnung vorgeschriebene Unterzeichnung dieses Antrages wurde von den sozialdemokratischen Mitgliedern abye« lehnt, weil der Beschluß in geschäftsordnungswidriger Weise zustande gekommen ist. Ob es übrigens gelingt, diesen koalitionsfeindlichen De» putationsantrag noch in der letzten Sitzung des Landtags auf die Tagesordnung zu bringen, ist noch sehr fraglich. Sollte es aber versucht werden, werden unsere Genossen mit allen zulässigen Mitteln dagegen ankämpfen. politische Ueberflcht. Eigene ReichstagSsorge«. Der Reichstag beriet am Sonnabend an erster Stelle feinen eigenen Etat. DteL benutzte Genosse Ledebour. um auf all« die Unzuträglichkeiten hinzuweisen, die für die Arbeit des deutschen Reichsparlaments au» dem Diätengesetz und der Rücksichtslosigkeit der Regierung entspringen. Die Bestimmung, daß die erste Ratenzahlung der Diäten am Dezember, die letzte am 1. April erfolgt, hat dazu geführt. daß die Dauer der«ession immer kurzer, die Sitzungen selbst aber immer länger werden. Die Abgeordneten sind außer- stände, selbst bei größter Anstrengung ihrer Kräfte das ihnen aufgezwungene Maß an Arbeit zu leisten. Dabei wird jede Disposition über die Reichstagsarbeit unmöglich, und am Schlüsse der Session fallen die Gesetze haufenweise unter den Tisch. Eine Unmenge Arbeit ist um- sonst vertan. Die Regierung nimmt indessen aus die Ueber- lastung des Reichstags keinerlei Rücksicht, sondern kommt gerade im letzten Augenblick mit umfangreichen und wichtigen Vorlagen, auf deren unbedingter Erledigung sie noch besteht. Diese Mißstände haben sich in den letzten Jahren zur Un- Erträglichkeit gesteigert und sind nicht nur eine Qual für die Abgeordneten, die Reichstagsbeamten und die Pressevertreter geworden, sondern schädigen das ganze politische Leben und btc Gesetzgebungsarbeit aufs allerschwerste. Besserung kann eine gründliche Aenderung des Diätengesetzes und der feste Gntschluß des Reichstages schaffen, sich künftig Ungezogen- heiter� seitens der Regierung nicht mehr gefallen zu lassen. Die bürgerlichen Parteien mußten dieser auch vom Ge- Nossen H o ch�unterstützten Kritik durchaus zustimmen, da die angeführten Tatsachen und Gründe unwiderleglich sind. Aber sie besitzen nicht den festen Willen, der nötig wäre, um Besserung zu schassen. Platonisch bekundeten freilich alle Abgeordneten den Wunsch, die Arbeit des Reichstages in künftigen Sessionen vernünftiger einzuteilen und in ge- ordneterem Verfahren durchzuführen. Aber eben nur platonisch l Wie»venig ernst eS ihnen mit den guten Absichten ist, bewies gleich der Verlauf der heutigen Sitzung. Dieselben Parteien, die das ver- pfuschte Diätengesetz damit entschuldigt hatten, daß es wenigstens die Beschlußfassung des Hauses sichert. mußten bei der ersten Abstimmung des heutigen Tages zusehen, daß das Haus beschlußunfähig war und die Sitzung aufflog. Mit der zlveiten Sitzung, die sofort angeschlossen wurde, zusammengenommen, hat man dann nahezu 10 Stunden gesessen. Wieder waren eS die Parteien, welche über die langen Reden geklagt hatten, die durch eine weitschweifige Debatte über die Lage der Zuckerindustrie und der Brannt- »veinbrennerei eine ungeheure Zeitverschwendung trieben. Auch ein neuer Vorstoß der Agrarier gegen die Einfuhr von Futtermitteln verzögerte den Abschluß der Etatsberatung. Unsere Genossen Wurm und Molkenbuhr begnügten sich damit, in kurzen Worten auf die Heuchelet der bürgerlichen Parteien hinzuweisen, die selbst die Aufrechterhaltung der hohen Zuckcrsteuer beschlossen haben, die selbst das private Monopol des Spiritusringes schützen, die erneut den kleinen Bauern und den Fleischkonsumenten belasten»vollen, und dabei iiber all das klagen,»vas sie selbst angerichtet haben. In der siebenten Stunde gelangte die zweite Lesung des Etats endlich zu Ende. Die bürgerliche Mehrheit peitschte dann noch das neue Spionagegesetz durch, an dem die Genossen Stadthagen und Cohen eine wohlbegründete, aber leider wirkungslose Kritik übten. Die bürgerliche Mehr- Yeit. die sich eben gegen die Regierung stark gemacht hatte, konnte sich nicht enthalten, dem Kriegsminister das Gesetz nach Wunsch zu apportiercn. Dw Tagesordnung vom Montag enthält einige zwanzig ...... � Abgeordnetenhaus. Am Sonnabend erledigte das Abgeordnetenhaus nach unsrhob« lüt« Debatte den Gesetzentwurf betr. die Einziehung staatlicher �chiffahrlsabgaben durch Gemeinden und Private, in zweiter und dritter Lesung und wandte sich dann zur zweiten Beratung der Sekundärbahnvorlage. Eine längere Debatte entspann sich«ur über das Projekt der Fehmarn-Linie, durch die ein« neve, besonders schnelle Perbindung zwischen Deutschland und Dänemark hergestellt werden soll. Die Kommission halte über die dahin gehenden Petitionen Uebergang zur Tagesordnung beantragt, aus den Reihen der Nationalliberalen und det Zentrums war dagegen vorgeschlagen worden, diese Petitionen der Regierung als M a t e r i a l zu überweisen. Für diesen Borschlag sprach sich auch Genosse Haenisch aus, der eine gründliche Prüfung der Frage für nötig hielt. Es müsse mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß durch die Fehmarnlinie bedeutende wirtschaftlich« Interessen >schleswig-Holsteins und speziell Kiel« geschädigt werden. Sollten sich die von vielen befürchteten Schäden herausstellen, dann würden die Sozialdemokraten stets bereit sein, diese durch spätere Kompen- sationen auszugleichen. Zum Schlüsse seiner Ausführungen betonte der Redner, daß wir möglichst enge freundschaftlich« Be« zie Hungen mit den nordischen Reichen und vor allem mit dem stammverwandten und kulturell so hochstehenden dänischen Wolke wünschen. Schließlich wurde aber der KommissionSanlrag auf Uebergang zur Tagesordnung angenommen. Tie Wahl in Dsterburg-Stendal. Das Resultat dieser ReichStagSersatzwahl weist ähnliche Zuge auf, wie eine Reihe anderer Nachwahlen der letzten Z-it. Der Konservative Hoesch hat 12 221 Stimmen, also um l.09 Ttimmen mehr als 1912 erhalten, während der Rational. ltderale WachhorstdeWentemit 7032 um 1589 Stimmen hinter der letzten Wahl zurückgeblieben ist. Unsere Stimmen sanken um 508 auf 6926. Dieser Verlust erklärt sich leicht durch die Tatsache, daß viele unserer Wähler während der günstigen Jahreszeit nicht im Wahlkreis verbleiben, sondern außerhalb Arbeit fanden, zum Teil vielleicht auch durch den außer- ordentlichen Terrorismus, den diesmal die Konservativen aus- übten. Dagegen zeigt der Rückgang der Nationalliberalen, daß cm Teil ihrer Wähler sich endlich als das bekennen, was sie sind, und offen reaktionär wählen. Aehnlich wie in Jerichow har auch diesmal ein Teil der früher Nationalliberalen schon im ersten Wahlgang für die Konservativen gestimmt. Die Haltung der.Magdeburger Zeitung", die obwohl national- liberales Organ— gleich zu Beginn deS Wahlkampfes den konservativen wie den nationalliberalen Kandidaten gleicher Sympathie versicherte, berestete auf diesen Rechtsabmarsch der Nationalliberalen bereits vor. Der schließliche Ausgang der Wahl hängt zu einem guten Teil von unseren Stimmen ab und Herr Wachhorsr de Wente wird als Liberaler wohl bereit sein, die Stichwahl- Bedingungen von Jena zu akzeptieren. Ter standhafte Zinnsoldat. Dos Zentrum schauspielert in der Besoldungsfrage gegm me Reichsregierung zurzeit den unbeuasamen Bolktmann. dieser Pose gibt ein Zentrumsabgeordneter in der„Köl- wichen VolkSzeitung"(Nr. 438) diese kostbaren Sätze von sich: � Kür da? Zentrum ist die Haltung klar und deutlich vorgezeichnest. Man würde sich dem Hohngelächter aller Zeitgenossen aussetzen, wenn man nachgäbe. Wäre eS nicht ein Bild von ungewollter Komik, wenn derselbe stolze Reichstag am 7. Mai mit seinen hoch. tönenden Kundgebungen acht Tage danach um- gefallen wäre? Vor dieser Blamage will das Zentrum den Reichstag bewahren. Du lieber Himmel! Das Zentrum will den Reichstag vor ..Blamagen" behüten. Dasselbe Zentrum, das im Falle Z a- bern„nach hochtönenden Kundgebungen" elend zusammen- knickte, dasselbe Zentrum, daß sich eben erst in Sachen der Konkurrenzklausel und der Sonntagsruhe der Regierung beugte! Im Heucheln und in der Demagogie sind die Schwarzen doch unerreicht! Das geheiligte Eigentum. Die preußischen Behörden haben das in der Provinz Posen belegene, einem Polen gehörige zirka 6500 Morgen große Rittergut Bolechowo enteignet, weil es angeblich für Militärzweckc gebraucht wird. Die Enteignung erfolgte ohne Vorwissen des zurzeit auf Reisen befindlichen Besitzers. Schöppenstedter Streiche. In dem durch seine Schildbürgerstreiche zur Berühmtheit ge- langten Schöppenstedt führt der Bürgermeister einen heftigen Kampf gegen die Jugendbewegung. Ein Parteigenosse veranstaltet dort Spiele für die Jugend und alle Leriuche de« Bürgermeister», die Jugend von diesen Spielen fernzuhalten, sind bi« jetzt erfolglos geblieben. Der Bürgermeister griff deshalb zu einem anderen Mittel: Auf Grund des§ 11 des Statuts der Handwerker-FortbildungSschule verhängte er gegen einen Lehrling wegen Teilnahme an diesen Spielen 3 M. Geldstrafe evenll. einen Tag Haft! Der angezogene Paragraph lautet:.Sie(die Schiller) dürfen politische, Streu» und ähnliche Versammlungen nicht besuchen, sich auch an Veranstaltungen und Vereinigungen nicht beteiligen, die staatsfeindlichen Bestrebungen Vorschub leisten." Da» Haus deS Spielleiters, Genossen Jürgen?, wird von Spitzeln bewacht, die die ihn besuchenden Lehrlinge denunzieren sollen. Trotzdem wird Genosse Jürgen« mehr wie zuvor von den jungen Leuten besucht. Gegen die Strafmandate wird selbst- verständlich gerichtlicher Entscheid beantragt weiden. Die Schoppen- stedter Jungen« haben jedenfalls gezeigt,' daß sie besser sind wie der Ruf EchöppeiistedtS. Ei« militärisches Schreckeusurteil ist vom Kriegsgericht der 2. Division in I n st e r b u r g ge- fällt worden. Am 18. April dieses Jahres waren in der Stadt Rastenburg die Grenadiere Gronau, Schäding, Fiedler. Brandenburg und Eisenhardt über Zapfenstreich ausgeblieben. Auf der Straße trafen sie den Unteroffizier Braun; Fiedler und Schäding»vollten entweichen. Der Unteroffizier ging ihnen aber nach und wollte Fiedler festnehmen. Dieser erhob die Hände gegen den Vorgesetzten und Schäding faßte den Unteroffizier in die Hüften. Als Gronau hinzukam und den Unteroffizier stieß, zog dieser sein Seitengewehr und versetzte damit dem Gronau zwei Hiebe, der darauf versuchte, dem Unteroffizier die Waffe zu entwinden. Dabei kratzte er ihn am Halse. Schließlich wurden alle fünf abgeführt. Gronau erhielt vom Kriegsgericht z»vci Jahre und neun Monate. Schäding zivei Jahre und einen Monat. Fiedler vier Monate Gefängnis, Brandenburg und Eisenhardt bekamen je fünfzehn Tage strengen Arrest. Mit über fünf Jahren Gefängnis ist also dieser Leichtsinn der Soldaten be st rast worden. Eine Missiouskonfereuz über Eingeborenenbehandlung. Auf der Allgemeinen Hannoverschen Mission S- k o n f e r c n z, die am 13. d. M- in Hannover abgehalten wurde, hat u. a. Geh. Konsistorialrat Prof. v. M i r b t- G o tt i n- gen, der auf einer ungefähr hunderttägigen Reise die evangeli- schen Missionsgebiete in Süd-, Südwest- und Deutsch-Ostafrika studierte und hierbei— trotz des großenteils festlichen Charakters der Reise— Gelegenheit zu Beobachtungen gehabt zu haben scheint, über seine Eindrücke in Südwest auch interessant« Mitteilungen über die dortige eingeborene Bevölkerung gemacht. Sehr ungünstig beeinflußt werde die christliche MissionSarbeit durch die von der Regierung geschaffene Unfreiheit der Emgedorenrn, die nicht nur längst aufgehört hätten, Böller zu sein, sondern auch der Mög- lichkeit deraubt wären, s rch selbständige Wirtschaft- lich« Existenzen gründen z u können. In allen seinen Schritten und Unternehmungen sähe sich der Eingeborene— mit der Paßmark« am Halse— gelähmt und gehindert. Professor V. M i r b t führte auch aus, daß die gesundheitlichen Ver- hältnisse der Eingeborenen lüenigbefrietzigten und in dieser Beziehung von der Regierung viel mehr geleistet werden müßiiu Im Verlauf der Tagung äußerte sich noch Grohkaufmann Victor au« A r e m e n, her sich da» Thema..Mission und Hagdel" gestellt hatte und dem als Teilhaber einer großen Bremer Export- f'.rma, der feit 18i>4 in öfteren ausgedehnten Reifen Land und Leute in unseren Kolonien kennen zu lernen Gelegenheit hatte, nicht eine gewisse Sachkenntnis abzustreiten sein dürfte. Dieser Redner, dar un allgemeinen eine sehr optimistische Auffassung bekundete, die freilich in der Hauptsache in den ausnahmsweise vor- züglichen Verhältnissen unserer„Mustertolonie" Togo wurzelte, konstatierte, daß die bisherige gute EntWickelung nur dadurch «nöglich wurde, daß die Neger mit standhielte»». Die Er- zählungen von dem„faulen Neger" seien iin allgemeinen leere» Geschwap, und wer ehrlich' sein wolle, müsse zuaeven, daß die «norm gesteigerte Ausfuhr in La>»desprodutten schließlich auf »richts andere« zurückgeführt werden könne al« auf die gesteigerte Einzelarbeit der freien N e g e r. Eine heftige Kritik übte der Redner an bestimmten Naß- nahmen unserer Kolonialregieruna, welche die zwangsweise AnHaltung der Neger zur Plantagenarbeit bezweckten und die er al«..unwürdig und einfältig" charakterisierte. Wenn verschiedene Plantagenbesitzer durch Arbeitermangel litten, könne ruhig meisten« angenommen werden, daß sie ihren B e r p f l i ch- t un gen gegen ihre Neger»»icht nachkommen, und die Regierung hätte die Pflicht, diese Herren nachdrücklichst an ihr« Pflichten zu erinnern. Dem gegenwärtigen Reichstag« könne man für die Aufdeckung piefer Mißstände nur d nkbar fein. Der mexikanische Konflikt. HuortaS Truppe« meuter». Loudpn, 16. Mai.„Daily Telegraph" meldet au» New Aork vom 15. Mai: Nach Berichten au« Veracruz haben Huertas Truppen am Donnerstag gemeutert. Offiziere erschossen, die sich weigerten mitzumachen, und sind abgezogen, um zu Zapata überzugehen. Man nimmt an daß die meuternden Truppen RuraleS oder andere Irreguläre sind. � Berichte aus derselben Ouell« sagen, daß H u e r t a sich in wachsender Gefahr befinde, ermordet zu werden, und daß jeden Augenblick Anarchie in der Haupt st adt ausbrechen kann. Zapata vor Mexiko. Londou. 16. Mai.„Daily Chronicle" meldet auS Washington vom 15. Mai. daß nach einem Bericht auS Vera- cruz Zapata mit 5000 Mann bei Topilejo, 10 Meilen südlich von Mexiko, stehen soll. Zeankreich. Die natioualistischeu Verschwörer. Paris. 16. Mai. Anläßlich emeS vom reaktionären..G auloi S" an den Präsidenten der Republik gerichteten offenen Brieses schreibt Jaures in der„H u n» a n i t e": Damit das DreijahreSgesetz um jeden Preis aufrechterhalten, damit e« für ewig und unantastbar erklärt werde, will Präsident P o i n c a r e den Geist der Ver- fassung verletzen, will man, falls«» notwendig sein sollte, sogar den Zaren zu Hilfe rufen und solche Pläne, wagen, die rückschrittliche Blätter im Namen des Baterlandes vorbringen. Man kann schlvcr glauben, daß der Präsident einen für das Land und für ihn sechst so gefährlichen Weg betreten werde. Sechst die rückschrittlichen Verschwörer können dies nicht hoffen. Aber sie glauben, daß sie den Präsidenten Poincare, der den Angriffen einer gewissen Presse u»td den Drohungen einer gewissen Partei gegenüber sehr empfind- lich ist, einschüchtern können. Die Verschwörer sagen sich, daß der Präsident, wen» er auch nicht wagen werde, eme Art Gewaltstrcich zu versuchen u»td einen au« Briandisten, den Gemäßigten und den Konservativen bestehenden Regierungsblock herzustellen, zum min besten sich bemühen werde, durch zweideutige Kombina- tionen den von der Wählerschaft bekundeten gesetzlichen Willen zu schlvächen. E« handelt sich 6ei den Verschwörern vor allen Dingen darum, die Mehrheit zu verhindern, daß sie sich in der Steuer- und Militärfrage deutlich und unwiderruflich für die ehrliche und kraftvolle Durchführung de» Programms von Pau aus spreche. Aber welche Form werden die Ränke annehmen, in welche die Rückschrittlichen da» Elhsee hineinz»tzerren suchen,>md wer wird sich zu diesen Ränken hergeben? öelgien. Das Schulgesetz angenommen. Der belgisch« Senat hat da» Schulgesetz, um melche» sich in der Kammer sowohl wie im Senate die heftigsten Ääiupfe abgespielt haben, angenommen. Die gesamte Link«— die liberalen und sozialistischen Abgeordneten— verließen vor der Abstimmung den Sitzungssaal, so daß da« Gesetz allein mit den Stimmen der Kleri- knien zur Annahme gelangte. Im Namen der liberalen Linken verlas der Senator Hanrez eine Erklärung, die besagt, daß dieses Schulgesetz gegen die Grundlagen der belgischen Verfassung ver- stoße, indem e» die Gewissensfreiheit bedrohe. DaS Gesetz bedrohe weiter die öffentlichen Schulen durch die Privilegien, welche e» den Klosterschulen gewähre. E» schädige die intellektuelle Kultur der Nation und begünstige den Haß und die Trennung schon unter de», Schulkindern, bedrohe den öffentlichen Frieden und die nationale Einheit und trage dazu bei, daß eine Partei die anderen Parteien de» Lande» unterdrücken und verächtlich machen könne. Der Senator Genosse Coppieter« verlas die Erklärung der sozialdemokratischen Fraktion des Senates, in der es heißt: „Durch dieses Schulgesetz wird die moralische Erziehung d«r Kinder ausschließlich durch den religiösen Unterricht ersetzt, ja. es ist sogar durch da» Gesetz gestattet, alle anderen Ansichten als die der Kongregationisten in der Schule vor den Kindern zu beschimpfen uni) zu verleumden. Da« Schulgesetz trägt den Stempel fanatischen Kastengeistes. Aber wir rufen alle Städte und alle demokratischen Geineinden auf zum Widerstand gegen diese» Gesetz de» Fanatismus und de» Kriege»." Di« Erklärung schloß mit einer Ankündigung des Kampfes bis auf« äußerste. Der König hat nun die letzte Entscheidung. Die Entscheidung dürft« nicht zweifelhast sein. Indem er den Führer der Klerikalen Woeste vor«inigen Tagen zum Grafen machte, hatte er gewisser» maßen seine Entscheidung schon vorweg getroffen. China. Der„Weihe Wolf". PeSug. 16. Mai. Telegramme au» Lanchowfu in der Provinz Kansu besag«»», daß der Weiße Wolf am 4. d. M. Tsintschau plünderte, wobei viele Personen getötet und verwundet wurden. Lnülichen Nachrichten zufolge plünderte der Weiße Wolf darauf noch Tsinan und wurde dann am IS. d. M. unter großen Verlusten bei Tfinghui geschlagen. Letzte Nachrichten. Der Fall Caillaux. Pari«, IS. Mai. Der Staatsanwalt hat die Akten in Sachen der Frau Caillaux geprüft und fordert nun die Verweisuug der Angeklagten vor da» Schwurgericht unter der Beschvldi- gung de» beabsichtigten und vorsätzlichen Totschlage»(bomiacke volontaire«v«c premeditition). Maitre Labor» wirb Frav Caillaux verteidigen._ Ein Spion verhaftet. Grauoenz, 16. Mai. Hier wurde«in SSjähriger früherer Päckergeselle wegen Spionage festgenommen. Er»var angeblich im Besitze eines von ei»»«m auswärtigen Generalstabsoffizier ge- zeichneten Kroki, in da» er Entfernungen eintragen sollte; auch war ihm von der betreffenden Regierung«in Paß mit einem falschen Namen ausgestellt worden. Er»vurde von der Staats- amvaltfchaft in Thorn ivegen schweren Diebstahl« verfolgt und »var seinerzeit über die Grenz« geflüchtet. Schiffbrüchige durch Beduine» überfallen. Tobruk, 16. Mai. Der Dampfer„Solferino" ist in der Nacht vom 14. zum Ib. diese» Monat» zwischen Bardia und Raselmilhr- nahe bei der Küste, aufgelaufen. In der Frühe de» 16. gaben Beduinen, während sich ein Teil der Besatzung und der Passagier« auf Rettungsbooten«inschifst«. mehrere Gewehrschüsse ab. durch die ei« Heizer und«i» Matrose getötet, ei» Maschinist und zwei Passe- giere verwundet wurden. Di» übrig« gelangten unversehrt nach Tobruk. Mehrere Schiffe habe» sich an Ort und Stelle begebe», um die an Bord de»„Solferino" gebliebenen Personen zu bergen. Da« Befinden der Verwundeten ist zufriedenstellend. Großfeuer i« einem Baumwollspeicher. Golvesto«, 16. Mai. Da» Lagerhaus der Merchant PlanterS Eolnpreß Company ist heute durch Feuer zerstört worden,«f» tausend Bouarwollballrn wurde» stark beschädigt. & r> fes-'s-r l?s=»r-,Sscrl In's Riesenhafte • 1UZ i Ii L\VJH V Persll wächst von Tag zu Tag der Gebrauch von Persil. Das selbsttätige Waschmittel lür jede Hrt von Wäsche. wäscht, bleicht und desinfiziert gleichzeitig, ist garantiert unschädlich, einlach in der Anwendung und ermöglicht müheloses, schnelles und billiges Waschen. guy Nehmen Sie keinen weiteren Zusatz von Seife, Seifen- DWT' pulver etc., Sie beeinträchtigen dadurch nur die Wirkung ■V von Persil und verteuern unnütz dessen Gebrauch. �WU Geherzeugen Sie sich durch einen Versuch- Es lohnt! HENKEL& Co.. DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der allbeliebten Nur in Original Paketen. Ueberali erhättlieh. Niemals lose. Henkels Bleiüi-Soda. Neukölln. Jnserstmteil vekmrfiv. 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Das zieht allemal, denn in diesen Kreisen, wo die bescheidenste Symycrthie mit der sozialen Resorin schon einen hohen Seltenheitswert repräsentiert, gilt seder Mensch, der sich gewissermaßen berufsmäßig mit Sozialpolitik beschäftigt, als ein Mirakel, dem unbedingte Verehrung gebührt. Dar- über hinaus genießt Tr. Potthoff noch den besonderen Ruhm, „der" Angestelltenpolitiker zu sein. Tie gewerkschaftlichen Angestelltenverbände denken hier- über jedoch völlig anders. Sie erkennen in Dr. Potthoff vor allem den unverbesserlichen O P t i m i st e n, der Ixotz verstandesmäßig richtiger Erkenntnis unserer sozialen Not alle zukünftige EntWickelung durch eine rosenfarbeue Brille sieht und es deshalb niemals fertig bringt, die not- wendigen ycäktischen Konsequenzen aus seinen theoretischen Folgerungen zu ziehen. Er bejaht ans voller Ueberzcugung den Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit: aber nach der Art des Ucberästheten S o m b a r t verabscheut er die Auseinandersetzung der Interessenten durch Kampf. Er anerkennt das gcwcrkjchastlick>e Organisationsprinzip und ist doch peinlich berührt, wenn die Augestellten davon Gebrauch wachen. Er ist im Prinzip für einheitliches Recht und ein- heitliche Versicherung; aber ivenn die entscheidende Stunde konnut, hält er den Propagandisten der Absonderung und der Zersplitterung die Steigbügel. Durch all dies hat Potthoff sich bei den Vertretern der Iradikalen Angestelltenbewegung beinahe um jeden Kredit gebracht und es war deshalb ziemlich auffällig, daß der sonst doch gut gewerkschaftliche Bund der technisch-iudustrielleu Br- amten gelegentlich seines zehnjährigen Bestehens gerade diesen ewig schwankenden Politiker mit der Dekoration der Jubi- läumsausgabe seiner Zeitung betraut bat. Der Dank dafür ist ihm gestern durch das„Berliner Tageblatt" abgestattet worden, indem Dr. Potthoff das zwanzigjährige Bestehen des alten reaktionären Bankbeamtenvereins zum Anlaß nimmt, wn die von dein Bund(und dem nach gleichen Prinzipien arbeitenden„Ällgenreinen Verband der Bankbeamten") ver- trctene gewerkschaftliche Taktik gründlichst herabzusetzen und überhaupt das radikale Organisa- tionsprinzip als verfehlt hinzustellen. Dabei kommt es ihm auf eine Handvoll Ungenauigkeiten und auf eine grundsätzliche Schiefheit der Tarstellung nicht an. Beim Vergleich der Mitgliederzahl z. B. rechnet er dem Technikerverband mehrere Tausend studierende Mitglieder an,' dem Bund aber nicht, und wenn er meint, daß der alte Tech- uikerverband, den der Bund in seinem überquellenden Kraft- gefühl in zwei Jahren habe erledigen wollen, beute noch lebt, so ist das eine offenbare Unrichtigkeit. Denn dieser alte, von Potthosf selbst als„H a r m o n i c v e r b a n d" qualifi- zierte Technikerverband ist tatsächlich seit einigen Jahren „erledigt". In dieser Beziehung hat der Bund seine geschicht- kleines Feuilleton. Zphärcu-MufilalischcS. Während der KuItuSdebatte im Rondell der badischen Volkskammer lal sich der Minister für das Master- ländische Unterricktswesen viel zugute auf seine Förderung des Ge- langes durch dessen Schutz gegen die gemeingefährlichen Lieder der Sozialdemokratie. Böhm ist der musikalisch klingende Name des neuen Herrn, der dem Sprichworte nicht allgemein beipflichtet: wo man singt, da laß dich ruhig nieder; böse Menschen haben keine Lieder. Ilm die Sozialdemokratie ihrer berufenen Gesangertüchtiger zu berauben, verbot Kultus- und Unterrichtsminister Dr. Böhm den V o lj S s ch ir l l e h r e r ii, denen es der frühere Minister aus Gründen der Sozialistenbekäinpfung gestattet hatte, da» Dirigieren der Gesang- vereine freier Arbeiterschaften. Das kam den roten Arbeitern im badischen Lande ganz böhmisch vor. Wo soll nun künftig der Arbeilersänger zur Ausbildung seiner Stimmbänder in die Schule gehen? Die erste Antwort auf diese Frage erteilte ein Hirte, der in Baden seine Herde weidet. Am letzten Montag verweilte der Erz- bi schal Dr. Nörber von Freiburg in der internationalen Bäderstadt Baden-Baden, wo ihni vom katholischen Kirchengesang- verein ein Ständchen im Pfarrhause dargebracht wurde. Der Erz- bischof erfreute die zäziliauischen Säuger mit einer Dankrede. Nach dein ZeiitrumSblati„Badische Volksztg.' vom 13. Mai sagte der Erzbischof zu dem Sängerchor:„Es sei eigentlich selbstverständlich, daß jedermann, der eine schöne Stimme besitzt, dieselbe für die Ehre Gottes in der Kirche zur Verfügung stellt, nicht so selbstverständlich und darum großer Anerkennung wert sei der unausgesetzte Besuch der Proben. Sicherlich aber werde ein treuer und braver K i r ch e n s ü n g e r im Himmel für sein irdisches Singen einen besonderen Lohn er- halten. Ueberall in der hl. Schrift, wo vom Himmel die Rede sei. geschähe auch deS Gesäuges Erwähnung. Die vielen christlichen Sänger werden nach ihrem Einzug in den Hinmiel mit den Gesängen der Engel sich vereinigen. Die vielen Dirigenten aber, deren in der hl. Schrift keine besondere Er- wähnuiig geschehe, dürften wohl dann einem Erzengel die Leitung ihrer Chöre anvertrauen." Se. Exzellenz erteilte hierauf den Anwesenden den hohenpriesterlichen Segen. Ist diese Auffassung richtig, so verlieren die Dirigenten der Kirchenchöre im Himmel ihre Beschäftigung. Die Leiter der roten Arbeitervereine haben aber keine Konkurrenz der Erzengel zu be- fürchten. Ter Epilog auf Kösli». Ein Regierungspräsidium erläßt zur- zeit an die ihm nachgeordneten Behörden folgendes dienstliche Rund- schreiben: .... es ist eine strenge zweifelsfreie Nachprüfung der Personal- alten, insbesondere der Schul- und Dienstzeugnisse, Berechtiguugs- scheine, Qualifikationsurkunden usw. aller in den letzten zehn Jahren dort eingetretenen Beamten sämtlicher Dienstgrade vorzunehmen und darüber in kürzester Frist Bericht zu erstatten. Vornehmlich ist streng gegen solche jüngere Beamte in dieser Hinsicht vorzugehen, die sich durch besondere Befähigung, Intelligenz, Begabung, Reorganisations- bestrebungen und Reformideen in ausfälliger Weise bemerkbar machen-!