Nr. 156. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando: Bierteljährl 3,30 ML, monatl. 1,10 9, möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. mmmmer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bojt bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemari, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersummlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudie Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition. abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Mittwoch, den 20. Mai 1914. Reichsverbandshäuptling und sonst noch was. Von Karl Liebknecht. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. b. Lindenau ist tot. Aber Dr. Franz Ludwig lebt und ist neben General v. Liebert der Hauptmatador des Reichsverbandes gegen die Sozialdemo fratie! wurden! Armer Reichsverband! Wer hätte sich das träumen lassen, General v. Lindenau bildet eine einzelne traurige Aus- schaffen, daß sie in Titel und Orden ,, arbeiten". Die Zahl der als vor wenigen Wochen dein Jubiläum gefeiert wurde, und nahme." Die Auffassung, daß sein Fall nur das Symptom Dummen" ist ja so gewaltig groß. Freilich find es nicht preisend mit viel schönen Steden die riesigen Verdienste des einer allgemeinen Korruptionserscheinung fei, ist eine immer Dunune", die die Leute vom Metier so zu nennen Reichsverbandes um die Aufrechterhaltung der heutigen Narretei:" so lautet das Echo der meisten bürgerlichen pflegen; denn Titel und Orden rentieren sich für die damit Staats- und Gesellschaftsordnung besungen und beschwätt Blätter auf den Artikel vom Montag. Nun gut, wir werden Gefegneten häufig ganz vortrefflich. sehen. Ich hätte ein Grab aufgerissen und einen Toten herausgezerrt, so deliriert die" Post". Nun gut, so wollen wir an die Lebendigen gehen. Und deren gibt es wahrlich nicht wenige; denn das Titel- und Ordensgeschäft ist auch in unserem Breußen echt preußischer Eigenart ein gutes Geschäft" und wirft saftige Provisionen, Bewegungsgelder" und„ Wasch gelder" und noch manches andere ab. Ein gar weit verzweigtes System von Schleppern" und Hauptschleppern", von Schiebern" und Oberschiebern" ist über das ganze Land gebreitet und reicht selbst bis ins Ausland. Hunderte von Menschen mögen allein in Berlin ihr Leben dadurch fristen oder sich eine starke Nebeneinnahme ver De Franz Ludwig Gartsienter Sdriftsteller Die Kreuzzeitung" fordert, daß unseren Angaben über Armer Reichsverband! Dr. Franz Ludwig ist ja der General v. Lindenau nachgegangen werde, und zwar in der Stärksten einer unter den Deinen! Seines Geistes Hauch rücksichtslosesten Weise, damit die Mitschuldigen, an denen es weht durch die Schriften des Reichsverbandes. Auf die geja hier kaum fehlen kann, zur Veranwortung gezogen werden eingefährliche, umstürzlerische Sozialdemokratie hat er können, und damit in die ganzen, hier in Frage kommenden jahrelang alle Hunde gehetzt. Wer immer es wagte, die verVerhältnisse gründlich hineingeleuchtet wird". Es muß der logene und vergiftende Kampfesweise des Reichsverbandes Nachweis geliefert werden so schreibt fie, daß, wenn sich aufzudecken, wurde von ihm rücksichtslos verfolgt. Naht bei uns irgendwo etwas von Korruption zeigt, wir den Mut Worte genug wußte dieser Mann zu finden, die Niedertracht baben und es vertragen können, fie restlos aufzudecken." der Sozialdemokratie mit patriotischer Emphase zu brandun wohl, so wollen wir zunächst aus unserem Material das marken. Und mum entpuppt sich dieser Prophet und Künder folgende Brieflein vorfeben; " vig thing vertraulichalinadin sid Berlin W. 57. den 15. Lept. 1984Schr Manstiinta& Sehr getater Mur Poster! Soeben hatte ich mit meinem Gewährsmann eine Zusammenkunft, der mir folgende Eröffnungen machte: Die Erlangung bes Profefforistels bei außerpreußischen Höfen ist nicht mehr, wie frihet, burchführbar wenigstens nicht für Aerzte. Offenbar hat Breußen in dieser Richtung die Möglichkeit berbaut. Auch in Preußen gibt es Schwierigkeiten, weil die Profefforen der medizinischen Fakultät solche Ernennungen zu verhindern bestrebt find. Die Möglichkeit ift trotzdem vorhanden, aber die often find sehr hohe. Nach herrschender Verwaltungspragis muß derjenige, der einen solchen Titel von Sachsen, Hessen, Weimar usw. erhalten hat, ein Gesuch an die zuständige Behörde richten, daß ihm die Annahme des Titels gestattet werde. Das ist zum Teil Formsache. Die Annahme wird gestattet, jedoch die Bedingung auferlegt, daß der Titel in einer Weise gebraucht wird, daß die nichtpreußische Herkunft ersichtlich ist, z. B. Großherzoglich sächsischer, Fürstlich lippescher Professor usw. Auch diese Bestimmung scheint ihren Ursprung in der medizinischen Fakultät zu haben. Die Professoren wünschen natürlich, daß ihr Titel nicht entwertet wird, und möchten natürlich am liebsten, daß andere als Universitäts. dozenten den Titel überhaupt nicht erhalten. Der von Preußen verliehene Titel, also ohne Zusak, ist natürlich ant mertvollsten, aber auch am tenerften. Ihre Personalien find an maßgebender Stelle vorgelegt worden, weil sich die Forderungen von Fall zu Fall anders stellen. Höher bei Ausländern als bei Inländern, höher bei Juden als bei Nichtjuden. Man verlangt also in Ihrem Falle: 1. Sie müssen, damit das Detorum gewahrt wird, noch eine gedrudte Abhandlung einreichen. Diese braucht nicht umfangreich zu sein, es ist nur Formsadhe. 3. B. Sie veröffentlichen einen Auffah in einer Fachzeitschrift und lassen davon Sonderabdrüde als Broschüre anfertigen oder direkt eine solche ad hoc geschriebene Broschüre druden. Dies ist jedoch nur Formsache, damit man sich darauf berufen kann, Sie haben etwas Wissenschaftliches veröffentlicht. 2. An eine gewisse Stelle sind zu zahlen 40000 Mart unb 1500 Mart Bermittelungsspesen. Der Betrag verfällt nur dann, wenn Sie das amtliche Ernennungsdekret vom Kultusminister in der Hand haben. Sollte troßdem, durch irgend eine Zufälligkeit, was nicht wahrscheinlich ist, die Ernennung scheitern, so haben Sie keinen Pfennig zu zahlen. Es ist also ein Bar- oder Zug- um- Zug- Geschäft. Das Nähere über die Einzahlung bei einem eingeweihten Notar wird erst mitgeteilt, sobald Ihr Entschluß vorliegt. Irgendein Risiko Laufen Sie nicht. Die streng ste Diskretion wird garantiert. Mein Gewährsmann sagt, daß manche Aerzte in Berlin mit Freuden den Betrag zahlen würden, wenn fie den Profeffortitel erlangen. Wer irgendwie belastet ist und nicht eine ganz weiße Weste hat, kann es überhaupt auch für Geld nicht erreichen. Ohne sehr saubere Manschetten ist die Ernennung überhaupt nicht erreichbar. Ich wußte, daß die preußifchen Titel am höchsten im Aurse stehen, hatte mir aber die Sache biel billiger gedacht. Sie müssen nun selbst ermessen, ob Ihnen das Objekt nicht zu hoch erscheint, ob Sie das angelegte Rapital entsprechend verzinsen und rasch amortifieren können. Daß legteres möglich ist, bezweifle ich ja schließlich nicht. Aber das ist ja Ihre Sache. Mein Gewährsmann wünscht, daß Sie sich binnen acht Tagen entscheiden. Wenn Sie ablehnen, ist damit meine Mission erledigt. Ich bitte Sie aber unter allen Umständen um strengste Diskretion. Nicht etwa, daß Sie die Bemerkung irgendwo fallen lassen, bak soundsoviel das und das koftet! Darauf muß ich mich verlassen können. Ich erwarte also Ihre gefällige Entscheidung bis zum 22. September und verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung Prüfen Sie in Ruhe und kühl rechnerisch die Angelegen heit. Ich sende den Brief eingeschrieben", weil er nicht in unrechte Hände kommen darf. Wer ist dieser Dr. Franz Ludwig? Wir schlagen das Periton„ Wer ist's?" auf und lesen da unter anderem: Dr. Franz Ludwig. Geboren 3. November 1868 Schims dorf bei Reichenberg i. Böhmen. Seit 1907 zweiter Hauptgefchäftsführer des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, Boltswirtschaftler, Schriftsteller. Hauptgebiete: praktische Natio2 aphener nalotonomie, Finanstvissenschaften, Staats- und Verwaltungsrecht. Werte u. a.: Im Fliederbusch, Gedichte; Thüringer Waldbereinsliederbuch; die Reichstagswahlen von 07 und die Sozialdemokratie; Kommunismus, Anarchismus, Sozialismus; Die Sozialdemokratie, eine republikanische Partei. Arme Post", arme Tägliche Rundschau". General der Herrlichkeit unserer heutigen Gesellschaftsordnung und des deutsch- preußischen Vaterlandes, dieser giftige Bekämpfer und Begeiferer der Freiheitsbestrebungen und der Ideale des fämpfenden Proletariats als ein ganz gewöhnlicher Schieber" in Titelgeschäften. Einst sang er Gedichte Im Fliederbusch", heut macht er ,, die heiligsten Güter der Nation" zu Objekten von Bar oder Sug- um- Zug- Geschäften. Er schreibt gegen den Anarchismus und wirkt voll Eifer an der Anarchisierung und Korruption der heutigen Staatsordnung. Er wütet gegen die antimonarchische Sozialdemokratie und unterwühlt als ein eifriger Maulwurf das monarchische System. Die Sozialdemokratie, die Erzfeindin des Christentums, so lügt er in tausend Flugblättern und verhöhnt durch die Tat zynisch die monarchische Grundlage des preußischen Staates. Wahrhaftig eine Stige von Thron und Altar, bei der einem das Herz im Leibe lacht. Die Finanzwissenschaften" hat er sicher gründlich studiert, dafür legt seine gänzlich vorausfegungslose Geschäftstüchtigkeit ein glänzendes Seugnis ab. Daß sein Hauptgebiet" die praktische Nationalöfonomie" ist, das heißt diejenige, die für ihn praktisch ist, dafür ist nunmehr auch der Beweis erbracht. Und von staatswissen. schaftlicher" Gründlichkeit zeugt sein Brief nicht minder, der ein ganzes System des preußischen Titelschachers zeichnet und die weite Ausbreitung des Sumpfes offenbart. " 1 Und Dr. Franz Ludwig wird weiter zetern über die gottund vaterlandslose und die antimonarchische Sozialdemofratie. Und mit ihn die vielen anderen Lindenaus und Ludwige des Reichsverbandes und der kapitalistischen Korruption! Die preußische Polizeiwirtschaft am Pranger. Auch das Haus in der Albrechtstraße macht jetzt parlamentarische Hezarbeit. In drei Tagen, so hat man sich in den Kopf gesetzt, foll die dritte Lesung des Etats durchgepeischt werden. Daß da von ernsthafter Beratung keine Rede sein kann, versteht sich. Aber was macht das? Die bürgerliche Mehrheit ist ja mit dem herrschenden System höchst zufrieden. Alle Mißbräuche der Verwaltung, alle Schäden des Systems gereichen ihr und ihrer Klassenherrschaft ja zunt Vorteil. Wozu da noch lange reden? Leider kann die sozialdemokratische Fraktion diese Heßjagd, die tein anderes Ziel fennt, als so rasch als möglich in die Pfingstferien zu kommen, nicht mitmachen. Sie hat der Beschwerden noch eine Fülle vorzutragen, erneut die schwersten Anklagen gegen das zu Nuß und Frommen des Geldsads funktionierende Regiment zu erheben. So mußte gleich beim ersten Punkt der Tagesordnung, dem Eisenbahnetat, Genosse einert lebhafte Klagen über die Verhältnisse der Arbeiter und Unterbeamten führen, über überlange Arbeitszeit, die nachweislich zu Schädigungen von Leben und Gesundheit geführt, über mangelnde Fürsorge für die Betriebssicherheit und sonstige Grundschäden der Eisenbahnverwal tung, der ja die preußischen Machthaber die vornehmste Aufgabe zugewiefen haben, recht hohe Betriebsüberschüsse zur Entlastung der reichen Steuerzahler abzuiverfen. Der Eisenbahnminister antwortete in der gewohnten Art. Er bestritt in zwei, drei Punkten die Richtigkeit der Informationen Leinerts auf Grund feiner" Untersuchungen -die sich doch auf Auskunftsholung gerade bei den beschulbigten Instanzen reduzieren! und folgerte dann in bequemer Generalisierung die Inhaltbarkeit der gesamten Behauptungen des Beschwerdeführers. So simpel und plump diese Methode der Rechtfertigung des Eisenbahnministers immer sein mag auf den Beifall feiner Auftraggeber im Dreiflassenhause darf Herr v. Breitenbach auch in der schwierigsten Position rechnen. Nach der Bewilligung der ersten Baurate für das neue Opernhaus Genosse Liebknecht präzisierte prägnant die Gründe für die Zustiminung der Sozialdemokratietrat das Haus in die Beratung des Etats des Ministeriums des Innern ein. Diese Debatte benutte Genosse Adolf Hoffmann in groß zügiger Rede zu einer geharnischten Generalabrechnung mit der ganzen preußischen Polizeiwirtschaft im umfassendsten Sinne. Zunächst setzte sich Hoffmann gründlichst mit der stupiden Hetze auseinander, die die reaktionäre Breßmeute wegen der sogenannten Denkmalsschändung" in Charlottenburg inszeniert hatte. Diesent törichten Streich stellte er die unzähligen Denkmalsschändungen durch di«„gold«ns Jugend' entgegen und die lächerlich geringfügigen Be- ftrafungen, die die Gerichte in solchen Fällen stets gegen Ejrzedenten aus der Bourgeoisie verhängt hatten. Wuchtig brandmarkte er die freche Hetze miscrcr Scharfmacher als den empörenden Versuch einer skandalösen Richterbeeinflussung. Dann malte der sozialdemokratische Redner mit bestem Pinsel ein Bild der ungehenerlichen Polizeiskandale, der Korrnptionsaffären, der Polizeiexzesse und der Versippung der Polizei mit dem schmutzigsten Gesindel der Polizeiagenten. Unwiderleglich zeigte er, wie diese Korruption nur ein naturnotwendiges Ergebnis jener Politik der Liebesdienste ist, die unsere Polizei den Scharfmachern und Reaktionären leistet, und erst verschwinden kann, wenn dies schmachvolle Dienftbarkeitsverhältnis aufhört. Die Rechte tobte bald bei dieser llnbarniherzigen Stäupung, bald entlud sich ihre Erregung in wieherndem Gelächter, einem Gelächter, in das auch Herr v. Pappen- heiin und seine Gefolgschaft ausbrach, als Hoffman» die Wahn- sinnigen Exzesse zweier Polizisten in Hamborn, die nach Mitternacht aus purem llebcrmut in achtzehn Wohnungen eindrangen und fünf- undvierzig Personen mißhandelten, als letzten und reinsten Ausfluß des preußischen Polizeigeistes charakterisierte. Der wirkungsvolle Schluß der eindrucksvollen Rede Hoffmanns galt der preußlschen Wahlrefoim und ihrem jüngsten Widersacher, dem Testamentsvollstrecker des Herrn von Dallwitz, dein neuen Polizei- minister v. Loebcll. Mit prachtvollem Humor und einem Sarlas- mus, ätzend wie Schwefelsäure, nahm er den Aermsteu eine gute Viertelstunde in Behandlung. Ter gute Herr strapazierte wieder die Sitzfläche seiner Iliiaussprechlichcn und gestikulierte nervös mit den Arme»— aber eine Autwort riskierte er wiederum nicht. Auch die Parteien fühlten sich zu einem Waffengang nicht aufgelegt. Herr S ch m e d d i n g, der Redner deZ wegen seiner infamen Wahlrechts- Heuchelei gleichfalls bös mitgenommenen Zentrums, war nächster Redner— aber als über einen eingegangenen Schlußantrag ab- gestimmt wurde und das Resultat recht fraglich erschien, stimmte Herr Schmedding krampfhaft mit f ü r den Schlußantrag! Kein Streit gelüstete ihn! . Herr v. Locbell hat im Parlament die verdiente Antwort er- halten. Nun ist die Reihe zur Antwort an den Wahlrechtsheloten selbst! drunter und öriiber! Nach einer beinahe elfstündigen Tanersißuna. die an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Abgeordneten und der Beamten des Reichstages die größten Anforderungen stellte, wurden die Verhandlungen des Reichs- tag» am Dienstag doch schließlich noch abgebrochen und ans Mittwoch vertagt. Man hatte eigentlich die dritte Lesung des Etats und noch einiges andere daneben mit Gewalt fertig machen wollen. Aber schließlich ging es doch nicht mehr. Tie überreizten Nerven streikten. Regierung und Reichstag müssen schon noch einen weiteren Tag opfern, wenn sie ihre gemeinsamen Aufgaben erledigen wollen. Ein Vergnügen ist diese gemeinsame Arbeit für den Reichstag wahrlich nicht. Wenigstens für solche Parteien nicht, die die Rechte des Reichstages als eines dem Bundesrat gleich geordneten Faktors der Gesetzgebung geachtet wissen wollen, die in ihm eine wahrhaftige Volksvertretung sehen. Ist es. schon an sich kein Vergnügen, mit der auf ihre Tütig- keit und in ihrem Wesen schlechthin herrschsüchtigen Bureau- kratie gilsammenzuwirken, so wird dieses zweifelhafte Ver- gnügen noch rascher und bösartiger in sein Gegenteil ber- kehrt, wenn es sich um so„hartgesottene Burcankraten"— ein beißendes Wißwort des Genossen Ledebour— handelt, wie wir sie in Preußen-Teutschland hinnehmen müssen. Sie sind doppelt unerträglich, weil sie ihre unwürdige Geschmeidigkeit und Liebedienerei noch oben hin, gegenüber den ge- krönten und ungekrönten Königen, durch um so protzigeres und hochmütigeres Getue nach„unten" hin wieder gut machen zu müssen sich einbilden. Welche stolze Pose, wenn irgend so ein Staatssekretär oder Minister von Bethmann Hollwegs oder Heydebrands oder anderer Leute Gnaden ein „Unannehmbar" dem Reichstage ins Gesicht schleudern darf! Welche höhnische Miene der Selbstgefälligkeit und des Triumphes, wenn sich die bürgerlichen Parteien wieder ein- mal löblich unterworfen haben und sich nun gegenseitig vor den Augen der Regierung an faulen Entschuldigungen zu überbieten suchen! Am unerträglichsten wurde dieser für den kläglichen Parlamentarismus Teutschlands bezeichnende Zustand, als am Dienstag der sozialdsmokratisclze Antrag beraten wurde, für dw Landbricfträgcr einmalige Stellenzulagen in den Etat einzusetzen, damit wenigstens diese am traurigsten be- wldete Kategorie von Beamten nicht ganz um die kleine Gehaltsaufbesserung komme, die ihr durch die am Starrsinn der Regierungsknircankratie gescheiterte Besoldungs- Vorlage werden sollte. Statt daß die bürgerlichen Parteien diese Gelegenheit ergriffen hätten, um den Willen des Reichstages bis zum Schluß und auf alle Konsequenzen hin der Regierung gegen- über aufrechtzuerhalten, rückten alle Parteien mit kindischen Gebärden des Entsetzens von der Sozialdemokratie und dem von ihr geforderten Mut zum Handeln und, zur Konsequenz al?. Unsere Genossen H a a s e und Ledebour geißelten in glänzenden und sachlich unwiderleglichen Reden diese Feigheit der bürgerlichen Parteien, die am unverhülltestcn und selbst- schön derischsten durch die Freisinnigen zum Ausdruck gebracht wurde. Ledebour traf den Nagel auf den Kopf, als er auf die Angst der bürgerlichen Parteien vor einer etwaigen Reichstag sauflösung binwies, mit der diensteifrige Offiziöse am Vormittag gedroht hatten. Aber es war auch ein Schuß ins Schwarze, als er die unsagbare Lächerlichkeit eines solchen Anflösungsgrundes nachwies. Drunter und drüber ging es aber nicht nur bei dieser Angelegenheit. Nicht minder beschämend für den Geist des deutschen Parlamentarismus war die Tatsache, daß die bürger- lichen Parteien kein Wort in der Generaldebatte der dritten Lesung des Etats sagten. L e d e b o u r gab als Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion noch einmal ein scharf umrissenes Bild der gegenwärtigen politischen Lage. wobei die bürgerlichen Parteien zwar interessiert zuhörten und sich über die zahlreichen sarkastischen Bemerkungen deS Redners freuten oder ärgerten, je nachdem sie sich mehr oder weniger getroffen fühlten. Aber keine bürgerliche Partei hielt es der Mühe wert, auch nur ein Wort zu sagen. Auch nicht die von Ledebour in die Erörterung gezogene neueste Phase der preußischen Wahlrechtsschmach, wie sie durch die Er- klärungen des neuen preußischen Ministers des Innern herbei- geführt worden ist, konnte sie zum Sprechen bringen. Nur schnell fertig werden! Das war die Losung! Nur keine langen und selbst keine kurzen Reden, so sehr ein solcher parlamentarischer Geschwindschritt auch die Würde des Reichs- Lages unter die Räder bringt! Im kleinen zeigte sich das Drunter und Trüber der Dienstagssitzung in der Erledigung zweier Anträge beim Titel der Reichsschulkommission. Die liberalen Parteien hatten sich in diesem Jahre endlich so weit aufgeschwungen, daß sie die von den Sozialdemokraten jüngst im Reichstag aufgestellte alte liberale Forderung der S ch a f f u n g eines R e i ch s s ch u l a n: t e s i.n verwässerter Form aufgenommen und mit Hilfe der sozialdemokratischen Fraktion auch zur An- nähme gebracht hatten. Inzwischen hat sich aber Preußen ent- schlössen, irgendeine sogenannte Zentralstelle fiir Erziehung und Unterricht in wohlwollende Erwägung zu ziehen, durch die die beklagenswerte Zersplitterung im deutschen Schul- Wesen erneut befestigt werden wird. Flugs verleugnen die Liberalen ihren eigenen Antrag, stimmen ihn sogar nieder, als er von sozialdemokratischer Seite neu eingebracht wird, und geben damit wieder ein Stück der Rechte des Reichstages preis.' schlimmer war das Verhalten der bürgerlichen Parteien in einer Angelegenheit, oie das Reichskolonialaint anging. Genosse Frank nahm sich der Eingeborenen Kameruns, der D u a l a s, an, die ihre Rechte in Deutschland selbst und im unmittelbaren Verkehr mit dem Reichstag vertreten wollten und von der Kolonialverwaltung deswegen als Aufrührer uud Hochverräter behandelt werden. Mit scharfen Worten wies Frank die Verhaftung des Negers Tin, der das fiir die eingebildete Kolonialbureaukratie ungeheuerliche„Verbrechen" begangen hat, die Beschwerden seiner Stammcsgenossen zu vertreten, als einen unerhörten Gewaltakt nach, für den jeo- wede Rechtsnormen fehlen. Obwohl Frank niehrmals an die bürgerlichen Parteien appellierte, auch ihrerseits durch ent- schiedene Stellungnahme die Uebergriffe der Kolonialverwal- tung zurückzuweisen und die Rechte der Eingeborenen zu schützen— die bürgerlichen Parteien fanden kein Wort. Ver- legen flüchteten sich die Freisinnigen hinter formale Ein- wände, währesid die freilich für den Gang der Politik herzlich gleichgültige Reichspartei noch die Gewalttaten der Kolonial- Verwaltung in Schutz nahni. Drunter und drüber I Kein Plan, kein Ziel, kein Willen auf der bürgerlichen Seite! Es sei denn der ängstliche Wille, es uni keinen Preis der Welt zum scharfen Konflikt mit der Regierung kommen zu lassen und in: kühnen und rücksichts- losen Kampfe endlich die Rechte des Reichstages zu sichern und zu erweitern! Eine ReichStagsouflösung wäre uns gerade recht ge- Wesen! Sie hätte durch den frischen Wind der Volksab- stimmung die muffige Luft aus dem Bau am Königsplatze hinausgefegt und eine klare Lage in der inneren Politik Deutschlands geschaffen!_ die albanisthe Gefahr. Gefangennahme Effad Paschas. Aus Albanien kommen schlimme Nachrichten. Nach dem Aufstand der Epirotcn ist jetzt ein A u f st a n d unter den mohammedanischen Albanern ausgebrochen, der sich gegen den Fürsten Wied richtet und offenbar den Zweck verfolgt, den christlichen und fremden Fürsten zu verjagen und an seine Stelle einen mohammedanischen und einheimischen Herrscher zu setzen. Die offiziellen Meldungen besagen: Durazz», 10. Mai Stark», bewaffnete Banden� teils aus musclmanischen Fanatikern, teils aus gegen ihre BeyS auf- gebrachten Bauern bestehend, haben gestern mittag die zwei Stunde» von Durazzo entfernte Ortschaft S i a k besetzt und den Saimakam vertrieben. Ja Durazzo sind Schutzmaßregeln getroffen worden. Durazzo, 19. Mai.«Meldung der Agenzia Stefan!.> Der italienische Kreuzer„Bettor Pisani" und eine Anzahl italienischer Torpedoioote sind hier eingetroffen. Die Aufständischen, die sich Durazz» genährrt haben, stellen di« Forderung auf, vom Militärdienst tefreit zu werden, und verlangen die Einführung der türkischen Sprache anstatt der albanischen in den Schulen. Sie beschuldigen E s s a d Pascha, daß er ihnen gegebene Bersprechungen nicht ge- halten Hube. Lassen schon diese Nachrichten erkennen, daß die von der Dreibundpresse so reizend geschilderte albanische Idylle im Begriff ist, in eine blutige Tragödie umzuschlagen, so be- deutet die Gefangennahme Essad Paschas und die Be- gleitumstände, unter denen sie erfolgte, erst recht die Gefahr neuer Verwicklungen. Das österreichische Korrespondenzbureau meldet nämlich: D u r a z z a, 19. Mui. Essad Pascha ist gefangen genommen und mit seiner Frau a» Bord deS S st« r- reichifch-un garischen Kriegsschiffes„Szigctwar" gebracht. worden, wo er vorläufig zur Verfügung des Fürsten verbleibt. Durazzo, 19. Mai. Heute früh entwickelte sich ein Kampf zwischen holländischen Gendarmen und der Leibgarde Effad Paschas. TaS Haus Essad Paschas wurde beschoffen; daS Gefecht endete mit der Gefangennahme Essad Paschas, der sich gegenwärtig an Bord deS österrcichisch-ungarischen KrirgS- schisfrs Szigctvar in Gewahrsam brfindet. Zwei Umstände geben dieser Meldung ihre Bedeutung. Einmal war Essad Pascha der faktische Inhaber der Regicrungsgelvalt, der mächtigste Manu Albaniens, der über eine große Gefolgschaft verfügte, der gegebene Thronkandidat für die mohammedanische Bevölkerung. Und seine Verhaftung beiveist, daß er der neuen Aufstandsbewegung nicht f r e ni d ist. Dann aber läßt die Mitteilung, so knapp sie ist, auf eine österreichische Anteilnahme au dieser Verhaftung schließen. Die Regierung des Fürsten Wied vermag eben nichts aus eigener Kraft und ist auf die Einmischung von außen angewiesen. Das birgt den Keim zu neuen Verwickelungen in sich. Im Hafen von Durazzo liegen nicht nur österreichische, sondern auch italienische Kriegsschiffe. Mögen heute auch noch Oesterdeich und Italien gemeinsam operieren, niemand kann sagen, wie lange diese Einigkeit dauern wird. Albanien ist heute mehr als je ein gefährlicher Kriscnherd. Erklärungen des Grafen Bcrchtold. Budapest, 19. Mai. In der österreichischen Delegation teilte heute der Minister des Auswärtigen, Graf Berchtold, die ihm zugegangenen Nachrichten über die Lage in Albanien folgender- maßen mit: In den letzten Tagen haben sich die Gegensätze zwischen den Anhängern Essad Paschas und ihren Gegnern einiger- maßen verschärft und zur Bildung von Banden in der Umgebung von Durazzo geführt, was in Durazzo selbst zu Besorgnissen Anlaß gegeben hat. Zum Schutze der Sicherheit des fürstlichen Hofes haben die Kommandanten des italienischen und des österreichisch-ungari- schen Stationsschiffes in gegenseitigem Einvernehmen die L a n- dung von Matrasenab Teilungen verfügt. Zu einem Eingreifen derselben ist es aber nicht gekommen. Die italienische Regierung, welche nur ein viel kleineres Kriegsschiff als das unselige ist, vor Durazzo liegen hatte, hat ihre Torpedoboots- flottillc, welche seit einigen Tagen dort kreuzte, dort zurückgehalten. Effad Pascha befindet sich derzeit an Bord unseres Kriegsschiffes.— Etioaige weitere Siachrichten behielt der Minister sich vor, zur Kenntnis der Delegationen zu bringen. politische Ueberftcht. Tas preußische Herrenhaus erledigte am Dienstag ohne bemerkenswerte Debatte eine Reihe von kleinen Vorlagen und Petitionen. Am interessantesten ist vielleicht die unveränderte Annahme des Gesetzentwurfs, wodurch auch gegen ablehnende Bescheide der höheren Verwaltungsbehörde auf Einbürgerungsanträgc und auf Anträge, die die Aufnahm- in den Heimatsverband oder die Entlassung aus dem Staats- verband verlangen, die Klage beim Oberverwaltungsgericht zu- gelassen wird. Tie einzige Debatte in dieser Sitzung ist nur von lokalem Berliner Interesse. Es handelte sich dabei um eine Petition der Groß-Berliner Gemeindebeamten- und Lehrervereine um Auf- Hebung der Residcnzpflicht der Beamten und Lehrer. Der frühere Kolonialsekretär Dr. Dernburg sprach sich für diese? Verlangen aus, das vom Oberbürgermeister Mermuth bekämpft wurde, da zureichende Gründe nicht vorliegen, die das Auswärtswohnen der städtischen Beamten und namentlich der Ehrenbeamten rechtfertigen würden. Gemäß dem Komnzissionsantrag beschloß das Haus Uebergang zur Tagesordnung. Am Mittwoch steht die Eingemeindung von Dortmund und Köln und weitere Petitionen auf der Tagesordnung. Geschäftsdispositione» des preußischen Abgeordnetenhauses. Mit Ucbereinstimmung des Staatsministeriums hat der Seniorenkonvent des preußischen Abgeordnetenhauses am Dienstag beschlossen, daß die dritte Lesung des Etats Mitt- woch zu Ende gehen soll, daß dann die erste Lesung der Besoldungsordnung stattfindet und noch das kleine Gesetz über die Rentenbanken erledigt wird. Am Montag oder Dienstag beginnen die Pfingstferien, sie dauern bis zum 9. Juni: dann folgt die erste Lesung des Fideikommißgesetzes, die zweite und dritte Lesung der Besoldungsordnung. Die große Vertagung soll vom 13. Juni bis zum 19. Noijeniber dauern. Um de» Zolltarif. Ter handelspolitische Ausschuß des Bunde? der In- d u st r i e l l e n, in dem die Fertigfabrikat-Jndustrie organisiert ist, hat zu der bevorstehenden Erneuerung des Zolltarifs und der Handelsverträge folgende Entschließung angenommen: ,1. Irgendwelche Minimal- und Maximalzoll» s ä tz e sind weder fiir landwirtschaftliche noch für industrielle Erzeugnisse neu einzuführen. Schon die bisherigen Mindest- vertragSzölle bedeuten eine einseitige Bevorzugung der Landwirtschaft und erschweren wesentlich die Erlangung von ' ausländischen Zugeständnissen zugunsten der Industrie. 2. Eine Erhöhung der heute geltenden Zollsätze für G e- t r e i d e u n d L e b em s m i t t e l ist ebenso abzulehnen wie die Einführung neuer Zollsätze auf bisher zollfreie Lebens- und Genußmiltel.' Wenn für die Erlangung günstiger Handelsverträge oder für die Abänderung von Zollmaßnahmen des Auslandes deutscherseits Kompensationen sich erforderlich machen, so muß gleichmäßige Behandlung für Landwirtschaft und Industrie ein- treten. 3. Die Fertigindustrie, insbesondere die Eisen ver- arbeitende Industrie, hält ihre Stellung in dieser Beziehung für solidarisch mit derjenigen der Roh- und Halb- zeugindustrie, insbesondere der Großeisenindustrie. Sie hält es deshalb für notwendig, daß die Roh- und Halbzeug- industrie mit der Fertigindustrie geschloffen gegen die zoll- und handelspolitischen Ansprüche des Bundes der Landwirte austritt.— Gegensätze innerhalb der Roh- und Halbzeugindustrie einer» I'eits und der Fertigindustrie andererseits über das Matz ihres inländischen Zollschutzes können innerhalb der Industrie aus« geglichen werden.' So selbstverständlich die Abwehr der agrarischen Ansprüche er» scheint, so bedenklich und gefährlich ist der im dritten Punkt vertretene Grundsatz. Wird doch in ihm ausgesprochen, daß die Fertigfabrikatindustrie auf eine Herabsetzung der Zollsätze auf Roh- eisen und Halbzeug verzichtet, wenn ihr dafür eine Erhöhung der Zollsätze auf Fertigfabrikate zugebilligt wird. Die Gegensätze zwischen der Großeisenindustrie und der Fertigindustrie sollen also auf Kosten der Konsumenten ausgeglichen werden. Trotz diese» Liebeswerbens um di« Schwerindustrie, um mit ihr eine gemeinsame Front gegen die Agrarier zu bilden, werden die Gruben- und Hnttenbesitzer wohl wenig Lust haben, aus dem „Kartell der schaffenden Hände' auszutreten und sich dadurch die für die Erneuerung der Eisenzölle notwendige Gunst der Agrarier zu verscherzen._ Freifahrtkarte und Zentrumshelde«. Die Behauptung, daß dem Reichstag für die Verabschiedung bestimmter Gesetzentwürfe in der Fassung der Regierung die Ver- tagung mit den Wohltaten der fjfreifahrrarten als Belohnung in Aussicht gestellt sei, ist von offiziösen Schreibern aufs lebhafteste bestritten worden. Jetzt aber kann man in einem Artikel des Herrn Erzberger lesen: Tie leidige Fahrkartenfrage ist das beste Barometer für die Behandlung des Reichstages durch die Regierung; wurde doch gar die Offerte gemacht: wenn die Besoldungs- novelleineinemderRegiernnggenehmenSinne angenommen wird, gibt es Vertagung mit Weiterbe nutz'u n g der Fahrkarte; wenn nicht, erfolgt Schluß. Herr Erzberger ist empört über dieses Angebot, und wahr- scheinlich wird er jetzt die mannhafte Haltung der Zentrumsfraktion rühmen, die sich auch durch die Aussicht auf die billige Sommer- reise in der Besoldungsfrage nicht habe zum Umfallen bestimmen lassen. Aber, wie er ja selbst sagt, ist die Fabrkartenfrage nur ein ..B a r o m e t e r" für die Behandlung des Reichstags durch die Regierung. Das Barometer zerschlagen, heißt die Behandlung noch nicht ändern, und wenn dem geschätzten ZentrumSmann und seinen F.reunden soviel an der Würde und den Rechten des Par- lamentS gelegen wäre, dann hätten sie noch weit mehr als bei der Bcamtenbesoldung bei der M i l i t ä r g e s e tz n o V e l l e der Regierung gegenüber fest bleiben müssen. Aber hier war ihre Mehr- heit schon wieder auf der großen Retirade und nur eine ungeschickte Wendung des Kriegsministers brachte sie zum Stehen und machte die Zentrnmslcute wider ihren Willen zu Helden. Polizeipräsident v. Jagow in— Albanien. Wie die„Tägliche Rundschan" erfährt, befindet sich der Ber» liner Polizeipräsident zurzeit in Albanien. Ob v. Jagow studienhalber in Albanien weilt, oder dort d-ie albanische Polizei organisiert, wird nicht mitgeteilt. Vielleicht ist ihm gar das albmiische Polizeiministerportefeuille in Aussicht ge» fteHt worden. NnZ kann er um mit Falkcnhahn zu reden— gestohlen werden! Patriotischer Wahnsinn. Ausgerechnet ein deutsches bürgerliches Blatt, die..Kölnische Boltszeitun�", hat endlich diese Krankheit entdeckt, allerdings nur in Nordamerika. Tos führende Zentrumsblatt wendet sich in seiner Nummer 448 gegen den Kriegsfuror der akademischen Jugend in Nordamerika und prägt dabei folgende schlagende Sätze: �..Patriotismus und nationaler Sinn ist etwas Schönes, nur mutz man acht geben, dah nicht„der Becher überschäumt", s o n st wandelt sich die Begeisterung für das Baterland rn einen wahnwitzigen Hätz gegen die Auslän- der. Was für Greueltaten und«scheutzlichkeiten find nicht schon im Na m ender Vaterlandsliebe verübtworden! Man denke nur an die letzten Balkankriege, wo Angehörige aller beteiligten Staaten viel schlimmer gewütet haben als die wildesten Tiere! Solche Taten gebar angeblich l'arnour sacre de la patrie, wie es in der Marseillaise heitzt, die ..heilige Liebe zum Baterlande". Auch aus Mexiko werden Grau- samkeiten berichtet und bei einem mexikanisch-amerikanischen Kriege würde wohl derselbe Faden gesvonnen. Gegenüber solch wahnwitzigen Verzerrungen der Vaterlandsliebe darf der gerechte, edeldenkende Mensch und besonders der Christ nicht unterlassen, sich des wahren Kernes zu erinnern, der auch im Kosmopolitismus steckt und vom Christentum bestätigt wird... .Tie großen Geister, die führenden Staatsmänner sind freilich selbst solche Fanatiker nicht, wenn sie auch den patrio- tischen W a hu sinn der Masse persönlich nähren, damit er ihnen Wasser auf ihre politische Mühle I i e f e r e." � Wenn sich die Herren vom Zentrum in Deutschland etwas um- sehen, werden sie finden, datz auch bei uns der„patriotische Wahn- sinn" der Masse genährt wird, und zwar auch von Leuten, die inner- lich solche Fanatiker nicht sind, aber durch ihn ihre Mühlen treiben lassen. Das Durchblättern der letzten Bände auch der„Köl- uischeii Volkszeitung" würde Beweise dafür in Fülle liefern. Zur Hochverratsauklage gegen den Tuala Tin. Rechtsanwalt Dr. H a l p e r t sendet un-Z folgende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! ... 