at. rei. H. int 5/1 Nr. 134. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,36 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements nehnien an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Montagsausgabe Vorwärts 5 Pfennig " 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Stolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammĭnungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes writere Wort 10 Pig. Etellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erite Wort 10 Pig.. jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 lihr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenftraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 1983. Montag, den 18. Mai 1914. Beinahe Kriegsminister und sonst noch was! " Von Karl Liebknecht. Expedition: S. 68, Lindenstraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplat. Nr. 1984. Der schwache Staatssekretär und der starke Minister. Das parteiische Vorgehen der Regierung gegen die„ Volks. Am 23. Februar d. J. meldete die" Post":" Der vor händler bis zum Hofdekorateur, vom Apotheker bis zum furzem zum Gouverneur von Mez ernannte Sanitätsrat, vom Bureauvorsteher bis zum Rechtsanwalt fürsorge", wie es Genosse Scheidemann im Reichstag auf Grund Generalleutnant von Lindenau ist zu Trier und Hofrat, vom Rentner bis zum Privatbankier und der gestern von uns veröffentlichten Dokumente gezeichnet hat, beverstorben. In ihm ist ein begabtes und beliebte 3 der Provinzbank, voni Konumerzienrat und Geheimen Kom- deutet in der Tat einen Standal schlimmster Sorte: während eine Mitglied des Heeres dahingegangen." In einem warmen merzienrat bis zum Geheimen Regierungsrat, vom Referen- private Gesellschaft, die ausgesprochen gemeinnüßigen Zwecken Nachruf der Kreuzzeitung" vom gleichen Tage wird dar und Assessor bis zum Oberrechnungsrat, vom Ritterguts- dienen soll, die vorgeschriebene amtliche Bestätigung nachsucht, verüber den Verstorbenen berichtet: besizer bis zum General, dazu ein halbes Dußend Frauen suchen die mit der Prüfung beauftragten amtlichen Or„ Er war am 30. Mai 1850 zu Gotha geboren und wurde und Witwen aus allen Gauen Deutschlands. Sie trauern um gane den Geschäftsveginn dieser Gesellschaft möglichst hinauszus 1870 Offizier im Infanterieregiment Nr. 25. 1889 wurde er als ihn oder richtiger um ihr verlorenes Geld, um Summen von schieben, um private Konkurrenzorganisationen ins Leben zu rufen. Hauptmann zum Großen Generalstab versetzt und war dann als 7,25 M. angefangen bis hinauf zu 3000, 5000, 8000, 10 000 Obgleich die beteiligten Regierungsorgane es unter sich eingestehen Generalstabsoffizier beim 7. und 14. Armeekorps tätig. Nach und so weiter, ja bis 30 000, 45 000, 150 000 M. Ins= weiteren sechs Jahren Frontdienst wurde er 1900 in den Großen gesamt um rund 1 Million. Dabei sind gar müssen, daß die„ Volksfürsorge" der Arbeiterschaft weder den Ge Generalstab zurückversezt und 1901 zum Oberstleutnant befördert. manche Summen mancher allerbesten„ Freunde" noch nicht sehen noch den guten Sitten widerspricht, werfen sie ihr doch mög Mehrere Jahre war er dann Chef der ersten Ab- eingeschlossen. Sie trauern um ihr schönes Geld, denn es ist lichst viele Knüppel zwischen die Beine, bis die begünstigten Konteilung des Großen Generalstabes.... Am auf Nimmerwiedersehen verloren. Bei dem Konkurstermin furrenzunternehmen einen Vorsprung vor der„ Volksfürsorge" ge27. Januar 1911 erfolgte seine Beförderung zum General- vom 3. April dieses Jahres wurde von dem Konkursverwalter, wonnen haben. Selbst die Vorsicht der„ Volksfürsorge", einem leutnant und Kommandeur der 16. Division in Trier und am Justizrat Dr. Schwarz in Trier, den trauernden Hinterbliebe- sonst mit der amtlichen Prüfung Beauftragten die Ausarbeitung 4. Februar d. J. wurde er zum Gouverneur von Meß ernannt, nen eröffnet, daß die Konkursdividende höch der Tarife zu übertragen, hinderte nicht, daß die technischen Unterwelchen Posten er aber nicht mehr antreten konnte. Wieder- stens einige Prozent betragen werde". lagen der„ Volksfürsorge" zunächst bemängelt wurden. Wie schrieb holt wurde in diesen lezten Jahren, wenn Trotz des kaiserlichen Vertrauens und des kaiserlichen Bei- doch Oberregierungsrat von Kapp( vgl. die gestrige Ausgabe der Posten des Kriegsministers neu beleidstelegramms und all der schönen Kränze. jezen war, v. Lindenau unter den Kandidaten Die Gnade Seiner Majestät des Königs und Kaisers hat immerhin zu Lebzeiten des Herrn Generals sichtbarlich Die Meldung, daß v. Lindenau in den letzten Jahren Früchte für ihn getragen. In unseren kapitalistischen Tagen wiederholt unter den Kandidaten für das Kriegsministerium wird ja alles zur Ware, die Liebe und die Religion, die künftgenannt wurde, brachten übereinstimmend fast alle Zeitungen. lerische Inspiration und die politische Ueberzeugung, die monNach dem„ Lokalanzeiger" vom 25. Februar d. archische Gesinnung der Agrarier und die monarchische Gehot der Kaiser an die Gattin des Verstorbenen folgendes finnung der Kriegsheber und Rüstungskapitalisten. Warum Telegramm gerichtet: genannt." " Zu dem plöglichen, mich tief betrübenden Tode Ihres Gatten spreche ich Ihnen meine herzlichste Teilnahme aus. Ich habe den Entschlafenen, den ich ſeit langen Jahren kenne, als Soldat und Mensch hoch geschätzt und habe noch Großes von ihm erwartet. Sein Tod ist für mich und die Armee ein herber Verlust. Gott sei Ihnen und den Ihrigen mit seinem Trojte nahe." Nach dem„ Lokalanzeiger" vom 28. Februar fand am 27. Februar in Altenburg die feierliche Beisetzung des Generals statt. Nach voraufgegangener Trauerfeier in der Kapelle, wobei der Hof- und Garnisonprediger Reichardt die Gedächtnisrede hielt, bewegte sich der imposante Trauerzug, dem der Herzog von Sachsen- Altenburg inmitten der nächsten Angehörigen voranschritt, zur Gruft, wo die Beisetzung des Verblichenen im Erbbegräbnis der Familie erfolgte. Im Trauergefolge schritten die zahlreichen hohen Militärs von außerhalb, die verschiedenen Abordnungen, darunter eine solche des Großen Generalstabes, die Bertreter des Altenburgischen Staatsministeriums, des Stadtrats zu Altenburg, das gesamte Offizierkorps des 153. Infanterieregiments in Altenburg, Angehörige der Hofgesellschaft usw. Der Sarg wurde von acht Unteroffizieren des Altenburgischen Regiments getragen. Voran schritten zwei Offiziere des Regiments, die auf Kissen die Ordenszeichen des Verstorbenen trugen. Außerordentlich groß waren die Kranz- und Blumenspenden, darunter eine vom Kaiser. Herzog Ernst legte einen großen Lorbeerkranz mit grünweißer Schleife am Sarge nieder." 11 nicht auch die monarchische Gnade? Da General v. Lindenau fein weltfremder Gamaschen1 des„ Vorwärts"): „ Es würde daher nichts anderes übrig bleiben, als aus den versicherungstechnischen Unterlagen des Unternehmens( der „ Volksfürsorge") die Gründe zur Versagung seiner. Zulassung herzuleiten oder doch wenigstens so lange wie irgend möglich hinauszuschieben."! Auch der Präsident des Kaiserlichen Aufsichtsamts für Privat versicherung Gruner und sein unmittelbarer Vorgesetzter, der Staatssekretär des Innern Dr. von Delbrück, benutzen die fnopf war, iſt es fein Wunder- fein fapitalistisches ihnen amtlich gewordene Kenntnis von der Begründung der„ VolksWunder wenigstens daß er bei gewissen geschäftstüchtigen fürsorge", um schleunigst eine private Stonkurrenz heranzupäppeln, und hochangesehenen" geheimen Vermittlern„ betr. die nach Gruners eigenen Worten von vornherein„ in tunlichst enger Ehrung"- gar wohlbekannt war als jemand, der be- Fühlung mit dem Aufsichtsamte" bleiben soll. dürftigen Staatsbürgern bei Titelschmerzen und der- Herr Gruner ist nun allerdings vor wenigen gleichen hilfreich unter die Arme griff. Wie diese Hilfe ge- Monatengegangen worden. In der offiziellen Mitteilung leistet wurde, wie Titel und kaiserliche Gnade in den Händen hieß es verschämt wegen hohen Alters". Naive Gemüter hätten des waderen Kriegsmannes in Ware sich verwandelten", vor der Biedermanns- Antwort Delbrüds auf Scheidemanns Anzeigt folgendes Dokument, dessen Original in unseren griffe glauben können, Gruner sei zum Abschied gedrängt worden, Händen liegt: " Ich bestätige hierdurch, heute von Herrn Dr. X- tausend Mark in bar empfangen zu haben mit der Maßgabe, daß dieser Betrag verfallen ist, sobald Herr Dr... durch die Gnade S. M. des Königs bis spätestens 1. Juli 1914 zum preußischen Medizinalprofessor ernannt worden ist. · Ist bis zu diesem Termin die Ernennung des Herrn Dr. nicht erfolgt, so zahle ich den Betrag von X- tausend Mart in bar ohne jeden Abzug zinsfrei sofort an Herrn Dr. zurück. # weil Delbrück die offenbar ungefeßlichen Treibereien gegen die „ Volksfürsorge" nachträglich reuten. In Wahrheit liegen der Regierung solche moralischen Anwandlungen völlig fern. Gruner stolperte vielmehr wegen seiner mit 3ustim= mung der Reichsregierung, des Reichskanzlers und des Staatssekretärs Delbrück gegründeten Deutschen Volksfürsorge", der Vereinigung zahlreicher privater Lebensversicherungsgesellschaften. " lichen Unternehmen( die dem Aufsichtsamte nicht unterAus den gestern von uns veröffentlichten Dokumenten geht herDie Rückzahlung erfolgt durch die Depositenkasse P der im vor, daß schon November 1912 Instimmigkeiten Deutschen Bank zu. straße für mein Konto gegen Rückgabe dieses Scheins und zweier heute von mir gewischen der Reichsregierung einerseits und der gebener Wechsel in Höhe von je X tausend Mart, und zwar dieses Preußischen Regierung andererseits über die zu Scheines an mich. empfehlenden Konkurrenzunternehmen bestanden haben. Die preuBerlin, den 20. April 1913. ßische Regierung wünscht auf Bestreben Kapps( persona grata gez. Kurt von Lindena u." bei seinem Vorgesezten, dem Landwitrschaftsminister) nur eine Ein„ Soldat von der besten Art" in der Tat. Und Unterstützung der von Kapp im wesentlichen zur Entschuldung des sicherlich ebenso voll hingebender Liebe für seinen Beruf", Großgrundbefizes begründeten öffentlich- rechtlichen Und das Berliner Tageblatt" vom 23. Fe- wie sein Stonto P voll guten Geldes, wobei nur zweifelhaft Lebensversicherungsanstalten. Die Reichsregierung bruar d. J. sagt über den Verstorbenen unter anderem: sein kann, welches der Beruf war, dem er sich voll hingeben will dagegen alle nationalen" Konkurrenzúnternehmen der Volts„ Einer der begabtesten Offiziere der Armee und derer Liebe widmete, der Soldatenberuf oder? Und fürsorge unterstützen und Gruner setzte sich insbesondere für seinen ein Mann, der in allen Kreisen sich außerordent lebenskundig" in der Tat. Und nicht nur dem Gamaschen- Plan der„ Deutschen Volksfürsorge" ein. Noch heute besteht so ein licher Sympathie erfreute, ist in ihm dahingegangen. Seine dienst gewidmet in der Tat. Und„ väterlich auf das Wohl offener Kampf zwischen apps öffentlich- recht. umfassende Sachkenntnis, feine Gewandtheit und seiner Leute bedacht" in der Tat. feine welt männische Liebenswürdigkeit ließen ihn Wie wird Ihnen, Herr Wildt von Hohenborn? Vor als geeignet für dieses Amt( des Striegsministers) erscheinen, und welchem Abgrund haben Sie gestanden! Setzen wir den stehen) und Gruners Deutscher Volksfürsorge"( in man wußte, daß er die besondere Gunst des Kaisers Fall, Herr v. Lindenau wäre Kriegsminister geworden der der Reichskanzler durch einen Kommissar vertreten ist), wie auf besaß. Er selbst wünschte sich lieber den Wirkungsfreis des fom- und diese Tatsachen wären ans Licht gekommen, während er der vor wenigen Tagen stattgehabten Generalversammlung der mandierenden Generals, konnte aber auch in der Verleihung des den Sessel des Kriegsministers zierte den Teufel auch!„ Deutschen Volksfürsorge" konstatiert wurde. Gruner war Gouverneurspostens in der wichtigsten Festung Wir sollen keinen Toten angreifen! Man hat ja auch jedenfalls Kapp im Wege. Der Mann, der die Arbeitereinen Beweis des taiserlichen Vertrauens sehen. Er noch niemals einen toten Führer der Sozialdemokratie an- Voltsfürsorge" bestätigte und gar eine neue Konkurrenz für Kapps war ein Soldat von der besten Art, voll hingebender gegriffen. Wir sollen keinen Toten angreifen du lieber Organisation schuf, mußte beseitigt werden. Und so fiel Liebe für seinen Beruf, ebenso pflichttreu auf die Aus- Gott! Wir sollen ja auch keinen Lebendigen angreifen, nicht Gruner als ein Opfer des Kampfes, der eigent= bildung, wie väterlich auf das wohl seiner Leute die Goerz und die Siemens- Schuckert, nicht die Waffen- und ich zwischen der Reichs- und der preußischen bed a cht. Und seiner ganzen Natur nach zu frisch und lebens- Munitionsfabriken und nicht Krupp. Wir sollen ja auch Regierung schwebt. Delbrück hat nachgeben müssen, fundig, um den Heeresdienst zum Gamaschendienst herabzu- feinen Generalkonsul in Yokohama, kein Auswärtiges Amt, drücken. Er hatte auch außerhalb der Armee und auch keinen Staatsanwalt Simon angreifen wegen ihrer Haltung wie er ja auch bei der Frage über die Maßnahmen zur Bekämpfung in Berlin viele Freunde, und sein plöglicher und früher Tod bei den Bestechungsmanövern der Siemens Schuckert. der Fleischteuerung vor dem Landwirtschaftsminister tapitulieren wird von allen, die ihn fannten, schmerzlich empfunden und be- Kurzum, wir sollen ja niemanden angreifen, ob tot oder le- mußte. Ob Gruner, der Gründer und erste Präsident des Aufbendig, dessen Nimbus zum Strahlenkranz der heutigen fapi- fichtsamts, einen Wink von Delbrück erhalten hat, oder ob er vor den Anfeindungen Rapps zurüdwich, weil er teine Unterstüßung vei talistischen Gesellschaft- dreimal sei sie heilig! gehört. Delbrück fand, ist dabei gleichgültig. trauert werden." In der Tat, er hatte auch außerhalb der Armee und auch in Berlin viele Freunde, die seinen plötzlichen Tod sehr schmerzlich empfunden haben. Stapp selbst ist auch sonst nicht zurückhaltend in seinem Kampf Ach, wie greifen hier in der Tat feinen Toten an, sondern ein Symptom der lebendigen, allzu lebendigen kapitaWie die Aften betreffend den Konkurs über listischen Korruption. seinen Nachlaß N. 8 14 des Königlichen Amts-| Nun mögen sie weiter tanzen, die Schiffer, Erzberger, gegen die„ Deutsche Volksversicherung" der Reichsregierung. So gerichts Trier ergeben, trauern um ibn abgesehen Schultz- Bromberg und Genossen, tanzen den Tanz ums enthält eine von ihm verfaßte Broschüre so schwere Angriffe bon seinen gleichfalls als Gläubiger angemeldeten Söhnen goldene Kalb; Arm in Arm mit den Kruppdirektoren und an-( was Kapp darin leisten kann, wissen wir ja von seinen Verleum. rund 101 Gläubiger. Vom fleinen Handwerker und deren Genossen tanzen den Tanz ums goldene Kalb, derungen der Arbeiter, Volksfürsorge"), daß die Verwaltungen der aufmann bis zur Beingroßhandlung, vom Musiklehrer und heute noch Jubeltanzmorgen fein wird die Introduktion ihm unterstellten Lebensversicherungsanstalten es nicht wagen, Automobilhändler bis zum Börsenmakler, vom Kunst- zum Totentanz der kapitalistischen„ Ordnung". die Broschüre auszugeben. So ruht sie denn wohl. Politische Uebersicht. Der gerettete Kaempf. behütet in den Bureaus. Wir verstehen diese Aengstlichkeit nicht. Jeine Reise nach England machen Surften, haben sich in der wurde mit der geringen Mehrheit von 148 gegen 144 Stimmen an= Der Landwirtschaftsminister wird ja wohl mit Vergnügen auch dieses gehobenen Stimmung, die die ebenso kostenlose wie glänzende genommen. Für die Kürzung der Kredite stimmten die Oppo Schriftstück als„ Akte der Staatshoheit" decken wollen. Verpflegung bei ihnen erzeugte, nicht enthalten können, fition, der Polenklub sowie die erdrückende Mehrheit der OttoWilhelm II, mit einem begeisterten möglicherweise sogar briften, dagegen stimmten die Rechte, die Nationalisten und ein von ihnen selbst bezahlten- Huldigungstelegramm zu er- kleiner Teil der Oktobristen. Schließlich wurde mit einer Mehrheit freuen. Dieses Dokument verdient, im Wortlaut genossen zu bon 186 gegen 95 Stimmen eine von den Oktobristen vorgeschlagene werden: lebergangsformel angenommen, welche besagt: Da das Ministerium des Innern