--- usw." Demnach scheint eine besonders auffällige Begabung und eine hervorragende Intelligenz von vornherein als erschwerendes Ver- liche Mission glänzend erfüllt, und wenn es dem Allgemeinen Verband der Bankbeamten gelänge, die Bankbeamtenbewegung auch nur in annähernd solchem Maße umzuformen, so wäre unseres Evachtens damit den gesamten Privatangestellten ein unclleich größerer Dienst erwiesen als durch hundert jener kleinen„Erfolge", als welche Dr. Potthoff jeden Fortschritt in den Arbeiterverhältnissen des Baukgewerbes für den alten Fürstenberg-Verein reklamieren möchte. Um das Wirken der gewerkschaftlichen Verbände in möglichst ungünstigem Lichte erscheinen zu lassen, schiebt er bei dein alten Bankbeamten- verein das ganze erste Jahrzehnt seiner EntWickelung(in dem er es allerdings auch nur auf 400» Mitglieder gebracht hat) einfach beiseite, während er bei dem neuen Verband wach kaum.zweijährigem Bestehen schon die Erfolglosigkeit seines Strebens feststellen möchte. Dabei nimmt er selbst an, daß der neue Verband jetzt bereits annähernd so viele Mitglieder zählt wie der alte nach lOjährigem Bestehen! Wenn Potthofs einen ehrlichen Vergleich aufmachen wollte, hätte er den 25 000 Mitgliedern, die der Fürstenberg- Verein in z w a n z i g Jahren und ohne Konkurrenz geworben hat, die 24 000 gegenüberstellen müssen, die der Bund der technisch-industrielleu Beaniten in zehn Jahren, also in der halben Zeit und gegen zwei Konkurrenz- verbände gesanunelt hat! Und selbst das wäre noch eine unvollkommene Gegenüberstellung, denn— und hier liegt der größte Denkfehler Potthoffs— jedes überzeugte kampfbereite Mitglied einer gewerkschaftlichen Organisation hat für- den sozialen Fortschritt im ganzen einen zehnfach höheren Wert als das� richtuugslose und kapitalsfromme Mitglied eines Harmonieverbandes. Wer die Arbeit der Berufsvereinc nur an äußerlichen Tageserfolgen messen will und nicht die gc- wältigen aufrüttelnden und erzieherischen Wirkungen der radikalen Organisationen allen anderen Leistungen voran- stellt, beweist damit höchstens, daß er zum Urteil nicht bc- rufen ist._ Serlin und Umgegend. Achtung, Schleifer! Bei der Firma Karl Lind ström A.-G., Sprechmaschinenfabrik, Große Frankfurter Str. 137, haben die Schleifer wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Arbeits- angebote der Firma sind zurückzuweisen. Deutscher Metallarbcitcrverband. BerwaltungSstclle Berlin. Tie Käufer von Goldackcr unter polizeilichem Schutz! Der Streik in den beiden Berliner Großbäckereien Gold- a ck c r, Brunnenstr. 123/130, sowie Weidner(Firma Hanke u. Co.) gibt auch der Polizei Gelegenheit, ihren Eifer im Dienst des Prosits zu betätigen. Vor allen Geschäften Goldackcrs sieht man die bekannten Ge- stalten vom Alexanderplatz. Wenn die Herren an einem Tage etwas zurückhaltend sind, so sind sie sicher den anderen Tag um so eifriger. Die uniformierten Beamten scheinen zurückgezogen und durch nichtuniformierte ersetzt zu sein. Eifrig wird besonders auf die Zettelvcrtciler gefahndet, die eventuell noch immer in der Nähe der Geschäfte stehen könnten. Fast täglich sieht man das Privatautomobil Go[Hackers vor dem Polizeipräsidium, und zwar an der Seite der Gruncrstraße, halten. Meist ist dann am folgen- den Tage ein viel regerer Eifer der Polizeiorganc zu bemerken. Wie sich das kausende Publikum mit diesem Polizeischutz ab- findet, ist schließlich jedes Sache. Interessant aber ist der Eifer der Polizei. Recht unangenehme Erfahrungen macht Goldacker anscheinend auch mit seinen Arbeitswilligen! Es wird erzählt, daß dieselben dachtSnioment zu gellen. Was den höchst sonderbaren, in Preußen- Dculschland allerdings manchmal verständlichen Rückschluß zuläßt, daß, je echter und je häufiger jemand beglaubigt, geprüft und ordnungsgemäß abgestempelt ist, um so weniger Intelligenz, besondere Befähigung und Reformidecn bei ihm zu erwarten sind. Das Gnu-Kabarctt. Die literarische Gruppe, die sich vor drei Jahren mit dem Namen des buckligen Wiederkäuers Gnu verzierte. hat am Donnerstag im Meistcisaal ihren„einzigen Svmmerabeiid" gegeben, auf dem Heinrich Mann(durch Nest Langer), Walter Hasenclever, Mar Hermann-Neiff-, Franz Vallentin, Franz Jung und Kurt Hiller zu Worte kamen. Die meisten dieser jungen Talente leiden an einer allzu engen persönlichen Umgrenzung. Sie über- treiben den künstlerischen Egoismus bis ins Abgeschmackte. Sie ver- Irümeln sich so gänzlich in die eigene, meist doch nicht gerade Welten- tiefe Seele, daß sie die. ganze große, weite und bunte Welt um sich herum nur noch wie in einem kleinen Zerrspiegel sehen. Sie wollen alle dummen Vorurteile boshaft umstürzen, aber ihre protestlerischen Pfeile können höchstens dieTassen in ihrem Stainmcafs zertrümmern; siesuchen den Sinn des Leben? durch nervöse Stimmungen zu ergründen, ohne die tiefen Glückseligkeiten und die kolossalen Verbrechen dieses Lebens rücksichtslos zu durchdenken. Wo immer sich ein junges Talent aus den geistreichelnden persönlichen Anklagen heraus zu einer Kultur- kcitik erhebt(wie das etwa dem jungen Mann mit dem merk- würdigen Pseudonym„Klabund" in seinem soeben bei E. Reiß, Berlin, erschienenen Bändchen von Grotesken, betitelt„Klabunds Karussel" gelingt), da strömt Anschauung und Witz reicher und kräftiger als in den zigarcttenräucherigen Zigeunerulken eines Kurt Hiller. Eva. Wir sind keine Freunde der Sitte, die aus den Ansangsbuch- stoben von drei, vier Worten ein neues Wort bilden, um damit eine Ausstellung, ein Jndustrieprodutt oder etwas anderes zu bezeichnen. Die wenigen Fälle, in denen sich in der Tat ein Wort von musikali- schein Reiz ergab, werden durch einen Wust von Unsinn ausgewogen. Ohne Rücksicht auf die Gesetze der Sprache, ohne Rücksicht aus das deutsche Ohr und die deutsche Zunge wurden die Anfangsbuchstaben zu scheußlichen Klumpen zusammengeballt und mit riesengroßen Lettern wurde die sprachliche Schande in die Welt hinausgcschrien, Der ursprüngliche Sinn der Sache(der Gewinn eines cinpräg- sauien Wortes) ging vollständig verloren und ein eben so dummer wie schlechter Brauch blieb zurück. Mitunter aber kann selbst dieser Brauch so lustig wirken, daß man seine Entstehung begreift. Reizender hat der Zufall nie gescherzt, als da er aus den Anfangsbuchstaben der„Ersten Variete- Ausstellung" die lockende Parole„E v a" formte. Ist es nicht, als ob plötzlich von allen Masten bunte Wimpcl wehten? Als schiene die Sonne mit einem fröhlichen Lachen aus die Ausstellung her- nieder? Als würde der graue Alltag von einem holden Tag der Rosen und der Freude abgelöst? Als weiche die strenge männliche Arbeit dem heiteren Schmuck des Namens„Eva"? Das Variete wird immer mit der paradisischcn Eva im Bunde sein und darum macht es sich so hübsch, daß sie so völlig ungerufcn und unerwartet aus drei toten Wörtern als Schutzpatronin emporstieg. Wenn es sich ums Variete bandelt, kann nicht einmal eine Konferenz von nüchternen Kapitalisten einen ernsthaften geschäflichen Namen er- finden, ohne daß die holde Eva lächelnd unter sie tritt. „Erste Variete-Ausstellung." Kann man überhaupt prosaischer sein? Der geschäftlichen Prosa aber entsteigt plötzlich die Muse selber und lächelt heiter in die Welt.> Oder ist unter.meinen Lesern jenpand, der dem Variete als in einer Nacht für 300 M. Schaden angerichtet haben. Darum auch die Sehnsucht der?lntreiber, ihre alten Leute wieder zu haben. Tie Streikenden sind selbstverständlich sofort zum Frieden bereit; aber nur, wenn ihre Forderungen anerkannt werden, wenn die Lehrlingszüchterei, die Lohndrückern und Verlängerung ocr Arbeitszeit aufhört. Sonst wird der Kampf mit ungeschwächtcn Liräfteu fortgeführt. Achtung! Gastwirtsgehilfen! Nachstehende Lokale sind für Organisierte gesperrt: Hanptrestaurant„Eierhaus 3"(Inhaber Kammla), Stehbierhalle am„Paradiesgarten"(Inhaber Tautz« b e r g), in Treptow, Lokal von Götz, Fciedrichstraße 207, Restaurant „Zirni Zelterhaus"(Inhaber Porte), Neue Schönhauser Straße 4/ä, in Berlin. Die Inhaber dieser Lokale lehnen jede Vereinbarung mit der Organisation ab. Verband der Gastwirtsgehilfen. Berlin I. Achtung, Musiker! Das Lokal„Kastanicnwäldchen", Inhaber Ballschmiedcr, Gesundbrunnen, ist für Musiker gesperrt. Deutsches Reich. Ter �abrikarbeitcrverband im Jahre tVtZ. Auch dieser Verband ist von den Folgen der Krise nicht ver- schont geblieben. Doch haben sich im Berichtsjahre gegenüber dem Jahre 1312 die Mitgliederjahl und die Finanzen nicht wesentlich verändert. Am Schluß des Jahres 1313 zählte der Verband 131 353 (im Jahre 1912; 181273) männliche und 26 031(26 324) weibliche, zusammen 207 384(207 597) Mitglieder. Die Mitgliedcrzahl war alio am Jahresschluß nur um 213 niedriger als 1312. Im Krisenjahr 1908 hatte der Verband einen Verlust von über 3000 Mitgliedern, insofern hat er also das Krisenjahr 1313 besser überwunden. Die Einnahmen der Hauptkasse inklusive Kassenbcstand be- laufen sich auf 7 685 762 M. Davon sind Reineinnahmen 4 534 784 Mark. Den Einnahmen stehen 3 825 233 M. Ausgaben gegenüber. Davon entfallen auf Erwcrbslosenunterstützung 1 532 368 M., auf Streik- und Gcmaßregcltcnunterstiitzung 857 052 M. Die Gesamt- ausgaben für Unterstützungen betragen 2 515 012 M. Der Kassen- bestand der Hauptkasse war am Ende des vierten Quartals 3 860 523 Mark. Die Lokalkasscn hatten einen Bestand von 1 025 295 M., so daß das Verbandsvermögen am Jahresschluß 4 885 818 M. betrug. Lohnbewegungen, Streiks und Aussperrungen hatte der Ver» band 622 zu verzeichnen, an denen 851 Betriebe mit 56 543 Personen beteiligt waren. 433 Bewegungen, das sind 80 Proz., konnten ohne Arbeitseinstellung erledigt werden. Angriffstreiks waren 75, Ab- wehrstrciks 27 und Aussperrungen 21 zu verzeichnen. Von den Bewegungen überhaupt konnten 568 oder 31,23 Proz. mit Erfolg beendet werden. Bei den Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung wurde erreicht: für 8442 Beteiligte eine Arbeitszeitverkürzung von 13 343 Stunden pro Woche und für 36 167 Beteiligte eine wöchent- liche Lohnerhöhung von 55 460 M. Einschließlich der Erfolge bei Streiks und Aussperrungen beträgt der errungene Vorteil: für 3382 Beteiligte eine Arbeitszeitverkürzung von 22 099 Stunden und für 33 570 Beteiligte eine Lohnerhöhung von 60 607 M. wöchentlich. 51 Lohnbewegungen verliefen erfolglos, drei waren am Jahresschluß noch nicht beendet. Außer den angeführten Erfolgen wurden für 465 Beteiligte Lohnkürzungen in Höhe von 1271 M. die Woche ab- gewehrt. Die Kosten für alle Lohnbewegungen betrugen für Haupt- und Lokalkassen zusammen 842 713 M. Die Zahl der ab- geschlossenen Tarifverträge hat sich für das Berichtsjahr erhöbt. Am 3l. Dezember 1313 waren vorhanden: 465 Tarifverträge; diese er- faßten 783 Pslriebe mit 42 000 Beschäftigten. Der Fabrikarbeiterverband kann mit seinen Erfolgen für. da? Jahr 1313 zufrieden sein. Die Errungenschaften sind gerade mit Rücksicht auf die Krise um so höher zu bewerten. Im 1. Quartal 1914 ist der Verband auch mit seiner Mitgliederzahl im gewohnten Tempo vorwärts gekommen. Ein Streik der Drahtzieher ist auf dem Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Dortmund ausgebrochen. 00 Mann sind am Donnerstag ausständig geworden. Die Ursache liegt in Lohnminderungeu, einem allzu lockeren Vergnügen gram ist? Seien wir ihm ruhig gram, wenn es nicht anders sein kann, und halten wir seine Brettelkünste für einen leichtsinnigen Sündenfall der Kunst. Wie sollten wir dann diesen Sündenfall mit Namen nennen? Wie müßte sein strahlendes Symbol und wie seine lockend« VerfiihruvM heißen? Eva! Eva! Humor und Tatire. Das teutsche Wanderlied. Das Wandern ist des.Vogels" Lust, Das Wandern! Doch muß da? Wandern„völkisch" sein, Total borniert und rasserein, Sonst geh' ich in den Bund nicht'nein Zum Wandern! Wir gröhlen festlich.Juden rauSff' Beim Wandern I Hat wo ein Jüngling schwarzes Haar, So liegt für unS der Fall schon klar: Er ist üie völkische Gefahr Beim Wandern I Wie blinkt der Wald! Wie blitzt der S« Beim Wandern! Die Sonne streut ihr Gold umher—> Doch tät' sie das gewiß nicht mehr, Wenn mank un§ wer mosaisch wär' Beim Wandern! Drum bleibt daS Wandern unsre Lust, Das Wandern! Doch wer mit will, muß alldeutsch schrei'ni Wir idoQ'n borniei-t und rasserein Idiotisch patriotisch sein Beim Wa— au— deru! K u a x. Notizen. — Kreuziget ihn! Das Reichsgericht beschert dem„?an'- Häuptling Alfred Kerr die Wiederholung seines SitttichkeitS- Prozesses in Sachen Klabund. Es hal das freisprechende Urteil aufgehoben- und die Sache an das Landgericht Berlin II zurückverwiesen. Nicht Kerrs Urteil allein entscheide, auch die Wirkung auf den Leser sei von Belang. Kerr soll sein Eintreten für den jungen Dichter Klabund durchaus am Kreuze bereuen. — M u f i k ch r o ii i k. Der Gesangvereiii Kreuzberger Harmonie veranstaltet Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain ein Vokal- und Sinfoiiie-Konzert unter Mitwirlung des Blüthner-Orchesters. Beethovens Sinfonie I in C-dui- wird aufgeführt. Einlaßkarte 30 Pf. �— E i n neues Lu st spiel von Karl Sternheim, ein Dreiakter, ist betitelt„Die Rade l". Sternheim hat eS gemeinsam mit Ernst Äamnitzer verfaßt. — Ein botanischer Garten aus der Urzeit. Ein anierikauischer Paläontologe will im Süden des Staates Tenncssee ein reichhaltiges Lager fossiler Blumen entdeck! haben. Es sind, so heißt es. über zweihundertundsünfzig Arten, so daß mau geradezu von einem botanischen Garten sprechen kann. Eine unbekannie, zudem wundervoll erhaltene Pflanze soll eine gewisse Achnlichlcw mit den Mimosen habe«.. durch die das Wcr?, das seine TrahtvcrfcincruiioSanlagen riesig uusgeochnt hak, offenbar seine jiontnrrenzfähigieit auf dem heih- umstrittenen Markte befestigen will. Ten Ztrbcitern soll also die schlechte Konjunktur aufgebürdet werden. Die Arbeiter lie&en sich die Lohnreduzicrungen, die sich auf 25 bis 60 M. bcliefen, nicht gefallen. Verhirndlungen waren erfolglos. Tie Firma kündigte beim Austritt der Drahtzieher weiteren 18ü Arbeitern, die im Drahtwalzwerk beschäftigt sind. Die Drahtzieher sind sämtlich organisiert.__ Friede auf„Hostenbach". Der Streik auf der Grube.Hostenbach' ist beigelegt. Der ArbeiteranSschiiß hat beschlossen, die Arbeit am 18. d. Mts. wieder aufnehmen zu lassen. Es sind Vereinbarungen getroffen, die sechs girückbehaltenen Schichtlöhne bei der nächsten Löhnung auszuzahlen für alle diejenigen Bergleute, die bis zum 3. Juni eingefahren sind. 2t Bergleute, denen zuerst wegen Streikagitation gekündigt war, bleiben ausgeschlossen. Die abgewanderten Bergleute werden bei ihrer Rückkehr wieder eingestellt. Ter Zteinarbeitcrverband im Jahre 1SI3. In den letzten Jahren hat der Steinarbeiterverband sehr gute Fortschritte gemacht; im Jahre ISlO erst 20 267 Mitglieder, konnte er im Jahre 1013 die Zahl bis auf 31 061 steigern. Dabei muh in Erwägung gezogen werden, dah die Steinindustrie nur in den abgelegensten Gebieten domiziliert, was die Agitation unter diesen Arbeitern, die überdies einem recht schweren Beruf nachgehen, sehr erschwert. In den Grotzstädten hat der Verband bloß 13,3 Proz. der gesamten Mitglieder. Auf die Granit- und Pflastersteinindustric entfallen 67,8 Proz., auf die Sandsteinbranche 22,0 Proz. der Mit- glicder. Der Rest verteilt sich auf die Marmor-, Schiefer- und Knnststeinindustrie. Die Zahl der Steinmetzen geht immer mehr zurück, die Kunststein- und Betonbauweise macht gelernte Stein- mctzen überflüssig. Im Verbände zeigt cS sich, daß die Zahl der ungelernten Arbeiter stark zunimmt. Die Steinindustricllen zeigen sich seit einiger Zeit etwas tarif- freundlicher. Es muhten im Berichtsjahre aber immerhin 10 An- griffö-, 20 Abwehrstreiks geführt werden, um die Arbeitsverhältnisse tariflich zu regeln. Dabei hatten die Unternehmer noch 1l Aus- spcrrungen unternommen. In 70 Orten konnten die Lohnbewc- gungen auf friedliche Weise erledigt werden. Für Kampfzwecke muhten 145 038 M. ausgegeben werden. DaL Tarifwesen ist in der Steinindustrie sehr umfangreich, einige Tarife sind dabei recht kompliziert, besonders die in der Monumentbranche. Insgesamt sind 280 Tarife vorhanden, giltig für 2007 Betriebe und 23 280 Mitglieder. Stark profitieren durch diese Abschlüffe die Christ- lichen, denn der Steinarbeitervcrband hat jahrelang gekämpft, um die Unternehmer für den Tarifgedanken zu erziehen. Allerdings ist die Tarifauslegung durch die Unternehmer eine recht raffinierte. Dabei macht sich das Fehlen eines zentralen Schiedsgerichts sehr unliebsam bemerkbar. In den Hartsteinbetrieben wurde eine energische Protestaktion geführt, damit die Mehkasten und Förderwagen einer Eichung unterzogen werden. Nach langem Kampfe hat der Reichskanzler an die Bundesregierungen eine dementsprechende Verfügung er- lassen. Weil die Mehkasten bisher nicht geeicht zu werden brauchten, steckten die Unternehmer ungeheure Profite ein. Bei der Stein- abnähme war dem Betrug Tor und Tür geöffnet. Tie Verbands- Icilung wirkt auch darauf hin, dah den.berufskranken" Kollegen nicht die Invaliden-, sondern die Unfallrente gewährt wird. Der Bundesrat will aber bekanntlich den§ 547 der Reichsversicherungsordnung in solchen Fällen leider nicht zur Anwendung bringen lassen. In finanzieller Hinsicht ist der Verband gut fundiert. Sein gesamtes Vermögen beträgt 1 136 603 M. Gegenwärtig diskutieren die Mitglieder über die Einführung der Erwerbslosenunterstützung, dcrei» Einführung der Verbandstag in Dresden sicher beschliehen wird. Auf der internationalen Baufachausstellung zu Leipzig hatte sich der Verband in hervorragender Weise beteiligt. Der Stein- arbeiterverband kann mit seiner Entloickelung im Jahre 1013 sehr wohl zufrieden sein, hatte er doch im Krisenjahre sogar eine Mit- glicderzunahme zu verzeichnen. /ins Jnöustrie und Handel. Bessert sich die Konjunktur'? In ihrem neuesten Situationsbe- rickt über den rheinisch-wejtfälisck�n Kohlenmarkt schreibt die „Rheinisch- Westfälische Ztg." u. a.: Es hieh sich jedoch einer grohen T ä u sch u» g Hingeven, wollte man aus der flotten Beschäftigung im April und der beschlossenen Erhöhung der Beteiligungsanteile den Schluß auf eine allgemeine Bcsierung der Marktlage ziehen. Diese ist nichts weniger als rosig. Bei der ungünstigen Wirt- schaftlichen Lage unserer gesamten Industrie, die einen Ausschtvung noch lange nicht erivarten läßt, ist auch für den Kohlcnmarkt eine Besserung nicht zu erhoffen. Wenn auch unser Export nach unfern westlichen Nachbarstaaten noch immer befriedigend ist, so hat eine weitere Ausdehnung unseres Absatzes in den überschüssigen Sorten auch seine Grenze», umsomchr, als auch z. B. in Belgien die Industrie ebenfalls sehr unter der schlechten Geschäftslage zu leiden hat und daher nicht mehr aufnahmefähig ist, andererseits aber auch die Kohlcnproduzenten vom April ab eine zum Teil erhebliche Herabsetzung ihrer Kohlenpreise vorgenommen habe». Die Kon- turrenz unserer Ruhrkohlen ist daher sehr erschwert und es hat sich auch schon ein Nachlassen in der Einfuhr von Kohlen, Koks und Briketts bemerkbar gemacht..Auch im Jnlande läßt in letzter Zeit in einigen Sorten der Abruf schon wieder recht bedenklich zu wünschen übrig und dürfte, wenn es nicht gelingt, ein anderweitiges Absatzgebiet zu erschließen, eine Reihe von Zechen wieder zur Ein- legung von Feierschichten zwingen, soweit sie nicht etwa noch Raum zum Lagern von Kohlen zur Verfügung haben. Die Läger sind aber nachgerade schon dermaßen angesüllt, daß es kaum mög- lich erscheint, noch weitere Mengen aufzustapeln. Recht ungünstig ist die Marktlage in Koks. Veranlaßt durch den ungenügenden Ab- ruf der Hochofenwerke und der neuerdings wieder erfolgten Er- höhung der Gesamtbeteiligungsziffer durch Hinzutritt neuer Koks- oscnbatterien hat das Kohlensyndikat die Beschäftigungsanteile für diesen Monat auf 45 Proz. festgesetzt. Vielfach glaubt rmm, daß sogar diese Ziffer nicht einmal erreicht werden wird, da auch die außcrsyndikatlichen Zechen in den letzten Jahren ihre Koksproduktion gewaltig gesteigert haben und jetzt in scharfen Wettbewerb mit dem Syndikat treten, um ihre ganze Produktion abzusetzen. Grüiidungstätigkcit in Rußland. Uebcr die wirtschaftliche Entwicklung Rußlands bringt die „Rossija" interessante Daten, die anzeigen, welchen großen Zufluß an Kapital die Handels- und Industrieunternehmen in Rußland im verflossenen Jahre aufzuweisen haben. Im Verlauf des Jahres 1013 wurden 377 neue Unternehmungen bestätigt und 20 auslän- dischen Aktiengesellschaften wurde e» gestattet, in Rußland zu ar- beiten. Von den neugegründeten 377 Unternehmungen sind 274 Unternehmen auf Aktien gegründet. Das Kapital, das zur Grün- dung dieser.377 Unternehmungen flüssig gemacht wurde, belauft sich auf 545 Millionen Rubel. Diese Summe übersteigt das Au» lagckapiral in Aktienuntcrnehmungen und ähnlichen Gründungen iui Jahre 1012 um 144 Millionen Rubel. Von dieser Summe cnt- fallen 02 Proz. auf russische Unternehmungen und nur 8 Proz. auf ausländische Gesellschaften. Mehr als eine halbe Milliarde wurde also im verflossenen Jahre in neue Unternehmungen der russischen Industrie und des Handels angelegt. Von den ncuge- gründeten Uirternehnrungen sind 14 Proz. dem Bergbau gewidmet, 13 Proz. dem Handel. Doch fallen 27 Proz. des gesamten Grün- dungskapital» der neuentstandenen Gesellschaften auf Bergbau- Uniernehmtmgen, 15 Proz. auf Betriebe für Bearbeitung und �lus- schmelzung von Metallen._ Genossenschaftliches. Tas Bürgertum auf die Tchanzen. Die Profitmacher haben böse Tage. Tie Begehrlichkeit der Arbeiter bedroht den sauer— erpreßten Profit der Aktionäre, die Sozialdemokratie stürmt und drängt nach Arbeiterschutz, nach Be- grenzung der Ausbeutungsfreiheit, Konsumvereine schmälern den Händlergewinn und nun kommt das Schlimmste: konsumgenossen- schaftliche Eigenproduktion! In der ultramontanen Presse erscheint ein Schreckens- und Mahnruf an die bürgerlichen Parteien— auS Fabrikantenkreisen. In grellen Farben malt der Einsender die Gefahren, die den Fabrikanten aus der zunehmenden Eigenproduktion der Konsumvereine erwachsen. Dah Händler, Bäcker usw. über die Klinge springen sollen, damit kann sich ein Fabrikantenherz ja noch abfinden, aber wenns dem Fabxikantcnprofit an den Kragen geht, dann ist der Staat bedroht, lind man hört ein Murren gegen ultramontane und liberale„Ideologen", die nicht gegen die Konsumvereine aufmarschieren, weil sie glaubten, ihr Programm erlaube das nicht. Und dann heißt es kategorisch weiter: Das politische Pragramm der bürgerlichen Parteien bedarf«v. einer Revision; die Genossenschaftsbewegung hat eine Richtung genommen, die man seinerzeit nicht voraussehen konnte, eine Richtung, die auch die liberalsten Männer heute nicht mehr gut- heißen können,»och wollen. Da ist es für die Anbänger der Konsumvereine im Bürgertum hohe Zeit, ihren Stanopunkt zur Frage der Konsumvereine zu revidieren; es handelt sich für die Privatinduftrie um die Abwehr eines Vernichtungskrieges, der init aller Rücksichtslosigkeit und mit gewattigen Mitteln gegen sie geführt wird. Deshalb muß sie mit dem jmlfmännischen und dem gewerblichen Mittelstande Schulter an Schulter kämpfen. Run weiß man, daß den bürgerlichen Parteien eine neue staatserhaltende Aufgabe erwächst. Sie fordert von ihnen; Alle Schützer der göttlichen Wcltordnung, hütet den heiligen, bedrohten Fabrikantenprofit._ Soziales. Arbeiterelend. Daß cS im Deutschen Reiche, dem La,»de der gefüllten Kol». pottschüssel, noch Arbeiter, die Fanalien besitzen, gibt, die noch nicht ein»ml 9 M. wöchentlich verdienen, und zwar nicht bloß auf dem Lande, sondern auch in Städten, wird ja von den Sozial- demokraten des öfteren behauptet, von den bürgerlichen Parteien und den Organen der Regierung jedoch immer bestritten. Heut« liegt uns eine Bekanntmachung vor. in der ein leibhaftiger Bürger» Meister die Behauptungen von unserer Seite bestätigt. In der Nr. 03 der„Niederschlesischen Allgemeinen Zeitung' in Sagau lesen wir nachfolgende Bekanntmachung: Der im Jahre 1846 von Herrn Kreisiustizrat Metzk« gegründete Sparverein wird seine Tätigkeit auch in diesem Jahre, und ztvar mit Sonntag, den 26. April, beginnen und mit Sonntag, den 15. November, schließen, so daß die diesjährige Gamm- lung wiederum aus 30 wöchentlichen Einzahlungen bestehen soll. Die Bedingungen, unter welchen die Beteiligung stattfindet, sind folgende: 1. Rur diejenigen hier ortsangehörigen Personen werden als Sparer zugelassen, welche Familie haben und wöchentlich nicht über 0 M. verdienen. 2. Die Einzahlungen dürfen nicht unter 25 Pf. und nicht über 1,50 M. sein, und die Abstufungen müssen stets mit 25 Pf. abschließen. 3. Die Einzahlungen sind regelmätzig allwöchentlich am Sonntag bei demjenigen Sammler zu leisten, in dessen Bezirk der Sparer wohnt. 