147. 5 Pfennig Annements- Bedingungen: Abortments Preis pränumerando: Biert hrl. 3,36 mt, monatl. 1,10 r., möchlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einge Nummer 5 Pig. Sonntags. num mit illustrierter Sonntags. Beila Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonment: 1,10 Mart pto Monat Eingegen in die Post- Zeitunge Breide. Unter Kreuzband für Deutland und Desterreich Ungarn 2,50 rt, für das übrige Ausland 4 Mopro Monat. Bostabonnements nehm ant: Belgien, Dänemart, Holla Italien, Luremburg, Portugal, Rumlen, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts 5 Pfennig 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelgeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersamminungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes writere Wort 10 Bfg. Stellengefuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig.. jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenftraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 1983. An die Laterne! Dienstag, den 2. Juni 1914. Expedition: S. 68, Lindenstraße 69. Fernsbrecher: Amt Morikhlak. Nr. 1984. weniger gesagt, als daß die ganze Entrüstungskampagne ob| bisher, daß die Radikalen bereit seien, abzublajen. Wie weit diese der Kaiserhochgeschichte Humbug sei und einer gerichtlichen Vermutung zutrifft, muß sich bald zeigen. Die republika. Feststellung nicht standhalten könne. Verbindlichsten Dank, nisch- sozialistische Gruppe beschloß allerdings heute, nur Herr Minister! Wir möchten betonen, daß Herr Graf Vord von Wartenberg, der Sie wegen der strafrechtlichen Vereine solche Regierung zu unterstützen, die für folgendes Programm folgung des Sigenbleibens interpellierte, nicht von uns beſtochen war, daß er Ihnen diese Falle stelle. eintreten wolle: 1. für Maßnahmen, welche möglichst bald eine Rüdfehr 3um 3 weijahrsgejek gestatten werden, 2. für eine Steuerreform durch Einführung der pro= gressiven Gesamteintommensteuer und Deckung der außerordentlichen Militärausgaben durch eine progressive Kapitalsteuer und 3. für einen energischen Schutz der Verweltlichung auf allen Gebieten. Man muß aber daran zweifeln, ob dies wirklich die Meinung der gesamten radikalen Partei ist. eider war es Jesko nicht, der ganz sicher aus seiner afrifanijen Vergangenheit reizvolle Beispiele hätte beibringen fönnt, wie man Bartes( nämlich die Cousine) mit dem Herben Aber es hätte etwas gefehlt, wenn unser mannhafter ( närich der Nilpferdpeitsche für die schwarzen Tiere) paart, sondn ein anderer Puttkamer, der im Herrenhause die Herr v. Buttkamer nicht auch die Verewigung des Dabei läng fällige Rede für die bedrohte Monarchie und gegen Dreiflaffenwahlrechts verlangt hätte. die erabscheuungswürdige Sozialdemokratie gehalten hat. wurde er geradezu revolutionär, ganz als sei sein Schlachtruf: Abeauch dieser Buttkamer war nicht schlecht; er fand wirkliche Vive la France, und zwar: Es lebe das Frankreich von Sernstöne für die weinerliche Bedrängnis der Konservativen, 1789. Denn um seinen Worten einen möglichst blutrünstigen unda es sich im letzten Grunde ja doch um die verdammte Nachdruck zu geben, zitierte er einen Gesinnungsfreund, nachh Befiteuer handelt, drängt sich einem die Redensart ganz von dessen Worten der Minister, der das Reichstagswahlrecht in felbf auf, man müsse zur Steuer der Wahrheit( welche die Preußen einführen wollte, an die nächste Laterne gehängt Als wahrscheinlicher Nachfolger Doumergues gilt Viviani. Ronrvativen auch ohne Sinterziehung nie zahlen müßten) werden müsse. A la lanterne! Das war einstens zur Zeit bemfen, daß den verehrlichen Staatsministern selten stram- der großen Revolution ein Ruf, der den Standesgenossen des Er selbst stimmte gegen das Dreijahrsgesek. Er ist aber keine merier Marsch geblasen wurde für ihre staatsgefährliche Lar- Herrn v. Buttkamer aufs schrecklichste geläufig war, wenn Kampfnatur. Außer dem Ministerpräsidium würde er das Porteauch in einem anderen Sinne. Dort hat man nämlich die heit m Kampfe gegen die Sozialdemokratic. ein, war dieser Puttfamer gut präpariert! Er wußte Minister und ihre Gefolgschaft, die mit ähnlichem wie mit der feuille des Aeußeren übernehmen, Messimy würde Kriegs- und etwe von dem Zug nach rechts" bei den letzten Wahlen, der Dreiklassenschande ihre Geschäfte machten, an die nächste Delcassé wahrscheinlich Marineminister. wirich ein rührender Zug ist, insofern er sich gänzlich unter Laterne gehängt. Aber das ist ja nur ein kleiner UnterAushluß der Oeffentlichfeit vollzogen hat. Er war dank ge- schied. Man hängt, was man friegt, und wenn erst einmal naut Information zu jeder Denunziation vorbereitet und die Zeit da ist, daß der alte Ruf wieder aufwacht, dann können unteließ es daher nicht, dem erregten Herrenhaus mitzu- wir uns ja noch darüber einigen, wer gehängt werden soll. teile, daß der badische Großblock unter der Leitung groß- Das ist eine reine Personenfrage, durch die wir uns nicht berzalicher Staatsbeamter marschiere. Da er gerade beim abhalten laffen dürfen, uns mit Herrn v. Buttkamer schon Dennzieren war, machte er auch rasch noch den Staatsanwalt heute prinzipiell auf den Ruf: A la lanterne! zu einigen. auf die schändlichen Artikel aufmerksam, die in der sozialdemfratischen Presse gegen Kaiser und Kronprinz ständen undempfahl eine angebliche Aeußerung des Genossen Göhre, eine ehemaligen evangelischen Geistlichen", der geneigten Berchsichtigung der Anklagebehörde. Er rang die Hände vor den wüsten Treiben der Juden und Judengenossen" und madte dabei die Entdeckung, die Behörden wichen vor der Sozialdemokratie zuric. Streifpostenstehen, Arbeitswilligenfchut Zabern, Visepräsident Scheidemann, Recht auf die Bari, 1. Jun; Privattelegramm des„ Vorwärts".) Straße, alles floß, u zähem Brei verrührt, über die staatseutgen Ministerrat erflärte Dou mergue, die erhaltenden Lippen jes v. von Puttkamer, der sich offenkundig aufgabe des 2inisteriums jei vollendet, die Macht die zunehmende Berohung und Ruppigkeit des Tons" zum mußte jetzt in andre Hände gelegt werden. Von seinem RücktrittsVorbild genommen hatte, die er der Sozialdemokratie