systematisch die Wünsche der gesetzgebenden Institutionen ignoriert, hält die Duma es für nuklos, irgendwelche neue Wünsche auszusprechen. Sie findet, daß die Politik des Ministeriums des Innern die Unzufriedenheit der breiten Massen der Bevölkerung hervorruft, zur Ver= stärkung regierungsfeindlicher Strömungen beiträgt und die Durchführung des in Allerhöchsten Manifeſten offenbarten kaiserlichen Willens hindert. Dies schwächt die Macht Rußlands und bedroht das Reich mit unübersehbarem Schaden. Die Duma richtet die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Gefahr einer derartigen Politik. Zwei Tage lang hat es eine heimliche KaempfKrisis gegeben. Nur so wenigstens sind die Erklärungen zu verstehen, die Kreuzzeitung" und" Post" in bemerkenswerter Uebereinstimmung loslassen und in denen dem Reichstagspräsidenten bescheinigt wird, daß die Konservativen zurzeit keine Veranlassung zu besonderer Unzufriedenheit mit ihm haben. Ohne allen Zweifel handelt es sich hier um bestellte Arbeit. Dem Mann an der Spike des deutschen Parlaments war es doch wohl zum Bewußtsein gekommen, daß durch die von stürmischer Zustimmung begleiteten Worte Scheidemanns in der Reichstagssigung vom letzten Freitag seine Stellung ernstlich erschüttert sei. Aber er konnte sich doch nicht entschließen, ohne weiteres die Konsequenzen zu ziehen und den ihm teuer gewordenen Platz zu verlassen, und so sondierte er bei den Parteien der Rechten, wie er den Beifall, den ihre Mitglieder dem Angriff des sozialdemokratischen Redners gespendet hatten, verstehen müsse. Am heutigen Tage, an welchem das größte Schiff der Erde, geschmückt mit dem teuren Namen„ Vaterland", Deutschlands Ufer verlassen hat, um den Ruhm deutscher Arbeit weithin übers Meer zu tragen, gedenten die an Bord befindlichen Vertreter der deutschen Presse einmütig des Reiches Führer, unter dessen Regierung friedlich der stolze Kurs genommen wurde, den wir jetzt steuern. Der fühn vorausblickenden Worte, mit denen Eure Majestät vor vielen Jahren den Deutschen die Zukunft wiejen, befinnen wir uns jetzt in diesen Stunden und empfinden es gerade jekt auf der ersten Ausfahrt der Vaterland" mit erhöhtem Bewußtsein, wie die von Eurer Majestät verheißene Zukunft nun anfängt, blühende Gegenwart zu werden. Daß Eure Majestät an Deutschlands Zukunft voll eines immer wachen Interesses rastlos mitgearbeitet haben, daß auch jetzt wieder Eure Majestät es sind, durch deren Einfluß der machtvolle Wettbewerb der deutschen Schiffahrtsgesellschaften in friedliche Bahnen gelenkt wurde, und daß wir Eure Majestät in dieser Zeit großer und schwerer Arbeit als ersten und unermüdlichen Arbeiter an unserer Spike wissen, gibt dem ehrfürchtigen Gruß, den wir Eurer Majestät entbieten, und dessen freundliche Aufnahme wir erhoffen, lebendigen Inhalt und wirkliche Bedeutung. Die Besoldungsvorlage. Die sozialen Ursachen des Geburtenrückganges. Die Aerztliche Gesellschaft für Sexualforschung veranstaltete Landau. b. Eckardt. Dr. Trefz." Er konnte dabei von vornherein auf eine ihm günstige am Sonnabend im Langenbeckhaus einen Vortragsabend über Antwort gefaßt sein, denn die Konservativen befanden sich in Aber wer will mit jemandem, der unter den Wirkungen eines nern der Wissenschaft, unbekümmert um die Wertung der Ergeb Stilistisch betrachtet ein Gallimathias fürchterlichster Art. Die Frage des Geburtenrüdgangs, und was da von Mäneiner schwierigen Situation. So gern sie auch den Vertrauensmann der Fortschrittler vom Präsidentensessel be- föstlichen Festmahls steht, über den Stil rechten? Wir müssen nisse, dargelegt wurde, war eine volle Rechtfertigung derjenigen, seitigen möchten, so konnten sie ihn doch mit Rücksicht auf ihre uns schon an den" lebendigen Inhalt" des ehrfürchtigen die den Geburtenrückgang in der Hauptsache auf ökonomische seitigen möchten, so konnten sie ihn doch mit Rücksicht auf ihre Grußes halten, für den, nebenbei gesagt, auch der Chef- und soziale Ursachen zurückführen. Wenn der erste Referent, Reputation nicht wohl einem sozialdemokratischen Vorstoß redakteur eines entschieden liberalen Blattes verantwortlich der Nationalökonom Professor Dr. Franz Eulenburg- Leipzig, zum Opfer fallen lassen. Seefrank- als eine der wichtigeren Ursachen auch eine verminderte FortWas also tun? Kreuzzeitung" und„ Post" versichern zeichnet. Dieser Inhalt aber fann einem die dreist und gottesfürchtig, es sei auf der Rechten überhaupt heit zuziehen. pflanzungsfähigkeit, namentlich in den Ständen der Beamten, nicht Beifall gerufen worden, und beide Organe quälen sich freien Berufe usw. bezeichnete, so ist in einer solchen physiologischen außerdemt noch ein paar Worte der Anerkennung und SymFrage gewiß der Arzt von größerer Autorität, und der zweite bathie für Herrn Staempf ab, der ja neuerdings bemüht jei, antrag zur Besoldungsvorlage zugegangen. Dem Reichstag ist am Sonnabend der Kompromiß- Referent, Professor Dr. A. Grotjahn Berlin, bestritt denn auch den Auffassungen der Konservativen über die Wahrung der foll dem Gefeßentwurf ein§ 8a hinzugefügt werden, der die Regie- tionsveränderungen erst in viel längeren Zeiträumen entwickeln Danach diese Behauptung um so entschiedener, als sich derartige Konstitu Würde des Hauses zu entsprechen. Wörtlich sagt dieser eu 3- rung berpflichtet, im Herbst 1915 einen Gefeßentwurf vorzulegen, als in den paar Jahrzehnten, seitdem die Geburtenzahl bei den zeitung": „ Man mag über das jetzige Reichstagspräsidium sonst denken durch den mit Wirkung vom 1. Januar 1916 die Bezüge der ge- Kulturvölkern zu sinten beginnt. Viel bemerkenswerter war schon wie man will, so wird man doch anerkennen müssen, daß der hobenen Unterbeamten bei der Reichspost um mindestens der Hinweis Eulenburgs auf die hohe SäuglingssterbPräsident Kaempf sich besonders in letzter Zeit bemüht, Aus- 100 M. aufgebessert werden. lichkeit in Deutschland, die nur noch von dem in der schreitungen sozialdemokratischer Redner entWolfsvermehrung wie in der Kinderpflege gleich barbarischen Rußgegenzutreten." land übertroffen wird. Es wurde übrigens in der Diskussion nachher mit Recht betont, daß das immerhin zu verzeichnende Sinten auch der Kindersterblichkeit in Deutschland nie und nimmer dem bißchen Säuglingsschutz des Staates, der Gemeinden und Vereine zu verdanken ist, wohl aber der größeren Pflege und Woh!= fahrt, die auf das einzelne Kind in weniger kinderreichen Familien entfallen kann. Aber, um es nicht übersehen zu lassen: die Sä ut g lingssterblichkeit in Deutschland ist immer noch die größte in allen Kulturstaaten! Wer denkt da nicht an unsere Oberpatrioten am Bundesratstisch, auf der Rechten, in der Mitte und weit hinein nach links, die im Blockreichstag 1911 bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung alle unsere Anträge auf besseren, wirklichen Mütter und Säuglingsschutz glatt ablehnten um jetzt über den des Vaterlandes Stärke bedrohen" Die Bost" aber ist naiv oder auch boshaft genug, das Berhalten des Präsidenten gegenüber sozialdemokratischen Rednern noch besonders zu unterstreichen: „ Es sei aber auch ausdrücklich bemerkt, sagt sie, daß das sichtbare und deutliche Bestreben des Herrn Präsidenten Kaempf, dessen Persönlichkeit auch bei seinen politischen Gegnern volle Sympathie genießt, rednerische Ausschreitungen, insbeson dere der Sozialdemokratie, einzuschränken, auf der Rechten volle Anerkennung und daher auch Unterstüßung verdient." Das Wohlwollen der Rechten wird hier ausdrücklich mit der Parteilichkeit des Präsidenten begründet, aber Herr Kaempf ist vollständig zufrieden und bleibt auf seinem Boften. Außerdem wird eine Resolution beantragt, in der der Reichskanzler ersucht wird, auch die in den Beschlüssen des Reichstags zweiter Lesung ausgesprochenen, aber durch das vorliegende Gesetz und die Vorlage von 1915 noch nicht erledigten Forderungen möglichst durchzuführen. Aus einer Auslaffung der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" geht hervor, daß die Regierung dem Kompromiß zustimmt. Dagegen ist die Haltung des Zentrums noch sehr unsicher. Ein Reichs- Einigungsamt. Die„ Tägl. Rundschau" teilt mit, daß die Reichsleitung in eine Prüfung der Frage der Errichtung eines Reichs- Einigungsamtes eingetreten sei und geneigt scheine, den Wünschen des Reichstages Als int Jahre 1903 die treuzzeitung" an der Amts in dieser Richtung zu entsprechen: Man gibt zu, daß die jetzt im führung des Grafen Ballestrem Reichsamte des Innern zum Zwecke der Vermittelung zwischen den Geburtenrüdgang zu jammern! nebenbei aus Anlaß eines Konflikts, den dieser mit dem Gen. v. BoII- Unternehmern und Arbeitern bestehende Einrichtung ihren Aufmar gehabt hatte- leise eritik übte, legte Graf Ballestrem gaben nur unvollkommen genügen kann. Allerdings liegen auch Besein Amt sofort nieder mit der Motivierung, daß er allem denken vor, die Wünsche des Reichstages ohne weiteres zu erfüllen, Anschein nach das Vertrauen einer der großen Parteien, die da durch die Schaffung einer besonderen Einigungsbehörde der feine Berufung auf den Präsidentensessel herbeigeführt Staat sich selbst in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Kämpfe stellen hätten, nicht mehr befize. Scheidemanns Worte gaben Herrn würde. Man ist daher bestrebt, eine Form zu finden, die eine VerKaempf deutlich genug zu verstehen, daß er das Vertrauen antwortung der Regierung ausschließt. Wann die Vorschläge an der größten der Parteien, denen er seine Wahl verdankt, sich den Reichstag gelangen werden, ist noch nicht abzusehen. zu verscherzen im Begriffe ist. Aber der Präsident von 1914 fommt nicht zu den Entschluß seines Vorgängers von 1903, sondern ist beglückt und zufrieden, daß ihm seine Gegner ein besonders energisches Auftreten gegen die größte Gruppe seiner Wähler anerkennend bescheinigen. Graf Ballestrem war ein reaktionärer Zentrumsmann, Herr Kaempf aber ist ein Fortschrittler. Begeisterte Journalisten. Die deutschen Journalisten, die als Gäste der HamburgAmerika- Linie auf dem neuen Lurusdampfer Vaterland" Wochenfilm. " Berlin NO., 16. Mai 1914. Sehr geehrte Redaktion. Bekanntlich ist die ganze Aufregung hervorgerufen worden durch die Tatsache, daß seit kurzem der die deutsche Volksvermehrung berbürgende Rückgang der Sterblichkeit anfängt langsamer zu werden als das Tempo, in dem die Geburtenzahl seit Jahren abnimmt. Eulenburg wies zahlenmäßig nach, daß diese von der Regie rung und den konservativ- klerital- nationalliberalen Parteien be sonders beklagte Erscheinung ganz genau gleichzeitig mit der großen Verteuerung der gesamten Lebenshaltung des deutschen Voltes seit 1906 also seit dem Infrafttreten der Bülowschen Handelsverträge begann. Als die Arbeitervertreter im Reichstag sich dem Wucherzolltarif widersezien, Petersburg, 16. Mai. In der Sibung der Duma, die von wurde ihr Widerstand gegen die„ bewährte nationale Wirtschafts11 Uhr morgens bis 10 Uhr abends dauerte und dem Etat des politik" durch einen elenden Rechtsbruch brutal niedergeknüppelt. Ministeriums des Innern gewidmet war, brachten die Otto Jest zeigt sich, wer damals die nationalen Interessen vertreten und bristen einen Vorschlag ein, mehrere Kapitel des Etats um die wer sie an den Geldsack der Volksausbeuter verraten hat! Gesamtsumme von 768 000 Rubel zu kürzen, um gegen die Nicht- Auf die rassentheoretischen Ausführungen Dr. Grotjahns erfüllung der von der Duma 1913 ausgesprochenen Wünsche sowie hier einzugehen, besteht um so weniger eine Notivendigkeit, als er gegen die allgemeine Politik des Ministeriums des selbst bemerkte, daß ihr Bekannt- und schon gar ihr Befolgtwerden Innern zu protestieren. Die Mehrzahl der Abänderungsanträge erst in den kleinsten Anfängen steht. Ein Mißtrauensvotum der Duma. in irgendeinem Parlament ein Gesetz gemacht wird, wo Sie dann fuschen müssen," meinte Knifflich dann. Da wurde ich aber fuchtig und sagte, daß das bei uns doch ganz was anderes sei wie mit die schwarzen Dulalas. Bei uns brauchen sich die Steuerzahler sowas nicht bieten zu lassen. Aber der kniffliche Kerl meinte höhnisch grienend, mit der Dulala- Geschichte sei für die Hausbesitzer ein Präcredenzfall geschaffen worden und wir sollten nur zusehen, daß es uns nicht gehe wie den schwarzen Landsleuten oder auch wie den Bolen, wo man ja auch gesetzlich enteignen kann. Sie werden sich wundern, daß ich Ihnen auch wieder einmal schreibe. Indem daß ich als Ihr geschäßter Mitarbeiter monatelang nichts habe von mir hören lassen. Aber meine Freunde sind schuld daran. Im Bezirksverein nämlich. Die sagten, daß es eines anDie Geschichte hat mich aber nachdenklich gemacht und ich habe ständigen Bürgers unwürdig sei, in einem solchen Blatte wie dem am Abend gar nicht einschlafen können. Man kennt sich heutzutage Ihrigen zu schreiben, wo doch schon das„ Berliner Tageblatt" dieser gar nicht mehr aus. Tage schrieb, daß Sie Revolverjournalistik machen. Und wo doch im Reichstage die Redner von Ihrer Stulör unsern lieben Herrn Kämpf immer so prononcieren, damit daß er ihnen Ordnungsrufe gibt. Was er denn auch auf Teufel komm raus tut. Darum habe ich so lange nicht geschrieben, wenn es mich auch manchmal in die Fingerspiben gekribbelt hat. Apropos getribbelt! Wie geht es denn eigentlich Ihrem konservativen Aujust im Sanatorium? Hilft die Kaltwasserkur oder ist er unheilbar? Aber nicht wahr, Sie glauben auch nicht, daß so etwas bei uns möglich ist. Denn daß aus Ihren hirnverbrannten Expropriationsideen nichts wird, dafür werden alle staatserhaltenden Männer von Jagow bis Theodor Wolff schon sorgen. gegenüber habe ich im„ Berl. Tagebi." einen Artikel von Herrn Professor Sombart gelesen, wo doch eine große wissenschaftliche Autorität ist, daß die Rufsen viel anständiger, gemütlicher und kon pläsanter sind wie die rauhbeinigen Berliner. Und Herr Theodor Wolff hat seinerzeit von dem russischen Minister Poposzew oder wie der Mann sonst hieß auch einen großen Lobessalm gemacht. Nun frage ich Sie, wie reimt sich das alles zusammen? Was ist eigentlich richtig: sind die Russen unsre Feinde oder sind sie eine befreundete Nation? Und wenn wir gegen sie noch mehr rüsten müssen, warum bauen wir für sie Striegsschiffe? Ich muß schon sagen, die Politik wird immer komplizierter und als einfacher Bürger findet man sich kaum noch zurecht. Darum kann ich auch nicht verstehen, warum sich Ihr Genosse Scheidemann so ruppig gegen den ehrwürdigen Reichstagspräsidenten Herrn Kämpf benommen hat, wo er doch mal eine Zeitlang bei ihm Vicepräsident gewesen ist. Eine ganz ungehörige Schmoddrigkeit von Herrn Scheidemann war es aber, daß er den früheren Zentrums frißen, Grafen Ballestrem, als Reichstagspräsidenten gegen Herrn Kämpf herausstrich. Herr Kämpf ist Mitglied der Fortschritts partei und er und wir alle haben voll und ganz und unentwegt auf unsere Fahne geschrieben:„ Gegen den schwarz- blauen Blod!" Und überhaupt darf man das mit den Ordnungsrufen des Herrn Kämpf nicht so tragisch nehmen. Der Herr will un parteiisch sein und muß Rücksichten nehmen. Erstens verkehrt er in den besten Kreisen und zweitens hat er demokratischen Schnodbrigkeiten alvei Und dann ist noch etwas, wo ich mich nicht mehr auskenne. Als voriges Jahr die Hochzeit von unserer Prinzessin war, wo jekt braunschweigische Landes- und Familienmutter ist, da war auch der Zar von Rußland da. Und wir haben bei der Einholung in der Wenn ich das Gegenwärtige an Sie richte, so deshalb, weil ich Königgräßer Straße gestanden und uns die Hühneraugen breit mir nicht mehr recht auskenne. In die letzten politischen Vorgänge treten lassen und Hurra gerufen. Und es stand dann im Lokalnämlich. Da weiß man schon gar nicht mehr, was gehauen oder anzeiger zu lesen von dem innigen Freundschaftsverhältnis zwischen gestochen ist. Da ist zum Beispiel die Dulala- Geschichte. Da hat S. M. und dem Zaren, was auch die beiden Nationen verbinde. In man zu hören gekriegt, daß die schwarzen Kerle enteignet werden der letzten Zeit heißt es aber nun wieder, Rußland sei deutschfeindmußten im Interesse des Staates und unsrer schönen Kameruner lich. Und es war wirklich auch ganz erbärmlich, wie sie in Perm Schwiegersöhne, wo Offiziere sind. Wenn er da alle sozialKolonie und von wegen der Gesundheit unsrer weißen Ansiedler die drei deutschen Luftschiffer behandelt haben. Und die haben vorm würde durchgehen lassen, da drüben. Und alle find im Reichstage dafür gewesen, auch meine Jahre vielleicht auch mit unter den Linden gestanden und bei der könnte man ihn und seine geehrte Familie bei Geſellſchaften hochgeschätzten Abgeordneten von der Fortschrittspartei. Ankunft des Zaren Hurra gerufen. Andererseits hat dann der und so scheel ansehen. Und dem braucht sich ein Mann wie Herr Nun spreche ich dieser Tage mal am Stammtisch mit Herrn Reichstag wieder das Gehalt für einen deutschen Militärbevollmäch- Stämpf wahrhaftig nicht auszusehen. Am allerwenigsten um der Oberlehrer Anifflich darüber. Das ist nämlich der, wo für sein tigten beim Zaren bewilligen müssen von wegen die so viel gerühmte roten Strateeler willen. Sagen Sie also bitte Ihren roten Freunden Leben gern andere reinlegt. Der meinte, das war eine sehr faule Freundschaft zwischen die beiden gekrönten Häupter. Nichtsdestotrotz im Reichstage, daß sie den ehrwürdigen Greis auf dem Präsidentensiste, das mit der Dulala- Enteignung. Du müßte man vorsichtig habe ich vorige Woche wieder im Wehrverein und Kriegerverein Stuhle in Zukunft in Ruhe lassen. jcin.