4. Wer mit den regelmäßigen wöchentlichen Einzahlungen ausbleibt, verliert seine Ansprüche an die Prämie und erhält seine eingezahlten Gelder ohne Prämie erst nach dem Schluß der Sammelperiode zurück. lHier folgen nun die 10 Sammelstellen, 9 Kaufleute und 1 Bäckermeister.) Wir stellen den Sparern auch in diesem Jahre für jede ein- gezahlte Mark eine kleine Prämie von 1 bis 2 Pf. in Aussicht. Sagan, den 15. April 1014. Der Vorstand des Mctzkeschen SparvereinS: Achilles, Bürgermeister. Wa» steht tiefer: die verdammt« Genügsamkeit gewisser Ar- beiter mit dem hundemäßigen Lohn von 0 Mk. für einen Familien- Vater oder die beleidigende Zumutung dieser Bürgerkreise, dies« wahrhaft„fürstliche" Entlohnung nicht ganz zu verbrauchen, son- dern davon noch über 15 Proz. auf die hohe Kante zu legen und eventuell die Familie hungern zu lassen, oder die Noblesse, welche einem gewissen Bürgertum zu«igen ist, und die den Sparern 1 Pf. bis sogar 2 Pf. Prämie gewähren will? Jedenfalls tragen die durch Herrn Bürgermeister Achilles in Sagan gcoffenbarten Verhältnisse unfreiwillig zur Agitation recht sehr bei. Einheitliches Angestelltenrecht— in Belgien. Wir haben erst kürzlich über den unglaublichen Wirrwarr be- richtet, durch den sich das Arbeitsrecht im Deutschen Reiche un- rühmlich vor allen übrigen Reichsgebieten auszeichnet. Während das Güterrecht feit Jahren durch eine Unsumme sorgfältigster Vor- schriften und in mustergültiger Zusammenfassung der einzelnen Bestimmungen geregelt ist, wird von unserer rückständigen Regie- rung nicht der leiseste Versuch gemacht, auch auf dem viel wich. tigeren Gebiete de» Dienstvertrages eine ähnliche Vollständigkeit und namentlich die unentbehrliche Einheitlichkeit anzustreben. Im Gegenteil, durch die systemlose Ausarbeitung von allen möglichen neuen Sondergefetzcn arbeitet sie förmlich darauf hin, die bestehende Zerrissenheit und Uuglcichartigkeit des Dicnstvcrtragsrcchts noch weiter zu steigern. Eben ist das neue Konkurrenzklausclgesetz für die Handlungs- gehilfen beraten worden, ein ähnliches Spezialgesetz �— über die Sonntagsruhe im Handclsgewerbe— beschäftigt gegenwärtig die Kommission. In wenigen Monaten kommt vielleicht das Recht der Schauspieler an die Reihe, dann der Erfinderschutz der Techniker, wenn es gut geht, vielleicht auch ein Gesetz für die Bureau- angestellten. Und so weiter, bis sich tatsächlich niemand mehr zwischen all den verschiedenen Spezialgesetzen auskennt. Angesichts dieser Pfuscharbeit bei uns muh es angenehm be- rühren, daß in unserem Nachbarstaate Belgien eben der Versuch gemacht werden soll, das seit dem 10. März 1000 bestehende allgc- meine Arbeitsrecht für die Arbeiter durch ein zusammenfassendes Gesetz über den Dienstvertrag der Privatangestellteu zu ergänzen. Der Gesetzentwurf, den die belgische Regierung dem Abgeordneten- Hause vor kurzem zugestellt hat, bezieht sich auf alle Arien von An- gestellten(Buchhalter, Verkäufer, Stenothpisten, Techniker, Werk- meister, Zeichner, Reisende usw.) in Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. Nur nach oben ist eine Grenze gezogen: Di- rektoren und andere Geschäftsleiter sowie die Angestellten mit mehr als 6000 Fr. Jahresgehalt sind von der Geltung des Gesetzes ausgc- schlössen. Der Entwurf bestimmt, dah der Dienstvertrag Bestimmungen über Gegenstand und Art der Arbeft, Ort und Dauer der An- stellung sowie daS vereinbarte Gehalt enthalten muh. Verträge, die unter Ausnutzung der Not, der Unerfahrenheft oder des Leichtsinns geschlossen sind und dem Angestellten Bedingungen vor- schreiben, die in starkem Gegensatz zu dem Wert seiner Leistungen oder zu den ortsüblichen Anstellungsverhältnissen stehen, sind nichtig. Doch muß die Anfechtung des Vertrages innerhalb des ersten Jahres nach Abschluß erfolgen, andernfalls erhält er Gültig- keit. Der Richter, der die Nichtigkeit des Vertrages ausspricht, hat zugleich die Höhe der zu zahlenden Entschädigung zu bestimmen. Der zweite Teil des Entwurfs, der die gegenseitigen Pflichten festlegt, enthält u. a. auch eine Regelung des Wettbewerbsverbots. das demnach also auch in Belgien heute noch zulässig ist. Neben den allgemeinen Bestimmungen, daß das Verbot nur gültig ist, wenn es den Angestellten nicht unnötig und nicht nnverhältnis- mäßig in seinem Fortkommen erschwert, vor allem zeitlich begrenzt ist und dem Angestellten eine entsprechende Entschädigung zusichert, sollen Konkurrenzklauseln in Belgien jedoch künftig nur mit Angc- stellten abgeschlossen werden können, die ein Jahresarbeitsverdienst von mehr als 2400 Fr. haben. Da» ist zwar auch keine befriedigende Lösung, aber sie geht doch weiter wie die deutsche und hat vor allem den Vorteil, für alle Angestellten zu gelten. Weitere Bestimmungen des Gesetzentwurfs besagen, daß daS Gehalt mindestens monatlich zu zahlen ist, dah den Angestellten angemessene Ruhrzeiten und Urlaub für notwendig«, au» dem bürgerlichen oder Familienleben erwachsende Pflichten zu gewähren sind und daß in Krankheitsfällen daS Gehalt mindestens einen Monat weiter zu zahlen ist. Die gegenseitige Kündigungsfrist soll in der Regel drei Monate betragen, kann im ersten Jahr der An- stellung und bei Angestellten mit weniger als 1200 Fr. JahreS- gehalt aber bis auf einen Monat herabgesetzt werden. Anstellungen auf Probe dürfen nur für höchsten» drei Monate abgeschlossen wer- den und gelten ohne weiteres als dauernd, wenn bis zum Ablauf des dritten Monat» keine Kündigung erfolgt ist. Nach Gfolgter Kündigung ist der Prinzipal verpflichtet, dem Angestellten angc- messene Zeit zur Erlangung einer neuen Stellung zu geben. Der Gesetzentwurf beschränkt sich darauf, die privatrechtliche Seite des Dienstverhältnisses zu regeln und enthält infolgedessen keine Vorschriften über die Beschaffenheit der Arbeitsräume und über den Schutz der Frauen und der jugendlichen Angestellten. Auch die im Vorhergehenden wiedergegebenen Bestimmungen find großenteils recht unvollkommen und bedürfen, wenn das Gesetz eine Rochtsverbesserung und einen sozialen Fortschritt darstellen soll, noch sehr der Verbesserung. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Belgien» rüsten sich deshalb auch schon, um bei den Beratungen im Abgeordnetenhaus eine gehörige Umgestaltung des Entwurfs durchzusetzen. Im ganzen kann man aber wohl sagen, daß der Plan der Rc- gierung an sich vorteilhaft absticht von der ziel- und planlosen Gesetzesmacherei, die bei un» in Deutschland an der Tagesordnung ist. Der belgische Staat ist mindestens ebenso kapitalistisch wie der deutsche, und die Parteien, die dort gegenwärtig die Regierung»- Maschine beherrschen, sind denkbar rückständig. ES wird jedoch immer deutlicher, daß die Machthaber in Preuhen-Deutschlaird alle anderen an Geringschätzung der arbeitenden Bevölkerung über- treffen. Nur so ist eS zu erklären, daß die dringendsten Aufgaben auf dem Gebiete der Sozialpolitik bei un» nicht nur keine För- derung erfahren, sondern noch künstlich kompliziert und aufgehalten werden. In' diesem Falle betrifft es die Privatangestellten. Angesichts der hohnvollen Behandlung, die ihnen eben erst wieder bei der Erledigung des Konkurrenzklauselgesetzes zuteil geworden ist, muß erwartet werden, dah sie an dem belgischen Beispiele er» kennen, um wieviel besser die Gesetzgebung auch in unserem kapi- talistischen Staate sein könnte, wenn nur ein bißchen guter Wille vorhanden wäre. Sie haben cS in der Hand, die Zustände bei uns zu bessern, indem sie sich beruflich und politisch von den Organi- sationen lossagen, die sich bisher noch jedesmal als Feinde des sozialen Fortschrittes erwiesen haben. Eingegangene Druckschriften. Tie schöne deutsche Stadt. Band: Norddeutschland. Von S. Wolf. 1,80 M.— R, Piper u. Co., München. Ein starke» Volt—«In starkes Heer. Bon Kurt v. Strand. 80 Pf.—„Politik-, Berlin V7 57. Irland. Bon R. A. Bcrmnnn. 3,80 M.— Hyperion- Verlag, Berlin SW 61. Tie griechische Täuzeriu und andere Novellen von Ä Schnitzler. Pappb. 1 M.. Leinen 1,25 M.— S. Filcher, Berlin. Bülowstr. SO. Da» Gefängnis zum Prcufiiichc» Adler. Eine felbsterlebte Schtldbürgerei von B. Wille. 3 M., geb. 4M.— E. Diederich», Jena. Reue» Wunderhorn. Volkslieder Herausgegeben von ft. Henniger. München. Jahrbuch 1913 de« Berbaudes der vrauorei- und Mühle«. arbetter und verwandter Berufsgenoffen. Redaktion:/z Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Gesellschaftshaus, Schloßstraßc. Tagesordnung: Vortrag der Genossin Frau Demmning:»Ist Kinder- schütz eine Kulturarbeit?" Vereinsangelegenhcit und Verschiedenes. Borsigwalde-Wittenn«. Die Mitgliederversammlung des Wahl« Vereins findet umständehalber am Eonnabend, den 28. Mai, abends 8Vz Uhr, in den Borsigwalder Festsälen statt. Vortrag des Gen. Max Schütte über:.Georg Herwegh, ein Freiheitsdichter". Mitglieds- buch legitimiert. Rosenthal. Am Dienstag, den 19. Mai, abends 8»/, Uhr, im Lokal von Gustav Milbrodt: Mitgliederversammlung. Tagesord- nung: Aufnahme neuer Mitglieder. Bericht von der KreiSgeneral- Versammlung. Parteiangelegenheiten. öerllner Nachrichten. Mehr Hygiene in de« Sommerlokalen! Die Toiletten in vielen Sommerlokalen zeigen, soweit sich bisher beobachten ließ, auch in diesem Jahre das alte verwahr- loste Bild. Hier und da hat man mit Brettern und Dachpappe ein wenig geflickt, aber im wesentlichen ist der Zustand der alte geblieben, weil die betreffenden Sommerwirte dem Publi- kum in dieser Beziehung alles bieten zu können glauben. Für Privatgehöfte mögen ja solche aus einigen Latten zu- zammengesckAagene, jeden geordneten Abflusses entbehrende Abortanlagen allenfalls ihren Zweck erfüllen, für den sommerlichen Massenverkehr sind sie gänzlich ungeeignet und hygienisch bedenklich. Oft ist es in der Nähe der Aborft vor Gestank kaum auszuhalten, trotzdem sitzen hier Ausflügler und atmen „würzige Landlust" ein. In größeren Soinmerlokalen haben die Wirft schon viel- fach für hygienisch ziemlich einwandfreie Einrichtungen ge- sorgt, um das Publikum nicht zu vergraulen, aber hier tritt immer mehr ein anderer Mißstand nach Berliner Muster auf. Damit die Baukosten wieder einigermaßen eingeholt werden, ist die Bedienung in den Toiletten verpacktet. Diese Bedienung ist in der Hauptsache so gut wie überflüssig, soll aber das Publikum animieren, von ihr zugunsten des Wirtes Gebrauch zu machen. Der Pächter setzt Geld zu oder bat nur ge- ringen Ueberfluß, der Verdienende ohne Arbeitsleistung ist der Wirt. Ueberdies darf bei den Männern kein Entgelt ge- fordert werden. Der Pächter ist also auf Bettelei und Mitleid angetviesen, wovon man sich nur geniert fühlt. Bei den Frauen wird in der Regel für jeden notwendigen Gang mindestens ein Sechser gefordert, was eine ganz unberechtigte Lokalsteuer ist. Der Restaurateur hat im öffentlichen Interesse die Ver- pflichttmg, seinen Gästen, die ihm durch Verzehren von Speisen und Getränken Verdienst bringen, die unentbehrliche Benutzung der Toiletten zu gestatten._ Prinzeninteresse»«nd Kommunalpolitik. Die Stadt Potsdam rechnet es sich zur großen Ehre, Residenz- ftadt zu fein. Dieser Umstand bringt es mit sich, daß in Potsdam ein größerer Hofstaat residiert. Die Umgebung Potsdams ist mit Prinzen besät, die ihr« eigenen Interessen haben, Interessen, die oft mit den Allgemeininteressen stark kollidieren. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat sich in letzter Zeit gezeigt, welche Schwierigkeiten der Stadt Potsdam von höherer Stelle ans gemacht werden, wenn es sich um Anlagen im allgemeinen Interesse handelt. Dabei ist die Potsdamer Stadtregierung so loyal, daß sie kaum etwas unter- nimmt, waS etwa das Mißfallen der allerhöchsten Stelle hervor- ruft» könnte. Und doch entstehen oft Hindernisse. Die jüngst« Kommunalgeschichte Potsdam? kann nicht weniger als drei Fälle verzeichnen, in denen durch höheren Einfluß die Ausführung oder Jnbeftiebnahme vereitelt oder wenigstens erschwert wurde. AIS die Glienicker Brücke neu gebaut wurde, legte die Stadt ihre Gleise in das Mosaikpflaster. Etwa 833 Meter sind nun nutzlos in das Pflaster gebettet, weil der in Glienicke residierend« Prinz Friedrich Leopold gegen die Straßenbahnfortfichrung Ein- spruch erhob. Zum zweite« Male machte sich der Sinflnß geltend, als für die Eftecke Kastanien-Alle«— Luftschiffhafe« dft Straßenregulierung ersolgft und zu diesem Zweck die B ä« m« beseitigt werden sollten. Die Arbeiten kamen zum Stillstand und höherer Entscheidung be- durste e? zu ihrer Fortsetzung. Jetzt heißt eS, daß einem anderen Kaisersohne die Verzögerung im Bahnbau, der die Genehmigung aller Behörden ge- fundeu hatte, der durch Terrainverkauf deS OberhofinarschallamtS begünstigt worden war, zuzuschreiben sei. Dieser Schwierigkeiten Herr zu werden, ist nicht leicht. Die Stadt hat sich nun an den Kaiser gewandt, der helfen soll, ihre Interessen gegen die Prinzeninteressen wahrzunehmen. Auch ein Beitrag zu dem Kapitel, wie die Allgemeininteressen erschwert werden zugunsten von prinzlichen Privat interejfen. Krankenhans für Leichtkrank«. Das neue Krankenhaus für L e i ch t k r 0 n k e auf dem Gelände des Johannesstiftes bei Plötzensee ist am Freitag zum ersten Male mit 19 Kranken aus dem Rudolf-Virchow- ltzrankenhause belegt worden. Diese Eröffnung bedeutet nicht nur eine.wesentliche Entlastung der bestehenden städtischen Krankenanstalten, sondern auch eine erhebliche Umgestaltung unserer Krankenhäuser, die durch diese Unterbringung von Rekonvaleszenten, Leichtkranken usw. ihren eigentlichen Zwecken mehr als bisher dienstbar gemacht werden. Eine neue Nrlauböordnung filr städtische Arbeiter und Angestellte hat der Magistrat erlassen. Wie aus dem Rat- Hause geschrieben wird, handelt es sich um eine Neubearbeitung der teilweise veralteten und nach mehrfacher Ueberarbeitung unübersichtlich gewordenen bisherigen Urlaubsordnung. Dabei ist nicht nur die Praxis der letzten Jahre in umfassen- dem Maße verwertet, sondern es sind auch neue zeitgemäße Bestinimungen aufgeuommen worden, z. B. die Ausdehnung der Urlaubsperiode, welche bisher mit dem 1. Oktober ab- schloß, auf das ganze Rechnungsjahr. Die Kategorien der städtischen Beamten und Angestellten sind jetzt im einzelnen genauer bezeichnet und alphabetisch geordnet vollständig auf- geführt, dem Bestehen des Arbeiterurlaubs ist schärfer als bisher Rechnung getragen worden. Hinsichtlich des Umfangs des Erholungsurlaubs ist eine größere Gleichmäßigkeit da- durch erreicht worden, daß solche Kategorien, die im Urlaub etwas zurückgeblieben waren, den gleichartigen Kategorien gleichgestellt wurden. In» übrigen ist der Änfangsurlaub und der nach fünf- und zehnjähriger Beschäftigung erreich" bare Urlaub nur wenig verändert, dagegen vielfach, dem ge- steigerten Crholungsbcdurfnis im späteren Lebensalter ent- sprechend, eine Verlängerung des Urlaubs nach LOjähriger Tätigkeit neu eingeführt worden. Dabei wurde, um eine allzufrühe Erreichung dieses Urlaubs hintanzuhalten, die Vollendung des 45. Lebensjahres zur Bedingung gemacht. Neu ist auch die Verlängerung des Urlaubs nach der Amts- tätigkeit für solche Personen, welche eine nur im vorgerückten Alter erreichbare städtische Stellung einnehmen. Hoffentlich enthält die neue Ordnung keine Verschlechte- rungen, sondern Verbesserungen. Eine solche wäre allerdings in einer Verlängerung des Urlaubs zu sehen, denn 3 Tage Urlaub ist doch eigentlich keiner. Aus der städtische« Waiseupflege. Die nach dem Stande vom 31. März 1914 stattgehabte Zählung der in der Waisenpflege befindlichen Berliner Kinder hat einen Bestand von 9478 Waisenkindern und 65 Pfleglingen des aus Stiftungsmitteln unterhaltenen Kinder- asyls ergeben gegen 8819 Waisenkinder und 69 Asylkinder am 1. April 1913. Die Waisenkinder haben also um 659 zugenommen, eine Zahl, die sich auf 299 ermäßigt, wenn man berücksichtigt, daß von den neuaufgenoinmenen Kindern 366 der Waisenverwal- tung durch die Armendirektion überwiesen worden waren, also sich schon vor der Aufnahme in öffentlicher Pflege be- funden hatten. Außer diesen Kindern sorgte die Waisenverwaltung für 516 junge Leute, die in der Lehre, 353, die im Dienst waren, für 11 erwerbsunfähige, bereits eingesegnete Kinder: für 7 ältere Kinder, die eine höhere Ausbildung aus StiftungS- Mitteln erhalten: für 7 junge Leute, die ein Stipendium aus der Brunöhler Stiftung beziehen, also insgesamt für 894 be- reits eingesegnete Pfleglinge. Wie Fürsten wohne». Der ehemalige Statthalter der Reichslande, Fürst Wedel, hat in Berlin dauernd Wohnung genommen und im Hause Pariser Platz 2 eine Wohnung bezogen. Dieselbe umfaßt rund SO Zimmer, in die in 38 Möbelwagen die Möbel und Ausstattungsgegenstände aus dem Etatthaltevpalais in Etratzburg übergeführt wurden. SV Zimmer für«ine fürstliche Familie! Man halt« folgende Rotiz aus Spandau gegenüber: Eine wohnungslose Familie, ein Arbeiter mit Frau und acht Kindern, hat im städtischen Armenhause vorüber- gehend Aufnahme gefunden; er sollte mit den Seinen auch in den Räumen der früheren Munitionsanstalt untergebracht werden, weigerte sich aber, in diese» Gebäude überzusiedeln, weil sich darin nur«in Kochherd befindet, der von alle« Familien benutzt werden muß." Und da gibt es noch so unzufriedene Elemente wie die Sozial- demokraten es sind, die solche Zustände ungesund finden I Unfälle im Berliner Osthafen. Mit der erfreulichen EntWickelung des Verkehrs im Berliner Osthafen scheint leider auch die Unfallgefahr für die dort beschästig- ten Arbeiter zu steigen. Sind doch allein in der Zeit von Anfang April bis 14. Mai d. I. nicht weniger als fünf Unfälle zu ver- zeichnen, wobei Arbeiter durch bowegliche Lasten oder maschinelle Einrichtungen verletzt wurden. Anfang April verunglückte ein Ar- beiter am Kran 13— er erlitt einen Beckenbruch. Ende April wurden einem Arbeiter am Kran 11 vom Kohle»- greiser drei Finger abgequetscht. Anfang Mai ereignete sich«in weiterer Unfall am Kran IL, wo einem Arbeiter beim Führen beb Greifers ein Glied vom Finger abgequetscht wurde. Einige Tag« später verunglückte an demselben Krau«in ande- rer Arbeiter dadurch, daß er vom Greifer au die Wand gedrückt wurde. Er erlitt einen Beinbruch. Zwei Tage später, am 14. Mai, ist wiederum ein Arbeiter durch «inen Kran verletzt worden, doch konnten wir bislang noch nicht feststellen, welche Art der Verletzung vorlag. Alle diese Unfälle ereigneten sich in den hellen Tagesstunde«. Welche Perspektiven eröffnen sich den Arbeitern da, wenn erst mal Nachtarbeit zur Bewältigung des Berkehr» erforderlich sein sollte. Es ist dringend notwendig, festzustellen, ob auch alle Maß- nahmen zur Verhütung von Unfällen getrosten find. Wirksame Unfallverhütung ist wichtiger als Unfallentschädigung! „Anständige" Behandlung. Einen häßlichen Vorfall konnte man Freitagnacht auf dem Gchlesischen Bahnhof beobachten. In dem dort um 11 Uhr 20 Min. eintreffenden Stadtbahnzuge, der dort sein Endziel hat, waren zwei Arbeiter eingeschlafen. Als der eine infolge Trunkenheit nicht sofort das Kupee verließ und dies auch trotz Aufforderung Vicht tat, packten ihn mehrere Bahnfccamte an den Schultepn und warfen ihn buchstäblich aus dem Zuge hinaus. Auf dem Perron blieb er dann mit dem Gesicht nach unten liegen. Daß ihm dabei keine Verletzung zugestoßen ist, kann eigentlich wundernehmen. Auf die von den zahlreichen Passagieren ausgestotzenen Entrüstungs- rufe drohte der diensttuende, äußerst schneidig auftretende Sta- tionsassistent mit Feststellung der einzelnen Personen. Statt nun die Betrunkenen einfach laufen zu lassen, mutzte auch noch dem Ge- setze Genüge geschehen. Sie wurden, weil sie ihr Ziel überfahren hatten, unter nicht gerade sanftem Händedruck nach dem Stations- bureau gebracht und dann ebenfalls liebenswürdigerweise aus dem Bahnhofe entfernt. Wir glauben sicher, wenn der Eingeschlafen« ein Passagier zweiter Klasse oder ein besser Gekleideter gewesen wäre, wäre man anders mit ihm verfahren; so waren es einfache Arbeiter. Vom Teck des Omnibus abgestürzt. Gestern nachmittag 2 Uhr stürzte der 25 Jahre alte Schaffner Karl Nistch, Schönebcrger Str. 30, der neuen Autobuslinie— b l a u g e l b— vom Deck des Wagens, wo er gerade mit Billett- ausgeben beschäftigt war, in der Neuen Rotzstraßc über das Ge- länder auf das Stratzenpflaster und schlug mit dem Kopfe auf. Der Schaffner wurde in bewußtlosem Zustande nach der Rettungsstelle Am Spittelmarkt gebracht, wo ein« Gehirnerschütterung und schwere äußere Verletzungen festgestellt wurden. Von dort aus wurde der Verunglückte nach der Charitc gebracht. Von der Zkraftdroschke getötet. Van einer.Kraftdroschke überfahren und getötet wurde Freitag abend gegen 7 Uhr der 27 Jahre alle Kaufmann Reinhold Konrad. Ms er gegen 7 Uhr die Voh- und Wilhelmsttatzc mit seinem Zweirad kreuzte, faßte ihn die Kraftdroschke 1A. 7650 und schleuderte ihn mit solcher Wucht auf das Pflaster, daß er sich einen Schädel- bruch zuzog. Der Verunglückte wurde von dem Wagenführer mit der Droschke nach der Unfallstation in der Kronenstraße gebracht. Hier konnten aber die Aerzte nicht mehr helfen, er war schon tot. Der„schwindelfreie" Obermaat, über deffen Streiche und Tod Mir berichteten, ist jetzt festgestellt worden. Der Mann heißt in der Tat Logt, mit Vorname» Otto, war aber nicht Obermaat, sondern fahnenflüchtiger Matrose. Er stammte aus Leipzig und war 24 Jahre all. Vogt brannte vor einem Jahr von der ersten Matrosendivision in Kiel durch und war seitdem verschwunden. Wo er sich die ganze Zeit über herumgetrieben hat, weiß man noch nicht. Kleine Nachrichte». Auf dem Wege zur Arbeit vom Tode überrascht wurde gestern morgen der Schlosser Hans Redmaun aus der Berlichingenstr. 14, ein Mann von 3g Jahren. Auf dem Bahn- hos Beusselsttatze brach er plötzlich zusammen und verschied, wahr» scheinlich am Herzschlag, auf der Stelle.— An der Ecke der Ber- liner und Eisenbahnstraße in Schöneberg wurde eine in ZeitungS- Papier gewickelte Kindesleiche gefunden.— In einem Cafe der Friedrichstadt vergiftet hat sich gestern früh ein Mann, dessen Per- sönlichkeit nicht bekannt ist. Der Unbekannte ist etwa 40— 45 Jahre alt und scheint dem Mittelstande anzugehören. Er trug einen braungrauen Anzug. In seinen Kleidertaschen fand man eine Brille und einen Kneifer, aber- keinen Pfennig Geld. Bewegungsspiele im Freien für die arbeitende Jugend Berlins finden statt: Spielplatz an der Bremer Straße: Mittwochs und Freitags, abends von 7—9 Uhr.— Humboldthain (Rasenspielplatz): Montags und Donnerstags, abends von 7—9 Uhr. — Schillerpark(Rasenspielplatz): Mittwochs 7—9 Uhr abends. Sonntags 4—8 Uhr nachmittags.— Falkplatz(Rasenspielplatz): Mittwochs 7—9 Uhr abends.— Treptower Park (Rasenspielfläche VH): Mittwochs 7—9 Uhr abends. S-nntagS 2—8 Uhr nachmittags.— Tempelhofer Feld: Mittwochs und FreitagS 7— 9 Uhr abends.— Friedrichshain(Rasenspielplatz): ab Montag, den 18. Mai: MontagS und Mittwoch» 7—9 Uhr abends; ab Sonntag, den 14 Juni: Sonntags nachmittags 3—« Uhr. Alle jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen find dazu ein« geladen. Für Spielgelegenheit ist reichlich gesorgt. Die Arbeiter- eitern werden ersucht, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter auf diese Bewegungsspiele aufmerksam zu machen. Vorortnachrichten. Neukölln. Die gefährliche» Jugendibeale. Am Freitag sollte die Neuköllner Jugend in einer unpolitischen Versammlung einen Vortrag über Jugendideale hören. Das Thema hat zwar mit Politik nichts zu tun, nichts destoweniger bietet es der Jugend eine reicheOuelle von Belehrung. Allein wenn man bedenkt, mit welcher Begeisterung einst Johann Gottlieb Fichte die Jugend mit hehren Idealen zu erfüllen strebte, wird man das Thema nicht hoch genug einschätzen können. Der preußischen Polizei schweben an- scheinend grauenhaste Schreckbilder vor Augen, wenn sie von Jugend. idealen reden hört. Entgegen allem Recht und Gesetz verbot sie ei». fach die unpolitische Jugendversammlung. Die heilige Hermandad hat sich nach dieser Mission sicher schlafen gelegt in der Meinung, die Jugend und den Staat vor den gefährlichen Idealen bewahrt zu haben. Doch die Jugendlichen machten die Zusammenkunft trotz der Polizeiaktion möglich. Etwa 700 Jugendlich« lauschten bald darauf den Ausführungen eines Freundes der Jugend über das obige Thema. Sache der Arbeiter»llern muß e« innner und immer wieder sein, ihre Jugend mit dem Geiste der modernen Zeit zu er- füllen, um sie so zu bewahren vor den schädlichen Einflüssen der Reaktionäre und Finsterlinge. ThOrlotte«»«»». Eine» prächtigen Verlauf nahm eine im Volkshan» für die West- Nchen Vororte veranstaltete Versammlung der arbeitenden Jugend. Die Versammlung wies einen Besuch auf, wie er nur bei besonderen Anlässen zu verzeichnen ist. Den beiden Rednern de» Abend», der Frau Dohm-Schuch und dem Reichstagsabgeordneten Dr. Cohn, die in eindringlichen Worten auf die große Bedeutung de? Zusammenschlusses der arbeitenden Jugend hinwiese«, wurde stür- Mischer Beifall gezollt. Die Charlottenburger Liedertafel hatte die Versammlung mit dem Liede Liodeslust eingeleitet und mit dem Liede FrühlingSstürm« beschlossen. Ohne Zweifel wird diese echt proletarische Jugendkundgebung, die von der Polizei unbehelligt blieb, ans die Besucher einen nachhaltigen Eindruck hinter lassen. Köpenick. I» der letzten Stadwemdnetensitzmlg wurde zunächst der an Stelle des Genosse Weber zum Stadtverordneten gewählte Genosse Otto Nickel in fein Amt eingeführt. Weiter nahm die Ver- sammlung Kenntnis'von den Maßnahmen des Magistrats betr. die Eröffnung der Badeanstalt am Langen See, Kolonie Wenden- schloß. Danach wird die Badeanstalt zur Verpachtung auSgeschrie- ben. Sollte jedoch ein zu niedriges Pachtgebot abgegeben werden, so soll die Verwaltung eventuell in eigener Regie erfolgen. Zum Brandenburgischen Städtetag am 25. und 20. Mai in Guben wurde u. a. auch der Genosse Woick delegiert. Tempelhof-Mariendorf. Bolkschor. Getragen von der Erkenntnis, daß nur in der Stärke die Macht liegt, haben sich die Gesangvereine„Freie Sänger- schaft Tempelhos",„Männerchor Mariendorf" sowie der„Frauen- und Mädchenchor Tempelhof" zu einem gemeinschaftlichen Chor zu- sammengeschlossen. Die Vereinigung, die den Namen„Volkschor Tempelhof-Mariendorf" angenommen hat, tagt vom 1. Juni bei Fritz Salein(früher Gratzl) in Marienbors, Chausseestr. 305. Die Uebungsstunden finden statt: Frauen- und Mädchcnchor jeden Mon- tag von 9—11 abends, Männerchor jeden Donnerstag von 9— 11 Uhr abends. Der Verein hat eS sich zur Aufgabe gemacht, sich ganz in den Dienst der Arbeiterbildungsbestrebungen zu stellen. Er appel- liert daher an alle ihm bisher fernstehenden Freundinnen und Freunde dieser Bestrebungen, durch zahlreichen Beitritt den Zu- sammenschluß zu unterstützen. Britz. Das schamlose Treiben eines anscheinend anormal veranlagten kräftig gebauten Mannes bildet seit längerer Zeit eine Gefahr für die Frauen und Mädchen, die die Rungiusstraße passieren. So wurde am Freitagabend gegen 6 Uhr wiederum eine Frau aus der Jdealsiedelung. als dieselbe mit dem Kinderwagen und zwei Kindern die Teltow'analbrücke passierte, von dem entblößten Manne über- fallen. Der Unhold ging so gewaltsam zu Werke, daß der Kinder- wagen umgeworfen und die Kinder auf den Straßendamm fielen. Der Frau gelang es mit Aufbietung aller Kraft sich des Unholds zu erwehren.— Geklagt wird darüber, daß die Ortspolizei gerade in jener Gegend mit ihrem Schutz völlig versagt. Wir müssen an» nehmen, daß die Polizei nach Kenntnis des für Frauen und Kinder gleich gefährlichen Treibens eines solchen Unholdes für den weil- gehendsten Schutz Sorge trägt. Marienfelde. In der letzten Gemeindcvertretersitzung teilte der Gemeinde- Vorsteher mit, daß der Wehrbeitrag im Ort 91 518 M. beträgt. Es sei eine Vermögenszunahme von 2 300 000 M. zu verzeichnen. Bei der Abnahme der neugepflasterten Dorfstraße stellte sich bei 20 Untersuchungen 17mal heraus, daß die Arbeit nicht vertragsgemäß ausgeführt ist. Die Straßenbaufirma Worch u. Co. soll aufgefordert werden, die Straße bedingungsgemäß herzustellen.