vorwarf und dessen patrotischer Stoller mit Wahrheit und Anstand en schluß ließ sich der Ministerpräsident auch durch die Gegenvorso lange stürmisch raig und sie dann besiegte, bis er sich zu dem ste lungen anderer Minister nicht abbringen. Die Demission wäre sammen. Sas emporschwang: Wie ist es möglich, daß bürgerliche begreiflich, wenn die Radikalen entschlossen wären, sofort mit der Deschanel gewählt. Der Radikale Clemente I wurde erster Parteien mit diesen vaterlandslosen Leuten zusammengehen, Heeresreform zu beginnen, da Doumerque und andere Minister und der ehemalige Kriegsminister Messimy zweiter Vizederen Schlachtruf ja ezt Vive la France! ift. Anhänger der dreijährigen Dienstzeit sind. Aber man vermutete präsident. Dem wohledlen Herrenhausmitglied ist ein Irrtum unterlaufen: Es heßt nicht:„ vaterlandslose Leute", sondern ,, baterlandslose Geselen" oder kurz„ Elende!" Aber bei diesem Massenmord der Wahrheit macht diese eigenmächtige Abänderung eines Raisewortes, so schlecht sie auch einem Herrenhausmitgliede anstelen mag, wenig aus. Interessanter ist doch wesentlich, daß er Schlachtruf der Sozialdemokratie jest Ministerkrise in Frankreich. In rem Nachfolger Doumergues. Hvammentritt der Kammer. Der Die gemäßigte Preise macht verzweifelte Anstrengun gen, um die Regierungsunfähigkeit der Linksparteien nachzuweisen. Der Temps" appelliert an den Präsidenten der Repu blik, der den künftigen Ministerpräsidenten nicht unter den Gegnern der dreijährigen Dienstzeit suchen werde. In der Tat hielt Po in carè heute in Rennes eine Ansprache an die Turner, worin er die Notwendigkeit starter Effektivbestände und rascher Mobili. sierung betonte und mit weiteren Anspielungen Gelegenheit zu einer Demonstration für die dreijährige Dienstzeit gab. Eine schlaffe und zweideutige Haltung der neuen Regierung wäre aber ohne die Mitschuld der rabilalen Partei unmöglich. Indes werden die Sozialdemokraten bald Klarheit zit schaffen wissen. Die Fraktion nahm heute eine Erklärung an, in der ausgesprochen wird, daß die Sozialisten feine Regierung unterstüben, die nicht unmittelbar die Rückkehr zur weijährigen Dienstzeit ins Werk jetzt. Das neue Parlament trat trop des Feiertages heute den Bestimmungen der Verfassung gemäß zu seiner ersten Eizung zuZum Präsidenten wurde mit 402 Stimmen Urkunden zum Fall Siemens- Schuckert. stechungsmanöver. Ruft man tutte" Von Dr. Karl Liebknecht. Kaisha( S. S. D. K. K.): „ Es ist natürlich sehr bedauerlich, daß durch das offene KonVive la France ist. Diese Entstellungen, die entweder von als appetitlichen Dessous des Hochkapitalismus zu werfen. in die Presse lanciert hatte. Gegenüber diesen DreiſtigNur selten gelingt es, einen Blick in die nichts weniger bar nach dem Richterprozeß zur allgemeinen Erheiterung einem Analphabeten der von einem politischen Taschenspieler herrühren können, sind ein vortreffliches Beispiel für die Not, Nur durch Zufall lüftet sich dann und wann ein Zipfelchen feiten und nachdem die japanischen Gerichte inzwischen in der sich die echt preußischen Leute befinden. Die tatsäch von seinen Toilettengeheimnissen. Zuweilen reißt ihm einer mehrere schwere Verurteilungen ausgesprochen haben, ist es lichen Dinge reichen zum allergrößten Bedauern für einen seiner Soldknechte, wild geworden, die schimmernde Hülle ab. am Blaze, zur Veröffentlichung der wichtigsten Dokumente frischen, fröhlichen Hisarenritt gegen das arbeitende Bolf nicht so widerwärtig der Anlaß sein mag, der zu solchen Offen- zu schreiten, um allen weiteren Verwirrungsversuchen einen mehr aus. So entschließt man sich eben, durch eine ganz barungen führt, die politische Pflicht gebietet ihre Beachtung Riegel vorzuschieben und zu zeigen, wie wohlbegründet die kleine Abänderung der Wahrheit der skrupellosen Agitation und Verwertung. Die Niedrigkeit des Erpressers deckt nicht sozialdemokratischen Anklagen sind und welch gewaltige auf die Beine zu helen und dem deutschen Bürger, soweit er die Niedrigfeit großfapitalistischer Betrugs- und Be- symptomatische Bedeutung für die Beurteilung des hochfich liberal heißt und einen Orden haben möchte, graulen zu zur Entschuldigung der kapitalistischen Geheimbetriebes diese Affäre besitzt. machen. In Deutschland ist ja mit der bedrohten Monarchie jeweils bloßgestellten Person oder Firma beschwörend: Unter dem 11. Juli 1911 schreibt die Leitung der Londoner ..so machens alle"! mun Tochtergesellschaft bon Siemens- Schuckert, namens Siemens immer noch etwas zu verdienen und wäre sie blog durch das cosi fan Dann möge man aber Brothers Dynamo Works( S. B. D. W.), an H. HerrmannFehlen von 111 Raitrhochs ins Wanfen gekommen. Wenn wohl, wir sinds zufrieden. man die Aufregung in deutschen Bürgerherzen mit ansieht, gefälligit die typische Wichtigkeit, die Wichtigkeit, die symptomatische Tokio, den Vertreter der japanischen Tochtergesellschaft von der Herr Buttkamer o trefflich Worte und nichts als Worte Bedeutung solcher Einzelfälle nicht bei anderer Ge- Siemens- Schuckert, namens Siemens- Schuckert Denti Kabuscht gegeben hat, so muß einem wirklich der peinliche Gedanke legenheit mit pathetischer Gebärde abstreiten. Entweder kommen, die Monarhie müßte auf recht schwachen Beinen oder! Unser Stampf gilt seit je nicht pharisäerbaft den Verstehen. Es läßt sich leider nicht einmal auf die fehlenden fehlungen einzelner, sondern eben der Verderbtheit des kapi- furrieren für das japanische Schiff, welches bei Vickers gebaut wird, Hochrufe klagen und die verstockten Burschen, die sie unter- talistischen Systems. Und dieser Kampf dient der allgemeinen so viel Leute auch auf die weiteren Aufträge, die die Japaner zu schlagen haben, werdet zu allemhin sich nicht einmal vor dem Wohlfahrt. Wer ihn scharf und ernstlich führt, muß freilich placieren haben, aufmerksam werden. Es läßt sich dies aber wohl Staatsanwalt zu beantworten haben. Und warum nicht? alle Brücken zu den bürgerlichen Parteien entschlossen abge- nicht vermeiden, und es kann nur dazu führen, daß wir unsere Der Justizminister Beseler hat im Herrenhaus die Gründe brochen haben. Er darf