„ Sehen Sie, Herr Schulze," sagte er, wenn man jetzt her- Neden gehört, daß unser Verhältnis zu Rußland gespannt fäme und sagte, Ihr Haus und die anderen Häuser in der Waisen- sei und daß wir noch viel mehr gegen Rußland rüsten müßten. straße wären ungesund und eine hygienische Gefahr für die Ein- Andererseits hinwiederum habe ich gelesen, daß wir auf unfren wohner und man braucht auch das Terrain für öffentliche Gebäude. deutschen Werften Kriegsschiffe für Rußland bauen, wo doch unser Und man sagte Ihnen: Sie kriegen für Ihre Budike so und soviel Feind sein soll. Weiter hat uns Herr General Keim in seinem und dann weg mit dem Dinge. Was würden Sie dann dazu sagen?" Vortrage erzählt, daß die russischen Kosaken und Kalmüden auch „ Das würde ich mir einfach nicht gefallen lassen oder die Stadt heute noch wilde Barbaren sind, wo Stearinkerzen fressen und müßte anständig dafür blechen. Ueberhaupt, wo wir doch Rechts- Brennspiritus saufen und daß eine russische Invasion eine furchtschutz im Hausbesitzerverein haben," sage ich." Ja, wenn dann aber bare Gefahr für unser schönes deutsches Vaterland sein soll, DemIndem ich hier eine warme Lanze für meinen Parteifreund Kämpf gebrochen habe, glaube ich, daß meine Freunde im Bezirksberein mir diesen Artikel in Ihrem Hezblatte nicht übelnehmen werden. Womit ich verbleibe mit der Ihnen gebührenden Hochachtung. Friedrich Wilhelm Schulze, Rentier und Hausbefiber. Ernst. Aus der Diskussion seien die nach jeder Richtung hin be- seinem Bedürfnis. Der Hauswirt jagt die Kinder vom Hofe. merkenswerten Ausführungen Professor Dr. A. Blastos kurz Oeffentliche Spielpläke find knapp und auch nicht schnell zu wiedergegeben: erreichen. Nur Bürgersteig und Straße bleiben dem Kinde, wo es dem Spiel huldigen kann. Die Straße hat ihre Gefahren, aber was bleibt oft übrig? und scheint auch die schwere Bluttat in der Trunkenheif ausgeführt zu haben. Das Instrument, mit dem er dem Bruder den tödlichen Stich ins Herz beigebracht hat, besaß er jedoch nicht, es fonnte auch in der Wohnung nicht gefunden werden. Der Zwei Personen bei einer Explosion verunglückt. Die " Die Geschlechtskrankheiten, die die Fortpflanzung hindern oder vermindern, haben im letzten Jahrzehnt, in dem der stärkste Geburtenrückgang zu verzeichnen ist, nicht stärker zugenommen So sehen wir denn in vielen Straßen die Kinder sich am als jonit. Der Geburtenrüdgang ist also gewollt. Die weite harmlosen Spiel ergößen, zur Freude aller Erwachsenen. Verbreitung der Geschlechtskrankheiten( die Schäßung des Da auf einmal erscheint die Polizei. Vielfach geht der Schuß dem chemischen Laboratorium für Handel und Industrie in Schwere Verbrennung erlitten bei einer Explosion in Redners ergibt erschreckend hohe Zahlen) hat die gleichen Urjachen, die auch die Fruchtbarkeit der Chen vermindern und kann mann achtlos an den Kindern vorüber; aber nicht überall. der Lüzomstraße 96 der 27 Jahre alte Chemiker Dr. Todoley daher nur durch Bekämpfung der ökonomisch- sozialen Ursachen Im 113. Polizeirevier in der Elbinger Straße ist das anders. aus der Genthiner Straße und der 34 Jahre alte Arbeiter vermindert werden. Diese Ursachen sind: die spätere Ehe- Dort macht der Schußmann auf spielende Kinder Jagd. Paul Forster aus der Knesebecstraße in Neukölln. schließung und die Veränderung der Struktur der der wenig belebten Allensteiner Straße spielten am 12. Mai Explosion trat ein, als Dr. Todolez mit Aceton Harzarmen Familie, die früher eine Produktionsgemeinschaft war und eine Anzahl Kinder Schlagball. Sie freuten sich, wenn der Stautschuk herstellen wollte. Es entwickelte sich eine gewaltige jekt eine reine Konsumtionsgemeinschaft ist; früher war jedes Ball hin und her flog. Da kam der Schuhmann. Verlegung Stichflamme, von der beide Personen getroffen wurden. Die neue Kind ein neuer Helfer, jezt ist es ein Esser mehr! Wer der Straßenordnung vom 31. 12. 99 war das Verbrechen, Berunglückten wurden sofort in das Elisabeth- Krankenhaus also die Fruchtbarkeit in den Familien vergrößert sehen will, dessen sich die Kinder schuldig gemacht haben sollten. Vier gebracht. Die Explosion hatte auch einen Brand verursacht, muz großzügig Prämien an finderreiche Familien gewähren Schulkinder im Alter von über 12 Jahren wurden notiert. wollen.( Das hochgepriesene, unvergleichliche, weltberühmte der die Einrichtung des Laboratoriums fast vollständig zerZunächst Mitteilung an Rektor und Lehrer ob des furcht- störte. Die Feuerwehr hatte längere Zeit Wasser zu geben, Kinderprivileg" der preußischen Einkommensteuer mit seinen 20- oder 30- Mark- Prämien wurde von allen Rednern verächtlich baren Verbrechens. Dann Strafbefehl an die Kinder. Warum? um die Gefahr zu beseitigen. Auf welche Ursachen die beiseite geschoben.) Nicht eine kleinliche Steuerpolitik tann hier Hören wir den Inhalt der Strafverfügung. Sie lautet: Explosion zurückzuführen ist, bedorf noch der Aufklärung. helfen, sondern nur, daß man der Familie einen großen Teil der Last abnimmt, die heute Kinder für unzählige Familien bedeuten. Das wird nur durch grundstürzende wirtschaftliche Veränderungen möglich sein, eine einfache Mutterschaftsversicherung allein täte es auch nicht. Zu den notwendigen Maßregeln werden wir aber erst kommen, wenn es den maßgebenden Kreisen sehr brenzlich geworden ist, wenn der Geburtenrüdgang so stark geworden ist, daß sie Angst bekommen, z. B. um die Aufrechterhaltung unserer politischen Stellung." Professor Blaschko schloß mit den Worten, daß an die Stelle des heute bestehenden Interesses der einzelnen Familie, sich möglichst klein zu erhalten, die Gewährung wirklicher und ausreichender Vorteile an tinderreiche Familien treten müßte, wenn man dem so sehr beklagten Geburtenrüdgang ernstlich zu steuern versuchen wolle. So, und jetzt können die Blätter und die Redner der Junker und Heiligen wieder mit der Unsittlichkeit“ und„ GlaubensTojigteit" tommen! Eine Greifin von einem Einbrecher ermordet. Ein schiveres Verbrechen wurde Sonnabend nachmittag im Nordosten der Stadt entdeckt. In dem Hause Weberstraße 15a wurde die am 25. Juli 1837 zu Glowno in Rußland gebürtige Almojenempfängerin Julie Mahler, geborene Gleßmann in ihrer Stube erhängt aufgefunden. Die Aufnahme des Tatbestandes durch die Polizei ergab jedoch, daß kein Selbstmord vorliegt, die alte Frau vielmehr von einem Einbrecher ermordet und dann, um einen freiwilligen Tod der Greifin vorzutäuschen, mit einem Strick um den Hals am Bettpfosten gebunden worden ist. Die alte Frau war seit Freitag nicht mehr gesehen worden. Flurnachbarn machten der Polizei Mitteilung. Beim Oeffnen der Wohnung, die noch am Sonnabend erfolgte, ergab sich, daß in der jonst sauberen Wohnung ein wüstes Durcheinander herrschte. Spinde und deren Schubladen waren erbroche.. und die Kleidungsstüde und Wäsche herausgerissen und auf das Bett geworfen. Auch auf dem Fußboden lagen sie verstreut umher. Von der Greisin war zunächst nichts zu sehen. Erst als man die Wäsche und Kleider am Bett hochhob, fand man darunter die alte Frau am Bettpfosten hängen. „ Sie haben am 12. Mai d. J., nachmittags gegen 7% Uhr, mit mehreren Schülern in der Allensteiner Straße Schlagball ge= spielt, wodurch die Straßenpassanten belästigt und gefähr= det wurden.' Der Junge soll deshalb 2 Mark Geldstrafe zahlen oder einen Tag Haft verbüßen. Wir glauben nicht, daß es irgend jemand geben dürfte, der sich durch das Schlagballspiel beläftigt gefühlt hat oder daß gar ein Straßenpassant gefährdet worden ist. Der Ball, mit dem gespielt wurde, war ein gewöhnlicher Groschenball. Sollte etwa gar der Schuhmann sich gefährdet geglaubt haben? Die Jagd auf spielende Kinder scheint im 113. Polizeirevier eine besondere Spezialität werden zu sollen. In den letzten Tagen sind eine ganze Reihe Kinder notiert worden. Man will dort anscheinend die spielenden Kinder durch Schuhleute von der Straße gänzlich verdrängen. Eine große Aufgabe: Schußleute gegen spielende Kinder mobil zu machen. Für 46 000 Mark Wertpapiere beschlagnahmte die Kriminalpolizei gestern mittag in der Wohnung des Schloffers Paul Rother in der Fürstenberger Straße, der mit seiner Geliebten, einer Fabritarbeiterin Betschef, und einem Friseur Anastasius Zanikli, der in der Friedenstraße pohnte, festgenommen wurde. scheint, rühren fie aus einem Staffeneinbruch her, der vor einigen Tagen in Schlesien verübt worden ist. Ob Rother und Zanizki die Ginbrecher find, bedarf ebenfalls noch der Nachprüfung. Wie es Kleine Nachrichten. Eine Razzia durch den Trep tower Part hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag vorgenommen und eine Anzahl Personen in Haft genommen, die im Grunewald stürzte sich eine junge Dame in selbstmörderischer wohnungslos waren. In der Nähe des Kaiser- Wilhelm- Turms Absicht in die Fluten der Havel und rang mit den Wellen. Mehrere Herren, die in der Nähe weilten, sprangen der Lebensmüden nach, und es gelang ihnen auch nach längeren Bemühungen, das junge Mädchen, das inzwischen untergegangen war, zu retten. Wiederbelebungsversuche, die nun vorgenommen wurden, waren von Erfolg Sollte es wirklich keine nützlichere Tätigkeit für Schuß- gekrönt. Die Lebensmüde, die nach dem Charlottenburger Krantenleute geben, als sie gegen spielende Kinder zu verwenden? haus gebracht wurde, ist die Tochter eines Fabrikanten aus CharIm nahen Friedrichshain passieren öfter Ueberfälle, im Tottenburg. Das Motiv ist in Liebeskummer zu suchen. Bögonviertel haust seit einiger Zeit eine Einbrecherbande, die Wetteraussichten für das mittlere Deutschland bis Dienstagarmen Leuten am hellen Tag die mühsam erworbenen Gegen- mittag: Zunächst trocken, ziemlich heiter und warm. Später im stände aus den Wohnungen holt. Wäre die Jagd auf Spitz- Süden und Osten stärkere Bewölfung, vereinzelt etwas Regen mit buben und Gauner nicht lohnender und für die Allgemeinheit geringer Abkühlung. nüßlicher als die Jagd auf spielende Kinder? Ein Vater vom Sohn in der Notwehr erschossen. bahnbeamte Karl Rosted seiner Frau und seinen Kindern seit vielen Die unmenschliche Behandlung, die der 48 Jahre alte EisenJahren zuteil werden ließ, hat gestern Nachmittag dazu geführt, daß sein eigener Sohn in der Notwehr zur Waffe griff und den Vater durch drei Schüsse niederstreckte. Die Leiche des Erschossenen wurde von der Polizei beschlagnahmt und dem Schauhause überwiesen, der Täter wurde einstweilen in Haft genommen. Aus aller Welt. Schwere Unfälle beim Prinz- Heinrich- Flug. schwerer Unfälle im Gefolge gehabt. Ein Offizier wurde getötet, Der erste Tag des Prinz- Heinrich- Fluges hat eine Reihe mehrere andere schwer verlet starteten, trafen nach der ersten Etappe auf dem Flugplaze Rebstock Von den 24 Fliegern, die Sonntag früh 4 Uhr in Darmstadt 19 Flieger ein, bon denen 17 bald nach Köln weiterflogen. Das FlugOktober im Hause Grünthaler Straße 50. Zur Familie gehörten nant Walk, blieb unverletzt, dagegen verbrannte der Beobachter, LeutDer Eisenbahnbeamte Rosted wohnte mit seiner Frau seit zeug 19 stürzte bei Herrenalb im Schwarzwald ab. Der Führer, Leutzwei Kinder, eine 20 Jahre alte Tochter und ein 23 Jahre alternant Müller, vom Bayerischen Infanterieregiment Nr. 8. Das Sohn, der als Hausdiener arbeitete. Rosted war schon seit 26 Flugzeug 16 stürzte bei Gernsbach im Schwarzwald ab. Der Jahren am Lehrter Bahnhof beschäftigt, und zwar als Billett- Führer, Leutnant von Hiddessen, und der Beobachter, Leutnant fnipser. Schon seit 15 Jahren trant er start und mißhandelte in Müller, blieben unverletzt. Der Apparat wurde vollkommen zerder Trunkenheit seine Frau und auch die Kinder in der schlimmsten trümmert. Auf der Hinfahrt nach Köln wurde das Flugzeug 8 Der ganze Befund ließ aber gleich erkennen, daß kaum mit Weise. Seitdem die Familie in der Grünthaler Straße wohnte, unter der Führung von Leutnant Pfeiffer vom Fliegerbataillon Nr. 1 einem Selbstmord zu rechnen sei und deshalb wurde sofort die waren auch hier die Hausbewohner faft täglich Ohrenzeugen wüster in der Nähe von Wiesbaden zur Landung gezwungen. Der Flieger Mordkommission benachrichtigt. Deren Feststellungen ergaben bald Auftritte. Wenn der Mann betrunken nach Hause fam, schlug er Stöffler mußte im Taunus wegen Benzinrohrbruchs eine Noteinwandfrei, daß ein Mord vorliegt und der Täter wahrscheinlich ständig auf Frau und Kinder ein. In der Nacht vom Sonnabend landung vornehmen. Bei Mainz stürzte das Flugzeug 6 ab. Der ein Einbrecher gewesen ist. Für einen gewaltsamen Tod der zum Sonntag trant er wieder start. Es tam zu neuen Szenen. Führer, Oberleutnant Kolbo vom Infanterieregiment Nr. 97, blieb Greifin sprechen besonders drei Umstände: die Lage der Toten, Polizei wurde geholt, um zu helfen. Als diese erschien, war der unverlegt, dagegen wurde Leutnant Rohde vom Fußartilleriedie über der Zeiche gedeckten Kleider und Würgemale am Halse. rohe Patron fortgegangen, um erneut zu trinken. Als er nach regiment Nr. 7 verlegt. Frau Mahler lag mit dem Rücken zur Erde gewandt am Bett- Hause fam, ging er mit einem Knüppel auf Frau und Sohn los. pfosten. Die Füße waren nach der Eingangstür gerichtet. Die In dieser Situation griff der verzweifelte Sohn nach dem RevolSchleife war so befestigt, daß schon dieserhalb ein Selbstmord als ber, den er schon lange besaß, und feuerte in der Notwehr einige ausgeschlossen gelten muß. Nun war über die Leiche noch der Schüsse ab, die den Vater in die Brust trafen. Rosted starb bald ganze Berg Kleidungs- und Wäschestücke aufgestapelt. Die Greisin darauf. Der bedauernswerte Sohn suchte nun die Waffe gegen sich hätte also, wenn sie Selbstmord begangen hätte, nach dem Erhängen selbst zu richten, wurde aber daran verhindert. Die Polizei nahm die Kleidungsstüde über ihren eigenen Körper decken müssen. Me- einstweilen den Sohn in Haft. Die Leiche wurde fortgebracht. dizinalrat Dr. Hoffmann stellte sodann noch am Halse zwei Flede fest, die nicht von dem Strick herrühren, sondern deutlich als Würgemale zu erkennen sind. Daß ein Einbrecher der Mörder Eine Fürstenfamilie im Obdach. Wie der Wiener Zeit" aus Budapest gemeldet wird, hat dort der Sohn des verstorbenen Erzherzogs Ernst mit seiner Familie im Asyl für Obdachlose Zuflucht gesucht, weil er aller Mittel bar ist und keine Wohnung mieten fann. Wegen seiner Erbschaft liegt der bedauernswerte Fürstenjohn mit dem kaiserlichen Oberhofmeisteramt in Streit.. Der traurige Fall ihres Standesgenossen sollte die Fürstlichfeiten lehren, daß sie sich auch im eigenen Interesse gegen eine weitergehende Volksfürsorge nicht sträuben sollten, wie es eben im bayerischen Reichsrat hinsichtlich der Arbeitslosenfürsorge schon nicht selten vor. Ginstweilen