- Bei der Be- ratung über die Reparatur des Armenhauses beantragte der Ber- treter Gericke, vorher die Gesundheitskommission zu hören. Der Vorsteher war der Ansicht, daß die» nicht zweckmäßig wäre, weil die Kommission wahrscheinlich die Meinung habe, daß das Armen- Haus überhaupt' nicht bewohnbar sei; auch dürfe das Armenhaus nicht so sehr komfortabel ausgebaut werden, da sonst der Zuzug von armen Leuten zu erwarten wäre. Man beschloß schließlich, die Reparatur dem Unternehmer Feuerstack für den Betrag von 1155 M. zu übertragen. Ferner wurde beschloffen, einen Arbeitsnachweis für Dienstpersonal einzuführen. In das Kuratorium der Höheren Schule wurden die Vertreter Fabrikbesitzer Caspary, Direktor Spiller und Kanzleirat Rohloff gewählt. Pfarrer Richter, der hierzu auch vorgeschlagen war, blieb in der Minderheit. Schmargendorf. I» der Mitgliederversammlung de« WahlvereinS wurde an Stelle des Genossen Busse, der den Ort Verlasien hat. Genosse Jrmisch als Kassierer gewählt. Zur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Reck u. Schmidt delegiert. Unter Verschiedenem wurde beschlossen, die Agitation für den Konsum endgültig im Juni vorzunehmen. Hohen-Schönhausen. „Die Bedeutung des Kinderfchutzes" lautete das Thema, welches Genossin Demmning in einem einstündigen Vortrag in der gut besuchten Mitgliederversammlung der hiesigen Bezirksorgani- sation behandelte. Auf den folgenden Frauenleseabenden wird ein Vortragszyklus abgehalten werden über:„Die Frau und der Sozialismus". Referentin ist Genossin Demmning. Der nächste Frauenleseabend findet am Dienstag, den 9. Juni, abends 8% Uhr, im Lokal des Genossen Fritz Reyher, Berliner Str. 98, statt. Netnickendorf. Bei der am Freitag stattgefundenen Wahl der Gewerbe» gerichtsbei sitzer wurden gewählt von den Arbeitueh» m e r n die Kandidaten des GewerkschaftskartellZ, die Genossen Scharff, Feh, Ladner und Lorenz. Bei der A r b e i t g e b e r w a h l siegte im 3. Bezirk der Genosse Tost und in den anderen beiden Bezirken die bürgerlichen Gegner. Schönow(Kreis Niedcrbarntm). Laut Beschluß der Gemeindevertretung soll das Straßenland in der Friedrich, und Wiesen straße von den Anliegern an die Gemeinde aufgelassen werden. In dem am Freitag veröffentlichten Gemeindebericht war irrtümlich von einer Friedrich-Wilhelmstraße die Rede. Wittenau-Borfigwalde. Mit der Gründung eines Frauen- und Mädchenchor» wird sich eine am Dienstag, den 19. Mai, abends SVi Uhr, in den„Borsig- walder Festsälen" stattfindende öffentliche Versammlung oeschäftigen. Stimmbegabte und sangeskundige Frauen und Mädchen der Ar- beiterklass«, die Mitglieder des Gesangvereins werden wollen, sowie alle Freunde des ArbeitergesangeS werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Mariendorf. Dienstag, den 19. Mai. nachmittags 5 Uhr, in der Aula des ResormrealgymnasiumS. Kaisersttatze 17/20. Tegel. Montag, den 18. Mai, nachmittags S Uhr, im Rathaus«. Tempelhof. Montag, den 13. Mai, nachmittags Sst, Uhr, im GemeindefitzungSzimmer, Dorfstt. 42. Dies« Sitzungen find öffentlich. Feder Gemeindeangchöttge iß be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Jngendveranstaltunge». KöPeniA. Segen Beerdigung de» Genossen Gustav Heinrich fällt die Spielpartte der Jugend nach Pfcrdebucht aus. Rnderverek»„Kollegia- begeht heute 17. Mai sein diesjähriges An- rudern, verbunden mit der Eiowcihuuq seines neuen BöstShanses: Gäste willtommen. Bootshaus: Tieswerder bei«paydan. Gerichtszeitung. Bestraster Aberglauben. Die Tatsache, daß Angehörige der gebildeten Stände es einer ungebildeten Zigeunerin möglich gemacht hatten, sie mit Hilfe eines.Wahrsagertricks" zu betrügen, kam in zwei Verhandlungen zur Sprache, welche die Berufungs- strafkammer beschäftigten. Angeklagt wegen Betruges war ni dem ersten Falle die Zigeu- nerin Albertm« Laubinger. Die Angeklagt«, welche mit Spitzen handelt, kam eines Tages zu einer Frau D„ die in einem Vorort eine kleine Villa besitzt. Als die listige Zigeunerin durchblicken ließ, daß sie auch in der Kunst des Wahrsagens bewandert sei, war glei. h Frau D. Feuer und Flamme, einmal einen.Blick in die Zukunft" zu tun. Auf Anordnung der L. mußte sie ihr sämtliches Geld, welches sie im Hanse hatte, herbeiholen und aus einem Tisch aus- breiten. Nachdem die braune Dame mit dem üblichen Hokuspokus das Zauberwort„Bdrncadabra" ausgesprochen hatte, setzte sie die Geldstücke zu allen möglichen geheimnisvollen Figuren zusammen. Bei dem Unsinn, den sie nun„wahrsagte", spielte, wie gewöhnlich, ein blonder junger Mann, ein Brief u. a. ein« Rolle. Nachdem sich die Zigeunerin dankend und knixend entfernt hatte, kamen der D. doch Bedenken. Sie zählte ihr Geld nach und entdeckte das Fehlen eines Zehnmarkstückes. Die Zigeunerin wurde eingeholt und ihr das Geldstück wieder abgenommen. Das Schöffengericht hatte die Angellagte zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Di« Strafkammer beließ es bei dieser milden Strafe mit der Begründung, daß eigent- lich auch diejenigen Leute, die in dem Zeitalter der Aufklärung noch auf einen derartigen Mumpitz hineinfallen, auf die Anklagebank gehörten. Auch in dem zweiten Falle handelte eS sich um eine Zigeunerin namens Anita Weiß, die eine alte Dame und deren Tochter um mehrere hundert Mark geprellt hatte. Die Angeklagte wurde eines Tages in Schildhorn mit der Rentiere F. bekannt. Im Laufe des Gesprächs kam die W., nachdem sie gesehen hatte, daß die Tochter mehrere Warzen an den Händen hatte, darauf zu sprechen, daß sie auch in der Heilkunst erfahren sei und insbesondere lästig« Warzen entfernen könnte. Sie wurde daraufhin von den beiden Frauen nach ihrer Wohnung bestellt, wo die Zigeunerin einen schwarzen Zwirnsfaden mit so viel Knoten versah, wie Warzen vorhanden waren. Dieser Faden wurde dann unter allerlei Hokuspokus ver- bräunt. Als die Warzen nicht weggingen, mußte Frau F. ihr ganzes Geld in einen Steinguttopf tun, nachdem die Zigeunerin das Geld selbst in ein mit geheimnisvollen Zeichen bedecktes Papier einge- wickelt hatte. Die Warzen waren nicht verschwunden, dagegen aber die Zigeunerin und mit ihr die angeblich in das Papier eingewickelten 327 Mk. Das Gericht vrurteilte die Angeklagte zu 3 Monate» Ge- fängniS. Man sieht, formale Bildung schützt vor Dummhett nicht. Die Leiden eine« StiesikinbeS. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte hatte sich gester» eine Frau Ida Wolf, geb. Bcllach, wegen Kiudesmißhandlung zu ver- autworten. Die im 40. Lebensjahr stehende Frau wurde beschul- digt, ihr jetzt achtjähriges Stiefkind Dora mehrere Jahre hindurch fortgesetzt schwer mißhandelt zu haben. Diesbezügliche Beobach- tungen waren schon im Jahre 1911 gemacht worden, als die Ehe- laute Wolf im Hause Wiesenstr. 60 wohnten. Nachdem sie später in das Haus Kolberger Str. 17 gezogen waren, wurde auch hier be- merkt, daß die kleine Dora Schlimmes zu erdulden hatte. Tie Kinderschutzkommifsion macht«, sobald sie Kenntnis davon erhielt, die ersten Ermittelungen— und bei einer Besichtigung des Kinde» wurde der Verdacht einer groben Ueberschreittmg des Züchtigung», lachte« zur Getvih'heit. Hinterher griff«ich der Berein zum Schutz der Kinder gegen Misthandlung und Ausbeutung ein, und die gegen Frau Wolf eingereichte Strafanzeige führte dann zur An- klageerhebung. Die Angeklagte behauptete vor Gericht, sie habe das Kind, weil eS fchr ungezogen war. nur manchmal geschlagen, z. B.„so'n bifechen mit dem Federpuschcl gehauen". Daß sie, wie die An- klage ihr vorwarf, die Kleine auch misthandelt, sie an den Haaren gerissen und gegen den Wasserleitungsausgutz gestoßen habe, sei unwahr. Der Vorsitzende stellte fest, daß inzwischen bereits das Bormundschaftsgericht dem Bater, der daS Kind aus seiner ersten Ehe mitgebracht hatte, das Sorgerecht entzogen hat und Dora in fremde Pflege gegeben worden ist. Begründet worden sei das damit, daß der Vater von den Mißhandlungen des Kindes gewußt, aber nicht für Abhilfe gesorgt habe. Die Beweisaufnahme ergab ein erschütterndes Bild der Leiden eines Kindes. Man habe, bekundeten verschieden« Zeuginnen und Zeugen, die kleine Dora eigentlich fast nie ohne blaue Flecken gesehen. Ihr sei verboten- gewesen, mit Hausbewohnern zu sprechen. Wurde sie gefragt, wovon die Flecken waren, so habe sie verschüchtert geschwiegen oder ängstlich geantwortet:.�Jch darf es nicht sagen."„Ich muß sagen, daß ich mich gestoßen habe oder ge- falle« bin," bekannte sie einmal einer sie ausfragenden Frau. Ganze Stunden habe Dora manchmal still äuf dem Flur vor der WohnungStür gestanden, auch bei bitterer Kälte, und habe ge- wartet, bis ihr zaghaft leises Klopfen endlich Gehör fand und die Tür sich ihr öffnete. Ost habe man drinnen sie weinen und jammern gehört, und mal sei ihr Geschrei bis auf die Straße ge- drungen, so daß Passanten stehen blieben und ihre Verwunderung äußerten. Eine Flurnachbarm litt unter dem, was fi« hören und sehen mußte, so schwer, daß sie öfters mitweinte und andere bat, für Abhilfe zu sorgen. Diese Zeugin erklärte vor Gericht, daß sie mit Frau Wolf befteundet gewesen sei und sie sogar heute noch gern habe. Sie habe eS aber nicht mehr mitanzusehen vernwcht, wie Frau Wolf in ihrer Wut das Kind packte und schüttelte, wie sie eS hin und her stieß, mit Fäusten drauflos hieb und«s an den Haare« riß. Diese Zeugin hat Blutspuren, die sie auf Mißhand» lung deS Kinde» zurückführt, vor ihrer Küchentür und aus der Treppe bemerkt. Einmal ftagte sie die Frau Wolf, was denn Dora heute wieder gemocht habe.„Da» AaS hat mich betrogen und genascht!" schimpfte Frau Wolf. Als Aasstück, Saustück, Miststück" habe sie das Kind oft bezeichnet. Dora sei der Stief- mutter schon immer in weitem Bogen scheu ausgewichen. Eine andere Mitbewohnerin deS Hauses traf daS Kind mit enge- schtvollenem Gesicht, blutend aus Nase und Mund. Einmol zeigte sich die eine Hälfte des Gesichtes schwärzlich unterlaufen, und noch ehe diese Spuren ganz geschwunden waren, bemerkte die Zeugin einige Zeit später schon wieder eine ähnliche Blutunter- laufung auf der anderen Gesichtshälfte. Eine Zeugin bekundete, in der Wiesenstraße von ihrer Wohnung aus beobachtet zu haben, wie Frau Wolf daL Sind„an die Wand schmiß". Auch der Onkel deS Kindes, ein Schwager.der Angeklagten, hatte Mißhandlüngs- spuren bemerkt, Blutunterlaufung der Stirn, Risse am Ohr. Frau Wolf antwortete ihm, Dora stoße sich eben überall, und bei dem Bruder richtete er mit seinen Borhaltungen ebensowenig aus. Als zu schlapp bezeichnete er ihn vor Gericht. Eine genaue Schilderung des Zustande», in dem man da» Kind gefunden hatte, gaben eine Helferin und«in Kontrolleur der Kinderschuhkommisfion und ein Kriminalbeamter. Der Staatsanwalt führte aus, die Angeklagte fei überführt, das Kind mit ganz unmenschlicher Grausamkeit behandelt haben, die auf einen hosHafien Eharakter schließen lasse. Er be- antragte 1 Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung. Die belastenden Aussagen hielt der Verteidiger, Rechtsanwalt Spuhl, für Hausklatsch, phantasievolle Uebertreibung, entstanden aus Feindseligkeit. Der Ehemann sei aus der sozialdemokratischen Partei ausgetreten, das trage man ihm nun nach.(Unsere Er- Mittelungen haben nicht ergeben, daß Wolf seinen Austritt aus der Partei erklärt hätte.) Der Verteidiger beantragte Freispruch oder zu vertagen, um einen Arzt darüber zu hören, ob nicht die an dem Kind bemerkten Wunden auf eine Krankheit, etwa auf skrofulöse Anlage» zurückzuführen seien. Das Gericht wies diesen Antrag ab, weil man die blauen Flecken und blutunterlaufenen Striemen nur aus Mißhandlung erklären könne. Die Beweisaufnahme habe systematische Miß- Handlungen ergeben, rohe Mißhandlungen eines wehrlosen Kindes. Auf den phantasicvollen Einfall, die Angeklagte als«in Opfer politischen Hasses hinstellen zu wollen, ging die Urteilsbegründung mit keiner Silbe ein. Das Urteil lautete auf S Monate Gefäng- nis, auch ordnete das Gericht sofortige Verhaftung an. Sriefkaften öer Reüaktion. Die iuriftische Sprechstunde findet Liaden st raste 69, dorn vi» Treppen — Fahrstuhl—, wochrntäglich von fA bis 7V4 Uhr abends, Sonnabends, do» ihi bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wirb nicht erteilt. Anfragen, denen keine Adonnementsgnittnng beigefügt ist, werde» nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Mit Rücksicht auf die vielen Anfragen in Steuerange- legenheiten verweisen wir noch besonders auf den in der Borwärts-Buchhandlung erschienenen„Führer durch das Ein- kommensteurrgesetz"(Preis 30 Pf.). 52. R. Ä. Falls die Wohnung nicht weiter vermietet wird, sind Sie zur Zahlung des Mietszinies verpflichtet.— F. B- 40. Die Kündigung ist zulässig,— G. K. 100. Sic sind zur Zahlung der vereinbarten Raten zu den Fälligkeitsterminen verpflichtet. Der Verkäuser könnte Klage er- heben.— W. U. 74. Falls das Testament fonngültig ist, haben die Geschwister keine Ansprüche. Kommen Sie mit dem Testament zum Zwecke der Nachprüsung in die Sprechstunde.— W. B. 1S14. t. u. 2. Rein. 3. Erzwingen können Sie das nicht. Es kann nur bei der Armen« Verwaltung für den Fall, daß Armenunterstützung bezogen wird, ein dahingehender Antrag gestellt werden.— Jantt«, Lichtenrade. Der tatsächliche Reinverdienst wird zugrunde gelegt. Die Zlusgaben für die genannten Zwecke sind abzugssähig vom Bruttoverdienst. C. C. 27. 1. Nein. Sie haben die uebcrmittelungspflicht.— 91, 74. I. R. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Beifügung der Satzungen der Krankenkasse und unter Mitteilung des Tages, an dem Sie entlassen sind.—' A. A. 2. t. An die Handwerkskammer. 2. Am zweckinäsiigsten ja. 3. An seinen Hauptmann.— K. 55. Ja.— M. S. 50. 1. Sie können vom Wirt Abhilfe verlangen. 2. Ob der Vertrieb im Interesse von Stellungslose» geschieht, können wir nicht scslstcllen. DaS Geschäftsgebaren der Firma ist übrigens im.Vorwärts' bereits wiederholt besprochen worden.— G. 86. Nein, da daS Gesetz nicht so weit zurückliegende Wirkung hat.—<&. ft. 3. Wir halten eine strafbare Handlung nicht sür vorliegend.— I. S. i. Ja, Verjährung tritt erst nach Slblaus von drei Jahren ein. 2. Eine Bcslrajung wird nicht zu erzielen sein. Jedoch mutz nach Ihrer Darstellung die Klage abgewiesen werden.— H. T. R. a) Eine dahingehende Vereinbarung, zu der Ihre Zustimmung alS Ehemann not- wendig ist, ist im Verhältnis zwischen den beiden Erben rechtswirksam. b) Ja, wenn die Umschreibung deS Grundstücks auf den Namen de« Vaters erfolgen soll, o) Ja, soweit Ihre Frau in Frage kommt, ck) u. e) Die Sparkasse kann Vorlegung eines ErbscheinS, aus beide Erben lautend, der- langen. I) u. g) DaS ist notwendig, wenn Ihre Frau von der Haftbarkeit besrest werden will,— A. S. 452. Zur Annahmeverweigerung und zur Rückforderung der Anzahlung find Sic nur dann berechtigt, wenn sich durch Sachverständigengutachten die Schädlichkeit des Schutzmittels nachweisen läßt. Der Rückzahlungsanspruch würde eventuell durch Klage beim Ambxiericht geltend zu machen fem.— A. F. S8. Erfolg zweisclhast. Matzke, Neuköll«. Wir halten Sie persönlich nicht sür zahlungspflichtig. Ob Ihre Schwester dazu verpflichtet ist, kann nicht beurteilt werden, da-.I»te Höhe dz» Mnkominm» derselben nicht angegeben ist. M.®. 4» Sie. können unter Setzung ein« Frist«bstelkung der Mstngek bezw NeuKeferung deS Spiegels verlangen und androhen, daß Sie nach Zlblauj der Frist Klage auf Zurücknahme erheben werden. Eine solche Klage bat Aussicht aus Erfolg. Zur Zahlung einer besonderen Entschädigung halten wir Sie nicht sür verpflichtet. Sie würden allerdings zur Bezahlung der Abnutzungskosten verpflichtet sein.— O. R. 100. 1. u. 2. Ja. 5t. 48.]. Ja, und zwar von der Landesversicherungsaiistalt den Beirag, den die Krankenkasse zu leisten verpflichtet wäre für den Fall Ihrer Krankenhausbehandlung. 2. Die LandesversicherungSanstalt kann die Leistungen erhöhen. Für die Ansprüche an den Verband sind hie Satzungen maßgebend. 3. Weitere Rechtsansprüche stehen nicht zu. Ihre Frau kann eventuell Armenunterstützung beantragen.— W. tt. 93. 1. Rein. 2. Sie können aus den Pflichteil— Hälfte des gesetzlichen Erb« teils- gesetzt werden.— F. A. 40. Dazu wären Ihre Eltern befugt. — R. M. 29. DaS ganze Jahreseinkommen' falls Ihre Frau noch crwcrbSlätig ist.- im verstrichenen Jahr infolge Arbciislosigkeit des JahreSarbcitSvcrdicnstcs verlustig gegangen sind. Alsdann wird das mutmaßliche Einkommen des laufenden Steuerjahres der Veranlagung zu« gründe gelegt. Sic können aber noch jetzt wegen des infolge Erwerbs- lojigkeit entgangenen Arbeitsverdienstes Steuererlaß bezw. Ermäßigung de- aniragen.— L. S. 321. 1. Nicht erforderlich. 2. Sie können durch einen Rechtsanwalt die Klage aus Wiederherstellung der ehelichen Gememschast erheben lassen. Der Klage muß ein Sühneversahren vorausgehen.— X. J). Z. Nicht strafbar, weil die Anmeldung nach dem Gesetz ja nicht anders zuläsfig war. Der Ehemann hat jedoch das Recht, die Klage aus Außerehelichkeitserklärung zu erheben, falls nicht bereits mehr als ein Jahr verstrichen ist, von dem Zeitpunkt ab gerechnet, wo der Mann von der Ge- burt Kenntnis erhalten hat.— W. 84. Ja.— Sch. 9ir. 99. 1. u. 2. Dadurch erledigen sich die übrigen Fragen.— W. W. U. 88. Rein. — Z. 136. Der Reichstag hat 397, daS Abgeordnetenhaus 448, das Herrenhaus etwa 400 Mitglieder. Der Bundesrat hat St Bevollmächtigte, diese werden von den Einzelstaaten bevollmächtigt und können jederzeit abberufen werden. Ein Abgeordnetenmandat dauert fünf Jahre. Wer der meistbeschästigte Rechtsanwalt ist, läßt sich nicht feststellen.— M. T. 39. Nein.— F. 1, Nein. Wenden Sie sich an die StistungSdeputatiou des Magistrats Berlin, Poststr. 16.— B. T. 67. Kursus in der Charits vom 1. Oktober bis Ende März. Meldung zur Erlangung eines VorprüsungS- Zeugnisses bei dem sür Ihren Wohnort zuständigen Kreisarzt und dem- nächst beim König!. Polizeipröfidium. Kosten annähernd 300 M.— F. P. F. 23. Richten Sie das Gesuch direkt an die Leitung der Anstalt. — i. 12. Sprechen Sie mit dem Rektor der Schule.— F. Z. 100. 1. ESmarchstr. 4. 2. Camphausenstr. 20.— B. H. 65. Fragen Sie an bei der Zcntralkommiision der Krankenkassen, Berlin, Alexanderstr, 39/40.— — St. 59.§ 172 RcichsstrasgesetzbuchS setzt das Strasmaß sür Ehebruch fest, DaS Strasmaß schwankt zwischen 1 Tag und 6 Monaten GesängniS. Die Verfolgung tritt nur auf Antrag des unschuldigen Teils ein,— W. I. 14. Unseres Erachtens nein.— A. W. 66. Ja, wenn die '" das Vormund« nur beurteilen. WW eftte Ehewohnsitz gewesen ist,'—' C. H. 24. Ja, für die Dauer von drei Monaten,— W. P. 6. 1. Ja, beschweren Sie sich beim BersicherungSamt, Kloster- straße 65/67. Ein Rechtsanspruch daraus besteht nicht.— W. R. 23. 1. Eigenhändig geschriebenes, mit Ortsbczcichnnng, Datum und Unterschrist versehenes, privatschriftliches Testament ist gültig. 2. In einem solchen Falle ja. 3. Das ist zulässig, aber nicht absolut notwendig.— R. 2. 38. 1. und 2. So weit ersichtlich, ist die Klage aussichtslos, 3, Eine derartige Schenkung, wenn gleichzeitig die körperliche Uebergabe erfolgt ist, ist rechtsgültig. Bleibt der«chcnker im Bcfitz, so muß ein Schens- versprechen, um RechtSwirksamteit zu haben, zu notariellem oder gerichtlichem Protokoll erklärt sein,—. 9)1. R. Wald 22. Die Sachdarstcllung reicht nicht aus, kommen Sic in die Sprechstunde. — Paul Menzel, Groß-Räschen 194. Wenn das Bildnis in der be> zeichneten Ausführung bestellt war und dies nachweisbar ist, können Sie beim Amtsgericht KoltbuS Klage erheben.— B. Ttr. 34. 1. Beantragen Sie bei der Landesverstchcrung Ausstellung von Duplilaten. Sie müsfcn aber die Bescheinigungen der Arbeitgeber darüber, daß BcrsichcrungSmarken in d» fraglichen Zeit geleistet sind, beibringen. 2. Zu beziehen durch die Berliner Jllustrationsgefellichaft, Königgrätzer Str. 62.— Weddiug 109. 1. und 2. Die Sachen sind Ihr Eigentum. 3. Für die Schulden hasten Sic persönlich nicht.— Pasteur. Die Forderung erscheint nicht einklagbar. — Sch. 35. Zur Abgabe der löschungSsähigen Quittung ist der Gläubiger verpflichtet, sobald er Zahlung erhalten hat. Die Kosten gehen zu Lasten deS Eigentümers, falls nicht anderweite Berembarung getroffen wird.- — W. 90. Das ist uns nicht bekannt.— F. B. 14. Setzen Sic sich uerst mit Ihre,/ Bcrussorganifation in Verbindung, lieber die Berhällnissc ürsten Sie'IA dap' TenIrÄe'sür AWlvaMerrr, Am Karlsbad 9/10, näher« �tuSkunst erhalten. ffiTirnriw" i.niniiW' ni-nr Iiiir-I------------in--- 1 ■ CO. 0rigooo�v 10.«' Defge O�evreou; 8, Oo -(boodyM 11,(50 . FcinCtc Aasfuhrg 16,501 # T Tenrn5-G)Cliuhe eue Modeile fcacröfnang darawhsb:FincdiVLChfii: �König-Strasse 34 Oranien- Strasse 47a Müller-Str 3& |Leipziger Strasse 63 Oranien» Strasse 34 Neukölln, Bergstr?/� )|avfe�eq �Strasse 20 Friedenau, Rheinstf 14 Moabit. 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KcilM des Jorfflärts" ßtrlintt NildsM Reichstag. 2Sg. Sitzung. Sonnabend, den 16. Mai ISU. vormittags 10 Uhr. Am Sundesratstische: Dr. D e I b r ü ck. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung dcS Etats für üen Reichstag. _ Zwei Resolutionen B a s s e r m a n n(natl.) und Genossen fordern frere Eisenbahnfahrt für die Abgeordneten während der ganzen tiegislaiurperiode und die Einsetzung einer besonderen Kommission Handel und Gewerbe.— Eine Resolution Behrens iWirlsch. Vg.) verlangt die Einsetzung einer Kommission für Sozialpolitik und Arbeiterfragen. Abg. Lcdebour(Soz.): Der Etat des Reichstags gibt uns Gelegenheit, über die ganze Art der Erledigung der Reichstagsgeschäste zu sprechen. Die Un- nioglichkrn, den Etat rechtzeitig zu verabschieden, und den übrigen vorliegenden Gesetzesstofi aufzuarbeiten, wächst sich von Jahr zu .;ahr mehr zu einer wahren Kalamität aus. Ihre Ueberwindung ist keine Parteifrage. Alle Parteien des Hauses haben ein Jnteresie daran, die Arbeitsfähigkeit des Reichstages und die Elastizität seiner Geschäftsführung zu erhöhen. Wir haben in dieser� Beziehung ja gewisse Fortschritte durch Einführung der kleinen Anfragen und dergleichen erreicht, aber das Diätenge setz schränkt die Bewegungsfreiheit des Reichstages in gefährlicher Weise ein. Seine Bestimmung, daß die erste Diätenzahlung am 1. Dezember und die letzte vor der Schlustrate am 1. Aprrl er- folgt, hat zur Folge, daß der Reichstag fast nie vor den letzten Dezembertagen einberufen wird, und daß im Quadrat der Eni- fernung vom 1. April der Feriendrang immer stärker wird, bis er Ende Mai eine unwiderstehliche Kraft erlangt. Dadurch wird bie Disposilionsfreiheit des Reichstages in der Erledigung seiner Geschäfte vollkommen aufgehoben. Erweift es sich einmal als ganz unmöglich, die Arbeiten rn der genannten Zeit zu erledigen, dann mutz ein besonderes Diätenge setz für den Einzelfall den Reichstag zusammenhalten. DaS ist schon vorgekommen und kann jeden Tag wieder vorkommen, und ist schon an sich ein genügender Beweis, dost das Diätengesetz unrichtig formuliert und nicht genügend «lastisch ist. Die ReichslagSarbeit wird durch die Wirtschaft» liche � Entwickelung und Deutschlands Hineinziehen in Welt- politische und kolonialpolitische Fragen naturgemäß von Jahr ZU Jahr umfangreicher. Aber infolge des Diätcngesetzes fehlt die Möglichkeit, den zunehmenden Beratungsstoff Vernunft» gemäß einzuteilen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) DaS Diätengesetz wirkt auf eine Berkiirzung der Zahl der Arbeits- tage und eine Verlängerung der Arbeitsstunden hin. Vor dem Diätengesetz war eine Plenarsitzung von mehr als 6 Stunden Dauer eine außerordentliche Seltenheit, jetzt wächst die Sitzungsdauer von Session zu Session. � Dabei sind 5 Stunden Plenarsitzung vollkommen hinreichend für den, der wirklich an der ReichslagSarbeit teilnimmt, besonders� wenn er vorher drei Stunden Kommissionssitznng gdffibt hat. Denn in der Kommission kann man sich unmöglich der Arbeft so entfremden wie im Plenarsitzungssaal, wo überall Gruppen um- Hersteben und sich unterhallen und aufpassen, daß sie die richtige Zeit für das Mittagessen niwt verpassen. lGroße Heiterkeit.) Acht Stunden Sitzungsarbeft ist da« höchste, was der Reichstag leisten kaum(Sehr wahr!) Diese Zeitdauer wird setzt fortgesetzt ungeheuer überschritten, namentlich gegen Ende der Session oder des Sessionsabschnittes wird zusammengedrängt und durchgepeitscht, was noch irgend hindurchgehen will. Für die ganze dritte Etats- lesung sollen wir diesmal einen Tag haben.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Soz.) In einem früheren Jahre haben in der dritten Lesung bei der Generaldebatte die bürgerlichen Patteien in wunderbarer Enchaltsamkeit sämtlich nicht das Wort ergriffen. Dabei soll die dritte Etatslesung das Gesamtergebnis der Etatsberatungen ziehen und die politischen Konsequenzen daraus ableften. Die jetzige Verhandlungsmethode ist mit den Zwecken des Reichstages jedenfalls nicht in Einklang zu bringen. Bei der ersten und dritten EtaiS- lesung und bei der zweiten Lesung des Etats des Auswärtigen Amtes und des Reichskanzlers soll er in Abständen von je ein paar Monaten Gelegenheit zur Erörterung der wichtigsten politischen Fragen haben. Durch die Zusommendrängung des Reichskanzler- «latS mit der dritten Lesung wird ihm eine dieser großen Gelegen- heiten geradezu genommen. Ich kann nicht begreifen, daß hervor- ragende Mitglieder des HauseS darin gelegentlich noch einen Vorteil für den Reichstag erblicken wollten. Dazu kommt, daß die K o m m i s s i o n s b e r i ch t e jetzt in Stücken vor daS Plenum gebracht werden, daß die Etats hier in der zweiten Lesung eröltert werden, che sie in der Kommission erledigt sind. Alle diese Uebel» stände werden von Jahr zu Jahr schlimmer und schädigen die ganze Reichstagsarbeit. Die Abgeordneten werden bei der gegenwärtigen Geschäftsführung überbürdet und abgehetzt.(Vielfaches Sehr wahr!) Denn der Ab- geordnete muß ja nicht nur hier seine Stunden absitzen, sondern sich doch auch auf die Sitzungen vorbereiten. Es sollte unverbrüchliches Gesetz sein, daß nach 6 Uhr abends im Reichstage nicht mehr der- handelt wird.(Vielfache Zustimmung.) Aus Rücksicht auf die Ab- geordneten, aus Rücksicht aus die Beamten und auü Rücksicht auf die Presse.(Sehr wahr.) Die ReichStagSbeamten haben jetzt vielfach einen zwölf stündigen Arbeitstag. Auch die Pressevertreter können nicht einfach davonlaufen, wie wir Ab- geordnete, sondern müssen dauernd auf dem Posten sein. Dabei ist ihr Amt an sich aufreibend und schwierig genug.(Sehr wahr!) Ich habe mit Freude gehört, daß die Herren von der Presse bereits den Beschluß gefaßt haben, diese Ueberbürdung künftig von sich a b z u- wehren. Die Schuld an all diesen Mißständen trägt in erster Linie da« Diäteugcsetz. Die Einführung von Tages» diät en würde dem Reichstag die volle Dispojitions- freiheit geben. Aber auch cmc andere Verteilung des Pauschales mit gleichmäßigen Monatsraten könnte schon Besserung schaffen. Ich will auf die Einzelheiten nicht eingehen, weil ft, diesem Stadium der Geschäfte ein praktischer Erfolg doch nicht mehr zu erzielen ist. Aber zu Beginn der nächsten Session sollte ein gemeinschaftlicher Initiativantrag aller Parteien die Reuregelung des Diätenwesens herbeiführen und die geschilderten Uebelstände abschaffen.(Lebhafte Zustimmung.) Bei dieser Gelegenheit sollten wir dann auch die Ausdehnung der F r c i f a h r t k a r t e ii auf die ganze Session durchsetzen. Es ist des Reichstages nicht würdig, daß die Regierung oder Anhänger der Regierung die Möglichkeit haben oder zu haben glauben, den Reichs- tag durch die Inaussichtstellung der Vertagung, die den Abgeordneten die Freiiahrlkarten läßt, zu beeinflussen. Der Reichstag in seiner Gesamtheit ist allen derartigen Insinuationen auf das ent- fchiedenste entgegengetreten. Aber daß überhaupt jemand glaubt, auf die Abgeordneten durch Gewährung von Vorteilen einwirken zu können, ist ein unhaltbarer Zustand. Wenn die Regierung sich nicht dem Verdacht aussetzen will, daß sie auf diesem Wege etwas er- reichen möchte, was fte auf legitimem Wege nie erreichen könnte, sollte sie. dem nahezu einstimmtgen Verlangen des Reichstags ent- sprechen, die Frcifahrlkartcn für die ganze Dauer der Legislatur zu geben.