3u Ihrer Notiz in dein heutigen Morgenblatt des„Vorwärts"' iNc. 135), die die Verhaftung von Din wegen angeblichen Hoch- Verrats in meines Erachtens durchaus zutreffender Weis« glossiert, gestatten Sie mir eine kurze Bemerkung, die die Stellungnahme der hiesigen Justizbehörden richtigstellt: Am Montag, den 18. Mai, hatte ich den ersuchten Richter in Moabit um Rücksprache init Din zur Entgegennahme der Vollmacht gebeten, die mir anstandslos gestaltet wurde, und um Erteilung der generellen Sprecherlaubnis, um Din allein im Gefängnis sprechen zu können. Der amtierende Richter äußerte hiergegen Bedenken, Werl der Kameruner Haftbeschluß, der Din verdächtigt, mit seiner Europareise s!) die Angliederung Kameruns an England beab- slchtigt zu haben, zugleich die Verhaftung wegen KollusionS- Verdachts ausspricht. Diese Bedenken erklären sich aus der un- zulänglichen Stellung des RcquisitionsrichterS, der allein die Auf» gäbe hat, den Jnbastierten über den Haftbefehl zu informieren und über seine Identität zu vernehmen. Der amtierende Richter eriuchte mich� zur Behebung der Bedenken die Einwilligung der königlichen Staatsanwaltschaft herbeizuführen. Der Dezernent oet letzteren erklärte sich sofort bereit, nach Durcharbeitung des Vernehmungsprotokolls mein Gesuch in Erwägung zu Stehen, nachdem ich noch darauf hingewiesen hatte, daß der Kollusionsverdachl für Deutschland in Wegfall käme, da niemand .ionst in Deutschland gleicher Konspiration beschuldigt oder dieserhalb verhastet ist. Eine KollusionSmöglichkeit über den Verteidiger sei daher ausgeickilossen. Bereits nachmittags erhielt ich per Post die Einwilligung der Staatsanwaltschaft zur Erteilung der generellen Sprecherlaubnis zugestellt. Din selbst, der auf diese legendenhafte Verdächtigung verhaftet Et und seinem Rücktransport in den allernächsten Tagen entgegensieht, kann ihr nur die Tatsache ent- gegensetzen, daß er seine Reise von Duala über französisches, eng- liiches, portugiesisches Gebiet in Afrika Ende des Jahres 1913 antrat und direkt über Antwerpen nach Hamburg fuhr, ohne England a u ch n u r b e r ü h r t z u haben. Seit Mitte Februar, da er in Homburg freigelassen nach Berlin kam. ist er ausschließlich hier an- lässig und für die Zwecke der Reichstagsverhandlungen fortgesetzt tälig gewesen. Ein Kommentar zu dem in Kamerun eingeleiteten Hochverralsverfahrcn ist von meiner Seite überflüssig." Das amtliche Resultat der Wahl iu Stendal-Osterburg. Nach dem amtlichen Wahlresultat erhielten Hoesch(k.) 12 182, Wachhorst de Wente(natl.) 7010 und Beims(Soz.) HÖH Stimmen. Die Stichwahl findet, wie bereits mitgeteilt, am 2ö. Mai statt. Der mexikanische Konflikt. Äontributionscrhcbung in Tampico. Washington, 18. Mai. Nach einer Meldung des Admirals Mayo hat der Führer der Aufständischen in Tampico, General Eabalero, durch die Handelskammer in Tampico an alle mexi- kanischen und spanischen Geschäftshäuser das Ersuchen gerichtet, sich freiwillig zu einem Beitrag für die Sache der Konstitutio- nalisten zu verpflichten. Bisher ist keine Forderung an andere fremde Handelshäuser gerichtet worden. Es scheint, datz dieser Beitrag nicht in Form einer regelmäßigen Kriegssteuer, noch auch in Form einer Vorauszahlung von irgendwelchen Steuern für eine bestimmte Periode gedacht ist. Nach einer Meldung an das Marinedepartement hat Admiral Howard aus zuverlässiger Quelle erfahren, datz Tepic gestern von den Konstitutionalistcn unter Führung des Generals Blanco Buelna erobert worden ist; ebenso sei San Blaz von den Äonstitutionalisten besetzt worden. Schutz der fremden Arbeiter in Tampico. Washington, 19. Mai. Die Agenten der Staatsdeparte- ments suchen von den Führern der Konftitutionalisten in tampico Garantien für den Schutz der fremden ArbeiterindenOeldi strikten gegen Bedrückungen zu erhalten. Auf Grund von Vorstellungen, die der nieder- indische Gesandte bei ihm erl?ob, protestierte Staatssekretär Bryan selbst gegen die Härte der Konstitutionallsten in der Handhabung der Gesetze im Oeldistrikt von Tampico. Tie Niagarakonferenz. Washington, 19. Mai. Präsident W i l s o n hat den mnerikanischen Vertretern auf der Niagarakonferenz mit- geteilt, datz die Regierung die endgültige Beilegung der Streitigkeiten in Mexiko als Bedingung für eine Zurück- Ziehung der amerikanischen Truppen aus Veracruz ansehe. Ter Präsident hat den Delegierten keine besonderen In- struktionen mitgegeben, sondern sie ersucht, sich abwartend zu verhalten und Vorschläge entgegenzunehmen. Er fügte jedoch hinzu, datz der Frieden ihm von der Entfernung H u e r t a s und der Aufrichtung einer strengen und gerechten Regierung abhängig zu fein scheine, einer Regierung, die bereit sei, unbeeinflußte Wahlen vorzunehmen. Die Abge- sandten Huertas erklärten sich bereit, den Rücktritt Hüertas zu empfehlen, unter der Bedingung jedoch, datz zuvor eine endgültige Entscheidung über die Art der Regierung getroffen werde, die dann folgen solle. Die militärische Lage in Mexiko bereitet der amerikanischen Regierung Sorge, da sie einen plötzlichen Ausbruch von Feindseligkeiten gegen die amerikani- schen Truppen oder Verwickelungen in Tampico befürchtet, die die ganze Lage ändern könnten. Die Alaifeiee in Rußlanü. Es erschien zweifelhaft, ob die Maifeier in Rußland nach den gewaltigen Kraftaufwendungen, den zahlreichen Massen- streiks der letzten Zeit einen so grotzen Umfang erreichen würde wie in den beiden vorhergehenden Jahren. Diese skeptischen Erwartungen sind durch den Ausgang der dies- jährigen Maifeier glänzend widerlegt'worden. In Peters- bürg streikten nach vorläufiger Schätzung 215 9 9 9 Arbeiter— mehr als im vorigen Jahr. Nicht nur die großen Metallfabrikeu und Werke stellten die Arbeit ein, auch die Buchdrucker, die Bäcker und andere Berufe streikten, so datz die russische Hauptstadt fast im Zeichen des Generalstreiks stand. Das wichtigste Anzeichen der diesjährigen Maifeier ist jedoch, daß endlich auch die Provinz erwacht. Die aufklärende und organisierende Arbeit der Arbeiterpresse hat endlich in die Unorganisiertheit und geringere Aktivität der Arbeiter Bresche geschlagen. Es fcierlen am 1. Mai in Moskau 25 999, in Baku 39 999, in S o r m o w o 9999, in T i f l i s 3999, in R e v a l 9999, in Kiew fast sämtliche Fabriken und Werkstätten, in Ödes s a sämtliche Druckereien, in Samara, Jekaterinodar fast sämtliche Fabriken und Druckereien. Insgesamt streikten am 1. Mai f a st eine halbe Million Arbeiter. Dieser Streik war nicht nur eine glänzende Tenwnstration der Solidarität des rlissifchen Proletariats mit der Jnter- nationale, er war auch eine Antwort auf die Staatsstreich- Vläne und Unterdrückungsmatznahmen, die in letzter Zeit immer schärfer zuin Ausdruck kommen. Es hat nichts ge- Holsen: weder die endlose Zahl der Haussuchungen und Per- Haftungen noch die Ausspcrungsandrohungen der Unter- nehmer. Die Arbeiterklasse Rußlands, voran die heldenhafte Arbeiterschaft Petersburg, bot diesem Ansturm der Reaktion kühn die Stirn. Ueberall im russischen Reich standen am 1. Mai die Räder still, ertönten die Losungen der inter- nationalen Sozialdemokratie und marschierten hinter dem roten Banner des Sozialismus neue ungezählte Scharen von Kämpfern den kommenden Schlachten entgegen. Schweöen. Eröffnung des Reichstages. Stockholm» 19. Mai. Der schwedische Reichstag ist heute mit einer Thronrede eröffnet worden, in der es u. a. heitzt: Die Sorge für die Sicherheit des Reiches, die meine königliche Pflicht ist, hat mich dazu veranlaßt, dem Volke Gelegenheit zu geben, durch Neuwahlen zur Zweiten Kammer seiner Ansicht über die Verteidigungsfrage Ausdruck zu geben. Der Ernst der Zeit erfordert, datz die Mängel im Ver- teidigungswesen des Reiches baldigst behoben werden. Eure vor- nehmste Aufgabe in dieser Reichstagsscssian ist es, eine wirkliche und dauernde Lösung dieser wichtigen Frage zu geben, die nicht ohne Gefahr aufgeschoben werden kann. Die Vorlagen, die Euch jetzt nach sorgfältiger Prüfung vor- gelegt werden, bezwecken, unserem Lande eine planmäßig ge- ordnete hinreichende Sicherheit zu beschaffen. Ich hoffe zuversicht- lich, datz Ihr bei Euren Beratungen diese Vorschläge wohl er- wogen finden werdet, sowohl hinsichtlich der Notwendigkeit einer Verteidigung als hinsichtlich der Opferfähigkeit des Landes. Verschiedene mit der Verteidigungssrage zusammenhängende Vorlagen werden Euch vorgelegt werden. So unterbreite ich Euch die Vorlage über Reformen zum Militärstrafgesetz. Wenn die Ursachen des lähmenden Gefühls einer mangelnden Sicherheit für das Vaterland entfernt sein werden, dann wird— das ist meine Ueberzcugung— das ganze Volk mit um so größerer Zuversicht andere große Fragen, die ihrer Lösung harren, in An- griff nehmen. Ich schlage Euch Veränderungen der Verfassung vor, die eine anderweitige Einieilung der Staatsdepartements ermöglichen. Im Zusammenhang mit dem Finanzplane, der Euch unier- breitet werden wird, schlage ich zur Deckung gewisser höchst be- deutungsvoller Ausgaben für verschiedene Zwecke eine einmalige BerteidigungSabgabe, eine Verteidigungssteuer ausschließlich auf größere Vermögen und größere Einkommen vor. Im übrigen beabsichtige ich nicht. Euch vor dem Jahre 1915 neue oder erhöhte Steuern außer der Tabaksteuer vorzuschlagen, die bereits durch die im Jauuar erlassenen Finanzgesetzvorlagcn in Aussicht ge- stellt wurde. /tos öer Partei. Protest gegen die Polizei. Da? Verbot des Sängerfestes in Breslau, sowie die Po- litischerklärung des BildungS« und des Jugendausschusses gab der Breslauer Arbeiterschaft Anlaß, am Sonntag in zwei großen Volksversammlungen, von denen eine unter freiem Himmel tagte, zu protestieren. Referenten waren die Genossen Eduard Bern- stein und Lobe. Eine große Anzahl neuer Mitglieder für die Partei und neue Abonnenten für die„Volkswacht" wurden in diesen Versammlungen gewonnen. Aus Stuttgart. Die Stuttgarter Parteileitung veröffentlicht folgende Er- k l ä r u n g: Zur Generalversammlung des Sozial- demokratischen Vereins Stuttgart. Die Verfasser des anonymen Flugblattes gegen den Wahl- Vorschlag der Vertrauensmänner der Partei benützen alter Uebung gemäß die arbeiterfeindliche Presse zur Verdrehung der Tatsachen und persönlichen Verunglimpfung der ihnen unbequemen Ge- Nossen, um so ihre Spuren zu verwischen. Die Parteileitung lehnt es ab, sich mit diesen Flugblattschreibern und Mitarbeitern der bürgerlichen Presse öffentlich auseinanderzusetzen. Ten Genossen im ganzen Lande schulden wir aber Aufklärung über einen Anwurf, den diese Leute im„Beobachter" Nr. 119 gegen ein Mitglied der Parteileitung Stuttgarts erheben. Das genannte volksparteiliche Organ veröffentlicht eine Zuschrift„aus Arbeiter- kreisen", in der über die Generalversammlung des Sozialdemo- kratischen Vereins in bekannter Spitzelmanicr Bericht erstattet und unter anderem gesagt wird: „Ferner sagte Crispien: Wer bezahlt die Flugblätter? O, heilige Einfalt! Was braucht ein großer Politiker, wie er, zu wissen, daß es noch Genossen gibt, die für ihre Ueberzeugung materielle Opfer bringen. So gut, wie es solche gegeben hat. die seinerzeit im Boschschen Betrieb eine Sammlung zugunsten des hungernden Westmeyer veranstalteten. In diesem Zusammenhang soll auch gleich bemerkt werben, baß eine solche Sammlung Frau und Kinder eines andern Mit- glicdcs der Parteileitung sehr lv ohlgebrauchen k ön n t e u, schon um die Armenkassen einer n o r d» deutschen Stadt in etwas zu entlasten." Die Tatsachen, die dieser Beschimpfung eines Mitgliedes der Parteileitung durch den Mitarbeiter des volksparteilichen Organs zugrunde liegen, seien kurz festgestellt: Der betreffende Genosse ist seit 22 Jahren in der GeWerl- schaftsbewegung tätig. Wegen seines Eintretens für sie Kollegen wurde er vielfach gematzregelt. Monatelang war er arbeitslos. Diese Maßregelungen zivangen ihn, öfters seinen Wohnsitz zu wechseln. Dadurch geriet er mit seiner Familie in sehr bedrängte Verhältnisse. Von seinen sechs Kindern starben ihm zwei. Die Mutter wurde schwermütig. Sie mußte schließlich als unheilbar geisteskrank in einer Anstalt untergebracht werden. Um feinen Kindern eine Mutter wiederzugeben, ging der Genosse eine zweite Ehe ein. Die Familie ist auf sieben Köpfe angewachsen. Die materiellen Verhältnisse des Genossen gestatteten ihm nicht, den vollen Betrag der Unterhaltskosten für seine erste Frau in der Anstalt, die anfangs 17,59 Alk. wöchentlich betrugen, zu bezahlen. Er zahlte für den Unterhalt seiner ersten Frau in der Anstalt. was er und seine jetzige Frau bei sparsamstem Wirtschaften nach Deckung der notwendigsten Ausgaben für die starke Familie er- übrigen können. Außerdem unterstützt er seinen achtzigjährigen Vater. Dies der Tatbestand, aus den sich die Beschimpfung des zur- zeit von Stuttgart abwesenden Genoffen durch den Mitarbeiter des„Beobachter" stützt. Ein schweres Familienunglück, nicht zum wenigsten verursacht durch das vor keinem Opfer zurückschreckend« Eintreten des beschimpften Genossen für seine Arbeitskollegen, nutzen jener Flugblattschreiber und ihre Hintermänner aus, um die Parteileitung und die radikale Richtung in der Partei zu beschimpfen. Unsere politischen Gegner am früheren Aufenthalts- ort des Genossen waren anständig genug, von diesen ihnen be- kannten Tatsachen keine Notiz zu nehmen, als der Genosse zum Landtag und bei Stadtverordnetenwahlen kandidierte. Angeb- lichen„Arbeitern" blieb es vorbehalten, diesen Gipfel der Nieder- tracht zu erklimmen. Das Urteil über diese Jmfamie und über das Preßorgan, daS sich zum Komplicen dieser Leute macht, sei der Arbeiterschaft über- lassen.'_ Berichtigung. Im Telegramm der italienischen Fraktion(siehe Sonntagsnnmmer) ist ein sinnstörender Druckfehler unterlaufen. Er muß heißen statt: aufs tiefste erregt über das Vorgehen der Dumafraktion, aufs tiefste erregt über das Borgehen der Duma- r e ä k t i o n. polizeiliches, Gerichtliches usw. Preßprozch. In Rege ns bürg machte im März d. I. ein Kolonial- Warengeschäft durch ein Reklameschreiben bekannt, daß eS„ab 1. April bis auf weiteres seiner sehr geehrten Kundschaft den „Rcgensburger Anzeiger" bei Einkäufen gratis abgebe". Von dieser eigenartigen Geschäfts- und Zeitungsreklame nahm auch die Parteipressc Notiz. Der Verleger des genannten Zeritreums- blattes fühlte sich beleidigt und lief zum Kadi. Er hatte es hier- bei aud) nur auf die sozialdemokratischen Organe abgesehen und reichte gegen drei Parteiblätter die Klage ein. Am Montag wurde der Verantwortlich« unseres Würzburger ParteiblatteS, Ge- nosse D i k r e i t e r, zu 39 M. Geldstrafe verurteilt. Letzte Nachrichten. Erklärung der uugarischen Regierung zur Lage in Aldamea. Budapest, 19. Mai. In der heutigen Sitzung der unga- rischen Delegation gab Sektionschef im Ministerium des Aeutzeren Graf F o r g a ch die gleiche Erklärung zu den Er- eignissen in Durazzo ab wie Graf Berchtold in der öfter- reichischcn Delegation. Graf A n d r a s s y erklärte, wenn die Nachrichten der Wahrheit entsprächen, so könne es geschehen, datz das Leben des Fürsten selbst gefährdet werde, und richtete die Bitte an den Minister, möglichst rasch Vors org e zu treffen, damit im Notfalle Oesterreich-Ungarn es sei, das den Fürsten, den Europa dahin entsendet habe, schütze.(Beifall.) Vier österreichische Schlachtschiffe»ach Durazzo.. Durazzo, 19. Mai. Eine österreichisch-ungarische Schiffsdivision, bestehend aus vier Schlachtschiffen, ist nach hier abgegangen. Die Kriegsschiffe werden hier weitere Truppen landen»» Ueber die Entwicklung der Ereignisse in Albanien ist vran in Wiener diplo- matischen Kreisen auf das höchste gespannt. ManhältdieLage Albaniens in Wien für äußerst gefahrdrohend. Essad Paschas Ausruhr und Gefangennahme. Wien, 19. Mai.(W. T. B. Die„Neue Freie Presse" meldet nach dem Triester„Piccolo" aus Durazzo: Gestern nachmittag um 6 Uhr hatte Essad Pascha eine Audienz beim Fürsten Wilhelm, die sehr stürmisch verlief; sie endete damit, daß Essad Pascha seine Demission gab. Daraufhin organisierte Essad Pascha mit seinen 5999 Parteigängern, die außerhalb Durazzos kampierten, und 399 Anhängern, die in seinem Hause in Durazzo untergebracht waren, eine Revolte. Er gab heute früh selbst das Signal zum Kampfe, indem er den ersten Schuß gegen das fürstliche Palais abfeuerte. Die von österreichisch-ungarischer Seite gelandete Batterie er» widerte sofort das Feuer; das Haus Essad Paschas wurde beschädigt; es gab mehrere Tote und Verwundete. Sofort wurden mehrere Kon- tingente österreichischer und italienischer Matrosen gelandet, welche das Haus Essad Paschas belagerten und die Stadt besetzten. Essad Pascha schickte einen Parlamentär und bat um freies Geleit auf ein italienisches Schiff. Dies wurde ihm jedoch verweigert, und um 9 Uhr früh wurden Essad Pascha und seine Gemahlin auf daS öfter- reich! sch-ungarische Stationsschiff gcbrachk. Dreibundmüdigkeit in Oesterreich. Budapest, 19. Mai. In der österreichischen Delegation ver- langte der Slowene Schustcrschitsch, anknüpfend an die jüngsten österreichfeindlichen Kundgebungen in Italien, eine Klarstellung des Verhältnisses zwischen beiden Ländern: entweder müsse Oester- reich-llngarn Italiens als einer zuverlässigen Stütze sicher sein oder sich nach einer anderen umsehen. Das falsche Verhältnis zwischen beiden Ländern komme zum größten Teil auf Deutsch- lands Rechnung, dem ein ausrichtig freundschaftliches Verhältnis zu Italien leicht falle, da diese beiden keine Interessengegensätze hätten. Aus demselben Grunde würde Frankreich Oesterreich- Ungarns natürlichster Bundesgenosse sein. Redner erklärte, er sei kein grundsätzlicher Gegner des Dreibundes, falls die Lebensinter- essen der Monarchie in seinem Rahmen gewahrt werden könnten. Der Deutschnationale M üh l w e r t bezeichnete es als sehr wertvoll, daß das Ministerium des Auswärtigen treu und unentwegt am Dreibunde festhalte; auch die Kundgebungen eines politisch un- reifen Teiles der italienischen Bevölkerung tonnten Oesterreich-Un- garn davon nicht abbringen. Angesichts der kolossalen Rüstungen Frankreichs und Rußlands könne man nicht von einer Entspannung der Lage sprechen. Tarifkampf im Friseurgewerbe. Ortskrankenkaffe für das Maurergewerbe zu Berlin. C. 54, Sophienstraße 6. Einladung Bekanntmachung Allgem. Ortskrankenkasse ber Nur die hier aufgeführten Firmen haben bis jetzt den Tarifvertrag anerkannt, an der am Mittwoch, den 27. Mai 1914, abends 8%, he, im für Berlin- Mariendorf and welche wir deshalb besonders zur Inanspruchnahme empfehlen. Berlin. Adalbertstr. 64, Edert Barfusstr. 14a, Schneider Borhagener Str. 27, Bäger Borhagener Str. 31a, Anders. Buttmannstr. 8, Knuth Bornholmer Str. 3, Dume Boedhstr. 50, Hanne Berliching enstr. 6, Reihe Berlichingenstr. 11, Johannsen Burgsdorfstr. 4, Staminsty Belforter Str. 8, Lau Böttgerstr. 2, Münzberg Brüsseler Str. 36, Baas Briger Str. 14, Schreiber Cubrystr. 8, Böhm Choriner Str. 28, Bunge Christianiaftr. 126, Langner Driesener Str. 4, Dommisch Driesener Str. 11, Breustedt Drontheimer Str. 20, Maniewsli Ebertyftr. 42, Scholle Eberthstr. 47, Drechsel Emdener Str. 10, Slotj Emdener Str. 25, Burdad Egerzierstr. 2a, Jacob Egerzierstr. 11, Koch Engelufer 17, Rösner Elbinger Str. 6, Riedel Elbinger Str. 71, Higer Ebelingstr. 16, Bogel Friedrichsfelder Str. 18, Böhlte Faldensteinstr. 20, Nagel Faldensteinstr. 45, Chmielewski Forsterstr. 2, Witt Forsterstr. 43, Gand Freienwalder Str. 4, John Fennstr. 16, Bose Friedberger Str. 5, Singe Fürstenberger Str. 12, Stier Fruchtstr. 39, Geelhaar Fruchtstr. 56, Bille Gubener Str. 3b, Ambos Gubener Str. 48, Preg Gerichtstr. 46, Freihube Gerichtstr. 80, Shilling Gerichtstr. 82, Eickhoff Glogauer Str. 24, Hanbro Glogauer Str. 32, Strauje Goßlerstr. 17, Supera Gartenstr. 54( am Blaz), Rappe Grünauer Str. 4, Stohle Gaudystr. 12, Ramomsli Gräfeftr. 9, Kathen Gormannstr. 25, Lorbeer Guineaftr. 7, Münchow Hochstädter Str. 17, Bräuer Hochstr. 33, Loth Huttenstr. 25, Maak Huttenstr. 62, Lippisch Heidenfeldstr. 16, Schulze Hollmannstr. 29, Riefer Jahnstr. 5, Heise Kochhannstr. 16, Zipprich Kochhannstr. 28, Lud. Kochhannstr. 40, Wölfling Korsörer Str. 15, Abel Kameruner Str. 53, Bartel Solonieftr. 36, Bärtel Stolonieftr. 68, Weber Kopenhagener Str. 46, Nitsche Ropernitusstr. 2, Peters Röpenider Str. 48, Rohde Kreuzbergstr. 76, Stühmer Langeftr. 80, Barwinkel Langeftr. 102, Reinholz Landwehrstr. 3, Sohnert. Laufizer Plaz 12a, Fielik Liebigstr. 2, Judnies Liebigstr. 14, oppmann Libauer Str. 14, Bonin Lindenstr. 79, Kohmann Linienftr. 201, Maaz Lychener Str. 12, Botrytus Liebenwalder Str. 36, Prochnow Lichtenberger Str. 15, Bergin Lorgingstr. 8, Wittkopf Liegnizer Str. 16, Melis Matternftr. 4, Schwandt Marfiliusstr. 23, Lutsche Manteuffelftr. 60, D. Mein Manteuffelftr. 75, Cardinal Manteuffelstr. 80, Mes Martgrafendamm 34, Jurisch Memeler Str. 6, Manigt Memeler Str. 36, Buchholz Memeler Str. 84, Pazer Müllerstr. 58, Brandt Müllerstr. 129, Deniger Mühlenstr. 47a, Rudolf Müllenhoffftr. 10, Scharntfe Müncheberger Str. 20, Schulz No. Malmöer Str. 12, Kleinfeldt Raunhnstr. 34, Nitsche Oppelner Str. 11, Bunzel Dderberger Str. 37, Kaminski Dderberger Str. 47, Thiedle Dudenarderstr. 24, Lüdide Petersburger Str. 5, Buchholz Bintschstr. 20, Brüdner Putbuser Str. 2, Lowad Butbuser Str. 46, Kühn Büdlerstr. 45, Strengler Bankstr. 10, Milster Banfstr. 62, Schmidt Ramlerstr. 17, Stellner Ramlerftr. 33, Dahlte Rostoder Str. 1, Schmidt Rostocer Str. 42, Blenke Reuchlinstr. 7, Thiele Rhinower Str. 6, Mornei Rügener Str. 16, Köhler Rügener Str. 25, Badke Reichenberger Str. 51, Weniger Reichenberger Str. 98a, Schönborn Saarbrüder Str. 6, Gebanter Soldiner Str. 17, Schmidt Soldiner Str. 66, Graff Seelower Str. 12, Meehl Senefelderstr. 13, Niendorf Sidingenstr. 7, Arlt Simon- Dachstr. 8, Aleg Sonnenburger Str. 27, Grundmann Staliger Str. 141a, Blumenhagen Sparrstr. 21, Sabrozli Schliemannftr. 15, Klinger Schliemannstr. 20, Telschoto Schliemannstr. 33, Böttcher Schliemannstr. 45, Fleischer Scheringstr. 8, Heinrich Schlesische Str. 15, Wolf Schönwalder Str. 2, Bisocki Schönwalder Str. 13, Goffe Schonenschestr. 5, Freinid Schulstr. 117, Scholz Stargarder Str. 14, Sohns Stargarder Str. 18, Thiede Stallschreiberstr. 13a, Markiewicz Stettiner Str. 33, Buffe Stolpische Str. 26, Lozinst Strausberger Str. 26, Rittenbach Laborstr. 1, Graniz Logoftr. 74, Baarsch Zürfenstr. 25, Münster Tresdonftr. 12, Lindenberg Triftstr. 1, Pedel Waldstr. 15, Fuhrmann Waldstr. 38, Fischer Baldenserstr. 12, Kinder Warschauer Str. 63, Restel Wrangelstr. 58, Collin Wrangelftr. 80, Battloch. Weberstr. 12, Brandt Weberstr. 13, Telle Weidenweg 73, Friedrich Wiener Str. 29, König Biener Str. 53, Lipsti Wiener Str. 58a, Dłupnid Wittftoder Str. 2, Dehlte Bolliner Str. 20, Ruschte Boldenberger Str. 27, Fischer Börther Str. 26, Börtel Boffener Str. 54, Stühmer Bionsfirchstr. 46, Bertner Adlershof. Bismardfir. 15, Dehmel Bismardstr. 20, Dehmel Bismardstr. 57, Dombromsth Hadenbergstr. 17, Dettloff Radidestr. 33, Bahn Brit Nuboter Str. 90, Meißner Charlottenburg. Erasmusstr. 9, Hehne Stantstr. 60, Hinzmann Knobelsdorffftr. 14, Mefferknecht Strummeftr. 42, Borchmann Ufnauftr. 9, Schwabe Ufnauftr. 15, Braasch Goethestr. 7, Wolff Hagenftr. 57, Langer Sonntagstr. 3, Klipschmüller Scharnweberstr. 24, Austedt Bagnerstr. 77, Leffler Weserstr. 15, Kühn Weserstr. 27, Kizerot Mariendorf. Surfürftenstr. 46, Bernhardt Neukölln. Allerstr. 6, Jeziersky Brufendorfer Str. 5, Reichenbach Donauftr. 130, Ludwig Elbeftr. 8, Gol Emfer Str. 35, Mieles Emfer Str. 50, Pietrager Elflerstr. 2, Haring Ertstr. 20, Gabriel Fulbastr. 45, Schiedzig Friedelstr. 1, Stielhöfel Goethestr. 8, Brofin Heidelberger Str. 28, Wille Hermannstr. 92, Gransee Hermannstr. 207, Rog Herzbergftr. 17, Gufe Jagerstr. 3, Krüger Jägerstr. 55, Raabe Kaiser- Friedrich- Str. 78, Dehmchen Jägerstr. 75, Silorsfi Kaiser- Friedrich- Str. 244, Bisodi Snejebedstr. 59, Rosente Kranoldstr. 10, Bär Reinestr. 1, Sellner Lessingstr. 10/11, Fied Mainzer Str. 5, Malid Maybachujer 5, Reddmann Dierftr. 3, Schillberg Prinz- Handjern- Str. 54, Jungmann Reuterstr. 31, Gabriel Schierfeſtr. 27, Schiel Schudomaftr. 10, Mud Schillerpromenade 5, Schimmel Steinmetstr. 20, Leich Steinmenftr. 46, Bödert Steinmenftr. 75, Schiefert Stuttgarter Str. 9, Braak Seupiter Str. 98, Darams Treptower Str. 91, Heitner Barthestr. 16, Heinrich Barthestr. 69, Eichhardt Beisestr. 31, Walter Weserstr. 161, Bohla Weserstr. 177, Sluge Weferftr. 205, Lenz Biethenstr. 27, Schulz Biethenftr. 31, Alpen Biethenstr. 40, Klein Biethenstr. 68, Seidler Ober- Schönewelde. Deulstr. 22. Baezold Pankow. Brehmeftr. 20, Sevede Berliner Str. 78, Fader Marimilianftr. 11, Langer Maximilianftr. 44, Bachman Schöneberg. Hohenfriedberg 1, Härtel Hohenfriedberg 2, Abelt Stralau. Mt- Stralau 17, Pinte Tegel- Borsigwalde, Reinickendorf. Bahnhofftr. 16, Jeriede Rauschstr. 53, Straube Aligstr. 3, Gent Scharnweberstr. 110, Gabbe TreptowDie Beröffentlichung für diefen Drt ruht so lange, bis ein Entscheib des Regierungspräsidenten vorliegt, ob die von der Innung verhängten Strafen rechtsgültig find. Man achte Ralferin- Auguste- Biftoria- Straße 23, daher auf die Kontrolltarte Cöpenick. Kubisch Müggelheimer Str. 33, Müller Schönerlinder Str. 15, Leuchtenberger Stubenrauchstr. 4a, Naujohs Lichtenberg. Bahnhofstr. 31, Reiche Boghagener Chaussee 24, Dittmar Friedrich- Karl- Str. 29, Baromsth Grünberger Str. 20, Peters Weißensee. Charlottenburger Str. 95, Simfon Elsaßitr. 72, Maher Lehderstr. 57, Krüger Prenzlauer Promenade 10, ppftreu Potsdam- Nowawes. 28ilhelmstr. 43, Barnid Briefterstr. 31, Bolter Kontrollkarte: 1914: Inhaber dieser Karte ist zu den von der Organisation aufgestellten Arbeitsbedingungen beschäftigt und organisiert. Gültig, wenn die laufende Woche gestempelt! Für Herrn Rosenthaler Hof", Rosenthaler Str. 11/12, stattfindenden Außerordentlichen Ausschußfizung der Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder. Zagesordnung: 1. Aufhebung der Bestimmungen fiber Ruhegehalt und HinterbllebenenFürsorge für die Angestellten der Drisfrankenkasse für das Maurer. gewerbe zu Berlin. 2. Beratung und Beschlußfassung über die dem Röniglichen Dber. Bersicherungsamte einzureichende Dienstordnung für die Angestellten der Drtskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. Berlin, den 20. Mai 1914. 21495 Der Borstand der Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu BerlinA. Daehne, Borfizender. G. Lehmpfuhl, Schriftführer. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Achtung, Ballschuhmacher! Heute Mittwoch, den 20. Mai 1914, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Versammlung der in den Ballschuhverbandsfabriken tätigen Arbeiterschaft. Tagesordnung: 169/13 Bericht über die weiteren Verhandlungen mit dem Unternehmerverband und endgültige Beschlußfaffung. Kollegen, bei dieser Abstimmung darf niemand fernbleiben! Die Branchenleitung. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. General- Verfammlung heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 4. Tagesordnung: Umgegend. Das Kaffenbureau ist ben fett ab geöffnet: An den Werktagen ununter brochen von 9 bis 2 Uhr. 274/4 Sonn- und Feiertage bleibt dasselbe gefchloffen. Berlin- Mariendorf, den 20. Mal 1914. Der Vorstand Aug. Leip, Borstzender. R. Baechler, Schriftführer. An Kleiner, schuldenfreier 70/ 17* Pianofabrik in der Provinz fann sich Fachmann, beborzugt Kasten-, Fronten- oder Bodenmacher mit 4-5 Mille beteiligen. Offerten unter K. M. 4559 att die Expedition der Zeitung. Hautleiden Endlich bin ich durch Ihr gutes Mittel von meinem 40 jährig. Hautleiden gründl. befreit, dafür meinen auiricht. Dank. Etspulen. Zolleinnehmer. Gnügen. Durch Ihr Mittel ist mein 20 jährig. Flechtenleiden geheilt worden. Aujrichtigen Dank. Georg Eign., Schwan dorf. Sunigsten Dank für gründliche Heilung meines 25 Jahre alten Haut leidens. Mar Neidhardt, Dbernzell. Die patentamtlich geschütten Hautpillen find wie folgt zu haben: Generaldepot u. Ver. fand: Bismard- Apotheke Berlin, Wrangelstr. 47, ferner in den Apotheken: Charlottenstr. 51, Bots. damer Str. 84a, Landsberger Str. 39, Kastanien Allee 2, Auguftftr. 60, Königsberger Str. 21, Belle- Alliance. ftraße 12. Wilmersdorf, Bilhelms. Spandau, Pichelsdorfer Straße 14. Friedrichsfelde, Zentral- Apotheke. Bericht der Drtsverwaltung und Kassenbericht. Wahl von An- aue 110. Schöneberg, Hauptstr. 151. geftellten. Berbandsangelegenheiten. Annahmestellen für ,, Kleine Anzeigen" Berlin C. A. Hahnisch, Aderstr. 174. 0. Petersburger Plaz 4. Anzeigen" Charlottenburg: Bismarditraße 81. Gustav Vogel, Roppenstraße 82 R. Bengels, Markusstr. 36. NO. 2. Zucht, Immanuelfirchstr. 12. J. Reul, Barnimftr. 42. N. A. Wolgast, Wattstraße 9. 5. Fischer, Baftianstraße 6. Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. J. Hönisch, Müllerstr. 34a 5. Vogel, Rorkingstr. 37. A. Ties, Invalidenstr. 124. NW. Salomon Joseph, Wilhelmshavener Str. 48. SW. G. Schmidt, Bärwaldstr 42. Daehn, Hagelberger Str. 27. S. St. Frių, Prinzenstr. 31. H. Lehmann, Rottbujer Damm 8. So. Paul Böhm, Laufizer Plat 14/15. V. Horich, Engelufer 15. Adlershof. Karl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Baumschulenweg. 5. Hornig, Marienthaler Str. 13, L Borsigwalde: Paul Kienast, Rauschstr. 10. Charlottenburg. Gustav Scharnberg, Sefenbeimer Str. 1. Friedrichshagen. Ernst Wertmann, Köpenider Str. 18. Grünau. Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal. Mag Gouschur, Parkstr. 6. Karlshorst. Richard Küter, Rödelftr. 9, IL Köpenick. Emil Wißler, Siegerstr. 6, Laden. Lichtenberg. Ctto Seifel, Bartenbergstr. 1. Nieder- Schöneweide. Wilh. Unruh, Brüdenftr. 10. Nowawes. Wilhelm Jappe, Lutherstr. 2. Rhenania, Fabrit chemischpharmaceutischer Produkte, Bonn. Gewerkschaftshaus Bad Freienwalde a.O., Kanalstr. 3. Den werten Barteigenoffen und Arbeitervereinen empfehle bei Ausflügen, Herrenpartien usw. meinen anerkannt guten Mittagstisch zu billigeit Breisen, Nachtquartier in jeder Preislage, nach vorheriger Anmeldung. Butgepflegte Speisen und Getränke. Um regen Zuspriich bittet Albert Schukar. 21526 Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. FrauenleidenOber- Schöneweide. Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Pankow. Otto Rißmann, Mühlenstr. 30. 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MAI JUNI JULI Qualität Als Legitimation haben die Gehilfen eine grane mit rotem Rand versehene Kontrollkarte. 285/15 Hoch die Solidarität! Verband der Friseurgehilfen. Zweigverein Berlin und Vororte. Leibhaus Moritzplatz 58a kaufen Sie von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz gewesene Jackett- und Rockanzüge, Paletots, Ulster, Serie I: 10-18 M., Serie II: 20-30 M., größtenteils auf Seide. Ferner Gelegenheitskäufe in neuer Maßgarderobe enorm billig. Riesenposten Kleider, Kostüme, auf Seide, früher bis 150, jetzt 20-35 M. Extra- Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten, Wäsche, Brillanten, Uhren und Goldwaren zu enorm billigen Preisen. Vorwärtsleser erhalten 10% extra. Berantw. Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil berantm. Eh. Glode, Berlin. Drud u. Betlag: Bortvärts Buchdr. u. Berlagsanstak Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u.Unterhaltungsbl Jr. 136. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Ludwig Schröder tot! Berlin und Umgegend. Achtung, Former und Gießereiarbeiter! ong Durch die bürgerliche Presse geht die Nachricht, daß der Streit der Former und Gießereiarbeiter bei der Firma Siemens it. Halste aufgehoben ist. Diese Nachricht ist falsch und zweifellos zum 3wed der Irreführung in die Presse lanciert. Mittwoch, 20. Mai 1914. Sie ver Wir ersuchen darum alle Kollegen, jedes Arbeitsangebot nach Salle abzulehnen, wie überhaupt Salle zu meiden, da sie dort nur als Streifbrecher gebraucht werden sollen. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Achtung, Gastwirtsgehilfen!