nimmer nach ihrem Beifall geizen; Bemühungen bei der japanischen Admiralität, schluchzend enthüllt. Er hat wirklich sich mit dem Staats- ihr Haß, ihre Wut müssen ihn befriedigen, Totschweige- für die Lieferungen vorgeschrieben zu werden. anwalt beraten, aber es habe wenig Aussicht auf Erfolg, die versuche dürfen ihn nicht entmutigen, Verdrehungsmanöver noch verstärken. Hundertundelf vors Gericht zu bringen, da der Freispruch nicht verwirren; auch nicht gequälte Lachialven, denn Jedenfalls sieht man, wie notwendig es ist, daß die VorDer Angeklagten wahrscheinlich und ein Triumph der So- vieles Lachen tötet nicht, sondern zeugt nach dem schönen schrift, Siemens fabritate müſſen genommen zialdemokraten sein würde. Dies wiirde, so weinte der Sprichwort von etwas ganz anderem. werden, weiter gefaßt wird wie bisher. Es wird Minister, der Entrüstung, welche fich jest in den weitesten Mehrfach wurde die Siemens- Schuckert- Affäre in den wohl möglich sein, ganz offen mit Fujii darüber zu Volfsfreisen geltend gemacht hat. Abbruch tun, es sei daher letzten Wochen parlamentarisch erörtert. Jedesmal stürzten sprechen." besser, an diese Sache nicht zu rühren. sich Regierungsvertreter und allerhand parlamentarische Unter dem 16. Juli 1911 schreibt der Prokurist von SiemensO, rühret, rühret nicht daran! Nicht nur, wo ein Herz Klopffechter des Kapitalismus wie rasende Derwische auf den, Schuckert, Berlin, Keßler, an Herrmann: in Liebe, sondern auch, wo eine Volfsieele in Empörung der es wagte. den Finger in die Wunde zu legen. Alle er-„ War es doch schon ein Frevel, das Komglüht, denn ein Freispruch könnte den Herrschaften wieder denklichen Manöver sollten zur Unterdrückung der Wahrheit missionsablommen mit Fujii in London zu zur Besinmmg helfen. Dies Bekenntnis legt ein Minister, dienen: pathetische Entrüstung, Spott und Hohn, Entstellung, treffen, wo unjer altes Abkommen noch besteht ganz als sei die Erste Kammer ein stilles Kämmerlein, vor Ableugung. Und all das unter dem wiebernden Beifall der und tadellos funktioniert, ganz abgesehen davon, daß allem Volfe ab und sieht nicht ein, daß er damit genau das- bürgerlichen Parteien, die sich erst vor rund einem Jahre in derartige Abkommen prinzipiell Sache unserer japanischen Filiale felbe tut, was ein solcher Freispruch bewirken würde. Wie der Ueberraschung zu einer Aufwallung ehrlicher Entrüstung sind, die allein in der Lage ist zu beurteilen, mit wem man cs dumm muß dieser Herr das Volf einschäßen, daß er solche über die Rüstungsforruption hatten hinreißen lassen. Der Ab- dabei zu tun hat und ob ein besonderer Grund vorliegt zu einem Regiebemerkungen laut zu machen wagt und wie, fagen wir: geordnete Baffermann brachte es gar fertig, zur Widerlegung so weitgehenden Abkommen wie 5 Proz. auf die treuherzig muß er sein, um sich über die Wirkung seiner aftenmäßiger Darlegungen einen lächerlichen Ableugnungs- ieferungen für das in England im Bau befind Worte zu täuschen. Er hat mit ihnen nicht mehr und nicht versuch der angegriffenen Firma vorzulesen, den sie unmittel- liche Schiff und 2½ roz für alle anderen Lieferungen für die Marine.... Sawajatis in einem Brief vom 22. Juli 1913 an die Firma Telefunken-| Als im Reichstag mitgeteilt wurde, daß das Auswäge Einfluß fann ja nach dem jezigen Gang der Sache nicht aus Berlin, eine Tochtergesellschaft von Siemens- Schuckert und der Amt Berlin durch eine„ Denkschrift" in die Saeingeschaltet sein. Wozu also die Bestrebungen noch nach A.-E.-G. u. a. hervor: einer anderen Richtung hin Geld aufzuwenden. ... Bekommt denn Sawasati auch für die Tele= funtenlieferungen Kommission?" In einem Brief des Herrmann- Tokio an S. B. D. W. London vom 25. Juli 1911 heißt es: „ Unsere Position heute ist nun die, daß wir durch Sawasaki Murakami für uns haben und deshalb alles, was durch Abteilung I( d. h. des Marineamts in Tokio) geht, zu unseren Gunsten beeinflussen können. Die uns in dem letzten Jahre zugegangenen Aufträge auf allen Gebieten, die direkt von Abteilung I bearbeitet werden, beweisen, daß dieje Verbindung gut funktioniert... Nach allem, was ich von Fujii in Erfahrung gebracht habe, ist derselbe ein richtiger Kommiſſionsjäger. Ich bin überzeugt, daß der selbe nicht nur mit uns ein Abkommen hat, sondern mit den verschiedenen Maj aschinenlieferanten selbst und vielfach doppelte Kommissionen einstedt. Solange wir Ruben von ihm haben, fann uns das aber gleichgültig sein." C. V. U.( Central- Verwaltung- leberjee) der Firma SiemensSchuckert- Berlin schreibt am 7. November 1911 an HerrmannTokio: daß in dem Preis für die drahtlose Großitation außer 20 Prog. bezw. 10 Proz. Provision für das technische Bureau Tokio noch 15 Broz. für besondere Abgaben" enthalten seien. Weiter ergeben die bei. Richter beschlagnahmien Papiere Folgendes: gegriffen habe, versuchte ein Regierungsvertreter diengabe ins Lächerliche zu ziehen. Und dennoch ist Tiche, daß ein längeres Schriftstück des Auswärtigen Amidas sich selbst ausdrücklich„ Denfschrift" nat, die Akten gegen Richter einleitet. Sein Wortlaut möhier folgen: Denkschrift. Nach telegraphischer Meldung des Aceramten der Eisenbahnverwaltung zu Tokio, namens Im April 1912 hat Herrmann- Tokio mit einem höheren Be- Auswärtiges Amt. goneda, ein Abkommen getroffen, in dem sich ersterer verpflichtet, dem legteren für alle Bahnaufträge, auch die Block- Signal- lichen Generalkonjuls in Yokohama hat de cit Anlage, eine Provision von 13 Proz. zu zahlen. Anfang dieses Jahres als Stenotypisder Berlin durch Siemens- Tokio eine drahtlose Großitation für zirka( Filiale der hiesigen Firma Siemens- Schuckert- Werke G. n. 5., Das japanische Marineamt bestellte bei Telefunken- Siemens- Schudert Denti A. K. in Tokio( Jan) 1.500 000 m. In dem Bestellschreiben, das Siemens- Tofio an Berlin SW., Askanischer Play 3) angestellte reichsge. Telefunken richtete, heißt es u. a., daß in dem Preise außer 20 Pro- hörige Karl Richter geschäftliche Briefder zent Provision auf eigene Fabrikate und 10 Proz. Provision auf irma, die sich im Gewahrsam bez Vorstehe der fremde Fabrikate für Siemens- Tofio noch 