(Lebhafter, allgemeiner Beifall.) Zugleich mit der Aenderung deS DiäiengesetzeS müßte die Regierung ihre Praxis ändern, uns die Gesetzentwürfe und Denkschriften erst im letzten Augenblick zuzustellen. Roch vor der Budgetberatimg kouuteu eine ganze Reih« von Gesetzen verabschiedet werden, unter denen jetzt der SesfionS- Ich iuß ei« Gemetzel i wie beim bethlehemitifchen Kindermord veranstaltet.(Sehr wahr! und Heiterkeit.) Gegenwärtig weiß der Reichstag nicht, was heute und was morgen geschieht, und die Abgeordneten wissen es erst recht nicht. Jede Möglichkeit deS Disponierens hat aufgehört.(Sehr wahr!) Wir sollten alle zusammenwirken, um im Jntereffe des Reichstag«, der Abgeordneten, der Beamten, der Preffe und unseres ganzen politischen Lebens mit Beginn der nächsten Session eine gründliche Befferung dieser Zustände herbeizuführen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Thoma(natl.): Als selbst ausübender Stenograph und Mitglied der Kommission für die einheitliche deutsche Stenographie muh ich um Berbefferung der Dienstverhältnisse unserer Stenographen bitten, deren unermüdliche Arbeit wir als eine Selbswerständlichkeii fast mit Mißachtung hinnehmen. Ich will den Brauch nicht verletzen, dem Präsidenten in inneren Vcrwältuiigsangelegenhciten des Reichs- tages keine Weisungen zu geben, aber die Verantwortung dafür, daß seit Jahren die berechtigten Wünsche der Stenographen�ab- gewiesen werden, trägt doch schließlich der Reichstag.(Sehr wahr! links.) Wenn der Verkehr zwischen Präfidenten und steno- graphischem Bureau durch Zwischenglieder gestört werden, so müssen diese eben beseitigt werden. ES fehlt an jeder Regelung der An- stellungsbedingungcn, an eine einheitliche Dienstanweisung und an einer feststehenden Amtsbezeichnung. Die ausgezeichnete Zusammen- setzung des Bureaus aus 31 Personen, darunter 14 Herren mit akademischer Vorbildung, ist unter diesen Umständen als zufällig, als nicht genügend garantiert zu bezeichnen. In Oesterreich, Bahern — wo der Vorsteher des stenographischen Bureaus den Titel eines Geheimen Regierunasrats, der erste Stenograph den Professoren- titel führt— und Sachsen ist die Stellung der Parlamentssteno- graphen fest geregelt. Wir sind es der treuen und schwierigen Mitarbeft der Stenographen schuldig, für die Hebung ihrer gesell- schaftlichen und rechtlichen Stellung einzutreten.(Lebhafter Beifall.) Präsident Kaempf: Weder von den Stenographen noch über die Stenographen ist mir irgendwelche Beschwerde zugegangen. ES versteht sich von selbst, daß ich die Wünsche der Stenographen zu prüfen und nach Mög- lichkeit zu erfüllen mit Eifer bestrebt sein und mich dabei der Mit- Wirkung sachkundiger Mitglieder de? HauseS bedienen werde.(Leb- haster Beifall.) Abg. List-Eßlingen(natl.): Abg. Ledebour hat über die Geschäftslage des Hauses geklagt. Ein großer Teil der Schuld trifft unzweifelhaft die Regie» r u n g, die in vorgerückter Zeit mft einer Anzahl wichtiger Entwürfe gekommen ist.(Lebhafte Zustimmung.) Das schöne Ideal Ledc- bourS, der parlamentarische Achtstundentag mit zirka dreistündiger Kommissions- und zirka fünfstündiger Plenarsitzung wird bei der Häufung deS Arbeitsstoffes schwer durchführbar sein. Gewiß ist das Tiätengesetz unvollkommen, aber wir sollten uns doch fragen, ob nicht auch unser allzu großes Redebedürfnis an der ungünstigen Geschäftslage schuld ist.(Heiterkeit und Zustim- mung.) Wenigstens sollte aber für ein gutes Essen gesorgt werden. sZuftimmung und stürmische Heiterkeit.)— Redner be- gründet die Resolution auf Gewährung von Freifahrtskarten wäbrend der Dauer der ganzen Legislaturperiode. ES ist von aller- größtem Werte, daß die Parlamentarier möglichst viele Teile des deutschen Vaterlandes aus eigener Anschauung kennen lernen. Die Einwürfe gegen diese Forderung sind geradezu kleinlich ES schadet doch wirtlich nichts, wenn ein abgearbeiteter Parlamentarier auf Grund der Freifahrtskarte eine Sommerreise zur Auffrischung seiner Nerven benutzt.(Zustimmung.) Die Gewährung der u n- cingeschräkten Freifahrkarten beseitigt auch den für da« Ansehen des Reichstages höchst peinlichen, wenn auch falschen Eindruck, daß>vir von der Frage, ob Schluß oder Vertagung, unser Verhalten abhängig machen.(Lebhafte Zustimmung.) Wir prote- stieren dagegen, daß die Gewährung edr Freifahrkarten als eine Prämie für Wohlverhalten angeschen wird.(Erneute lebhaste Zustimmung.) Ich bftte um ein- stimmige Annahme unserer Resolution. Eine weitere Resolution unserer Fraktion betrifft die Einsetzung einer besönderen Kommission für Handel und Gewerbe. Abg. Gröber(Z.): Wir tun am besten, den Anspruch auf Ausdehnung der Frei- fahrtkarten ohne weitere Debatte anzunehmen.(Zustimmung.) Das Diätengesetz ist vom Abg. Ledebour scharf angegriffen worden. Ich gestehe zu, daß es in einigen Punkten verbesse- r u u g s f ä h i g ist. Seinen Hmiptzweck, einen beschlußfähigen— wenn auch nicht in jedem Augenblick beschlußfähigen— Reichstag herzustellen, hat es erreicht.(Zustimmung im Zentrum.) Die Ge- Währung von Tagegeldern statt der Anwesenheitsgelder würde die Dauer der Beratungen nur noch wefter ausdehnen.(Lebhafte Zu- stimmung im Zentrum und rechts.) Ein Hauptübelstand sind die vielen Wiederholungen. Von bedenklichen Folgen ist der ewige Personalwechsel in den Kommissionen.(Zustimmung.)— Die Behandlung, die die Regierung dem Reichstage zuteil werden läßt, ist wahrlich nicht schön.(Lebhafte Zustimmung.) Noch heute wissen wir nicht, ob der Reichstag vertagt oder g c- schlössen wird.(Sehr wahr!)— Zu erwähnen wäre, ob nicht die Regierung bewogen werden könnte, den Reichstag etwa cincu Monat früher einzuberufen, damit vor dem Etat Einzelgesetzc bc- raten werden.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Es mag alsdann erwogen werden, ob dadurch eine Aenderung des Diäten- gesetzes bedingt wird.— Den Wünschen des Abg. Thoma in be- zug aus die Reichstagsstenographen kann ich mich im wesentlichen anschließen. Abg. Dr. Müller- Meiningen(Vp.): T daß der Bundesrat der Umwandlung der nicht pcnsionSfäbigen Zulagen des BnreaupersonalS in pensionsfähige zugestimmt habe, und daß daraus die Konsequenzen für andere Beamtengruppen zu ziehen seien. Abg. Antrick(Soz.): Nachdem meine früheren Ausführungen ohne Erfolg geblieben sind, muß ich erneut auf Abstellung der Mißstände in der Oberpoft- direktion Braunschweig dringen. Wenn der Oiberpostdirektor nicht größeres Interesse für außeramtliche als für auftliche Ange- legenheften hätte, so hätte er längst der Schikaniernng der Beamten im Hauptpostamt Braunschweig durch den Postdirektor Witten- b e r g ein Ende machen müssen. Die dortigen Zustände sind derart. daß sie in keinem einigermaßen wohlgeordneten Privatbetrieb ge- duldet worden würden. Die Arbeitszeit der unteren Postbeamten ist unerhört lang und trotz meiner im Vorjahre vorgetragenen Beschwerden ist nichts daran geändert worden.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Noch immer steigt die Dienstzeit einschließlich der Pause» auf 16, sogar auf 18 Stunden. Von einem Familienleben und einer geordneten Erziehung der Kinder kann unter diesen Um- ständen keine Rede mehr sein. Die Räume, namentlich für die Briefträger, sind gänzlich iiiizurcichcnd, geradezu gesundheitSgesähr- lich. Die ärztlichen Kontrollen werden vorher angemeldet und alle? wird vorher sorgsam darauf zugeschnitten. Ebenso unhygienisch find die Zustände auf Postamt II. Für 40 Unterbeamte ist ein Kleiderschrank und ein winzig kleiner Eßschrank da und nicht ein einzige« sauberes Handtuch; sie bekommen die Handtücher, die vorher die oberen Beamten hatten.(Heiterkeit und Hört! hört!) Als Sitzgelegenheit dienen oft die Lebensmittelpakete. Der Dienst ist auch auf diesem Postamt Überaus anstrengend, die Kranken- ziffer ungeheuer hoch. Die höheren Beamten stehen dem völlig teilnahmslos gegenüber. Den Unterbeamten gegenüber ist man widerlich filzig: ein Mann, der unverdient in Rot geraten war, erhicll keine Unterstiitziing, wohl aber die Anfrage, warum«r sich aus einmal ein volles halbes Dutzend Hemden gekauft habe. (Heiterkeit.) Auf der anderen Seite gebt der. Oberpostdirektor mit Staatseigentum in der leichtfertigsten Weise um, läßt zu seinem Spaß ö bis 6 Zentner Kohle verfeuern und wirtschaftet Überhaupt wie in Rußland. Der Staatssekretär hätte die Pflicht, gründlich für Abhilfe zu sorgen. Aber wird er einmal gegen einen höheren Beamten einschreiten? Wir trauen es ihm kaum noch z».(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Illach meiner vorjährigen Beschwerde über die Brannschweiger Obcrpostdirektion erschien in einem lügnerischen Reichs- verdau dsdlatt BrannschweigS eine Notiz, nach Erscheinen de? amtlichen Stenogramms werde man nachweisen, daß alle meine klagen er st unken und erlogen seien. Ich warte»och heute auf diese Widerlegung. In Wahrheit habe ich nur etnea kleinen Teil meines Material» hier vorgetragen, die wirklichen Zustände find«A Het schlimmer. Nach außen hin legt man freilich großen Wert auf das»gute Einvernehinen zwischen oberen und unteren Beamte«�. aber die Unterbeamten werden in jeder Weise schikaniert und dann sogar noch zur Teilnahinc an Festen für die höheren Beamten ge- zwungen. Wenn der Staatssekretär nicht Wandel schaffen will, muß ihn der Reichstag dazu zwingen. BcamtcnauSschüsse in allen Oberpostdirektionen würden uns bier manche Beschwerde sparen.(Vizepräsident Dr. P a a s ch e ersucht den Redner»» etivaö mehr Kürze.) Ich habe schon im vorigen Jahr den Staat?- sekretär auf den postalisch ahnungslosen Oberpostdirektor anftncrk- sam gemacht, der nur lustig im Auto durch die Welt k«t- schiert.(Vizepräsident Dr. Paasch e bittet, derartige Beleidi- gungen gegen abwesende Beamte zu unterlassen.) Auf Grand meines Materials m n ß ich diese Vorwürfe erheben, aber wenn nun der Staatssekretär nicht eingreifen will, so werden eben die Unter- beamten sich sagen: Eine Krähe hackt der andern kein Auge an». Staatssekretär Äraetke: Die deweislosen Zuträgereien, auf Grund der« der Herr Abg. Antrick hier pflichttreue Beamte hevSgesetzt veranlass«» mich nur zu der einen Erwiderung: Unser« Postmüer« beamten sind viel zu brave Laute, als dah Innen Ibra Absicht gelingen könnte, Zwietracht zwischen sie und ihre Vorgesetzten zu säen. Abg. Brühnc(Geiz.): Auch wir erkennen die tüchtige und fleißige Arbeit der Post- Unterbeamten durchaus an. Aber wir verlangen dann auch, daß man diese tüchtigen Beamten besser behandelt.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Beamten der Oberpostdirektion Frankfurt a. M. klagen über viel zu diel Aufsichtspersonal, das eine außerordentlich rigorose und kleinliche Aufsicht führt. Auch die Arbeitsräume sind viel zu eng und ungesund. Wenn wir vor ein paar Tagen eine Riesensumme für den Neubau deS Generalkommandos in Frankfurt a. M. bewilligt haben, da» lediglich Re- Präsentationszwecken dienen soll, dann sollte auch Geld kür den Neubau der Oberpostdirektion vorhanden sein, damit die Beamten den riesig gewachsenen Verkehr ohne Schaden an ihrer Gesundheit bewältigen können. Der Ergänzungsetat wird genehmigt. Es folgt der Etat dar allgemeinen Finanzver» w a l t u n g. Die dazu vorliegenden Gerstenzollresolutionen werd:n ms nach Erledigung der Etatberatung zurückgestellt. Abg. Äleye(natl.) klagt über die ungünstige Lage der deutschen Zuckarindustrie und verlangt endliche Beseitigung der Zuckersteuer. Reichsschatzsekretär Kühn erkennt an, daß die Zuckerindustrie sich in schwieriger Lage befindet; die Zuckerkonvention war eine Notwendigkeit nach außen und innen. Nach England gehen 70 Proz. unserer Zuckerproduktion. Wie soll unsere Zuckerindustrie bestehen, wenn ihr der englische Markt ge- nomine» wird? Abg. Wurm(Goz.): Dann würden wir unsere Produktion im Jnlande ver- brauchen, und das wäre sehr gut; der Zucker würde dann aus einem �"��rtikel ein Nahrungsmittel. Hierzu ist da« geeignete Mittel die Beieitigung der Zucker st euer. Aber durch die Zuckersteuer haben wir 1500, durch die Zuckerprämien 500, zusammen al>o 20Ü0 Millionen Mark aus den Taschen der Steuerzahler herausgeholt, um die Zuckerindustrie großzupäppeln; die glaubte, sie würde für alle Zeiten den Weltmarkt beherrschen. Aver auf dre Dauer läßt sich der Weltmarkt nicht von einem Land monopoli- ueren. Jetzt tritt der Äubazuckor in Konkurrenz, in England entstehen Zuckerfabriken, und nun ist die Not groß. Natürlich gehen erst die kleinen und mittleren Fabriken zugrunde— das ist ja der Grundzug der kapitalistischen Entwickelung..Herr Kleqe klagt Zdtzt Uber die Zuckersteuer. Aber ihre Verlängerung haben die Natlonalliberalen immer wieder gebilligt, ebenso ihre Freunde von der Rechten; denn sie wissen, daß der Ausfall durch diretl.; Steuern gedeckt werden würde, und davor haben sie eine »i e i l l o s e A n g st.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Geiundung der Zuckerindustri« ist nur durch Gewinnung de« beut- ig, en Marktes, des Inlandsmarkte», möglich.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Die Spirituszentrale hat eine unbedingte Macht durch d,e Kaxtellierung gewonnen. Di« Abschaffung der Liebesgabe ist deshalb den Konsumenten gar nicht zugute gekommen. Auch die Destillateure werden von der Zentrale schikaniert; denn die Zen. trale braucht nicht mebr die Destillateure als Abnehmer, diese drauchan vielmehr die Zentrale, weil sie nur von ihr Spiritu» erhalten. Die Zentrale gibt zu. daß sie bei dem Stand der Kartoffel- p«ise mit dem Preis« heruntergehen könnte; sie tut es aber mept, sondern gibt den einzelnen �anatte, um gesügig zu machen, und da einige Destillateure trotzdem sich der Zentrale nicht gefügig erweisen wollen, macht die Zentrale ihnen in der Likörfabrikatton unrnittelbora Konkurrenz. Da» zeigt, bis zu welcher Macht solch Privat m o n o p o l kommt. Sogar den denaturierten Spiritu« zwingt die Zentrale ihre Abnehmer, in Flaschen nicht unter einem Liter abzugeben.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Zentrale übt einen Terror isaius au«, gegen den sich der so viel gescholtene Terrorismu« der Archeiter wie ein Waisenknabe au». nimmt. lSehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Und jetzt ent- steht wieder em neuer Ring. Wir hatten ein- s e h r g u t e K a r- t0'u Der SpirituSverbrauch aber ist. vor allem durch die Abstmenzbestrebungen der Arbeiter, von 4 auf 2� Liter pro Kopf gesunken. Um nun den Kartoffelprei» hochzuhalten, sollen 10 Proz. der Ernte zurückgehalten werden, gar nicht zur Verwendung kommen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Dabei könnte die Kartoffelproduktion an sich noch erheblich gefteigert werden.(Zuruf recht«: Aber sie rentiert sich nicht.) Gewiß, und die kapitalistische Produktion muß vor allem Rente au« dem Boden herauswirtschaften, die sozialistische Pro- duktion dagegen will.au« dem Boden Nahrung für da» Volk gewinnen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)— » Das Heil für die Zuckerindustrie liegt in der Abschaffung, zum min» desten in der Milderung der Zuckersteuer. und über die Brannt. wemsteuer unterhalten wir un» ein.andermal.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Koch(Vp.) �longt die Herab setzuung der Zuckersteuer von 14 auf 10 Mark. Abg. v. Meding(Welse) schließt sich diesem Wunsch an und befürwortet«ine Resolution, die um Aenderung der JuckersteuerauSführungSbestimmungen dahin er- sucht, daß die Menge des zur Bienenfütterung abgelassenen Zuckers von 5 Kilogramm für jedes Bienenstandvolk auf 10 Kilogramm erhöht werde. Ein Regierungskommissar: Die Nachprüfung der Z ucker steu«rauS führu ngSbestimmungen wird zum 1. April ISIS erfolgen. Abg. Dr. Paaschr(natl.): An der Verbilligung deS Zucker» haben wir im Interesse der Verstärkung de» Konsums gewiß ein Interesse. Aber als Vertreter der Gesamtheit können wir bei dem gegenwätigen Stand« der Finanzen die Verantwortung für die Aufhebung oder Ermäßigung der Zuckersteuer nicht übernehmen. Abg. Dr. Arendt(Rp.): Tie Zuckersteuer mußten wir aufrecht erhalten, weil wir in einer Zwangslage waren. Abg. Äreth(£.) bestreitet die Berechtigung der Vorwürfe de« Abg. Wurm gegen die SpirituSzentral«. Ich bekomme sehr viel Vorwürfe, speziell von süddeutschen Brennern, weil ich nicht für Erhöhung der Spirftusprqise sorge. Eine segensreiche Folge der Erhöhung der SpirituSpreiss ist der Rückgang de« Schnapskonsums. Die Zentrale hat gar nicht daran gedacht, die Likörfabrikation aufzunehmen. Eine sonst unbenutzt stehende Brennerei ist in eine Likörfabrit umgewandelt worden. Die Zahlen de» Abg. Wurm waren falsch. Abg. Wurm(Goz.): Meine Zahlen stammten au» dem Material, da» mir eine der Fabriken s e l b st zur Verfügung gestallt hatte. Sie sind absolut richtig und einwandfrei. Abg. Siebeubürger(k.) klagt über die zollfteie Einfuhr von Klei«, welche die Reichskasse, die Landwirtschaft und die Mühlen schädige. Abg. Fegter(Vp.): Die Erschwerung der E i n f u h r v o n D i e h würde den kleine« Baneru schädigen.!_______..------------- Abg. Molkevbubr(Soz.): Der Kern der Klagen des Abg. Siebenbürger geht darauf hinaus, daß wir zu viel Viehfutter ins Land hineinbringen. Als die Viehzählung aber den Rückgang unseres Viehstandes zeigte. sagte man. das liege an dem Mangel an Viehfutter. Es handelt sich hier wieder um einen Vorstoß gegen den kleinen Bauern, der noch weniger Vieh halten kann, wenn er Mangel an Viehfutter hat; da« Fleisch wird dann noch teuerer. (Sehr wahr? bei den Sozialdemokraten.) Abg. Äreth(k.) Der kleine Landwirt hat reichlich Futter für fei« Vieh auf seinem eigenen Boden(Widerspruch link»); Futterbedarf hat nur der Viehhändler. Abg. Siebenbürger(!.): Ich will keineswegs den kleinen Landwirt schädigen, sondern ich verlange lediglich Beachtung des Gesetzes. Abg. Neuhauß(Z.) klagt darüber, daß die Bundesstaaten für die Einziehung der Zölle zu geringe Entschädigung erhalten. Reichsschatzsekretär Kühn: E» ist eine neue Regelung dieser Entschädigung geplant, die auch den Reichstag beschäftigen wird, da sie eine Aenderung der Reichsverfassung involviert. Abg. Dr. Haas(Vp.): gibt seiner Freude über die Erklärung deS Schatzfekretär» Ausdruck. Bei der Beratung des Etatsgesetzes begründet Abg. Graf Westarp(k.): einen Antrag, den Wehrbeitrag in größerem Umfange zur Deckung der einmaligen und fortdauernden Ausgaben der Jahre 1913 bi» 191S zu verwenden. Reichsschatzsekretär Kühn: Einen materiell gleichen Antrag des Grasen Westarp hat der Reichstag im vorigen Jahre abgelehnt, er hat die Wehrvor. läge auf einem Betrag des WehrbeiirageS von 1200 Millionen finan. ?iert und wird da» heute doch nicht ändern wollen. Ob 1200 Mil- ionen einkommen werden, dafür will ich keine, aber absolut gar keine Garantie übernehmen. Abg. Erzberger(Z.): ES ist mir sehr angenehm, doch gerade von der Rechten ein Antrag kommt, der die Recht« des Reichstage« erweitert, indem er ein Gesetz, die Wehrvorlage, durch das Etatsgesetz abändern will. Materiell mutz der Antrag aber abgelehnt werden. Er würde bedeuten, daß wir bis ISIS überhaupt keine Ueberschüsse haben können. Abg. Lieschiug(Vp.) bekämpft den Antrag, der unsere Finanzen auf drei Jahre wieder in Unordnung bringen würde. Abg. Graf Westarp(k.): Mein Antrag will den§ 69 der Wehrvorlag« nicht abändern, sondern durchführen. ES sollen Summen, die für fortlaufende und einmalige Ausgaben bestimmt sind, nicht zur Schuldentilgung ver- wendet werden. ReichSsihatzsekretär Kühn wiederholt, daß der Antrag die im Jahre 1913 beschlossene Finan. zierung der Wehrvorlage umstößt. UebrigenS ist der Streit ver- mutlich belanglos, denn der Wehrbeitrag wird 1200 Millionen Mark auch nicht entfernt erreichen. Abg. Erzberger(Z.) bekämpft den Antrag, der ein Mehreinkommen au? dem Wehr- beitrag über 100Ö Millionen Mark zur Abbröckelung des Wehrbei. trage» benutzen wolle. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. v. Westarp und Schiffer(Natl.), die in ein Gezänk darüber ausarten, ob die Konservativen dem Wehrbeitrag zugeftimmt haben oder nicht, wird der Antrag Westarp abgelehnt. das Spionagegesetz. Abg. Stadthageo(Soz.): Wir erkennen gn, daß die Kommission aus dem Entwurf die iieabsickitigte Diktatur der Militärbehörde beseitigt und ihm die Giftzähne gegen die Arbeiter und Angestellten der Presse ausgebrochen hat. Aber«S bleibt noch genug übrig. um uns zur Bekämpfung dieses Gesetzes zu veranlaissn. Selbst. verständlich verurteilen wir mit jedem anderen den Landesverrat und wolle», ihn verhindern, aber dazu genügen mindestens die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen, soiveit man der Spionage mit Strafgesetzen beikommen kann.'Das Reichsgericht hat durch seine ausdehnende Rechtsprechung alle möglichen Dinge für mili- tärisch« Geheimnisse zu erklären verstanden, sogar Dinge, die jeder sehen kann und die sich gar nicht geheimhalten lassen. Ist doch sogar die ganze Insel Helgoland wegen ihrer strategischen Be- deutung als militärische« Geheimnis erklärt worden! Einer der- artigen ausdehnenden Rechtsprechung schiebt auch diese Vorlage einen Riegel nicht vor. Run hat aber das gegen unseren Wider- spruch beschlossene Gesetz von 1893 bewiesen, dax man durch Straf. g e s e tz e die Spionage überhaupt nicht bekämpfen kann. Die Spionage hat sich seitdem vielleicht noch vermehrt. Man hat VerwaltungSmaßnahmen angekündigt, dah ausländische Ar» b e i t e r auf den Werften, bei FostungSbauten usw. nicht be- schästigt werden dürfen, aber aus der„geheimen' Insel Helgoland werden sie bi« heute, beschäftigt. Sehr häusig handelt e» sich ja bei den angeblichen militärischen Geheimnissen nur um überflüssige militärische Geheimniskrämerei. Die letzte Zeit hat genug Beweise dafür geliefert, daß«ine wirk- same Bekämpfung der Spionage die Verstaatlichung der Rüstungs-, Werft». Eisenindustrie und der Industrie der Schätze der Erde zur Voraussetzung hat. Vor allen Dingen aber muß derjenige, der den Landesverrat wirklich bekämpfen will. dafür sorgen, daß nicht innere Zustände herrschen, die einem großen Teil der Bürger da» StaatSgefühl, die Anteilnahme an der Stärke de» Staate» nehmen und die dadurch im Auslände die Ansicht ent. stehen lassen, daß dieser Staat infolge dieser inneren Zustände weniger in der Lage sein könnte, sich zu wehren, so daß hierdurch gerade ein Antrieb für die ausländische Spionage gegeben wird. In dieser Beziehung muß die Polizeispitzelei gegen bestimmte politische Richtungen, die Vorenthaltung der Gleichberechtigung gegen ganze Klassen und Nationen, die Ent- fachung de» Klassenkampfes gegen große Gruppen von Staats- bürgern durch den Staat der Spionage Vorschub leisten. Diese Dinge sind eS. die im Ausland den Glauben erwecken, daß die inneren Zustände so faul seien, daß man Halunken ge- Winnen könnte, die bereit sind, die schimpfliche Tat des Vater. landSverratS zu begeben. In diesem Sinne wird aber auch aus Militärischem Gebiet reichlich gesündigt. Die Anstich. tunz der unüberfteiglichen Schranken zwischen Soldaten nnd Offizieren, die Unmöglichkeit, daß im Heer« jeder nach feinen Fähigkeiten quch die höchsten Stellen erreiche— da» bereitet den Boden für die Spionage; und ebenso geschieht da« dadurch, daß die beschworene Reich», und preußische Verfassung unausgesetzt gegenüber der Masse der Bürger verletzt, daß die veschworene Gleichberechtigung und objektive Rechtsprechung ihnen vorenthalten wird, daß man Angehörigen der größten Partei de» Volke» nur wegen ihrer Ge- ftnnung die sittliche Eignung zum Ein jährig- Frei- willige» abspricht! Diejenigen, die an solchen Zuständen schuld find, die sie. billigen, die. machen sich in Wahrheit de» Hochverrats schuldig, indem sie wie ich schon ausführte, da? Ausland zur Be» ireibung der Spionage anreizen.— Soweit die jetzige Borlage, noai Verschärfungen gegenüber dem Gesetz von 1893 enthält, bitten wir Sie dringend, diese Verschärfungen zu st r e i ch e n. Insbesondere soll bei mildernden Umständen Festungshaft zugelassen werden. Solange Sic selbst Rcichsgelder für iÄpivnage hewilligen, solange können Sie nickt Spionage unter allen Um- ständen mit Ehrenstrafe vergelten. Selbst eine Reihe von Reichs• gerichspäten, die sonst noch über die Beschlüsse der Kom- Mission hinausgehen, bitten, es in diesem Punkte bei der Möglicti- ke.it der Festungshaft zu belassen. Bei schwerein Schaden für das Reich soll nach den Kommissioirsbeschlüffen lebenslanges Zuchthaus zugelassen sein. Ist 15 Jahre Zuchthaus nicht genug? Solche Strafverschärsung ist ein Zeichen staatlicher Unkultur und die Liberalen sollten solche Ungeheuerlstchkciten schon wegen der Rückwirkung aus die allgemeine Reform des Strafgesetzbuches nicht billigen. Die Strafverschärsung von 1393 hat die Zahl der Spionagesälle erhöht. Um der Spionage entgegenzutreten, müssen Sie den Militarismus bekämpfen und für die Gleichberechtigung aller Bürger«intreten. Neue hohe Strafen sind nur eine Salvieruiig Ihrer'Gewissen, ändern aber am Verbrechen der Spionage gar nichts.