„ Restaurant zum Zelterhaus" ( Jnh. Porte), Berlin, Neue Schönhauser Straße 4/5, ist wegen Tarifbruch für Organisierte gesperrt. Der Inhaber dieses Lofals beschäftigt gelbe Stellner von gewerbsmäßigen Stellenbermittlern, Verband der Gastwirtsgehilfen. Berlin I. Deutsches Reich. versammlung des Bergarbeiterverbandes einen Schlaganfall, Jedenfalls haben bis auf wenige Ausnahmen die Unternehmer der sich wiederholte. Er wurde schließlich ganz gelähmt und die schlechtesten Löhne zugrunde gelegt, die bisher gezahlt wurden. lag nun völlig hilflos auf dem Siechenlager. Aus diesem Das würde für viele eine Verschlechterung bedeuten und sicher zu Zustand hat jest der mitleidige Tod den alten Kämpen erlöst. heißem Stampfe führen. Aber auch für die Arbeiter in den WertIn Ludwig Schröder schied eine Persönlichkeit dahin, weit unter den Forderungen der Arbeiter geblieben. Cr stätten mit mechanischen Wendemaschinen sind die Zugeftändnisfe hätte unter Der älteste und populärste Führer der Bergarbeiter deren Andenken unlöslich mit der Geschichte der deutschen Die Diskussion brachte vor allem zum Ausdrud, daß die ZnDeutschlands ist gestorben. Kurze Zeit nach der 25. Wieder- Bergarbeiterkämpfe verknüpft ist und deshalb auch in den geständnisse der Unternehmer weit hinter den Erwartungen kehr des Tages, an dem der Kaiserdelegierte" Ludwig Annalen der gesamten deutschen wie der internationalen Ar- zurückgeblieben sind, obgleich die Arbeiter bei der Formulierung Schröder durch seine Unterredung mit Wilhelm II. zu beiterbewegung einen Ehrenplatz verdient. Der Verstorbene ihrer Forderungen fich durchaus von allen übertriebenen Ansprüchen Mit aller Entschiedenheit wendeten sich die einer weltbekannten Persönlichkeit wurde, ist der alte Luk", berkörperte den Typus des altwestfälischen zähen Arbeiter- ferngehalten haben. wie er von seinen Freunden genannt wurde, aus einem führers, der allen Gewalten und Verfolgungen zum Trot; sich zahlreichen Diskussionsredner dagegen, daß da, wo bereits höhere Löhne gezahlt werden, Kürzungen stattfinden sollen. Darauf färipfe- und leidensreichen Leben geschieden. Er hat ein immer wieder gegen das seiner Klasse widerfahrene Unrecht werden sich die Ballschuhmacher auf keinen Fall einlassen. Die Wter von 66 Jahren erreicht. erhob und dabei die bittersten Leiden mit einem unverwüst- Anschauung der Versammlung faßt folgende Resolution zusammen: Geboren in Brackwede bei Bielefeld in Westfalen, erlernte lichen Optimismus, ja mit einem bewunderungswürdigen Die heutige Versammlung der Ballschuhmacher erklärt sich mit er dort das Schuhmacherhandwerk, ging als zünftiger" Ge- Humor hinnahm. Wenn je auf einen Menschen das Wort: den minimalen Zugeſtändnissen nicht einverstanden. felle auf die Wanderschaft, machte als Infanterist den Striegeben heißt kämpfen!" zutraf, dann auf Ludwig urteilt ganz besonders, daß Abzüge bei den Firmen, die bisher 1870/71 mit und blieb schließlich, durch verwandtschaftliche Schröder, dessen Leben jahrzehntelang ein Kampf für die schon besser bezahlten, stattfinden sollen. Die Lohnkommission wird Bande veranlaßt, in Dortmund hängen", wo er sich, weil Rechte der Arbeiterklasse gegen die stärksten kapitalistischen daher beauftragt, den Unternehmern zu erklären, daß Abzüge ambemittelt zur Errichtung einer eigenen Werkstatt, der Berg- Gewalthaber war. Er sah noch nicht die Befreiung der Ar- bei keiner Firma stattfinder dürfen. Sie wird im Gegenteil verpflichtet, die aufgestellten Forderungen hochzuhalten." Dieser Rearbeit zuwandte. Nach einigen Jahren hatte er sich das Ver- beiterklasse, aber er gehörte zu ihren opfermutigsten Vor- solution wurde einstimmig zugestimmt. Die entscheidende Vertrauen seiner Kameraden so erworben, daß er ihr Wortführer kämpfern und wies so den Nachgeborenen den Weg zum Ziel. fammlung wird am heutigen Mittwochabend bei Boeker, Weberund Leiter des bedeutendsten lokalen Knappenvereins in An der Bahre des alten Luz" trauern Hunderttausende straße 17, stattfinden. Dortmund war. Schröder erwarb sich tüchtige bergmännische seiner Berufsgenossen, und die Nachricht von seinem Tode Achtung, Fliesenleger! In Halle stehen unsere Kollegen schon Kenntnisse, was ihm bei seinem Eintreten für die Berg- wird in Tausenden von Proletarierherzen innerhalb und wochenlang in einer Bewegung zur Erringung besserer Lohn- und arbeiterrechte sehr zustatten kam. Bald befand sich Schröder außerhalb Deutschlands das dankbare Gefühl für die unver- Arbeitsbedingungen. Durch den Arbeitsnachweis suchen die Unterauch unter den Anhängern der Sozialdemokratie, eine enge gänglichen Verdienste Ludwig Schröders wachrufen und das nehmer auch in Berliner Zeitungen Arbeitswillige. persönliche Freundschaft verband ihn seit Mitte der siebziger schmerzliche Bewußtsein, daß der Besten einer von den Jahre mit Carl Wilhelm ölde, dem alten 1848er und Pionieren der modernen Arbeiterbewegung nicht mehr ist. westfälischen Verteranen der sozialischen Bewegung. Bei den Kampfen der Ruhrbergleute gegen ihre Deklassierung stand Schröder schon vor fast 40 Jahren in den vordersten Reihen. Seine natürliche Rednerbegabung, seine nicht gewöhnliche Intelligenz, ein gewinnendes persönliches Auftreten gewann ihm das Vertrauen immer weiterer Bergarbeiterkreise. Bei den Streifs 1876 und 1877 im Dortmunder Revier gehörte er zu den einflußreichsten Arbeiterführern. Er zählte auch zu Der Streit der Former und Gießereiarbeiter der Firma den führenden Leuten in dem 1877 gegründeten, durch die Kiemens u. Halske, dauert unverändert fort, und ersuchen wir, fleritale Unterminierung und kapitalistische Brutalität und überall, wo irgendwie verdächtige Arbeit auftaucht, uns Nachricht endlich durch das Sozialistengesez zerstörten rheinisch- west- zu geben, damit Streitarbeit verhindert werden kann. fälischen Bergarbeiterverbande. Als 1885 erneut die ReDeutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. formabewegung der Ruhrbergleute verstärkt einsetzte, stand Schröder wieder mit an der Spitze, und es war darum selbst- Konfektionsfirma wird versucht, einen größeren Poſten Streifarbeit Achtung, Herrenkonfektionsschneider! Von einer Schweizer herständlich, daß er auch beim Massenstreif 1889 eine in Berlin unterzubringen. Vermittelt wird die Streifarbeit auf dem öis ist beendet. Durch Verhandlungen, die zwischen Organisations. Der Streit in der Schlesischen Holzindustrie( A.-G.) in Langenführende Rolle übertragen erhielt. Mit seinen Kameraden Umweg über Wien und Prag. Frit Bunte und August Siegel wurde Schröder zum vertretern und der bestreikten Firma Ruschwehh u. Schmidt stattWir bitten, als Streitarbeit verdächtige Arbeit zurückzuweisen fanden, wurde der Ausstand nach elftägiger Dauer beigelegt und die Raiser gesandt und von diesem in der historisch ge- und uns hiervon vorher zu benachrichtigen. wordenen Audienz am 14. Mai empfangen. Hier ersuchte Arbeit am Montag wieder aufgenommen. Das Ergebnis der Vers Verband der Schneider. Die Ortsverwaltung. handlungen bedeutet einen Erfolg für die Arbeiter, der ihrem ge Schröder den Monarchen um sein Eintreten für die Wiedereinführung der Achtstundensch i cht. Indessen setzten Lothringenstr. 44, Geisler, Lehderstr. 4, Taubenheim, außer der genaueren Definierung eines Passus im Tarifvertrag und Aus dem Fleischergewerbe. Die Fleischermeister Hi Idmann, schlossenen Vorgehen und festem Zusammenhalten zu danken ist. die Grubenbesiber ihren Willen durch. Jedoch hatte der Berliner Allee 220, Jessen, Berliner Allee 223, und Klimte, einer Aenderung der Fabrikordnung ist eine der wesentlichen Bes Massenstreit immerhin indirekt einige sozialpolitische und be- Streuftr. 122, Weißensee, weigern sich, den Tarifvertrag der Organistimmungen bei dem erfolgreichen Abschluß des Ausstandes die, daß triebstechnische Reformen zur Folge. Schröder war auch fation anzuerkennen. Die Organisation hat über diese Bebei allen Differenzpunkten der Arbeiterausschuß herangezogen werden einer der Hauptförderer der Bergarbeiterinternationale, an triebe die Sperre für organisierte Fleischergesellen verhängt. muß. Aus den Einzelheiten des Abschlusses geht hervor, wie reichderen Zeitung er jahrzehntelang teilnahm. 1889, 1893 und Megstr. 25, Obst, Elfaßftr. 70, Emmelmann, Ede Elsaß gefammelt hatte. In der bürgerlichen Presse wurde es bei Ausbruch Die Fleischermeister Bruhns, Wilhelmstr. 29, Blendinger, baltig der Gärungsstoff war, der sich unter den Arbeitern an 1898 kandidierte er als sozialistischer Reichstagskandidat im und Sedanstraße, und Päschte, Lothringenstr. 14, haben den des Streits nämlich so dargestellt, als wäre eine Flasche Bier die Kreise Essen. Auch wurde Schröder in die Leitung des 1889 Tarifvertrag der Fleischerorganisation anerkannt. Ursache des Ausstandes gewesen und als hätte sich das Verbot der gegründeten Verbandes der Bergleute Deutschlands gewählt. Direktion nur gegen altoholische Getränke gerichtet. Diese Meldung Als sein Vorsigender erduldete der Verstorbene alle Schickwar nur im Interesse der Firma verbreitet wordeit. Während der fale dieser viel verfolgten Gewerkschaft. Die Ballschuhmacher nahmen in einer außerordentlich gut be- Arbeitszeit jollten überhaupt keine Getränke Den bittersten suchten Versammlung den Bericht über die Verhandlungen freien auch keine alkoholLeidensfelch mußte er nehmen, als er und noch sechs Kame- der Lohnkommission entgegen. a mann führte dazu lassung des Kantinenwirtes hatte die Betriebsleitung nur die schon berabfolgt werden. Mit dem Trinkverbot und der Entraden 1895 auf das Zeugnis des schuftigen Gendarmen aus: Auf die vor etwa acht Tagen eingereichten Tarife hin haben lange unter den Arbeitern vorhandene Erbitterung über die schikanöse Münter wegen Meineid 3" zu 22 Jahren Zucht- die Fabrikanten sich zu Verhandlungen bereit erklärt. Am Sonn- Behandlung auf die Spike getrieben. haus verurteilt wurden. Erst 1911 erfolgte in dem abend haben diese stattgefunden. Die Fabrikanten sind freilich der Wiederaufnahmeberfahren die glänzende Rehabilitierung der Ansicht, daß der Zeitpunkt schlecht gewählt wäre, weil meist langMeineidigen". Aber diese fürchterliche Leidenszeit hatte den fristige Lieferungsverträge abgeschlossen seien. Dennoch sind sie Gehaltszulagen für die städtischen Arbeiter Körper und Geist der Buchthäusler" Schröder und seines allerdings bei einigen Firmen Lohnreduktionen eintreten würden. bereit, einen allgemeinen Tarif für Berlin zuzugestehen, wobei in Breslau. Leidensgefährten Meyer derart zerrüttet, daß Meyer schon Der Berichterstatter gab dann die von den Unternehmern vorgeftimmung zu einem Antrage des Magistrats, nach welchem den Die Stadtverordnetenversammlung gab am Montag ihre Zufrüher, Schröder 1911 förperlich gänzlich zusammenbrach. Er schlagenen Tarifpofitionen im einzelnen bekannt. Die Vorschläge städtischen Arbeitern vom dritten Kinde an monatliche Familienerlitt, mitten in der Organisationsarbeit, auf der General- waren aber derart, daß sie oft allgemeine Heiterkeit erregten. beihilfen in Höhe von 2 bis 3 M. pro Kind gegeben werden. Kleines Feuilleton. Die Tariffommission. Schauspiel, das um so widerwärtiger ist, je mehr der Inhalt und die naive Spielart der Passionstragödie im Widerspruch steht zum Geschäftsgeist der Darsteller und der Sensationslust des Publikums. Theater. Deutsches Theater. Ein Seitenstück zum Fall Lindenan. Der verstorbene General Shakespearezyflus: OtheII o. Kurt v. Lindenau, über dessen Ordens- und Titelhandel Genosse Bassermanns Othello ist seit der Erstaufführung vor etwa Liebknecht im Reichstage Enthüllungen gemacht hat, die allenthalben drei Jahren noch sorgfältiger gefeilt und reicher geworden. Das großes Aufsehen erregen, war zur Bekleidung des höchsten mili- Bild, das er entwirft, ist einheitlich und in seiner Eigenart die tärischen Postens, als preußischer Kriegsminister ausersehen, da er Schöpfung außerordentlicher schauspielerischer Intelligenz, die im mehrere Jahre Chef der ersten Abteilung des großen Generalstabs Bewußtsein gewisser individueller Schranken die Shakespearesche gewesen war. Es dürfte nur wenig bekannt sein, daß es in Deutsch- Gestalt gleichsam in eine andere, der eigenen Begabung angemessene land schon einmal einen leibhaftigen Kriegsminister gegeben hat, Tonart überträgt. Die Konsequenz, mit der das durchgeführt war, der in der Tat wegen ähnlicher ehrenrühriger Handlungen den die Phantasie, die sich in diesem Rahmen offenbarte, verdient BeDienst quittieren mußte. Es handelte sich um den hessischen wunderung. Aber das Gefühl, daß der Dargestellte von der Figur, Kriegsminister Generalleutnantv. Haynau. Gegen wie sie dem Dichter vorgeschwebt, abweicht, wird man nicht los. ihn wurde im Jahre 1862 eine: Staatsdiener und Staatsschwächen Gin Meister im modernen Prosadrama, aber ohne jene Wucht und der Gegenwart" betitelte Broschüre veröffentlicht, worin ihm schwere Größe in Sprache und Bewegung, die das Genre des Heroischen ehrverlebende Handlungen zum Vorwurf gemacht wurden. Als der verlangt, merzt er das heldisch Imposante völlig aus den Angegriffene in der„ Kreuzzeitung" und noch sieben anderen der Hintergrund, der erst dem Ausbruch eifersüchtiger Leidenschaft gelesensten Zeitungen Deutschlands den anonymen Verfasser der Schrecken und Kraft eines grandios verheerenden Gewitters gibt, Broschüre, der seinen amtlichen Handlungen als Kriegsminister und Bangen und Furcht erweckt. Das Ganze wird zur pathologisch naturaDivisionskommandeur die niederträchtigsten Motive untergelegt liftischen Charakterstudie eines im Grunde gutherzigen, mehr durch habe, aufforderte, sich zu melden, damit er von ihm die dem Zufall als überragende Eigenschaften emporgetragenen Negerbur Offizier zukommende. Genugtuung fordern könne, meldete sich ein schen. Gleich der Auftakt ließ dies veränderte Gepräge der Figur Hauptmann a. D. Dörr und erbot sich, die Wahrheit seiner An- Har erkennen. In der Szene vor dem Dogen, we Othello zu seiner gaben durch das Zeugnis des Offizierstorps zu erweisen. Am Rechtfertigung berichtet, wie er Desdemonas Liebe durch die Er9. Dezember erklärte sich das Offiziersforps gegen General von zählung seiner Kriegstaten und Abenteuer gewonnen, kein Ton des Hahnau, und der Kurfürst enthob daraufhin den letzteren seines Feierlichen! Er plaudert, zuweilen mit breitem Lachen sich unterKommandos, wie es hieß, aus Gesundheitsrücksichten und übernahm brechend. Wehrlos geht er dem Schicksal entgegen, und Jago scheint es vorläufig selbst. Dies der Tatbestand, wie ihn die„ Kreuz- ihm nicht nur durch tückische List, auch durch Fähigkeiten und Straft zeihung" in ihrer Artikelserie„ Vor 50 Jahren" im Jahre 1912 des Willens überlegen. Der Eifersüchtige schreckt nicht so sehr, als aufgefrischt hat. daß er das Mitleid bewegte. Und die erschütternde Tragik der auszulösen, fast eindruckslos vorüber. Mordizene, in der die Dichtung fulminiert, glitt, ohne Schauer Glasarbeiter- Aussperrung in Rauscha. Am Dienstag früh wurden in Rauscha in allen Glashütten die Arbeiter ausständig. Ein letter Vermittlungsversuch zur Beilegung der Differenzen scheiterte an dem Verhalten der Unternehmer, die jede Vermittlung ablehnten. Und ebrfurchtsvoll berabgezog'ner Müge Der Liberale wieder vor den Tschin. Er räuspert sich und säuselt dann verlegen: Um was wir bitten, ist ja nicht enorm. Indessen zwar gewiß obschon hingegen Was denken Sie vom Thema„ Wahlreform"?" Darauf erhebt sich aus erbab'nem Nebel Die Nummer Zehn der Dallwigdynastie, Des seligen Blocs Agente, Herr v. Loebell, Und blickt zur Rechten und bezwinkert sie. Dann aber: flatsch! Pardauz! mit Kraft und munter, Und noch mal: braatsch! mit ungeheurem Knall Haut er dem Fortschrittsmanne eine' runter, Daß ihm die Backe schwillt wie' n Parseval! ' Ne Wahlreform? Sie sind wohl nicht ganz richtig! Wir pfeifen hier aufs Volk und nicht zu knapp! Und Königsworte sind verdammt nicht wichtig! Da haben Sie Ihr Ding! Nun schramm'n Eie abr Solch eine Züchtigung kann das Blut erregen, Jedoch man ist ja längst des Stolzes bar Man räuspert sich und fäuselt dann verlegen: " Indeß gewiß obschon hingegen Notizen. zivar" Knag -Wissenschaftliche Referate in der Urania". An jedem Mittwoch und Sonnabend soll fortan dem großen Vortrag in der„ Urania" ein kurzes Referat vorangehen, in dem von fachwissenschaftlicher Seite ein Thema behandelt wird, das zurzeit im Vordergrunde des Interesses steht. Bereits diesen Mittwoch findet ein solcher Vortrag statt. -Das reisende Oberammergau. Die Oberammergauer werden Geschäftsleute, die zum Grport übergehen. Anscheinend bringen die Paffionsspiele, die sie in ihrem Theaterdorf veranstalten, nicht Dannegger in den Trunkenheitsszenen des zweiten Aftes ein Musikdramas Kain und Abel" in Darmstadt zum Generalmujti Else Heims war eine gütig liebenswürdige Desdemona, Felix Weingartner ist nach der Aufführung seines mehr genügend ein, und so gehen die Leute mit den natürlichen farbig wechselvoller Cassio, Diegelmann ein würdiger Bra- direktor der dortigen Hofoper und künstlerischen Beirat des GroßChristusperücken auf Reisen und werden zunächst einmal dem bantio, Biensfeldt in der Figur des Roderigo von unwider- herzogs ernannt. spröden Albion oberammergauisch kommen. Daß der die Zenjur ftehlich komischer Trottelhaftigkeit. Großen Erfolg hatte Winter- nicht geschadet. Die Hülsensche Verrufserklärung hat ihm aljo ausübende Lord Chamberlain ein Verbot diejer Spiele erließ, das ist ein in der Rolle des Jago, die er zum ersten Male spielte. Der ihre Aufführung in allen Theatern unmöglich macht, schredt den exemplarische Bösewicht wurde ein Wesen ganz von Fleisch und Der Komponist Thomas Roschat ist am Dienstag findigen Impresario nicht. Man wird eben unter freiem Himmel Blut. Ein stämmiger, breiter Kerl, rotbadig wie das Leben, mit im 69. Lebensjahre in Wien gestorben. Er war als Sänger in spielen, und" Bobby", der englische Schuhmann, wird mit ver- Aussehen und Allüren eines treuherzigen Kriegskameraden, dem der Wiener Dom- und Hofkapelle tätig. Bekannt wurde er durch gnügtem Lächeln seine Berufsahnen zur Zeit Christi betrachten. Man kennt die Ursachen des Verbotes, das Lord Chamberlain schadenfroh in niederträchtiger Intrige auszukosten. jeder sein Vertrauen schenkt und den es tibelt, diese, seine Macht, eine Liederkompofitionen, die das Entzücken aller sentimentalen erlassen hat, nicht. Vielleicht aber ist er einer jener Wenigen, die Gesundheit und Infamie im Bunde. Eine Leistung, originell und 3itherspieler bildeten. fich einen inneren Respekt wenigstens bewahrt haben vor dem, das aus einem Gusse. fie zu glauben vorgeben. Und dann ist es nicht zu verwundern, wenn er berhindern will, daß man einen denkwürdigen und ihm Heiligen Aft der Weltgeschichte davor bewahren möchte, von einer geldgierigen Gruppe bauernschlauer Komödianten zu Sensations= weden dem englischen Kunstpöbel vorgemimt zu sehen. Ein Humor und Satire. Die Antwort. Raum steht sie da, die neuste Ordnungsstüße, So tritt mit hoffung vollem Biederfinn Stroßende dt. Folgen des Reinlichkeitsfanatismus. Dic üble Gewohnheit, alles blikblank zu pußen und nirgends das natürliche Patina zu dulden, hat in Kopenhagen sehr üble Folgen gehabt. Man hatte Thorwaldsens Johannesgruppe über dem Bortal der Schloßkirche wiederholt mit Salzsäure abgewaschen. Infolgedessen sind die Oberflächen zerstört und die aufgelöjten Teile fallen herab. Ein Antrag der Sozialdemokraten, die Beihilfe schon vom ersten der Organisation mußten in Ronsdorf 4 Mitglieder ausgeschlossen beam. zweiten Stinde zu gewähren, wurde abgelehnt. Diese Ein. werden. richtung verdankt ihren Ursprung einer Betition von 670 Die Vertreter von Bremen teilen mit, daß der Antrag betr. arbeiterfrauen, deren Männer im Gemeindeverband organis Separatisten irrtümlich eingesandt worden sei. Er gilt als zurüdfiert find. Damit waren die heutigen Verhandlungen erledigt. Der Streit der Klempner und Installateure in Freiburg, Karlsrube, Konstanz und Siegen i. Baden konnte durch Verhandlungen beendet werden. Die Löhne wurden um 3 bis 4 Bf. erhöht, ab 1. April 1915 tritt auch eine Verkürzung der Arbeitszeit in der Weise ein, daß die wöchentliche Gesamtarbeitszeit nicht über 56 Stunden betragen darf. Sonnabends ist um 5 Uhr Feierabend. Streifenden stimmten dem Ergebnis der Berhandlungen fast ein stimmig zu. Die gezogen. 6. Verbandstag der Steinarbeiter. Dresden, 18. Mai 1914. die fernere Entwicklung der Verbandsbereine der werktätigen Be völkerung zum Gegen gereichen möge. Am zweiten Verhandlungstag referierte Dr. Auguft Mu II er* Hamburg über die Zusammensetzung des genossenschaftlichen Betriebskapitals und die Aufnahme und Anlegung von Hausanteilen und Spareinlagen sowie über Grundsäge für die Einführung eines festen Rabatts. Zum Vorsitzenden des Verbandes wurde wieder Paul Müller, zu Mitgliedern des Aufsichtsrats Lange- Sorau, Mai- Striegau und Meyer- Stettin gewählt. Zu Vertretern im Generalrat des Zentralverbandes wurden Morowski- Königsberg, Breiter- Langenbielau, Marquardt- Nauscha und Krüger- Potsdam bestimmt und in den Striegau gewählt. Der nächste Verbandstag findet in Luckenwalde statt. Der Verbandstag wurde heute vormittag im Volkshaus öffnet. Er ist von 76 Delegierten, 8 Gauleitern und 5 Vorstands- Aufsichtsrat der Großzeinkaufsgesellschaft Junger- Berlin und Maimitgliedern, dem Vorsitzenden des Ausschusses und einem Vertreter des österreichischen Bruderverbands besucht. Die Generalfommission bertritt no II- Berlin. Als Vorsitzende des Verbandstages wurden Starke Leipzig und Eisner Dresden bestimmt. Die 12. Generalversammlung des Deutschen vorgesehene Tagesordnung wurde beſtätigt. Textilarbeiterverbandes. 1. Verhandlungstag. Dresden, 18. Mai 1914. Gerichtszeitung. Die gestohlenen Rennpreise. Den Geschäftsbericht gab Verbandsvorsitzender StarkeLeipzig. Er verwies auf den gedruckten Bericht, von dem wir bereits einen Auszug brachten. Trotz der niedergehenden Konjunktur habe sich die Mitgliederzahl noch gehoben, sie habe bei Beginn der Berichtsperiode 27 703, an ihrem Ende 30 516 betragen. Die Um Rennpreise im Werte von 20 000 Mark Mit einer kurzen Begrüßung wurde heute die 12. Generalver- gitation sei intensiv betrieben worden, teile mündlich, teils bandelte es sich in einer Strafsache, welche gestern die 2. Straffammlung des Deutschen Textilarbeiterverbandes in der Zentral- schriftlich. Eine Neuerung in der Agitation war die Abhaltung fammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichtshalle eröffnet. Außer den Verbandsvertretern, einem Mitgliede von Lichtbildervorträgen, deren Ergebnis zufrieden- direktors Delfestamp beschäftigte. Wegen gemeinschaftder Generalfommission( Subsch), sind zwei Gäste aus Dänemark stellend sei. Um die Grenzstreitigkeiten zu beseitigen, sei versucht lichen Diebstahls waren der Leutnant a. D. Adaman, und drei aus Deferreich antvesend. worden, mit den Fabritarbeitern einen Kartellvertrag abzuschließen, Maria Lucas von Crana ch und der Journalist Bei der Erstattung des Geschäftsberichtes wies der Vorsitzende der Versuch aber gescheitert. Mit den Bauarbeitern stehe man Richard Ewers angeklagt. Hübsch auf die Ursachen der nicht erfreulichen Mitgliederbewe- dieserhalb in Unterhandlung. Der vom Bauarbeiterverband untergung hin. In der Geschäftszeit( 2 Jahre) ist die Zahl der weib- breitete Gegenentwurf für einen Kartellvertrag entsprach aber rühmten Lucas von Cranach ist, fand vor einiger Zeit eine AnDer Angeklagte von Cranach, welcher ein Nachkomme des bc= Lichen Mitglieder um 5668, die der männlichen nur um 935 nicht den Wünschen der Steinarbeiter, so daß es zweifelhaft sei, stellung als Privatsekretär bei dem früher als erfolgreicher Herrengestiegen. Das letzte Jahr hat eine rückläufige Entwidelung ge- ob ein Kartellvertrag zustande komme. Starke verbreitete sich dann reiter sehr bekannten Rittmeister a. D. von Gravenis, der als bracht. Schon aus der verschiedenen Zunahme bei den männlichen über die 2ohnbewegungen, deren Ergebnis wir schon be- Präsident der„ Canadian European Investment Corporation Ltd." und weiblichen Mitgliedern fann man auf einen unterschiedlichen sprochen haben. Die Streikunterstützung betrug 1912 78 167 W., hier Unter den Linden 56 ein größeres Bureau unterhält. In Eifer in der Agitation schließen. Das bestätigt weiter die Ver- 1913 148 531 M. Im ersten Quartal 1914 mußte eine besonders diesen Räumen bewahrte G. die früher erworbenen silbernen und schiedenartigkeit der Mitgliederbewegung TIT den einzelnen hohe Summe für diese Unterstützung ausgegeben werden. Sie beGauen. Der Bezirf Gera hat jich tcoß nicht günstiger Wirtschafts- trug 126 098 M., also weit mehr wie im ganzen Jahre 1912. Da goldenen Ehrenpreise auf, die einen Gesamtwert von über 20 000 W. lage gut gehalten. Das gleiche gilt vom Bezirk Viegniß, der sogar mit habe, sagte Starke, der Verband die Belastungsprobe bestanden hatten. Diese Wertsachen befanden sich in mehreren Kisten und zirfe jo gut gearbeitet wie die beiden genannten, dann wäre fein Schlagfertigkeit des Verbandes zählen könnten. Der Redner ging Entdeckung, daß sowohl sämtliche Silbersachen wie auch der Herr mit einer sehr schlechten Konjunktur zu tun hatte. Hätten alle Be- und den Kollegen gezeigt, daß sie mit guter Zuversicht auf die Truhen. Als Herr von Graveniz im Dezember von einer Geschäftsreise nach Canada zurückkehrte, machte er die unangenehme Rückgang, sondern noch ein Aufstieg zu verzeichnen. Man darf dann auf die zum Geschäftsbericht vorliegenden Anträge ein und trop Krise nicht in Lethargie verfallen, das muß immer wieder präzisierte die Stellung des Vorstandes hierzu. Die Anträge, die Privatjekretär selbst spurlos verschwunden waren. Es ergab sich, gesagt werden. Die Ungunit der wirtschaftlichen Verhältnisse fam auf eine Verschmelzung mit den Bauarbeitern hinzielen, daß von Cranach, als er sich in Geldnöten befand, die sämtlichen in den Lohnbewegungen zum Ausdruck. Aber man kann nicht bittet Starfe abzulehnen. Man solle die gegenwärtigen Verhand- Wertgegenstände zum Teil durch den ihm befreundeten Mitangesagen, daß Muhe in der Organisation war. Obwohl das Jahr 1913 lungen mit den Bauarbeitern abwarten und der Entwicklung nicht flagten Ewers versetzt hatte. Mit dem Erlös von 5000 M. waren beide nach Monte Carlo gefahren und hatten dort in wenigen nur die Hälfte Bewegungen ausweist, waren daran doch so viel borgreifen. Personen beteiligt wie der Verband Mitglieder zählt. Rund 6000 Den Kassenbericht erstattete Geist Leipzig. Da über Stunden das Geld verspielt. Auf die erstattete Anzeige hin wurde Personen kommen dabei allerdings auf den christlichen Verband, die beiden letzten Jahre ein gedruckter Bericht vorliegt, beschränkte gegen beide Anklage wegen Diebstahls erhoben. der in Bocholt eine Aussperrung zu bestehen hatte. Die dann sich Geist darauf, ein Bild der Kassenverhältnisse im ersten Quartal vom Referenten herausgestellten Gfolge der Bewegungen sind schon 1914 zu geben. Durch die enormen Ausgaben für Streits über in unserem Vorbericht mitgeteilt worden. schreiten die Gesamtausgaben die Einnahmen( 133 117 M.) um Sodann geht der Vorsitzende auf die Bewegung in Krefeld ein. rund 109 800 M. Das erite Quartal habe sehr hohe Anforderungen Gemeinsam war man mit der Chräten in die Bewegung einge- an die Kaffe gestellt, man stehe darum vor der Aufgabe, den treten. Tie Vertreter der driftlichen Organisation gaben die Er- Kampffonds zu stärken. Für die Preise berichtete Redakteur Staudinger. Fidang off, dat, fie die Meigung bis aut fekten Stonſequenz durch: Die Redaktion babe an dem Grundjab festgehalten, zu allen Berführen würden. Es gelang and, die Unternehmer zu kleinen 3- bands-, beruflichen und sozialpolitischen Fragen Stellung zu geständnissen zu veranlassen; plötzlich schwenften aber die Christ- nehmen. Die Auflage des Verbandsorgans betrug am Ende der Gefängnis. lichen ab; hinterhältig verhandelten sie mit den Unternehmern und verrieten den Kampfgenossen. Ganz besonders sind dadurch die Berichtegeit 36 000 remplare. Arbeiterinnen geschädigt worden. Gerade für diese sollte die Be- beschloß der Verbandstag, bei der Diskussion über die Nach Entgegennahme des Revisions- und des Ausschußberichts wegung eine erhebliche Verbeffertung der Arbeitsverhältnisse brine che nichaftsberichte die Lohnbewegungen als besonderen der freien Gast- und Schantwirte Deutschlands durch ein Urteil Am Montag ist die Verwaltungsstelle Erfurt des Verbandes gen. Die Arbeitslosenuntersticizung nimmt die Mittel der Organisation in wachfendem Maße in Anspruch. Im letzten Jahre Teil zu behandeln. Zunächst gingen die Redner auf allgemeine der dortigen Straffammer für politisch erklärt worden. Der VorFragen ein. Mit der Tätigkeit des Vorstands und der Redaktion beanspruchte sie 50 Proz. mehr als im Jahre vorher. Das muß war man im allgemeinen einverstanden. Heber Grenaitreitig fivende der Verwaltungsstelle war vom Schöffengericht zu 5 M. bei der Frage der Festießung von Beiträgen und Unterſtügungen be feiten wurde sehr viel geklagt. Neben den Bau- und Fabrit Geldstrafe verurteilt worden, weil er es unterlassen hatte, die rücksichtigt werden. Der Redner empfiehlt, unter Hinweis auf arbeitern fämen auch noch die Landarbeiter in Frage, die ihre Sazungen und ein Verzeichnis der Mitglieder einzureichen, wozu das Vorgehen einer großen Reihe von Orten, die teilweise den ganze Kraft aufwendeten, um die Steinbrecher zu gewinnen. Da er nach der Ansicht des Gerichts verpflichtet gewesen sei. Der BerWochenbeitrag durch lokale Beschlüsse auf 50 Pf. hinaufgebracht bei seien die Steinbrecher nur ein Bierteljahr als Waldarbeiter band verfolgt bekanntlich den Zived, die materielle und geistige haben, den Wochenbeitrag wenigstens auf 40 Pf. für männliche beschäftigt. Mitglieder zu erhöhen. Dies all jemein für die Gesamtorganisation Berlin, hofft, daß durch die Furcht vor den vorgesehenen Schieds- in Vertretung betreibenden Bersonen zu heben und zu fördern. Der Vertreter der Generalkommiffion, Knoll- Lage der das Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe selbständig oder au fun empfehle jich nicht aus Rücksicht auf einige Orte mit be gerichten die Grenzstreitigkeiten eingedämmt werden. sonders niedrigen Löhnen. Die Verschmelzungsfrage erörterten zahlreiche Er gewährt außerdem Rechtsschuß, Unterstützung in Not- und es ist notwendig, daß für die" Textilpraris" Propaganda ge- Redner. Es wurde betont, die wirtschaftlichen Verhältnisse würden Krankheitsfällen sowie bei Sterbefällen. Das Schöffengericht hatte macht wird. Diese fachtechnische Zeitung hat bisher erst 3600 Ab- zu einer Verschmelzung mit den Bauarbeitern zwingen. Andere die Ortsverwaltung Erfurt des Verbandes besonders darum für nehmer, jede Nummer erfordert 188 M. Zulage. Die Zahl der Delegierte sprachen sich jedoch gegen eine derartige Verschmelzung politisch angesehen, weil sie nach dem Inhalt des Protokollbuches Abonnenten muß gesteigert werden. Die zieds Einführung des aus. Einer empfahl die Verschmelzung mit den Steinfegern für in den Mitgliederversammlungen beschlossen hatte, die Verlänge freien Sonnabendnachmittags entfaltete Agitation hat noch nicht die Mitglieder in der Stadt und mit den Glasarbeitern für die rung der Polizeistunde anzustreben, gegen den Alkoholausschank in den erwünschten Erfolg gehabt, hauptsächlich darum, weil die auf dem Lande. Das Vorstandsmitglied Siebold glaubt, daß den Schrebergärten bei den Behörden vorstellig zu werden und die Christen auch in dieser Frage die erforderliche Energie und Mit- menn eine Verschmelzung zustande käme, diese mit den Steinarbeit vermiffen lassen. Der Vorstand hat die Sausweber in Ober- jezern vorgenommen werde und in weiterer Entwidlung mit dem Mitglieder anzuhalten, die Produkte einer boykottierten Schnapsfranken organisiert. Das war mur möglich, indem er für diese Mit- Seramarbeiterverband. glieder den Wochenbeitrag auf 20 Pf. festießte. Er ersucht um nachträgliche Zustimmung zu dieser Maßnahme, die notwendig war, um die Hausweber nicht der christlichen Organisation überlassen zu müssen. Auf Vorschlag Röffels erflärt sich die Generalversammlung mit dem Vorgehen des Vorstandes in dieser Angelegenheit einverstanden. Vor Gericht bestritten beide Angeklagten, sich schuldig gemacht zu haben. Da sich die Sachen in dem Gewahrsam des Angeklagten von Cranach, der auch die Schlüssel zu den Räumen hatte, befanden, Es erkannte, weil die Angeklagten als Angehörige der gebildeten nahm das Gericht Unterschlagung bzw. Hehlerei an. Stände eine viel höhere moralische Verantwortung haben als ein ungebildeter Mensch, und ferner mit Rüdsicht auf das hohe Objekt und den groben Vertrauensbruch gegen von Cranach auf 6 Monate und gegen Ewers wegen Hehlerei auf 3 Monate Die politischen" freien Gaft- und Schankwirte. firma zu meiden. Durch diese Beschlüsse habe die Ortsverwaltung wendung von Natursteinen bedauert. In der Aussprache wurde auch der Rüdgang der Ber- ein selbständiges Vereinsleben entwickelt. Morgen wird die Debatte fortgesetzt. Genossenschaftliches. Verbandstag der Konsumvereine der Provinz Brandenburg. vereine der Provinz Brandenburg und der angrenzenden ProAm 17. und 18. Mai wurde der 50. Verbandstag der Konsum. vinzen und Staaten im Volkshaus in Brandenburg abgehalten. Fräulein Hoppe- Berlin berichtet über die Organisationsbestrebungen unter den Arbeiterinnen. Ein großes Augenmerk habe man auf die Ausbildung von agitatorisch und organisatorisch tätigen weiblichen Mitgliedern verwendet. Das Ergebnis sei erfreulich. Zurzeit feien 1800 meibliche Verbandsangehörige bei allen Arbeiten der Organisation. In einzelnen Gauen bedürfe es noch größeren Eifers zur Heranbildung weiblicher Verbandsfunktionäre. Vertreter des Zentralverbandes der Konsumvereine Deutschlands, Anwesend waren 116 Delegierte für 62 Verbandsvereine und Notwendig erscheine es, mehr darauf zu achten, daß zu allen der Großeinkaufsgesellschaft und des Verbandes der HandlungsAemtern weibliche Mitglieder herangezogen würden. Das gelte gehilfen. auch von der Delegation zu Verbandstagen und Konferenzen. Der Verbandsdirektor Müller- Berlin eröffnet die Tagung mit Einrichtung von Agitationskommiffionen muß größere Aufmert- dem Hinweise auf das 50jährige Bestehen des Verbandes und ersamfeit geschenkt werden.