15 Proz. für besondere Filiale in dessen 3immer befanden, in ein unbeobachteten Augenblic sich rechtswidrig zugeeign In vertrauliche Ausgaben enthalten seien. on ihm haben, fann Bedeutsam an diesem Material find die Beste chun- August d. J. wurde er wegen eines groben Vertrauensbrs( er gen hoher und höchster japanischer Offiziere erbot sich, einer Konkurrenzfirma Information zu liefern) jächst und Beamte, die sich keineswegs als eine allgemeine Sitte nach Dalny verseht und von dort nach Berlin zurückberuf Er verteidigen lassen: das hat die Wirkung dieser Enthüllungen fam indes im Oktober dieses Jahres nach Tokio zurüd undohte " Wenn wir in dem bisherigen Verhalten des Marine auf die japanische Politik und das anscheinend rücksichtslose der Firma Siemens- Schuckert- Denki K. K. in Tokio mit deramts in Tokio auch eine gewisse Gewähr dafür hatten, daß Eingreifen der japanischen Behörden bewiesen. Mit den öffentlichung der während seiner früheren Tätigkeit entweter wir unbeschadet der Konkurrenz höhere Preise verlangen können, Korrespondenz, wenn ihm nicht ein Schweigegeld von 250 Yen Namen Sawasaki, Fujii, Murakami, drei japa= jo kann uns doch der eine oder andere Beamtenischen Admiralen, sowie Joneda ist die Liste( etwa 50 000 M.) gezahlt wird. Obwohl es sich nicum der japanischen Marinetommission in London der Bestochenen nicht erschöpft. Das braucht nicht erst durch eine leere Drohung handelte, da die Veröfntder japanischen Marinetommission in London die Untersuchung in Japan festgestellt zu werden; das beweist in der Tat geschäftlich schwer schädigen forte, in große Verlegenheit bringen, wenn beweistlichung der streng vertraulichen Briefe die ma gehende Preis- und Qualitätsvergleiche an schon der allgemeine Hinweis auf die Freunde" im wurde Richter mit seiner Forderung fuerMarineamt, die zuverlässig arbeiten". Vor In Kapitän Ide, einem früheren persönlichen Adjutanten allem aber die brutale Sicherheit, mit der die band abgewiesen. Er ist dann am 10. d. M. von To und des Admirals Saito, haben wir es jetzt mit einem solchen Mann Vernichtung und Unschädlich machung aller am 12. d. M. mit der sibirischen Bahn von Wladiwostok alreist, zu tun und auf ihr sind sicher auch die neuerdings in Totio derjenigen Beamten zum Ziele gefekt wird, angeblich, um sich nach Berlin zu begeben. Nach dem im Auswärtigen Amt gestern eingegangene teleerhobenen Beschwerden zurückzuführen über unsere die nicht für uns arbeiten". So wie die Brandsche graphischen Bericht des Generalkonsuls ist überzeugendes Werial Bestechungsfabrik der Erhaltung und Verstärkung der Erhaltung und Verstärkung der stellt. hohen Preise." in Tokio und nicht in London. er ein= = # für den Schuldbeweis bereits abgesendet worden und dürftdaher Politische Uebersicht. Die reaktionäre Hee. Weiter wurde an Herrmann geschrieben, das Marineamtruppichen Monopolstellung diente, so wird hier zynisch ein binnen furzer Frist vorliegen. Richter ist hiernach digend in Tokio habe den hartnädigen Klagen dieses glattes Monopol für Siemens- Schudert verdächtig, sich( in Japan!) des Diebstahls und der versucht ErMannes wohl auf die Dauer nicht sein Ohr ver- unter prinzipieller Ausschließung aller Konkurrenz angeschließen könnnen und so werde der Firma Siemens- Schuckert trebt, das zu einem Teil, nach dem Brief zu urteilen, in- preſſung schuldig gemacht zu haben. Diese Vergehen sind audurdy das japanische Recht mit Strafe bedroht(§§ 235, 249, 2 des wohl nichts übrig bleiben, als eine größere folge der eifrigen Fürsorge der guten Freunde" bereits er- japanischen Strafgesetzbuches vom 23. April 1907, Guttenta BerPreisreduktion vorzunehmen.„ Denn den Kapi- reicht zu sein scheint. Die Tätigkeit der guten Freunde erfän 3de jezt noch in das Interesse der Firma leichtert die Erzielung hoher Preise, die bei bürfte daher eine Strafverfolgung durch das zuständige stiche lin). Da es sich um deutsche Interessen hane It, Siemens- Schudert zu ziehen, dürfte zu spät eingehenden Preis. und QualitätsverGericht angezeigt erscheinen.(§ 4 Abjat 2 Nr. 3 Str.- G.- Der fein. Das hätte früher geschehen müssen." gleichen" mit der Ronfurrenz nicht würden Täter hatte, wie festgestellt, feinen lebten inländischen Wohrk in Unter dem 25. November 1911 erwidert Herrmann( Tofio) dem aufrecht erhalten werden können. Sie erspart Charlottenburg, Leibnizstr. 28 IV. Es dürfte aljo nach§§ 8) der folche Verlegenheiten" und gewährt die Möglichkeit, unKezler( Berlin): er halte es nicht für angebracht, allge beschadet der Konkurrenz höhere Preise zu Str. P.-D. bei dem Königlichen Landgericht III Berli ein mein einen größeren Preisnachlaß eintreten au berlangen." Diese Tätigkeit würde selbstverständlich ihre Gerichtsstand begründet sein. Richter befindet sich im AusGerichtsstand begründet sein. Richter befindet sich im AusTassen, denn die Entscheidung über die Aufträge falle Krone darin finden, wenn Siemens- Schudert für die japa- land, hat keinen inländischen Wohnsitz und ist auch sonst be der .... Gerade die Bestellung der Dampf- Dynamosäge, die trok aller nische Marine monopolistisch„ borgeschrieben" würde, öhe der ihm drohenden Strafe der Flucht verichtig. Machinationen einzelner Kommissionsmitglieder und der Preis- werden, weiter gefaßt" würde als bisher. Der famose Yoshida, Briefe zu verheimlichen versuchen wird. Es scheinen daher di Vorwenn die Vorschrift, Siemensfobritate müssen genommen Außerdem besteht die Gefahr, daß er die von ihm entwedeten drückerei der Konkurrenz doch hier zu unseren Gunsten entschie- ein Agent von Siemens- Zofio, ein früherer Beaniter aussetzungen für den Erlaß eines Haftbefehls gegeben zu ſei den worden ist, zeigt, daß unsere hiesigen Freunde zuverlässig oder Offizier, der übrigen nach Zeitungsmeldungen inzwiBerlin, den 14. November 1913. arbeiten. Welche Gründe Kapitän Jde zu seinem, gar nicht im ichen Selbstmord ver haben soll, diente bei diesen MachinaSinne der hiesigen Behörden liegenden Vorgehen veranlassen, tionen der Firma Siemens- Tofio als bequemes Werkzeug. ( Unterstempelt: Auswärtiges Mit.)" Dies Material ist eine unerschöpfliche