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Die ersten sieben Paragraphen werden, nachdem die sozial- demokratischen Anträge gegen die Stimmen der Antragsteller ab-. gelehnt sind, nach den KommissionSbeschlüssen von allen bürger- lichen Parteien angenommen. § 8 bedroht mir Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre den, der in einer Festung über feine Person falsche Angaben macht oder die Angaben verweigert. Abg. Cohen- Greiz(Soz.) macht darauf aufmerksam, daß diese Bestimmung einen weitgehen- den Eingriff in bürgerliche Rechte enthält und eine Menge un- nützer Prozesse zur Folge haben wird. Er bittet, den Para- graphen zu streichen oder wenigstens da§ Wort Festung durch Festungswerke zu ersetzen. Die Anträge werden abgelehnt, der Paragraph von allen bürgerlichen Parteien nach den Kommissionsbeschlüssen ge- nehm igt. § 20 setzt die Schweigepflicht für Spionage- Prozesse fest. Abg. Stadthage«(Soz.) macht darauf aufmerksam, daß dieser Paragraph mit dem Preß- gesetz nickst übereinstimmt und fordert Klarstellung der Rechtslage. Die geschlossene bürgerliche Mehrheit lehnt alle AbänderungSanträge ab und nimmt das Gesetz nach den Kom- missionSbeschlüssen an. ES werden dann noch ein« Reihe von Petitionen erledigt, zu denen keine Wortmeldungen vorliegen. Hierauf vertagt sich daS HauS auf Montag, mittag» 12 Uhr. (Rechnungssachen, Militärstrafgesetznovelle, Gebührenordnung � für Zeugen und Sachverständige, Postdampferverbindungen, L. Lesung der Besoldungsnovelle usw.) Schluß 7% Uhr._ Ms öer Partei. Aus dem Internationalen Sozialistische« Lureaa. Eine Reihe von Blättern hat in diesen Tagen der vom Kongreß der.Jndependent Laboitr Party"(.Unabhängige Arbeitenpartei"> angenommenen Resolution über die sozialistische Einigkeit in England eine tendenziöse Deutung unterschoben. Diese Mitteilungen sind aber�nicht nur tendenziös, sondern auch direkt falsch. Die Situation ist folaende: BiS jetzt nannten sich die Kandidaten der„Arbeiter- Partei"(..Labour Party") einfach„Arbester-Kandidaten". In der letzten Konferenz des Internationalen isozialistischen Bureaus wurde die Frage der britischen Einigkeit ausführlich beraten und schließlich folgende Tagesordnung angenommen: „Da es wünschenswert ist, die sozialistische Einiglest auf der Basis einer gemeinsamen Aktion mit der Arbeiterpartei zu begrün- den, stellt die Konferenz an die Vertreter der drei Organisationen das Ersuchen, ihren Mstgliedern einen Antrag vorzuschlagen und diesen dem Kongreß der.Arbesterpartei" vorzulegen, wonach es jedem Kandidaten auf seinen Wunsch gestattet sein. soll, sich al» »Arbeiterkandidat" und.Sozialist" vorzustellen." Da die Vertreter der drei Gruppen seitens ihrer Organisationen keine Vollmacht für einen bindenden Beschluß über die Einig- lest hatten, beschloffen sie, die Frage ihren Kongressen vorzulegen. Der eben abgehaltene Kongreß der.Unabhängigen Arbester- Partei"(I. L. P.) hat nun ein negatives Votum gefällt. In einem an das Internationale Sozialistische Burean sti Brüssel gerichteten Brief Keir HardieS setzt der englische Arbester. führet die Bedeutung dieses Votums auseinander, in dem man keinen gegen die sozialistische Einiglest gerichteten feindlichen Akt zu erblicken habe. Die Ursachen diese« Votums seien anderer Nastrr. Es ist bekannt, daß die Bergarbeiter-Föderatio» Großbritanniens in bezug auf ihre Kandidaten inrmer noch mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat., Viele unter ihnen sind Liberale und erst kürzlich hat die Föderation in zwei Fällen ihre Mißbilli- gnng ausgesprochen, weil die betreffenden Kandidaten die Statuten der.Arbeiterpartei" mißachten. Robert Smillie, der Präsident der Föderation, hat sich dahin ausgesprochen, daß, wenn die Einschaltung der Worte.Sozialist und Arbeiter" angenommen worden wäre, dieses Votum nur dazu gedient hätte, die liberalen Arbeiter der Bergarbeiter-Föderation dazu zu ermutigen, sich in Wahlzeiten den Titel.Labour and Progressive"— liberale und fortschrittliche Kandidaten— zu nennen. Der von der I. L. P. gefaßte Beschluß ist demnach t» keiner Weise als gegen die Einiglest gerichtet anzusehen und die Ver» werfung der Anregung de» Internationalen Bureau» erfolgte, wie man ficht, au» wesentlich anderen Motiven. » Da» folgende Telegramm, da» uns vom Jnternatio- nalen Soziali st i scheu Bureau in Brüssel übermittelt wird, wurde von der Parlamentsfraktion unserer italienischen Ge- nassen nach ihrer Sitzung vom 10. Mai an die sozialdcmo- kratische Dumasraktion gesendet, ohne jedoch an seine Adresse zu gelangen. Die sozialistische Parlamentsfraktion Italiens ersucht nun das I. S. B., das Telegramm in der gesamten sozialistischen Presse zu veröffentlichen. Das Telegramm h-st fol» genden Wortlaut: Die sozialistische ParlamentSftaktion Italien«, auf« tiefste er- ttgt über da« Vorgehen der Dumafraktion gegenüber unseren sozialistischen Brüdern in Rußland, spricht über dieses Vorgehen ihre Entrüstung aus und entbietet ihren Fraktionskollegen mst dem Wunsch, den Absolutismus vernichtet zu sehen, ihren brüderlich- solidarischen Gruß._ Aus den Organisationen. Am Sonntag fand im Gewerkschaftsbanse zu Sieanitz die diesjährige Konferenz für den Wahlkreis Liegnitz. Goldberg. Hayna» stcsts. Vertreten waren Liegnitz durch 18, Haynan durch 3, Gpldberg und Hockenau durch je 2, Parchwitz, Rüstern und Groß-Beckern durch je einen Delegierten. Unter den 29 Dele- gierten befanden sich vier Frauen. Ans dem vom Genossen Müller erstatteten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß der Wahlkreis 3059 Mitglieder zählt. Durch die rote Woche ist ein Ausgleich deS durch di« Krise entstandenen MstgliederverlusteS herbeigeführt worden. Das Organ de? Wahlkreise», die al» Kopf- blast der. AreSlauer Boltswacht" erscheinende.Liegnitzer Volkszeitung" zählt 3203 Abonnenten. Die Einnahmen der LtreiSkasse betrugen 8616,20 M, die Ausgaben 0718,68 M. Bestand Sandalen Naturolonn Gr. 25 2« 17-18»-30 51-33 Verlangen Sie neue Preisliste 1806,68 M- Ferner Haben die einzelnen Ort-Zlaffen noch 3738,21 M. gestand, üuher in den vier Städten des Wahlkreises Hat die Partei in KS Landgemeinden festen Just g e f a st t. Bei der Landtagswahl stand die Partei zwar mit 4062 Stimmen an erster Stelle, erhielt aber nur K2 Wablmänner. Di: �ahl der Stimmen und Wahlmänner verdoppelte sich gegen die letzte Wahl- Sozialdemokratische Stadtverordnete hat der Wahlkreis IS, dagegen nur euren solchen Gemeindevertreter. Der Bericht über die Agitation verzeichnet 28 öffentliche und 110 Mitgliederversammlungen, dar» unter 1ö für Frauen. Vorträge wurden in 57 Versammlungen gehalten. Ein Frauenkursus in Liegnitz war auch von Goldberg und Haynau beschickt. In der Berichtszcit wurden 15 600 Kalender, 86 000 Landbotcn, 3200 Broschüren und 76 000 Flugblätter im Wahlkreise, der durchweg ländlicher Konstruktion ist, verbreitet. Bildungsousschüsse besteben in Liegnitz, Goldberg und Hahnau. Eine Wanderbibliothek hat sich gut eingeführt; die Jugendbewegung macht erfreuliche Fortschritte.— In der Debatte"wurde betont, die Bildungsbestrebungen in den kleinen Orten mehr zu fördern. An- genovimen wurde ein Antrag, wonach für die Speien der Bezirks� fekretäre die Bezirkskasse aufzukommen hat. Ein weiterer Antrag, der den Bezirksvorstand ersucht, einen Antrag an den deutschen Parteitag vorzubereiten, der die Bezahlung der Delegationskosten durch die Zentralkaffe vorsieht, fand einstimmige Annahme. Als Delegierter zum Parteitags wurde Genosse Müller» Liegnitz bestimmt. Zwei Vorträge über.Agitation und Organisation" vom Genossen S ch o l i ch und über.Die Gruppic- runo der Parteien und die nächsten Zollkämpfc" vom Reichstogskandidaten Genossen Dietrich bildeten den Ab» schlust der Konferenz. Im 3. sächsischen Kreis stieg die Zahl der Mitglieder von 1540 auf 1780, die Zahl der Gcmeindevertreter von 50 auf 66. Die Ortsgruppencinuahmen ergaben 8520 M., denen 7804 M, Ausgaben: die Kreiseinnahmen 4472 M., denen 3300 M. Ausgaben gegenüberstehen. Vorsitzender der Kreisorgnnisation wurde wieder Genosse Kraut- Bautzen. polizeiliches, Gerichtliches usw. Tic persönlichen Interessen des Pfarrers an sozialdemokratischen Einrichtungen. Bekanntlich war der ostprcustische Pfarrer Naubereit wegen Beleidigung des Vorstandes des Sozialdemokratischen Vereins Königsberg Stadt zu 150 M. Geldstrafe verurteilt worden. Er ltotte diesem vorgeworfen, er hätte die Witwen und Waisen de. raubt. Leichenschändung, Raub, Diebstahl der- übt. weil auf seinen Antrag die Generalversanianlung des Sozial- demokratischen Vereins von den entbehrlichen Uebcrschüssen der Sterbekasie des Vereins 1000 M. der Vereinskasse überwiesen hatte, wozu Vorstand und Generalversammlung nach dem Statut berechtigt waren. Der fromme Herr Pfarrer hatte in mehreren Artikeln des ..VollsfreuiideS". den er redigiert, nicht nur den Vorwurf der Be- raubung von Witwen und Waisen erhoben, sondern von„wahren Schandstücken",„Rüpelkonrödie",„sozialen Pharisäern und Heuchlern",.«sumpf, in dem die Königsberger Obergenosseii stecken", „niedlichen kleinen Schriftfälschungen",„Halsabschneidern",„Gau- nern Europas",„Eitergeschwür am sozialdemokratischen Leibe" ge- schrieben. Die Strafkammer hatte dem Herrn Pfarrer den Schutz des§ 103 zugebilligt, weil er als Gründer und Mitglied einer Sterbelasse ein persönliches Interesse an den Zuständen in der sozialdemokratischen Sterbelasse gehabt hätte. Gegen das Urteil wurde von den Klägern Revision angemeldet, die in erster Linie rügten, dast dem Angeklagten der§ 103 zugebilligt worden wäre. Weiter wurde geltend gemacht, dast der Pfarrer eigentlich auch wegen Vergehens gegen§ 187(verleumderische Ar» leidigung) bätte bestraft werden müssen. Das Obcrlandesge» richt zu Königsberg hat aber dieser�Toge die R.e Vision verworfen, und sich damit auf den«etandpunkt der Straf- kcmrmer gestellt. OL diese Anwendung des Z 193 nunmehr auch sozialdemokratischen Redakteuren zugute kommt? �ugenöbewegung. Statistik der katholischen Jugendbewegung. Die soeben erschienene Nummer 4 der„Wacht", des Organs katboliftiec Jugenddereinc. bringt eine Statistik über die Mit- gliederzahlen der katholischen Jünglingsvereiniyungen Deutsch- lands, abgeschlossen am 31. Dezember 1013. Demnach hat die katholische Jugenddeivegung 3204 Vereine mit 298228 Mitgliedern, und zwar Westdeutschland 1503 Bereine und 193 261 Mit» flieder, Ostdeutschland 286 Vereine mit 16693 Mitgliedern, Mitteldeutschland 618 Vereine mit 42 413 Mitgliedern, S ü d d e u t s ch I a n d 621 Vereine mit 34 261 Mitgliedern, R e i ch s I a n d 176 Vereine mit 11 600 Mitgliedern. Die Mit- gliederzahlen der früheren Jahre sind nicht beigefügt, doch wird man den Zuwachs mit etwa 40 000 bis 50 000 Mitgliedern richtig einschätzen. Wie man aus obigen Zahlen sieht, stehen die dichtesten Scharen der Schwarzen in Rheinland und Westfalen, wo die klerikalen Organisationen überhaupt am besten ausgebaut sind. In der Diözese Köln allein sind 75 000 Mitglieder, in Münster 64 076, in Paderborn 44 158, in T r i e r 28 000. In allen andern Diözesen(Bischassgebieten) sind die Mitgliederzahlen ver- hältnismästig schwach. So sind im Breslauer Bezirk 12 309, in Würzburg gar nur 1353, in Gnesen- Posen nur 100 Mitglieder. In den Gebieten, wo die freie Jugendbewegung noch nicht zu einer Gefahr werden kann, bat auch der Klerus seinen Eifer für oie Jugend noch nicht recht entdeckt. Jedenfalls must man damit rechnen, dast die klerikale Jugend die numerisch und organisatorisch stärkste gegnerische Jugendbewegung ist. Sozialdemokratische Koafirmondenfeier». Seit einigen Jahren hat die Arbeiterschaft auch die Veranstaltung von intimen Schulentlassungsseiern an istelle der kirchlichen Einsegnungen in ihre Hand genommen. Neukölln z. B. hat schon seit einigen Jahren in den Räumen seiner beiden Jugendheime den Schulentlassenen, deren Eltern weder eine kirchliche Einseg- nung, noch eine solche der Freireligiösen Gemeinde für nötig halten, eine jedesmal recht würdig verlaufene Feier bereitet. Berlin hat nun auch in diesem Jahre Versuche gemacht, die sich hoffentlich zu einer dauernden Einrichtung auswachscn werden. Auch ausserhalb der Reichshauptstadt sind solche Feiern schon seit längerer Zeit ver« anstaltet worden.--- Es ist ein guter Gedanke, den Kindern, die ins Leben hinaustreten, eine kleine, aber schöne und würdige Schul- entlassungSfeier zu veranstalten.■— Dast die von unserer Seite veranstalteten Feiern den kirchlichen Abbruch tun. ist natürlich. Darum verstehen wir auch, wenn kirchliche Kreise ihnen nicht gerade sympathisch gegenüber stehen Sie sehen eben wie die be- trübten Lohgerber ihre Felle wegschwimmen. So bescheiden unsere Feiern auch noch sind, die Frommen ahnen aber doch, dast sie den Ansang vom Ende ihrer Herrlichkeit bilden. Nun sollte man er- warten dürfen, dast sie als Ehristen uns mindesten» nicht mit lln- Wahrheiten bekämpfen. Und schon die Bezeichnung„sozialdemokra- tische" KonfirmationSfciern ist mindesten» eine grobe Unwahrheit. Wir erlauben uns zu fragen: WaS ist an diesen unseren Veranstaltungen„sozialdemokratisch"? Weder die Gedichte, die dort vor- getragen, noch die Lieder, die gesungen werden, können von ehr- lichen Gegnern sozialdemokratisch genannt werden. Auch die Musik, die wir dort gehört haben, hat nichts Sozialdemokratisches an sich. Das alle« hindert jedoch die„Evangelische Kirchen, zeitung" nicht, in ihrer Nr. 16 ihrer(christlichen!) Herzentfreude Ausdruck zu geben, dast nunmehr endlich der Staatsanwalt gegen die„sozialdemokratischen Konfirmaliansftiern" vorgeht. Nach ihrer Behauptung haben diese schon dick Unheil angerichtet und noch mehr Bequeme Kinderschuhe Schnürstiefel brau» a«Tr«u Gr. 15-16 27-28 19-50 31-55 54 55 56-3« 490 540 590 640 690 775 Schnurstiefel ui» chemm Gf«»e»4-26 17-18»-50 51-» 55-35 Schnürstiefel»«u. u-w«. GrOur 17«»-50 51-55 54-55 58-5» 3 SO 420 4 60 49O 650 Halbschuhe mm Sdmaren, braun Chen-eau, DerbysAnltt Grösse 27-28» 50 51-55 54-55 56-59 in Deutschlands Schuh-Industrie! Ueberall preist man die Vorzüge unserer FabriKate! 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Die..EvongeÄscha Kirchenzeitung" soridert indirekt auch die Staate- anwälte anderer Bundesstaaten aus, dem edlen Beispiel des söch- fischen Anklägers zu folgen, damit!»m..Skandal" dieser„sozial- demokratischen Kwusirmationsfeiern." ein Ende gemacht wird. Sie freut sich ganz besonders darübeui dass der Einspruch gegen das sraglickie UrdeS erfolglos gebl-ieix/i ist, und auch„das Toben der Sozialdemakrgtipl im Söckinschen. Landtage nichts ausgerichtet Hai". Das also sind die Waffen� mit denen uns diese Sorte von Patentckristen cherämpsl. Ist dosrn, so erlauben wir um» zu fragen. die Position dch' evangelischen Christen schon so verzweifelt, dass cs gar nicht mehr, ohne den Staahsaüwalt geht? Frauen- Lefeabenöe. FriedrichsselldS. Montag im Lokale von Hermann Brunk, Prinzen« Allee SO: Bortrag Mar„Wer ZnllR der Lpseäbelide". Vorlesung. Der Leseabeno«findet jeden dritten Montag im Monat- im stloen Lokale statt. Pankow. Aionpag Uhr, sür den iiiordbezirk im Lokal Schröder, Florastr. d; sür de»! Süddezirk bei chhinzc, Berliner Str. 78. In beiden Bezirken: Vortrag. Röntgental. e�ipernick, Buch. Montag im Lokal von August Lange, Siemensslr. 6. Res«-'entin ist die Gcnpsnn Mntitljfc. Steglitz, ä'inniag»/,S Mr. bctfelssel. Albrechtktr. 87. Genossin Käle Duncker: Sozialisiis he Weltanschauu vg und Schute. LSitlc rungSutbernr'di vom lv. Mai 1S44. Gtatlonen Swinemde. 774NO Hamburg 774to Berlin 772ÄO Franti.a.M'770RO München!7e!S»l Wien!7i>ZNW Wetter. � 3 wolkeuk . 1 woltenl 3 heiler j 2!wolkenli ttl ! shedeckt.. 2 Regen S Etalionen Havarando�7 1-AMW BctcrsbutglTi"" Eeill? Aberdeen Paris !7k.9' . 74 ÄerW '"MONO s- mslkenl l beiter 4wollenl il- bedeckt Ü wolkenl t0 14 IS » 11 Wetterprognose für>Sonntag. den 17. Mai 1S14. ken und»ieliach heiter,»mil bei ziemlich frischen östlichen Winnen. Trocken und vielfach heiter, eiachtS«och kühl, am Tage etwas wärmer !M Berliner Wetterbureau Wetteraussichten für da 4 mittlere Norddeubschland bis Montag mittag: Größtenteils trocke/i und im Nor'bbN. besonders an der Küste. anfangs noch vielfach heiter.'In den Tagesstunden mästige Wärme- Später zunehmende Bewölkung und im Süden beginnende leichte Regensälle. W/»stersta«ds.Nachrichten der LandeSanstalt lür(ftbivöiierkunde. mitgetrilt vom Berliner Wetterburean Wasserstand � 16.5. / cm Mem»l, Tilsit i 20c> Pregel, Jnfterburg 30 Weichsel, Aorn 159 Oder, Ralkbor 142 . Krosseii 10t . Frantiurt 108 Warthe, Schrimm 26 Landsberg SS Netze, Vordamm 28 S l b e, Leitmeritz 11 , Dresden—104 . Bardo 13S Magdeburg 109 feit 14. 5. cm") —7 —6 —1 +7 +1, +2 +1 4-2 —12 0 +4 H-3 ss 4- bedeutet Wuchs Wasserstand Saale, Grachlitz Havel, Spandau') . Ziatbenow») Spree, Ebremberg-) Beesiow Weser, Münden Minden Rhein, Maximiliansau , Kaub » Stüh! Neckar. Heilbronu Main. Hönau Mosel, Trier '> UMerdegel. =�=0-5-8055- cm 108 44 39 94 80 170 250 674 345 347 99 166 110 Konkursmassen-Ausverkauf Friedrichstr. 110-112 9 bis 1 Uhr, 3Vi bis 8 Uhr, Sonnabends bis 9 Uhr Passage- Kaufhaus Friedrichstr. 110-112 0/ herab- 0 gesetzt so Reisedecken Schlafdecken Wollfries >- �Handschuhe aus Stoff und Leder mit kleinen 180 und 160 cm breit < Fehlern Damen-Koniektion Kleider, Blusen, Kostüme 50% herabgesetzt Papierwaren und Malutensilien 33% herabgesetzt herabgesetzt < Herrenhüte Velourshfite steife und weiche Haarfilzhüte 0/ herab- 0 gesetzt Füll-Federhalter, Kassetten Tuschkästen, Reisszeuge ___, Holzbrand-Wandsprüche, < Kontobücher, Kalikowaren 1 4)6 0/ Schul-Artikel, Glaswaren /O Brenn-Apparate, Brennstifte herabgesetzt 30 Scherzartikel, Sommerartikel 600/( Die neuen Bücher 0/ herab- 0 gesetzt in der Bücher- j herab- 40%_ DenlsclteTcppichC Lauferstoffe Handarbeiten �Franz.Parfünis „Monna Vanna" Paris A.f%0/ herab- ■ff V /o gesetzt Kinder-Mützen und Südwester aus Samt und Plüsch abteilung sind gesetzt Leihbibliotheks■ Bücher äÄ. 50~80% heral" '0 gesetzt 40% herabgesetzt Gardinen, Bett- u. 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Mai 1914. b. verbanöstag üer Haftwirtsgehilfen. Bei Eröffnung der FreitagKsitzung gibt der Borfitzende Zill- n, a n n- Hamburg daS Resultat der Debatte über die Berliner Differenzen belannt.(Vergl. Resolution.) Darauf wird von den Vertretern der Berliner Opposition folgende ErNärung abgegeben: Die unterzeichneten Delegierten des aibten Verbandstages erklären, die zu den Berliner Differenzen vom Verbandstag ge- fatzten Beschlüsse in aller Form anzuerkennen.— Sie erklären alles, was an ihnen liegt, daran zu setzen, die durch die Diffe- rcnzen entstandene Scharte auszuwetzen. Hamburg, den 45. Mai 1944. Emil Löffler. Fr. Saar. Max Schind elmeier. Sodann unterbreitet P o c tz s ch- Berlin die untenstehende Rc- solution zum Soalitionsrecht. Räch kurzer Begründung wird dieselbe ohne Begründung ein- stimmig angenommen. Sie lautet: DaS Recht der Vereinigung und des Streiks ist den Arbeitern durch das Gesetz gewahrleistet. Diese Grundrechte dürfen fich die Arbeiter unter keinen Umständen kürzen lasten, wenn nicht der Aufstieg der Arbeiterklaffe gehemmt und eine Verschlechte- rung der gesamten Lebensbedingungen eintreten soll. Die volle Aufrechterhaltung des Koalitionsrechts liegt daher im Interesse des allgemeinen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Fort- schritts. Staat und Gesellschaft sollten daher bemüht sein, es zu achten und zu schützen. Statt dessen sind in Deutschland Regierung und Polizei bc- müht, den Arbeitern daS Koalitionsrecht illusorisch zu machen. Während Streikende bei den geringsten Vergehen aus das schärfste bestraft werden, gehen die sogenannten Arbeitswilligen selbst bei den schwersten Verbrechen meist straflos aus. Desgleichen dürfen Unternehmer den stärksten Druck, Ver- rufserklärung, Boykott bis zum wirtschaftlichen Ruin der Gegner ausüben, ohne in Gefahr zu kommen, mit den Strafgesetzen in Konflikt zu geraten. Der Verband protestiert auf das entschiedenste gegen die Matznahmen der preutzischen Polizei, die eS neuerdings wieder versucht, die Gewerkschaften rechtlos zu machen, indem fie die Verbände zu politischen Vereine« stempeln will. Die Gastwirts- gehilfen versprechen, im Verein mit den übrige» Gewerkschaften alles einzusetzen, diese arbeiterfeindliche» Absichte» der Reaktio- näre und Scharfmacher zu vereiteln. Es folgt ein« Reihe von Anträgen, die fich auf die Einberufung von Gaukonferenzen usw. beziehen. Hierauf wird der Hauptver- waltung Decharge erteilt. Ueber den Punkt �Paritätische Arbeitsnachweise" referiert D i e s i ng- Berlin. Er bespricht die frühere Stellung der Gewerkschaften zu den öffentlichen Arbeilsnachweiseu, sodann die Haltung der gelben Gastwirtsgehilfenverbände gegenüber den paritätischen Arbeitsnachweise». DaS Stellenvermittelungsgesetz werde von den gewerbSmähige» Stellenvermittlern noch vielfach umgangen. Sine Verringerung der Konzessionen von Stellender- Mittlern habe noch nicht Platz gegriffen. Redner kommt sodann auf diejenigen Matznahmen zu sprechen, die in letzter Zeit von feiten einiger Behörden gegenüber den paritätischen Facharbeitsnachweisen getroffen worden sind, man suche vielfach die Selbstverwaltung in den Facharbeitsnachweisen zu unterbinden. Trotz mancher schlechter Erfahrung empfiehlt Redner die weitere Förderung der pari- tätischen Arbeitsnachweise durch den Verband. Verlangt müsse werden die Auftechterhaltung der Selbstverwaltung durch pari- tätische Kuratorien. Es sei Pflicht des Staates und der Kommune, die Kosten für die Arbeitsvermittelung aufzubringen. Der Referent legte eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution vor. In einer von Hannover gestellten Resolution wird u. a. das gänzliche Verbot der gewerbsmatzigen Stellenvermittelung ge- fordert. Ferner die Errichtung obligatorischer Nachweise in Städten von über 50 090 Einwohnern, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer dieses gemeinsam beantragen. Ein Antrag Leipzig verlangt, datz sich der Verband der Gastwirtsgehilfen nur dann an den Fach- arbeitsnachweisen beteiligen soll, wenn bestimmte Vorbedingungen gegeben sind. Als solche sollen gelten das gesetzliche Verbot der gewerbsmätzigen Stellenvermittelung am Platze; die Beteiligung sämtlicher Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen. In der Diskussion schildert zunächst Steglitz- Leipzig die Verhältnisse in der genannten Stadt, die Erfahrungen seien keine guten zu nennen. Ba r d e l l e- Breslau betont, datz er mit dem -Fachmann" im Arbeitsnachweis nicht immer die besten Ersah- rungen gemacht habe. Tho m a s-.Hannover: In Hannover seien Leute vom Arbeitsnachweis ausgeschlossen worden, die sich mit ihren streikenden Kollegen solidarisch erklärt hatten. P o c tz s ch- Berlin behandelt in längeren Ausführungen die Matznahmen, die die Re- giernug und Bclstirden in letzter Zeit gegen die Arbeitsnachweise ergriffen haben. Zweifellos gehe die Absicht und die Entwicke- lung dahin, die Arbeitsnachweise zu kommunalen Institutionen zu machen. Trotz aller schlechter Erfahrungen und trotzdem man sichtbar das Bestreben beobachten kann, den Arbeitern auch hierin das Selbstverwaltungsrecht langsam zu entziehen, müsse man doch nach wie vor für die paritätischen und für die Aufhebung der eigenen Arbeitsnachlveise eintreten. Er erörtert des weiteren die Vorteile des paritätischen bzw. der öffentlichen Arbeitsnachweise. In der N a ch m i t t a g s s i tz u n g wird die Debatte über die Anträge fortgesetzt. Von den verschiedenen Rednern werden Beschwerden borge- bracht über die Geschäftsführung von den Facharbeitsnachweisen ibrer respcktiven Orte. Schlietzlich wird unter Ablehnung aller anderen Anträge die Resolution des Referenten angenommen, aus der wir die nachstehenden Sätze wiedergeben möchten: Der Verbandstag spricht sein lebhaftes Bedauern aus, datz sowohl die Regierung lvie sonstige einflutzreiche Behörden und Korporationen seit geraumer Zeit eifrig bemüht sind, die pari» tätische Selbswertvaltung aus den Fackarbeitsnackweisen zu be- seitigcn und dafür eine rein bureaukratische einzuführen. Demgegenüber fordert der Verbandstag, datz die Errichtung paritätischer Facharbeitsnachweise nur unter Garantie der Selbst- Verwaltung der sich' beteiligenden Arbeitgeber, und-nehmer- organisationen mit matzgebendem Einflutz erfolgt. Miller- München referiert sodann über Arbeiterschutz. Die BundeSratSverordnung für das gastwirtschaftliche Personal bezieht sich bekanntlich nur auf das gelernte Personal. Die neue Fassung deS§ 420 f der Gewerbeordnung gibt die Möglich- keit, die Bundesregierungen und die örtlichen Polizeibehörden zu veranlassen, diese Schutzbeftimmungen auch, auf das Hilfspersonal auszudehnen. In München ist dieses durch eine Verordnung der Regierung von Oberbaycrn geschehen; diese Bestimmung ist auch ausgedehnt aus da« in Pensionen, Privathotels usw. beschäftigte Personal. Der Referent schlägt vor, die Rcichsregierung erneut zu ersuchen, die Arheiterschutzbcstimmungen auf das gesamte Per- sonal auszudehnen. Ferner sind aber auch Eingaben an die ein- zelnen Bundesregierungen, sowie an die örtlichen Polizeibehörden zu richten....... Baumeister- Berlin regt an, Material vom Verband, den Gewerbeinspektoren, Medizinern usw. zu sammeln und den Be- Hörden zu unterbreiten. Die Hauptverwaltung sollte eine besondere Konserenz einberufen, um über diesen Punkt weitere Beschlüsse zu fassen. Hierauf werden die Vorschläge des Referenten angenommen. Es folgt ein kurzes Referat von P o e tz s ch- Berlin über die Gewerbenovelle. Die dem Reichstag unterbreitete Novelle zur Gewerbeordnung genüge den Erfordernissen einer den derzeitigen Verhältnissen ent- sprechenden Regelung des Gastwirtsgewerbes nicht. Die Bestim- mung, welche die Einschränkung der Konzessionen betreffen, wären geeignet, der Willkür und der Schikane Tür und Tor zu öffnen, ferner werde die Möglichkeit für die Gehilfen, sich selbständig zu machen, noch mehr eingeschränkt. Die ftir daS weibliche Personal vorgesehenen Schutzbestimmungen sollen sich, wie aus der Begrün- dung der Regierungsvorlage hervorgeht, nur beziehen auf die in den sogenannten Animierkneipen beschäftigten Kellnerinnen. Der Referent ist der Auffassung, datz Verkürzung der Arbeitszeit, eine andere Regelung der Entlohnung, Verbot der Abgaben usw. für alle Kellnerinnen Platz zu greifen hat. Er schlägt vor, die Hauptver- waltung zu beauftragen, zu gegebener Zeit dre geeigneten Anträge an den Reichstag gelangen zu lassen. Nach einigen Anregungen von Baumeister und anderen Delegierten wird demgemätz be- schloffen. Die Abendfitznng beginnt mit einem Referat von P o e tz s ch über die christliche» Gewerkschafte«. Bis vor einigen Jahren gab es innerhalb der gastwirtschaft- lichen Angestellten eine sogenannte.christliche Gewerkschaft" nicht. Seitdem eine solche gegründet wurde, ist die Zersplitterung unter den Gaftwirtsgehilfen noch»veiter gediehen. Die christlichen Or- ganisationen der GastwirtSgehilfen, deren Sitz in Hannover ist, tritt ganz in die Fußtapfen ihrer christlichen Vorbilder von den anderen Berufsgruppe»». ES war daher notwendig, fich auf einem Verbandstage mit dieser Frage zu beschäftigen. Der Gedanken- gang des Referenten kommt in der nachstehende» von ihm unter- breiteten Resolution zum Ausdruck: Die christlichen Gewerkschaften find politisch vom Zentrum, geistig und religiös vom katholischen Klerus abhängig. Die verschiedenen Kundgebungen deS Papstes und der Bischöfe, wie auch die Erklärungen der christliche» Gewerkschaftsführer beweisen dies. Die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter lassen die christlichen Gewerkschaften beziehentlich deren Führer leicht in Konflikt mit den.höheren Interessen' der Kirche und der politischen Partei kommen, die fich nicht immer decken mit denen der Arbeiterschaft. Aus der Geschichte der christlichen Gewerkschaften geht deut- lich hervor, datz deren Gründung erfolgte im Gegensatz zu den fteien Gewerkschaften, deren Weiterentwickelung sie nach Mäg- lichkeit hemmen sollten. Dieses im Interesse der Zentrums- Partei, die vom Agrariertum und den ftomm katholischen In- duftrieherren stark beeinflußt wird, und der katholischen Kirche liegende Ziel, daS Bestreben, die freien Gewerkschaften zurück- zudrängen, treibt die christlichen Gewerkschaften zu immer neuen und immer gewagteren Manipulationen. Die Fälle, wo christ- lich organisierte Arbeiter als Streikbrecher, ihre Führer als Streikbrechervermittlcr auftreten, mehren sich. Die christliche Gewerkschaft der..Gasthausangestellten', die erst seit wenigen Jahren besteht, verfolgt dieselben Tendenzen und wendet je länger je mehr die gleiche Taktik an, wie die übrigen christlichen Gewerkschaften. Obgleich die wirtschaftlichen Interessen der gastwirtschaftlichen Augestellten durch den Ver- band der Gaftwirtsgehilfen in der bestmöglichsten Weise gewahrt sind, suchen die Christlichen überall Sonderorgaiüsationcn ins Leben zu rufen, angeblich, weil viele»» gastlvirtschaftlichen An- gestellten die Weltanschauung der freien Gewerkschaften nicht zusage, und treiben so die Zersplitterung unter den Gastwirts- gehilfen bis auf das höchste, zum Schaden der Angestellten. Es liegt andererseits keine Veranlassung vor, die christliche Gewerkschaft unseres Berufs zu überschätzen. Wenn erst die gastwirtschaftlichen Angestellten in ihrer Mehrheit von den ge« hilfenfcindlichen Zersplitterungsbcstrebungen der Christlichen überzeugt sind, wird ein weiteres Wachstum sicher unterbleiben. Der Verbandstag erwartet von allen Mitgliedern, besoriders von den Funktionären des Verbandes, datz sie mit dazu beitragen, die gastwirtschastlichen Angestellten durch»nündliche und schrift- liche Agitation über das wahre Wesen der christlichen Gewerk- schasten aufzuklären. Die Ausführungen des Referenten werden wirksam unter- stützt von Evers fGauleiter für Rheinland und Westfalen), der au der Hand reichhaltigen Materials aus den einzelnen Orten die Agitationsinethode der Chrichlichen kennzeichnet. Ter Kainpf Ivei�e bei den Christlichen rein persönlich geführt. Sie schrecken vor Deirunziationen und vor Verrat der Arbeiterintcressen nicht zurück, sofern es in ihrein Vorteil liegt. Ein Zusammengehen mit den Christlichen sei abzulehnen. Eine weitere Diskussion folgt nicht, die Resolution wird hierauf einstimmig angenommen. Wochen-Spielplan üer Serliaer Theater. Konigl. Opernhaus. Sonniag: DerRolenkavalier. Montag: Margarete. Dienstag: SIektra.