- Aus der Schweiz, aus Budapest waren stattet darauf den Bericht des Verbandsvorstandes. Begrüßungen eingegangen. Hanisch Wien empfiehlt, einen von Bremen gestellten Antrag, der die Anerkennung der Separatisten verlangt, abzulehnen. ( Zustimmung.) In der Nachmittagssibung berichtet In der Verhandlung vor der Straffammer wurden vom Vorsitzenden eine Anzahl Protokolle über den Verlauf von Mitgliederversammlungen der Ortsgruppe Erfurt des Verbandes verlesen. Das Gericht erkannte auf Verwerfung der Berufung, weil die Zahlstelle Erfurt des Verbandes ein selbständiges Vereinsleben entwidelt habe, denn sie sei für die Interessen der Gastwirte eingetreten und habe die Verlängerung der Polizeistunde angestrebt. Wenn das schon politisch ist, was ist es nicht? Jugendbewegung. Eine Elterndemonstration gegen den Jungdeutschlandbund. v. d. Gols, der als Agitator für den Jungdeutschlandbund das Ein seltener Empfang wurde dem Generalfeldmarschall ganze deutsche Land durchreist, am Sonnabend in Essen beDie Gründung des Verbandes erfolgte im Jahre 1864. reitet. Herr v. d. Golb wollte in einer auserlesenen Gesellschaft 100 Konsumvereine und 3 Produktivgenossenschaften. Am Schluffe des Geschäftsjahres 1913 gehörten zum Verbande einen Vortrag über das Wesen seines Bundes halten. Der Saal Au Mit- war schon vor Beginn von 2½ Tausend Personen überfüllt und gliedern hatten die 100 Konsumbereine im Berichtsjahre 211 789 mußte polizeilich abgesperrt werden. Socherfreut über die durch gegen 176 867 im Vorjahr. Auf den einzelnen Berein entfallen den Besuch ihm zuteil getvordene Ehrung" begann der FeldJäckel über das Informationsbureau. Die komplizierten 2118 Mitglieder, während im Zentralverbande 1912 auf jeden marschall seine Rede mit militärischem Schneid. Um die Aufmerk Verhältnisse in der Tertilindustrie stellten den Aufgaben des Verein im Durchschnitt 1315 Mitglieder kamen. Bureaus, das einmal die Konjunkturschwankungen beachten, dann samkeit der Versammlung auf sich zu lenten, stampfte er Branchenkenntnisse vermitteln, die Arbeitsverhältnisse erkunden und insgesamt 47 477 072 M. gegen 39 174 667 M. des Vorjahres. Gine die Tendenz des Vortrags angekündigt. Nach der anderthalbDer Warenumfab betrug einschließlich des Lieferantengeschäfts tüchtig mit dem Säbel auf den Boden. Damit war Agitationsmaterial liefern sollte, erhebliche Schwierigkeiten ent- geringere Erhöhung hat auch der Durchschnittsumfaß des einzelnen stündigen Rede brachte der Versammlungsleiter ein Hoch auf den gegen. Redner schildert eingehend die Verschiedenartigkeit der Mitglieds erfahren, der von 221,49 M. im Vorjahr auf 224,17 M. Generalfeldmarschall aus. Als aber die Hälfte der Versammlung, Berhältnisse. Viele Mißverständnisse, die in der Agitation auf- ftieg. Insgesamt erzielten die 100 Verbandsvereine einen Umsatz die ausgerechnet in den vordersten Reihen ihren Platz hatte, detauchen, beruhen in der Verschiedenartigkeit der Begriffsbestimmun- im eigenen Geschäft von 44 973 777 M., was cine Steigerung monstrativ sißen blieb, machten die Arrangeure auf der Bühne gen. Die Tätigkeit des Bureaus hat nach dieser Richtung schon gegen das Vorjahr von 22 Proz. bedeutet. etinas gebessert. Es werde auch anerkannt, daß das Bureau reichrecht verdußte Gesichter und wußten nur einen Rat: flüchten! lich viel Material geliefert habe. Es fehle vielfach nur noch an der gegen 1959 im Vorjahre vorhanden. Der Gesamtumfaß in der zu schließen, liefen die mutigen Militärs eilends davon, noch che An beschäftigten Personen sind in den Verkaufsstellen 2369 Ohne das übliche Kaiserhoch und ohne die Versammlung offiziell gewünschten Verwendung. Schließlich befürwortet der Redner Warenherstellung der 100 Konsumbereine betrug 8 360 699 M. Der Feind zum Angriff übergegangen war. einen Antrag, laut welchem der Kollege Hübsch aufgefordert werden gegen 5 904 763 20. des Vorjahres. Beschäftigt wurden in der soll, eine Geschichte des Textilarbeiterverbandes zu verfassen. Produktion insgesamt 347 Personen, gegen 287 im Vorjahre. Der den militärischen Jugendpflegern ins Angesicht zu sagen, daß sie Diesen Feind bildeten 1200 Genossen, die erschienen waren, um Weiter soll mit dent Informationsbureau ein Archiv verbunden Ilmseß der Vereine bei der Großzeinkaufsgesellschaft stieg von sich vor der jungdeutschen Ertüchtigungsarbeit bestens bedanken und werden, dessen Aufgabe es sein soll, Material zu sammeln, das 11 979 035 M. im Jahre 1912 auf 14 944 926 M. später für eine Geschichte der Tertilindustrie benutzt werden kann. ihre Kinder davor bewahren werden. Diesem Schicksal sind die Lichtbildervorträge sollen die Kenntnis der Branchenkunde ver- jich für 1913 auf 6989 991 M., Die Gesamtsumme des Geschäftsertrages der Vereine bezifferte schneidigen Militärs durch den eiligen Rüdzug entgangen. mitteln, doch soll dabei der unterhaltende Teil nicht zu fura 5 903 687 M. Zu allen Steuerarten wurden die Vereine ganz er- och auf die Sozialdemokratie und den Gesang der die der Geschäftslasten auf mußten sich unsere Genossen begnügen, ihre Meinung durch ein fonimen. heblich herangezogen, in einem Falle sogar zur Kirchensteuer. Der Kassierer ehms bedauert bei der Berichterstattung Marseillaise, des Sozialistenmarsches und der Internationale zum Von den drei Produttivgenossenschaften, der Hoffnung", Pro- Ausdruck zu bringen. Wie aufgescheuchte Stüten flatterten die über die Kassenverhältnisse, daß zu wenig Jahrbücher abgesetzt duttivgenossenschaft der Schneider( Berlin), Möbelfabrik Greif" Damen in vornehmer Toilette erfchredt durcheinander, während werden. Für Organisationen im Auslande find 6500 M. gezahlt( Anklam) und der Arbeiterdruderei"( Görlik), wurde im Ge- ihre uniformierten Begleiter ob der Feigheit ihrer vorgesetzten worden, für die Maler in Deutschland 16 400 Mt. Gespart iverden schäftsjahre 1912 ein Bruttogewinn von 345 977 M., ein Reingewinn Kameraden vor Wut plagen wollten. Donnerwetter, da muß bei der Bestellung des Fachblattes. Bei der Lage der Kassen von 20 530 M. erzielt. Beschäftigt wurden in den Betrieben 84 hätten wir doch den Degen ziehen müssen", schnarrie verhältnisse fönnen die Forderungen auf Erhöhung der Unter- Mitglieder und 67 Nichtmitglieder. ein Artilleriereserveoffizier." Jammerliche Blamage", ftüßung keine Berücksichtigung finden. Verwaltungen, die mit ihren Einnahmen nicht auskommen, müssen Lofalzuschläge einführen oder erhöhen. Betterlein erstattet den Bericht des Ausschusses. Er hatte fich mit 16 Beschwerden zu beschäftigen, Wegen Streitigkeiten in " Im Verbandsbezirt bestehen fünf Einkaufsvereinigungen, und sagte ein anderer Offizier. Der hatte die Situation richtig bezwar die Brandenburger, die Laufizer, die Niederschlesische, die griffen. Mittelschlesische und die Pommersche Einlaufsvereinigung. Jns- Als unsere Genoffen den Gaal bereits verlassen hatten, stürmten gesamt maren 74 Verbandsvereine den Einkaufsvereinigungen an- von allen Seiten Polizisten en masse herein. Sie waren um geschlossen. Müller schloß sein Referat mit dem Wunsche, daß auch eine Nasenlänge auspätgekommen, llgemein- Verfchiedenes Grunow's Kaffee- Versd. Dresdnerst.70 Lindenstr. 105 C. Kisch Speck- und Schinkensalzerei. Unton- Bazar, Inh.Ritter, Gr. 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Mittwoch, 20. Mai 1914. Augenblick auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus gegen nehmen. Vorbehalten bleibt noch Verständigung über die die überhandnehmende Kommunalisierung großer Betriebe ener- einzelnen Fragen und außerdem die Einholung der Königgischer Einspruch erhoben werden. Das Heer der städtischen Beamten ist heute schon unübersehbar, der Pensionsfonds schwillt von lichen Genehmigung. Jahr zu Jahr. Wo aber bleibt die erwerbende Kraft der Steuer- Die Fortführung der Untergrundbahn vom Alexanderzahler, die frei schaffende Bürgerschaft, wenn es auf diese Weise plas nach dem Osten- Frankfurter- Allee- Linie- ist von der Wiederholt haben wir im Laufe der lekten Wochen in diesen weitergeht?" Hochbahngesellschaft nunmehr in die Wege geleitet worden. Spalten die künftige Elektrizitätsversorgung Berling behandelt und Demgegenüber fommt Herr Direktor Werner auf Grund seiner Der Ausführung dieses Planes stand bisher der Umstand alle Seiten dieser für unsere Stadtgemeinde so überaus schwer Berechnungen und Schäßungen in seinen Tabellen zu folgenden entgegen, daß die Landsberger Straße zur Aufnahme einer wiegenden Frage zu erörtern gesucht. Ergebnissen: Während von 1915/16 bis zum Jahre 1919/20 die ab- Tunnelbahn nicht breit genug ist. Nachdem die städtischen Leider scheinen unsere Darlegungen dem Magistrat noch keine gegebenen Kilowattstunden von 360 Millionen auf 592 Millionen, Behörden nunmehr die Verbreiterung dieser Straße beVeranlassung gegeben zu haben, seine bisherige Taftit des Zau- das Gesamtfapital von 200 Millionen Mark auf 300 Millionen schlossen haben, kann jetzt das Planfestsetzungsberderns und Hinhaltens zu ändern. Diese Taktik läuft, wie wir des Mark, die Einnahmen von 48 auf 69 Millionen Mark, die Ausgaben fahren eingeleitet werden. Die Pläne der FrankfurterAusführlicheren auseinandergesezt haben, auf nichts anderes als von 32,2 auf 44,5 Millionen Mark, der Reingewinn über 5 Broz. Allee- Linie werden dem Vernehmen nach vom 5. bis auf Begünstigung und Förderung der A. G. G. und ihrer Freunde von 15,6 auf 24,5 Millionen Mart, also um 9 Millionen Mart 20. Juni d. J. im Polizeipräsidium zur Einsichtnahme hinaus und ist um so unbegreiflicher, als man doch vom Magistrat, anwachsen, steigen auf der anderen Seite die Kosten für die gesamte öffentlich ausgelegt und daselbst Einsprüche gegen den Plan gleichbiel wie seine Majorität sich schließlich zur Sache selbst stellen Verwaltung, für Personal und Diverses von 3 auf 3,9 Millionen entgegengenommen werden. Der mag, soviel Ehrlichkeit und Offenheit verlangen muß, daß er nicht Mart, also um ganze 900 000 Mart! Man sieht aus den Zahlen Klosterstraße" nimmt bekanntlich) auf die neue Zweig Untergrundbahnhof hinten herum den Feinden der städtischen Regie die Trümpfe in und Tabellen, die Herr Werner gibt, überhaupt, wie lächerlich linie schon Rücksicht; die Gleise der Nordringlinie sind hier die Hände spielt und all den lauen und noch unentschlossenen Ele- gering diese ganzen Personalkosten im Verhältnis zu allen übrigen so angeordnet, daß die Ostlinie ohne weiteres angeschlossen menten die so billige und bequeme Ausrede geradezu in den Mund sind. Von den 32,2 Millionen Mark Ausgaben im Jahre 1915/16 merden kann. Diese verfolgt die Klosterstraße bis zur Iegt, fie feien zwar an sich durchaus keine Gegner der städtischen fallen 20 Millionen auf Verzinsung, Amortisation, Abschreibung Königstraße und geht durch diese bis zum Bahnhof Regie, jetzt aber sei leider die Zeit schon zu knapp, um alle not- usiv., 9 Millionen auf Stromlieferung und nur 3 Millionen, d. h. Alexanderplat", unter welchem die Kreuzungsstation bereits wendigen Vorkehrungen treffen zu können. also noch nicht einmal 10 Broz. auf die Verwaltung, auf Personal ausgebaut worden ist. Die neue Bahn führt dann weiter und Diverses. Jedes weitere Wort dürfte sich danach wohl erübri- durch die Landsberger- und Weberstraße nach dem gen. Die Gewinne von 15,6 Millionen Mark im Jahre 1915/16 Strausberger Plaz und biegt dann in die Frankund 24,5 Millionen Mark im Jahre 1919/20 werden bei Werner furter Allee ein, welche sie bis über die Fruchtstraße erzielt, trotzdem er sehr erhebliche Tarifrevisionen vorgenommen hat. hinaus verfolgt. Später soll die Ostlinie über die Ringbahn Der Mittelpreis pro Kilowattstunde, der jetzt bei den B. E. W. hinaus nach 2ichtenberg Friedrichsfelde verzirka 14,5 Pf. pro Kilowattstunde beträgt, finft bei Werner bis längert werden. auf 11,65 Pf. herab! Wir behalten uns vor, auf weitere interessante Einzelheiten der Broschüre wie auf die Stellung, die der Verfasser zu der ganzen Frage einnimmt, bei anderer Gelegenheit zurüdzukommen. Auch von den Vertragsfreunden ist bisher fachlich auf unsere Ausführungen noch nichts erwidert worden. Dagegen hat der Generaldirektor der A. E. G., wie das„ Berliner Tageblatt" mitteilt, cinem ihrer Redaktionsmitglieder gegenüber die Liebenswürdigkeit gehabt, sich über die schwebenden Fragen der elektrischen Industrie, speziell der A. E. G. ausführlich zu äußern". 3war vermochte Herr Geheimrat Rathenau über die gegenwärtigen Berhandlungen mit der Stadt Berlin betreffs der Zukunft der Elektrizitätswerte nicht viel Neues zu sagen, allein, er schloß diesen Teil der Unterredung nach dem Berliner Tageblatt" mit dex Bemerkung: Die ganze Frage jei allerdings bisher im Laufe ihrer Erörterung immer mehr von einer wirtschaftlichen zu einer politischen Frage geworden." " " Die Schneidigkeit eines Polizisten hat in Wilmersdorf am Sonnabendmorgen gegen einen Angestellten der„ Elektrizitätsmerke Südwest", der in Ausübung seine Heute möchten wir nur noch kurz auf die eine Bemerkung Berufes begriffen war, sich in verhängnisvoller Weise betätigt. Bei des Herrn Geheimrat Rathenau in der mehrfach erwähnten Unter der genannten Elektrizitätsgesellschaft, deren Versorgungsgebiet redung eingehen, die bejagt, es wäre wohl denkbar, daß man für einige Vororte im Südwesten Berlins sind, ist als Beleuchter" ein Diese Aeußerung möchten wir, so weit es an uns liegt, niedriger Preußen zu einer monopolistischen Gestaltung der Stromerzeugung Herr Bügge beschäftigt. Zu seinen Obliegenheiten gehört auch die, hängen und bekannter machen. Sie erhellt mit einem Schlage die unter staatlicher Führung oder Mitwirkung gelangt". Ift der Sinn bei Tagesanbruch die elektrischen Lampen durch Ausschaltung zu Dürftigkeit der fachlichen Gegengründe und zeigt das Gleis, auf dieser Rede auch etwas dunkel, so müssen natürlich auch die Freunde löschen". Als Bügge am Sonnabend früh nach 3 Uhr durch die welches die A. E. G. die ganze Frage schieben möchte. Der rote der städtischen Regie mit der Möglichkeit einer Verstaatlichung der Uhlandstraße radelte, stand an der Ede der Berliner Straße eine Lappen soll eben wieder einmal, und zwar zugunsten der A. E. G. gesamten Stromproduktion, wenn auch nicht für bald, so doch für Gruppe Herren, die von einem etwas lang ausgedehnten Nachtund ihrer Aftionäre, geschwenkt und die bürgerlichen Stadtver- cine spätere Beit rechnen. Nachdem insbesondere jest das Eisen- amusement nach Hause gehen wollten. Bei ihnen befand sich der ordneten abgeschredt werden, an die Seite der sozialdemokratischen bahnminifterium, wie wir neulich mitgeteilt haben, sich entschlossen Kriminalbeamte Reh, der in Wilmersdorf angestellt ist und zum Fraktion für die städtische Regie zu treten. Wohlgemerkt, daß die hat, staatseigene Werke für seine Strombeschaffung zu errichten, Revierbureau in der Augustastraße gehört. Ob Reh zu der Zeit Uebernahme der Werte durch die Stadt nur Interessen der A. E. G. ist cs flar, daß der Staat nach Mitteln suchen wird, seine großen dienstlich dort zu tun hatte oder er die Nacht hindurch in der Gesellund nicht etwa Interessen der Aktionäre der B. E. W. in Frage Werke voll auszunußen. Der Weg, nach Enteignung der bestehenden schaft der jetzt heimkehrenden Herren gewesen war, entzieht sich ftellt, tann angesichts des Gewichts der angeführten Gründe auch Anlagen die Stromerzeugung in der Hand des Staates zu mono- unserer Kenntnis. Sobald er den Bügge sah und er bemerkte, daß Herr Rathenau nicht mehr bestreiten. In der angeführten Unter- polisieren und so die beste Ausnutzung der staatlichen Werke herbei- an dem Fahrrad die Laterne nicht brannte, regte sich redung heißt es hierüber: Die B. E. W. würden alsdann die zuführen, täme dabei natürlich wohl in erster Reihe in Frage. in ihm, dem Kriminalbeamten, der Diensteifer. Zwar war Bügge, größte Trustgesellschaft werden, die es je gegeben hat, und da sie wir hätten von unserem Standpunkt, vorbehaltlich vernünftiger wenn er bereits dieelektrischen Lampen ausgeschalten sollte, selbstfich bereits für den Fall der Verstadtlichung eine Reihe wertvoller Regelung aller Einzelheiten, gegen solches Vorgehen prinzipiell nichts verständlich auch nicht mehr verpflichtet, sein Rad zu beleuchten. Optionen auf Glektrizitätsmerte und Beteiligungen an solchen ge- einzuwenden, um so weniger, als solche Riesenwerke, wie es die Aber der Kriminalbeamte wollte ihn eines anderen belehren. Mit fichert haben( wir haben in einem früheren Artikel diese Verhältnisse... heute schon sind, techmisch und wirtschaftlich gegenüber dem Ausruf:„ Nann, der hat ja kein Licht!" sprang er auf den des näheren bereits dargelegt), würden sich für die Aftionäre fleineren Anlagen die Möglichkeit bieten, den Konsumenten die arglos vorüberradelnden Bügge los und im nächsten Augenblic durchaus günftige Renten erzielen lassen." denkbar besten Bedingungen zu gewähren. Daß bei der, bisherigen flog, Bügge von seinem Rad auf den StraßenDaß die fünftige Gleftrizitätsversorgung Berlins und die Um- Leitung der B. G. W. nicht die Intereffen der Konsumenten, ja da mm. Bigge, der zunächst gar nicht wußte, was ihm geschehen geftaltung der Tarife eines der wichtigsten fommunalpolitischen nicht einmal die Interessen der B. G. M. selber, sondern lediglich war, erhob jich mühsam. Als er Reb zur Rede stellen wollte, rig Probleme bedeutet, vor die unsere Stadtgemeinde seit langer Zeit die der A. S. G. maßgebend gewesen sind, haben wir wiederholt der mit den Worten was, der will noch frech werden?" aus seiner gestellt ist, wird von niemandem bestritten werden können. Mit ausführlich dargelegt. Gesäßtasche einen Revolver hervor und hielt ihn drohend dem einer fleinen Handbewegung läßt man das Wörtchen kommunal" Mag man also die eventuelle Möglichkeit einer Entwidelung Bügge vor die Brust. Hilfesuchend sah Bügge sich um und sprach in der Versenkung verschwinden und nun ist die Plattform ge- zum staatlichen Monopol ruhig zugeben, so ist es unerfindlich, wie davon, daß er einen Schuhmann holen wolle. Aber da padte schon geben, von der aus man gegen die Sozialdemokraten im Rathaus man daraus einen Grund gegen die jetzt vorzunehmende Berstadt- Rez den Bügge am Arm und schob ihn vor sich her, um selber mit Losdonnern kann, die angeblich bestrebt seien, diese rein wirtschaftlichung herleiten kann. Ganz im Gegenteil! Alle diejenigen, die ihm zur nächsten Polizeimache zu gehen. Noch wußte Bügge nicht, liche Frage zu einer politischen zu machen. Denn eben wo Be- ein staatliches Monopol fürchten, müßten daraus gerade die Schluß- daß er mit einem Kriminalbeamten zu tun hatte; denn Reh hatte griffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein." folgerung ziehen, unter allen Umständen jetzt zu verstadtlichen. sich noch nicht legitimiert. Erst als Bügge, der willenlos mitWie dürftig muß es um sachliche Gründe für die Aufrecht- Selbst der Preußische Landtag würde nicht in der Lage sein, mit gegangen war, unterwegs zusammenklappte und nicht mehr weiter. erhaltung der Herrschaft der A. G. G. bestellt sein, menn selbst der einem Riesenwert, mie es die B. E. W. heute sind und immer zufönnen erklärte, drohte Rez:" Ich werde Ihnen Fesseln anso viel gerühmte Scharffinn des Generaldirektors der A. G. G. mehr werden, einem Wert, das sich im Besitz der größten Gemeinde legen, wenn Sie nicht mitkommen." Und indem er jetzt seine gezwungen ist, auf solche alte abgenutte Tattik zurückzugreifen. des Landes befindet und in einer Weise geleitet wird, die den Legitimation vouwies, fügte er hinzu:„ Hier sehen Sie, wer ich bin." Wir haben diesen Kniff vorausgesehen und daher neulich schon statt Interessen der Konsumenten voll Rechnung trägt, so umzuspringen, Bügge sette daraufhin den Weg zur Polizeiwache fort, wo nun nicht unserer hervorragende bürgerliche Sachverständige gegen die T. G. G. wie eventuell mit einer Aktiengesellschaft. Jedes Mitglied der Rezz, sondern er die Rolle des Sistierten zu spielen hatte. Nach und zugunsten der städtischen Regie sprechen lassen. Wir wollen städtischen Berwaltung müßte doch ferner bestrebt sein, wenigstens Feststellung seiner Personalien wurde er bald wieder entlassen. Auf heute zwei weitere Stimmen aus Lägern beibringen, die auch Herr für die Spanne Zeit bis zum staatlichen Monopol dem Stadtsäckel dem Heimweg zeigte sich dann, daß es mit seinen Kräften zu Ende Geheimrat Rathenau wird gelten lassen müssen. die vollen Erträge zu sichern, und käme es doch zu einer Verstaat- war. Ein anderer Angestellter der Elektrizitätswerke, der ihm die In einem Runderlag an die Gemeinden vom 29. Dezember 1911 eben auch voll der Stadtgeminde zuflichen zu lassen. Wir wieder in der Gasteiner Straße. Von dort wurde Bügge durch einen lichung, die Entschädigungen, die dann gezahlt werden müßten, Lampenausschaltung abgenommen hatte, führte ihn zur Unfallstation äußert sich das föniglich sächsische Ministerium des Innern u. 4. holen, bisher ist in der Oeffentlichkeit kein Grund gegen die Ver- Feuerwehrmann nach seiner Wohnung am Hohenzollerndamm ge= wie folgt: Daß die elektrische Großindustrie sich lebhaft um die Er- stadtlichung angeführt worden, der objektiver Prüfung und Würdis bracht und noch an demselben Morgen um 7 Uhr mußte er auf merbung von Elektrizitätswerfen, die von Gemeinden betrieben gung standhält, und ginge es lediglich nach dem Gewicht der Gründe, Anordnung eines von Frau Bügge herbeigerufenen Arztes dent merden, bemüht, ist bekannt; sie hat damit auch in einer ganzen so wäre die städtische Regie bezüglich der B. E. W. entschiedene Schöneberger Augusta- Viktoria- Krankenhause überwiesen werden. Reihe von Fällen bereits Erfolg gehabt. Sache. Wer aber ist naiv genug, zu glauben, daß der Kampf, dem Bügge hat beim Sturz vom Rad zwei Rippenbrüche und Das Ministerium des Innern wünscht daber, daß alle Ge- Privatfapital ein Objekt von 130 Millionen Mart, das noch uns eine schwere Gehirnerschütterung erlitten. Gegen meinden und Gemeindeverbände, die eigene Elektrizitätsmerke geahnte Entwickelungsmöglichkeiten bietet, zu entreißen, lediglich den Kriminalbeamten ist Anzeige erstattet worden. besitzen, darauf hingewiesen werden, welchen folgenschweren nach Gründen und Gegengründen entschieden wird?! Schritt sie tun und welche große Verantwortung sie übernehmen, Dinge aber nun leider so liegen, so verlangen wir vom Magiftrat Da die wenn sie ihre Werte an Private veräußern. Daran vermögen erneut und auf das nachdrücklichste schleunigste Einbringung einer Der abgesette Polizeiarzt. weder augenblickliche Vorteile und finanzielle Erleichterungen, Borlage, die die Stellung des Magistrats bekannt gibt und die worden. Dreum hatte kürzlich auf Grund seiner bei der Der Polizeiarzt Dr. Dreuw ist seines Amtes entjest noch langfristige Verträge über den Strombezug etwas zu ändern. Die Gemeinden geben mit dem Verkauf ihrer Werte ein ungemein Möglichkeit bietet, alle Gründe und Gegengründe ohne Ueber- Berliner Sittenpolizei gemachten Erfahrungen heftige Anmichtiges Recht jo gut wie unwiederbringlich aus den Händen: stürzung und in breiter Oeffentlichkeit zu prüfen und zu diskutieren. griffe gegen das Ehrlichsche Syphilisheilmittel Salvarsan erdas Recht, die Bedingungen für den Bezug elektrischer Kraft in Bricht der Magistrat nicht endlich mit der bisher von ihm verfolgten hoben. Er versuchte nachzuweisen, daß die Salvarsanbehandihrem Bezirk nach eigenem Ermessen festzusehen. Dieses Recht Tattit, so wird er sich Vorwürfen aussehen, denen er unseres Erwird aber in der Zukunft, da die Industrie und das Kleingewerbe achtens im Interesse seines Ansehens weit aus dem Wege gehen je länger je mehr zur Benutzung von Elektrizität übergehen und müßte. auch der Bedarf des einzelnen privaten Haushalts an Strom beständig steigt, an Bedeutung noch gewinnen. Parteiangelegenheiten. lung eine erheblich größere Zahl von Rückfällen bei Syphilis. franken hervorgerufen habe als die Quecksilberbehandlung. Dieser Ansicht wurde von amtlicher Seite lebhaft widersprochen. Herrn Dr. Dreuw wird es übel bermerkt, daß er feinen Veröffentlichungen amtliches Material zugrunde gelegt habe, wozu er fein Recht hatte. Deshalb ist seine Ent lassung erfolgt. Das Ministerium des Innern will das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden in feiner Weise einschränken; aber es möchte wünschen, daß sie dieses Selbstverwaltungsrecht auch gegenüber dem privaten Unternehmertum Neukölln. Heute abend findet bei Bartsch, Hermannstr. 49, bie zu verteidigen haben. Die Entwidelung weist Versammlung der Jugendfektion statt. Auf der Tagesordnung steht Der Polizeihund gegen die Arbeitslosen. die Gemeinden auf den Ausbau fommunaler ein Vortrag des Genossen Schütte über:" Die Entwidelungslehre. Von einem Polizeihund entseßlich zugerichtet wurde in der gewerblicher Unternehmungen, nicht auf ihre Es wird von allen jungen Arbeitern und Arbeiterinnen über Nacht zum Dienstag ein Arbeitsloser, der in Spandau sich Arbeit Aufgabe. Gerade die größten Gemeinden des Landes können 18 Jahre erwartet, daß sie an der Versammlung teilnehmen. 8. Bezirt. Die für Sonnabend, den 23. Mai, angesetzte Be- Spandau und war ermüdet am Tegeler Weg gegenüber den suchen wollte. in dieser Beziehung als Vorbild dienen." Ein Arbeiter Menzel war auf dem Wege nach sichtigung des städtischen Elektrizitätswertes fann vorläufig nicht Baubenkolonien des Roten Kreuzes, eingenidt, als zwei Schuhleute stattfinden. Nähere Mitteilung erfolgt noch. Wir haben diesem Erlaß nichts hinzuzufügen. Des weiteren möchten wir eine Schrift erwähnen, die vor eini " Erkner. Die Genossen treffen sich zur Herrenpartie nach Neuaittau, Burig usw. am Donnerstag früh 6 Uhr bei Genosse Grund, Friedrichstr. 21. Gäste willkommen. Hermsdorf bei Berlin. Sonntag, den 24. Mai, vormittags Berliner Nachrichten. ger Zeit( leider nicht im Buchhandel) erschienen ist und den Titel führt: Die Gleftrizitätsversorgung Groß- Berlins. Eine Studie bon R. Werner." Der Verfasser ist der Direktor der SiemensSchudert- Berte, gewissermaßen der Klingenberg dieses Konzerns 8 Uhr: Flugblattverbreitung. und ein Fachmann ersten Ranges. Die Schrift interessiert uns hier hauptsächlich um deswillen, weil sie endgültig aufräumt mit einem Einwand, der im Rathaus folportiert wird und seinen Niederschlag gefunden hat in folgenden, in der. Boff. 3eitung" abgedruckten Aeußerungen:" Nicht zuletzt darf darauf hingewiesen werden, daß mit der Uebernahme der B. E. W. in städtische Verwaltung auch das Heer der Beamten und Angestellten nicht unerheblich wachsen wird. Es liegt ja leider in unserem Zeitgeist die betrübende Tendenz, daß alles zur Staats- und Stadtkrippe fich drängt. Alles erstrebt eine ministerium sich grundsäßlich bereit erklärt, die Forderungen In seiner Sizung am Montag hat das fönigliche Staatsmöglichst pensionsberechtigte Versorgung. Darum muß in diesem des Zweckverbandes in der Frage des Waldankaufes anzu" Der Waldankauf für Groß- Berlin genehmigt. mit einem Polizeihund vorüberkamen und den Mann stellten. Sie ließen den Hund los, der den Arbeits- und Obdachlosen in der unmenschlichsten Weise zurichtete. Der Hund biß den armen Teufel dermaßen in das Knie, daß die Zähne bis an den Knochen gingen. Dann wandten sich die Beamten ab und überließen den fürchterlich Blutenden seinem Schicksal. Mühsam schleppte sich der Wermste bis an den Spandauer Schiffahrtskanal, ivo er sich die Wunde fühlte und mit einem Taschentuch notdürftig verband. Die Verlegungen, die wir gestern an dem Manne wahrnahmen, waren gräßlicher Natur. Man wird die Frage aufwerfen: Wie kommen die Beamten dazu, in dieser Weise den Polizeihund zu benußen und arme Arbeitslose zerfleischen zu lassen? Daß der Mann sich nichts hat zu nicht weiter um ihn fümmerten. Sind denn Arbeitslose Freiwild schulden kommen lassen, geht aus der Tatsache hervor, daß sie sich für Polizeihunde? Schugverband der Schwerhörigen. Der Schutzverband der Echwerhörigen hielt feinen 2. Verbands. tag am Sonntag, den 17. Mai, abends 7% Uhr, in den Industriegeftiälen", Beuthstr. 19/20, ab unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder. Ein aufregender Borgang hat fich vorgestern gegen Abend auf dem Kaisersteg abgespielt. Dort war ein etwa zwanzigjähriges Mädchen mit seinem Bräutigam beim Bajsieren der hochgewölbten Fußgängerbrücke in einen erregten Streit geraten. Blöglich stürzte es sich aus beträchtlicher Höhe in die Fluten der Spree hinunter. Der Bräutigam und andere Bassanten sprangen der Lebensmüden nach und es gelang ihnen auch nach längerem Bemühen, diefelbe zu erfassen und ans Ufer zu bringen. Sie wurde später einem Krankenhause zugeführt. Adlershof. Früchte der Jungdeutschlandbund- Erziehung. Schiereth von einem Radfahrer umgefahren und zog sich eine schwere| Ober- Schöneweide. Uns wird geschrieben: Am letzten Sonntag unternahm ich mit Kopfberlegung und eine Gehirnerschütterung zu. Die Verunglückte mehreren jugendlichen Kollegen und Kolleginnen einen Ausflug nach wurde in sehr bedenklichem Zustande nach dem Krankenhause Lehnig- Oranienburg. Nachdem wir bei Lehnig den Großichiffahrts Westend gebracht. In einem Südringzuge suchte sich gestern nach weg und die dortige Schleusenanlage besichtigt hatten, fegten wir mittag der Student Joachim Redlich aus der Detmolder Str. 66 unseren Weg nach Sachsenhausen hin fort. Die Mädchen gingen zu erschießen. Er wurde auf der Station Ebersstraße in einem einige Schritte singend und plaudernd in fröhlichster Stimmung voran. Abteil zweiter Klasse mit durchschoffener Schläfe aufgefunden. In einem Straßengraben, der sich längs des Weges hinzog, fahen Mittels Krankenwagens der Feuerwehr wurde er sterbend nach dem ir eine Gruppe von Jungdeutschlandbündlern, schon an der be- Schöneberger Krankenhaus gebracht. tannten Uniform, die einige trugen, erkennbar, sigen. Als die Mädchen an diesen jugendlichen Waterlandsverteidigern im Alter bon etwa 13 bis 16 Jahren achtlos vorüberzogen, wurden sie in frecher Art und Weise von diesen angeultt. In ruhiger aber entDie Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm zunächst eire schiedener Weise verbat ich mir derartige Beläftigungen und wies sie Referat des Genossen Groger über das Thema:„ Was wollen auf das wenig Anständige ihrer Handlungsweise hin. Doch nun die Sozialdemokraten", entgegen. Die Darlegungen wurden mit traf mich die ganze Schimpftanonade dieser Maulhelden. Doch Bardon, nicht Paulhelden, denn bald wurden wir von dem Gegen- Hamburg waren durch ihre Delegierten vertreten. Der Vorsitzende genommen. Die Ortsgruppen München, Magdeburg, Hannover, Leipzig, regem Interesse verfolgt und am Schluß mit großem Beifall auf In der anschließenden Distussion wurde zum Ausdruc teil überzeugt. Nachdem einige Kollegen die jungen Herren darauf und Begründer des Verbandes, Architekt Franz Brönner aus Würz- gebracht, daß die Mitglieder sich reger in der Partei betätiger aufmerksam machten, daß sie mit einem derartigen unflätigen Be- burg hob in seinem Bericht hervor, daß die Schwerhörigenfrage müßten. lieber die Einführung des Wochenabonnements für den nehmen ihrer Uniform und dem Jungdeutschlandbund wenig Ehre machen, hauptsächlich noch auf wirtschaftlichem Gebiete sehr im argen liegt. Bortvärts" entspann sich eine lebhafte Debatte. Es wurde dent fcholl es hinter uns her: hr seid wohl vom Pu. ähnliche liebliche Rofenamen. Wir fümmerten uns jedoch nicht das erfreuliche Anjähe zu verzeichnen. bund und Denn auf ärztlichem und pädagogischem Gebiete seien schon länger uniche Ausdrud gegeben, einen Bezugspreis von 25 Pf. pro Woche So unterhält die königliche einzuführen. Die Genossen Groger und Neumann ersuchten, von rum, sondern zogen ruhig unseres Weges. Nachdem wir uns etwa Charité- Ohrenklinik in ihren Räumen einen für Unbemittelte voll- der Fassung eines Beschlusses so lange abzusehen, bis die in nächster 15 Meter entfernt hatteit, fiel hinter uns ein Schuß. Also nicht mit ständig unentgeltlichen Abjehkursus. Im Anschluß daran ist eine Zeit erscheinende Denkschrift hierüber vorliege. Als Kaffterer des offenbaren Mauthelben, wie wir zuerst annahmen, hatten wir es zu ärztliche Beratungsstelle bei Anschaffung von Hörapparaten und Jugendausschusses wurde Krebs einstimmig wiedergewählt. Denz tun, sondern mit äußerst tatbereiten Helden. dergleichen eingerichtet, die unter Leitung von Profeffor Dr. Flatau Bildungsausschuß gehören Kronewald und Zielmann neu an. Poppe Man sieht hier also wieder einmal, wie die Erziehung der steht. Auf pädagogischem Gebiete liegt bereits wertvolles statistisches wies auf die geringe Mitgliederzahl des Vereins Arbeiter- Jugendwird von der Leitung des Jungdeutschlandbundes gegen diesen Bolksschulen, erhoben von Direktor Schorsch und Profeffor Dr. zu fördern. nationalen Jugend zur Wehrhaftigkeit ihre Früchte trägt. Wann endlich Material vor über die bestehende Schwerhörigkeit an Berliner heim hin und ersuchte, die Sache der Arbeiterjugend mehr als bisher Am Schluß der Versammlung empfahl Genosse Kloth Unfug energisch Front gemacht werden. Die Schießerei der fanati- Brühl. Außerdem besitzt die Stadt Berlin allein drei Schwer- den Mitgliedern eine regere Beachtung der Parteiliteratur. fierten Mitglieder des Jungdeutschlandbundes bildet sich nachgerade hörigenschulen, darunter eine vollständig ausgebaute unter Leitung Weißenfee. zu einer öffentlichen Gefahr für das Publikum heraus. Mären meine bes Leiters der Berliner Schwerhörigenschulen, Hauptlehrer Dr. jugendlichen Freunde in dem obengeschilderten Falle schließlich Reinfelder. Auf wirtschaftlichem Gebiet jei insbesondere anzuBon einem schweren Unfall wurde der Gutsbefizer Hange aus weniger besonnen gewesen und hätten dem schießluftigen Jung- streben, die sozialen Einrichtungen auch auf die Schwerhörigen Ahrensfelde betroffen. Hange hatte seinen Eltern einen Besuch ab deutschlandbündler seine Schießluft recht fühlbar ausgetrieben, wer auszudehnen. weiß, ob dann nicht unter Umständen ein blühendes Menschenleben Absehtursen vorfehen; ebenso die Gewährung oder mindestens teil- einem in schnellem Tempo auf der Chaussee fahrenden Automobil So müßten die Krankenkassen die Gewährung von gestattet und wollte sich abends auf die Heimfahrt begeben. Vor der Wehrhaftigkeit der nationalen Jugendgarde zum Opfer geweise Weihilfe bet Anschaffung von Sörapparaten, da ein brauch icheuten die jungen und sehr unruhigen Pferde und gingen burch. barer Apparat und die Absehkunst als wesentliche Faktoren zur Sange versuchte die jungen Tiere zu beruhigen, wurde jedoch, als Berfekte Gendarmeriewachtmeister. Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit anzusehen seien. Auch eine der leichte Jagdwagen gegen einen Baum prallte, vom Bod ge Uebergangsrente denjenigen zu gewähren, die mitten in dem Er- schleudert und verfing fich im Sturze in den Leinen. So wurde Der große Buchmacherprozeß gegen Gendarmen hat zu zahl- werbsleben von der Schwerhörigkeit betroffen werden und not- der Gutsbefizer etwa 200 Meter weit mitgeschleppt, ehe es einem reichen Versesungen Anlaß gegeben. Es wird berichtet, daß 126 Be- wendigerweise einen Berufswechsel vornehmen müssen, wäre eine Baffanten gelang, die Pferde zum Stehen zu bringen. Hange hatte amte der Gendarmerie in Orten der näheren und weiteren Um- mehr als berechtigte Forderung. eine schwere Gehirnerschütterung und Schädelbruch erlitten und gebung Berlins verseht worden sind. Die weitaus meisten Vermußte in das Weißenseer Krankenhaus gebracht werden. sehungen haben in der Umgebung von Hoppegarten stattgefunden. Nowawes. Hier kommen fast sämtliche Beamte, die auf der Hoppegartener Rennbahn Dienst getan haben, in Frage. fallen wäre. Die Untersuchung des Mordes in der Weberstraße, dem die 79 Jahre alte Almosenempfängerin Mahler zum Opfer fiel, hat zu verschiedenen Verhaftungen geführt, die aber nicht aufrecht erhalten werden konnten. Eine Spur, unter anderem auch für die Richtung, die der Mörder nach der Tat eingeschlagen hat, lieferte die Auffindung des Stubenschlüssels in einem Sellerschacht an der Ede der Weber- und Großen Frankfurter Straße. Es ist nun mög lich, daß der Täter in der Gegend dort auch noch Werkzeuge dieser oder jener Art, einen Stechbeutel, ein Stemmeisen, einen Schraubenzieher oder dergleichen beiseite gebracht hat. Leute, die dort wohnen, etiva in der Weberstraße, Große Frankfurter Straße, am Straus berger Plaz, in der Palisadenstraße und den Querstraßen, werden unter Hinweis anf die Belohnung von 1000 m. ersucht, auf solche Dinge zu achten, die Licht und stellerschächte und dergleichen Verstede, einmal darauf nachzusehen und einen etwaigen Fund gleich zur Striminalpolizei zu bringen. Kriminalbeamte sind auch schon mit dem Absuchen jener Straßenzüge beschäftigt. In der Versammlung ergriff auch der Vorsitzende des Ehren fomitees, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Passow, Leiter der Königund sprach seine wärmste Unterstüßung den gewiß nur anerkennenslichen Charité- Ohrenilinit, das Wort zur Echwerhörigenbewegung werten Bestrebungen des Verbandes gegenüber aus. Leider seien eben nicht alle Fälle heilbar, so daß die soziale Fürsorge auch auf diese Bedauernswerten sinngemäß Anwendung finden müßte. Zum Schluß nahm die Versammlung eine Resolution zu einem besonders starten Fall von Zurüdsegung an. Troßdem die Schwerhörigkeit in dem angeführten Fall teine besonders auffällige war, zum Bausachverständigen zu befürworten. hat die zuständige Behörde sich dennoch geweigert, die Aufstellung Neukölln. Vorortnachrichten. Von einer unbegreiflichen Nückständigkeit zeugt die Forderung der hiesigen katholischen Kirchengemeinde auf Errichtung einer fon feffionellen Schule. Mit der Möglichkeit einer solchen Forderung rechnete die Gemeinde bereits seit langem; daß sie jedoch zu einer Beit gestellt werden könnte, in der mit den Steuermitteln äußerst sparsam gewirtschaftet werden muß, hätte wohl niemand erwartet. Die Forderung erscheint um so unbegreiflicher, als die katholische Einwohnerschaft von der Erfüllung ihres Wunsches großen Schaden zu erwarten hat, weil ihre Kinder statt der bisherigen siebenklassigen, nach dem neuen Lehrplan für Groß- Berlin sogar acht tlaffigen Stadtschulbildung höchstens eine solche einer drei bis vier flassigen Landschule erhalten würden. Daß die katholischen Eltern sich bei Einreichung ihrer Forderung dieser unangenehmen Tatsache bewußt gewesen find, ist wohl taum anzunehmen. Höchstwahr scheinlich haben fie den dringenden Wunsch der Kirche, die Schule auf eventuelle Schäden für sich und die Allgemeinheit unterstützt. gänzlich unter ihre Aufsicht zu bekommen, ohne jegliche Nachprüfung Einigen Eltern scheint bereits jetzt der begangene Fehler zum Be wußtsein gekommen zu sein, denn sie sollen geäußert haben:„ Na, dann schiden wir unsere Kinder wieder in die Wolfsschule!" Davon tann selbstverständlich keine Rede sein; denn wenn die katholische Schule erst einmal besteht, wird sich die Volksschule wohl kaum zur au fühlen bekommen, denn auch sie müßten ja au den recht erheb Wiederaufnahme der katholischen Kinder bereitfinden. Auch mate riell würden die katholischen Einwohner ihre Absonderung deutlich lichen Kosten der Grrichtung und dauernden Unterhaltung der Schule beitragen. Reinickendorf. Das Stadtbad Neukölln, welches in der vergangenen Woche zur allgemeinen Besichtigung freigegeben war, wurde von etwa 50 000 Bersonen in Augenschein genommen. Die allgemeinen Besichtigungen haben damit ihr Ende erreicht; jest wird augenblicklich emjig gearbeitet, um die legten Arbeiten für die Betriebseröffnung zu er ledigen. Am Freitag, den 22. Mai, werden die Schwimmhallen, der sich selbst beschuldigte, mit einem Willy Echmidt im Grunewald die Eröffnung der übrigen Abteilungen soll bann in Kürze nach Der Doppelmörder" Lüder, jener fahnenflüchtige Infanterist, annen- und Brausebäder für die Benutzung freigegeben werden einen unbekannten Mann ermordet und beraubt, und in Metz seine folgen. Geliebte, ein Straßenmädchen, als Mitwisserin umgebracht au Tempelhof. haben, wurde Montag abend von Dresden hierher übergeführt. 