zieht sie bei Fürstlichkeiten allerdings allgemein noch keine Mittellosigkeit nach sich. Aber diese üble Folge kann im Laufe der Zeit auch bei ihnen allgemein werden heute haben nur die ungehorsamen und standesunwürdigen" Fürstenkinder darunter zu leiden und dann würden gerade sie von einer solchen Fürsorgeeinrichtung oftmals Schwere Fleischvergiftungen im Südosten. Im Südosten der Stadt sind etwa 20 Personen, Männer, Frauen und Kinder, unter schweren Vergiftungserscheinungen ersein muß, geht nicht nur aus den durchwühlten Spinden und der frankt. Als Ursache wird der Genuß von Schabefleisch angegeben, geschehen ist. Arbeitslosigkeit kommt in fürstlichen Kreisen heute großen Unordnung im Zimmer hervor, sondern auch aus einer an- das von ein und demselben Fleischer gekauft worden ist. Der in deren Feststellung. Als die auf demselben Flur wohnenden am der Zenghofstraße 19 wohnende Schlächtermeister Skozentwa, der in Tage abwesenden Eheleute Gaugliz am Freitig abend ihre Frage kommt, gibt an, daß er am vergangenen Dienstag von einem Stube aufsuchten, machten sie die Entdeckung, daß ein Einbrecher Großschlächter, von dem er immer bezieht und dessen Fleisch bisher während ihrer Abwesenheit dort gewesen war und, nachdem er die noch zu keinem Tadel Anlaß gegeben habe, drei Viertel Rind Tür mit einem Nachschlüssel geöffnet, die Schubladen erbrochen und gekauft habe. Zum größten Teil habe er das Fleisch so verkauft durchwühlte, aber nichts mitgenommen hatte. Die Vermutung der und dann am Donnerstag von einem kleineren Teil Schabefleisch ge- profitieren können, sintemalen dann im Herrscherberuf allgemein Gaugliz'sche Wohnung durchstöberte, von der Frau Mahler über- glaube auch jezt noch, daß es nicht schlecht gewesen sein könne. Die sogar jetzt schon dem armen österreichischen Erzherzogssohne Nachdem gestern bei der Kriminalpolizei Meldung von den Erfrankungen einlief, beschlagnahmte diese den Rest des Schabe= fleisches, um es untersuchen zu lassen. rascht worden ist. Der Einbrecher stürzte sich nun auf die Wehrlose und würgte sie so lange am Halse, bis sie in seinen Händen starb. Dann schleifte er sie in ihre Stube und knüpfte sie, um einen Selbstmord vorzutäuschen, an dem Bettpfosten auf. Ehe er sich dann entfernte, durchwühlte er dann noch deren Spinde und Schubladen nach Bargeld und riß hierbei die Kleidungs- und Wäschestüde heraus, warf sie über die Leiche und entfernte sich dann. Die Wohnungstür seines Opfers verschloß er noch von außen und nahm den Schlüssel mit. Die Kriminalpolizei nahm nach diesen Feststellungen die Ermittelungen nach dem Täter sofort auf. Bis jetzt führten sie leider noch zu keinem Ergebnis. versagt bleibt, allgemein wegfallen würde. Kleine Notizen. Tödlicher Unfall auf der Untergrundbahn. Selbstmord um 20 M. Vor einem Kölner Schöffengericht wurde am Sonnabend ein Arbeiter wegen einer Zappalie zu 20 M. Ein schrecklicher Unfall mit tödlichem Ausgang hat sich Sonntag Buße verurteilt. Der Mann stieß sich nach dem Urteilsspruch ein nachmittag auf dem Untergrundbahnhof Klosterstraße ereignet. Als Messer im Gerichtsgebäude ins Herz und war nach wenigen Augenein vom Bahnhof Spittelmarkt eintreffender Nordringzug in die bliden tot. Die Flucht aus dem Harem. Wie aus Trieft gemeldet wird, Halle einfuhr, stürzte ein unbekannter etwa 25 Jahre alter Mann, der anscheinend einen Schwächeanfall erlitten und der dicht am ist dort an Bord eines aus der Levante kommenden Lloyddampfers Bordrand des Bahnsteiges gestanden hatte, auf die Schienen hin- Beopolis" die Tochter 333et Pafchas eingetroffen, die mit Mazha Pascha verheiratet ist. Wegen angeblicher Mißhandlungen blick bemerkt hatte und die Notbremse in Bewegung setzte, war es nach ihrer Ankunft um den Schutz der österreichischen Behör nicht mehr möglich, den Zug zum Stehen zu bringen. Der Bergebeten. unglückte wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Die Leiche des Unbekannten wurde von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhaus gebracht. Der Polizeipräsident hat gestern auf die Ermittelung des unter. Obwohl der Zugführer den Vorfall noch im leßten Augen fei sie aus dem Harem ihres Gatten entflohen und habe sofort Täters eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Aus Groß- Berlin. Polizei und Kinderspiele. Man hat unsere Zeit das Jahrhundert des Kindes geVom Bruder erstochen. Eine schredliche Entdeckung machte gestern abend die Wittve Letzte Nachrichten. Glänzender Wahlfieg in Mülhausen. Mülhausen i. Elf., 17. Mai.( Privattelegramm nannt. Die Sorge um das Kind, seine Pflege, seine Er- Caspar aus dem Hause Prenzlauer Allee 202. Die Frau wohnt ziehung ist zum Programm zahlreicher Vereine und öffent- dort im ersten Stockwerk des Seitenflügels mit ihren Kindern. des Vorwärts".) Bei der heutigen Gemeinderatswahl licher Körperschaften geworden. Es werden Maßnahmen Während sie mit einigen gestern nachmittag nach dem Friedhof ging, der Stadt Mülhausen wurden 18 Sozialdemokraten gewählt. Den schul- um das Grab des erst fürzlich verstorbenen Vaters zu schmüden, Die Partei hat damit 10 neue Mandate erobert. Eine gegen die Säuglingssterblichkeit getroffen. pflichtigen Kindern soll möglichst viel Gelegenheit zur Er- blieben die 15 und 18 Jahre alten Söhne Franz und Aler zu Hause. Reihe von Nachwahlen sind noch erforderlich. holung und zum Spiel gegeben werden und die Schul- als die Mutter nun gegen Abend heimlehrte, fand sie jüngeren entlassenen werden eifrig umworben, um sie durch Vorteile Sohn Franz erstochen auf. Der ältere Bruder, wohl ohne Zweifel aller Art in nationale Bahnen zu führen zum Segen und der Täter, gab über die Tat keine bestimmte Auskunft. Die Mutter zum Heil für Deutſchlands Zukunft, für Kaiser und Reich. benachrichtigte das 98. Polizeirevier, das daraufhin Aller Caspar daten der unabhängigen bezw. der vereinigten bürgerlichen Parteien Soweit es sich um die der Schule noch nicht entwachsene festnahm. Dieser gab hier in einem eingehenden Verhör zu, daß gewählt. Darunter wurden wiedergewählt u. a. Bürgermeister Jugend bandelt, entiteben in der Großstadt viele Schwierig- es wohl möglich sei, daß er den Bruder erstochen habe, es müsse Knöpfler und Buchdruckereibefizer Wiebede. Neun Nachwahlen sind feiten. Das Kind will spielen, muß spielen, das gehört zu dann im Streit gekommen sein. Der Verhaftete war betrunken erforderlich. Gemeindewahl in Zabern. Straßburg, 17. Mai. In 3 abern wurden fünfzehn Kandi. Theater. Montag, 18. Rai 1914. Anfang 5 Uhr. Baffage Theater. Kino- Varieté. Anjang 6, Ubr. Cines Nollendorf- Theater.. Histoire d'un Pierrot. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Othello. Deutsches Opernhaus. Die Meisterfinger von Nürnberg. Anfang 7, 16r. Kgl. Opernhaus. Margarete. Kgl. Schauspielhaus. Die Jour nalisten. Roje. Philippine Welser. Anfang 78 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Zagen. Urania. frau. Anfang 8 Uhr. Zum Hochfien der JungLefing. Pygmalion. Kammerspiele. Der Snob. Deutsches Künstler Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Berliner. Bie einst im Mai. Königgräter Straße. Mr. Bu. Theater des Westens. Volenblut. Theater am Nollendorfplas. Der Jurbaron. Kleines. Settchen Gebert. Thalia. Wenn der Frühling tommt. Trianon. Die Notbrüde. Montis Operetten. Jung- England. Luftspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller 0. Ueber unsere Kraft. 1. Teil. Schiller Charlottenburg. Heiligenwald. Kajino. Bo die Liebe hinfällt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Herrnfeld. Ein Reinfall: Heut' ist übermorgen. Klabrias- Partie. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Otto Reutter. Balast- Theater. Das Mirakel, Zirkus Busch. Das Mirakel. Aniang 8% Ubr. Komödienhaus. Kammermusfit. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christl. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Walhalla. Die Dollarprinzessin. Luisen. Ein feltsamer Fall. Folies Caprice. Der Luftturner. Das Karnidel. Das Erdbeben. Voigts. Der Liebe Erwachen. Anjang 8, Ubr. Neues Volts- Theater. P Warrens Gewerbe. Frau Admiralspalast. Im Tangoklub. Anfang 9 lb. Berliner Eispalast. Eisballett. Amor Urlaub. Cines Nollendorf- Theater. Histoire d'un Pierrot. Sternwarte, Invalidenſtr. 57-62 Voigt- Theater Badstraße 58. Montag, den 18. Mai: AbschiedsVorstell. f. d. Montags- Abonnenten: Der Liebe Erwachen. Schauspiel in 5 Aften von Fr. Halm. Kaffenöffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Zirkus Busch. Gastspiel des Deutschen Theaters Direktion: Max Reinhardt. Das Mirakel Antang 8 Uhr. Vorverkauf an der Kasse des Deutschen Theaters, Zirkus Busch und A. Wertheim. Preise der Plätze von 1-10 M. Geöffnet Kochkunstausstellung ,, Die Küche im Mai" DF Heute: Vorletzter Tag: Hervorragende Neuheiten. Clou Täglich 10-9 Uhr. Eintritt 50 Pf. Konzert 4-8 Uhr. m ..0, meine Beine!" So hört man oft klagen. Aber warum ermüden Sie so schnell? Weil Sie keine Absätze Continental tragen! Lassen Sie sich raten und verlangen Sie vom Schuhmacher ausdrücklich die enorm haltbaren Absätze Continental Fordern Sie Engel- Marke wenn Sie Flaschenbier taufen, dann erhalten Sie das gewünschte„ Engelhardt" Caramel- Bier" alkoholaem, pasteurifiert Geschützt sind SievorHusfen und 8-8 Uhr. Heitserkeif Kattarrh beim fäglichen Gebrauch von Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. 21 Am Montag, den 18. Mai, abends 8½ Uhr: Mitglieder Versammlungen in folgenden Lokalen: 1. Abt. Büttners Festjäle, Schwedter Str. 23,| 10. Abt. Riedel, Hussitenstr. 40 ကံ " PS Oranienburger Festsäle, ChausseeBerolina- Säle, Schönhauser Allee 28, 13. Moabiter Bürgersäle, Beusselstr. 9 Berolina- Säle, Schönhauser Allee 28, ſtraße 24 fleiner Saal 11. " 2. " Büttners Festsäle, Schwedter Str. 23, großer Saal 12. " straße 16 Artushof, Perleberger Str. 26 3. " Mittelsaal 14. " Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclef 15. " 17. " 18. " 19. " 20. " 21. " 22. 17 großer Saal Gliesche, Kopenhagener Str. 74 4. " 5. " 6. " 7. " 8. 9. " Boruffia- Säle, Ackerstr. 6/7 5678 Süßmilch, Bornholmer Str. 7 Strad, Schönhauser Allee 134 b Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42 Brauerei Pazenhofer, Turmstr. 25 Feibels Festsäle, Solberger Str. 23 Frankes Festsäle, Badstr. 19 Schmidt, Prinzen Allee 33 Nord- Palast, Kösliner Str. 8 Pharus- Säle, Müllerstr. 142 Sachon, Müllerstr. 136 Mitglieder Versammlung der 16. Abteilung am Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, bei Funke, Triftstraße 63. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Wahl der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. 2. Stellungnahme zur Tagesordnung der Kreis- Generalversammlung am 26. Mai und den vorliegenden Anträgen. a) Antrag der 13. Abteilung, betreffend Teilnahme der Stadtverordneten an den Kreis- Generalversammlungen. b) Antrag der 20. Abteilung: Den Parteitagsbericht in Mitglieder- Versammlungen nach der General versammlung zu geben. c) Antrag des Bezirks 704: Den Bericht in Bezirksversammlungen zu geben. d) Antrag der Bezirke 736 und 737 Den Bertat vom Parteitag in mehreren Viertelsversammlungen zu geben. e) Antrag des Bezirks 501: Die Wahl der Delegierten durch Urabstimmung erfolgen zu lassen und die Berichterstattung in Abteilungen zu geben. f) Antrag des Genossen Mante: g) Antrag des Genossen Mante: Die als Beisiger gewählten Jugendgenossen an den Kreiskonferenzen teil nehmen zu lassen. Bei§ 21 der Ausführungsbestimmungen hinter Abs. 4 zu sehen: wei Bertreter der Beifiker, welche in den Versammlungen der Jugendlichen gewählt werden. h) Antrag des Genossen Bühler: Jede Woche im Vorwärts" eine Seite als Beilage für Stimmen aus dem Bolf zu reservieren. Brotest des Genossen Kleinschmidt. Referenten sind: Für die 3. Abteilung Gen. Koblenzer, die 9. Abteilung Gen. Hetzschold und die 12. Abteilung Gen. Moses. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreiche Beteiligung erwartet 227/ 17* Der Vorstand. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 19. Mai 1914, abends 28 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: General- Versammlung. Tagesordnung: Lichtbilder- Vortrag 23/15 WyberfTableffen Die internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig 1914. Vorrätig in allen Apo theken und Drogerien Preis der OriginalSchachtelM1 Straussfedern direkt ab und Pleureusen Fabrik. StraußfedernNr.416,50 cm lg. 5,00 9 Referent: Herr Fritz Hansen, Fachschriftsteller. 2. Geschäfts- und Rassenbericht vom 1. Quartal 1914. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. 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Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Wahlsieg in Frankreich. Is 6 # It 16 Montag, 18. Mai 1914. Jaurès: So Monsieur Chauvin. Nach dieser Operation wird dir das Stänkern etwas vergehen. Die jenseits des Rheins werden es mit deinem teutonischen Zwillingsbruder ebenso machen. Dann werden wir vor Euch Teufelspack Ruhe bekommen. Neue Ballade von Winkelkräh. Es sprach der Fürst von Winkelkräh: " Mein ist der Wald, so weit ich seh! Der Tannen Grün, der Buchen Pracht find nur für Mich allein gemacht! Das edle Wild, der flinke Has, sie alle dienen Meinem Spaß! Mein ist der Wald, so weit ich seh! Ich bin der Fürst von Winkelkräh! Wohl hatten sich in schwachen Stunden die Ahnen Mein bereitgefunden dem Plebs des Lands zu permettieren in Unfrem Wald zu promenieren, und Luft zu schnappen, zu spazieren; das hat ein End! Wir refüsieren!" Und der Gedanke ward zur Tatl Der Winkelfräher Kammerrat bracht Schilder an im ganzen Wald: Dero Privatweg! Böbel, halt!" " Die Untertanen, brave Leut', genügsam, voll Zufriedenheit, Die nahmen diese Schickung still als eines Mächt'gen weisen Will'; " Doch sprach der Landtag:' s duhd uns leid, ' s is ääne lngesedslichgeid!" Und drob der adlige Minister: .Rechd habd'r, aber schweigen mißd'r.-" Der Landtag faßte nun ein Herz: „ Es duhd uns leid doch, ohne Scherz, das Waldverbot, es hemmt wie nie de deire Fremden- Industrie!" Ja, selbst die Sozis fallen ein: " Die Wege, die sind allgemein! Der hohe Fürst zieht zwei Milliönchen aus unsrem Wald,- ein nett Portiönchen! Da gönn er doch dem kleinen Mann, daß er im Wald spazieren fann" Ra, turz und gut,' s gab wirklich Streit .'s is gääschen de Gefedslichgeid" so murmelte in dumpfem Groll der Landtag, banger Sorgen boll; und der Minister, hochgerecht, ber- lündigte! Und er tat recht! Und seufzt:' s war nischt zu machen da gegen die Kamarilljaja" Nun blüh'n im Wald von Winkelfräh Wegweiser auf, so weit ich seh-Wegweiser, ach, die keine sind!. Denn liest mal ein verirrtes Kind die Aufschrift, hoffend, daß das Schild ihm von der Gegend gäb' ein Bild so liest es nur: Plebs, pad dich! Schrumm! Der Weg ist Dero Eigentumm!" Schrecken. Von Alfons Paquet. Baden, mit einer schmußigweißen Binde und hellgestreifter Weste. Er war früher einmal in Amerifa gewesen. Aber ich wollte ja von den beiden anderen Leuten erzählen. Um vier Uhr morgens riß uns eine überlaute elektrische Schelle aus dem Schlaf. Das hieß sofort aufstehen, sich waschen und das Haus räumen. Wir fünfzig Mann im Saal erhoben uns fast gleichzeitig, mit uns alle die siebenhundert in den vierzehn Sälen an den Seiten des Ganges. Wir falteten unsere Drelldecken zusammen und legten sie nach Vorschrift ans Fußende des Lagers. Dann gingen wir zu den Waschbecken. Es schellte noch einmal durch das ganze Haus. Das war das Zeichen, daß wir am Schalter der Küche anzutreten hatten. Dort bekam jeder ein altbackenes Brötchen und einen Becher mit heißer Kaffeebrühe, fünf Minuten später standen wir wieder an der frischen Luft: das Tor wurde sofort hinter uns geschlossen. Einige kleine Trupps blieben noch beisammen, gerade so lange, als es dauerte, bis die wenigen, die im Besize einer Zigarette oder eines Zigarrenjtummels waren, sich Feuer geben lassen fonnten. Dann verschwanden alle wie spurlos in den kahlen, rein gefegten Straßen. Der Morgen war kalt und sonnig. Vielleicht wäre ich damals unter die Räder gekommen, wenn mich ein heilsamer Schreck nicht zur Besinnung gebracht hätte. Ich war wieder mit dem Kohlenmann zusammen. Der Kleine Zweimal schlief ich im Asyl. Da man dort nach dem Namen nicht lief wie ein Hündchen bald hinter uns, bald vor uns her und gefragt wird, so ging ich ruhig hin, aber öfter als dreimal darf schwenkte seine langen Arme mit den großen Händen. Wir verman nicht tommen. Mit zwei andern Leuten war ich am zweiten spürten Hunger. Auf einmal war der Kleine verschwunden. Wir dieser Abende unter den letzten gewesen, die man eingelassen hatte. beiden gingen langsamer, doch ohne uns nach ihm umzusehen. Nach Ueber unsern Drahtbettstellen standen die Nummern 691, 692, 693. einer Weile war er wieder bei uns. Unter seiner Jade hielt er Der eine war ein kleiner Knirps, ein Tischlergeselle. Wir einen weißen, mit blauen und roten Sternchen zierlich gejtidien waren vor dem Einschlafen miteinander bekannt geworden. Er Sack voll frischer warmer Brötchen.