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: Der sliegendc Holländer. Donnerstag: Die Hugenotten. Freitag: Die Meistersinger von Nürnberg. (Ansang 7 Uhr.) Sonnabend: Fidelio. Sonntag: Ai'da. iönmtag: Tannhäuser.(Ansang 71/, Uhr.)___ Konigl. Schanspielftans. Sonutag: Peer Gynt.(Ansang 7 Uhr.) Montag: Die Journalisten. Dienstag: Peer Gtiut.(Ansang 7 Uhr.) Mittwoch:»812. Donnerstag: Peer Gynt.(Ansang 7 Uhr.) Freitag: Die Rabciisteinerin. Sonnabend»rnd Sonntag: Der Vcilchcissrcsser. Mon- tag: Peer Gynt.»Ansang 7 Uhr, sonst Ansang 71/. Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Ein Sominernachtstraum. Montag: Othello.(Ansang 7 Uhr.) Dienstag: Was �ihr wollt. Mittwoch: Othello. Donnerstag: Hamlet. Freitag: Othello. Sonnabend: Was ibr wall!. Sonntag: König Lear. Montag: Ein SommernachtStrauin.(Ans. 7'/, Uhr.) Kainmerspicle. iaonntag: Wetterleuchten. Montag: Der Snob. Dienstag: Scheiterhaufen. Mittwoch: Bürger Schippe!.� Donnerstag: Meii» Freund Teddy. Freitag: Der Snob. Sonnabend und Sonntag: Eumurun. Montag: Frühlings Erwachen.(Ansang 8 Uhr.) Lessiug-Dheatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Professor Bernhard:. Allabendlich bis Freitag: Pygmalion.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabend und Sonntag: Peer Gynt.(Ansang VI, Uhr.) Montag: Nach Damaskus. (Ansang 7'/, Uhr.) Berliner Theater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr:»rotze Rosinen. Allabendlich 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater i» der Königgrätzer Strafte. Allabendlich biZ Sonntag: Mr. Wu. Montag: Die süns Frankfurter.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Küustler- Theater. Sonnlagnachmittag l» Uhr: Der Biberpelz. Abends: Schneider Wibbel. Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Dienstag: Schneider Wibbel. Mittwoch: Der Raub der aabiiierinna». Donnerstag: Schneider Wibbel. Freitag: Der Raub der Sabinerinnen,«onnabend: Schneider Wibbel. Sonntag: Der Raub der Sabinerinncn. Montag: Schneider Wibbel.(Ansang 8 Uhr.) Ko»»ödie»hauS. Soirntagnachmittag 3 Uhr: Die süns Frankfurter. Allabendlich: Kammermusik.(Ansang 8 Ilhr.) Theater an der Wcideudammbrücke. Sonnlagnachmittag 3 Uhr und allabendlich: Der müde Theodor.(Ansang 8'/, Uhr.) iiustspielhaus. Allabendlich 8 Uhr: Die spanische Fliege. Theater des Westen». Allabendlich: Polenblnt.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Theater,«onntagnachmittag: Charleh« Tante. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr»»d allabendlich 8 Uhr: Die Notbrücke. Deutsches Opernhaus. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Wgaro» Hoch- zeit. Abends: Da« Rheingold. Montag: Die Meisterfinger von Nürn- berg.(Ansang 7 Uhr.) Dienstag: Tiefland. Mittwoch und Donnerstag: Der Zigeunerbaron. Freitag: Die Meistersinger von Nürnberg.(An- sang 7 Uhr.) Sonnabend: Das Rheingold. Sonntag: Der Zigeunerbaron. Wontag: Die lustigen Weiber von Windsor.(Ansang 8 Uhr.) Refidenz-Xheater. Sonntag und Montag: Ein Walzer von Thopin. Ab Dienstag allabendlich: Jeanettes Dunkelkammer.(Ansang 8Y, Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich: Jettchen Gebert.(Ansang 8 Uhr.) Schtllcr-Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Abends: Die Maschinenbauer. Montag und Dienstag: Ueber»nlsere Kraft. 1. Teil. Mittwoch: Das große Licht. Donnerstag: Hetügenwald. Freitag: Das große Licht. Sonnabend: Jugendsreunde. Sonntag: Klem-Eva. Montag: Heiligenwald.(Ansang 8 Uhr.) Schiller- Theater Eharlotteuburg. Eonntaguachmittag 3 Uhr: Rosemnoiüag. Abends: Kletn-Sva. Montag: Heiligenwald. Dienstag: Klem-Eva. Mittwoch: Der Koinpagnon. Donnerstag: Ueber unsere Zkrast. I.Teil. Freilag: Klciii-Eva. Sonnabend: Ueber unsere Kraft. 4. Teil. «onntag: Die Maschlnenbauer. Montag: Ueber unsere Ztrast 1. Teil. (Ansang 8 Uhr.) Walhalla-Theater. Allabendlich 8>/« Uhr: Die Dollarprinzesftn... L»isen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Abends bis Donnerstag: Ein seltsamer Fall. Freitag: Nur ein Traum. Sonnabend: Othello. Sonntag und Montag: Nur ein Traum.(An- fang 8'/, Uhr.) Neues Nolkstheater.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Friedhammer. Abends und Montag: Frau WnrrenS Ge- werbe. Dienstag bis Donnerstags Maria Friedhammer. Freitag: Die Haubenlerche. Sonnabend und Sonntag: Maria Friedhammer.(An- sang 8'/, Uhr.) Frledrich-WilhelmstSdtffcheS Theater,«llabendllch Sfl. Uhr: Die Förftcr-Christl. Montls Operette«- Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die Fledermaus. Allabendlich: Jung-England.(Ansang 8 Uhr.) Rose-Tbeater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Philtppwe Welser. LbendS: Die Kino-Königin. Montag: Philippine Weiser.(Ansang 7'/, Uhr.) Ab Dienstag: Die Kmo-Königin.(Anfang 8 Ubr.) Theater am Nollendorfplati. sonntagnachmittag 3 Uhr» Orpheus in der Unterwell. Allabendlich 8 Uhr: Der Juxbaron. Metropol. Sonntagnachinittag 3 Uhr: Ein Blitzmädel. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.(Ansang 7.SS Uhr.) Apollo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Lllaveudllch: Otto Reutter.(Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.(Anfang 8 UhtJ Reichsbnllen-Tbratcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich: Stettiner Sänger.(Ansang 8. Sonntags 7'/, Uhr.) Gebr. Hcrrnscld-TIicatcr. Allabendlich: Ein Reinfall. Heut' ist übermorgen. Die Klabriaspartic.(Ansang 8 Uhr.) Admiralspalaft. Im Tangoklub.(Ansang 8's, Uhr.) Berliner Eispalast. Eisballctt: Amor atit Urlaub.(Ans. 9 Uhr.) Palast am Zoo. Das Mirakel.(Täglich: 8 Uhr, Sonntag 6 Uhr.) Eines Nollcndorf-Theatrr. Histoiro d'un Pierrot.(6'/, und 9 Uhr.) Urania-Theater. Sonntagnachmittag 4 Ubr: Mit dem.Imperator" nach New Jork. Allabendlich: Zum Hochfirn der Jungfrau.(Ansang ö Uhr.) Passagc-Theater. Allabendlich 5 Uhr: Kino-Varits. Kasino-Thcater. Sonntagnachmittag 3»/, Uhr: Trudche«» So«u»er- reise. Allabendlich: Wo die Liebe hinfällt.(Ansang 8 Uhr.) Folies Enprice. Allabendlich: Der Lustturner. DaS Karnickel. Erb- beben.(Ansang 8'/, Uhr.) Zirkus Busch. Allabendlich: DaS Mirakel.(Ansang 8 Uhr.) Marktpreise von Berlin am 1.5. Mai litlt, nach Ermittelungen des königl. Polizeipräsidiums. Mais(mixed), Natal 00,00— 00,00, Donau 0,00—0,00. Mais(runder), gute Sorte 15,30— 4S, 00. Richtswoh 0,00. Heu 7,00-3,40. Markthallenpreise. 400 Kilogr. Erbsen, gelbe, zin» Kochen 34,00—50,00. Speisebohnen, weiße 35,00—60,00. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln(Klembdl.) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 0.00—0,00. Rindflciich, Bauch fleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00—0,00. Kalbfleisch 0,00—0,00. Hammelfleisch 0,00—0,00. Butter 2,40—2,80. 60 Stück Eier 3,20—4,80. 1 Kilogramm Karpfen 1,20—2,20. Aale 1,60—3,20. Zander 4,60—3,20. Hechle 1,40—2,80. Barsche 1,00—2,20. Schleie 1,40—3.20. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krcbic 2,50—40.00. Das Central-Leilihaos unlerhäll keine Filialen, nur allein Eckbaus Jäger- und Kanonierslraße.__ ■Leihhaus.S. Jägerstr.7i Frkp K�nnrnpr�friif�A Hochelegante Monatsgarderoben, teils in prima Seide, zu sehr mäßigen Preisen Elegante Monats-Garderoben, welche in vornehmen Werkstätten nach Maß hergestellt sind, werden als Gelegenheitskäufe zu billigsten Preisen zum Verkauf gestellt, und ist die Auswahl gerade in diesen wenig gebrauchten Maßgarderoben jetzt eine sehr große, da bei dem Saisonweohsel ein starkes Lager vorhanden. teills in ��"'chte Monats'Pa' guter Seide Maügarderob.; letotsfürM. 9, 10, 12, 15, 20, 25 lieg. Hemti-Metl- g. Boel-Mzige gebrauchte Monats-An- Q III IQ IC Qfl QC Maßanzüge züge für M. U, IU, I£, iÜ,£U, 20 Eleg. Kostüme � Kleider zu sehr billigen Preisen Damen ■Garderoben Eleg. Kostüme in großer - Sommer- Ulster Auswahl von 7, 9, 10, 12, 15 M. in den bedeutend erweiterten Parterre-Räumen Theater und Vergnügungen nun □DO □□□ Diche Wochen-Spielplan.) Freie Volksbühne. Sonntag, den 17. Mai, nachm. 3 Uhr: Schiller-Theater O.: ffiefchäft i|t Gelchäst. kkünsller-Theater: Der Biberpelz. Lessing-Tbcater: Proscssor Bernhard!. Nollendorfplatz- Theater: Operette: Orpheus in der Unterwelt. Nene Freie Volksbühne. Sonntag, den 17. Mal, nachm. L'/, Uhr: Deutsches Theater: t!milia Galotti. KammcrsPiclhauS: Die Einnahme von Bcrg-op-Zooin. Nachm. 3 Uhr: Deutsche» Opernhau»: Figaro» Hochzeit. Echiller-Theaier Charlottenb.: Rosen- montag. Thalia-Tbeater: Vater und Sohn. Metropol-Thcater: Ein Blitzmädel. Berliner Theater: Große Rosinen. Montis Operetten-Theater: Die Fledermaus. Trianon-Theater: Die Notbrücke. Theater in der Königgrätzerstraße: Da» Lcbcnssest. Reue» Volks-Theater: Frau Warrens Gewerbe. Abend» 8 Uhr: Neue» VolkS-Thcaler: Maria Fried- Hammer. Abend» 8',, Uhr: Neue» Volks-Theater: Montag und Donnerstag(nachmiitags): Frau Marrens Gewerbe. DtcnStag, Mitt- luoch u. Sonnabend: Maria Fried- Hammer. Freitag: Die Haubenlerche. Sciler-Tlieater 0. (Wallner-Theator). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: (Jeschaft Ist Sonntag, abends 8 Uhr: Itle maschincnbaaer. Montag, abends 3 Uhr: Ucbcr nnmjre Kraft(I. Teil). Schiller-Tlieater Char- lotten- borg. Sonntag, nachmittag» 3 Uhr: Itosenmontag. Sonntag, abend» 8 Uhr: Klein Eya. Montag, abend» 8 Uhr: Hellljgcnwald. Dentsches Künstlertheater Sozietät. Nilnibcrger Straße 70/71, an Zml Kasse: Nollendorf 1383. Sonntag 3 Uhr: Der Biberpelz. Sonntag, 8 Uhr: Sedneiden WibbeL Montag 8 Uhr: Der Raub der Snbtnertnne». Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. Uhr: „Kaminermufik". berliner'kheater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. RGsidenz-Theater. Ansang S'/t Uhr. Sin Walzer von Chopin. Schwant in 3 Akten von Henri ttsroul und Albert Barr«. Morgen und jolgendc Tage: üln Walzer von Clhopln. Theater des Westens. « Uhr- Poienblut. Theater am Holleoilörtplatz§7 3 Uhr: Orpheus In der Unterwelt. s Uhr: Der Juxbaron� FrieW-lheliJÄ TTeätef. Ansang 8'/« Uhr. Die F-rster-Chriftl. Große grr.nfiurtcr Str. 132., Nachm. 3 Uhr, halbe Preise!| "".".>1»" Philippiue Weiser Abend» 8 Uhr: Die Rtno-Kilnlain. Montag ist das Theater bereits ausverkauft. Dienst.: Kino-Königin. \ olgt- Theater Badstrasie 58. Sonntag, den 17. Mai 1914; Nachmittag» keine Borstellimg. Abend» 7 Uhr: Dvtt Cäsav oder: Der Graf von Jr»n. Nomant. Schansx mit Ges. in 4 Alten. Bassencröfin. lv Uhr. Ansang 7 Uhr. URANIA T78/4n9.tr Sonntag 4 Uhr: Mit dem„Imperator'- nach New York. (Kleine Preise.) Sonntag und Montag 8 Uhr: Zum tiochfirn der Jungfrau. ZOOLOG ischer Garten Zoo I Henta je Aquarium: 50 Pf- Kinder ont 10 Jahr, die Hallte. Täglich ab 4 Uhr: Großes Konzert. AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Admiralspalast. Eis- Aren». NoD�ät„Im Tangoklub" und zum 259. Male das effekt- voUe Eisballett.,lMe liistigre Puppe". Bis 6 Uhr u. ab lO*/. Uhr halbe Kassenpreise. Wein- und Uler-Abtellnng. Gesangverein Kreuzberger Harmonie (Mitglied des D. A.-S.-B.) Mittwoch, den 20. Mai, im Saale der Brauerei Priedrichsbain: Vokat- u. Sinfonie- Konzert unter Mitwirkung des Ulttthner-Orcbesterfl. == Leitung(Ohor und Orchester): Franz Bothe.= Vortragsfolge: Erster Teil. Ouvertüre aar Oper.Oborou" O. M. r. Weber K. Kämpl Fr. Schubert L t. Beethoven Aus baltischen Landen. (Suite für Orchester.) a) In den Dänen, b) Die UaBmücken. c) Im Meeressturm dem Tag entgegen. d) Abendlied, e) Kirmes. 3. a) Der Gondelfahrer 4 b) Das Dörfchen/......... (Männerohöre'mit Orchester). Zweiter Teil. 4. Sinfonie No. 1 in O-Dur........ Adagio Molto— AUegro oon brio— Andante cantabile oon moto— Mennetto— Allegro molto e vivace— Adagio— AUegro molto o vivace. Dritter Teil. 5. Die nächUlche Heerschau...., (Sinfonische Dichtung.) 6. a) Dia Jugend............ b) Lenzreigen............. (Männerchöre ohne Begleitung.) 7. Erntelied.............. O. Fried (Männerchor mit Orchester.) Anfang 8 Uhr.— Billetts im Vorverkauf 80 Pf. sind zu haben bei Kersch, Zigarrenhandlang, Engelafor 15; Restaur. Schönborn, am Friedrichsbain, Ecke Greifswalder Straße, sowie bei sämtlichen Mitgliedern. 59/13 P. Ertel L. Thuille Fr. Bothe Zirkus Busch. Gastspiel des Deutseben Theaters Direktion: Maz Reinhardt Anlang 8 Ehr. Vorverkauf an der Kasse des Dentechen Theaters, Zirkus Busch und A. Wertheim. Preise der Plätze von 1— 10 M. Metropol-Theater. "•Sir Ein Blllzmldel. Abend» 7 Uhr 55 präzise: um in 40 Tagen. ♦! Donnerstag, den 21. Mai 1914(Himmelfahrtstag), in sämtliehen Räumen and im großen Garten der Brauerei Friedriehshain, Am Friedrichsbain 16-28: Großes Maifest der„Gottlosen Großes Garten-Konzert �exunSdfrre*oreBl!l»slm x x Ctior- o. Sologesang. Homoristische Vorführungen. 46 Die Reise nach dem Blocksberg Dichtung mit lebendem Bild, arrangiert von Bertbold Sobrödor. Klein Elfchens Maientranm Märchenszene mit Elfenreigen, dargestellt ▼. Kindern d. Gemeinde, arrangiert v. B. Schröder. Der Gottlosen Höllenfahrt. — Frei nach Dantes„Söttlleher Komödie".— Worte vom Stadtverordneten Waldek Manasse. Auftreten der Openv und Konzertsängerin Elsa Hlmmel-Maneke.— Rezitationen: Schauspielerin Frl. Maneke.(Prometheus von Goethe, Glaubensbekenntnis von Visoher usw.) „Warum sind wir gottlos?" Festvortrag VoMtzcitnng. Von 2 ühr ab ist die Kaffeeküche geöffnet Brauen des«chwttrsenten Hexentranke.. X Mas.engesÄnge. X An der Orgel: Herr Organist Ernst Himmel I GROSSER BALL. G Eintr'tts''re'>Mpf Gäste können dnreh Mitglieder eingeführt werden.— Billette a 30 Pf. sind an haben bei R. Nltzka, Neukölln, Erlanger Str. 12 IV; A. Hoffmann. Blumenstr. 22 I; A. Röder, Dänonstr. 9• Geschäftsstelle Pappel- Allee 15-17; 0. Kohlhardt, Alezandrinenslr. 21 IV; Barenthin, Stralauer Plate 10-11; F. Ewald, Schömeinstr. 6. 54/11 Die Freireligiöse Gemeinde. I. A.: A. Hoffmaa*. GroSe Berliner Kunstausstellung Mai-September 1014 Mai-September im Landesausstellungs-Gebäude. KOCHKUHST- pLOfl AUSSTELLUNG Mauerstr. 82 „Die KQehe im Mai" Hcato: Tafelbrot aus allen Ländern. Pikante Aspike. Kartoffelspeisen. Täglich 10— 9 Uhr. Eintritt I Mark. Konzert 4— 8 Uhr, L UNS Park Täglich großes Doppel-Konzert. = Neue Attraktionen.= Wirtschaftsbetrieb: Bernhard H offmann. WWWW Entrec 50 Pf. Neu eröffnet! Neu eröffnet! Cafe Wedding- Palast Mfillerstr. 182-183 Carl Sittsamstein. GroOes Riveill-Kunzert Anfang 4 Ehr. ArminiussHallen, ..... Bremer StraBe 7«— 73. Telephon 186.■■ * Jeden Sonntag: Großer Ball.• Anfang ♦'/, Uhr. LehNSMigS SsUMUStK. Auf aug 4'/. Uhr Avis S Große und kleine Säle mit Bühne, Vereinszimmer und 2 Kegelbahnen noch frei. AllIX Schölzel» Mentes Volksgarten Berlin, an der Eandabergrcr Allee, HUderntr. 88/26 Heute Sonntag sowie jeden Sonntag: ° Gr. Konzert° Spezialitäten° Ball □ Stell« Eewcrkjchaftcn, Vereinen«onzert. Spezialttüten an allen Tagen, auch Sonntag», bei Abhaltung von Festen vollständiges - Programm gratis!— lltflfdtttMhFtt t Vorzeiger dieses Inserat» erhalten an der Kasse AUSllyIlrioral 4 referoicrte Plätze gratis!-«» Kaffreküche, Volksbelustigungen. 3 Bühnen, ZO 000 TibplStze. Brauerei Friedrichshain. Mittwoch, den 20. Mai 1914, abends 8 Uhr; Vokal* und Sinfonie- Konzert Kreuzberger Harmonie und Mitwirkung des Blüthner- Orchesters Dirigent(Chor und Orchester): Erana Bothe. Einlaßkarten im Vorverkauf a 30 Pf. bei d.„Vorwärts"- Spodi teuren Zucht, Inunanuelkirchstr. 12, und Htnisoh, Ackorstr. 174. mm Elysiiim mmm Eandttberger Allee 46/41 Täglich: Konzert, Bali, Spezialitäten Franz Sobanski. Ansang 8Vj Uhr. Entrce 10 Pf. Vereine: Saal it. Garten gratis. IUI hehren wir In y|fO Rheinsberg (Bark) ein? IM- Beim Parteigenossen 1�6 Fritz, Ulrich. Gastwirt gricdrichstraste 4S.» !l km Himmelfahrtstage:: Gr. Dampfer-Extrafabrt nach Vernsdorfer Schleuse Apollo-Theater. Tel.: LDtzow 27S7. 31/, und 8 Uhr: Otto Keutter u. das große Mai Variethprogramra. sNacnmittags kleine Preise. Raachen ge.tattct! STenes Programm! Badiah in ihren Tänzen Johnson u. Dean JeanetteOenarber Kagtime- 1 mit ihrem Sextett| Ballon und eine Aualese hervorragender Kunstkräfte! Entrecplatz Wochentag» M. 0.60. — Raaehen gcutattet!— Casino- Theater Lothringer Straße 37. Säglich 8 Uhr. Kis Montag, den 18. Mai: Der neue Lustspieleschlager: „Mo die Fiebe hinfällt" und da» graste Mai> Programm. Schluß der Saison: Montag. 18. Mai. T»p-TWl>|ili. Lebend! Die letzten weiblichen Azteken! Der untesselbare Rappo, der König der Autbrecher. Aga, die schwebende Jungfrau. Buddhas Qeistertafel. Alles ahne Extra-Entree I Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Notbrücke. Reichshaiieo-Theater. Stettinsr Sänger. Herr Direktor Kiiblicke Burlesk von MchfeL Anfang heut« 7'/. I hr. Folios Gaprice. Täglich 8'/, Uhr: D.............. an Karnickel. an Erdbeben. Wcinbergtweg 19/20. Täglich abends S1/, Uhr: J�cuc Melt| | Arnold Scholz. Hasenheid« 108/114.| Heute Sonntag: Großes Konzert Nariets-Norsttllnug. Ansang 4 Uhr. Entree 25 Ps. Im Riescn-Festsaal: -- OroLer ksll. Bentancant»nn> Oder-Spree-Kanal von der iVlichaelbrÜcke Reederei Zachow. Prel» hin and wrflok SO P». Abfahrt früh 8 Ohr. Hierzu ladet freundlichst»in Pfttf] Schwedlei». Berliner Praler-Theater Kastanien-Alle« 7/9. Während der Vorsaison BW jeden Sonntag:-MW Große Zpeziatitaten- and Theater-Vorstellung. Anfang 4'/, Ubr. Eintritt 30 Ps. Im Saale: Großer Hall. �.IKambra Walluer-Dheater-Strafte 18. «Jeden Sonntag; Großer Ball. Große« Orchester. Ansang Sonntag» 8 Uhr._ A. Kanicltat. Refimeflllk-Trio Adxj Neukölln w Lahnstx.JAk m TZ- m f.?"*c*-i.?*"-« i i•''w»»ih.| l•*it!aage 809 p-i.' r<,»,ot 9r�orang ?1" Eleganter Alpacca« Paletot KÖni�strasse 33 am Bahnhof Aleaaaderpiatz Chausseestr. 113 tzUtm BteUlatf»ahahof »°-».«w 5. Keilige des Jiroirts" Jftlinft liltisllitt. w« verbanöstag öer Lederarbeiter. Am Sonnabend wurde die Etatutenberatung fortgesetzt. Die beftilloffene» Aenderungen betreffe» Meistens nur innere Ver- waltungSai�eleyenherten. Zu erwähnen ist. daß mehrere Anträge, welche sich auf Verbesierung der Streikunterstützung beziehen, dem Zentralnorsirrnd überwiesen wurden, damit er der nächsten General- Versammlung eine dementsprechende Vorlage unterbreite.— Für die Ortsunterstützung an Arbeitslose lag ein Antrag des Zentral- Vorstandes vor, wonach für die ersten drei Tage der Arbeitslosig- lest keine Unterstützung gezahlt werden soll. Die Kommission hat de» Antrag so modifiziert, daß die ersten drei Tage nur dann be- zahlt werden sollen, wenn die Arbeitslosigkeit länger als drei Tag« dauert.— Der Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, daß eine Stärkung der Verbandsfinanzen nicht dadurch erreicht werden soll, daß die Arbeitslosenunterstützung verschlechtert wird.— Die bisherigen Bestimmungen über die Unterstützung beim AuS- setze» der Arbeit wurden gestrichen und dafür beschlossen, daß, wenn das Aussetzen länger als drei Tage dauert, vom ersten Tage an die Arbeitslosenunterstützung gezahlt wird.— Hinsichtlich der Kvankeuunterstützung wurde außer einer formalen Aenderung be- schloffen, die Wöchnerinnenunterstützung, die bisher für ö Wochen gewährt wurde, auf 8 Wochen auszudehnen. Zu dem Teil deS Statuts, der die Verwaltm� des Verbandes regell, wurde beschlossen, daß der VerbandStoy in der Regel in Berlin abgehalten wird. Der AuSschußvorfitzende soll durch den Verbandstag gewählt werde» und eine Entschädigung von 200 M. jährlich erhallen. Die übrigen Ausschußmitglieder werden wie bisher am Sitz des Ausschusses gewählt. Gin« Reihe von Anträgen, die eine neu« Regelung der Gehälter der Angestellten bezwecken, haben der Statutenkommissiou borgelegen, welche folgende Skala beantragt: Erster Vorsitzender 2400 M., steigend anfangs um 100 M., später am 75 M. jährlich bis zu 3400 M. Erster Kassierer und Redakteur 2400 M., nach demselben Modus steigend bis 3300 M. Andere Angestellte im Zentralvorstaich 2400 M., steigend bis 3100 M. Gaulester 2200 M, steigend bis 3000 M. Ortsbeamte 2100 JW, steigend bis 2700 M. Die gegenwärtig gezahlten Gehälter hchben bei den fest 12 und 18 Jahren Angestellten ungefähr die Mitte zwischen den vor- geschlagenen Anfangs- und Endsätzen erreicht. Bei den seit kürzerer Zeit Angestellten stehen die Gehälter teils auf, teils unter, teils wenig über dem vorgeschlagenen Mindestsatz. Nach 4 �4 stündiger Debatte wurde der KommtssionSvorschlag i» namentlicher Abstimmung mst 20 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Angenommen wurde folgende Skala: Erster Vorsitzender 2400 bis 3200 M., Kassierer und Redakteur 2400— 3100 M., andere Zentralangestellte 2400— 3000 M., Gauleiter 2200— 8000 M.. Ortsbeamte 2100—2800 M. Leitende Ortsbeamte großer Zahlstellen können auf Beschluß der Generalversammlung den Gauleitern im Gehalt gleichgestellt werden. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Sein Sitz bleibt in Berlin, der Sitz bei Ausschusses in München. Damit find die Arverden des Verbandstages beendet. Mus aller Welt. Glückliche Gäule l Di« Gutsverwaltung Fallenberg macht in der Berliner bürg er- llchen TageSpresse bekannt, daß das dort gegründete Pferde« Pensionat der Stadt Berlin eröffnet sei. Als Vorzüge werden in der Anzeige besonders genannt:.Freier AuSIauf in der großen Koppel oder geräumigen Einzelständen bei reichlichem Futter, sorgfältiger, pünktlicher und sachgemäßer Wartung und Fütterung und tierärztlicher Aufsicht." Glückliche Berliner Gäule l Ihr habt e« beffer, al« diele Berliner Menschen. Im Pferdepensionat lebt sichS offenbar behag- licher und hygienischer als beispielsweise im Obdachlosen- Asyl. Da ist die Beköstigung weniger reichlich und auch die Pflege weniger sorgfältig, und die ärztliche Aufsicht fehlt gänzlich. Auch zahlreiche Berliner Proletarier-Kinder werden euch um euere ge- hobene Existenz beneiden, und nicht minder all die Zöglinge in menschlichen Fürsorgeanstalten, wo eS häufig bei spärlicher Kost reichlich Schläge gibt und statt eines Arzte« ein arger Mucker die Aufficht führt. Den Tierfreund muß das Pferdepenfionat der Stadt Berlin mit Befriedigung erfüllen, den Menschenfreund da« gegen stimmt eS wehmüttg, daß für Tiere vielfach beffer gesorgt wird als für Menschen._ O Deutschland, hoch in Ehren... Eine Kulturschmach wird auS dem heffen-nassauifchen Kreise Biedenkopf gemeldet. Der in Battenberg wohnhafte KrtegSveteran von 1870/71, Ernst Bode, wurde auf freiem Felde verhungert aufgefunden. Verhaftung der Kolmarer Mörder. Die beiden an der Ermordung de« Chauffeurs K o h l e r auS Kalmar beteiligten jungen Burschen F r u tz und Lambert sind von der ftanzöflschen Polizei in Havre verhaftet worden. Bei der Verhaftung wollte Frutz auf einen Polizeibeamten schießen. Dieser aber packte ihn am Arm, so daß der Schuß fehlging und Frutz in den Kopf traf, der alsbald verschied. Frutz suchte am Freitag seine in vernon bei Ronen lebende Tante auf, gestand ihr sein verbrechen und bat sie um Geld, da er seit drei Tagen nicht« gegessen habe. Die Frau gab ihm hundert Frank und sagte ihm, er möge sich umbringen, um die Ehre der Familie zu retten. Frutz soll da« versprochen haben und war mit seinem Komplicen nach Havre abgereist, wo man ihnen bald auf die Spur kam._ Fliegerkatastrophe ia Halberstadt. Etn schwerer Absturz, der den Tod zweier Militär- f l i e g e r zur Folge hatte, hat sich am Sonnabendnachmittag auf dem Flugplätze in Halber st adt ereignet. Die beiden Flieger Leutnant W i e g a n d t vom Infanterieregiment Nr. 122 und Oberleutnant Felltnger vom Pionier- bataillon von Rauch Nr. 3, die eine Landung vornehmen wollten, sind infolge FlügelbrucheS aus SOO Meter Höhe abgestürzt. Beide waren sofort tot. Krieg im Friede«. Auf dem französischen Manöverfeld von Ebrenx hat sich am Freitag ein schwerer Unfall ereignet. Zwei Eskadronen deS 7. berittenen Jäger-RegimentS manövrierten dort. Die eine Eskadron simulierte eine Attacke aus eine Batterie, während die andere Eskadron die Verteidigung der Batterie übernommen hatte. Die beiden Eskadronen attackierten mit solcher Wucht gegen- einander, daß ein Zusammenprall erfolgte, wobei vier Jäger tödlich und einer leichter verletzt wurden. Ein anderer schwerer Unfall hat sich am Sonnabendvormittag auf dem deutschen Truppenübungsplatz Polygon bei Sttaßburg zugetragen. Eine Anzahl Soldaten deS Infanterie- Regiments Nr. 132 bediente mehrere auf einem hölzernen Gerüst aufgestellte Maschinengewehre, als dieses plötzlich infolge der großen Belastung zusammenbrach. Die Soldaten stürzte» mit den Maschinengewehren aus beträchtlicher Höhe herab. Fünf Rann erlitten schwere Verletzungen und mußten sofort in« Militärlazarett eingeliefert werden. Russisches GefängniSelevb. Die ttanSbaikalische Zeitung.Nowj" schildert die schreckliche» Zustände zweier Gefängnisse bei I r k u t S k. Ein Gefängnis ist mit Insassen vollgepfercht. In einem Raum für 85 Personen müssen 100 bis 120 Personen sich aufhalten. Die Lust ist er- stickend und ttotzdem fehlt die Ventilation. Di« gellen find kalt, da sie sehr mangelhaft geheizt werden. Da« nicht durchbackene Brot bleibt den Sträflingen beim Esse» an den Finger» klebe», und alle Insassen tragen Lumpen auf dem Leib«. Di« Hälfte der Sttäflinge liegt ständig krank danieder und die Hälfte der Kranken rafft der Tod hinweg. AuS alte« EhronSe«. In einer Festschrift zur Feier des 800jährige« BefleheuS her .München-Augsburger Zeitung" findet sich folgende kurze Notiz a«S Nr. 84 vom 26. März 1835:.Zu München ist einem Setzer in einer dafigen Buchdruckerei etwas Außerordentliches begegnet. Derselbe muß wahrscheinlich durch einen Trunk Wasser etwa« verschluckt haben, woraus ein Frosch worden ist, der demselben schon längere Zett«»- behagliche Bewegungen im Magen verursachte. Er zieht eine» Arzt zu Rate, dieser gibt dem Leidenden ein Brechmittel, und am letzt- verflossenen Sonntag bricht derselbe einen lebendigen Frosch! Da« m e r k w ü r d i g st e bei dieser Sache bleibt wohl immer, wa« diesen Setzer zum Wassertrinken verleitete I" Der Redakteur muß ein arg wasserscheuer Bierphilister gewesen sein: erscheint ihm doch als das merkwürdigste an der höchst merk» würdigen Geschichte, daß ein Mensch überhaupt Wasser über seine Lippen bringt._ fliehte Rotlze». Eifersuchtsdrama. In Altona gab am k onnadendbor mtttag ein 2Sjähriger Schmied aus Eifersucht auf seine Braut zwei Schüsse ab, wodurch diese nicht unerh eblich v erletzt wurde. Inder Meinung, sie getötet zu haben, richtete er die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch eine Kugel in den Kopf. Ein sauberer Patton. Der Inspektor der ftanzöfifchen Staatsbahn P e s ch a r d wurde am Freitag in einem Schnellzuge bei Caen in dem Augenblick verhaftet, al» er die Handtasche und den Regenschirm eine« im Speisewage» weilenden Reisenden st a h l. In der Pariser Wohnung PeschardS wurde« zahl- reiche aus solchen Diebstählen herrührende Gegenstände gefunden. Die Lungenpest. In einer Ortschaft im Bezirk Baku find nach amtlicher Meldung fünfzehn Personen unter Symptomen von Lungenpest erkrankt. Dreizehn von ihnen sind bereit» ge« storben. v*.