8mei Unteroffiziere eines sächsischen Garderegiments, günen bon Aus der Gemeindevertretersizung. Für die Installation der Gestalt, bewachten den gefeffelten, kleinen und schmächtigen Mann elektrischen Beleuchtung in der Berliner Straße hat die Gemeinde Aus beruflichen Gründen sein Amt als Gemeindevertreter nieders während der Eisenbahnfahrt und auf dem Wege vom Bahnhof nach 25 454,70 W. zu zahlen. Dieser Betrag foll aus den lleberschüssen dem Polizeipräsidium, in dessen Gewahrsam er die Nacht über blieb. der Vorjahre gebedt werden. Ueber die Abnahme der Jahres- gelegt hat der Genosse Karl Köhn. Die infolgedessen im 2. Bezirk In dem furzen Verhör gab Lüder, an dem ein scheues Wesen und rechnung für 1912 berichtete Schöffe Müller. Es ergibt sich ein( Reinidendorf- Mitte). Vorzunehmende Ersazwahl dürfte anfangs ein nerböses Gesichtszuden auffallen, an, daß er damals vom Bahn- Ueberschuß von 52 000 2. Für 1913 ist ein solcher von 24 717,33 Juni stattfinden. hof Friedrichstraße mit dem Ring" nach dem Grunewald gefahren Mark vorhanden. Der geringe Ueberschuß für 1913 resultiert, wie sei und dort noch die Stelle angeben tönne, wo er mit Echmidt den Bürgermeister Wiesner ergänzend mitteilte, daraus, daß allein Spandau. Mann ermordet und beraubt und die Leiche verscharrt habe. Ge 18 500 m. nachbewilligt werden mußten. Außerdem sind in diesem Ueber promptes" Arbeiten der Polizei und der Nachrichtenstelle sei das zwar am hellichten Tage geschehen, er fönne aber trotzdem Jahre 41 000 m. weniger an Umsatzsteuer vereinnahmt worden. im öffentlichen Sicherheitsdienst veröffentlicht die Spandauer 8tg. nicht mehr sagen, wie der Ermordete ausgesehen hat. Zur Nach- 14 000 m. bewilligt, die aus dem Ueberschuß von 1912 entnommen 7 Uhr wird die 7jährige Tochter Elisabeth des Postichaffners Wylewka An Neuanschaffungen für die Straßenreinigung wurden in ihrer legten Nummer einen trassen Fall. Seit Sonnabendabend prüfung seiner Selbstbezichtigung fuhren die Kriminalfommissare Nasse und v. Liebermann und ihre Beamten gestern vormittag mit werden sollen. Genoffe Müller gab bei dieser Gelegenheit die An- aus der Meyer Str. 16, vermißt. Da die besorgten Eltern be Rüder, den wieder die sächsischen Unteroffiziere bewachten, nach dem regung, die Beseitigung des Straßenmülle anders zu regeln. Es fürchteten, daß das Kind verschleppt worden ist, begab sich die Grunewald hinaus. Gedrängt, gab Lüber schließlich zu, daß er sei vont hygienischen Standpunkt nicht zu verantworten, daß der Mutter bes Mädchens noch am Sonnabendabend nach dem 4. Polizei fich die Selbstbeschuldigung aus den Fingern gesogen habe, um aus zusammengefegte Kehricht stundenlang auf der Straße liege, ehe revier und zeigte dort das Verschwinden desselben an. Als das Kind seiner Haft herauszukommen. er abgefahren werde. Es gebe Einrichtungen, die eine sofortige sich auch am Sonntag noch nicht wieder angefunden hatte, bat die Beseitigung ermöglichen und doch nur eine einmalige Mehrausgabe Frau auf dem Polizeirevier, doch den Fall in den hiesigen Ein raffinierter Motorbootdiebstahl wurde bei Lindwerber berübt. verursachen. Bürgermeister Wiesner erwiderte, der Gemeinde- Zeitungen bekannt zu geben, was auch zugefagt wurde. Auf der Havel lag dort das dem Kaufmann Siebmann gehörige vorstand habe sich schon eingehend mit der Frage befaßt. Zum Bergeblich suchten die in Sorge lebenden Eltern am Montags 5 Meter lauge Motorboot beranfert. Gestern erschienen nun atvei stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbe- und Kaufmanns- abend einen Hinweis in den Zeitungen. Auf ihre Be Männer, die sich als Monteure einer Berliner Motorenfabrik aus gerichts wurde Assessor Rump gegen die Stimmen der Sozialdemo- schwerde beim 4. Polizeirebier wurde ihnen mitgeteilt, die gaben und behaupteten, daß sie von dem Eigentümer geschickt worden fraten gewählt. Genosse Frantz bemängelte, daß immer Herren Sache sei weitergegeben worden, sie müsse im Rathaus feien, um eine Reparatur vorzunehmen. Die beiden angeblichen zu diesem Bosten gewählt werden, die nach Ablauf eines Jahres verbummelt worden sein. Die städtische Nachrichtenstelle" Mechanifer arbeiteten längere Beit an der Maschine herum und Tempelhof schon wieder verlassen. Darunter müsse die Stetigkeit gab endlich gestern mittag das Verschwinden des Mädchens, welches wollten dann, wie sie behaupteten, eine Probefahrt unternehmen, in der Rechtsprechung des Gewerbe- und Kaufmannsgerichts leiden. I Meter groß und von schwächlicher Gestalt ist, vollständige Zähne von der sie allerdings nicht zurückkamen. Das gestohlene Boot war Auch müsse darauf gesehen werden, daß ein Mann diesen Bosten befigt und durch schnelle Gangart auffällt, bekannt. Die Spandauer mit einem 3½ PS Motor bersehen. Allem Anschein nach haben versehe, der über reiche Lebenserfahrung verfüge. Wie jezt die Polizei ist wahrscheinlich mit anderen wichtigen" Arbeiten boll die Diebe ihre Beute nach Berlin gebracht, um das Boot hier zu Ding lägen, jei der stellvertretende Borfißende der eigentliche Bor- ständig beschäftigt. Ueber jeden eingestellten Staatswerkstättenarbeiter berkaufen. fizende, da die beiden anderen Herten für diese Tätigkeit offenbar wird nach den polizeilichen schwarzen Listen Auskunft erteilt, ob er Arbeiter Bildungsschule, Grenadierstr. 37. Der Unterricht in teine Zeit mehr hätten; denn sonst wäre es nicht verständlich, Sozialdemokrat ift, nötigenfalls wird im Hause recherchiert, welche Nationalökonomie beginnt am Donnerstag( Himmelfahrts- daß der stellvertretende Vorsitzende fast sämtliche Sigungen leitete. Beitung er liest usw. Auf der Straße haben die Polizeibeamten tag) um 9 Uhr vormittags. Für den Umbau der Abortanlagen der 2. Gemeindeschule wurden darauf zu achten, daß alle Kinderwagen die polizeiliche Wagenmarie 6500 M. bewilligt. Genosse Müller beantragte, die Arbeiten haben. Die arme Mutter, welche die Kinderwagensteuer von 1 M. Einem Beitragsammler des Deutschen Metallarbeiterverbandes ist möglichst an ortsansässige Unternehmer zu vergeben, welche die nicht bezahlt bat, muß mit ihrem Kinderwagen auf den Fahrdamm eine Markentaiche mit Inhalt verloren gegangen. Der Inhalt be- tariflichen Bedingungen in bezug auf Löhne und Arbeitszeit er- fahren und sich dadurch großen Gefahren aussehen, andernfalls fie stand aus 120 Marken à 90 Bf., 31 Marten à 35 Pf., 20 Mai- füllen. Bürgermeister Wiesner meinte, diesen Antrag nicht zur von dem Polizeibeamten aufgeschrieben und zur Anzeige gebracht marten à 1 M. Ferner befand sich dabei ein Buch zum Eintragen Abstimmung bringen zu können, da er nicht zur Sache gehöre. wird. Insbesondere vor den Parteilokalen patrouillieren öfter der verkauften Marken sowie eine Police der Volksfürsorge auf den Es handle sich hier um die Bewilligung des Betrages und damit Polizeibeamte stundenlang auf und ab, um festzustellen, ob nach Namen Herta Lüder. Der ehrliche Finder wird gebeten, die Marfen habe die Frage nichts zu tun, an wen die Arbeiten vergeben Eintritt der Polizeistunde noch Bier ausgeschenkt wird, Schwere tasche mit Zubalt an Ernst Lüder, wohnhaft Huffitenstr. 59, of II, werden sollen. Im übrigen sei ein derartiger Antrag schon bei der Sorge machen der Polizei auch die Laubenkolonisten. Auf den vielen gegen Belohnung abzugeben. Statberatung abgelehnt worden, da ja die Arbeiter nicht anders Kolonien wird scharf Umschau, gehalten, ob, nicht etwa bei der großen als zu tariflichen Löhnen arbeiten. Er könne auch keine Debatte Wohnungsnot eine Laube als Schlafraum benutzt wird. hierüber zulaffen. Ueberhaupt werde er nicht mehr zugeben, daß über Dinge gesprochen werde, die nur in ganz losem Zusammenhange mit dem Tagesordnungspunkte stehen.( Genosse Müller ruft dazwischen: Bei den Anhängern der anderen Parteien handhaben Sie es anders.) Dem Erlaß eines Ortsstatuts gegen BerSeyffert betonte hierzu, daß die Frage nach dem Vorhanden fein eines Bedürfnisses zum Grlaß eines derartigen Ortsstatute mintel. für unser Gemeindegebiet zu bejahen fei. Ein solches Statut ist schon um deswillen erwünscht, weil dadurch der Baupolizei die mal, Wilhelmsaue. Möglichkeit gegeben wird, die Allgemeinheit schädigende Folgen der Baufreiheit in wirksamerer Weise zu bekämpfen, als dies zurzeit Freie Turnerfchaft Wilmersdorf- Schmargendorf. Simmelfahrts. geschehen könne. Bereits jest sucht die Baupolizeiverwaltung durch tag, 21. Mai: Turnfahrt der Männer- Abteilung nach Grünau- Berns Verhandlungen mit den Beteiligten auf die Verbesserung unschöner dorf. Abmarsch 7 Uhr von Reuter. Turnfahrt der Damen- Abteilung: Fassaden hinzuwirken. Während sie dabei zurzeit aber nur An- Grunewaldseen. regungen geben könne, setzt das Ortsstatut sie in der Stand, ihre Sonntag, den 24. Mai: Faustball, Barlauf, Bettspiele gegen Froh Kleine Nachrichten. In Lichtenberg brachen drei Einbrecher in Anregungen nötigenfalls als Forderungen geltend zu machen, von Frei- Lichterfelde auf dem Vereinsplay Fordenbed, Ede Stunoftraße. die Mauritiustirche ein und raubten verschiedene Kirchengeräte. deren Erfüllung die Erteilung der Baugenehmigung abhängig ge- Turnerschaft" eine gemeinsame Fußpartie der Frauen und MännerBohnsdorf. Am 21. Mai( Himmelfahrtstag) veranstaltet die Freie Der eine Einbrecher ist bereits ermittelt und festgenommen worden, macht werden könne. Ein Eingriff in die Freiheit des einzelnen, Abteilung nach dem Ütleisee. Treff: 5, Uhr, Bahnhof, Ede Pavadiesstraße. den beiden anderen ist die Kriminalpolizei auf der Spur... In der eine Schädigung wirtschaftlicher Interessen zur Folge haben Abfahrt Bahnhof Grünau: 6,02 Uhr bis Königswusterhausen. Gäste will der Gosanderstraße in Charlottenburg wurde die Kaufmannswithe fönne, sei durch das Statut nicht beabsichtigt. tommen. Zwei neue Sterndampferlinien zwischen Schmödwig und 8wie busch( Berliner Schweiz) und Plögenfee- Oranienburg( Lehnissee) werden am Himmelfahrtstage in Betrieb genommen. Die Verbins dung mit Zwiebusch wird im Anschluß an die Linie GrünauSchmödwiz täglich ab 1. Juni ausgeführt, während die Dampfer nach Dranienburg nur an Sonn- und Feiertagen vorm. 8.30 ab unstaltung der Ortschaft wurde einmütig zugestimmt. Syndikus Blögensee, Bahnhof Beusselstraße, verkehren. Deutsches Arbeiter- Stenographen- Kartell. Am Sonntag hielt der Gau Brandenburg des Deutschen Arbeiter- Stenographen- Bundes ( System Arends) seinen Gautag ab. Den Geschäftsbericht gab der Genosse Arndt. Der Gau zählt 9 Mitgliedschaften mit 314 Mit gliedern( im Vorjahr 320). Unterrichtet wurden 307( im Vorjahr Der Kassenbestand beträgt 150 M. Zum Gauvorsitzenden wurde Genosse Arndt, Neukölln, Pflügerstr. 14, S. I, wiedergewählt. Der nächste Gautag findet in Berlin statt. 375). Spiel und Sport. Radfahrer. ilmersdorf Himmelfahrtstag, 21. Mai, nachmittags 1 Uhr: Saat Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität“. Mitgliedschaft Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 1 Uhr: Rudow. Statt: Dent. Turner. Fußball. Um Himmelfahrtstage spielen auf dem Sportplate in Neukölln, Rosegger ftraße, Ede Beigand- lfer: Rüftig- Borwärts I gegen Siegstern 1. Vorher spielen die zweiten Mannschaften dieser Bereine. Wanderer. Deutscher Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde". Am Donnerstag, den 21. Mai( Himmelfahrtstag) werden folgende Ortsgruppe Berlin: Touren unternommen: Buch, Gorinfee, Biesenthal( Nachttour). Strohlager im Sportshaus Gorinsee. Abfahrt Mittwoch abends Stettiner Vorortbahnhof 7.55 Uhr. Biesenburg, h. Spring, Wiesenburg. Abfahrt Bahnhof Friedrichstraße 4.12 nicht wie im Programm 4.24. Griner. Möllenice. Fangschleuse( Nachttour). Abfahrt Mittwoch Melchowo, Samithjce, Melchow. Abfahrt Stettiner Fernbahnhof 5.59 Uhr vormittags. Rahnsdorf, Stienissee, Strausberg. Abfahrt Bahnhof Alexander plag 6.00 Uhr vormittags. abends Schlesischer Bahnhof 5.33 Uhr. Ortsgruppe Neukölln: Sternwanderung der Ortsgruppe nach dem Gorinsee I. Birkenwerder, Gorinsee. Abfahrt Stettiner Vorortbahnhof 6.31 1hr vormittags. II. Hermsdorf, Gorinfee. Abfahrt Bahnhof Neukölln 5.38 11hr bormittags, Stettiner Borortbahnhof 6.25 Uhr vormittags. III. Bernau. Gorinfee. Abfahrt Bahnhof Neukölln 5.58 Uhr vormittags, Stettiner Vorortbahnhof 6.40 11hr. IV. Franz. Buchholz, Gorinsee. Treffpunkt 6 Uhr vormittags Hermannblab. V. Bepernid, Schönow, Gorinfee. Abfahrt Bahnhof Neukölln 6.58 Uhr vormittags, Stettiner Vorortbahnhof, 7.31 Uhr. An den Pfingstfeiertagen werden folgende Touren unternommen und die Teilnehmer an den Pfingsttouren wollen sich rechtzeitig( bis spätestens 20. Mai) bei den Führern melden. Nähere Auskunft über Abfahrt usw. geben die Führer oder die Geschäftsstelle. Ortsgruppe Berlin: Rügen. 3 Tage. Stettin, Swinemünde, Göhren, Binz, Stubben tammer, Stettin. Führer: G. Krämer, N, Brunnenitr. 180. Säcilie Schweiz. 3-4 Tage. Wehlen, Bastei, Lilienstein, Schrammstein, Prebischtor, Edmundsflamm, Herrnskretschen. Führer: Bulan, Treptow, Strülsstr. 1. Sächsisch Böhmische Schweiz. 3-4 Tage. Birna, Dampfer fahrt nach Herrnstretschen, Stammfahrt, Dittersbacher Schweiz, Obere Schleuse, Wolfsberg, Beitler. Führer: H. Sinn, N, Stettiner Str. 30. Thüringen. 3-5 Tage. Saales, Rodes und Elstertour. Führer: B. Reichert, Schönhauser Allee 64. Sonntag, den 24. Mat: abends Bahnhof Köpenid. Ertner, Lödnik, Störiksee, Rahnsdorf. Abfahrt Sonnabend 9.16 Uhr aufgestapelte Bahnschwellen und über tausend Faden firaße find fortgeschwemmt, ebenso über hunderttausend Brennholz. Auch viel Wieh ist umgekommen. Die Bevölkerung leidet Mangel an Lebensmitteln und Viehfutter. Meine Notizen. Schöneberg. Einen Familienausflug nach Saat: mintel unternimmt morgen( Himmelfahrtstag) das Kartell der beitervereine, wozu auch alle Genossen und Genossinnen eingeladen find. Treffe punft mittags 1 Uhr, Neuc Rathausfäle. Fahrgeld hin und zurüc 20 Pf. Jugendveranstaltungen. Automobilungfüd im Rheinlande. Auf der Lintorfer Chaussee ereignete sich ein schwerer Automobilunfall. Zwei Landstreicher sprangen einem aus Duisburg kommenden Automobil so plöglich in und deren Eltern finder morgen Donnerstag( Himmelfahrtstag) bei Babrenniassen wurden schwer verletzt. Das Auto ist vollFür die Arbeiterjugend des Westens den Weg, daß der Wagen sich infolge zu starten Bremiens über ichlug und in den Chauffeegraben stürzte. Sämtliche fünf dorf, Groß- Lichterfelde- Best, Bäteſtr. 7, eine Frühlingsfeier statt, ständig zertrümmert. bestehend aus Mandolinentonzert, Tanz, Kinderbeluftigungen, Darstellung lebender Bilder, abends Gartenbeleuchtung. Treffpunft nachmittags 2 11hr Bom Blih erschlagen. Wie aus Orleans gemeldet wird, schlug am Bahnhof Großgörschenstraße. Bei schlechtem Better findet die Ver- der Bliz in eine Gruppe von rantenwärterinnen und anstaltung im Saale statt. Kranten des Irrenhauses zu Fleury ein, die sich während eines Gewitters unter einen Baum geflüchtet hatten. Eine Wärterin wurde getötet, drei andere und eine Krankenschwester wurden schwer verlegt. * Treptow- Baumschuleuweg. Donnerstag, den 21. Mai( Simmel fahrtstag): Spiele in der Königsheide. Treffpunkt Baumschulenstraße, Ede Forstallee, um 2 Uhr. Leiter: Jugendausschuß. Aus aller Welt. Fürsorge. Ein ungetrener Bofibeamter. Ein Bostbeamter namens Joseph Wilczet hat auf einem Krakauer Bostamt neun Geldbriefe im Betrage von 192 620 ronen unterschlagen und ist dann geflohen. Er wird steckbrieflich verfolgt. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde finbet 2inden ftraße 69, vorn vier Treppen ahrstuhl, wochentäglich von 4½ bis 7% Uhr abends, Sonnabends, wird nicht erteilt. Anfragen, benen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, Aus der Fürsorgeanstalt 3ühlsdorf war ein gögling fortgelaufen, ein Vorfommnis, das bei dem starten Freiheitsdrange der Jugend nicht selten und bei dem Zwangscharakter der Fürsorge von 4 bis 6 Uhr abends statt. Jeber für den Briefkasten bestimmten Anfrage erziehung keineswegs verwunderlich ist. Der arme Teufel hatte das ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Brieftiche Antwort Zwangsinstitut schon ein gutes Stück Weges hinter sich, da legte sich werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. der starke Arm der preußischen Gerechtigkeit von neuem auf seine schwachen Schultern. Er gehörte in diesem Falle dem Gemeinde Berlin beitreten. 2. 86. Sie lönnen der Sügemeinen Drtsfrankenfasse der Stadt 20. 8. 3. 1. Die Firma fann auch Pfändung ver vorsteher von Brenkenhofsfleiß, der den jugendlichen Flüchtling fe ftanlassen. Falls Ihnen gehörige Gegenstände gepfändet werden, können Sie nahm und in Ermangelung eines festeren Sterkers auf den einwöchigen Frift Einspruch erheben. 2. Nein. 3. Eine dahingehende Klage, interveni eren. Gegen den Zahlungsbefehl müffen Sie aber vor Ablauf der Heuboden sperrte, bis der benachrichtigte Gendarmeriewacht- faus fie auf Bahlung lautet, würde voraussichtlich abgewiesen werden. meister ihn in bessere Sicherheit bringen würde. Als dieser eintraf, Arst 100. Verband der Hausarztvereine. Bezirf Diten: se. Nobel, war der junge Mensch jedoch auch aus seinem vorübergehenden Heim ent- Berlin, Romintener Straße 43/44. Patent 101. Private Institute wichen; er hatte sich in einen Backofen verkrochen, tvo man ihn end- Batentamt, Gitschiner Straße 97-103. empjehlen wir brinzipiell nicht. Wenden Sie sich an das Kaiserliche C. 9. 128. 1895. 21 23. 17. 1. Nein. 2. Es empfiehlt sich Weiterversicherung. heiraten. Die Rechtstraft tritt einen Monat von der Zustellung ab geChemann. 2. Ja. 3. Der Mann tam nach Rechtstraft des Urteils rechnet ein. scheint zweifelhaft. Bir raten von einer solchen ab. Tegel 21. Das ist gestattet, eine Beleidigungsflage er M. 100. Benn Etatisinden des Zermins schriftlich beim Gericht das Gesuch einreichen, daß es fich um ein Strafverfahren handelt, ist das möglich. Sie können vor davon Abstand genommen wird. 8. b. 23. 1. Ja, mindestens arz. 3-5 Tage. Thale, Broden, Jlsenburg, Goslar. Führer: lich aufstöberte, um ihn zwangsweise in die Zwangsanstalt zurua ilhelmine 38. 1. Für die Kosten des eigenen Anwalts haftet der B. Bahnemann, Stargarder Str. 13. Sternberger Land. 3-4 Tage. Reppen, Eilang, Lagow, Pleiske, Sternberg. Führer: P. Kube, N, Brüffeler Str. 4. Zürtenjtr. 19. Prignis. 2-3 Tage. Wittstod, Stlofter Heiligengrabe, Königs grab bei Seddin, Wilsnad. Führer: B. Wille, O, Memeler Str. 60a. Templiner Sweiz. 2-3 Sage. Hammelspring, Lübbefee, Klosterwalde, Templin. Abfahrt Stettiner Fernbahnhof 5.42 Uhr vormittags. ( Löwenberg umsteigen.) Führer: Sommerfeld, Soldiner Str. 2. Fürstenberg, Neustrelit, Neubrandenburg. Führer: G. Köppen, Grumsin. 2-5 Tage. Herzsprung, Glambeder Mühle( Stand quartier). Abfahrt Stettiner Fernbahnhof Sonnabend 6.11 Uhr abends. Führer: Schindler, Novalisstr. 12, bei Weinberg. Medlenburg. 2-8, Sage. Abfahrt a) Sonnabend nachmittags 3.28 Uhr Stettiner Fernbahnhof bis Dannenwalde. b) Sonntag vor mittags 5.42 Uhr Stettiner Fernbahnhof bis Himmelpfort( Fürstenberg umsteigen). Führer: Triltsch, Hausburgstr. 9. Guten Germendorf, Lindow, Siechlinsee, Fürstenberg. 2 bis 3 Tage. Abfahrt Sonnabend 10.17 Uhr abends Stettiner Fernbahnhof. Führer: Pottgießer, Borndorfer Str. 45. Ortsgruppe Reukölln. 31. Mai( Pfingsten). I. 2-3 Tage. Riefengebirge. Auskunft über Abfahrt usw. gibt Schmidt, Canner Str. 20 I. II. 2 Tage nach gäderid, Mohrin, Altenkirchen, Schwebt a. D. Abfahrt Sonnabend abends 8.58 Uhr Briezener Bahnsteig. Weitere Auskunft gibt H. Schröder, Hermannstr. 114, lufg. 4 III. III. 2-3 Tage nach Alt- Hüttendorf, Grumsinsee, Blagefenn, Berbellin fee. Abfahrt Bahnhof Neuföln 5.08 Uhr vormittags, Stettiner Bahnhof 5.50 Uhr vormittags. Weitere Auskunft erteilt B. Jerisch, Richardstr. 111. Ortsgruppe Steglit: 3 Tage durch das Bangethal. Gurtow, Zanzhausen, Berlinchen, Breitenbruch, Fahlenwerder, Miegel, Neudamm. Abfahrt Sonnabend 11.15 Uhr abends. Führer: Wejenad, Stegliz, Ahornstr. 26. Gäste stets willkommen. Arbeiter- Wanderberein„ Berlin. Donnerstag, den 21. mai: Geologisch- prabito rische Studienfahrt nach Frankfurt a. D. Abfahrt 4.16 vom Schlesischen Bahnhof bis Briesen. Banderung zum Briefener und Madlizer See 11.47 Weiterfahrt nach Frankfurt( Stadtbesichtigung), Wanderung durch den Eichwald zur Buschmühle und zur Steilen Wand.( Vortrag.) Gäste willfommen. Die Monatssigung findet nicht Mittwoch statt. Touristenverein Die Naturfreunde". Ortsgruppe Stopenid. Donnerstag, den 21. Mai: Wanderung von Melchom nach Samithsee, Schwärze, Nonnenfließ, Melchow. Abfahrt 4.40 Uhr Bahnhof Köpenid, 5.59 Uhr Stettiner Bahnhof. zu transportieren. Die oft in höherem Maße der Fürsorgeerziehung bedürftigen Sprößlinge der Oberen haben es besser. Sie werden nicht von Gendarmen gebegt, sondern von ihren zahlungsfähigen Eltern freundlichen Erziehern übergeben und landen schließlich in einem feudalen studentischen Korps, wo sie in strafbarem llebermut fogar Eisenbahnzüge gefährden, die Beamten beschimpfen und verprügeln dürfen, ohne daß fie von der Polizei geheizt und vom Gericht mit Freiheitsstrafen belegt werden, und im späteren Leben nehmen sie hohe Regierungsposten ein, zetern über die Verberbtheit der proletariichen Jugend und bekämpfen mit Macht und Eifer die Sozialdemokratie im Interesse von Religion, Ordnung und Sitte. $. 3. 57. Sie fönnen beim Amts6 Wochen. 2. 30-35 2. monatlich. 3. Nein. 4. Düne nähere Darstellung nicht zu beantworten. Suonker N. N. Ihre Auffassung halten wir einlegen und die Untersuchung durch einen anderen Arzt beantragen. für zutreffend. 2. N. Charlottenburg. 1. Ste tönnen Berufung 2. Das ist nicht ausgeschlossen. gericht Klage erheben. G. 8. 100. ein... 50. 1. Landesverficherungsanstalt Brandenburg, Keithstr. 15, 2. Richten Sie ein Gesuch an das Vormundschaftsgericht. 3. Ja. A. S. 1000. 1. Ja, der Berusteilte. 2. Za. Für den Fall, daß der Berurteilte sich eine bestimmte Das Duell Tisza- Rakovsky. Seit gut führt, tft der Grlaß der Straße zu ertvatten. 3. Die Berufungss Zwischen dem ungarischen Ministerpräsidenten frist läuft in Fällen, in denen der Angeschuldigte im Termin anwesend war, Grafen Tisza und dem Abgeordneten Stefan Rawesend, vom Tage der Zustellung des Urteils ab. 4. Damit haben wir vom Lage der Hauptverbandlung ab. Bar der Angeschuldigte nicht anfovath hat am Dienstag nachmittag ein Säbelduell statt- nichts zu tun. R. 8. 55. 1. Darauf haben Sie einen Rechtsanspruch. gefunden. Als Unterstügung ist die Zahlung nicht anzuscheit. 2. Es soll freie Fahrt gewährt werden, jedoch ist die Gewährung immer noch abhängig von dem Willen der Borgeichten. Qu. 37. 1. und 2. Nein. 3. Die Frau ist versicherungspflichtig. Die Meldepflicht hat der Unternehmer, falls er mehr als zwei befdjäftigt. 01. 29. 789. 1. und 2. Ncin. Bitterungsübersicht vom 19. Wai 1914. Es wurden fünf Gänge ausgefochten. Beim ersten erhielt Graf Tisza ant rechten Arm eine belanglose Rizwunde und beim fünften Gange Ratovsky in der Bauchgegend eine fünfzehn Zentimeter lange unbedeutende Schnittwunde. Das Duell wurde hierauf eingestellt. Die Gegner schieden, ohne sich versöhnt zu haben. Unwetter und Ueberschwemmung in Rußland. Stationen Barometer fland mm WindBumppa Windstärke Wetter Temp. n. G. 6° C. 4° N. Stattoneh Barometer sland mm Bind wolfen 16 Haparanda 7525 Bunipis Windstärke Better 771 2halb bb. 15 Betersburg 763 SB heiter, Su Aiew tobte am Montagnachmittag ein heftiger Sturm, der Drahtleitungen unterbra, Bäume umriß und entwurzelte, Fenstericheiben zerichmetterte, Dächer abdeckte und in den Gärten Schaden Swinembe. 769 Stin anrichtete. Ein Droschtenfutscher wurde durch ein los- Hamburg gerissenes Brett getötet, außerdem wurden mehrere Per Berlin 769 D 2 wolfen! 17 Scilly fonen verlegt. Franti. a. 769,90 2 wolfeni 7? Aberdeen München 7670 2wolfig 12 Paris Bien 764 23 bebedt 15 Wie aus Perm gemeldet wird, herrscht auf beiden Seiten des Uralgebirge eine ungetvöhnliche Ueberschwemmung. Die Dampfergesellschaften lehnen die Verantwortung für Beschädigung der Frachten auf den Landungsplätzen ab. In den Geichügfabriken sind einige Abteilungen überschwemmt. Der Hochwasserschaden ist außerordentlich groß. Die Sommer- und Winterjaaten auf hunderten von Deßjatinen find vernichtet. Fast alle Brüden der Tobolster Post Zemb. n. E. 5°.40R 2 Regen 13 77399D 2beiter .13 772.9223 bebeckt 770 AND Swollen 16 4339 Wetterprognoie für Mittwoch, den 20. Mai 1914. Eroden und zunächst vorwiegend heiter, am Tage warm bei mäßigen nördlichen Winden; später zunehmende Bewöllung und etwas fühler. Beritner etterbureau. tag mittag: Bielfach heiter und troden, am Tage warm. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Donners. Rüstengebiete etwas stärkere Bewölkung mit geringer Abkühlung. Später im Zentrale: C., Jerusalemer Str. 32-35 Potsdamer Straße Nr. 2| Friedrich- Straße Nr. 75 Tauentzien- Straße 19 a Rosenthaler Straße Nr. 5 Tauentzien Straße 7b König- Straße Nr. 25-26 Stille Gegr. 1867 Zentrale: C., Jerusalemer Str. 32-35 Oranien Straße Nr. 161| Schönebg., Haupt- Str. 146 Gr. Frankfurter Str. 123 Neukölln, Berg- Str. 25 Chaussee- Straße 114-115 Charl., Wilmersdorfer Str.45 • Elegante Halbschuh= Пeuheiten Stiefel mit feinfarbigen Chevreaux= Leder- Einsätzen und in neuen Phantasieftoffen für Damen und Herren Farbige Schuhwaren erfreuen sich in dieser Saison ganz besonderer Beliebtheit Пeueste Farben ◇ ◇ Aparte Formen Tennisstiefel u. Schuhe Segel- u. Bootsschuhe Leinenftiefel u. Schuhe Sandalen Kinder- Stiefel in rei= zenden Ausführungen Hauptpreislagen für moderne Damen- und Herren- Stiefel 875 1050 12.50 1450 1650 Kein Laden! Problem Cigarettes HRE Garderobe*** auf Teilzahlung Herren- Anzüge, Paletots in prima Qualitäten und in modernsten Stoffen Damen- Garderobe Kostüme, Kleider, Mäntel, Röcke, Blusen usw. in gr. Ausw. Neu aufgenommen! Gazul- Mäntel Neu aufgenommen! bei denkbar kleinster Anzahlung Wochenrate 1 Mark an. Ferner " empfehle: Romplette Wohnungs Einrichtungen. Auch einzelne Möbel zu herabgesetzten Preisen. Sport- u. Kinderwagen. 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Mat 1914 Vormittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gletcher Nummer in den beiden Abteilungen I u. H. Nur die Gewinne über 240 m. find in flammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachbrud verboten) 279( 1000) 345 468 75( 500) 80 681 609 24 52 706 15 66 840 65 91 95 937( 500) 1280 617( 1000) 788 2443 626 703 828 34 67 927 45 3266 4263( 1000) 416 19 22 613 837 963( 600) 5253 95 321 624 69 863 936 6026 75 112 83 343 88 616 615 22 744 873 920 33( 500) 7081 101 9 38 205 76 765 997 8049 215( 3000) 335 498 644 78 99 725( 3000) 950 9152 236( 1000) 417 520 753 10073 411( 3000) 73 514 649 72( 600) 720 942 11109 70 257( 600) 93( 3000) 373 474 627 903( 500) 73( 1000) 12022 66( 500) 629 56 13036 48 68 208 39 336( 500) 449( 3000) 95 639 784 908( 3000) 24 14017 157( 3000) 293 477 652 715 379 15046 204 260 68 659( 3000) 96 888 903 32 71 93 16018 142 84 288 623 782 866 17083 133 45 414 628 725( 500) 868( 500) 18082 136 70 86 289 461 691 854 926 32 13010 168 289 497 582 674( 1000) 91( 600) 208 903 17 75 20159 461 526 725 919 21253 410( 500) 664 704 82 939 86 22046 107 341 747 841 918 23008 73 258 91 475 628 8( 1000) 843 24068 110 216 358 435 606 63 67 641 57 786 801 25127.28 36 87 244 78 403 26 610 26046 271 678 735 28425 74 687 764 882 918 71 27142 250 341 462 802 946 ( 500) 903( 500) 29166 325 427 40 55( 1000) 72 81 524( 1000) 60 65 606 748 814 32( 600) 958 31236 3C060 92 104 280 300( 1000) 38 51 64 60 637 752 472 74 712 31( 500) 868 910 32071 114( 1000) 97 323 419 85 684 711 33038( 500) 75 139 210 47 89 342 436 56( 500) 527 858 ( 1000) 84010 75 144 65 368 82( 1000) 91 466 562 90 614( 1000) 962 35221 23 24 612( 500) 769 988 36003 35 96 172 74 252 672 93 783 868( 500) 952( 1000) 37411 660 906 75 88467( 1000) 635 817 927 20148 201 20 486 521 43 820 57 943 56 42070 44050 45103 40000 73 215 80 410 511( 1000) 636 715 73 836( 3000) 902 18 84 41057 121 73 638 879 740 71 823 76 96 955 108( 500) 250 758 876 43042 43 361 73 682 883 977 175 77 83 92 337 46 626( 3000) 718( 1000) 914 43 46 267 79 311 609 802 3 937 46076 890 714 828 38 47166 288 360( 500) 448( 1000) 668 769 48002 3( 500) 72 465 546 69 606 61 49159 248( 600) 457 565 620 43 722 36 819 953( 1000) 50051( 500) 377 89 419( 500) 674 747 93 933 51629( 1000) 84 668 865 62014 555 723 816 38 942 53153( 3000) 770 91( 500) 819 947 54020 170 79 85( 500) 306 35 497 634 38 722 939 64 55120 241 68 709 916 56000 69 181 231 331 680 870 57 035 44 163 219 422 40 69 91 769 993 58205 424 683 59051( 500) 110 49 66 62 220 27( 500) 98 234( 500) 40 449 658 71 60005 8 64 124 216 63 629 62 733( 500) 985 01232 64 264( 500) 99 451 603 57 654 63 734 814 71 62526 720 933 26 23 03030 67 466 94 548 63 99 815 948 G4014 74 96 214 63 80 92 903 65037 45 233 410 798 905 66013 27 254 384 419 689 753 90 67051 90 206 432( 1000) 543 631-77.781 993 62002 142 352 81 418 576( 3000) 846 900( 1000) 47 69080 114 23 343 48 85 409 690 742 838 943 70011( 3000) 12 167 218 99 323 460 636 46 79 884 964 89 636 46 79 884 ( 500) 71121 60 90 245 71 579 95 601 66 96 788 935 36 72227 423 62 610( 500) 668 733 884 992 73067 141 90 272 430 519 26 878 96 74101 209 67( 3000) 494 99 567 69 631 721 900 ( 1000) 75137 64 311 65 439 50 54 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Prensisch- Süddeutsche ( 230. Königl. Vreuk.) Klaffenlotterie 5. Klaffe 10. Biehungstag 19. Mai 1914 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 Mt. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.) ( Nachdrud verboten) 411 74 567 658 72 1019 216 68 555 91 642 65 841 952 2185 210 313 77 407( 500) 745 3072 76 84 244 46( 500) 442 500 24 54 99 925 66 4002 238 48 307 59( 3000) 72 504 54 639 720 397( 3000) 5146 292 373( 500) 551 828 55.903 19 56 8064 98 114 235 614 57 921 7032 45 49 162 278 358 466 503 648 729 902 39 8021 128 85 234( 1000) 75 343 86 429 38 42 618 718 59 814 84( 500) 8039 123 225 387 503 675 81 761 73 829 10104 29 266 477 856( 1000) 11015 216 31 477 738 806 71 992 12145 252 58( 3000) 81 425 56 89 647 811 91( 1000) 13021 26 291 475 76 617 21 700 10 38 14273 365 675 81 625 727 37 853 927 15592 514 98 618 900 10048 176 218 334 436 84 551 768 823 74 936 17128( 500) 276 478 570 18070 93 209 341 629 53 730 82 917 23 19011 379 777 88 20086( 1000) 234 68( 1000) 362( 500) 90 486 654 817( 1000) 72( 500) 86 21005 21 61( 1000) 101 283( 500) 363 458 508 62 ( 500) 98 987 22128 79 85( 1000) 88 318 409 764 986 23410 96 648 751 916 24166 305 95 505( 3000) 11 40 774 93 800 43 900 25009 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85 408 23 97 623 74 89 852 196148 66 201 5 29 469( 500) 506 41 681 714 936 197014 317 650 984 94( 500) 95 198014 30 336 481 96 531 692 971 78 199001( 500) 103 277 91 455 576 703 200030 89 103 274 547 68 810 201094( 1000) 193 260 720 32 57 893 932 202174( 500) 541 636 767 203074( 500) 224 331( 1000) 471( 1000) 588 93 702 902( 500) 204033 102 22( 500) 283 822 968 205066 290 498 623 778 923 39 68 206006 99( 3000) 439 70 519 72 764 810 207005 216 98 331. 62 78 473 625 98 919( 1000) 69 84 208169 337 67 524 57 83 715 61 867 917 209159 334( 500) 433 46 84 719 210365 76 500 211059 182 206 26 58 385 514 78 917 71 212160( 500) 68 85 239 69 392 557 837 3005( 500) 12 145 263 418 526 33 612( 1000) 722 49( 500) 74( 3000) 825 214058 81 335 528 659( 500) 991 215134 448 777 862 216236 384 ( 500) 408 46 687 701 33 59 845 217321 74 513 37( 500) 64 617( 8000) 791 949 64 89 92 218046( 500) 127 216 30 378 91( 500) 751 810 17 88( 1000) 939( 3000) 219370 445 519 82 749 79 943 220158 223 40 65 499 824 904 28 221029 114 385 440 51 73 97 766 839 42 966 222009 53 135( 1000) 229 588 785 839( 3000) 913 67 223088 244 329( 500) 39 54 584 703+500) 826 87 955 224045 431 616 225378 521 51 99 605( 500) 19 27( 3000) 782 805 94 226009 317 61 96 452 541 757 931 227047 300 49 67 95( 500) 685 918 56 228007 126 280( 600) 477 80 89 557 767 918 229277 80 466 630( 500) 85 791 230131 712 44( 500) 981 231000 56 378 950 70( 600) 83 232059 400 9 27 77 627 41 950 233008 509 822 48 88 922 78 Juz Gewinnrade verblieben: 2 ramien zu 300 000 m., 2 Gen winne gu 200 000 02., 2 zu 100 000 0., 2 zu 75 000 m., 2 u 60 000 90., 4 zu 50 000 02., 4 zu 40 000 m, 10 zu 30 000 S., 16 13 000 9, 50 zu 10 000 202, 134 au 5000 m, 1680 au 3000 3408 su 1000., 4716 au 500. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil veranito.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei a. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. JIr. 136. 31. IahkMg. 3. Stilsnt des Jorinirts" forliiitt llolhstilait. Piftodid, 20. P«i 1911 Reichstag. 