„ Wenn das einer sicht!" mcinte hatte uns, die wir mit den Gesichtern ihm zugewendet dalagen, zugeflüstert, daß er seinem Vater fortgelaufen sei. Vor ein paar Tagen sei er aus Werneuchen gekommen und seitdem in der Stadt umhergezogen. Zulegt mit einem alten Kerl, einem früheren Metzgermeister. Uebrigens habe er vor, Schiffsjunge zu werden. Wir sollten doch morgen mit ihm nach Hamburg gehen. Darüber war er mit einem vergnügten Gesicht eingeschlafen und hatte angefangen zu schnarchen. Der andere, im Bett Nummer 691, hatte mir erzählt, er sei früher Lederarbeiter gewesen und sei jetzt Kohlenträger. Er stand bis obenhin voll Jammer. Er habe eine Stellung, aber er getraue sich nicht mehr hinzugehen, weil er mit einem Kollegen in Streit geraten sei. Außerdem habe er seinen ganzen Lohn in der Kneipe gelassen, er könne seiner Wirtin das Schlafgeld nicht bezahlen. " Ich gehe mit nach Hamburg," sagte er.„ Gebt bloß auf mich acht, daß wir in keine Kneipe kommen. Alles, nur das nicht!" der Kohlenmann erschrocken. Aber der Kleine verteilte rasch die Portionen und schob das leere Säckchen durch einen Gartenzaun. Dann, während wir gemächlich, fauend weitergingen, meinte er: Das muß für eine größere Familie gewesen sein." Wir gingen quer durch die ganze Stadt bis zur Jungfernheide. Draußen legten wir uns ins Gras; der Tau war schon geschwunden, die Sonne machte, warm. Gegen Mittag, als es anfing, heiß zu werden es war im August, sezten wir uns an den Kanal und betrachteten die Kähne, die vorüberzogen. Auch Angler saßen da, und indem wir ihnen zusahen, verging die Zeit. Als endlich die Schatten länger wurden, wurde es uns plötzlich klar, daß wir eilen müßten, um zeitig ins Asyl zu kommen, denn es wurde schon um sechs geschlossen. Es war noch so schön hier draußen. Da machte der Kleine den Vorschlag, entweder hier draußen im Freien zu übernachten oder in die Stadt zu gehen. Die Majerne am Alexanderplatz sei im Abbruch. Dort könnten wir Quartier beziehen. Er hatte schon einmal dort geschlafen. Ich hatte den beiden am Abend ein Beispiel geben können, das ihnen Eindruck machte. Beide hatten in ihren Schuhen schlafen Wir überlegten nicht lange. Wir konnten nicht mehr den ganzen wollen, denn es kam vor, daß einem hier in der Nacht die Schuhe gestohlen wurden. Ich aber hatte meine Schuhe ausgezogen und Abend hier draußen bleiben und eine endlose kalte Nacht. Der die beiden unteren Bettpfosten hineingefeht. Das machten sie mir Kohlenmann fürchtete zwar, die Polizei werde uns in der Stadt ausnach. Ich hatte diesen guten Rat selber erst am Abend vorher in heben. Aber das sagte er erst, als wir schon unterwegs waren. Es diesem Asyl von einem alten Kerl erhalten, der neben mir auf war ziemlich weit bis zum Alexanderplatz. Doch wir wollten die seinem Bett gesessen hatte und seine Stiefel mit nassem Zeitungs- Straßen sehen mit ihren blinkenden Läden, den Elektrischen, den papier sorgfältig pußte und sie dann auf die beschriebene Art in Wagen und Gäulen, wenn wir auch mitten in dieser großen lebenSicherheit brachte. Er war ein alter ehemaliger Herrschaftsdiener, digen Lichterbewegung nichts als drei sehr bedenkliche Fußgänger mit Medaillén auf der Brust, mit Bartstoppeln auf den eingefallenen waren. Die Hetze gegen die Schwurgerichte. Seit ein paar Monaten haben die Schwurgerichte wieder eine besondere Beachtung und Kritik in der Deffentlichkeit gefunden. Zuerst gob dazu die Freilassung der durch das Schwurgericht in Essen wegen Beihilfe bei der Ermor dung ihres Mannes verurteilten Frau Hamm aus Elberfeld Anlaß, dann die milde Verurteilung des früheren Reichstagsabgeordneten Grafen Mielzynski von dem Schwurgericht in Meserit und jeßt, in den letzten Tagen die Freisprechung jener Rebedame aus Berlin WW., die ihren kapitalistischen Aushälter, als er sie, wie man sich in diesen Kreisen ausdrückt, abschieben wollte, eine zärtliche Kugel in die Brust schoß, die er heute noch als Andenken mit sich herumträgt. " immer anerkannten Auffaffung ausgehend, Hat Senn auch der Parteitagin Mannheim 1906 diese Frage entschieden. Genosse Haase, der damals das Referat hatte, sagte unter anderem: Eine wirklich demokratische Politik wird ihr Urteil nicht nach einzelnen Sprüchen der Geschworenen bilden oder gar revidieren. Einzelne Fehlsprüche sind in jeder Art der Gerichtsverfassung möglich, und es bedeutet nur eine klein „ Gewiß fommen bei den Schwurgerichten Fehlsprüche vor, aber liche, opportunistische Politik, danach grundsätzliche Entschei feinesfalls häufiger als bei den Straffammern, mit dem Unter- dungen fällen zu wollen. Diese grundsäßliche Beurteilung schied freilich, daß sie bei den Schwurgerichten eher zugunsten des der Schwurgerichte kann aber nur, wie bei der Sozialdemo Angeklagten, bei den Straffammern eher zu seinem Nachteil fratie, zu der Forderung ihrer Ausdehnung und erfolgen. Wir berkennen nicht, daß auch die Geschworenen sich weiteren demokratischen formurführen. nicht von thren Klassenvorurteilen und ihren politischen Veidenschaften freimachen fönnen, namentlich wenn sie vom Staats- Die neue, von den Tageserscheinungen lebende Kritik der anwalt gegen den Angeklagten geradezu aufgestachelt werden. Schwurgerichte fann, selbst wenn ihre Absichten nicht so durch Aber ihr Borzug besteht darin, daß sie dem Leben nicht fremd sichtig reaktionäre wären, die Sozialdemokratie in ihrer For gegenüberstehen, daß sie von der handwerksmäßigen Routine frei- derung nicht irgendwie beirren oder gar dämpfen, sondern bleiben, daß sie den Angeklagten menschlich beurteilen und nicht weit eher bestärken. Die Geschichte hat ihr immer gezeigt, nur in einen Strafgesehparagraphen einzwängen." daß Forderungen, die die Reaktion bekämpft, von ihr gerade mit verstärkten Kräften verfochten werden müssen. der Enteignung. Der Parteitag akzeptierte diese grundsägliche und flare Stellungnahme seines Referenten und nahm eine Resolution an, in der wörtlich gefordert wurde: Wahl der Richter Dieser lekte Fall aber hat die Kreuzzeitung ohne Unterschied des Geschlechts durch das Volk mittels des und das, Berliner Tageblatt" in gleichem Maße allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts. Bis zur aufgeregt. Das eine Blatt spricht dabei von einer ,, drohenden Durchführung dieser Forderung Aufrechterhaltung Berwilderung der Rechtsprechung", das andere von auf Schwurgerichte und Erweiterung ihrer Zuständigkeit." Der fälligen Freisprüchen". Man kann den Schmerz dieser Blätter Mannheimer Parteitag hatte sich damit nur, mit der notverstehen, denn wenn solche Liebesschüsse künftighin weiter wendigen historischen Einschränkung, auf den Standpunkt des es für möglich halten," rief er, daß es eine Sorte von Menschen Der Regierungsvertreter ist auf's äußerste erbost. Sollte man frei bleiben, ist nicht abzusehen, wieviel Leser der Kreuz- Kongresses von Gotha gestellt, der gerade dreißig Jahre gibt, die jede Aufopferung für die Interessen der Allgemeinheit did zeitung" und des Berliner Tageblatts" noch daran glauben vorher freie Volksgerichte auf Grund des allgemeinen und föpfig verweigern?! Da siben diese Leute auf ihren Latifundien, müßten, daß die Beziehungen von Mann und Frau selbst gleichen Wahlrechts" gefordert hatte und im übrigen die bis die sie nicht einmal ökonomisch und rationell bewirtschaften, und heute in der kapitalistischen Prostitution nicht ausschließlich auf den heutigen Tag richtige grundsägliche Meinung ver- lassen den lieben Gott einen guten Mann sein. Sie versteifen sich ein Warengeschäft darstellen. In diesem besonderen Fall vertreten hatte, daß im Klassenstaat keine Form der Gerichts- darauf, daß das, was ihnen ihre Väter vererbt hätten, ihnen auch dient es auch weit eher ein Lob als einen Tadel, daß die verfassung Recht und Gerechtigkeit verbürgen kann. Er hatte ein für allemal gehöre, ob damit dem Staate gedient sei oder nicht. Berliner Geschworenen und Richter sich auf den Standpunkt damit nur sagen wollen, daß der Klassenstaat, notwendiger- ob Kulturarbeiten dabei litten oder nicht. Was fie brauchen, wächst gestellt haben, daß jeder kapitalistische Lebejüngling ausfressen weise und objektiv gezwungen, nur Klassengeseze und Klassen- ihnen zu, und sie erklären mit einer Unverschämtheit ohnegleichen, soll, was er sich durch seine für Geld befriedigte Brunst sonst urteile erzeugen fann. Aber innerhalb des Klassenstaates sie hätten nicht nötig zu arbeiten, damit andere Leute fett würden. noch eingebrockt hat. Man braucht nicht viel dagegen zu find, wie angedeutet und wie in Mannheim unterstrichen Sie verlangen von uns Achtung vor dem Eigentum und meinen, haben, wenn sich diese durchaus überflüssigen Drohnen gegen wurde, die Laiengerichte in der von uns geforderten Ausge- wenn wir denn schon einmal ihren von den Vätern überkommenen feitig niederknallen. Eine Lücke in der Welt der Arbeit staltung ein Fortschritt. Grund und Boden brauchten für unsere Bahnen, unsere Land hinterlassen sie meistens nicht, höchstens eine Lücke im Abonnentenstand der bürgerlichen Presse. Die Regierung hat sich demnach endlich entschlossen, gegen die ost ,, Also, Herr Geheimrat," sagte ich, das ist ja sehr erfreulich. elbischen Junker mit aller Schärfe vorzugehen?" „ Gegen die Junker??" Der Regierungsvertreter war maßlos „ Aber alles, was Sie so entrüstet aussprachen, paßt doch haar und daß, Der Haß der reaktionären Welt richtet sich gegen diesen straßen, unsere industriellen Unternehmungen, müßten wir ihn auch Fortschritt. Die Männer der Kreuzzeitung" sehen bezahlen, und zwar teuer bezahlen! Es sind Drohnen, diese Die gesuchte Empörung der bürgerlichen darin eine weitere Demokratisierung öffent- Menschen, faule fulturwidrige Drohnen! Aber wir werden kurzen Preise hat nun aber den sehr durchsichtigen 3 wed, gegen licher Einrichtungen und eine neue Betätigung Prozeß machen! Auf das Allgemeinwohl fommt es an! Wir die Schwurgerichte und gegen die Laiengerichte des Volkes durch seine eigenen gewählten Beauftragten. haben vor allem für die Raum zu schaffen, die arbeiten, etwas überhaupt scharfzumachen. In der langen Geschichte Bei dem Berliner Tageblatt" müßte man sich viel- leiften, die volfswirtschaftliche Werte erringen, furz für alle die der deutschen Gerichtsverfassung sind die Laiengerichte immer, leicht mehr wundern über diese Aufregung nach dem Frei- die unsere Interessen- hm-, die die Interessen der Nation ver wie man weiß, den Reaktionären besonders auf die Nerven spruch der Berliner Lebedame von dem Schwurgericht des treten. Wir werden diese faulen Köppe einfach enteignen gefallen und von ihnen nur als Ausgeburten der Revolution Landgerichts II. Aber zunächst wundert man sich nachgerade und zwar werden wir ihnen für ihre Luderwirtschaften den Preis bewertet worden. Dieser Haß der Reaktion gegen die Recht bei diesem Blatt über nichts mehr, und dann ist der bes bezahlen, den wir festsetzen!" sprechung des Volkes durch werftätige Menschen des Volkes sondere Fall der Aufregung bei ihm, wenn auch nicht politisch, felbst ist ja ollerdings auch durchaus begründet. Die Laien- so doch desto mehr psychologisch zu verstehen. Die Männer richter fönnen immerhin auch unter der gegenwärtigen des Berliner Tageblattes" und neun Zehntel seiner AbonKlassenherrschaft nicht so von dem wirklichen Leben, Denken nenten haben, wie man weiß, eine höchst geringe Sympathie und Fühlen des Volfes abgeschlossen werden wie die gelehrten für den Pulvergeruch. In den letzten Tagen hat nun auch erstaunt. Aber ich spreche doch von den Dualas! Wir werden Richter. Diese entstammen von vorherein einer besonderen noch glücklich ein Berufsrichter gegen die Geschworenengerichte doch nichts gegen die Junker unternehmen! Erstens überhaupt! Klasse der Bourgeoisie oder des Junkertums; sie werden scharf gemacht. Der Vorsitzende eines Berliner Und zweitens: wieso?" während des Studiums und des Vorbereitungsdienstes eine Landgerichts hat bei der Eröffnung einer neuen besondere Kaste, die sich erst recht von dem lebendigen Leben Schwurgerichtstagung eine sogenannte Mahnung an die scharf auf die Junker!" des übrigen Volkes abschließt. Wenn deshalb auch die Ge- Geschworenen gerichtet und dabei die hohe Weisheit vertreten, schworenen der Auffassung derjenigen Klasse unterstehen, aus daß das Streben nach Humanität eine Grenze haben müsse", sind stark und die Dualas sind schwach! Und darauf kommt " Wieso? Nicht daß ich wüßte!- Und drittens: die Junker der sie hervorgehen, so sind sie doch den berufsmäßigen Rich- und daß in unserem öffentlichen Leben nicht selten ein es an." tern schon heute vorzuziehen. Es muß nur immer mehr und geradezu frankhafter Zug nach Humanität zu spüren" sei. Gegen dieses Argument war in der Tat nicht zu streiten. Außer mehr dahin gedrängt werden, daß auch Arbeiter zu Ge- Vielleicht hat der Herr Landgerichtsdirektor an das freie dem hätte ich diesen Herrn wohl kaum davon überzeugen können, schworenen und Schöffen herangezogen werden, und daß ihnen Serumspazieren des meineidigen Fürsten Eulenburg gedacht daß die Neger, solange die Natur sie, mit ihren geringen Bedürf dadurch weder materieller noch beruflicher und ideeller Schaden oder an die unvergleichlich milden Urteile gegen Streifnissen, von selbst ernährt, vollkommen im Recht sind, wenn sie sich entstehen kann. Wir wehren uns deshalb gegen die Gebrechermörder. Sonst wüßten wir nicht, wo sich ein geradezu gegen die Beglückung mit der„ Kulturarbeit" wehren schworenengerichte nur insofern, als sie allein aus den be- frankhafter Zug nach Humanität" im öffentlichen Leben und schließlich, man sich über ihre Faulheit" nur entrüstet, weil diese fizenden Klassen einseitig zusammengesezt sind, um über besonders in der berufsmäßigen Rechtsprechung gegenwärtig sonderbaren Menschen nicht ein Freudengeheul darüber anstimmen Arbeiter abzuurteilen. Von dieser in der Sozialdemokratie gezeigt hat. - für unsere Rapitalisten arbeiten zu dürfen! Erst nach elf Uhr famen wir an unserem Ziele an. Von dem dem Loch hervor und ging schwankend, als müsse er gleich un Kasernengebäude stand nur ein Flügel noch da mit seinen langen fallen, mit einer Hand ins Leere ausgestreckt, die andere vor der Reihen offener Fenster. Die Laternen waren ausgelöscht. In den Brust, die Straße hinunter. Es war ein kleiner, dürrer Greis. zerbrochenen Scheiben gliberte das Mondlicht geisterhaft. Das unter seinem Schlapphut hing weißes, langes Haar hervor. Nu Hauptgebäude war schon niedergebrochen bis auf wenige Mauern. sahen wir ihn stehen bleiben und sich an eine Hauswand lehnen Das Ganze, von schmalen, dunklen, unbelebten Gaffen umgeben, Tag da wie ein ungeheurer verwesender Koloß. Man hörte aber aus und dann langsam wie ein Bündel Kleider zu Boden sinken. Ich hatte meine Jade der Nähe das Geflingel und Rollen der Straßenbahnwagen. als Kissen unterm Kopf liegen, neben mir rechts und links lagen die ihn an den Armen. Er stöhnte schon nicht mehr und sah uns nut Wir standen beide auf, um nach ihm zu sehen. Wir faßten Der Kleine führte uns an einem Bretterzaun entlang bis zu beiden Leute und schliefen. So wagte ich nicht, mich zu rühren, an und schüttelte