Fundgrube. Daß müßte jetzt Yoshida drüben untersuchen; immerhin, wenn Doch scheint auch mit den guten Freunden" direkt„ gana es sich hier um eine typische Erscheinung handelt, die auch der Mann uns dauernd lästig fällt, muß er offen"" gesprochen" worden zu sein, wie die Bemerkung über die ernstesten Gefahren für die Beziehungen zwischen dent fallen und auch das wird nicht mehr sehr schwer Fujii im Briefe vom 11. Juli ergibt. Und wenn Großfapital und den deutschen Behörden zeigt, kann nur fein zu erreichen. Jedenfalls hatte ich es für zu so wenig auf die Schultern ungeordneter Dane der Firma übersehen, früh, jest schon größere Preisreduktionen allge- 10 wenig auf die Schultern ungeordneter Dane der Firma übersehen, wer absichtlich seine Augen verschließt. Das mein zu machen. abgewälzt werden, wie die Krupp- Bestechniken: denn die dokumentierte Berhalten der Behörden zu der ganzen Sffäre Das Wichtigste für uns wird jeht, wie ich schon früher auptleitern der Siemens- Scuderi- Berte und ihrer bürgerlichen Parteien, sondern auch die Behörden und die Das Wichtigste für uns wird jeht, wie ich schon früher Briefe rühren allesamt von den verantwortlichen bildet einen unsdägbaren Beleg dafür, pie sich nicht mir die ausführte, sein, daß Yoshida einmal in den Verhältnissen Regierung mit dem Großfapital sebst dort solidarisch Klarheit schafft und speziell diejenigen Tochtergesellschaften her. Wie sich die Staatsanwaltschaft am Landgericht III fühlen, wo es auf die Gefeglichkeit pfeift Im kapitalistischen Leute ausfindet, die nicht für uns und im Sinne seiner hiesigen Freunde arbeiten, für deren Berlin, das Amtsgericht Charlottenburg und das Lard- Moralkoder heißt es ja längst nicht nu: Der 3wed heiligt gericht III bei der Verfolgung dieser Angelegenheit bewährt das Mittel, sondern den Jesuitakatechismus überEntfernung oder Unschädlichmachung er dann sorgen muß." haben, das heißt, wie der Stenotypist Nidter verfolgt, ein- trumpfend: die kapitalistische Heiligkei des Täters heiligt Unter dem 25. Januar 1912 schreibt die Leitung von Siemens- gesperrt, verurteilt und der in seinem Befit befindlichen für Mittel, Swed und Tat. Wenn zwei daselbe tun, ist es nicht Schuckert( Berlin) an Siemens Brothers( London) betreffend Siemens- Schuckert kompromittierlichen Urkunden entledigt dasselbe. Yarrow"( eine englische Firma, die Torpedoboote für Japan baut): wurde, und wie der Staatsanwalt Simon diese Papiere in Wir unsererseits möchten an Stelle einer prozentualen Kom-| Verwahrung nahm, um ihre Veröffentlichung zu berhindern, mission eine runde Summe von 2000 Pfund Sterling ist im Reichstag und Abgeordnetenhaus an Hand der Gerichtsbis 2500 Pfund Sterling(= 40 000 bis 50 000 M.) a Is aften unanfechtbar dargelegt. Die Rolle des deutschen Vergütung für unsere japanischen Freunde in Vor- Generalfonsuls in Yokohama, in Seifen Räumen Herrmann Die konservative Presse fann sich noch immer nicht darschlag bringen.... In der Summe von 2000 Pfund Sterling nach den japanischen Ermittelungen die Beweisdokumente für über beruhigen, daß gegen die sozialemokratischen Reichsbis 2500 Pfund Sterling ist die Kommission von 8% Pro3. die strafbaren Handlungen der Vertreter von Siemens tagsmitglieder fein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung jedoch eingeschlossen, die wir vertragsgemäß unsererseits Schuckert vernichtet hat, ist gleichfalls im Reichstag und eingeleitet werden soll. Troß der Eklärung des Justizfür die elektrische Ausrüstung zu zahlen hätten." Landtag gezeigt. Daß all dies von der kapitalistischen Preffe ministers verlangt die Deutsche Tagezeitung" eine„ AläWeiter hebt der Vertreter Siemens- Schuckert- Totio zumeist totgeschwiegen ist, kann nur einen Narren wundern. I rung". Daß der Feldzug, den die um Dertel sich schon schön scharf gemacht gegen laufige Sogenbande. Worte des ergebenst| gratis sich bemühte, ist nicht befremdlich. Umsonst ist der Tod, und Unterzeichneten fielen auf fruchtbaren Boden. Nach zweiter Flasche der nicht mal! Uebrigens ift altpreußihe Ueberlieferung und notierten sich Butttamer und Bissing Stichworte und Ordnung gewahrt, dadurch, daß bestimmter Tarif Sache regelte: Dieweil des Menschen Fürrecht Lachen ist. Pointen, die bereitwilligst spendete als quafi geiftiger Arbeiter Roter Abler IV. Bagentlasse für Leute mi Schmiffen 8000 M. Rabelais. Ueberfluß von Geist! Haben dann Auto genommen und sind in Melde mich wieder zur Stelle! Aus Herzberge für vierzehn fidelster Stimmung nach Herrenhaus gefahren. Ich auf ZuhörerJuden Tage auf Pfingsturlaub entlassen! Uebrigens scheußliches Pen- tribüne, die beiden Herren in Sigungsfaal. Und ehe noch richtig Kommerzienrat für Preußen( Instanzenweg sionat, dieses Herzberge, für Kavalier kaum auszuhalten wim- mich eingerichtet, legten beide schon los, natürlich erst der eine, dann ( beschleunigtes Verfahren) melt von weißen Mäusen! Werde mir darum schwer überlegen, der andere. Namentlich Puttkamer war ganz famos, brachte ( gleich mitzunemen) ob überhaupt zurückkehre! Na, vorläufig es lebe die Freiheit! alle meine Pointen gegen Sozen und Juden, riesiger Heiterfeits- Und so weiter! Na also! Bin dafür, daß Tarif an allen Das heißt: Freiheit, die ich meine, die alle Standesgenossen erfolg und war so prächtig im Zuge, daß gar nicht wieder aufhören öffentlichen Orten ausgehängt wird, dami jedermann über honoFreiheit für Kavaliere, für die Kanaille die Kandare! wollte, mußte ihm erst sacht abgeläutet werden. Aber der neue riges Zug- um- 3ug- Geschäft Bescheid weiß Aber Entrüstung paAber zum Thema! Grund meines Schreibens! Brauche näm- Herr im Ministerium, v. Loebell, ist auch feine Nummer. Hatte triotischer Presse ebenso unrentabel wie Enlassung Dr. Ludwigs lich dringend Moos und muß außerdem Herz mal wieder ordentlich nach Lobgefängen liberaler Presse erst Waschlappen erwartet. Aber aus Lieberts Reichsverband. Hauptsache, daß der Mann Sozen ausschütten. Habe zwar von Herzberge Reihe staatserhaltender feine Spur! Immer feste druff! Und war vorher nicht bei fefte in die Waden fuhr. Und das tat er Alles, aber auch alles Artikel