262. Sitzung. Dienstag, den 19. Mai 1914, vormittags 19 Uhr. Am BundeSratstischo: L i s c o. Einige Rechnungs fachen werden dcbattcloS erledigt. Es folgt die dritte Lesnng des Konkurrenzklauselgesetzcs. Abg. Marquart(natl.): Ich betrachte das Gesetz als schwere Schädigung der Volks intereffcn und bleibe mit dem Leipziger HandlungSgehilfenverband auf„reiner ablehnenden Stellung bestehen. Abg. Giebel(Soz.): Die bürgerlichen Parteien haben den Handlungsgehilfen einzu reden versucht, datz ihnen das Gesetz erhebliche Lorteile bringe, aber sie haben nicht einmal die Angehörigen der Harmonieverbände davon zu überzeugen vermocht, wie die Worte des Vorredners be- weisen. Um so lauter hat die, T e x t i I w o ch e � gejubelt, das Gesetz sei eine wertvolle Errungenschaft für die Unternehmer. lHörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun dringt das Gesetz ja unzweifelhaft den Handlungsgehilfen gewisse Augesländnifse, so das Verbot der Konkurrenzklausel bis zu 1599 M. Gehalt— eine freilich viel zu niedrige Grenze— und die bezahlte Karenz. Aber diese Errungenschatten haben wir Sozialdemokraten in mühsamem Ringen der Regierung abgepreßt, während Sie nur den besten Teil unserer Errungenschaften wieder preisgegeben haben. Insbesondere daß dem Unternehmer neben der verwirkten Konventionalstrafe eine Klage auf Er- füllung gegeben werden soll, ist ein direkter Rückschritt. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Diese Rückschritte treffen nun die Handlungsgehilfen ganz gewiß, ob ihnen von dem Gesetz auch nur der geringste Nutzen zuteil wird, das bleibt andauernd zweifelhaft. Denn die Unternehmer haben schon durch den Mund des Kommerzienrats Guggenheim angekündigt, daß sie durch geheime Abreden sich gegen jede höhere Last wehreu würden. Da« ist eine offene Kampfansage gegen die HandlungSgehilfenschast und eine derbe Quittung für die ReichStagsmehrheit, die den Handlungsgehilfen jeden Schutz gegen geheime Konkurrenzklauseln versagt hat.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Meine politischen Freunde lehnen es ab, an diesem Gesetz, dos eine Täuschung und Schädi- gung der Handlungsgehilfenschast ist, mitzuwirken.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Weinhanse»(Vp.): Die große Mehrbeit der Handlungsgehilfen b i l l i g t das Gesetz. Wir haben den erreichbaren Fortschritt genommen. Hierauf wird daS Gesetz in dritter Lesung von den bürgerlichen Parteien fast einstimmig angenommen. DebatteloL werden in dritter Lesung angenommen das Duellgesetz des Reich«Jage«, die neue Gebührenordnung für Zeugen und Vachverständige und das Spionage- g e f e tz. Es folgen Wahlprüfuuge«. Die Wahl des Abg. A l p e r s(Welse in Harburg) beantragt die Kommission für gültig zu'erklären. Abg. Stadthageu(Soz.): Wir beantragen Ungültigkeit. Es liegt unzweifelhaft amt liche Wahlbeeinflussung durcb die Kriegervereine und den Kreiskrieger- verband vor. Die Kommission hat sich darüber hinweggesetzt, weil dieser Einfluß auch gegen die Welsen gerichtet gewesen sei. Aber das trifft nur für die Hauptwahl zu, nicht für die Stichwahl. Die Wahl muß deshalb für ungültig erklärt werden.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Neumann Hofer(Vp.): Die Entscheidung der Kommission ist in der Tat nicht halt dar. Ich beantrage Zurückverweisung. Gegen die Stimmen der Rechten wird die Zurückver- Weisung beschlossen. lieber die Wahl des Abg. v. M a s s o w(k.) werden auf Antrag der Kommission Beweiserhebungen beschlossen, die auf Au- trag Dr. e um a n n- H o f e r— der gegen die Stimmen der Rechten angenommen wird— auf weitere Punkte ausgedehnt werden. Die Wahlen der Abgg. R o g a l l a v. Bieberstein(f.), Dr. P a ch n i ck e(Vp.), Graf W e st a r p(!.), Witt- Marienwerder(Rp.). Graf E a rm e r- Zieserwitz(f.) werden debattelos nach den Kommissionsanträgen für gültig erklärt. lieber die Wahl des Abg. Bassermann(natl.) sowie über die Wahl des Abg. Dr. Gras S ch w e ri n- L v w i tz(k.) werden ebenfalls cntspreckiend den Kommissionsanträgen Beweis- erheb a« gen beschlossen. Es folgt die dritte Lesung des Etats. Abg. Ledcbour(Soz.): Es ist üblich, bei der dritten Lesung des Etat? eine allgemeine zusammenfassende Uebersicht über die Ergebnisse der Session und ihre Siesultate für den sozialen und politischen Fortschritt zu geben. Da wir aber leider erst vor wenigen Tagen den Etat des Reichskanzlers hier beraten haben, werde ich mich auf kurze Er- gänzungeu und solche Fragen beschränken, die erst ganz neuerdings aufgetaucht find. Wenn eS noch eines Beweises bedurft hätte, wie notwendig eine solche Reform der Geschäftsführung in diesem Haufe ist, wie ich vor einigen Tage» hier bei der zweiten Lesung des Etats des Reichstags gefordert habe, so hätten die gestrigen Vorkommnisse dafür einen schlagenden Beweis geliefert.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Abends um Va9 Uhr, nach 8'/zstündiger Sitzungs- dauer, haben noch eine Anzahl Abgeordneter den Versuch gemacht, die dritte Lesnng des Etats zu forcieren. Das Tohuwabohu, das dabei entstand, hat sie eines Besseren belehrt. Aber schon die bloße Möglichkeil eines solchen Versuches beweist, daß wir uns zu Beginn der nächsten Session über eine beffere Arbritsriuteilung verständigen müssen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Da- bei muß ich allerdings noch einmal unterstreichen, in wie unver- antwortlicher Weise der Reichstag von der Reichsregierung mißhandelt wird. Weiß jemand von Ihnen, meine Herren, ob der Reichstag heute geschlossen oder verlagt wird? Die Scheuerfrauen wissen e§ vielleicht, wir Abgeordnete nicht.(Heiterkeit und Sehr gut I links.) Bielleicht haben einige Herren etwas munkeln hören.(Zurufe.) Was, selbst die Herren von der Reichspartei haben nichts munkeln hören! Das ist ja noch nicht dagewesen.(Große Heiterkeit.) Jeden- falls müssen wir der Oeffentlichkeit klar machen, daß die Art und Weise, wie die--egierung sich erlaubt, mit dem Reichstag umzu- springen, einfach nicht mehr ertragen werden kann.(Lebh. Zust.) Jede Regierung hat den Reichstag, den sie verdient, und jeder Reichstag die Regierung, die er verdient(Sehr wahr), und der Reichstag verdiente weiter mißhandelt zu werden, wenn er{ich nicht' zur Wehr setzte.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der jetzige Zustand ist um so unerhörter, als inan dem Reichstag unter gewissen Umständen Frcifahrtkarten und die V e r- t a g n n g in Aussicht gestellt hatte. Bon den Parteigängern der Regierung wurde vor der Abstimmung über die Besoldungsvorlagc getuschelt, wenn der Reichstag sich in diesem Punkte willig zeige, werde die Regierung über die Vertagung und deren Borteile mit sich reden lassen. Hat man denn gar kein Gefühl für die Würde und Selbstachtung des Reickstags, daß man glaubt, ihn in dieser Weise ködern zu können? Erfreulicherweise haben diese Lockrufe auf unsere Entscheidung gar keinen Einfluß gehabt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aber wir dürfen keine Zustände dulden, unter denen noch einmal solche Gedanken auftauchen könnten. Wenn die Reicksregierung eine Spur von Achtung für den Reichstag hat, müßte sie gerade jetzt dem Antrag Bas s ermann zustimmen. (Sehr wahr!) Für das Verhalten der Regierung gegenüber der S o z i a l r e f o r nr ist der Briefwechsel deS Staatssekretärs Dr. Delbrück in Sachen der.Volksfürsorge" sehr charakteristisch. Schon bei der zweiten Lesung des Etats für das Reichsamt des Innern hat Dr. Delbrück erklärt, es müsse im Interesse der weltpolitischen Eni Wickelung Deutschlands eine größere Pause in der Sozialrcform gemacht werden. Mehrfach hat er betont, die Sozialreform müsse verständig sein, das heißt auch dem Arbeitgeber das nötige Matz wirtschaftlicher und moralischer Ellbogenfreiheit wahren. Wegen dieser scharfniackerischen Redensarten zur Verantwortung gezogen, hat er dann natürlich versickert, er arbeite unablässig für das Wohl der Arbeiter. Wie das gemeint ist, haben wir nun bei der.Volkssürsorge" gesehen. Auch der Staats- sekretär hat sie an sich als ein Kulturwerk ersten Ranges anerkannt, das eigentlich von allen anständigen Menschen gefördert werden müßte. Trotzdem hat er alle seine Einflüsse gegen die„Volksfürsorge" aufgeboten, bloß weil eS ein Arbeiter- unternehnien war. das nicht unter Regierungseinfluß stand. sondern aus der freien Initiative der Arbeiter selbst hervorgegangen ist. Dr. Delbrück mußte zugeben, daß die.Volksfürsorge" init keinerlei Parteipolitik und Parteiorganisationen zu- sammenhängt. Aber alles, was die Arbeiter tun, ohne Aufsicht der Regierung und der Unternehmerschaft, wird einfach für sozial« demokratisch erklärt. Wir können uns über eine solche Rcklanie nur freuen. Sie wird die Popularität der Sozialdemokratie in der Arbeiterschaft nur erhöhen können. Jedenfalls haben wir bei dieser Gelegenheit erfahren, wie der Staatssekretär hinter den Kulissen zu den Worten steht, die er öffentlich proflamiert.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Wenn er wieder einmal mit ge- läufiger Zunge, aber dem charakteristischen starren Ausdruck sein Wohlwollen für die Arbeiter versichert: werden wir ihm einfach antworten: Schöne Maske, Dich kennen wir! (Große Heiterkeit.) Herr Delbrück ist das geworden, waS seine Vorgänger abgelehnt haben, ein Staatssekretär für die Verschleierung der sozialen Rückschrittlerei. Er erfüllt damit die Aufträge der Großindustrie, für die sich jetzt im sächsische» Landtag Nationalliberale und Konservative ja um die Wette eingesetzt haben. Er arbeitet im Sinne der altnational- liberalen Korrespondenz, der nationalliberalen Gebeimregierung während der permanenten Abwesenheit Bassermannii(Große Heiter- keit). daß alle sozialreformerischen Bestrebungen im Interesse der weltpolitischen Ausbreitung der deutschen Industrie eingestellt werden müßten. Die Regierung ist entschlossen, mit der Sozialpolitik auf absehbare Zeit Schluß zu machen.(Hört! hört! bei den Sozial demokraten.) Der Reichstag hat ebenso wie in der Sozialpolitik gegenüber der M i I i t ä r w i l l k ü r versagt. Der neue Kriegsminister, der ins Anit berufen wurde, damit man sich über die Versprechungen Heeringens um so leichter hinwegsetzen konnte, ist offenbar wegen seiner Redefähigkeit gegen die Sozialdemokratie zu seinem Posten gekommen. Es hat ja etwas Erheiterndes in unseren ernsten Debatten, wenn so ein Offizier, vollgepfropft mit den Kadettenhausideen, gegen die deutsche Arbeiterpartei anstürmt. Neben ihm schreitet säbelrassend und eisenfresserisch der General Wild v. Hohenborn, als wollte er zwei Sozialdemokraten auf cinnial auf die Spitzen seines ausgezwirbelten Schnurrbartes auf- spießen.(Schallende Heiterkeit.) Sie beide erinnern lebhaft an die Kavallerirattacken des Ritters Do» Ouichote de la Mancha und seines wackeren Sancho Panfa. (Erneute Heiterkeit.) Aber bei der militärfrommen Stimmung de« Reichstages kann die Regierung ja schicken, wen sie will; nur einmal bei der Ablehnung des Neubaues für das Militärkabinelt ist der Reichstag wenigstens bisher gegen die militaristische Anmaßung fest- geblieben. Es ist ja überhaupt sonderbar, was man uns als Re- gierungsvertreter hier geschickt. Nach welchen Grundsätzen werden die Herren eigentlich ausgewählt. Herr v. Falkenhayn hat uns in der Budgetkommiisioii erzählt, als er Adjutant eines hohen Herrn gewesen wäre, hätte sich der damals noch erfolglose Graf Zeppelin an diesen gewandt und um eine Unterstützung gebeten: da habe ihm der hohe Herr gesagt: Schreiben Sie doch einmal eine Ablehnung, und da habe er sich hingesetzt und aus allerlei Flugschriften haar- klein beiviesen, daß sich ein Zeppelin niemals in der Luft halten könne.(Große Heilerkeit.) Wenn damals Herr v. Falkenhayn seinem hohen Herrn erwidert bätte, sein Gewissen erlaube ihm nicht, auf Kommando ein Urteil über eine Sache ab- zugeben, von der er nichts verstehe, dann sähen wir ihn heute gewiß nicht hier.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Tann wäre er ganz gewiß nicht General geworden. Nur die Leute, die auf Kommando alles beweisen, schickt man uns als Minister hierher. Wer losdonnert, wenn eS ihm befohlen wird, der strenge Arrest sei eigentlich ein Spaß, der ist der richtige Mann, der nur ein Amt und keine Meinung hat. C o ist nicht bloß der Kriegs- minister, so sind die Minister überhaupt, Minister und Reichs- kanzler dürfen in Preußen-Deutscklnnd keine selbständigen Köpfe und Charaktere sein, sondern müssen sich der gottgewollten Abhängigkeit vom preußischen Junkertum stets bewußt bleiben. Neben diesem ist auch der monarchische Ein- fluß nur dekoratives Beiwerk. De» maßgebenden Einfluß haben Kapital und Großgrundbesitz, und die Negierung ist eine Partei- regier nng der konservativen Minderheit.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Dafür haben wir gestern im preußischen Abgeordnetenbaus an Herrn v. Loebell wieder einen glänzenden Beweis erlebt. Wie bewundernngswürdig, hoffnungsfroh sind� doch selbst die am weitesten links stehenden bürgerlichen Politiker.(Sehr ivahr! bei den Sozial- demokraten.) Weil Loebell BülvwS Blockpolitik gemacht hat, haben ie sich eingebildet, Loebell müffe als konsequenter Politiker und überzeugter Ehrenryann wieder Blockpolitik mache». Aber Loebell hat sich löblich oder Loebellisch unterworfen(Große Heiter- keit) und ist von Dallwitz nicht im mindesten zu unterscheiden. JWir ind offen in die Rückwärtsära eingeschwenkt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auf ein Eingreifen des Reiche? in M e ck l e n b ur g ist absolut nicht mehr zu rechnen, und in Preußen soll es rückwärts statt vor- wärts gehen. Auch das preußische Zentrum hat nunmehr zum ersten Male ausgesprochen, daß es für die Einführung des Reichstagswahl- rechts in Preußen nickt zu haben ist. Ick stelle fest, daß auch die Zentrumsfraktion des Reichstages diese Erklärung gegen das gleiche Wahlrecht ohne jeden Widerspruch hinnimmt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Den Höhepunkt bildete im Dreiklassenhaus natürlich Herr v. Heydebrand, der meinte, er stehe sest mit der Hand am Schwettlnauf. Als ich das las, habe ich mir gesagt, das möchtest du doch mal sehen.(Schallende Heiterkeit.) So WaS sieht m a n nicht a l I e T a g c.(E.rncute Heiterkeit.) Heydebrand als Erzengel Michael den Drachen der Revolution mit dem gewaltigen Ritterschwert e» legend, das muß schon sein.(Heiterkeit.) Heydebrand bat uns direkt um ein bißchen Revolution angefleht. Wir sind eine Partei der Revolution, aber nicht im Sinne der Putscherei, wir sind l ä n g st drin in der Revolution, die allmählich unsere Ziele verwirklichen muß.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten,) Die bürgerlichen Parteien selbst müssen an dieser Entwickelung mit- arbeiten. Dabei denke ich freilich am wenigsten an die Fort- schrittler, die man als unsere Hörigen rm preußischen Drei- klassenparlament ivild beschimpft hat. Ich bestätige den Fortschrittlern gern, daß sie genau so selbständig und von uns unabhängig find wie jede andere Partei.(Sehr ivahr I bei den Soz. Lachen rechts.) Stichwahlhrlfe nimmt jede Parier von uns, auch die konservative, wenn sie sie nur kriegt. Wenn das Zentrum das ableugnet, so ver- fährt eS nach dem"alten Jesuitengrundsatz, zu leugne», was man getan hat.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Augenblicklich möchte das Zentrum gegen uns sammeln. Im wunderschönen Monat Mai ist in den Herzen der beiden jungen Leute B o l t g e r und Erzberger die Liebe zu einander aufgegangen.(Heiterkeit.) Jeder derartige Sammelblock gegen die Sozialdemokratie konnte nur durch- aus reaktionäre Politik treiben, und dann würde die p r o l e t a- tarische Riassenbeivegung um so kräftiger und umfangreicher. Wir babeu solche Blockbestrebungcn nicht im mindesten zu fürchten.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ein Beispiel solcher bürgerlichen Blockpolitik haben wir ja gester» schon erlebt. Sie haben bei den Dampfcriubpentionen der Regierung kapitalistische Interessen noch über deren Willen hinaus aufgezwungen und Millionen verschleudert. Dafür knappst und knausert man bei den Angestellten und sogar bei den Veteranen mit jedem Pfennig.(Sehr wahr! bei den Vozialdcmokraten.) Wie die bürgerlichen Parteien der sozialen Revolution vor» arbeiten, das hat die Duala-Enteignnng gezeigt. In Deutschland werden die Polen aus parteipolitischen, in Kamerun die Duala aus rassepolitischen Gründen enteignet. Wenn Sie selbst die Enteignung so leichtbin beschließen, und den Ast der Heiligkeit des Eigentums absägen, auf dem Sie sitzen, dann wird sich eines Tage? das Volk sagen, wenn schon enteignet werden soll, dann enteignen wir lieber die paar großen Ausbeuter zugunsten der breiten Massen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) In diesem Sinne arbeiten wir revolutionär, aber nickt in Heydebrands Sinne putschistisch. Das Volk bat heule andere Waffen, als Flinten und Revolver, vor allem den politischen Massenstreik, der auch bei uns kommen wird und kommen muß. (Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese Enl- Wicklung zur Revolution kann keine Macht der Erde aufhalten. Wenn Sie den Ratschlägen des Jannschauers oder anderer moderner Prinzenerzieher(Große Heiterkeit links) folgen und Gewalt» streiche gegeil den Reichstag unternehmen, wird der Tag des Kampfes und der Entscheidung»ur um so früher kommen,(sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Sie haben in den letzten Tagen wieder eifrig an unserer Vaterlandsliebe ge« mäkelt. Diese Vorwürfe bedeuten eine Vergiftung de» politischen Kampfes und stehen unter dem Niveau des parlamentarischen Anstands.(sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Ihre Vaterlandsliebe besteht darin, daß Sie das. Militär nach außen hin zu imperialistischen Plänen ausnutzen, und im Jnlande zur Niederhaltung der Volksbewegung verloenden wollen. Diesen Plänen gegenüber sind wir Anti- Militaristen, aber wir denken nicht daran, das Vaterland wehrlos zir machen. Wir sind überzeugt, daß Ehre und Ansehen des deutschen Volkes nach unseren Grundsätzen am besten gewahrt sind, und er- füllen unsere patriotische Pflicht, indem wir für daS deutsche Volk Wohlfahrt und Freiheit erkämpfen.(Stürmischer Beifall bei den Sozialdemolraten.) In der E i n z e I b e r a t u n g frägt beim Etat des Auswärtigen, Amtes Abg. Basscrmann(natl.) an, ob dafür gesorgt sei, daß die loirtsckaftlichen Interessen der Deutschen in Marokko, speziell bei Vergebungen, genügend geschützt werden. Unterstaatssekretär Zimmermann erklärt, daß bei der französischen Regierung Vorstellungen erhoben find über die die Verhandlungen nock schwebe«. Wenn diese zu keinem befriedigenden Resultat führen, werde das Schiedsgericht angerufen werden, ES folgt der Etat des Rcichsamts des Innern. Beim Titel Staatssekretär ergreift das Wort Abg. Baner-Breslau(Soz.): Tie Bestimmungen der Reichsvcrsicherungsordnung über die BersichernngSpflicht der H a n S g e w c r b e t r e i b e n d e n find sehr mangelhaft und unklar, wie ich schon einmal hier auS- geführt habe. Die vom Ministerialdirektor Caspar in Aussicht gestellten Mustersatzungen sind noch immer nich� erschienen und die Verlegenheit, die den Krankenkassen auS der Unklarheir der ein- schlägigen Bestimmungen erwächst, dauert fort. Ich bitte darum. daß hier bald Wandel geschaffen ivird und empfehle die Pesolution Dr. Pfeifser-Ouarck- Kvbnrg zur Annahme, die ein Not- g e s e tz zur einstweiligen Regelung der Krankenverflcherungs- Pflicht der selbständigen Hausgewerbetreibenden verlangt. Dagegen lehnen wir die Resolution Westarp ab. die die Befreinng der in einem Arbeitsverhältnis zum Familicnhcmpt stehenden Familienaugehörigen von der Versicherungspflicht bezweckt, weil sie teils bedenklich, teils unklar ist. Der Resolution Spahn betr. die Erweiterung des KoalitioitsrechiS stimmen wir natürlich zu, wenn wir uns auck der Besorgnis nickt perschließen können, daß hier wieder neues Material für den Papierkorb des Bundesrats geliefert wird.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schiffer(Z.)' begründet die Resolution Spahn betr. die Erweiterung des Koalition--- rechts und verweist auf die vielfachen Beeinträchtigungen, denen dicS Recht zumal in Preußen ausgesetzt sei. Redner empfiehlt weiter die Resolution Pfeiffer- Ouarck nnd die vom Zentrum, von den beiden liberalen Parteien und der Wirtschaftlichen Vereinigung beantragte Resolution P o s a d o w S r y, die die beschleunigte Durch- führung des HauSarbeitSgesctzeS verlangt. Ministerialdirektor Caspar: Die Ausführungen der Vorredner enthielten zum großen Teil recht wertvolle Anregungen, die die Reichsregierung vermutlich den einzelnen Bundesregierungen unterbreiten wird. Die große Ver- schiedenheit der einschlägigen Verhältnisse in den einzelnen deutschen Landesteilen kompliziert die ohnehin schwierige Bersicherungs« materie,— Die weiteren Ausführungen des Redners bleiben auf der Tribüne unverständlich. II. a. scheint er die Beeinträchtigungen des KoalitionsrechlS, speziell in Preußen, zu bestreiten. Abg. Schiffer-Magdeburg(natl.) wendet sich gegen die Resolution Spahn, insofern sie Bccin» trächtigungen des Koalitlonsrecktes mit Strafe bedroht. Man habe in Deutschland schon gerade genug Strasbestimmunge». Abg. Dr. Pfeiffer(Z.) begründet seine oben erwähnte Resolution. Abg. List Eßlingen(natl.) spricht seine Genugtuung darüber aus, daß die Regierung dem Antrag Pfeiffer-Ouarck zustimme. Die Resolutionen Spahn— in allen ihren Teilen— Westarp und Pfciffer-Ouarck werden angenommen. Bei einem weiteren Titel bittet Abg. Trendel(Z.) die Zuwendungen an soldatenreiche Familien auch dann zu gewähren, wenn die Eltern resp. Großeltern der betr. Soldaten nicht mehr am Leben sind. Zum Kapitel. Reichs schulkom Mission� beantragen die Abgg. A l b r e ch t und Gen.(Soz.) Einstellung einer Summe in den nächsten Etat zum Ausbau der Reich« schulkommission im Sinne des diesjährigen Reichstagsbeschlusses. Ein Antrag der vereinigten bürgerlichen Parteien wünscht Bei- Hilfen an das Preußische Zcntralinstitut für Er- Ziehung und Unterricht. Abg. Schiffer-Magdeburg(natl.) begründet diesen Antrag. Ministerialdirektor Lewald: Die Reichsregierung ist bereit, den Antrag wohlwollend zu prüfen. ES stehen ihm aber Bedenken staatsrechtlicher Natur ent- gegen. Abg. Schulz-Erfurt(Soz.): Wir sind leider genötigt, gegen den Antrag Schiffer Stellung zu nehmen, und selbst die etwas»iiibequenre Bundesgenoffenschaft, die wir in dieser Angelegenheit bei der Reichsrcgierung zu finden scheinen, kann uns in dieser Stellungnahme nicht beirren. lHeiterkeit.) Wie wissen nichts Authentisches über dies Zcntralinstitut, das nun auf einmal aus Rcichsmitteln unterstützt werden soll; wir wissen auch nach den vorausgegangenen Lusführungen der Herren Schiffer und Lewald nicht, ob Preußen sür dieics, ob nun private oder staatliche Institut eine Unterstützung vom Reiche gewünscht wird oder nick>t. Einigermaßen erstaunt bin ich darüber, daß auch Lehrer, lvie z. B. der fortschrittliche Herr S i V k o v i ch, diesen Antrag mit unterzeichnet haben. Ich brauche kaum zu betonen, daß wir jede Pflege der Bildung und Erziehung auf jede Weise zu unter stützen bereit sind. Aber die Mittel, die das Reich für diese Zwecke aufwendet, müssen unter Reichsverwaltung stehen. Wir haben das allcrcntschicdcnstc Mißtrauen gegen Preuße« und nun erst gar gegen das preußische Schulwesen. sLebhafte Zw stimmung bei den Sozialdemokraten.) Unser Antrag, den wir unter Zurückstellung unserer bedeutend Weitergehenden Wünsche ein gebracht haben, ist die Wiederaufnahme des liberalen Antrages vom Februar diese« JahreS. Wir find einigermaßen gespannt, ob die Liberalen jetzt ihr eigenes Kind verleugnen oder anerkennen werden. tHeiterkeit und Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag Albrccht wird gegen die Stimmen der�Soziall demokraten abgelehnt, der Antrag Schiffer gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Es folgt der Militäretat. Abg. Schöpflin(Soz.): Ich habe verschiedene Fragen an den Kriegsminister zu richten Ist ein Erlaß ergangen, der vorsieht, daß die lvegen Verbrechen oder bestimmter Vergehen verurteilten ausgehobenen jungen Leute von vornherein in die A r b e i t s a b t e i l u n g e n gesteckt werden sollen? Fälle wie der Fall unseres Parteigenossen S t ö ck e r müßten die Be fnrchtnng erwecken, daß man auch politisch mißliebige Personen in die Strafabteilungen stecken könnte. Ferner möchte ich den Krieg« minister um Auskunft bitten, ob der Unteroffizier in Montigny, der so tragisch durch Selbstmord geendet hat, von dem Hauptmann i it den Tod getrieben worden ist. Schließlich noch eine Frage: in der 252. Sitzung vom 8. Mai, als von der Nichtbesörderung der Juden zu Reserveoffizieren die Rede tvar, tat der Kriegsminister eine Aeußerung, die ganz allgemein so verstanden wurde, daß er den Zustand als verfassungS widrig bezeichnete. Ich habe deutlich die Worte vernommen,«der Zustand ist verfassungswidrig', und die ganze Presse hat ebenso be richtet. Im amtlichen Stenogranim aber steht statt„ist".scheint' tHort! hört! bei den Sozialdemokraten. Zuruf�deS Abg. Werner Gießen.) Mit Ihnen, Herr Kollege, in dieicin Stadium der Ver- Handlungen über VerfaffungSfragen zu streiten, habe ich zurzeit keine Lust, zumal gegen gewisse Eigenschaften gewisser Leute selbst die Götter vergebens kämpfen. tHeiterkeit bei den Sozialdemokraten. Jedenfalls bitte ich den KriegSminister um Antwort auf meine Frage. Generalmajor v. Langcrmaun: Die Entscheidung über die Frage der sofortigeir Einstellung vor- bestrafter Mannschaften in Strafabteilungen ist noch nicht entschieden. Es handelt sich um den Schutz der Mannschaften vor üblen und entsittlichenden Einflüssen.— Nach den über den Fall in Montigny angestellten Ermittlungen ist kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß der Kompagniechef den übrigens als gutmütig, o ständig nnd bildungöeifrig geschilderten Unteroffizier irgendwie zur Verzweiflung gebracht habe.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wie ist es»iit dem korrigierten Stenogramm?—) ' Ministerium ab. Wir glauben nicht, daß soviel Kräfte für bloße I Problem für sein Anskunftserteiluug nötig sind. Es soll offenbar die Presse besser im geborenen eintreten. Sinne der Militärverwaltung bearbeitet werden. Dem offiziösen Preßunfug werden lmr in Zivil und Uniform entgegentreten (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Kabinettsorder Friedrich Wilhelms III. über die Pflicht der Offiziere, dein Bürger höflich entgegenzutreten, ist von zwei KriegSminiftern als gefälscht bezeichnet worden. Ich war so vertrauensselig, dieser mit amts- mäßiger Bestimmtheit abgegebenen Kriegsniinistererklärung zu glauben. Nach den Mitteilungen des Abg. Dr. Müller- Meiningen werde ich gegen KriegSminister nicht mehr.so vertrauensselig sein. (Große Heiterkeit.) Die Stenogrammkorrektur des Kriegsministers und die Art. wie er ste verteidigt, lassen, nach Art des Grafen Westarp ausgedrückt, vennuten, daß sein Blut t a l m u d i st i s ch e n Beziehungen nicht fernsteht.(Schallende Heiterkeit.) KriegSminister v. Falkeohayn: Die angebliche KabinettSorder Friedrich Wilhelms IH. von 1795 ist bereits 1798 vom Generalfeldmarschall v. Möllendorf als grobe Fälschung entlarvt worden. Das genügt wohl.(Lebhafter Beifall rechts.) Wenn ich in Zukunft etwas erkläre, jverde ich eS im übrigen nicht erst durch Dokumente belegen.(Stürmischer Beifall rechts.) Abg. Dr. Spahn(Z.): Das Pcesseburcau des Kriegsministeriums soll 42 000 M. kosten. Vielleicht prüft der KriegSminister die Angemessenheit dieser Forde> rung noch einmal nach. Abg. Dr. Pfeiffer(Z.): lieber die Petitionen der Zivilmusiker ist nicht so einfach hinweg. zugleiten. Allerdings ist zu bemerken, daß nebe» den Militär- musilern und eigentlich noch mehr ihnen die zahlreichen Beamten- lapcllen Konkurrenz machen. Abg. Dr. Müller-Meiningen(Vp.): Nach dem Zeugnis des Bisckoss Eylert, des intimen Freundes Friedrich Wilhelms III. und der Königin Lüne, existiert tatsächlich die Kabinettsorder von 1798, in der den Offiziere» anständiges Verhalten gegenüber dem Zivil zur Pflicht gemacht wird und deren Existenz der KriegSminister neulich bestritten hat. Was die Sache mit dein korrigierten Stenogramm betrifft, so sollte der KriegSminister lieber nicht den Anschein erwecken, als hätte er etwas gesagt, während er eigentlich nichts sagen wollte. l.Heiterkeit.) Er sollte in dieser Hinsicht von seinem Kollegen von der Marinefakultät lernen.(Heiterkeit.) KriegSminister v. Falkcuhayn: WaS in der angeblichen KabinettSorder von 1798 steht, ist überflüssig, da das jeder Offizier selbst weiß.(Zurufe bei den Sozialdemokralen.) DaS Stenogramm habe ich sofort noch hier in der Sitzung umgeändert, indem ich statt«ist'..scheint' setzte.(Hört l hört!) Nach den Presseberichten zu schließen, hat nian aber keines- weg« auf die Fassung den entscheidenden Wert gelegt.«Widerspruch links.) Ich danke dem Dr. Müller- Meiningen für feine freund- lichen Bemerkungen, ich wäre aber auch ohne sie fertig geworden. (Heiterkeit rechts. Unruhe links.) Abg. Erzberger(Z.) fragt an, wie cS mit der vom KriegSminister für die dritte Lesung versprochenen Mitteilung über die Reform deS Sanitätsoffizier- Wesens ficht. KriegSminister v. Faltenhayn: Wir sind leider»och nicht fertig, aber wir werden dem nächsten Reichstag alsbald mit einer Vorlage kommen. Abg. Baffermann(natl.) beantragt Wiederherstellung der Presseabteilung im Kriegsininisterium. Abg. Ledcbour(Sog.): Wir lehnen den Antrag Bassermann wie den Kompromißantrag Ablaß über die Wiederherstellung der Presseabteilung im Kriegs- Abg. Dr. Müller-Meiningen(Vp.): Ich kann mich genau so gut wie der KriegSminister auf zeit genössische Zeugnisse berufen.(Hört! hört! links.) Die Histortker müssen unseren Sireit entscheiden.(Sehr wahr! links.) Damit schließt die Debatte. Der Antrag Graf Westarp Bassermann auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage über das Pressebureau im Kriegsministeriuin wird gegen die Rechte, die Nationalliberalen und einige Fortschrittler abgelehnt. Uebcr den Antrag der Fortschrittler. da? Pressebureau zu er- richten, aber mit inaktiven Offizieren zu besetzen, muß durch Hammelsprung entschieden werden. Er wird mit 173 gegen 14t) Stimmen abgelehnt. DaS Preffebureau bleibt gestrichen. Auch die Streichung von drei Kommandanturen bleibt aufrechterhalte». Im übrigen wird der Militäretat genehmigt. Es folgt der Etat des Reichsjustizamtes. Abg. Thiele(Soz.): Ich werde Ihre Zeit ein wenig in Anspruch nehmen müssen. Ich begreife Ihre Eile, aber ich würde glauben, meine Pflicht zu versäumen, wenn ich nicht auch heute einige Fälle haarsträubendster Rechtsbeugung vortrüge, die man in einem RechtSftaate einfach für unmöglich halten sollte. Es handelt sich um die Einsperrung von Leuten, die ihren Verwandten unbequem geworden waren, ins Irrenhaus. Der Reichstag hat schon längst eine Regelung der Frage der Entmündigung und Jnternierung gefordert; nun ist es aber an der Zeit, daß die Regierung Besserung schafft.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Redner stellt dann den Fall eines Deutschen aus Kleinas i e n dar, der wegen einer Beschwerde an das Auswärtige Amt nicht etwa angehört, sondern von dessen Vertrauensarzt einfach für einen Onerulanten erklärt und ins Irrenhaus gesperrt wurde. Dabei seien die schwersten Gesetzwidrigkeiten vorgekommen und daS Auswärtige Amt habe ständig dazu getrieben. Der Redner wird vom Präsidenten Dr. K a e m p f wiederholt unterbrochen und zum Schluß gedrängt. Er schließt mit der Ver- sicherung, daß dies nur ein einzelner Fall aber typisch für die ganze Methode de? Vorgehens der Behörden und Aerzt« und für die RechtSunsicherheit w«, die dringend einer Besserung bedürfen.(Leb- hafler Beifall links.) Abg. Dr. Pfeiffer(Z.) führt Klage über Prozeßderschleppuug. Eine Anzeige wegen Kuppelei ist vom Untersuchungsgericht Bremen zwischen dem 12. Oktober 1912 und 19. Mai 1914 überhaupt nicht gefordert worden. Auf eine Beschwerde hat der Untersuchungsrichter geant- wortet, er werde den Verfasser der Strafanzeige vielleicht wegen Verleitung zum Meineide belangen und Haft- b e fehl erlassen. Wir verlangen objektive Justiz, selbst in Bremen. auch wenn der Rechtsuchende ein Brcmerhavencr ist.(Heiterkeit und Beifall.) Damit schließt die Dislussioit. lieber den Antrag deS Zentrums auf Streichung eines Reichsanwalts muß wiederum durch Hammelsprung entschieden werden. Der Antrag wird mir 181 gegen 136 Stimmen angenommen, der Justizetat genehmigt. ES folgt daS Reichskolomalamt. Abg. Dr. Frank(Soz.): Noch wenige Worte über die Duala-Angelegenheit. Ich will nicht sprechen über die Rechte der Eingeborenen, die man mißachtet, sondern um die Rechte des Reichstages, die ernsthaft bc droht sind. Man will dem Reichstag jede direkte Verbindung und Information bei den Eingeborenen verwehren.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dazu werde» Mittel angewendet, die schwerlich die Billigung eines rechtlich denkenden Menschen finden können. Die Eingeborenen werden einfach terrorisiert. Aber auch die weißen, die sich der Reger annehmen, sollen gesellschaftlich geächtet und in Verruf erklärt werden. So forderte die«Rheinisch Westfälische Zeitung' am 10. Mai, die Anwaltskammern sollten ihren Mitgliedern verbieten, sich Andersrassigen zur Verfügung zu stellen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein Anwalt, der in dieser Weise den Kamps für das Recht abhängig machte von der Hautfarbe dessen, dem Unrecht geschieht, müßte moralisch farbenblind sein.(Sehr wahr! links.) Am selben Tage forderten die«Leipziger Neuesten Nachrichten', daß der deutsche Journalist, der nach Kamerun gereist sei. um bei den DualaS direkt Informationen einzuziehen, sofort ver« haftet, ausgewiesen und mit dem nächsten Dampfer nach Deutschland zurückgebracht würde.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Das ist wenigstens noch ein schöner Akt voipJSerusS- olidariiät der Journalisten. Sofort nach Annahme der Summe» für die Duala-Enteignung haben die Haussuchungen und Beschlagnahmen im Dualaland eingesetzt. Ich will darüber nicht sprechen, weil wir nicht so gut darüber informiert sind wie die Regierung, die manches sogar im Wege deSPostgebeiinnisseS erfährt. Aber hier in Berlin vor unseren Augen hat man den Reger Din verhaftet. Ich kann nicht sagen, daß das ein Gewaltakt in den Formen de» Rechts sei, denn nicht einmal die äußeren Rechtsformen hat man gewahrt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Din wurde ver- haftet und ist jetzt noch in Haft, ohne daß«in Haftbefehl bei den Akten ist. Nach einem Telegramin des Bezirksamt- manns von Dnola soll er dringend veldächtig sein, zu dem Zweck nach Berlin gefahren zu sein, um im Einverständnis init Duala Manga Kamerun von Deuttchland loszureißen und an England zu überliefern. Dazu reist man also nach Berlin, obendrein ohne England überhaupt zu berühren.