langsam den Kopf. Da ließ der Kohlenmann einer Stelle, wo ein loderes Stüd Holz quer über einer schmalen und schlief mit diesem Frostgefühl wieder ein. Ich sah den Herr- ihn los und sagte:„ Ich hole einen Schuhmann" und ging fort. Deffnung hing, gerade so, daß ein Menschenkörper sich noch hindurch- schaftsdiener, den Naturdoktor und Reinhold miteinander gehen, winden konnte. Hier versprachen wir einander, uns nicht zu ver- und mich in weiter Entfernung ihnen folgen. Sie schienen zu und sagte:„ He!" Aber er sah mich nur mit offenen Augen an, Ich beugte mich auf den Alten nieder und faßte ihn am Aermel laffen, was auch fommen möge. Dann büdte sich der Kleine und schweben wie selige Meister gegen alle Angst gefeit, und zu denen und sein Arm sank von selber. Da ging ich langfam zwei Schritte verschwand. Ich folgte ihm und der Kohlenmann troch hinterher. ich in banger Verzweiflung aufsah wie ein Lehrling des Lebens. feitwärts und blieb stehen und sah mich nach ihm um. Er rührte Wir befanden uns im Kasernenhof. Vor uns standen in Rich- Ich seufzte und lag mit geschlossenen Augen und muß dann wohl sich nicht. Ich ging noch ein paar Schritte, sah mich nochmals un tung wie vergessene Soldaten vier fleine Bäume. Rechts lag ein einige Zeit ganz fest geschlafen haben. Schuppen, vielleicht der ehemalige Holzstall. Eine Stiege führte Jemand ergriff plötzlich meinen Arm. Ich sah den Kohlen- weiter und lief schließlich so rasch ich konnte, bis ich endlich weit aber er rührte sich nicht und saß wie lauschend. Da ging id mann halb aufgerichtet neben mir ſizen. Er sah starr über mich von jener Stelle und ganz erschöpft vor einem Brunnen stand. Erst hinweg und stotterte:„ Du der Meine ist weg." als mir das Wasser eiskalt über Kopf und Hände floß, kam ich Ich verstand ihn nicht gleich, doch erschrak ich sehr, als ich den zur Besinnung. Ich machte mich sofort auf den Weg nach HamKleinen nicht mehr bei uns sah. Die Türen waren noch ge- burg. Göttsche hieß das Heuerbureau, Vorsezen 53. Eine Woche schlossen, aber das Fenster stand offen. Ich wollte aufstehen, aber später fuhr ich die Elbe hinab auf See. in demselben Augenblick machte ein seltsames Geräusch uns erftarren. In der leeren Kaserne, in dem Raum gerade über uns, gingen leichte, ganz langsame, schlürfende Schritte. Dazwischen bernahmen wir ein Hüsteln, einen so flagenden, hohlen, gebrechlichen Laut, daß wir wie versteinert lagen. Zuweilen hielt dieses Röcheln ein. Die gelben Lichtreflege an der Wand tanzten vor unsern Augen, sie schienen das ganze Zimmer zu überschwemmen. Wir begriffen plöglich, warum der Kleine geflohen war, ohne an uns zu denken. Er war zum Fenster hinaus. von außen unter das Dach. Wir kletterten hinauf. Oben zündete der Kleine ein Streichholz an und leuchtete umher. Der Boden lag boll verfaultem Stroh. Es stank so sehr, daß wir beschlossen, wieder in den Hof hinunterzusteigen. herein. sich durch die Brücke hinunterfallen. Er fiel tief unten auf den Sand am Ufer, und als er aufstand, griff er an seinen Kopf und taumelte und lachte über das Blut an seiner Hand. Nun verwandelte er sich in einen andern Menschen, der dort im Asyl den Namen Naturdoktor hatte, einen dicken Kerl mit Schmissen auf der Bade und einem Kneifer auf der Nase. Ich wachte auf, mich fror am Halse. der andere Die neun Stellen. Im Untergeschoß der Kaserne stand ein Fenster offen. Der Kleine schwang sich hinauf und half uns nach; wir standen nun alle drei in dem öden Flur vor einer breiten Treppe mit eisernem Geländer. Rechts fanden wir einen Raum offen, der früher eine Küche gewesen sein mochte; in der Ecke stand ein halb zerstörter Herd. Die andere Tür dieser Stube war geschlossen, und die Klinke Wir können unseren Lesern zu unserer Freude mitteilen, daß fehlte. Unsere Tür wollte durchaus nicht ins Schloß; wir stemmten Herr Wernerle Sombart die Freundlichkeit hatte, uns die uns dagegen und schlugen endlich mit Steinen, die wir uns aus neun Stellen zur Verfügung zu stellen, die das Berliner Tage dem Herde lösten, den Riegel zu. Dann klemmten wir noch Holzblatt" in vollständiger Verkennung der Bedeutung ihres Verfassers jtücke in das Schloß und streckten uns nebeneinander auf dem aus seinem Artikel:„ Gedanken in Rußland" herausgeschnitten hat. Boden aus, mit den Köpfen gegen die Tür. Wir drängten uns Vielleicht hatte man uns im Hause gehört. Oben ging eine Wir bringen sie hier, jeweils im Anschluß an den letzten vorhers eng zusammen, die Nachtluft sank durch die offenen Fenster kalt Tür. Jezt tasteten die Schritte die steinerne Treppe hinunter, gehenden Satz und freuen uns, daß sie eine treffende Antwort find sie kamen deutlich immer näher. Vor unserer Tür hielten sie an. auf unsere an Sombart gerichtete Frage: Nig zu geistreicheln? Die andern schienen bald zu schlafen. Nur ich lag wach in Eine Hand tastete nach der Klinke. Aber auch wir ergriffen die „ Wir empfinden ein gesteigertes Behagen, wenn wir nur über einem unsäglichen Gefühl der Verlassenheit auf dem harten, von Klinke und hielten sie fest und spürten daran den ohnmächtigen die russische Grenze in das Wald- und Seengebiet hineinfahren, das Mörtel und Ziegelsteinsplittern bedeckten Boden. Die Leiber der Druck der fremden Hand. Draußen winselte ein Mensch, aber Nordrußland bildet, wo die Siedelungen allmählich ganz aufhören beiden unbekannten Menschen schüßten mich nur wenig gegen die mit der ganzen Gewalt unserer Schultern stemmten wir uns und der Urwald beginnt." Hier fehlt der Sak: Davon bes Kälte; ich verspürte plötzlich ein Zittern, ganz leise und nach innen gegen die Tür und hörten nach einer Ewigkeit den Mann, der zu Russen gleich nach der Grenze einem Stationsvorsteher die Pistole tommt man schon eine Vorstellung, wenn man sieht, wie vornehme gehend, wie das Zittern, das dieses feste Gebäude ergriffen hatte, uns wollte, fich wieder entfernen. Sein Schritt ging langsam vors Geficht halten, ihm die Bahnhofskaffe abnehmen und bei der als langsam der Buz von den Wänden abfiel und die Deden lautlos wieder die Treppe hinauf, und es wurde still. sprangen, bis es nun, von den Menschen aufgegeben, in der dunkien" Wirk wohl die Brötchenfrau gewesen sein," sagte der Fohlen- Weiterfahrt davon den Mitreisenden vergnügt ein paar Flaschen Nacht sich selbst überlassen dastand. Der Mond und die Straßen- mann und verzog das Geficht. Aber wir konnten nicht lachen, es Champagner zahlen, ganz als wären die einengenden Vorstellungen lichter warfen gespenstische Flecken an die Wand. Zuweilen rasselte war uns entsetzlich zu Mute. von Privateigentum und Gefeßlichkeit noch gar nicht erfunden. draußen eine Droschke vorüber. Unfern schnauften die Straßen- Da fingen oben, gerade über uns, die leisen, schlürfenden " Unübersehbar bis an den fernen Horizont dehnen sich die bahnzüge; wenn sie in die gewölbte Halle einliefen, brach ein Schritte wieder an. Sie führten quer über die Decke, dann hielten lecker und Felder, ohne daß man mehr als hier und da ein paar Donner aus. Ich sah einen dieser Züge fahren, fern, auf einer fie ein, und wir vernahmen ein armseliges, hilfloses Jammern. Bauernhütten gewahr wird." Aber auch die stören weiter nicht, da unendlich weiten grünen Ebene, und ihn plöblich um einen Hügel und nun stürzte der Kohlenmann ans Fenster, schwang sich hinaus, sie sich in ihrer vollkommenen Verlotterung aufs beste in das Bild biegen. Dort über einen Fluß führte eine Brüde, dürr wie ein fiel auf die Sände und rannte fort über den Sof. Ich sprang ihm einpassen und vielfach auf Anordnung eines tunstsinnigen Groß Stelett und ohne Geländer; auf ihr ging ein Mann mit Medaillen einfach nach. Vor dem Zaun draußen fanden wir uns wieder. grundbesizers zu malerischen Ruinen umgewandelt worden sind. auf der Brust. Er hatte das Gesicht des alten Herrschaftsdieners, Bir sahen an der nächsten Straßenede die Droschkengäule seigneurale Ausladung seiner Straßen und Bläße und Brüden und " Jedoch auch Petersburg wirkt vor allem durch die breits der mir im Ashl das Aufbewahren der Stiefel gezeigt und von mit eingefnidten Beinen stehen. Im Schein der Laternen gingen Bauten." Amerika erzählt hatte. Der Zug fam rasch, der Mann auf dem einzelne Leute vorüber. Wir atmeten auf und setzten uns aufs größerer Brieftasche außerordentlich beruhigend, nur verlangt ihre Vor allem die Kasernen wirten für einen Mann mut Brüdengeleis, mit dem Strom tief unter dem Gestänge des Brücken- Pflaster nieder, gerade neben dem Spalt im Zaun. Der Morgen ansprechende Architektur die Aufstedung einiger abgehauenen Köpfe bodens, begann erschreckt zu laufen, er rannte wie ein Besessener. graute. Wir wußten nicht, wohin wir gehen sollten, wir dachten über den Toren, was bei der Menschenüberfüllung von Petersburg, In dem Augenblick, als die Maschine ihn faffen wollte, ließ er an die Markthallen. Plötzlich stieg neben uns ein Mensch aus besonders mit Arbeitern, doch nicht schiver zu erreichen sein kann. t I ) Die Missionarin. Sie wollte das Beste. Ein heiliges Feuer erfüllte sie. Denn sie war fromm und von überirdischem Streben. Sie betete dreimal am Tage, und zwischen Vesper und Abendbrot sang fte Chorale. Sie ging so ist anzunehmen mit tiefverschleiertem Antlig durch die Straßen, das innere Auge aufs Jenseits gerichtet, damit das äußere die nackten Büsten in den Friseurläden nicht sähe. Denn He haßte das Fleisch und die Sündhaftigkeit des Fleisches, auch wenn es aus Wachs war oder Papiermachee. Die Verderbtheit der Menschen entsegte sie. Zwar wußte sie aus eigener Erfahrung nichts davon; denn ihr Herz war rein und bei Jesum. Aber sie erfuhr es auf andere Weise. Von Richtern, Assessoren, Offizieren, Kauf und anderen besseren Leuten: Daß es Laster gäbe. Laster der raffiniertesten Art. Jene besseren Menschen waren gleich ihr tief entrüstet. Sagten gleich ihr: Hier muß etwas geschehen. Die höhere Sittlichkeit, sagten sie, müsse in das niedere Bolt getragen werden. Denn dort herrsche die Ethik sozusagen noch in ihrem primitiven Urzustande. Es fehle ihr der feinere Schliff, die Kultur und delikate Zubereitung. Diese zu verbreiten sei eben die Aufgabe der Besten im Staate. Dienstlich zunächst, aber auch nach Feierabend. Machen wir!" fagte die Witwe Schwiderski, denn so hieß die Missionarin. Und sie schlug entschlossen den Schleier zurüd und vertiefte sich dreift und gottesfürchtig in die erbaulichen Dinge dieser Welt. Zwar schauderte ihr reines Herz beim Anblick dessen, was fie fehen mußte. Aber das Bewußtsein, eine ganze Schar edler Stavaliere hinter sich zu haben, gab ihr Mut und Kraft und heiligen Eifer, um so mehr, als die Kavaliere in austömmlicher Weise für ihr tägliches Brot forgten, das sie sich sonst vom Himmel erbat. Sie beschloß. Märthrerin zu werden. Beschloß, niederzutauchen in die fittlichen Untergründe der Welt, beschloß, alles aufzudecken und an den Pranger zu stellen. Wahr heit, Wirklichkeit sollte sprechen, sollte der Menschheit ins Antlitz geschleudert werden. Die Herren waren einverstanden. Sie versprachen nach besten Kräften mitzuwirken. Bei der Jugend, sagten sie, müsse man beginnen. Bei der weiblichen Jugend. Einerseits sei diese von Ratur aus am verderbteften, andererseits sei sie weich und bildungsfähig. Zukünftige Mütter feien die beste Grundlage für das edle Werk. Seien ihnen die höheren Ideale eingepflanzt, so werde es sich entfalten wie eine schöne Blume und fortwirken bei Kind und Kindestindern. Machen wir!" sagte die Missionarin und ging mit heißer Liebe an's Werk. Die Witwe Schwiderski gründete eine Handarbeitsschule. Sie inserierte nach Schülerinnen. Und die kleinen Mädchen kamen. Die großen Herren auch. Diese weniger deshalb, um stricken, häkeln oder stricken zu lernen, als um die Unterrichtsstunden mit höherer Moral zu befruchten und die Mädchen vor jenen sittlichen Gefahren zu retten, die bekanntlich überall mit Handarbeits- Lehrstunden berbunden sind, Man trank Wein miteinander und soupierte gut, da ein anregend gefüllter Magen Hirn und Herz besonders aufnahmefähig für alle Entschlüsse macht. Und die Herren redeten den verderbten Geschöpfen voll Liebe zu, streichelten ihnen die Wangen und füßten sie väterlich. Die Mädchen besserten sich offensichtlich. Ihre Verstocktheit wich einer heiteren Lebensauffassung, und die Missionarin stand mit gefalteten Händen dabei und segnete sie, während Tränen heiliger auch humoristische Films liefern, müßte schon ein sehr altmodischer Rührung aus ihren frommen Augen tropften. So ift's recht Kinderchen", sagte sie. Und ihr heiliger Eifer, ihr missionarischer Fanatismus wuchs und ward heftiger. Der Tag genügte ihr nicht mehr. Monarchist sein. Uns will scheinen, als entbehre die Verbindung zwischen Monarchie und Kientopp feineswegs eines tieferen Sinnes. Je mehr die demokratische Entwickelung fortschreitet, um so mehr tritt für die dynastischen Herrschaften die Repräsentation in den Vordergrund. Es wird von ausschlaggebender Bedeutung, bei einer feierlichen Gelegenheit an der Spitze eines wirkungsvollen Aufzuges erscheinen zu können. Sie lud die Mädchen zu nächtlichen Promenaden und verschaffte Wer aber verstünde sich auf wirkungsvolle Aufzüge wohl besser ihnen die Mitwirkung bei fröhlichen Seftgelagen, um ihren naiven Seelen abschreckende Bilder einzuprägen. Sie ging mit ihnen in die als ein Filmregisseur? Er versteht nicht nur, das Publikum durch Hochschulen feiner Kultur, in die Kasernen, um ihnen die vortreff- Effekte zu blenden; er versteht auch, und das ist nicht das Geringste seiner Kunst, Effekte vorzutäuschen, die tatsächlich gar nicht vorlichen Handarbeiten der Offiziere als Muster vorzuführen. handen sind. Wer die Schule eines guten Filmregisseurs durchUnd alle waren liebreich zu den kleinen Mädchen. laufen hat, wird darum so leicht bei keinem öffentlichen Arrangement Alle, alle. mehr versagen. Und so gedieh das Werk der heiligen Schwiderski wundersam, und der Himmel hatte seine Freude dran nebst den Richtern, Assessoren, Offizieren, Kauf- und anderen besseren Leuten. Vielleicht hätte sich von dem kleinen Ort an der russischen Grenze strahlend die höhere sittliche Kultur über Europa und die angrenzenden Erdteile ausgebreitet, wenn der heiligen Schwiderski nicht der Staatsanwalt in den Arm und Handarbeitsunterricht gefallen wäre. Der Märthrerweg der Missionarin begann. Sie tam bor's Tribunal. Und nun redeten andere Richter zu ihr, die, ein wenig grob, ihre heilige Mission Kuppelei nannten. D, da hättet ihr sie sehen sollen! Von ihrer hohen Aufgabe sprach sie, von ihrer hebren Mission, die sie im Auftrage der Geistlichkeit ausgeführt habe, von ihrer Frömmigkeit und den einwandfreien Kavalieren, die ihr edles Wert unterstügt. Daß ihr heiliger Wille lediglich darin bestanden habe, die Verderbnis aufzudecken. Und dann marschierten die Helfer auf: eine lange Reihe von Richtern, Assessoren, Offizieren, Kauf- und anderen besseren Leuten. was sie sagten, man erfuhr es nicht. Da sie ihre guten Werke nicht an die große Gloce hängen wollten. Bescheiden, wie die besseren Leute nun mal sind. Nur in einem Punkt scheint uns ein Widerspruch stattzufinden: der Film ist st um m, und das ist die Monarchie bekanntlich durchaus nicht immer. Vielleicht aber wird die allmächtige Entwickelung auch diese Differenz beseitigen sei es nun, daß der Kientopp das Reden oder die Monarchie das Schweigen lernt. Vom Jahrmarkt des Lebens. Kapitalistische Moral. Seitdem Matthias Erzberger aus Buttenhausen, einstens das Schredenskind seiner Partei, zum Herold der Sammlungspolitik wurde, schwört er feierlichst seine früheren Prinzipien ab. Toch ist er nicht nur zum Herold der Sammlungspolitik avanciert, er ist auch Herold der kapitalistischen Moral. Einem Toten soll man nur gutes nachreden! Zu diesem verlogensten aller Säße hat Matthias Erzberger in dieser Woche im Reichstage vor versammeltem Volke sich bekannt. Mit schmalzigstem Pathos wehrte er die unangenehme Tatsache, daß ein als Ministerkandidat genannter General sich für schnödes Geld des schmählichsten Titelschachers schuldig gemacht habe, entrüstet