für" Post" und" Kreuzzeitung" geschrieben, sind auch er- Hiller gewesen. Solange solch strammer Geist in Preußens füh- andere egalweg Nebensache! Aber Schlappheit gegen rote Bande schienen, fielen aber im übrigen Inhalt nicht weiter auf. renden Männern lebt, so lange wird die Monarchie na ja! Und immer noch zu groß! aber angenehm aufzufallen und schreibe deshalb für Vorwärts" so weiter! Rest in Deutscher Tageszeitung" nachzulesen! Hatte Apropos Schlappheit! auch S. Kg. Hoheit Wilhelm I. in dessen demokratischem Blödsinn aristokratische Töne wie Fettdrad übrigens am Abend im Zimmer auch wieder weiße Mäuse! Ekelwirken. Habe übrigens am ersten Tage meiner Freiheit schon fräftig haftes Viehzeug! Wittere düstere Umtriebe der niederträchtigen gegen Umsturz gewirkt. Sam so: Hatte schon unterwegs mit flam- Roten, die mir durch Heizungsrohre usw. Mäuse ins Zimmer mender patriotischer Entrüstung gelesen, daß rote Blase bei Kaiser- laffen. hoch in Quasselbude am Königsplatz fizzen geblieben, wo unsereins Um wieder auf besagten Herrn zurückzukommen: schneidige selbst auf intimstem Ort des Hauses in strammer Saltung empor- Haltung Loebells um so anerkennenswerter, als sonst vielfach, fährt, wenn unten Leierkasten die Nationalhymne dudelt. Ueber- auch an leitenden Stellen, durch unverantwortliche Schlappheit gelegte gerade, ob unfähigem Tapergreis auf Präsidentenstuhl meine fündigt wird. 3. B. sogenannte Enthüllungen des talmudistischen hier schon geäußerte Erfindung anbieten sollte: Stopfnadeln unter Obergenossen Liebknecht über v. Lindenau und Ludwig. jedem Sozensiz, die durch Druck auf Knopf an Präsidententisch Ja, du lieber Himmel! Kann uns doch ganz Wurscht sein, was hervorschnellen und obstinatesten Republikaner bei Kaiserhoch im v. Lindenau in freier Zeit anfing! Beffer, vermittelte Titel Hui emporspringen lassen überlegte gerade diese Chose jo vor und Orden, als daß er wie geschaßter Oberst Gädke destruktive mich hin, als ich fast mit zwei Herren zusammenrempelte unter Artikel für destruktive Blätter schreibt. Bermittelung von Titel Linden. Raten Sie mal, wer? Alte Bekannte! Herr v. Putt- und Orden ist durchaus honorige und staatserhaltende Tätigkeit. kamer und Baron Bissing- beide M. d. H., Mitglieder des Wer auf Titel und Orden mit Recht! eminenten Wert legt Herrenhauses! Waren gerade auf dem Weg nach Leipziger Straße. und sich's was fosten läßt, ist ganz und gar nicht staatsfeindliches Habe mich aber dreift und gottesfürchtig eingehenkelt und beide zu Element. Könnte es höchstens werden, wenn erhoffter Titel und Hiller geschleppt. Schlemmerhaftes Settfrühstüc! Russische Eier, Orden ausbleibt. Wer aber dafür sorgt, daß Titel und Orden Austern und Mumm extra dry, eine Flasche, zwei Flaschen, drei nicht ausbleiben, sorgt für Festigung staatserhaltender Gesinnung. Flaschen, vier Flaschen à la bonheur! War aber sozusagen Ergo: v. Lindenau höchsten Lobes würdig, und Ehrensalven bei vaterländisches Settfrühstück, denn habe beide Herren ordentlich Begräbnis fnatterten an Gruft eines Ehrenmannes! Daß nicht meinen von Wochenfilm. Lieve " " " " " " " " ohe Schmisse 12 000 24.000 50 000 60 000 " 100 000 " von Albanien ist Opfer besagter Schlappheit geworden. Hätte alter Kamerad von Gardeulanen nach Losing: Immer feste druff! gehandelt, Maschinengewehre her, ordentlich reingespritzt, Essad Bascha an den nächsten Ast, Thron stände minder wacklig als heute. Hofmarschall v. Trotha war richtiges Kaliber. Aeußerte unbestreitbare Weisheit aus Kavallerietaseme, daß Pferd wertvoller als paar Dußend Kerle. Hätte sicher auch wenig Federlesen mit albanischen Sozen gemacht, denn das sind Rebellen, besitzt aber anscheinend, nicht nötigen Einfluß. Hols der Deubel! Traugott v. Jagow war übrigens unten, für Möret Lehrmeister in Kunst: Wie werde ich energisch? Dampfte aber leider gerade ab, als beileibe nicht: wei!!!! als Geschichte brenzlich wurde. Hätte bei längerem Verweilen sicher durch schneidige Verfügungen Sache durchaus eingerenkt. Schade! Hätte mit durchgreifender Energie riejig zur Hebung monarchischen Ansehens überhaupt beigetragen, während der Mbret na! Schwamm drüber! Zumal auch hier weiße Mäuse. Etelhaft! Widerwärtig! Muß aufhören zu schreiben! Ein andermal mehr, denn habe noch viel auf dem Herzen. Also schleunigst Honorar und allseitiges Prost! Der fanjervative August. ausgedacht hatten, mit einer Resignation begonnen hat, das erscheint dem Bündlerblatt weder nüßlich noch erfreulich. Und es schlägt deshalb drohende Töne an: Lohnes dem Hauswirt opfern, ohne etwa so wohnen zu können,| Senntag bei ihrem Geliebten verbracht hatte. Der schwererkrankte wie sie das selber gern möchten. Ist die Familie groß, so ge- Bleser wurde nach dem Urbanfrankenhause, die Leiche des Mädchens nach dem Reichenschauhause gebracht. Ueber die Einzelheiten, die stalten sich die Verhältnisse recht unleidlich. Die Polizei scheint da abhelfen zu wollen, aber nicht durch die Beiden zu der Tat drängten, ist nichts bekannt, da Bleser bisher Schaffung besserer, billiger Wohngelegenheit, sondern nicht vernehmungsfähig war. durch besondere Schlaf vorschriften. Das Opfer eines Jungdeutschlandbündlers. Neulich klagte uns eine Arbeiterfrau aus Charlottenburg Wie Ihnen bereits vom städtischen Wohnungsamt mitgeteilt ist, entspricht die jetzige Ausnüßung Ihrer Wohnung, in der Sie eine Schlafgängerin aufgenommen haben, nicht den Vorschriften der Polizeiverordnung betreffend das Schlafstellenwesen vom 1. Februar 1911. Darüber sollte sich die Regierung im Reiche wie in Preußen flar sein, daß die monarchisch gefinnte Bevölkerung von ihr energische Taten erwartet, um den Uebermut und die wachsende Macht der Sozialdemokratie einzudämmen. Durch die weitesten und besten Kreise unserer Bevölkerung geht ohne jeden ihr Leid, daß Wohnungsamt und Polizei in Charlottenburg Der Unfug, sich mit Waffen zu versehen und davon bei allen 3weifel nicht nur eine lebhafte Erbitterung gegen die immer dreistere Haltung der Sozialdemokratie, sondern zugleich auch ganz genaue Vorschriften machen, wie die einzelnen Familien- möglichen Gelegenheiten