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Eine unsinnigere Anklage rst wohl noch niemals erhoben worden Schon die Fesihaltnng DinS in Hamburg war eine Rechtsverletzung, weil sie wegen eines nicht nach deutschem Recht strafbaren Delikls in rechtlich unzulässigen Formen erfolgte. Jetzt soll er wieder festgehalten und nach Afrika gewaltsam zurück- gebracht werden. Dins einziges Verbrechen besteht darin, daß er eim Deutschen Reichstag die Beschwerden seiner Stammesgenossen vertreten hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb muß der ganze� Reichstag ohne Rück- ficht auf feine sonstige sachliche Stellung zu diesem Recht des freien Verkehrs mft den ffn« (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In Afrika würden dieselben Leute Din verurteilen, gegen die sich seine Beschwerde gerichtet hat(Hört! hört!>, denn in Afrika gibt cS keine Ablehnung von Richtern, keine Trennung von Justiz und Verwaltung, keine Rechtsmittel. Es ist geradezu u n- gcheuerlich, was sich da vor unseren Augen abspielen soll. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Aber selbst, wenn die Anklage wegen Hochverrats gegen Diu sofort zusammen- bricht, wird ihn der Bezirksamtmann von Duala wegen der an- geblichen Auswanderung mit einer ungeheuerlichen Strafe belegen. Welche Strafmaße in den Kolonien angewendet werden, mögen sie daraus ersehen, daß ein bis dahin unbestrafter P o st g e h i l f c. der 200 M. unterschlagen hatte, zu sieben Jahren Kerker verurteilt worden ist.(Stürmisches Hört! hört!) Wie wird man da erst einen Mann bestrafen, den man politisch haßt!(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten., Der Reichstag muß deutlich aussprechen, daß er die Anwendung der Auswanderungsverordnung auf Din für einen krassen Rechtsbruch ansehen würde. Der Reichstag hat doch durch seinen Beschluß nicht jede»! Bezirksamtmann in Kamerun einen Freibrief ausgestellt. Wir fordern Gerechtigkeit auch für die Farbigen!(Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Solf: Auch die Kolonialverwaltung will Gerechtigkeit.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Aber sie kennt die Neger besser als Sie. Wollten wir die Lehre von der Gleichheit der Menschen anerkennen, müßten wir die Kolonialverwaltung einfach aufgeben. Din ist stark ver- dächtig, daß er durch die Reise nach Berlin die Hochverräte- r i s ch e n Pläne des Duala Manga unterstützen wollte, Kamerun an England auszuliefern.(Schallendes Gelächter bei den Sozial- demokraten.) So steht es in dem Telegramm, das ich bekommen habe. Daß sie diese Idee gehabt hätten, sei durch Zeugen bc- wiesen.(Stürmische Zurufe bei den Sozialdemokraten, Jdeel Idee?> Da« Wort«Idee' habe ich nur hinzugesetzt, um Ihnen da§ Telegramm besser verständlich zu machen. (Erneutes schallendes Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Der Haftbefehl ist wegen Flucht und Kollusionsgefahr erlassen und DinS Auslieferung muß erfolgen. Es geht alles nach dem für Kamerun geltenden Verfahren rechtmäßig zu.(Lauter Widerspruch bei den Sozialdemokraten., Sie dürfen sich in einen schwebenden Prozeß nicht einmische».(Stürmischer Protest links.) Din hat selbst gesagt, daß er auswandern, nämlich dauernd hierbleiben wolle. (Ruft bei den Sozialdemokraten: Ist das auswandern?) Wer sagt denn, daß er nicht noch von hier au» ins Ausland geht! (Schallendes Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Ich lasse mir diese einfache Sache von Ihnen nicht verdrehen.(Stürmische Protest« rufe: Wir erst recht nicht!) Abg. Schultz-Broniberg(Rp.): Die Einmischung des Reichstag» in die Angelegenheit Di» wäre ein Eingriff in ein schwebendes Gerichtsverfahren.(Lebhafter Beifall recht».) Abg. Dr. Frauk(Soz.): Es liegt kein Haftbefehl vor, sondern nur ein Telegramm an das ReichSkolonialamt. Allerdings ist es die dringende Pflicht deS Reichstags, dem Uebergreifeu der Kolonialjustiz, dieser Gerichts- barkeit ohne gesetzliche Basis, ohne irgendwelche Garantien, auf deutschem Reichsboden entgegenzutreten.(Lebhafte Zustimmung hxi den Sozialdem.) Deutsche Richter dürfen nicht zu Handlangern, zu Vollzugsorganen kolonialer Verwaltungsbeamten herabgedrückt werden. «Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Staatssekretär schien sich nach meinen Informationsquellen erkundigen zu wollen. Ich kann ihm nur erwidern, daß ich mein« Kenntnis aus völlig«in- wandfreiem Wege erhalten habe. Zu moralischer Entrüstung hat er gar keinen Auluß, aber vielleicht könnte ich mit der Gcgenftagc kommen, wie ist ein« Z u s ch r i f t der Duala an ihren Rechts- Vertreter in die Reichsakten gekommen?(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), noch dazu mit dem höbnischen Zusatz, die Duala bätlen es sich wohl kaum träumen lassen, daß ihr Schrift st ück diesen Play finden würde!(Heiterkeit und lebhaftes Hört! hört!) In demselben Atemzuge spricht der Staatssekretär von der Notwendigkeit der Verhaftung de« Din und von der Absicht desselben Mannes, dauernd hier in Deutsch- land zu bleiben. Das reimt sich ja ivunderbar zusammen.(Leb- daste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Aus dem ganzen Auftreten des Staatssekretärs geht hervor, daß- man beabsichtigt, den Din nach Kamerun zu transportieren, ilm ihn dort in den K e r l e r zu werfen. Von seiner vermullichcn Behandlung im Kerker will ich hier nicht sprechen, aber ich fürchte, wir stehen am Beginn einer Schreckensperiode für die Eingeborenen Kameruns. Gerade für die kolonialfteundliche ReichstagSmehrheit ist es dringende Pflicht, von Anfang an gegen das, was man dorr beabsichtigt, Front zu machen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Abg. Schultz(Rp.): Wenn Sic einen richterlichen Haftbefehl nicht zur Vollstreckung bringen lassen wollen, dann bringen Sie die Rechtspfleg« zur Strecke. (Beifall rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dove(Vp.): UnS fehlt jede Möglichkeit zmn Eingriff in das vorliegende Ver- fahren, aber wir müssen allerdings daran denken, die höchst bedenk- liche und das Mißtrauen nährende Verbindung von Verwaltung und Justiz in den Kolonien zu beseitigen. Abg. Grzberger(Z.): Wir können in der vorliegenden Sache nichts tun. Um so mehr müssen wir dafür sorgen, daß durch eine kaiserliche Verordnung Leben, Freiheit und Eigentum der Eingeborenen in den Kolonien sicher gestellt wird. Ein einstimmiger Reich'tagSbeschluß in dieser Richtung liegt vor und wir bitten dringend, für seine Durchführung zu sorgen. Abg. David(Soz.): Es gibt in den Kolonien keine unabhängigen Richter und damit erledigt sich alles, was über die Notwendigkeit der Bollziehung eines Haftbefehls gesagt wird. In Hamburg hat man auch bekanntlich die telegraphische Anweisung zur Verhaftung des Din nicht vollzogen, resp. alsbald wieder die Verhaftung aufgehoben. Der Staatssekretär war sehr empfindlich, als mein Freund Wels hier von g e- schickter Regie sprach. Aber daS bekannte Gruseltelegramm von den Ausstandsversuchen in Kamerun ist ja ein Zeugnis für die geschickte Regie(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten). Der Staats- wkrelär suchte dann die Sache aui ein allgemeines Gebiet hinüberzu- spielen und meinte, die ganze Auffassung ineineS Freundes Frank vom Verhältnis der Nassen entspräche eben der Stellung, die Frank als sogenannter Sozialdemokrat einnehme.(Schallende Heiterkeit.) Meine Herren, stellen Sie sick nun doch nicht dümmer, als es nötig ist.(Zurufe und Heiterkeit.— Präsident Dr. Paasch« rügt den Ausdruck.) ES ist doch klar, wie ich das mit«sogenannter Sozial- demokrat' nieine. Wenn der Staatssekretär Gelvissenhastigkeit und Liebe zu den Eingeborenen hegt, von denen er so oft spricht, wird er die Ein- geborenen in Schutz nehmen und die ihm untergebenen Beamten zur Ordnung rufen müssen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo« krot«,,.) Abg. Freiherr v. Recheuberg(Z.): Ueber meinen Konflikt mit Herrn v. Schleinitz, dem Kom» mandeur der Schuytruppe in Oslafrika. ist in der Presse viel ge- ichrieben worden. Ich möchte feststellen, daß ich in der Zeit der Untersuchung zwar im Auftrage meiner vorgesetzten Be bürde mit dem Kollegen Erzbergcr über Eisenbahnbauten in Ostaftika ver« handeln mußte, aber ihm keinerlei Mitteilungen über Herrn v. Schleinitz gemacht habe. Diesen, wird die Verantwortung sür Grausamkeiten von ASkariS und die Aeußerung zu- geschrieben, er werde einen Offizier nicht im Dienste lassen, wenn in dessen Bezirk nicht binnen einem Jahre ein Aufstand losbräche. Wie weit diese Beschuldigungen durch die Untersuchung bestätigt wurden, ist mir unbekannt. Reine ftüheren Meinungsverschiedenheit«» Abg. Dr. Arendt( Rp.): v. Grawert trifft irgend ein Schatten von Schuld. Beide sind hoch Beber den Oberstleutnant v. Schleiniz noch den Hauptmann verdiente Kolonialoffiziere, deren Scheiden aus dem Dienst wir nur bedauern können.( Lebhafter Beifall rechts.) Staatssekretär Solf: Posten als Kommandeur der Schutztruphahleinig auf seinem daß wir uns von der Regierung Hasenpanier zu ergreifen. Abg. Ledebour( Soz.): mit Herrn b. Sleinig waren längst beigelegt. Ein Zurüdgreifen| Regierung verweigere, eben in den Etat einfegen müsse. Subrich denken nicht daran, das auf diese Fälle halte ich nicht für geboten.( Bravo! im Zentrum.)( Stürmisches Hört! hört! bei den Sozialdemokreten.) Dieser( Große Heiterkeit.) Standpunkt entspricht auch dem Wesen des Etatsrechts. Die Regierung hat mit einer Bähigkeit und Hartnäckigkeit, bei den Sozialdemokraten) einstimmig gefaßte Reichstagsbeschlüsse rechte Bedeutung, wenn man die Vorgeschichte der Besoldungsdie einer befferen Sache würdig wäre( Lebhafte Zustimmung( Mit Lärm und Murren von den Kompromißparteien empfangen.) Die Rede des Abgeordneten Fischbeck gewinnt erst ihre zurüdgewiesen. Nun ist der Reichstag in der glücklichen vorlage kennt. Mit der größten Emphase Lage, der Regierung seinen Willen aufzuzwingen.( Sehr wahr! bei isch bed heute nicht schöner aufbringen konnte haben die wie sie selbst Herr den Sozialdemokraten.) Gibt es diese gefeßliche Möglichkeit, den Vertreter der bürgerlichen Parteien erklärt, unter feinen Db ein Offizier oder Beamter im Kolonialdienst belassen werden es zu tun.( Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten. Zu wollen. Und jetzt diese Angst! So imponiert man nicht Landbriefträgern zu helfen, dann hat der Reichstag auch die Pflicht, umständen unter die Beschlüsse zweiter Lesung hinabgehen zu kann, das zu entscheiden ist meines Amtes. Ich habe ein Ver- rufe rechts: Gestern! Gestern!) Gestern handelte es sich darum, en hartgefottenen Bureaukraten!( Lebhafte Zubleiben des Oberstleutnants Frhrn. v. im Interesse des Schuzstimmung bei den Sozialdemokraten.) Jezt ist ja sogar mit der gebietes nicht für angemessen gehalten, und die allerhöchste nicht auf die Knie drücken lassen Militärstelle hat meine rein fachlichen Gründe gebilligt. Irgend welche wollten. Auflösung des Reichstags ( Sehr wahr bei den Soldemokraten.) politischen Momente haben nicht mitgespielt. Länger als sieben es Wir sind gedroht worden. Nun, man tann und soll niemand daran hindern, uns schuldig, dieselbe Festigkeit und Rücksichtslosigkeit sich zu blamieren!( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo= Jahre wird kein Offizier im Schutzgebiet gelassen, Herr b. Schleinik für die Wahrung der Voltsinteressen zu beweisen, mit der die kraten bätte also so wie so alsbald aus dem Dienst scheiden müssen. In Regierung fie bekämpft.( Stürmischer Beifall bei den Sozialdemo- Und dann kommt noch der Graf Posadowsky und erzählt mit düste Ironischer Beifall rechts- Unruhe im ganzen Hause.) Anerkennung seiner Verdienste ist Herr v. Schleiniz als Oberst fraten.) Weichen Sie zurück, so reizen Sie die Regierung nur an, rer Kassandramiene, man dürfe der Regierung nicht mehr bewilli verabschiedet worden. Gegenüber Preßveröffentlichungen, die auf fünftig Ihre Fanfaren gar nicht mehr ernst zu nehmen.( Sehr Herrn v. Schleiniz ſelbſt zurückgehen, muß ich aber feststellen, das wahr bei den Sozialdemokraten.) Die unterbeamten werden für den als fie fordert. Warum hat der Graf nicht dasselbe getan, über die Ausschreitungen der Astaris weder Generalmajor ihre Enttäuschung nicht nur die Regierung, sondern auch die Parteien Australlinie bewilligt wurden? Warum hat er nicht auf als gegen den Willen der Regierung 10 Millionen für die v. Glasenapp noch das Gouvernement der Kolonien unter verantwortlich machen, wenn wir ihnen nicht soweit helfen, wie das diesem Rhodus getanzt?( Lebhaftes Sehr gut! bei den Sozialdemo richtet worden sind. Auf Herrn v. Schleinig bleibt die Verant in unserer Macht steht.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) fraten.) Seinen Mut hätte der Graf Posa dowsky damals wortung fizen, daß er nach Kenntnis der Ausschreitungen nicht sofort Gewiffe Staatsrechtler stehen nun auf dem Standrecht, daß beweisen können, als er hier saß und sich über die 12 000 W. energisch eingeschritten ist und nicht besonderen Bericht erstattet hat. eine Etatsbewilligung die Regierung nur zu ( Hört! hört 1) gabe ermächtigt, nicht verpflichtet. Bei einer früheren Geausschwieg.( Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten legenheit hat hier der Schagsekretär Freiherr v. Stengel Lärm und Pfuirufe rechts.) erklärt, ein Staatssekretär, der trotz Ermächtigung durch die gefeßAbg. Graf Pojadowsky( wild): ließe, den möchte er sehen. Danach faun es uns ganz gleichgültig dern die volle Verantwortlichkeit übernommen. gebenden Faktoren seiue Beamten auf Gehaltsverbesserung warten Ich habe in der 12 000 M.- Angelegenheit nicht geschwiegen, son= fein, ob die Regierung nur ermächtigt oder verpflichtet wird. Sollte rechts.) Wir alle bedauern die Zuspigung der Frage und den bie Regierung fich tros unserer Ermächtigung weigern, den Land- Verlust der Landbriefträger, aber hier handelt es sich um das Recht briefträgern die 100. zu zahlen, so werden die Beamten noch der Erefutive gegenüber der Volfsvertretung, und die geht uns besser als bisher wissen, was sie von der Regierung zu halten höher als ein paar Millionen für Landbriefhaben.( Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) träger.( Bravo! rechts.) Abg. Erzberger( 8.): Ich bestätige, daß ich von dem Frbrn. v. Mechenberg teinerIel Material gegen frhrn. v. Schleinig erhalten habe. Die Ausführungen des Abg. Dr. Arendt waren der denkbar schwerste Angriff auf die Kommandogewalt.( Sehr gut! im Zentrum, Unruhe rechts) Abg. Noske( Soz.): Bor acht Jahren haben wir uns hier schon einmal über Justizskandale in Duala unterhalten. Damals waren die Duala, zum Teil dieselben, um die es sich jetzt handelt, zu fieben, acht und neun Jahren Kettenhaft verurteilt worden, weil sie eine Beschwerde an den Reichstag gerichtet hatten. Damals griff der Reichstag durch, Fürst Bülow ordnete telegraphisch die Freilaffung der Duala an und der schuldige Gouverneur v. ButtIamer sah die Kolonie nicht wieder. Wie schwächlich benimmt sich heute im Vergleich zu damals der Reichstag!( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Fall Schleinis ist noch lange nicht geklärt. Wir werden insbesondere prüfen müssen, wie weit die moralische Mitschuld des früheren Gouverneurs Frhrn. v. Rechenberg geht. Haben Sie gewußt, daß die Askaris selbständig im Zwischenseegebiet auf Kriegszüge ohne Aufsicht ausgeschickt wurden? Wir werden zum Schmerze des Staatssekretärs auf den Fall noch gründlich zurückkommen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Arendt( Rp.): Mit meinem Material würde ich heute so wie so nicht fertig werden. Abg. Erzberger( 3.): Bei meinem Material über die dort von den Asfaris verübten Scheußlichkeiten würde Ihnen Hören und Sehen vergehen.( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Debatte. Der Kolonialetat wird bewilligt. Es folgt der Etat der Reichspoft und Telegraphenverwaltung. Abg. Zubeil( Soz.): In meiner Nede vom 3. März d. J. ist mir ein bebauerlicher Irrtum untergelaufen, den ich zu berichtigen nicht anstehe. Nicht der Sanitätsrat Dr. Sand ist, wie ich irrtümlich ausgeführt habe, der Postvertrauensarzt, der die sonderbare Manipulation an den Postunterbeamten bei den Untersuchungen vornimmt, sondern der Boftvertrauensarzt Dr. Seliger. Der Herr Staatsfefretär bat im März behauptet, die Sozialdemokraten erhöben die schwersten Beschuldigungen, bequemten sich aber erst auf mehrfache Aufforderung dazu, sie zurückzunehmen. Ich erwidere ihm: Ist eine Beschuldigung zu Unrecht erhoben worden, so haben wir sie stets aus eigenem Antriebe zurückgenommen. Das habe ich auch heute hiermit getan. ( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Die von mir gerigten Mißstände sind nicht abgestellt worden. Wohl aber hat der Staatssekretär ein Strafverfahren wider Unbetannt eingeleitet und versucht, mich als Zeugen vernehmen zu lassen. Diesen Versuch des Eingriffs in die verfassungsmäßigen Rechte der Abgeordneten weisen wir aufs schärfste zurüd.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Sch beantrage, das Gehalt des Staatssekretärs zu streichen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Lautes Lachen bei den bürgerlichen Parteien.) Staatssekretär Kraette: Ich habe keine Angst für mein Gehalt. Aber vom Abg. Zubeil wollte ich nur die angeblich gestohlenen Bostsäcke zurückhaben. Nun hat er gar keine gehabt.( Lachen bei den bürgerlichen Barteien.) Jedenfalls war es meine Pflicht, mich um die Postsäcke zu fümmern. Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt. Die Gehaltszulage der Landbriefträger. Von der Sozialdemokratie ist der Antrag eingebracht worden, den Landbriefträgern eine einmalige Zulage von 100 Mart zu gewähren. Abg. Haase( Soz.): Reichsschatzsekretär Kühn: Abg. Spahn( 8.): einer AusDie Besoldungsordnung läßt den sozialdemokratischen Antrag nicht zu. Außerdem halten wir daran fest, daß die Gehaltsauf befferungen für die verschiedenen bedürftigen Beamtentlassen nur gleichzeitig erfolgen darf. Wir lehnen also den Antrag ab. Abg. Fischbeck( Vp.): Abg. Gothein( Vp.): ( Sehr wahr! Die solcher Heftigkeit das Kompromiß bekämpft haben. Das gab Ihnen handelt; nur die imponierende Wirkung auf die Bureaukratie ist Jezt verstehe ich aber nicht mehr, warum Sie gestern mit Die Sozialdemokratic hat ja gestern furchtbar fonsequent geja mehr, als Sie heute fordern. Offenbar handelt es sich Ihnen ausgeblieben.( Sehr gut! bei den Liberalen.) Die Sozialdemo Seite des Antrags.( Sehr gut! rechts, Widerspruch bei den Sozial- haupt die Hörigen des Zentrums.( Lautes Lachen bei den Sozialweniger um den materiellen Inhalt, als um die staatsrechtliche traten sind dem Zentrum auf den Leim gekrochen. Sie sind überdemokraten.) Sie versuchen die konstitutionelle Gleich demokraten.) berechtigung des Bundesrats zu durchbrechen. Dem kann sich Schuld liegt darin, daß wir teine parlamentarische Regierung haben. Die schwerste Schuld trifft die Regierung. die Regierung unter feinen Umständen fügen. Im gesetzlichen Sinne handelt es sich hier nicht um zulagen, sondern um eine Gehaltsaufbesserung. Die können aber nicht durch den Etat be- erwidert auf eine Bemerkung des Vorredners, daß er keineswegs Abg. Haafe( Soz.) willigt werden. Die Verbündeten Regierungen müssen es ab- einen Keil in die Volkspartei treiben wollte. Die offene Abstim lehnen, sich gegen das Besoldungsgesetz zu vergehen. Im Inter- mung von Abgeordneten zu kritisieren, ist einwandfrei. Unser Anesse des Etats bitte ich Sie um Ablehnung des Antrags.( Bravo! trag bedeutet in keiner Weise einen Rückzug gegen gestern. Unser rechts.) Antrag sagt doch, daß die Zulage wegfällt, sobald die Bejoldungsordnung in Kraft tritt. Unser Verhalten gegenüber dem 3entrum mag Herr Gothein uns überlassen, wir richten uns nach niemands schönen Augen, sondern nur nach unserem Programm, und unsere Taktik wird von ihm bestimmt. Unsere Entscheidung wird immer nur nach sachlichen Gesichtspunkten gefällt. Ist die Volkspartei nicht jahrelang im Block mit den fonserbatiben Reaktionären gewesen?!( Sehr Auch uns ist das Verhalten der Sozialdemokraten angesichts mahrl bei den Sozialdemokraten.) Ohne Fischbeds Angriff wäre ihrer gestrigen Abstimmung unverständlich. Ihre jezige Haltung ich nicht zu der Erklärung genötigt, daß genau so wie alle bürgerzeigt weder Konsequenz noch Mut. Sie wollen nur sehen, wie lichen Parteien auch das Zentrum jetzt die Beamten im Stich Sie aus der Sache herauskommen, und da greifen Sie eine ein- läßt.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) zige Beamtengruppe heraus. Das stärkste war, daß Herr Haase fagte, wir müssen Mut haben.( Heiterkeit.) Ein netter Mut des Herrn Haase.( Laute Heiterkeit bei den bürgerlichen Parteien.) polemistert gegen Gothein und meint, die Sozialdemokraten feien, Sie wollen nur den Beamten gegenüber aus ihrer jeßigen Tapfer- wenn überhaupt, so dank den Fortschrittlern in die Hörigkeit feit herauskommen.( Großer Beifall bei den bürgerlichen Pargeraten. teien.) Die Landbriefträger fönnten es ja verteufelt übelnehmen, Abg. Ledebour( Soz.) wenn sie nun gar nichts erhalten. Diejenigen Beamtenkategorien, weist sowohl die Behauptung Gotheins als die Spahns als deren die bei den Wahlen nicht viel Stimmen abzugeben haben, eri- hypothetische Nachbeterei( peiterkeit) zurück. Gestern beschuldigten stieren für Sie nicht. Sie nehmen nur diese Kategorien die Schwarzblauen im Abgeordnetenhaus die Fortschrittler der heraus, deren Stimmen erheblich ins Gewicht fallen können.( Er- Hörigkeit von der Sozialdemokratie.( Heiterfeit.) Das habe ich neuter Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Gine eigentüm- heute zurüdgewiesen. Trotzdem werfen uns die Fortschrittler jekt liche Situation: Sie stellen immer Anträge für die Beamten, vor, wir hingen vom Zentrum ab, weil wir uns in der Sache stimmen aber nur dann mit Ja, wenn tatsächlich für die Beamten nichts herauskommt. Unzweifelhaft hat der Reichstag das Recht, den Etat zu ändern und Summen hinzuzusehen. Aber um diese staatsrechtliche Theorie handelt es sich nicht, sondern um die tatsächliche Wirkung. Nichts wäscht Sie von dem Vorwurf ab, gestern die Gelegenheit versäumt zu haben, wo wirklich etwas für die Beamten zu erreichen war. Dafür werden Ihnen die Beamten nicht gerade Dank wissen.( Stürmischer Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Abg. Graf Posadowsky( wild): Vom staatsrechtlichen Standpunkt aus halte ich es für sehr bedenklich, wenn ein Parlament über die Forderungen der Regierung hinausgeht. Es ist nicht die Aufgabe des Parlaments, die Ausgabeposten des Etats zu erhöhen.( Buruf bei den Sozialdemokraten.) Meine Herren, lassen Sie mich doch meine Anschauungen vertreten! Geben Sie mir Gedankenfreiheit! ( Stürmische Heiterkeit.) Ich habe diesen Standpunkt, den ich jetzt zum Ausdruck bringe, auch stets als Staatssekretär vertreten. Der valt die Grefutive zu entreißen. Und die Verant fozialdemokratische Antrag ist ein Versuch, der monarchischen Gewortung wollen Sie den bürgerlichen Parteien zuschieben, Sie, die Sie sich fortwährend die hohle Zeremonie der Budgetverweigerung Teisten.( Stürmische Zurufe bei den bürgerlichen Parteien, erregte Zurufe bei den Sozialdemokraten: 12 000 M.!) Abg. Haase( Soz.): Abg. Spahn( 3.) mit ihm begegnen. Kann es denn hier bei acht Parteien eine ständige geschlossene Mehrheit geben? Alle Parteien grup= pieren sich hier jeden Tag anders. Darum hätte ich Herrn Gothein besseren Geschmack zugetraut, als eine solche Behauptung aufzustellen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der sozialdemokratische Antrag( Landbriefträger) wird gegen die Sozialdemokraten abgelehnt. Ueber die Wiederherstellung der Ostmarkenzulage( Antrag der Reichsgruppe) wird auf Verlangen der Sozialdemokraten namentlich abgestimmt, nachdem der Staatssekretär Kraetle für den Antrag gesprochen und Abg. Dr. Seyda( Pole) ihn bekämpft hat. Bolen und Elsässer; mit Ja die Konservativen, die Reichsgruppe, Mit Nein stimmen die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Deutschvölkischen und Fortschrittler. mit 201 gegen 131 Stimmen. Ergebnis: Ablehnung führt Beim Etat der Reichseisenbahnen Abg. Hauk( 3.) lage über Verlegungen des Koalitionsrechts auch gegen über den nationalen Organisationen. Der brutale Herrenstandgebrochen werden. Aber der Minister v. Breitenbach hat jeden punft der Unternehmer, die nur von Staatsaufträgen leben, muß Schutz der Koalitionsfreiheit abgelehnt. Wir verlangen, daß die Reichseisenbahnverwaltung sich der gemaßregelten christlichen Metallarbeiter der elsässischen Waggonfabriken annimmt.( Beifall.) Der Etat wird genehmigt. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Mitte woch, 10 Uhr.( Rest der heutigen Tagesordnung. Gesamtabstimmung über den Etat.) Schluß 9 Uhr. Nach der gestrigen Abstimmung über die Besoldungsvorlage und den Erklärungen des Bundesrats befinden wir uns in einer eigens artigen Situation. Alle Parteien haben anerkannt, daß die Bezüge der Landbriefträger ungenügend sind und sofort eine Erhöhung Die Ausführungen des Abg. Fisch bed( Buruf rechts: Die cintreten muß. Trotz der Uebereinstimmung der gefeßgebenden Ihnen sehr mißfallen haben!) stehen in eigentümlichem Gegen= Faktoren sollen nun die Landbriefträger nichts erhalten. Vonplatonischen sat zu der Haltung gerade derjenigen seiner Fraktionsgenossen, Erklärungen werden sie nicht satt.( Sehr wahr! b. d. Sozialdemokraten. Die in besonders engen Beziehungen zu den Beamtenorga zurufe rechts: Das hätten Sie gestern sagen sollen!) Nachdem die nisationen stehen.( Sürmisches Hört! hört! bei den SozialBesoldungsvorlage demokraten.) Worauf anders lief denn die ganze Rede des Abg. durch die Schuld der Regierung scheitert, Fischbed hinaus, als auf Marktpreise von Berlin am 18. Mai 1914, nach Ermittelungen des fönigl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), Natal 00,00-00,00, Donau müssen wir uns fragen, wie wir trotzdem den Landbriefträgern eine Berherrlichung des Umfalls. 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 15,40-15,70. helfen. Der von uns vorgeschlagene Weg ist der einzige in diesem( Wiederholte lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die bis 0,00, Seu 0,00-0,00. Richtstroh 0,00 Augenblick mögliche. Zwar hat der Reichstag aus dem Besoldungs- Regierung bleibt fest, sagt man. Warum bleibt sie fest? Weil sie 34,00 50,00 Martthallenpreise. 100 kilogr. Erbfen, gelbe, zum Kochen gesetz die Bestimmung hinausgestrichen, daß Aenderungen dieses Ge- eben weiß, daß Herr Fischbeck und seine Freunde im ent- Startoffeln( Kleinbdl.) 4,00-7,00. 1 Silogramm Rindfleisch, von der Keule Sbeisebohnen, weiße 35,00-60,00. Linjen 40,00-80,00. sezes durch den Etat erfolgen können. Aber das ist ja trotzdem scheidenden Augenblick immer umfallen.( Lebhafte 3u- 0.00-0.00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. nirgends verboten. Einmalige Sulagen fönnen jebenfalls ftimmung bei den Sozialdemokraten, heftiger Widerspruch bei den Stalbfleisch 0,00-0,00. durch den Etat gewährt werden. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-2,80. Das stebt gewiß nicht im Wider- Liberalen.) Das ist das Verhängnis des bürgerlichen Liberalismus, 60 Stud Gier 3,20 4.80. spruch mit dem Besoldungsgesez, sondern sett sogar eine endgültige daß er immer und immer wieder vor einem Konflikt mit der 1,60-3,20. 1 Kilogramm Starpfen 1,20-2,20. Aale Bander 1,60-3,20. Regelung durch eine neue Besoldungsvorlage voraus.( Sehr wahr! Regierung zurüdschridt und Hechte 1.40-2,80. Barthe 1,00-2,20. uminidt. bei den Sozialdemokraten.) Nun ist dem Reichstag das Recht bestritten Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Stürmische Zwischenrufe Schlete 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Krebje 3,00-42,00. ( Lebhaftes worden, Etatspositionen zu erhöhen oder neue Ausgaben einzusetzen. bei den Liberalen. Wiederholte Schlußrufe rechts.) Ihre Schluß der Landesanstalt für Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterburean Dieses Recht hat der Reichstag fonsequent in Anspruch genommen, rufe beweisen nur, wie unbequem Ihnen diese Debatte ist.( Sehr und feine Auffaffung wiederholt gegen die Regierung burchgesetzt. wahr! bei den Sozialdemokraten.) Man wirft uns vor, daß wir Schon am 26. Mai 1897 ist dies gefchehen, obwoht Graf Bofa eine Beamtenfategorie herausgegriffen haben. Wir haben diese dowsky, der damalige Schatjefretär, es als berfassungsmäßig Kategorie herausgegriffen, weil sie die bedürftigste ist.( Lebunzulässig bezeichnete. Uebrigens ging er damals nictioweit. hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Unser Schaden ist auch einmalige Bulagen als unzulässig zu bezeichnen.( hört es nicht, wenn andere Parteien nicht die Konsequenz aus den Behört! bei den Sozialdemokraten). In einem gleichgelagerten Falle schlüssen bei der dritten Lesung der Besoldungsvorlage ziehen. erklärte der Zentrumsabgeordnete Herold, daß die etatsrechtliche Wir werden im Lande den Wählern die Vorgänge darlegen und Kompetenz des Reichstags nicht bestritten werden könne und der wir sind überzeugt, daß viele Anhänger der fortschrittlichen Volks Zentrumsabgeordnete Spahn sekundierte ihm, es bestünden staatsrechtlich partei in dieser Frage nicht den Standpunkt des Abg. Fischfeine Bedenken.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die bed, sondern den der Abgg. Strube und Hubrich teilen gleiche Auffassung vertrat wiederholt der fortschrittliche Abgeordnete werden.( Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Subrich und noch jüngst der nationalliberale Vizepräsident Dr. Paasche. Unseren jezigen Antrag hat am 19. März 1914 Abg. Fischbeck( Vp.): Abg. Erzberger bereits in der Budgetkommission angekündigt. Die Rede des Abg. Ha afe war kein Zeugnis des Muts, Er hat damals gesagt, daß wenn die Regierung auf unveränderte sondern ein solches der Furcht.( Sehr wahr! bei den Bürgerlichen, Annahme der Besoldungsnovelle bestehe, der Reichstag das, was die Lachen bei den Sozialdemokraten.) Unsere Freunde Struve und Bafferstand Memel, Silfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Krossen Frankfurt Wafferstands- Nachrichten am feit am feit 18.5. 17. 5. 6023 187 21 cm³) -6 202+48 139 0 109+1 114+3 20 Bafferstand Saale, Grochlik avel, Sbandau) 40 Rathenow) 36 Spree, Spremberg) 84 Beeston 18.5. 17.5. 98 Cin cm³) 0 +5 80 efer, Münden 148 -10 14 247 Landsberg 35 18 20 Kaub Köln 333 7 112 Nedar, Heilbronn 336 104+16 . Barby Magdeburg 141 Main, Hanau 160 111 +1 Mosel, Trier 80 )+ bedeutet Buchs, Fall.) Unterpegel Barthe, Schrimm Nete, Bordamm Elbe, Leitmeriz Dresden Minden Rhein, Maximiliansau 546 Todes- Anzeigen Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Lagerarbeiter Gustav Schüttke von der Firma Weiß u. Freitag, Tempelhof, am 18. Mai im Alter von 42 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Mai, nachs mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Gemeinde Friedhofes, Lichtenberg, Lüdstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 65/1 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin, Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Werkzeugmacher Emil Brasche Tegel, Schlieperstr. 21, am 17. Mai an Lungenentzündung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenballe des Gemeinde- Friedhofes in Tegel, Hermsdorfer Straße, aus tatt. Rege Beteiligung erwartet 118/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Korbmacher Adolf Matthäl Schöneberg, Mühlenstraße 3, im Alter von 35 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes in Wilmersdorf, Berliner Straße, aus ftatt. Um rege Beteiligung wird er jucht. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenarbeiter Emil Zeiner Perleberger Str. 16, im Alter von 53 Jahren gestorben ist. Ehre fetnem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 21. Mai, vormittags 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Otto Röder Gräfestraße 32, im Alter von 40 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Mai, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 87/20 Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß der Kollege Anton Fikal nach kurzem Leiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 20. Mai, nachmittags 1,5 Uhr, auf dem MichaelKirchhof in Neukölln, Mariendorfer Weg, statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 23/7 Terrassina- Genossenschaft G. m. b. H. Am Sonntag, den 17. Mai, schied einer der Besten aus unseren Reihen, der Genosse Puzer Friedrich Krüger. Sein bieberer und ehrlicher Charakter sowie sein solidarisches Berhalten fichern ihm dauernd ein ehrendes Andenken. Am Sonntag, abends 10%, Uhr, verstarb nach furzem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann und herzensguter Vater, der Maurerpolier Albert Krining. Die trauernden Hinterbliebenen Witwe Martha Krining 21506 und Tochter. Beerdigung: Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 3%, Uhr, in Nordend( Himmelfahrtsgemeinde), Blankenfelder Str. 11. Yolks- Feuerbestattungs- Verein Groß- Berlin.d thero Am 17. d. Mts. verstarb unser Mitglied Frau Anna Roesener Berlin, Lütticher Str. 4. Die Einäscherung findet heute nachmittag 2 Uhr im Krema: torium, Berlin, Gerichtstraße 37, statt. Rege Beteiligung erwartet 285/16 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher und aufrichtiger Teilnahme sowie für die schönen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer einzigen innigge liebten Tochter, Nichte, Enkelin und Braut S Martha Scherfke fagen wir hiermit allen Beteiligten unseren innigsten Dant. 21466 Familie Scherfte. Familie Effenberger. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Trauerfeier meines lieben Mannes, unseres guten Baters Paul Enders sagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten, der Direktion und dem gesamten Personal der Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters, des Weißgerbers 138 Franz Hubrich fagen wir allen Verwandten und Bekannten, sowie dem Lederarbeiterverband, dem Sozialdemo fratischen Wahlverein des 6. Berliner Reichstagswahlkreises, 19. Abteilung, unseren innigiten Dank. Marie Hubrich nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Vaters Fritz Rettig ſagen wir allen Freunden, Berwandten und Bekannten, sowie dem Wahlverein des 6. Kreises, den Kollegen des Metallarbeiterverbandes unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen. 103A Schuten Mohrenstr.37 Kolonnaden. Gr.Frankfurterstr. 115 TrauerMagazin Kleider Hüte etc. Außerste Preise Farbige Konfektion in größtem Maßstabe zu billigsten -PreisenWestmann Frack -Verleih- Institut A. Borchardt, Friedrichst. 115, Dranb.Tor. Tel. Nrd. 10654, Damenhüte, schwarz, weiß, berl. 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Anfang 6%, Uhr. Cines Nollendorf- Theater. Histoire d'un Pierrot. Anfang 7, Ubr. Rgl. Cvernhaus. Holländer. Der fliegende Rgl. Schauspielhaus. 1812. Deutsches. Othello. Anfang 7 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. Urania. Dr. Beerth: 8eichen gebung aus der Luft. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das große Licht. Donnerstag, nachmittags 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Donnerstag, abends 8 Uhr: Klein Eva. Freitag, abends 8 Uhr: Das große Licht. CharlottenSchiller- Theater burg. Mittwoch, abends 8 lthr: Der Compagnon. Donnerstag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Donnerstag, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft( I. Teil). Freitag, abends 8 Uhr: Klein Eva. Deutsches Opernhaus. Zigeuner Theater in der Königgrätzer Straße baron. Leifing. Pygmalion. Kammerspiele. Bürger Schippel Deutsches Künstler Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräter Straße. Mr. Bu Theater des Westens. Bolenblut. Theater am Nollendorfplak. Der Jurbaron. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Wenn der Frühling tommt. Trianon. Die Notbrüde. Montis Operetten. Jung- England. Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8 Uhr: Kammermusik". Berliner Theater. 8 Uhr: Bum 225. Male: Wie einst im Mai. Luftspielhaus. Die spanische Fliege. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Schiller O. Das große Licht. Schiller Charlottenburg. Der Kompagnon. Roie. Die Kino- Königin. Kafino. Wo die Liebe hinfällt. Anjang 8 Uhr. Die Förster- Chriftl. Reichshallen. Stettiner Sänger. Theater am Nollendorfplatz 5. Balast- Theater. Das Miratel Zirkus Busch. Das Mirakel. Herrnfeld. Ein Neinfall. Heut' ist übermorgen. Klabrias- Partie. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Otto Reutter. Anfang 8% Ubr. Komödienhaus. Kammermusi and 8 Uhr: Der Juxbaron. Residenz- Theater. Anfang 8 Uhr. Residenz. Jeannettes Dunkeltammer. Jeannettes Dunkelkammer Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Chriftl. Theater an der Weidendammer Brüde. Der müde Theodor. Walhalla. Die Dollarprinzessin. Luisen. Ein seltsamer Fall. Folies Caprice. Der Luftturner. Das Karnidel. Das Erdbeben. Aniang 8, Ubr. Urania. Zum Hochfirn der Jungfrau. Neues Volts. Theater. Maria Friedhammer. Admiralspalast. Im Tangoflub. Aniang 9 Uhr. Berliner Eispalast. Amor auf Urlaub. Schwant in 3 Atten von Beneditt Lachmann. Morgen und folgende Tage: Jeannettes Dunkeltammer. Walhalla- Theater Weinbergsweg 19/20. Täglich 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Gisballett. DOSE THEATED Cines Nollendorf- Theater. Histoire d'un Pierrot. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Große Frankfurter Str. 132. Täglich 8 Uhr: Die Kino Königin. 10 Donnerstag: Großes Gartens Monster- Konzert. 2 Gefangpereine, Theatervorstellung. Sozialdemokratischer Wahlverein Sputendorf bei Großbeeren. Morgen Donnerstag( Himm mmelfahrtstag): 2. Stiftungsfest. Barteigenossen und Freunde werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. 202/ 10* Der Vorstand. Brauerei Friedrichshain. Mittwoch, den 20. Mai 1914, abends 8 Uhr: Vokal- und Sinfonie- Konzert des Gen Kreuzberger Harmonie Mig des vereins D. und Mitwirkung des Blüthner= Orchesters Dirigent( Chor und Orchester): Franz Bothe. Einlaßkarten im Vorverkauf a 30 Pf. bei d. ,, Vorwärts" Spediteuren Zucht, Immanuelkirchstr. 12, und Hanisch, Ackerstr. 174. Reederei Kahnt& Hertzer 62 Fernspr. Königst. 2062 25 Waisenbrücke: orgen Himmelfahrt: Frühlingsfahrt nach Teupitz zur. 2 92. 11. 24: Abf. 7 Uhr. hin u. zur. 75 Pf., einf. Krampenburg- Ziegenhals Stinder 30 relp. 25 Vi 50 Von der Oberbaumbrücke, Faldensteinstraße: Donnerstag, den 21. Mai: Pf. Dampferfahrt mit Musik nach Woltersdorfer Schleuse. vormittags Abfahrt bonitas 9hr und Fahrgeld bin und zurüd 1.00 M. 2 uhr nachmittags. Kinder die Hälfte. Reederei Kieck, Falckensteinstraße 48. Fernsprecher: Mpl. 8197. BROCKEN BERLIN SO SPREEHAVEL Stern CXXXO DAMPFSCHIFFFAHRTGESELLSCHAFT POTSDAM SE Himmelfahrt, den 21. Mai sowie jeden Sonntag Vorm. 9.00 von Berlin( Weidend. Br., Bhf. Friedrichstr.) nach Potsdam ( 1,55 hin und zurück). Ab Bellevue 9.25, ab Charlottenburg 9.50, ab Spandau 9.22, 10.27, 10.57, 11.35, bon 1.07-7.07 stündl. Tourenverkehr bis Potsdam. b Potsdam 8.00 und 10.00 nach Caputh, 9.00, 10,15 und 11.00-7.00 stündlich nach Ferch und von 1.80-4.30 halbstündlich bis Caputh. Ab Wannsee 10.00 Rundfahrt um die Insel Potsdam( 2,05 M.) Ab Potsdam 11.00 Ab Jannowitbrüde(%, Stunde später vom Schlesischen Tor): 9.00 Uhr vorm. nad Woltersdorfer Schleuse. 9.30 " " " SP 10.00 Rauchfangswerder Krampenburgu. Schmöckwitz 50 Pf. einfache Fahrt Bon 8.30 Uhr bis 6.30 stündl. bis Schmöckwitz, nachm. ½, ftündl. bis Grünau. 25 Grünau bon 8.20–3.20 und 3.50-6.50 ftündlich bis Rauchfangswarder Neu! Zwischen Schmöckwitz( Palme) u. Zwiebusch( Berl. Schweiz) von 10.15 ab stünd!. Verkehr. Ab Plötzensee, Bhf. Beusselstr. vorm. 8.30 n. Oranienburg( Lehnitzsee) einfache Fahrt 75 Pf. Gesellschaftshaus Fichtenau. Theater des Westens. Reichshallen-Theater. 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Rnuze(Vp.) beklagt, daß die ArbeiterauSschüsse vielfach nur Dekorationsstücke feien, wendet sich gegen die Einschränkung deS Beschwerderechts und bespricht Forderungen der Eisenbahnarbeiter. Abg. Dr. Wagner(fk.) bespricht Angelegenheiten der Krankenlassenärzte im Direkt! onZbezirk Breslau. Mnister v. Breitcnbach hofft, daß eS zu einem Friedensschluß kommt und erwidert aus frühere Ausführungen Dr. Friedbergs, daß der literarisch-wisscn- schaftlichen Betätigung der höheren Beamten keine Schwierigkeiten gemacht werden, wenn nur darunter der Dienst nicht leidet. Abg. Krause-Waldenburg(fk.) trägt lokale Wünsche vor. Abg. Dr. Gottschalk wendet sich gegen die Beschränkung politischer Schriftstellern der Beamten über die Kabinettsorder hinaus. Abg. GronowSki(Z.) trägt Beamten« und Arbeiterwünsche vor und verlangt Sicherung des KoalitionSrechtS der Arbeiter in den Verträgen der Eisenbahn- Verwaltung mit den Unternehmern, waS Minister v. Breiten« dach ablehnt. Abg. Leiucrt(Soz.): Da sieht man wieder einmal die Parität der Eisenbahnverwal« tung, die ja auch den mit ihr in Verbindung stehenden Transport« Unternehmungen aufträgt, daß sie organisierte TranSportarbeuer nicht beschäftigen dürfen! Der hier schon eingehend besprochene Streik in den Linke-Hosmann-Werken in Breslau ist ausgebrochen, weil die Arbeiter sich— wie von verschiedenen Behörden anerkannt worden ist, mit Reckt— Lohnreduzierungen nicht gefallen lassen wollten, die die Direktion auf Preisrcduktion der Eisenbahn« Verwaltung zurückführt. Ich frage den Minister, was daran ist und ob dieser Vorwurf gegen die Staatsverwaltung berechtigt ist. Auch in Erfurt degniude: eine Maschinenfabrik die Akkordabzüge mit angeblichen Preisherabsetzungen durch die staatliche Verwaltung. Die Eisenbahnverwaltung hat doch ein Interesse daran, aufzuklären, ob sie wirtlich an Lohnkürzungen schuld ist, wie das von den Direktionen dieser Werke behauptet wird. Gleich dem Abg. GronowSki hätte auch ich eine große Reihe von Wünschen der Arbeiter und Angestellten vorzutragen, namentlich über die Auslegung der neuen Lohnordnung, ich begnüge mich ober damit, auf die Klage des OrganS der Lokomotivführer über Arbeitszeitverlänge« r u n g e n hinzuweisen, durch die eine Anzahl Beamter als über- zählig hingestellt werden. Die neue Lohnordnung ist noch lange nicht überall durchgeführt und in Bergedorf bei Hamburg wird sie so ausgeführt, daß der Höchstverdienst um sechs Mark niedriger ist, als er sei» sollte. Der Sparerltfj deS Minister« wird vielfach zum Schaden des reisenden Publikums ausgelegt, so daß auf manchen Bahnhöfen, z. B. Hamburg und Goslar, die Ge« Väckaussolgung infolge Personalmangels arg verzögert wird. Den kulturellen Aufgaben der Eijenbahn entspricht es keineswegs, wenn man die Arbeiterwochenkarten einschränkt. Dem Bund der Land« Wirte werden alljährlich billige Extrazüge nach Berlin zur Verfügung gestellt, auch die staatlich geförderte Jugendfürsorge erhält Fahrpreisermäßigungen.' Man hat auch Fahrpreisermäßigungen für Arbeiter und An- gestellte zur Werkbundausstellung in Köln gewährt, wahrscheinlich allerdings nur, weil inan sie ionsl den selbständigen Handwerkern nicht hätte gewähren können. Die Ansuchen der Organisationen der Arbeiter und Angestellten in den graphischen Gewerben um Ge- Währung ermäßigter Fahrt zur internationalen Buchgewerbe» a u s st e l l u n g in Leipzig sind aber abgelehnt worden! Ebenso halte ich eö für einen Schlag gegen die freie Gewerkschafts« organisalion, daß man im Gegensatz zu früher diesmal dem Metall« arbeiterverband in Düsseldorf einen Sonderzug zu ermäßigtem Preise verweigert hat. Redner bespricht weiter mehrere schwere Unglücksfälle, die sich im Bahnbetriebe iu der Provinz Hannover ereignet haben.—• Ueber die politische Erziehung der Eisenbahnarbeitec durch die Verwaltung im schwarzblauen Sinne hat sich auch ein nationalliberale« Blatt beschwert, seine Parteigenossen hier aber haben nichts dagegen. Der Abg. Wallbauin hat letzthin hier die Sozialdemokratie des Terrorismus gegen die Eisenbahner beschuldigt. Gibt eS einen größeren Terrorismus als die von den Konservoliven auftecht erhaltene öffentliche Wahl? Und wurden nicht in Salzwedel-Gardelegen sämtliche Eisenbahnarbeiter zur M u st e r u n g durch den Redakteur des konservative» Kreis- anzeigers kommandiert, um den Arbeiter herauszufinden. der wegen Besuchs einer sozialdemokratischen Versammlung denunziert worden war? Sogar der nationalliberale»Deutsche Bauernbund' schrieb damals. daß die Arbeitswilligen allerdings geschützt werden müßten— aber vor konservativen Denunziationen. Hier im Hause freilich rusen die Nationalliberalen am lautesten nach dem Arbeitswilligen- schütz. sAbg. Nehren sk.): Wie war eS den» bei Ihrer Wahl!) Wir üben leinen Terrorismus, aber kann man eS einem Arbeiter verdenken, wenn er einen Wähler seiner Feinde nicht unterstützen will?(Sehr gutl bei den Sozialdemokraten.) Welche Partei ist denn frei vom Terrorismus? Erst siingst ist in einem Bamberger Gerichtsurteil der ZenlrumsterrorismuS bestätigt worden.— In der zweiten Lesung hat der Minister mich aufgefordert, meine Be- merkungen über den Bahnhofsvorsteher in Seelze, der durch Ber« längerung der Arbeitszeit und schlechte Behandlung der Lerne die Zustände bedeutend verschlechtert hat, außerhalb des Hauses zu wiederholen. Das weise ich zurück I(Lärm rechts.) Als Abgeordnete haben wir zu sagen, wo« wir für nötig halten. Der Minister sagte damals, ich solle die Beschuldigung draußen wiederholen, damit alles klargestellt werden könne. Da« deutet allerdings daraus hin, daß der Minister zu den Untersuchungen seiner Verwaltung nicht volles Vertrauen hat!(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Ich erkläre übrigens, daß ich den betreffenden Beamten keineswegs persönlich beleidigen wollte und daß ich e» bedauere, weinr mein« Worte so geklungen hätten. Auf Grund der Mitteilungen von Beamten und Arbeitern in Seelze habe ich aber von meinen sachliche» Ausführungen nichts zurückzunehmen. (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) . Minister v. Br»ite«dach erklärt, daß die durch einen Komniissar vorgenommene Untersuchung in Seelze keinerlei Grund zu einer Beanstandung des tüchtigen Bahn- Hofsvorstehers ergeben hat. Abg. Leinert gibt das, wa§ ihm zugetragen wird, ohne weiteres als bare Münze weiter und auf Grund fem Zeitungsnachrichten erheben die Sozialdemokraten schwer« Be« schuldigungen gegen die Beamten. Der Minister erklärt auch die übrigen Ausführungen LcmertS als ungerechtfertigt. Ein Schlußantrag wird angenommen. Mg. Leinert weist nach, daß der Minister seine Ausführungen über den Streß bei Linke-Hofmann völlig mißverstanden hat. Abg. Hne(Soz.) bedauert, daß der Minister die von ihm schon in zweiter Lesung gewünschte Aufklärung über diesen Fall nicht gegeben hat. Der Eisenbahnetat wird bewilligt, eS folgt der Etat der Bauverwaltung, und zwar die Opernhausfrage. Ein konservativ-freikonservativ-fortschrittlicher Antrag will den in zweiter Lesung abgelehnten Beschluß der Butgetkommisfion wieder herstellen und 500 000 M. als erste Baurate unter den bekannten Bedingungen für die Ausführung des Hoffmannschen Entwurfs in den Etat einstellen. Abg. Frhr. v. M a l tz a h n(k.) beantragt namentliche Abstimmung hierüber. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) wendet sich gegen die die Ausbreitung der Kunstkultur hindernde Billettpolitik ves lönigl. Opernhauses, in dessen Neubau ein Riesen- auswand für Hofluxuszwecke getrieben werden soll. Wir aber wollen die Forlentwickelung der Architektur und die Pflege der Oper auch dort unterstützen, wo diese Kunst leider noch nur den oberen Zehntausend zugute kommt. Freilich will man diesen gewaltigen Aufwand in einer Zeit, wo man für die dringendsten BesoldungZi aufbesserungen kein Geld hat und wo Preußen im Reiche der Sozialpolitik entgegenwirkt. Wir können dem Opern hauSneubau nur unter der Bedingung zustimmen. daß die Regierung ihre Pflichten auch gegenüber der Masse er- füllt, billig« Preise schafft und Volksvorstellungen einführt. Ein solcher Bau wird für Generationen geschaffen und wir sind überzeugt und hoffen, daß dieses HauS noch zu einer Zeit stehen wird, wo eS den Charaüer eines Hofopernhause« v c r- loren haben wird(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Große Heiterkeit) und wo die Prunkräume der Allgemeinheit der Be- völkerung dienen werden.(Der Präsident ruft den Redner wegen der Andeutung, daß Preußen einmal keine Monarchie sein könnte, zur Ordnung!) Unter der Voraussetzung, daß die Bau« akademie bei ihrer nochmaligen Prüfung des Entwurfes auf die Volkswohlfahrt und die Zugänglichmachung der Kunst für die breite Masse Rücksicht nehmen wird, stimmen wir dem vorliegenden Antrag zu.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Nach weiterer Debatte wird der oben erwähnte Antrag in namentlicher Abstimmung mit 218 gegen 145 Stimmen angenommen. Auf Vorschlag des Vizepräsidenten Dr. v. Krause wird der Präsident ermächtigt, der Regierung von der Resolution Fritsch, die in der zweiten Lesung angenommen worden war, und dem heute angenommeneu Antrage entgegengesetzt ist, keine Mitteilung zu machen. Der Etat wird angenommen, e« folgt der Etat des Ministeriums des Inner». Abg. Dr. König(Z.) begründet eine« Antrag seiner Partei, nach dem die Negierung Bürg- schaft für Hypothekendarlehen an Staatsarbeiter oder geringbesoldete Staatsbeamten übernimmt. Abg. Oertel(natlJ fordert Neviflon des Weingesetzes von IVOS und klagt Wer die Not der Winzer und des Weinhandel«. UnterstaatssekretSr Drew«: Der Wohnungsfrage werden wir unsere Fürsorge widmen, lieber die Auslegung des Weingeietzes herrscht noch nicht voll« Klarheit. Abg. Atz. Hoffmaun(Soz.) bespricht die Ausweisung der Genossin valavanoff und des in Preußen geborenen W e i tz. VaterS von zehn Kindern, der aktiv zwei Jahre gedient, Reserveübungen gemacht und stets feine Steuern bezahlt hat. Auch die Ausweisung zweier jungen dänischen Künstlerinnen aus Nordschleswig, die in Konzerttoilette unter Gendarmeneskorte aus Preußen hinausgeschafft wurden, beweist, daß Preußen kein Kulturland ist. In Holland haben Profefforen ein Abwehrkomitee gegen die nordschleswigsche Polizeiwirtschaft ge- gründet— glauben Sie, daß Sie aus diese Weise Ehr« im Aus- (and einlegen? Da möchte man sich schon mit Gies« bertS schämen,«in Preuße zu sein! Gegenüber der Arbeiterjugendbewegung kann der Minister v. Loebell die einst von ihm als ehrlichem Makler versprochene loyale Handhabung de« BereinSgesetzeS beweisen I Gegen Jugend- Verrohung hilft nur Bildung und Wissen— die Polizei stört aber wissenschaftliche Votträge in brutalster Weise. Sie haben sich über die Schändung de» Kaiser- Friedrich-DenkmalS enttüstet; wir verurteilen diese un- sinnige und bei der Persönlichkeit Kaiser Friedrichs erst recht un« begründete Tat. Aber zu der Hetze der Scharfmacherpresse liegt doch gar kein Grund vor. Die.Post' schreit ja gar von MajestätS- beleidigung— sie und ihr heimlicher Chef v. Zedlitz sind ja besondere Autoritäten für Majestätsbeleidigung; Sie mit Ihren Artikeln über. Frauenzimmerpolitik' und über den Kaiser! Man will damit nur die Richter scharf machen, damit sie die Täter jahrelang ins Zuchthau» stecken. Bei der goldenen Jugend würde man statt von Denkmalsschändung von Studentenulk sprechen und sich nicht weiter rühren, auch keine Ergreiferprämie aussetzen, wie damals bei dem Studentenulk in der .Puppenallee'. �< Wir haben selbst unter dem Sozialistengesetz die Verunstaltung von Mauern, Straßen ufw. stets verurteilt. Wie oft aber baben bürgerliche Fanatiker oder Narren Denkmäler.geschändet', wie das Äönig-Ludwig-Denkmal in Kitzingen am Main. In t a n n o v e r hat man Studenten, die Laternen zettrümmert und adenichilder vertauscht haben, freigesprochen, weil da» nach der Kneipe.ein weiteres Vergnügen' war. In H a l l e bekamen Studenten wegen Zettrümmerung eines Marmorstandbildes 15 M. Geldstrafe. Arbeiter, die noch nicht so viel getan haben, wollen Sie ins Zuchthaus sperren. Und Götlinger und Greifswalder Studenten, darunter ein v. B r o ck h u s e n, find wegen aller möglichen Angriffe auf Schutzleute zu 15 oder 30 M. verutteilt worden. In Königsberg wurde ein Student wegen patho- logischem Rausch freigesprochen, der einen Schutzmann .Schnaps«, Ochs- und Saupreuße' genannt hatte. So wird EtudeutenvandalismuS .geahndet', selbst wenn sie auf Züge schießen, die Feuer- wehr alarmieren und den erkundenden Radfahrer zu Fall bringen wollen, wie eS Göttinger Studenten aus der goldenen Jugend taten I In Königsberg wurde da» Grab eine? unserer Freunde in schändlichster Weise zerstött, verbrannt, ge- schändet und die Polizei macht« dem.Generalanzeiger' Borhalte wegen deS Berichts darüber. Und soll ich an die Bonner Borussen erinnern? Wo hätten jemals Arbeiter so gehaust? Nun, wir werden ja sehen, ob die Richter sich von der.Post' zur Klassenjustiz aufputschen laffen werden. Hat man nicht letzthin die Pflege der Seidenraupe als staats- gefährlich erklärt und hat nicht die Lichtenberger Polizei brutal WirtShauSgäste hinauSgezerrtl So lange Sie und Ihr« Polizei so arbeiten, ist uns um unsere Jugend nicht bange nnd möge« Sie noch so viele Millionen Steuergeldcr dafür aufwenden. Sie fürchten, daß die Arbeiterjugend sich nicht mehr versklaven laffen wird, darum Ihre Austrenguugcu. In Kassel zahlt ja die Stadt schon die Kosten für die polizeiliche Zurückbringung solcher Jugendlichen, die wegen schlechter Behandlung ausrücken. Die Politischerklärung der freien Gewerkschaften soll ja nur die Jugend aus ihnen entfernen, weiter nichts. Die gelben und .reichstreuen' Gewerkschaften, z. B. in Waldenburg, können sich aber schrankenlos konservativ politisch betätigen und dürfen trotzdem vierzehnjährige Jugendliche unter sich haben!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nicht wahr, Herr Minister v. Loebell, loyal handhaben Sie daS Reichsvereinsgesetz, wie Sie eS damals versprochen!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Amtsmißbrauch und Rechtsbeugung treibt die Polizei mit dem Vereinsrecht. Und was ist da» Borgehen der Regierung gegen die.Volksfürsorge' andere»? l(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Freilich, damit schaden Sie sich nur selbst und vermehren unsere Lnhängerzahl. Aber wir gehen nicht von unserem versönlichen Nutzen aus, sondern von Gesetz und Recht, und darum veruttcilen wir diese Willküratte. in denen z. B. der Berliner Polizeipräsident unerschöpflich ist (Sehr richtig! links), wie er es auch in seinem juristischen Scharfsinn ist. Er hat ja auch die Abreitzung unserer Kranzschleife für die Märzgefallene», diese rechtswidrige Sachbeschädigung. gerechtfettigt, weil.preußische Duma' eine Verächtlichmachung diese» Hause» sei. Keine Ehrung Ihres Erbfreundes I Auch die Ankündigung des Siegs der Menschlichkett wurde konfisziert, und der U e b e r j u r i st I a g o w nahm auch den Reichstag in Schutz. Wir werden aber versuchen, ob wir Sttchter finden, die dem Recht die Ehre geben und die unzulässig« Zerreißung unserer Bänder ahnden. In Deutschland ist kein Ding unmöglich. In HoffnungS- t h a l bei Jülich hat man eine Polizeiverordnung von 1554(fünf- zehnhundertvierundfünfzig) ausgegraben und bestrast damtt Leute in StraßenreinigungSsochen. Fürstengeschlechter vergehen— aber die Polizeiverordnung ist unsterblich. Ja, mit solchen Zuständen werden wir ja zum Gespött der ganzen Welt. In einer Broschüre wirft der wegen Sittlichkeitsdelitten verurteilte Schulrektor Robert Bock- Berlin einem kgl. Kriminalkommiffar und Oberleutnant a. D. die unglaublichsten Dinge vor. Warum schreitet man da nicht ein? Gegen Streikposten ist man nicht so zimperlich; im Solinger Kreis hat man jetzt eine ganze Streikleitung eingesperrt. Die verbrecherischsten Streikbrecheragenten aber erfreue» fich Ihre» Schutze». Warum reden Sie nie von dem furchtbare««rpreffenschen UnternehmerterrorismuS? Letzthin hat sogar Obermeister Rahardt vor Gericht einen Streik als gerechtfertigt erklätt und Milde gegen die Streikposten verlangt. Der Streikbrecher und Zuhälter Meinl aber durste rufen, er könne auch einen Menschen tot» schießen, denn er stehe als Streikbrecher im Dienste der Polizei. Auf diesen Subjekten ruht Ihre GesellschaftSordnuna. die find Ihnen unentbehrlich. Der mit sechs Monaten bestrafte Privat- dekttv Schwarz inseriert ja jetzt seine EhescheidungZdienste, also findet er doch wohl Anklang, sonst würde er doch die Inseraten- kosten nicht verdienen. Die kapitalistische Gesellschaft bedient sich ja sogar de« Diech- st ah l S von Polizisten— siehe den polizeiLchen Diebstahl der Steigerverbandslisten für den Zecherwerbandl Der Essener Polizeipräsident aber hat zwei seiner Beamten di« Genehmigung zur Aussage verweigert. Der Polizeipräsident hindertdieEr» Mittelung der Diebel(Stürmisches Höttl höttl bei den Sozialdemokraten.) In öffentlicher Versammlung unter Vorsitz des Staatsministers v. Berlepsch hat Steiger Werner dies erklärt— er ist nicht angeklagt. Die armen Schacher von KarlShorster Gendarmen sind auf lange ins Gefängnis gekommen— der Essener Dieb«über, der Tausende vom Zechenverband erhielt, bekam SO M. Geldstrafe! Wenn Sie die Polizeibeamten zwingen, mtt Verbrechern aller Att zusammenzuarbeiten, dann dürfen Sie sich nicht über die Polizeikorruption wundern, die in immer neuen Prozessen zutage tritt!(Der Redner bringt einige neuere Fälle solcher Korruption vor und fragt, was denn die Verwaltung dagegen zu dm gedenke!)j Herr v. Loebell könnte ja hier großes Reinemachen vornehmen und die Polizeibcamten von der Verbindung mit Zuchthäuslern und derartigem Gesindel, ja selbst mit M ö r» d c r n befreien, wie es der K e i l i n g ist, dessen Polizeid teufte Herr v. Dallwitz ja sogar zu bestreiten versucht hat, und Keiling hat vor Gericht in Leümeritz selbst seine Polizeiagenten eigenschaft an- gegeben und gesagt, er ist— er der so schwer Vorbestrafte!— von der preußischen Polizei mit der Aufficht über ehrliche Staatsbürger beauftragt— er der Kuppler und Mörder. Die göttliche Weltordnung' und der Staat, der sich auf solche Kreaturen stützt. auf bestechliche Subjekte— ich erinnere nur an den General v. Lindenau!— können einem leid tun. Ein solcher Sumpf muß ausgetrocknet werden, die Beseitigung solcher elenden£ stände muß der Stolz jedes anständigen Menschen feint Q stimmung bei den Sozialdemokraten.), Der Redner schildert die Hamborner Polizeiüder- s ä l l e auf schlafende Menschen in ihren Betten. Und kein Mensch hat auch nur au Notwehr gedacht diesen wilden Bestten in Schutz- mannsuniform gegenüber— so hat dieser„Rechtsstaat' seine Be- wohner erzogen! Schutz für den Bürger, Schutz vor Schutzmanns- exzeffen!(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Der Hauptpatron Schmitz hat schon vorher Aehnliches gemacht— man wußte, wer er ist., Der Handab Hacker von BreSla», der Mörder des Arbeiters Herrmann find bis heute nicht gefaßt und der Gendarm Jude ist unbestraft gebliebe». Und solcher Patrone wegen bringt man die anständigen Schutzleute in Verruf, die sich noch ein Herz unter der Uniform bewahrt haben. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mit diesem Ihren GegeuwartSstaat, aus dessen Nationalhymne Sie freilich die Liebe des»freien ManneS' streichen, wollen Sie die Leute vor dem Zukunftsstaat graulich machen, der eine Er- lösung sein wird(Gelächter rechts), nämlich für alle, die noch Ehre im Leibe haben.(Sehr gut! bei den Sogtzrldenw- kraten.) An seinen Krebsgeschwüren muß Ihr Polizei- und Verbrecherstaat zugrunde gehen I(Großer Lärm rechts. Rufe:.OtaatT Orth nungsruf.) Nur die Billigung dieser Zustände durch diese» Dreiklassenhau» hält sie auftecht. Weder das Zentrum, noch die National- liberalen mit dem Geheimrat und Doktor einerseits und andererseits, sonst Friedberg genannt, haben sich gegen Loebell» Wahlreformablehnung gewandt. Nicht von Krone und Regierung, nur durch sich selbst muß das preußische Volk die Wahlreform erlangen!(Stürmische Zustimmung bei de» So- zialdemokraten.) Hoffentlich werden auch die Fortschttttler nicht wieder aus eine neue Ministernummer das ganz« Ver- mögen ihrer Leichtgläubigkeit setzen(Große Heiterkeit), um dann wieder eine Niete zu ziehen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Konservativen haben sich gestern so sehr über das Stichwahl« abkommen der Fortschrittler mit uns entrüstet. Aber die Kon» servativen waren selbst auch schon bei uns zu Gaste.(Wider- svruch rechts.) Warmn hätten Sie sonst ein Verbot erlassen? Ihr Starrsinn gegen jede Wahlreform drängt die Freisinnige» zum Bündnis mit uns, denn diese müssen den Wahlrech tSkcnnpf ernstlich aufnehmen, wenn sie nicht den letzten Wähler au uns verlieren wollen. DaS Bündnis zwischen Sozialdemokratie unii minderwertige Reichstagswahlrecht Freifinn ist das Werk der vereinigten Wahlrechtsfeinde. Das das Gebiet der Fertigproduktion eindringenden Werte würde be- I gung. Die Verbilligung der Stafherstellung, bie barbe Negt, m preußische Bolt ist mündig, es wird sich fein Wahlrecht erhaupten fönnen. Das Ergebnis dieser Erwägungen war, daß, wenn mindestens so bedeutend wie die Verbilligung, die durch die Selbst troben, eventuell erfämpfen. Reine Ruhe in Preußen, unsere Gesellschaft nicht beizeiten für eigene Erzeugung des herstellung des Roheisens an sich erzielt wird. ehe nicht zum mindesten das Reichstagswahlrecht erfämpft wurde Rohmaterials sorgte, fie in dem Wettkampf faum würde be Es ist wenig bekannt, daß unsere heutige Stahlerzeugung bea ( Seiterfeit rechts), das auch wir insofern für minderwertig halten, stehen können. reits mehr als 300 000 Tonnen im Jahr beträgt. Wir gebrauchen als wir die Verhältniswahl und das Frauenwahl. Wir mußten bisher das auf unseren Stahlwerfen zur Ver- dazu etwa 100 000 Tonnen Roheisen. Durch Selbstherstellung des recht wünschen. Das Wort des Abg. v. Zedlitz über das arbeitung tommende Roheisen zu den hochgehaltenen Syndikats- Roheisens werden wir einen jährlichen Nuhen zwischen 1 und preisen beziehen, von denselben Werken, die auf unserem Sonder 1½ Millionen Mark erzielen. Einen ebensolch hohen Nußen werden gebiet der Herstellung von Röhren und in unserer Blecherzeugung wir aus der Stahlproduktion an sich durch deren unmittelbare Verin schärften Wettbewerb mit uns traten. Seit Jahr und Tag haben bindung mit dem Hochofenbetrieb nach dem neuesten Stande der wir mit dem Roheisenverband darüber verhandelt, uns Bedingungen Technik erzielen. für den Roheisenbezug einzuräumen, die uns der Notwendigkeit ent Außerdem werden wir einen beträchtlichen Ruben ziehen aus hoben, uns auf diesem Gebiete ſelbſtändig zu machen. Aber wir der durch den eigenen Sodhofenbetrieb erzielten stärkeren Beschäfti fanden nur geringes Entgegenkommen. gung der Kokerei auf unserer Zeche Rönigin Elisabeth". Dazu Selbstverständlich ist es mit der Roheisenverbilligung allein nicht wird noch der zu erwartende Nußen aus der beabsichtigten Bergetan. Die modern gemischten Betriebe verdanten ihren Vorsprung einheitlichung der Blechherstellung bei Schulz- naudt und Grillo auf dem Gebiet der Stahlerzeugung im wesentlichen der Verbindung Funte( das den Mannesmann- Werten ebenfalls angegliedert ift) der Probuftion der Kohlenaeche mit der Roheisen und Stahlerzen treten. werden wir uns merken. Sehen Sie zu, daß Sie nicht den letzten fhäbigen Reft Ihrer Reichstagsmandate verlieren! Die gestrige Warnung v. Redlib' vor einem Wahlrechtsmißerfolg des Ministers erinnert an die Warnung, die einst die Junter dem regierenden Brandenburger an das Köpenider Schloß schrieben: Jochimte, Jochimte, hüte Di, triegen wi Di, dann hängen wi Di!" Herr b. Heydebrand hat uns zur Revolution aufgefordert. Das fönnte nen so passen, wenn wir auf Ihre Bestellung Revolution machten! Daß es Ihnen aber Heidenangst wird beim Fortschritt des freien Gedankens, das beweist Ihre Aufforderung zur Revolution, wie Ihre Drohung, mit der Hand am Schwert. Halten Sie die Hand ruhig am Schwert, aber fehen Sie sich vor, daß Sie nicht eins auf die Finger friegen! Herr b. 2oebell, der mit Bülow die Wahlrechtsfrage bearbeitet hat, mar hier nicht darauf gefaßt! Seine Antwort hat uns nicht enttäuscht. Jn- Preußen gibt es für das Bolt nur eine Silfe, und das ist die Selbsthilfe! Die Stebe des Ministers merden wir benügen, um auch dem letzten preußischen Wähler die Augen zu öffnen. Schon damals, als ich mit Herrn v. Loebell drei Wochen lang durch Westhabelland reifte( Seiterkeit) und er tagtäglich seine alten Landratserinnerungen erzählte ich betam ja da nicht das Wort, hier geht das leider nicht so, Herr Minister! ( Seiterfeit links), jagte ich mir, der Mann bringt es noch zum Minister! Solche Leute sind uns recht für unsere Agitation, die fich rundweg als Wahlrechtsfeinde befennen. Wenn der Sunterhochmut auch den von der Krone geforderten Mittelland fanal bereiteln fonnte wenn das preußische Bolt geschlossen den Ruf ertönen läßt: Her mit dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht!" dann, wird die Berjertermut der Junker, bes. Geldjad's Macht und die pfäffische Lift durch des Volkes Willen überwunden werden. Mit Ihrem Starrfinn helfen Sie am meisten bazu mit: en die Götter bernichten wollen, den schlagen sie mit Blindheit!( Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Gtat des Innern wird genehmigt. Die Resolution Rönig wird der Rechnungstommiffion überwiesen. Fortjehung Mittwoch 11 Uhr Schluß 6 Uhr. Aus Industrie und Handel. Erweiterung der Mannesmann- Werte. $ Die Generalversammlung der Mannesmann Röhren. merte genehmigte gestern die Erhöhung des Aktienkapitals un 11 Millionen auf 72 Millionen Mart. Die Kapitalserhöhung dient im wesentlichen zur Durchführung der Verschmelzung mit dem Blechmalzwert Schulz Knaubt. Auf dem Ge lände diefer angegliederten Gesellschaft sollen Hochöfen errichtet werden, so daß die Mannesmann- Werte in Bukunft ihren Bedarf an Roheisen selbst herstellen werden. Die Eisenerze, fördert die Mannesmann- Gesellschaft bereits selbst; die zur Verhüttung not wendigen Kohlen gewinnt sie aus der ebenfalls in ihrem Befit befindlichen Zeche Königin Elisabeth". Ueber die Einzelheiten der technischen und ökonomischen Abfichten bei der Fusion machte der Generaldirektor folgende Mitteilungen: Eine Gesellschaft, wie die unsrige, mußte angesichts der gewaltigen, immer noch wachsenden Ausdehnung der großen gemischten Betriebe, besonders nach der Seite der Fertigfabritation hin erwägen, ob und wie sie bauernd thren Besitzstand auf bem Markt der Fertigfabritate gegen die großen, ständig tiefer in Unser A Preis- Ausschreiben von 10000 Mark. Aus nachfolgenden Gründen sehen wir uns genötigt, nochmals bezüglich unseres Preisausschreibens von M. 10 000 das Wort zu ergreifen, da uns von verschiedenen Seiten der Einwand gemacht worden ist, daß die Bedingungen desselben nicht ganz klar verständlich seien. Wir wollen biermit darauf hinweisen, daß schon ein einfacher kurzer Satz oder ein Knüittelvers, worin in kürzester und schlagendster Form auf die enormen Vorteile der Providol Seife als billiges und wirklich reelles Schönheitsmittel und auf ihre wissenschaftlich anerkannten schützenden Eigenschaften hingewiesen wird, genügt, wie z. B. Providol, die Schönheitsseife", oder„ Providol nützt, denn Providol schützt". Gleichzeitig stiften wir, um möglichst viele für ihre Mühe zu entschädigen, 400 weitere Preise à M. 5, zusammen M. 2000, so daß sich das Preisaus schreiben auf insgesamt 12 000 M. erhöht. Die ausgesetzten Preise betragen nunmehr: modus) and rumb 1. Preis M. 3000, 2. Preis M. 2000, 3. Preis M. 1000, vier Preise von M. 500, gleich M. 2000, zehn Preise von M. 100, gleich M. 1000, zwanzig Preise von M. 50, gleich M. 1000 und 400 Preise à M. 5,-, gleich M. 2000, Zusammen 437 Preise im Gesamtbetrag von M. 12000 in barem Gelde. nailu Hier sei nur noch kurz bemerkt, daß jedermann Gelegenheit hat, ohne unnötige Kosten sich an diesem Preisausschreiben zu beteiligen; denn jeder, der uns zur Legitimation den leeren Karton eines neuen großen 50 Pfg.- Stückes einschickt, ist berechtigt, an dem Preisausschreiben teilzunehmen. Die Lösungen sind bis spätestens zum 15. Juni 1914 einzusenden und müssen mit der Aufschrift: Betrifft Preisausschreiben" an die Providol Gesellschaft m. b. H., Berlin NW. 207 gerichtet sein. Die Prämiierung findet am 15. Juli statt. Das Resultat und die Namen der Preisträger werden nach erfolgter Prämiierung in den Zeitungen veröffentlicht. aid up d Providol Gesellschaft m. b. H.. Berlin NW. sddit et mis sis gid 19 B Zu Sfingsten Elegantes Kostüm aus gutem Kammgarn- Twill in modern, Blusen- and Tunika- Fasson. Besond effektvoll durch die aparEines dieser beiden hier abgebildeten entzückend. Kleidungsstücke zu besitzen,-wie würde es Ihnen die Feiertage verschönern! Beide sind so recht geeignet für fröhliche Feststimmung und heitere Sommertage. Und nicht oft wird Ihnen ein solcher Kauf geboten, denn beide Sachen sind mit äusser. stem Raffinement zusammengestellt und repräsentieren in ihrem Material, ihrer Ver. arbeitung und ihrem Sitz ganz bedeutend höhere Werte als ihre niedrigen Preise. ten Aermel und durch den sehr schönen buntbestickUeberkragen. ten Kragen mit Ottoman24.50 sowohl den Auch in Popeline- Mänteln modernen Kurzen wie den mehr Konservativen langen können Sie bei uns reiche Auswahl finden, und auch hier, wie überhaupt bei uns, werden Sie über die niedrigen Preise staunen. Königstrasse 33 am Bahnhof Alexanderplatz Wasch- Volle entzück. fesche Fasson Kleid, u. feine Handstickerei. Mit prachtvollem Seidengürtel Schleife Dies sonst ganz teuere und passender und Schnalle. Kleid kostet bei uns nur 29.C& A BRENNINKMEYER GMBH ** Chausseestr. 113 beim Stettiner Bahnhof 909 31101 216 16 30 and prom Am Himmelfahrtstage, Donnerstag, den 21. ds., bleiben unsere Geschäfte geschlossen. Serantwortlicher Stebatteur: Alfred 28telepp, Steutöln. Für der Inseratenteil beranto.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Bant W