damit ab, daß Die heilige Schwiderski aber muß leiden. Sechzehn Monate Gefängnis. Zwar kein Scheiterhaufen, aber immerhin: genug für ein ebles man Tote ruhen lassen solle. Herz. Die Kavaliere waschen sich die Hände. Und werden tros gelegentlicher Unannehmlichkeiten weiter wirken für Kultur und Sitte, werden über die Geseze wachen und das Volk dauernd zur Ordnung rufen, wenn es mal unwillig werden follte. Werden vielleicht eine zeitlang Braunbier trinken, um zehn schlafen gehen und über das langweilige, philiströse Nest murren. Aber wenn Mutter Schwiderski aus den Loch kommt, wird es, so Gott will, wieder lustiger werden, und das angesetzte Fett kann von neuem in der Tätigkeit für eine eble Mission schmelzen. Es braucht nicht just ein Handarbeitsunterricht zu sein. Monarchie und Kientopp. Zum Teufel mit dieser brüchigen Moral! Wo hat jemals die bürgerliche Presse, und nicht zum wenigsten die zentrümliche, zu dieser Moral gestanden? Welche Schlammflut von Verleumdungen hat sie über tote Führer der Sozialdemokratie ausgegossen. Oftmals in bewußt verleumderischer Absicht! Wie hat sie den toten Bebel, den toten Singer und andere beschimpft, ohne daß Matthias Erzberger, der es besser wissen mußte, auch nur mit einem Worte diesen Verleumdungen Toter entgegentrat. Gewiß soll man Tote ruhen lassen, soweit es sich um Dinge familiärer Natur handelt. Aber auch da macht ja gerade die bürgerliche Presse in den wüstesten Sensationen wir brauchen nur an den Ghebettstreit im Hause Wahnfried zu erinnern. Aber Matthias Erzberger will auch dann seine schützende Hand über einen Toten halten, wenn ihm nachgewiesen werden kann, daß sein ganzes Leben auf Lüge und schandbarstem Eigennut aufgebaut war. Er will einen Toten schüßen, von dem feststeht, daß er Gott und die Welt angepumpt hat, vom Schlächter Unter dem Titel:" Treue Liebe bis zum Schwimmbassin" wird man demnächst in den Kinotheatern einen Film und Bäcker angefangen bis hinauf zu denen, die ihrem Namen gern sehen, deffen Handlung von Fedor v. Zobeltik erdacht ist, während einen prunkenden Titel beifügen möchten. Er wehrt sich in seiner die dramatische Bearbeitung und Regie vom Prinzen Heinrich schmalzigsten Art dagegen, daß man von einem Toten spricht, von ausgeführt wurde. Der Film wurde gelegentlich der Südamerika- dem dokumentarisch feststeht, daß er die allerhöchste reise des Prinzen Heinrich an Bord der„ Kap Trafalgar" auf- Gunst ausnutte, um damit die schmutzigsten Schachergeschäfte zu genommen und zeigt in wohlgelungenen Bildern humoristische machen. Szenen aus dem Schiffsleben. Der Film wird dem Kaiser nach seiner Rückkehr nach Berlin vorgeführt werden. Man muß es dem Kientopp lassen: er versteht es, die hohen und höchsten Herrschaften vor seinen Triumphwagen zu spannen. Wer sich daran stoßen wollte, daß die Hohenzollern zu den bereits gelieferten Bildern, Versen und Kompositionen nun Zum Teufel mit dieser Moral, die nur dazu dienen soll, das Bolt, den großen Lümmel, nicht ahnen zu lassen, wie torrumpierend der Kapitalismus wirkt, zu dessen Herold sich das einstige Schreckenskind seiner Partei, Matthias Erzberger aus Buttenhausen, ent= wickelt hat. „ Ein weites, großes Land ist Rußland und ein stilles einsames| Frau Cosima Wagner noch Richard Wagner haben je einen Zweifel| das hat Nietzsche sicher nicht zu hoffen gewagt. Der Ruf aus ParLand, in dem man leben kann." Angesichts dieser Größe ist es von über diese Vaterschaft ausgesprochen, und als Isolde den Kapell- fifal: Erlösung dem Erlöser! drängt sich auch denen heute auf, die den Juden gerade lächerlich, fich über die seltenen Pogrome zu meister Beidler heiratete, nannte sie sich eine geborene Wagner. Wagners Werk für eine sehr geschäftstüchtige, aber tief verderbte beklagen, denn die Zahl dieser seigneuralen Bergnügungen steht in Und nun mit einem Mal soll das nicht mehr stimmen. Mit einem Angelegenheit halten. Das hat er sicherlich nicht verdient, daß all gar feinem Verhältnis zu der ungeheuren Ausdehnung Rußlands. Mal will Frau Cosima sich verschämt lächelnd der Tatsache erinnern: seine Lehren von der Welterlösung durch das Germanentum von „ Es ist herzstärkend zu sehen, mit welcher Freude, mit welchem det erste Seind is nich von ihm! Hingegen meint sie, aus ganz dis- der eigenen Familie derart lächerlich gemacht würden. Es hat ja Behagen, mit welcher Ausdauer man in Rußland ißt und trinkt." treten Notizen feststellen zu können, daß der Täter ihr erster Mann um ihn und seine Gestalten immer eine gewisse FamilienunsicherAllerdings gehört zu einem echt russischen Diner auch der chevale- Hans von Bülow gewesen sei. Man sollte nun meinen, daß es für heit geschwebt. Er selbst hieß bis zu seinem vierzehnten Jahre nach reste lebermut der jungen Gardeoffiziere, die zwischen den Gängen ein Kind mindestens so angenehm sein müsse, der Nachkomme des dem ersten Mann seiner Mutter Richard Geher, weil anscheinend manchmal auf die Kellner schießen, und ich habe selbst gesehen, wie genialsten Kapellmeisters zu sein als der des geschäftstüchtigsten auch damals eine gewisse Unsicherheit in der Wahl des Vaters veein Gardeleutnant einen solchen trotz des reichlichen Alkohols schon Musikers. Man könnte also annehmen, Frau Cosima hätte ihrer stand. Die Eheverhältnisse im„ Lohengrin" sind erschreckend unmit dem dritten Schuß zur Strede brachte. Tochter Isolde keine Erniedrigung, sondern eine Erhöhung au- flar, während wiederum die Geschwisterehe in der„ Walküre" ergedacht. Dem ist aber nicht so, denn der Kampfpreis, um den es schreckend klar ist. Dieser etwas unsichere Standpunkt bezüglich Che bei diesem schmutzigen Streit im Hause Wahnfried geht, ist nichts und Nachkommen hat sich nun auch in die häuslichen Verhältnisse mehr und nichts weniger als das Heiligtum der Erbschaftsteilung. Richard Geber- Wagners eingeschlichen und hat damit ein wahres egen ein paar hunderttausend Mark mehr oder weniger zerfetzt Parsifalissement erzeugt. Der Anwalt der Frau Isolde Beidler die Tempelwächterin des deutschen Vorsängers vor aller Welt ihre wird darauf plaidieren, daß Bülow zur kritischen Zeit frank zu Bett lag und infolgedessen unschuldig sei. Frau Cosima Wagner hingegen wird den Schwur zu leisten haben, iver von den beiden ihr damals zu nahe getreten sei, und all diese Beschnüffelungen des höchsten deren Besitz die Kronjuwelen teutscher Nation sich befinden sollen. menschlichen Mysteriums werden sich in der Familie begeben, in " Der orthodore Ritus ist wundervoll: eine Steigerung gleich fam des katholischen in seinen besten Traditionen." Besonders die traffe Unwissenheit der Popen, die zum Beispiel von Deutschland nichts anderes kennen als Sombarts gesammelte Werke, gibt einem die Gewähr, daß sie als geistig Arme an Gottes Segnungen teil haben. Die äußere Form des Gottesdienstes macht Reinhard aller- Frauenehre und ist bemüht, vor Gericht nachzurechnen, welcher Vater hings besser. Während man in behaglichen Räumen tafelt und bechert, läßt man sich von englischen Clowns oder japanischen Zauberern etwas vorgaufeln." So toll fönnen sie es allerdings nicht, wie ich es im„ Berliner Tage blatt" fertigbringe, sie ähneln mir aber insofern, als sie gewiß auch keinen deutschen Sah fehlerlos schreiben Zönnen. Dem Hang zur Sinnlichkeit steht dann eine ebenso starte und oft übertriebene Freude am rein Geistigen zur Seite." Das war für mich das Unerklärlichste in Rußland, denn zu was man Geist brauchen sollte, um Gedanken in Rußland zu haben, wird wohl kein Leser meiner Aufsätze verstehen. " Die Juden sind in den letzten Jahrzehnten in Polen eingewandert und machen den Eingeborenen im Lande das Leben sauer." Wie herzlich mußte ich da an Berlin denken. Götterdämmerung. für dieses Kind in Betracht komme. Man kann ohne Uebertreibung und in schöner Milde sagen, daß dies der tollste Standal ist, der sich seit Jahrzehnten in den Kreiſen abspielte, die deutsches Wesen gepachtet zu haben glauben. Als Cosima von Bülow von ihrem Mann weg zu dem damals veralweifelt um neue Anleihen kämpfenden Wagner ging, war dies eine heroische Tat, die ihr alle Ehre machte. Sie hat es fertig gebracht, dem Ringenden zwanzig Jahre lang eine starte Stüße zu sein, sie hat ihn zum ersten Mal in seinem Leben häusliches Glück beschert, das mit dem Namen der drei Kinder dieses Bundes aufs engste verknüpft war. Sie hat nach seinem Tode mit einer Energie ohne gleichen sein Lebenswerk durchgesetzt, propagiert, in Tantiemen verwandelt und hat das Snobtum der ganzen Welt Jahr für Jahr mach Bayreuth gezogen. Wagner starb in dem sicheren Glauben, daß seine Frau und seine drei Kinder das Erbe aufs beste behüten werden. Jetzt werden ihm im Jenseits die Augen aufgegangen sein. Eine schmußige Erbschaftsstreiterei hat es fertiggebracht, die diversen Betten der diversen Männer der Frau Wagner als Beweismaterial vor Gericht zu schleppen, und in demselben Jahr, wo der Familie Es ist eine schöne Gerechtigkeit, daß gerade denen, die mit Hoch- Wagner der reine Tor abhanden fam, scheint die unreine Torheit mut und Abscheu auf alle anders Dentenden und anders Seienden bei ihr eingezogen zu sein. Die Gralswächter ehren das Andenken berabbliden, von Zeit zu Zeit eine gründliche Götterdämmerung des genialen Impresarios und Heldensagenverderbers dadurch, daß aber den Kopf hereinbricht. Nirgend anders ist der Personentuft sie feine( nicht musikalische) Zeugungsfähigkeit anzweifeln und aus und die Vergortung der einzelnen Person so start wie bei den Anti- dem Adlernest ein Junges hinausstoßen, damit das Futter für die jemiten und den Deutschtümlern, und nirgends anderswo ereignete übrigen reichlicher werde. Wir sind begierig, ob sich jetzt in den sich so oft, daß die Heroen aus dem Stand der Gnade in den An- Kreisen, die Bayreuth als den wahren Hort der deutschen Kultur getlagtenstand verfekt werden. Es muß mit dieser Weltanschaurang betrachten, wiederum eine Petition zusammenbringen läßt, die wie irgend etwas Striminelles zufammenhängen, fie muß in den Men- voriges Jahr den Parsifal jo jetzt die Isolde für Bayreuth erhalten fchen irgendwelche Unsauberkeiten anhäufen, die sich dann auf eine wissen wollen. Nietzsche hat mit seinen wundervollsten Verfluchungen den mehr oder minder strafgesetzliche Art zu äußern suchen. Aber gerade jekt ist den Operariern und Antisemitenbarden besonderes Unheil Wagner niedergeschmettert, der am Kreuz zusammengebrochen widerfahren, denn der Hort ihres Bundes, der Gral selbst beginnt war". Was hätte der gewaltige Hasser erst gesagt, wenn er erlebt 3 tanken, und die Feststellungsklage, die in diesen Tagen im Hause hätte, was die Erlösung im Hause Wagner für Blüten treiben Er war von seiner Jugend her ein guter Wagnerianer Wahnfried zum Austrag kommen soll, wird vor allem die Fest- werde! stellung bringen, daß dort der Friede Wahn ist und es auf eine und hätte auch bei dieser unendlich widerlichen Melodie sofort das wagnerische Motiv herausgefunden: das Motiv häßlichster Habsucht. entfehliche Weise menschelt. Daß aber die Unehrlichkeit, die er der Wagnerivelt immer bor geworfen hat, zu einer solchen Gözendämmerung führen werde, Vis vor wenigen Monaten galt es als ausgemacht, daß Richard Bagner drei Kinder gehabt habe: Jfolde, Eva und Siegfried. Weber Kater Lampe. Sülsen! Mensch! Glatt aus der Stampe Holste Dir jetzt Deine Kunst, Und es steigt der Kater Lampe Auf bis in die höchste Gunst?! Freilich mit dem Leutnantsdrestchen Und dem oberfaulen 3imt Aus dem Oberlehrereckchen, Den kein Mensch mehr ernsthaft nimmt, Und den Hohenzollernfachen Nebst diversem Militär Kannst selbst Du heut nichts mehr machen, Und die Bude bleibt Dir leer. Macht die Kunst Dir solche Sorgen, Daß Dir's letzte Rettung scheint, Ein Genie Dir abzuborgen Vom verhaßten inneren Feind? Auf S. M.s Privattheater Mensch! was sagt da Oertel bloß?! Stiefelt lächelnd nun der Kater Lampe Emil Rosenows! Ach, in dieser Welt, der bunten, Treibt man mit dem Höchften Spott: Das Talent tam stets von unten, Wenn man oben bankerott! Янаг Krokodilstränen. Die gute Frau Evers, ihres Zeichens Zigarrenhändlerin in 3abern, berühmt geworden als Kronzeugin im Zaberner Reuterprozeß, will Zabern verlassen. Angeblich, weil sie des Kampfes müde geworden sei, der Boykott der Zaberner Bevölkerung über ihre Nervenkraft gehe. Ausgerechnet die" Post" vergießt ob dieser Tatsache einige Krokodilstränen.„ Die biederen Elsaß- Lothringer können also den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, wieder einen Verfechter der deutschen Sache wirtschaftlich ruiniert zu haben. Ein deutscher Stamm, der die eigenen Volksgenossen zur Strecke bringt, als seien sie Freiwild: wir wüßten fein Bild im Deutschen Reiche, das jammervoller wäre." So wörtlich das Scharfmacherblatt par excellence. Wir wüßten manches noch jammervolleres Bild. Wie würde die Post" weinen, wenn sie eine Ahnung davon hätte, daß die Arbeiter ganzer Betriebe systematisch und mit den brutalsten Mitteln wirtschaftlicher Macht in die gelben Werkvereine gepreßt werden. Wie würden die Tränen der ahnungslosen„ Post" fließen, wenn sie Kenntnis von dem Zustandekommen ostel bischer Wahlen hätte, bei denen ganze Volksschichten mit der Hungerpeitsche als konservative Wähler zur Urne getrieben werden. Aber von solchen Dingen hat die" Post" natürlich keinen blassen Schimmer. Ihre Tränen fließen über das zur Streckebringen" einer„ Verfechterin der deutschen Sache", für deren Konto in unzähligen Offizierskajinos und Kriegervereinen Geldjammlungen veranstaltet und ein schwunghafter Zigarrenhandel getrieben wurde. Wer den Papst zum Vetter hat... Die sächsische Exzellenz Paul Mehnert ist nicht Papst und fann daher niemand zum Kardinal machen. Aber sie ist das Oberhaupt der sächsischen Konservativen, und das hat immerhin schon etwas für sich. Paul Mehnert, der Ministerstürzer, fühlt den Drang in sich, Sachsen vor liberalisierenden Bestrebungen zu schüßen, und betätigt seine Ueberzeugung, indem er bei Besetzung von Beamtenposten seinen nicht geringen Einfluß aufwendet, ihm genehme Kandidaten mit abgestempelter tonjervativer Gesinnung zu lancieren. In Baußen ist der Direktorposten an der höheren Mädchenschule zu besetzen. Welch ungeheurer sittlicher Schaden würde der weiblichen Jugend zugefügt werden, wenn etiva ein Nationalliberaler sächsischer Couleur den Posten ergatterte. Um dieses nicht wieder gutzumachende Unheil zu verhüten, sandte Erzellenz Paul Mehnert an den Oberbürgermeister Dr. Käubler in Bauzen einen Brief, in dent er, wie das„ Baußener Tageblatt" erfährt, einen Kandidaten empfahl, der sich durch Vermittelung des konservativen Vereins in Leipzig an Se. Erzellenz mandic. So erfährt man unter der Hand, wie nicht nur Beambenstellen hejezt werden, sondern auch, wozu konservative Gesinnung und tonjervative Vereine nüze sind. Korruption. eigene Jugendheime, in 9 Orten stehen der Jugend an bestimmten Küter führte aus, die Vorschläge der Kommission seien nicht Tagen besondere Räume zur Verfügung. 12 Orte haben Jugend- neu. Außer der Frage des Chefredakteurs und der illustrierten bibliotheken mit zusammen 1291 Bänden. Die Abonnentenzahl der Beilage habe sie sich nur mit den vorliegenden Anträgen beschäfArbeiterjugend" ist von 1763 auf 1963 gestiegen. Unter Hinzu- tigt. Hinsichtlich der Organisation müßten andere Vorschläge gerechnung der Orte, wo kein Jugendausschuß besteht, sind es macht werden. 2035 Abonnenten, dabei sind aber die über 18 Jahre alten nicht mitgezählt. Auch die Frauenbewegung hat erfreuliche Fortschritte gemacht. Die Beseabende werden verhältnismäßig gut besucht. 