-j.> Sozialdemokratiseher Wahlverein für den 4. Berliner Reiehstagswahlkreis. - istralauer Platz 10—11. Am Dienstag, den �9. Mai, abends 8 /2 Uhr: WMerverzsmmlunmn Tagesordnung in allen 6 Versammlungen: I.Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Viertelsleitung und Wahl derselben. 4. Vorschläge zum Kreis- und Zentralvorftand. Die Versammlungen finden statt: Für das Görlitzer Viertel im„Reichenberger Hof", Reichenberger Ttr. 147. Vortrag des Genossen IVluiKv über:»Mars regiert die Tt»nde-. Für das Köpenicker Viertel in„Süd-Ost", Waldemarstrahe 7S. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen<*. Davidsohn über:»Der Kampf der Reaktion gegen die Gewerkschaften-. Für das frankfurter Viertel bei Boeker, Weberstrafte 17. Vortrag des Genossen Wioloch über:»Kirche und Arbeiterbewegung-. Für das Stralaner Viertel in den Comeniussälen, Memeler Strafte«7. Vortrag des Genossen D. Lleshe über:»Die Grziehungspflichten des Ttaates und die Arbeiterschaft-. Für das Petersburger Viertel in den Prachtsäleu des Ostens, Frankfurt. Allee 151/52 Vortrag des Rcichstagsabgeordneten Genossen Das« nuahl über: Kommandogcwalt«ud Reichstag-. Für das Landsberger Viertel im„Elysium", Landsberger Allee 4v. Vortrag des Rcichstagsabgeordneten Genossen D. Dttchnor über:»DaS neue Kranken- koffengcsetz-. 213/13- ZlltUllodshnoh legitimiert!-MV___ Per Vorstand» SozialdcmokratifcHer AaHIverein für den 6.BerlinerlReicl)$tad$u;al)lhrei$. Am Montag, den 18. Mai, abends SV« Uhr: 31 Mitglieder Versammlungen in folgenden Lokalen: 1. Abt. Büttners Festsäle, Schwedter Str. 23, kleiner Saal i.„ Büttners Festsäle, Schwedter Str. 23, großer Saal 3.„ Berolina-Säle, Schönhauser Allee 28, Mittelsaal 4„ Berolina-Säle, Schönhauser Allee 28, großer Saal Gliesche, Kopenhagener Str. 74 Süßmilch, Bornholmer Str. 7 Strack, Schönhauser Allee 134 b Swinemündcr Gcsellschaftshans, Swinemünder Str. 42 Borussia Säle, Ackerstr. 6/7 K. 6. 7. 8. 9. 10. Abt. Riedel, Hussitenstr. 40 11.„ Oranienburger Feftsäle, Chaussee- straße 16 12.„ ArtuShof, Perleberger Str. 26 13.„ Moabiter Bürgersäle, Beusselstr. 9 14.„ Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclef- straße 24 15.„ Brauerei Patzenhofer, Turmstr. 28 17.„ Feibels Festsäle, Kolberger Str. 23 18.„ Fraukes Festsäle, Badstr. 19 19.„ Schmidt, Prinzen Allee 33 20.„ Nord-Palast, Kösliner Str. 8 21.„ Pharus-Säle, Müllerstr. 142 22.„ Sachon, Müllerstr. 136 Mitglieder- Versammlung der 16. Abteilung «m Mittwoch, den Sv. Mai, abends 8'/- Uhr, bei Funke, Triftstraße 63. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Wahl der Delegierten zur Berbands-Generalversammlung. 2. Stellungnahme zur Tagesordnung der Kreis- Generalverfamm- lung am 36. Mai und den vorliegenden Anträgen. »j Antrag der 13. Abteilung, betreffend Teilnahme der Stadtverordneten an den KrciS-GeneralversammIungen. b) Antrag der 20. Abteilung: Den Parteitagsbericht in Mitglieder-Persammlungen nach der General- Versammlung zu geben. c) Antrag des Bezirks 701: Den Bericht in Bezirksversammlungen zu geben._ d) Antrag der Bezirke 73ö und 737: Den Bericht vom Parteitag iu mehreren Viertelsversammlungen zu geben. «) Antrag des Bezirks S01: Die Wahl der Delegierten durch Urabstimmung erfolgen zu laffen und die Be- richterstattung in Abteilungen zu geben. 5) Antrag des Genossen Manie: Die als Beisitzer gewählten Jugendgcnossen an den Kreiskonserenzen teil« nehmen zu lassen. g) Antrag des Genossen Monte: Bei§ 21 der Aussührungsbestimmungen hinter Abs. 4 zu setzen: zwei Vertreter der Beisitzer, welche in den Versammlungen der Jugendlichen gewählt werden. b) Antrag des Genossen Bühler: Jede Woche im„Vorwärts- eine Seite als Bellage sür Stimmen aus dem Volt zu reservieren. Protest des Genoffen Kleinschmidt. Referentcu sind: Für die 2. Abteilung Gen. Koblenzer, die 9. Abteilung Gen. Hetzsckolck und die 12. Abteilung Gen. Moses. —————— Mitgliedsbuch legitimiert J■'' Zahlreiche Beteiligung erwartet 227/t7- Oer Vorstsnä. Lesirksverrpaltung GroK-kerlin. Engelufer 14/15 11. Telephon: Amt Morihplan Nr. 4747 und 2382. Achtung! HF" Achtung! Delegierte zur ordentlichen General- Versammlung der Bezirks- Verwaltung Groß- Berlin. L« Montag, den 18. Mai 1914, abends 8� Uhr. in Kellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97: Ordentl. Genkral-Nkckmmlilllg pro 1. Ooartal 1914. Tagesordnung: l. Mitteilungen. 2. Geschäjts-, Kassen- und Arbeitsnachwcisbericht. 3. Erledigung eoentl. eingegangener MMge. 4. Geschäftliches. NB- Legitimationskarte sowie Mitgliedsbuch find mitzubringeu und zwecks Kontrolle bezw. Abstempelung egen. VW- Ohne Karte«ud Mitgliedsbuch kein Zutritt."WG Wer über 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 64/10 Die Bezirksverwaltung. I. A.: A. Werner. Wahlverein Charlottenburg. Dienstag, den 19. Mai, abends 8� Uhr, im Volkshanse, Rofinenstrafte 3: Mitglieder �Versammlung Tagesordnung: i. Imperialismus. Dr. Rosa Lulemburs. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Verbands- und Kreis-Generalversammlung. 4. Wahl der Delegierten zur Berbands-Generalversammlung. 5. Verschiedenes. - Mitgliedsbuch legitimiert. xo/is Pünktliches Erscheinen erwartet Ter Vorstand. ir Verwaltung Berlin. (ieneral-verlaminlung Mittwoch, de« 2Q. Mai er.» abends 8'/, Uhr, im Ge- Werkschaftshans, Engelufer 13, Saal 4: Tagesordnung: Bericht der Ortsverwaltung und Kassenbericht. Wahl vo« 3 An- gestellten. Verbandsangelegenheiten. 3ranehen-Versamtiilmigen! Drechsler-, Master-, Treppengeländer- Branche! Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr. im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. , Tagesordnung: Bericht von der Generalversammlung. Die Arbeitsvermittlung im Drcchsteraewerbe und unsere Stellung dazu. Verbands» und Branchen. angelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheine» ersucht _ I»le Kommlfwlon. Maschinen-Arbeiter! Montag, de« 18. Mai 1V14, abends 8 Uhr, m de« Andreas-Festsäleu, Andreasstr. 2t, Tag«Sordnung: Reuwahl des Branchenleiters. Reuwahl emeS ObmanneS. Branchen- angelegenheiten. Verschiedenes. Die Kommission. Korbmacher! Montag, de« 18. Mai, abends 8'/, Uhr, im Lokal von Krause, Maria«»e«platz 8. Tagesordnung: Vortrag de« Kollegen Wendel: Unsere ausländischen Bruder. Organisationen. Bericht von der letzte» Generawersammlung. Branchen- angelegenheiten und Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen jedes Kollegen ist dringend erwünscht. Die Kommission. Ifergolder! Montag» den 18. Mai, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer IS(Saal 1>: Tagesordnung: 1. Bericht der Branchenkommiffion. 2. Verbandsangelegenhetten. 3. ver- schiedeneS.____ Dl© Kommission. Modeli- u.?abrHchler! Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, im„Rosenthaler Hof", Rosenchaler Str. 11/12: Tagesordnung: 1. Bericht von der Branchenkonferenz. 2. Verband»- und Branchen- angelegenheiten. Die Kommission. Schirmmacher! Montag, den 18. Mai, abends«'/, Uhr, bei Stein, An der Stralauer Brücke 3. Tagesordnung: Die Lohn« und Arbeitsbedingungen in der Schirmbranche. Lranchenangelegenheiten. Mulllimstruwentell-nrbelter! Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal Südost, Waldemarstr. 75. Vertrauensmänuer-Bersammlung. Die Lehrlingssrage. Tagesordnung: Di« jetzige Situation in unserer Branche. Branchcnangclegenbciten. DW- Mitgliedsbuch legitimiert. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Die Branchenleitung. Bezirk Neukölln. Mdeltischler! Montag, den 18. Mai, abends« Uhr, im Lokal Jdealpafsage, Weichselstr. 8: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Bericht von der Generalversammlung. Ver- bandSangelegcnheiten. 87/19 Aeedzä Reinickendorf, | Größtes Vergnügungs-Etablissement das Nordens, 5000 Sitz- j platze, hundertjähriger Park, am herrlichen großen Schäfersee gelegen, Ruderboote, Kegelbahnen, Volksbelustigungen aller Art, große Säle stelle den geschätzten Vereinen zur 1 Abhaltung größerer Festlichkeiten und Versammlungen Sonntags sowohl wie Werktags gratis zur gefl. Verfügung. 2131b- A. Raasch, Telephon Reinickendorf 3064. Einige Sonntage, Sonnabende un d Pfingstfeiertage frei. Bequeme Fahrverbindung: Linien 32, 33, 41. UaltttrgMell-Krlmtttll- lmd Äerbekasse zu Charllitteuburg.».°.©j Sonntag, de« 14. Juni, vormittags 10 Uhr, im Kaflenlokal, Spreeftratzr Sft Anfterordentliche X ageSorbnung: 1. Abrechnung vorn L Wertetzahr. 2. Beschlußiasiiing über die Sc- schästssührung nach dem neuen Statut. 3. Wahl de» Vorstand«» und des AuffichtSratS. 4. Verschiedenes. Ziegen Besuch cUvuetet>ßvf14 De© Vor-stnnd. Wilhelm Rendorf. kkmm Ortskrankenkasse für Berlin Tempelhof Bekanntmachmtg über die Vom kgl. OberverfichernngSamt Groß- Berlin genehmigt« Satzung«- Aendenmg. Wahlordnnng. § 07. (X vedergangSbeM i mmiiigm Fristen für die Wahlzeit 1914—1917. Für dir ersten Wahle» de« AuS« schusics und d«S Vorstandes werden abgekürzt die Friste» de» § 5 Absatz 1 von vier Wochen aus zwei Wochen, K S Absatz 2 von vier Wochen aus zwei Wochen, S 8 von 2 Wochen auf 1 Woche, S 20. 2..' 1. 8 23»6..». Genehmigt Charlottmburg, den 9. Mai 1914. Königliches Ober-versichrrungSamt Groß- Berlin. gez. ▼. Gostkowsld. Berichtigung. Zu der in Nr. 117 vom 30. April er. veröffentlichten Bekanntmachung de» treffend das Ergebnis der Wahl für den Ausschuß der Arbeitgeber. Ver- trcter. AIS Vertreter von der Aste II ist an Stelle de« Prokuristen Herrn Werne© Thiede, vertin, Belle- Alliancestratze. 37, der Kaufmann GnstaT Schoelske, Verlin- Tempelhof, Kaifer-Wühäm-Str. 74, zu setzen.[274/1 Bcrlin-Tempelhos, de» 15. Mai 1914. Der Vorstand d. Mlgem. Ortskrankeakaff» für Berlin-Tempelhof. gez..Albert George, 1. Vorfitzendcr. Wanderkarlen hält stets vorrätig Buchhandlung Vorwärts Liudcnstr. bg(Ladeut NLdel-NiiZliiln W Klnnil» atgrOtxM 1871 Gartenstrasse 52 am Gartenplata empflehlt Kompl. Uolmnnfs- lEinriditünsen $ vom einfachsten bia sT u elegantesten Genre. u Grosse Auswahl kompl. aofgestefHer o I Herrenzimmer, Speise- 1 | Zimmer, Schialzimmer, s ° Wohnzimmer, Solons bjw, |in 10 Etagen. I Grosse Auswahl in kompi.aiitzjMtelKen modernen Küchen. Sämtliche D• kora tlons- gagenstlnda, n Jeder EiDricbtung passend, am Lager, Elf»na Tapeslerer- Werkstätten. Assi Wimach ff Bequeme"WO Zohlüngserlelcliterung! Verein f&r Frauen u. Kidchen der Arbeiterklasse Montag. 18. Mai. abends«>/,Ilhr. i» Kellers Neuen Philharmonie, K�penicker stratze Sö/97: *ottra9-: Das llklie öranlieuvtrsichkrungsgtsttz. Reserent: Herr Rcichstagsabgeordneicr Hauer. EPS&~ Gäste willkommen. tWjA _ Der Vorstand. hi [der Achtung! Achtung! Balischuhmacher Berlins! Montag, den 18. Mai 1S11. abends 8>/. Uhr, bei Doeleer, Wcbcrstrafie 17: V er Sammlung sämtlicher in Ballschuhfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Uuternehmerverband wegen des neuen Lohntarifs. 2. Weitere Beichlugsagung. �.DMcrtCtt* dieser Versammlung eventuell über . Krieg und Friede» in uuserem Berufe ab- gestimmt werden wüst, ist jeder einzelne zum Gricheincn verpflichtet. 169/12 Die Drrtsvem-altitiiK. Die Branchenlcltang. ofterieron frei Haus für das laufende Jahr den großen oder ganzen Eimer.. 35 Pf. den kleinen oder halben Eimer.. 25, Bestellungen erbitten• Norddeutsche Eiswerke, söSaTdo/«. Stokenpferd-SBiFE die beste Liiienmlich-Seife von Bergmann& Co., Radebeul, für zart«, weiß« Haut u-6 blecdcnd«cbdnen Teiat, 4 Stück 50 Pfg. Cberall zu haben. Ileut5eder Ardeiter- Vanderbund —„Die Matnrfreunde". Ortsgruppe Berlin. Pfingsten 1�14 Billige Ztäg. 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Kreis. ey ' �SCiSCCCOe»«SSSAAK� I.14.BerL Reiehslagswahlkreis. Petersburger Viertel. Bez. 366 II. Den Mitgliedern zur Nachricht. dast unser Genosse, der Gastwirt .luBius Ronke I Mirbach str. 19, gestorben ist. Ehre seinem Zlndenke«? Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle dc-Z .�entral-FriedhoseS m Friedrichs- selbe auS statt. Der Borstand. SoziailIßfflokratiscIlerWahlvemD Li iBerLHeiehslagswahlkreis. 10. Abt., Bezirk 623. Am Donnerstag, den 14. Mai, verstarb unser Genosse, der Klempner Miz Rettig HermSdorser Straße 6. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nach» mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- balle des städtischen Friedhofes, Müller«, Ecke Scestraßc, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/16 Vvr Vorstand. 14. Abt.. Bezirk 695. Am Donnerstag, den 14. Mai, verstarb unser Genosse, der Buchbinder Hermann Wejand Waldstr. 55 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. Mai, nach- mittags S'j, Uhr, aus dem Fried- hos in Stahnsdocs statt. Um rege Beteiligung ersucht Vor Vorstand. ßentseiier BuetiblDiler-YeM. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, dag unser Kollege ttermsan>Vexaiid Plötzlich gestorben ist. Ehre seine,» Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai. nach- mittags'Iß Uhr, auf dem Kirch- hos m Stähnsdors statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 23iii Tie Ortsverwaltnng. äzilMmiMä Mvema Neiikölin. Am 15. Mai verstarb unsere Parteigenossin Berte Tesche Kaiser-Friedrich-Str. 235, 4, Bez. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. Mai, nachm 3>/, Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gcmcinde-Friedhoses, Mariendorscr Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Am Freitagmittag verstarb nach I langem Leiden meine tiede Frau, I unsere herzensgute Multcr, ' Schwester, Schwägerin und Tante LZSri» geb. Haack. Neukölln, 16. Mai 1914. Im Namen der Hinterbliebenen: Paul Tesche Kindern. Beerdigung am Dienstag, den 19. Mai, nachmittags.'i'/i Uhr, aus dem Gemeindc-Friedhos, am Mariendorscr Weg. Mxkt ßauarliEiler-Vertani Zweigwein Berlin. Mektlon der l'ntxer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Peinhold Krause am Freitag, den 15. Mai. im Alter von 56 Jahren an Magen- krebs verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, den 19. Mai, nach- mittags 4 Uhr. im Krematorium Vicht"..... Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. MSemMaeBer Mm Hiederbaim Bezirk Pankow. Am Donnerstag, den 14. Mai. vormittags 10 Uhr, verstarb nach langem Leiden unser Genosse l)tto Hgasevili. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 5'/, Uhr, von der Halle des Neuen Pankowcr Friedhofes in Schönholz aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Tie Bezirksleitung. si'aiiMiÄkkeüßi'-Maiii Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Brauerei- arbeiier Otto Rgasewt? von der Firma Löwenbrauerei, Hochstraße, am 14. Mai im Alter von 40 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nach- mittags i'l, Uhr, von der Leichen- halle des Gemeinde- Friedhoses Pankow-Schönholz auS statt. Um rege Beteiligung ersncht 67/20 Die Bezirksverwaitung. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener >VaIter Krichmus am 11. Mai im Alter 25 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Bezirksverwaltung. von Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Böttcher Raul Sieflzep an Lungenleiden verschieden ist. Die tietbetrüble Witwe. Die Beerdigung findet Montag, nachmittag» 3'/, Uhr, auf dem Gemeindefriedhos in Friedrichs- selbe statt. Deutscher Metallarheiter-Verhariil Verwaltungsetelle Berlin. Den Kollegen zur Nachrtchl, daß unser Mitglied, der Mechanitcr Vilhelm Halltofen gestorben ist Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Mat, nach mittags 3 Uhr, von der Leichew Halle des Gememde-Friedhofcs in Steglitz, Bergstraße, aus statt. Ferner starb der Gürtler unser Mitglied, Georg Schiniel am 15. d. M. Görlitzer Str. 50, an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- balle des Tabor--KirchhoscS in Ahrensselde aus statt Ferner starb der Klempner unser Mitglied, FrUi Heilig, Ma! HermSdorser Str. 6, am 14. an Herzschlag. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nach- mittags S'/t Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Fried- hoscS in der Seestraße, Ecke Müllerstraße, aus statt Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 118/ 13 Die Drteverwattung, Deutscher Bolzarbeiter-Verhanl Zahlstelle Berlin.' Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen- arbeiier Rodert HnKChhe Charlottenburg, Soorstraße 34 im Aller von 41 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mat, nachmittags 2>/, Uhr, von der Halle des Luisen-KirchhoseS, Fürsten brunner Weg, aus statt. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Richard lamm Cadiner Str. 9 im Alter von 30 Jahren ge- starben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des ZeniralsriedhoseS in FriedrichSselde aus statt Uni rege Beteiligung ersucht 87/18 Die Drtsverwaltung. Am 14. Mai verstarb nach kur- zem, schwerem Leiden unser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Schriftsetzer 208Sb Oskur Donath im 49. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Das Personai der Buchdruckerei H. Klokow. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mai, nachmittags i'l, Uhr, von der Halle des alten Sophien-Kirchhoses in der Bergstraße aus statt Statt besonderer Meldung! Allen Freunden, Bekannten und Kollegen zur Nachricht, daß mein lieber Mann und meines Kindes guter Bater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Gürtler 2132b Utax lUoering nach langem Leide» sanft eni schlafen ist Um stille Teilnahme bitten Witwe Therese Doering. Familie E. Doering. Familie R. Klose. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19, Mai, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuen Treptower Ge- nieinde-FriedboseS aus statt. Am Freitag verschied mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater, Großvater und Onkel, der Zimmerer Viiheim Marquardt. Dies zeigen tiesbetrübt hier- mit an Die trauernden stlnterbliebenen. Schöneberg, Neukölln. Die Beerdigung. findet am Montag, den 18. Mai, nach- mittags 3 Uhr, vom städlischen Friedhof, Mariendorscr aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzliche Teilnahme bei der Beerdigung un serer lieben Mutter sagen wir allen Verwandten und Bekannten, ins besondere dem Transportarbeiter Verband, den Botensrauen der Vor wärts-Spedition Müllerstr. 34a, dem Gesangverein.Männerchor Wedding' sowie den Mietern des Hauses Trift slraße 52 aus dieses» Wege unseren herzlichsten Dank. 116» Gtbrnder Elge. Von d«r Reise zurück: dozont Dr. W. Liepmann Franenarzt FasanenstraHe 41 £}pezialarzt (. Haut-. Harn-, Frauenleiden, nerv.Schwüche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hat»< Kuren in u.Cv. konz. Laborat j Blut- Untersuchung., Faden t. Harn usw. Filsdiichitr. 81,«S. Spr. 10-2, 5—9, Sonnt. 11—2. Honorar massig, auch Teilzahl. Separate» Damcnzimmer. «II», V»/«»»»«,«CUIM Dr. Homeyer 10 JSSark monatliche Teilzahlung liefert elegante ' errengarderobe nach Maß, eigenes lofslag. Per Kasse Preisermäßigung d.l'oiHporowskl, Schneidcrmst., jeiit SW 47, Dreibundstr. 47, an der Bellcalliancestr. u. Tempelhoser Feld. 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Mariannenftr. 7. Mcmelcr Str. 16. Memeler Str. 48a. Geschäft Pankstr. 68—69 gehört Müllerstr. 144. Müncheberger Str. 6. Petteukoferstr. 5. Neichenbergcr Str. 114. Nigaer Str. 79. Rigaer Str. 104. Rlldersdorscr Sir. LS. Schulzendorfer Str. 2. Sparrftr. 20. Taborstr. 15. Torsstr. 23. Wrangelftr. 7k Zossener Str. 2. Schöneberg t Apostel-PauluZ-Str. 6. Kolonnenstr. 4. Göbenstr. 25-26. Gustav-Frcyiag-Str. 9. nicht mehr der Firma Hanke u.(U, Außer dieser Firma ist selbstverständlich auch die Firma 40/7 IMnard CJoldaeker für alle Organisierte gesper Die Verkaufsstellen der Andreas fir. 66. Artilleriestr. 4. AlieSchönhauserStr. SS. Badstr. 33a. Brunnenstr. 129. Danziger Str. 4. Dresdener Str. 6 kam Kottbuser Tors. KI. Franksmtcr Str. 18. rt. Finna voldacker find! Gr. FranksurierStr. 139. Frankfurter Allee 123. on Medrkchstr. 247. Jnvalidenftr. 157. Kastanienallee 35. .Kirchstr. 1(Moabit). Koppenstr. 75. Königsberger Str. 1. Kottbuser Damm 12a. Müllerstr. 15«. Reinickendorfer Str. 113. Schönhauser Allee 70«. Schönhauser Llllee 177e. Turmstr. 43(Moabit). Wilsnackcr Str. 15 (Moabit). Schöneberg: Goltzstr. 31. Eharlottenburgt Berliner Str. IIb. Kanistr. 134b. Nürnberger Str. 42. lihlandjtraße. Wilmersdorser Str. 44. Wilmersdorscr Str. 66. Xiekt identiseh mit Weidner und nicht zu verwechseln sind die Geschäfte der Firme«: ?sut Zürnte, Oster Xante u. frltz Xanke. Diesclbm habe» mit dem Streik(Firma Hanke«. Co.) nichts zn tun. Da» Geschö ft Oppelner Str. 88 ist nicht wehr identisch mit Weidner(Firma Hanke«.«».) Der jetzige Inhaber, Herr vlnnk, bezieht seine sämtliche« Waren ans Tarifbäckereie», was hiermit ausdrücklich zur Vermeidung von Verwechselungen konstatiert wird. Ter Vertrauensmann der Bäcker Berlins und Umgegend. ■■■■■■■■■■■ f GR. v. m. s.- Petcrsha&eii 5 ca. 7 Min. v Bahnh. Fredersdorf. Kostenfrei® Auakunft beim Vertreter Pohle Im Verkaufspavillon am Bahnhof Fredersdorf. 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Z.)(Nachdruck verboten) 107 43» 090 775 77 810 933 1003 124 36«7 73 220 89 404 28 558 741 2120(500) 90 211 43(1000) 65 79 98(1000) 438 (500) 548 700 57 3045(600) 220 407 33 556 80 761 82<600, 840 78 964 4117(600) 27 382 477 631 617 744 922(600) 8163 87 312(1000) 672 821(500) 6077 88 109 96 200 71 317 447 631 76 946 90 7232 646 60(1000) 743 812 71 8063 305 15 85 504 38 62 503 24 79 717 67 808 66 6217 344 60 623 27 685 883 937 10007 19 278 331 67 447 63 607 40(600) 84 634 37 790 862 962 11011 129 296 491(600) 660 62(1000) 69 746 59 907 12033(3000) 114 406(1000) 31 635 38 13180 348 711 854 14036 66 76 113 61 210 38 366 99(600) 617 777 93 866 15060 84 266(1000) 372 609 738 59 909 69 18025 64 623 98(3000) 786 819 54 1 7108 234 66( 3000) 603 22 62 744 80 18010 243(600) 355 448 80 637 83 772 887 921 18101 29 201 32 328 403 60 681 794 2 0217 49 90 409 25 699 794 21011(600) 90 252 345 429 (1000) 761 804 901(500) 13 70 2 2002(600) 6 419 506 613 800 23174 322 86 610 43(3000)666 BIO 11 25 24100 342 462(1000) 57 68(500) 603(1000) 816 21 34 2 8 082 89 286 98 383 467 609 41 846 54 917 46 70 2 6110 332 49 403 65 694 817 86 938 27484 718(1000) 22(1000) 910 17 28136 337 660 851 916 2 9074 173 306(600) 10( 600) 671 663 80294 413 86 685 723 62 841 31284 420 630 43 693 720 864 (1000) 970 3 2018(1000) 254 337 72 435 666 710(1000) 934 68 3 3046 127 64 98 310(600) 97 766 958 3 4087(1000) 185 264 63051 69 229 72 361 94(3000) 764 3 6453 615 46 709 63 872 945 57 8 7 479 689 677 785 846 910 68 80 3 8 067(600) 146 206 416 661 654 88 728 8U2 24 55 60 902 98 3 6081 165(1000) 70 260(600) 3Ö3 401 38 604 33 90 736 44 76 40014 360 486 666 629 786(600) 888 903 16 41021 60 74 161 76 361(3000) 741 4 2014 158 217 432 62 627 68 83 666 729 49 4 3074 227 80(3000) 357 463 670 605 14 73 757 891 44026 314 612(3000) 737(500) 863 905(3000) 26 4 5 022 93 307 77 420 46 611 70 867 932 4 6314 21 469 91 631 700 65 4 7000 79 103 227(1000) 392 528 672 87 4 8098 419 53 64 826(1000) 40203 14 303(3000) 661 759 88 885 900 78 50206 466 601 734 51020 76 166(1000) 85 90 575 76 683 870 964 6 2106 25 298 312 609 66 910(600, 63145 58 318 67 441 90 94 633 706 61 843 67(1000) 998(600) 54061 180 328 453(600) 636 738 48 6 5076 497 625 681 59196 247 483 688(500) 748 71 811(500) 29 903 6 7 434 60 618(600) 716 27 886 989 5 8012 124(1000) 227 6M 832 943 59260 403(1000) 623 73 816 963 00078(1000) 314 441 630 672 727 920 61021 39 125 91 293 96 382 403 693 793(1000) 830 85 6 2010 287 435(1000) 68 631 63 67 890 6 8013 170 257 506 787 64)60(500) 69 374 94( 600) 427 78 584(1000) 92 600 798 831 8 5 040(500) 61 76 234 486 692 94(1000) 625 704 809(500) 924 41 66097 194 625 730 946 67001 84 167 337 68 89 695 629 912 88009 179 202 71 416 625 795 856 901 43 73 99 6 6025 177 213 446 „TpIIS 49 257 386 424 48 643 62 676 704 895 71144 (80 OOQ) 46 68 91 246(1000) 303 483 621 770 833 92 7 2000 (600) 62 114(1000) 27 324(1000) 29(500) 664 847 7 3218 70 351 413(600) 20 603 727(3000) 916 46 80 7 4045 69 100 12 47 246 372 609 807 79(3000) 966 7 5111 61(1000) 79 594 827 902 37 60 7 6038 41 99 383 434 778(500) 85(1000) 803 7 7 060 230 317 519 622 84 922 69 96 7 8237 65 476 644 691 852 905 (1000) 17 7 9283(600) 318(600) 42 97 420 69 651 762 876 956 80025 72 336 464 629 708 869 61043 119 201 401 601 663 863 6 2048 444 689 746 954 8 8163 248 318 43 624 675 869 902 89 8 4072 157 373 646 639 902 8 8 5059 272 310 (6000) 18 81 446 684 628 877 994 8 6114 28(3000) 58 572 890 8 7056 67 106 263 404 607(1000) 616 710 828 8 8072 471 77 769 909 62 88 8 9063 94 231 54 366 61 86 417 61 78 673 723 63 800 51 204 28 38 696 813 66 931 65 91207(10000) ®4 787?7(600) 92112 68 249 60 425 76 849 906 86 E? i««<8000) 41 868 8 4218 84(1000) 466 618 63 7Z U,8"4® 97 944• 8678 86 605(1000) 765 946 6 6213 75 289 4i2_69J, 84 766"l 70 91 97062 281 368 403 10 641 821 878 9 8423 766 77 817 6 6071 257 366 649 733 888 .. 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Liir den Jnieratentcil veranw.: Th. Glocke, Berlin. Drucku. iL erlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verkagsanstalt Paul Singer& Co, BcdSTSÄT