Gebrauch zu machen, wie er in letter ein tiefer Unmut gegen die Stellen, von denen man eine angehörigen schlafen sollen. In einer vom Polizeipräsidium 3eit oft genug bei Mitgliedern des Jungdeutschlandbundes betraftolle Politik der Tat gegen die Machtgelüfte der Umfturz- Charlottenburg herrührenden Verfügung stehen folgende Vor- merft wurde, hat am 2. Feiertage in der Nähe Berlins wieder Und schriften: ein Opfer gefordert. In der Grünauer Forſt, unweit des Lokals partei erwartet, bisher aber vergeblich erwartet hat. shrend die berechtigte Entrüstung über die Sozialdemokratie, Marienluft", spielten am zweiten Feiertag früh um ½5 Uhr wenn sie in richtiger Weise gelenft und benutzt wird, zu einer drei junge Leute, die dort scheinbar übernachtet hatten, irgendein Bewegung werden kann, die zur Gesundung unserer gesamten Kriegsspiel, wobei fie auch mit Schußwaffen aufeinander loszurzeit so unerfreulichen und verworrenen inneren Verhältnisse knallten. Blöhlich brach der eine, ein etwa 15jähriger Knabe, mit führen würde, fönnen nur zu leicht, wenn die erhofften Taten dem Schrei zusammen:" Du hast mich in die Brust getroffen." ausbleiben, Unmut und Entmntigung Gin Segler, der sich in der Nähe in seinem Belt befand, eilte hinzu und brachte den Schwerverletzten, dem eine Kugel in die Magengegend eingedrungen war, nach dem Lokal„ Marienlust", dessen Befißer den Getroffenen mittelst mittelst Wagen nach dem Cöpenicker 13jährige Tochter nach der Küche zu betten. In dem Zimmer, in Krankenhaus bringen ließ. Der Attentäter, ein junger Mensch dem Sie selbst schlafen, müßte dann ein Bett gemeinsam für die von etwa 16 Jahren, der eine Uniform des Jungdeutschlandbundes beiden jüngsten Kinder aufgestellt werden, während der Knabe trug, hatte sich schnell aus dem Staube gemacht. Seinen Namen Er war auch schon vor demt einstweilen das in diesem Raume stehende Sofa als Schlafstätte anzugeben hatte er sich geweigert. zu benutzen hätte. Allerdings könnte dieses, da es auf die Dauer Vorfall von dem Segler darüber zur Rede gestellt worden, daß er ein gesundes Schlafen einer erwachsenen oder in der Entwicke- im Walde ein Feuer anzündete. Die Antwort, die er gab, lautete lung begriffenen Person nicht ermöglicht, von dem Knaben nur charakteristisch:" Ich bin vom Jungdeutschlandbund, wir dürfen bis zur Vollendung seines 12. Lebensjahres, also bis zum Oftober dieses Jahres benutzt werden. die stärkste unjeres Volkes völlig die Oberhand tigung in den Schichten und zuverlässigste Stüße für eine kraftvolle und entschlossene monarchische Politik darstellen. Wir müſſen ſchon jagen, es wäre eigentlich gar zu schön, wenn die Regierung jezt noch nachträglich von ihren Herren gezwungen würde, unsere Genossen anflagen zu lassen. Der Brozeß würde bei uns weder Unmut noch Entmutigung une hervorrufen. Für die deutsch- französische Annäherung. Montag begann in Kiel die Tagung der Deutschen Lehrerversammlung. Sie wurde auch von zwei Vertretern der französischen Lehrer, Montjotin und Chambon aus Paris, begrüßt, die dem Vorstand des französischen Lehrervereins angehören. Sie wiesen in ihren Ansprachen darauf hin, daß es sich bei den Verhandlungsgegenständen des Kieler Lehrertages nicht nur um Angelegenheiten der deutschen Lehrerschaft und der deutschen Volksschule handelt, sondern um Fragen der Volksschulen aller Länder Europas. Es gilt, hier gemeinsame 3iele zu erreichen. Aus diesem Anlag überbringen wir die Grüße der französischen Kollegen, in deren Namen wir die Versicherung abgeben fönnen, daß sie gewillt sind, zur Erreichung dieser Ideale in Frieden und Eintracht mit ihren deutschen Kameraden zusammenzuarbeiten. Wir wollen unsere Kinder vor den Uebeln bewahren, die wir jet i berwunden haben, und wir wollen niemals vergessen, daß unsere beiden Länder jederzeit großen Einfluß aufeinander ausgeübt haben. Die Ansprachen wurden mit begeistertem Beifall aufgenommen. Beide Vertreter brachten EinIadungen an die deutschen Lehrer zur Teilnahme an dem nationalen Rongreß der französischen Lehrer, der demnächst in Nimes stattfinden wird. Am Pfingstmontag hielt auch der bayerische Abgeordnete Dr. Quidde in 2yon eine Rede, in der er erklärte, es sei der aufrichtige Wunsch der großen Mehrheit des deutschen Volke 3, mit dem französischen Volfe in Frieden zu leben. Das Anwachsen der deutschen Rüstungen habe seinen Grund in der militärischen Schwächung Desterreich- Ungarns infolge der veränderten Lage auf dem Balkan. Der Redner schloß, eine deutsch- französische Annäherung fei das einzige Mittel, den wachsenden Rüstungen, die gegenwärtig das zivilisierte Europa zugrunde richteten, ein Ende zu machen. Der Hochverräter" Hanfi. einen dem kleineren Es ist Ihnen nahegelegt worden, die Schlafgängerin in dem Zimmer allein schlafen zu lassen, die 3 jüngeren Kinder( 2 Mädchen im Alter von 9 und 3 Jahren und einen zurzeit 11 Jahre alten Sohn) mit Ihnen und Ihrer Dann muß auch für den Knaben eine Bettstelle gefordert werden. Auch das andere Sofa ist als dauernde Schlafgelegenheit ungeeignet. das!" Der ganze Vorgang zeigt wieder, welche Früchte die Ersichung der Jugend im Jungdeutschlandbunde zeitigt. Das Treiben dieser„ ertüchtigten" Helden wächst sich zu einer öffentlichen Gefahr aus, wenn seitens der Behörden nicht bald wenigstens ein nur annähernd so großer Eifer gegen das Auftreten der Jungdeutschlandbündler entfaltet wird wie gegen die Arbeiterjugend. Die Arbeiterjug Der letzte Ausweg. Ihre 13jährige Tochter müßte allein nach der Küche gebettet werden, wo noch ein zu beschaffendes Feldbett aufzustellen wäre, dessen Kosten gering und auch für Sie nicht unerschwinglich sind. Den von Ihnen diesen berechtigten Forderungen gegenüber geäußerten Wünschen, zu gestatten, daß von der Umbettung der ältesten Tochter nach der Küche abgesehen wird, diese vielmehr Durch einen verzweifelten Schritt versuchte der Militärzusammen mit der 9jährigen Schwester und der Schlafgängerin anwärter Knopf aus der Weißenburger Straße seinem Glend in einer Stube schlafen darf, könnte ausnahmsweise nur dann ein Ende zu machen. Knopf wartete nach seiner Entlassung vom und auch nur bis zum Ablauf des Mietvertrages, also bis zum Militär seit längerer Zeit vergeblich auf irgendwelche Anstellung. 