43 Funktionärinnen sind in den Bezirksleitungen tätig. Vorsitzender Lehmann und Kassierer Brühl erläutern und ergänzen den gedruckten Bericht. Brühl bemerkte unter anderem, die vorstehend angegebene Mitgliederzahl stüßt sich auf die Angaben Mitglied, so ist die Mitgliederzahl von 17 700 auf 18069 gestiegen. der Bezirke. Rechnet man auf je 10 abgesezte Beitragsmarken ein hin kann sich der Kreis damit sehen lassen. Das ist für einen Kreis wie Niederbarnim zwar nicht viel, immer In der Diskussion wurden wesentliche Ausstellungen in der Tätigkeit des Vorstandes nicht erhoben. Mehrere Redner führten aus, daß ein agitatorisches Zusammenarbeiten der Reichstagswahlkreise Oberbarnim und Niederbarnim schon desLandtagswahlkreis bilden. Die Genossen von Niederbarnimi hätten halb unumgänglich notwendig sei, weil beide Kreise zusammen einen deshalb die Agitation in Oberbarnim tatkräftig unterſtüßt. Das sei ihnen vom Bezirksvorstand der Provinz Brandenburg als ein Gingriff in seine Rechte ausgelegt worden. Namentlich Genosse Wels vertrete diesen Standpunkt. Am Widerstande des Branden burger Bezirksvorstandes, besonders des Genossen Wels, sei die durchaus notwendige Arbeitsgemeinschaft zwischen beiden Kreisen bis jetzt gescheitert. Zu dieser Angelegenheit nahm die Generalversammlung den folgenden Antrag einstimmig an: " Der neue Kreisvorstand wird beauftragt, sich möglichst bald mit dem geschäftsführenden Ausschuß für Preußen in Verbindung zu jeben, um durch dessen Vermittelung eine Arbeits gemeinschaft zwischen den beiden Teilen des Landtagswahlkreises Niederbarnim- Oberbarnim herbeizuführen." Der Vorstand wurde durch einstimmigen Beschluß entlastet. find 127 Delegierte und Kommissionsvertreter, 25 Bezirksleiter Nach dem Bericht der Mandatprüfungsfommission und 3 Abgeordnete anwesend. 17 Delegierte und 6 Bezirksleiter fehlen. Hierauf wurden die Neuwahlen der Funktionäre vollzogen. Sie hatten folgendes Ergebnis: Eugen Ernst betonte, die Organisationsfrage hätte hier noch nicht erörtert werden sollen, weil die Arbeiten der Kommission in dieser Frage noch nicht abgeschlossen seien. In längeren Ausführungen wandte sich der Redner gegen Stadthagen. So leicht fönne die Organisationsfrage nicht gelöst werden, wie Stadthagen es hinstelle. Wenn die Kommission mit ihren Arbeiten fertig fei, dann müßten die Kreise dazu Stellung nehmen. Was Stadthagen als Mängel am Vorwärts" hingestellt habe, jei im vollen liche Gegensäße habe es sich dabei nicht gehandelt. Die Ansicht Einverständnis mit der Redaktion beseitigt worden. Um wesent= Stadthagens, der Chefredakteur solle von der rechten Seite genommen werden, sei unzutreffend. Niemand dente daran. StadtHagen habe auch darin unrecht, daß er meine, die Leitung der Organisation verfahre diktatorisch. Unsere Einrichtungen seien durch= aus demokratisch. Niemand denke daran, die Rechte der Parteigenossen nicht zur Geltung kommen zu lassen. Die Frage der in Uebereinstimmung mit ihnen gelöst werden. Reorganisation werde nach den Wünschen der Parteigenossen und wortete Einsehung einer Frauenagitationstommission ein.. Genossin Arendse e trat für die auch von Stadthagen befürHierauf wurde beschlossen, wegen der vorgerückten Zeit dic weitere Erörterung der Reorganisationsfrage bis zur nächsten Generalversammlung zu vertagen. Beim leßten Punkt der Tagesordnung: Berschiedene Anträge, entstand eine Diskussion über den bereits beigelegten Kopflitt anläßlich der Vergebung von Arbeiten der Aktiengesellschaft Lindenhaus" an die Firma Siemens- Schudert. Mehrere Redner erhoben scharfe Angriffe gegen die Geschäftsleitung, die Genosse Ernst als ungerechtfertigt bezeichnete. Mehrere Anträge, welche zu dieser Angelegenheit vorlagen, wurden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Nachdem die Versammlung länger als acht Stunden getagt hatte, wurde beschlossen, die übrigen, verschiedene Materien bezustellen. handelnden Anträge bis zur nächsten Generalversammlung zurückSpiel und Sport. Das Kaiserturnen im Stadion. Kreisleitung: 1. Vorsitzender Lehmann, 2. Vorhender Schindler, Kassierer Brühl, Schriftführer Glöckam 6.- 8. Juni im Stadion dem Kaiser das gesamte deutsche Die Turner werden als Einlage bei den Armee- Wettkämpfen cr, Beisiberin Martha Arendsee. Revisoren: Berger, Turnen in fast allen seinen Formen" vorführen, zu welchem Zwed Roßkopf, Rühl. Gemeindevertreterausschuß: Fuhrmann, John, Schwarzburger. Weiß. Bildungsausschuß: Gäbel, Gramm, Sartmann, gewiß intereffieren, wie dieses Galopp Turnfest überhaupt Kinderschutzkommission Klara ihnen eine Stunde zur Verfügung steht. Unsere Leser wird es Derter, Scheibenhuber, Schulz, Wyschka, 3öll möglich gemacht werden kann, zumal doch dem Kaiser am Anfang ner, Arndt, Bergmann, Frau Buchmann. und Schluß noch je eine begeisterte Huldigung dargebracht werden Zentralvorstand: Aktionsausschuẞ: Brühl. Lehmann, foll. Daß es bei einigem guten Willen aber tatsächlich möglich ist, Preßkommission: Wiske, als Aspirantele zeigt folgendes Programm: Schiedsfommission: Elias.. Lokalfommission: Werkmann. Revisor: Andree. Bertreterin der Frauen: Frau Matschfe. Beschlossen wurde, den Mitgliedern des Bildungsausschusses Sih und Stimme in der Kreisgeneralversammlung zu erteilen. Als Kandidaten für den Internationalen Kongreg in Wien, die aus der Verbandsgeneralversammlung zu wählen sind, wurden Stadthagen( für den Kreis) und Rosa 2uxemburg( für die Frauen Berlins) aufgestellt. " Nunmehr gab Genosse Wife einen Bericht über die Tätigkeit der Reorganisationskommiffion. Unsere Industrie ist durchaus intakt! Das ist der Refrain aller Reden, wenn einmal darauf hingewiesen wird, daß nicht nur in Rußland der Rubel rollt. Man beschönigt die Fäulnis erscheinungen, denn das Ansehen unserer Industrie leidet darninter!"" Und dabei mehrt sich von Jahr zu Jahr die Anzahl der Die Kommiffion beriet die Reorganisation des Vorwärts" und Fälle, daß Industrielle wegen Bestechungen angeflagt und verdie Wahlvereinsreorganisation. Wie der Referent ausführte, hat urteilt werden. Schon allein das Bestehen eines besonderen die Kommission bis jetzt nur den ersten Teil ihrer Aufgabe, die Vereins gegen das Bestechungswesen zeigt, daß die Korruption ziemlich tief eingefressen sein muß. Sind doch auf Veranlassung dieses Vereins 26 Personen verurteilt worden, unter denen 12 Inhaber von Firmen, ein Direktor, zwei Prokuristen und fünf Vertreter von Firmen zu finden waren. Das ist natürlich mur ein kleiner Bruchteil aller Korruptionsfälle, da in der Mehr zahl die Bestechung schwer nachzuweisen ist und dem Verein beispielsweise natürlich nicht gemeldet wurde, daß im Betriebe seines früheren Mitgliedes, der Firma Krupp, die unglaublichste Bestechung von Beamten vorgekommen ist. Aber unsere Industrie ist intakt. Das Aufdecken von Fäulniserscheinungen ist geeignet, das Ansehen unserer Industrie zu schädigen! Und darum will man von solchen Dingen nichts wissen. Kreis- Generalversammlung für Niederbarnim. Am Sonntag hielt der Sozialdemokratische Wahlverein für den Kreis Niederbarnim seine Generalversammlung im Café Bellevue zu Lichtenberg( Rummelsburg) ab. Der Versammlung lag ein gebrudter Jahresbericht des Vorstandes vor, dem wir folgendes entnehmen. 1. Ansprache und Aufstellung 2. Spiele der Knaben und Mädchen, Bendelftafette der Männer 3. Freiübungen der Frauen und Männer 4. Laufen der Jugendturner 5. Vorführungen der Landesturnanstalt 6. Turner der Männer an 10 Barren 0 7. Volkstümliche llebungen und Spiele der Männer 6 8. Turnen der Männer on 10 Redsk 9. Turnen der Alten( Stabübungen). Sechten und Wasserspringe 10. Gilbotenlauf, Maffentauziehen 11. Schlußapotheose 4 Minutex, 6 8 5 6 8 2 In Summa 60 Minuten. Aljo es geht doch, wenn auch vielleicht nach dem geflügelten Ruderverein Vorwärts. Vorwärts"-Frage erledigt. Die äußere Aufmachung des Blattes ist im Einverständnis mit der Redaktion bereits eine bessere geworden. Die seinerzeit vom Genossen Stadthagen in der habe in seiner redaktionellen Haltung eine Schwenkung nach der Wort: Immer feste druff! Verbandsgeneralversamlung vertretene Ansicht, der„ Vorwärts" rechten Seite der Partei hin vollzogen, hat die Kommission als unzutreffend erachtet und festgestellt, daß sich die Haltung des„ Vorwärts" gegen früher nicht geändert hat. Einverständnis ist mit der Redaktion erzielt worden über eine fürzere Fassung der ParAm Sonnabend feierte der Ruderverein Borwärts" fein lamentsberichte. Da nach Ansicht der Kommission die kollegiale 22. Stiftungsfest und gleichzeitig die offizielle Einweihung des Redaktionsführung verschiedene Mängel zur Folge hat, so hat jie neuen Bootshauses. In seiner Festrede bob Sportsgenosse Mar beschlossen, daß die redaktionelle Leitung durch einen Chefredakteur Thiele hervor, daß der Rudersport seinerzeit nur für die sogen. der„ Vorwärts" mit einer illustrierten Wochenbeilage zu einem auf dem Wasser von den bürgerlichen Rudervereinen mit Spott und geführt werden soll. Ferner hat die Kommission beschlossen, daß besseren Stände war und die Arbeiterruderer bei ihrem Erscheinen Wochenabonnement von 30 Pf. abgegeben werden soll. Die Sohn überschüttet wurden. Aus einem kleinen Häuflein von drei Beitungsfommissionen sollen festbegründete Befugnisse erhalten. Dubend Mannen, von denen nur noch zwei geblieben sind, wurde Hinsichtlich der Wahlvereinsreorganisation empfiehlt die Kom- der Verein gegründet. Das erste Bootshaus" bestand aus einem mission allen Wahlkreijen, die Haustassierung obligatorisch ein primitiven Bretterverschlage, durch dessen Rißen der Staub und zuführen. Die gegenwärtige Organisation, deren Grundform der Regen kam. Auch von den sogenannten Kinderkrankheiten blieb Reichstagswahlkreis bildet, hält die Kommission nicht für zwved- der Verein nicht verschont. Schon nach zwei Jahren machten mäßig wegen der bedeutenden Größenunterschiede der einzelnen sich Strömungen bemerkbar, die den Verein in ein bürgerliches Wahlkreise. Die Kommission ist dafür, daß Groß- Berlin einen Fahrwaffer lenken wollten und mehrere Absplitterungen waren einzigen Parteiverein bildet, der sich in Bezirke gliedert, welche sich zu verzeichnen. Die Absicht, den Verein tot zu machen, mißlaug mit den Landtagswahlkreisen decken. Diese Form fann jedoch jetzt vollständig. Bei der Gründung nahm der Verein von den seinerzeit nicht eingeführt werden, weil das Parteistatut nur den Reichstags- bestehenden 39 Rudervereinen die letzte Stelle ein; gegenwärtig wahlkreis als Grundform der Organisation fennt. Eine ent- bestehen in Groß- Berlin 106 Vereine und der Vorwärts" stehe sprechende Aenderung des Parteistatuts soll beim Parteitag be- bestehen in Groß- Berlin 106 Vereine und der Vorwärts" steht antragt werden. mit seinen 350 Mitgliedern und zirka 80 Booten bereits an sechster, In der ja was das Ausüben des Rudern anbelangt, wohl jogar an erster Stelle. Dank der Opferfreudigkeit der Mitglieder hat es der Verein zu seiner jebigen Größe gebracht. Diskussion " Fußball. Außer bei der Landtagswahl, wo die Organisation ihren Aufgaben in vollem Umfange gerecht wurde, hatte sie auch im Frühjahr 1913 Gelegenheit, ihre Schlagfertigkeit bei den Gemeinde- sprach zuerst Stadthagen. Er führte aus: Die Kommission vertreterwahlen zu beweisen, welche in vielen Orten des Kreises habe ihre Aufgabe falsch aufgefaßt. Sie sei eingesetzt worden, um Delegierte von den befreundeten Rudervereinen„ Collegia" stattfanden. Troß mancher Schwierigkeiten gelang es, die Zahl der die Ursachen des Abonnenten- und Mitgliederrüdganges zu unter- und Freiheit" überbrachten die Glückwünsche ihrer Vereine. Ebensozialdemokratischen Gemeindevertreter von 177 auf 195 zu steigern. suchen. Es handelte sich darum, ob außer der Wirtschaftskrise noch so hieß Gemeindevertreter Schwarzburger namens der Gemeinde Auch das Ergebnis der Roten Woche( 2649 Neuaufnahmen und andere Ursachen vorhanden sind, ob es an Reflame fehlt, ob es am Oberschöneweide den Verein auf dem neuen Grund und Boden 1379 Vorwärts"-Abonnenten) zeigt, daß die Genossen, venn die Preise liegt usw. Statt diese Fragen zu untersuchen, habe die Kom- herzlichst willkommen und wünschte ihm weiteres Gedeihen, Partei rief, zur Stelle waren. 1610 000 Flugblätter wurden im mission zuerst entschieden, Stadthagens Ansicht von der Schwenkung Laufe des Geschäftsjahres( 1. April 1913 bis 31. März 1914) ver- nach rechts sei unzutreffend. Ja, diese Ansicht habe er, der Redner, breitet. Zur Erledigung der Parteigeschäfte fanden 310 Mitglieder- doch nur als einen der seiner Ueberzeugung nach bestehenden versammlungen und 585 Funktionärkonferenzen statt. Für 220 Gründe für den Rückgang angeführt. Während die Parteigenossen Oberspree gegen Sperber 2: 1; Lichtenberg gegen Rummelsburg 1. Mannschaften: Alemannia gegen Forst 7. Abteilung 0: 4; öffentliche Versammlungen hatte die Organisation die Vorarbeiten eine Herabjegung des Abonnementspreises wünschten, habe die 2: 0; Sportklub Weißensee gegen Spandau 4: 1; Sportklub zu erledigen. Trotz der großen Arbeitslosigkeit im vergangenen Kommission durch den Vorschlag, 30 Pf. wöchentlich zu erheben, den Lichtenberg gegen Germania- Weißenfee 4: 1; WilmersdorfWinter, die einen Mitgliederrückgang befürchten ließ, hat sich die Preis verteuert. Das jei fein Entgegenkommen an die Wünsche Schmargendorf gegen Union- Pantom 0: 4; Fichte 12 gegen Zahl der Mitglieder vermehrt, nämlich von 18 033 auf der Parteigenoffen. Die 38 000 M. jeien doch nicht die ganzen V. f. B. 7: 0; Siegstern gegen Wilmersdorf 7: 1; Fichte 4 gegen 19 647, darunter 3768 weibliche. Ueberschüsse des„ Vorwärts". Man müsse doch fragen, wo die Fichte 5, Fichte 5 fampflos gewonnen; Jung Stralau gegen Der Kinderschußkommission wurden 44 Fälle von Uebertretung Ueberschüsse aus dem Druck des Blattes bleiben. Das jeien doch Stralauer Ballspielklub 4: 2; Minerva gegen Hertha 3.: 3; des Kinderschutzgesetzes und 10 Fälle von Verwahrlosung, Vernach- Ueberschüsse des„ Vorwärts". Aus den Ueberschüssen jei ja das Fichte 9 gegen Achilles 13: 0. 2. Mannschaften: Fichte 7 gegen lässigung und Weißhandlung gemeldet. Die Kommission griff, so- Lindenhaus entstanden. Der Redner wandte sich gegen den Vor- Hertha 12: 0; Oerspree gegen Sperber 1: 3; Jung Stralu weit es ihr möglich war, zugunsten der schußlosen Kinder ein. schlag der Kommission, einen Chefredakteur anzustellen. Die Re- 1. Jugend gegen Hertha 1. Jugend 1: 1; B. f. B. gegen MahlsDie Bildungsarbeit ist bedeutend fortgeschritten. In 20 Orten daftion werde in ihrer gegenwärtigen Verfassung ihren Aufgaber dorf- Eintracht 9: 3; Fichte 12 gegen Charlottenburg 1: 0; Fichte 11 des Kreises bestehen Bildungsausschüsse. Die Ausgaben für die gerecht. Hinsichtlich der Organisationsfrage empfahl der Redner gegen Fichte 61: 1; Siegstern 4. Mannschaft gegen Wilmersdorf Bildungsarbeit betrugen 20 000 M. Die Bibliothek hat einen die im Vorwärts" veröffentlichten Vorschläge des Genossen 3. Mannschaft 2: 0; Siegftern 2. Jugend gegen Stralauer BallBestand von 8612 Bänden. 1951 Leser nahmen die Bibliothek in autant. Unsere jezige Organisation franke an dem Mangel, spielklub 2. Jugend 80; Jung Stralau gegen Rüstig- Vorwärts, Anspruch durch Entleihung von 11 756 Bänden. bringen könne. Es dürfe keine Bindung von oben noch unten statt gegen Adler 9: 3; Waidmannsluft gegen R. B. C. 1: 7. daß die Masse der Parteigenossen ihre Ansicht zum Ausdruck erfterer fampflos gewonnen; Minerva gegen Hertha 1: 2; Libertas finden, aber von unten nach oben, indem die Erteilung gebundener Mandate als berechtigt erklärt werde. Der Kaffenbericht verzeichnet einschließlich des 10 354,26 M. betragenden alten Bestandes eine Einnahme von 78 223,09 M., eine Ausgabe von 77 425,26 M. und einen Bestand von 11 152,09 M. Der größte Ausgabeposten, 15 847 W., kommt auf die Landtagswahl. Hänisch meinte, die Chefredaktion sei der kollegialen ReMit der Jugendbewegung geht es trob polizeilicher Bekämpfung daktion vorzuziehen. Natürlich solle der Chefredakteur nicht fleinvorwärts. Am Anfang des Geschäftsjahres bestanden in 20, am liche Schulmeisterei treiben, sondern im Sinne einer einheitlichen Schluß des Jahres in 24 Orten Jugendausschüsse. 6 Orte haben politischen Führung des Blattes arbeiten. Hockey. Fichte 12 gegen Elternvereinigung Norden 0: 5, Faustball. Waidmannsluft gegen Wittenau 57: 39. Das gute Riebeck Bier H mmmm REALL Berantwortlicher Redakteur: Ernst Meyer, Steglitz. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drudu. Berlag: Vorwärts Buchdruderet u. Berlagsanstalt Baul Singer Co., Berlin S