1. Oktober dieses Jahres entsprochen werden, wenn sowohl für Aus Verzweiflung über seine Mittellosigkeit und die Erfolglosigkeit die 13jährige Tochter ein Feldbett, als auch für das 3jährige seiner Bemühungen stürzte er sich in der Nähe des Treptower Parkes Kind ein Kinderbett angeschafft wird, da nach den bestehenden in die Spree. Den Insassen eines in der Nähe weifenden RuderVorschriften Personen über 12 Jahre allein in einem Bette bootes gelang es, den Lebensmüden dem nassen Element zu entschlafen müssen. Von der erforderlichen Anschaffung eines reißen und ihn wieder ins Leben zurüdzurufen. Kinderbettes fönnte nur dann abgesehen werden, wenn Sie und Ihre Ehefrau gemeinsam ein großes Bett benußen und das andere vorhandene Bett dem Sohne zuweisen und dann das jüngste Kind auf dem Sofa betten. Hiernach erscheint mir der von dem Wohnungsamt gemachte Vorschlag der für Sie zurzeit günstigere zu sein. Falls Sie nicht vorziehen, die Schlafgängerin zu entlassen, ersuche ich Sie, innerhalb 14 Tagen die gewünschten Umbettungen vorzunehmen und die zurzeit fehlenden Schlafgelegenheiten a1zuschaffen. Ich darf erwarten, daß Sie sich den im Interesse Ihrer Familie gestellten Forderungen gegenüber nicht ablehnend verhalten und es nicht darauf ankommen lassen, gegen Sie mit Polizeistrafen vorzugehen." Tödlicher Straßenunfall. Ein aufregender Vorgang spielte sich am Sonntagnachmittag auf dem Schloßplatz ab. Dort wurde eine 49 Jahre alte Frau Petrazowsky aus Landshut, die während der Festtage bei Verwandten auf Besuch weilte, beim Ueberschreiten des Fahr= dammes von einer Automobildroschte erfaßt. In schwer verletztem Zustande wurde die Verunglückte unter den Rädern hervorgeholt und nach der nächsten Hilfswache gebracht. Dort berstarb sic, ohne noch einmal das Bewußtsein erlangt zu haben. Beim Baden ertrunken. Das Baden an verbotener Stelle hat am ersten Feiertag im Die Anordnungen über das Schlafen lesen sich ganz Tegeler See wieder ein Opfer gefordert. In der Nähe der hübsch und die mit diesen Vorschriften beglückte Familie Insel Scharfenberg hatte sich ein junger Mensch entkleidet, um zu möchte sehr gern größere Räumlichkeiten bewohnen, die mehr baden. Er schwamm ziemlich weit auf den offenen See hinaus, Annehmlichkeiten bieten. Aber das kostet Geld, und das als ihn plötzlich die Kräfte verließen. Jest stieß der Schwimmer fehlt. Da helfen alle noch so wohlgemeinten Ratschläge flägliche Hilferufe aus, worauf vom Ufer aus Rettungsversuche unternommen wurden. Ehe man jedoch zur Unfallstelle gelangen trunken. Nur noch den Leichnam des Unbekannten vermochte nichts. Der Kolmarer Karitaturist Johann Jakob Walz, gen. Hansi, Es zeigt sich also, daß eine durchgreifende Wohnungsder wegen Hochverrats an das Reichsgericht verwiesen wurde, soul hygiene nur möglich ist durch eine gründliche Besserung der gegen eine Raution von 20 000 Mart in Freiheit gewirtschaftlichen Verhältnisse. Dem stellt sich aber heute die herrschende Klasse entgegen. Die Arbeitervereinigungen, welche fett werden. sich diese Aufgabe gestellt haben, werden verfolgt, die Arbeiter aufs schmählichste ausgebeutet, ihre Lebenshaltung durch eine raffinierte, einer kleinen Handvoll von Privilegierten zugute kommende Zoll- und Wirtschaftspolitik verschlechtert. wohnen und schlafen sollen. Und dann gibt man den Arbeitern Ratschläge, wie sie gut Demonstrationsstreit in Petersburg. 3 Petersburg, 1. Juni. Unter den abritarbeitern Prozesses wegen des Streifs in den Obuchowwerken eine macht sich anläßlich der bevorstehenden Verhandlung des Gärung bemerkbar. In den Betrieben der Putilowwerke, Ser baltischen, der französisch- russischen Werke, des Phönir und in einigen fleineren Betrieben wurde heute die Arbeit eingestellt. Gegen Mittag betrug die Zahl der Streifenden 50 000. Bei der Unterdrückung von Demonstrationsversuchen wurden acht Personen verhaftet. Die russische Blutjustiz. Gibt es einen größeren Hohn? Aus Groß- Berlin. Pfingsten. piter Blubing Jupiter Pluvius hat doch noch einmal Einsehen gehabt und seine Wassermänner, die in der ganzen Woche mit reichWarschan, 31. Mai. Die Straffammer hat gegen zwei- lichem Besprengen der Mutter Erde unermüdlich tätig waren, undachtzig wegen Teilnahme an der Kampforga im letzten Augenblick zurückgepfiffen. Wenn man dem Wetter nisation der polnischen sozialistischen Par- der Pfingsttage auch nicht die Zensur Ia erteilen kann, so tei Angeklagte das Urteil gefällt. 24 von ihnen wurden zu 3wangsarbeit von 4 bis 15 Jahren und 30 zur Deportation verurteilt; 14 Angeklagte wurden freigesprochen. Für die übrigen Angeklagten, die geflüchtet oder gestorben sind, wurden keine bestimmten Strafen feft: gesetzt. Der ehemalige Leiter der Organisation Sou ben if wurde zu zwölf Jahren 3wangsarbeit verurteilt. Die Wirren in Albanien. Durazzo, 1. Juni.( Meldung der Agenzia Stefani.) Die Internationale Kontrollkommission wird sich nicht nach Tirana zur Versammlung der Aufständischen begeben, weil sie die Stellung des Fürsten zu den Forderungen der Aufständi schen, die sie ihm überreichen werden, abwarten will. Die Einnahme von Elbassan durch die Aufständischen steht bevor. Sie sind jetzt auf dem Marsche nach Berat. Polizeiliche Schlafvorschriften. Wir leben im Zeitalter der Hygiene. Ein Heer von Menschen zerbricht sich beruflich die Köpfe, wie die Menich beit gesund bleibt. An guten Ratschlägen fehlt es nicht. Gut eſſen und trinken, in geräumigen Wohnungen schlafen, fonnte, war der junge Mensch untergegangen und erman einige Zeit später zu bergen. Großfener in Wilmersdorf. In der vierten Nachmittagsstunde wurde am Pfingstmontag die gesamte Wilmersdorfer Feuerwehr nach der Württembergischen Straße 34 gerufen, wo der Dachstuhl des Vorderhauses fast in ganzer Ausdehnung in Flammen stand. aiveite Löschzug der Charlottenburger Feuerwehr erschien auf der Auch der Brandstelle, brauchte aber nicht in Tätigkeit zu treten. Die Wilmersdorfer Wehr bekämpfte das Feuer mit vier Schlauchleitungen, und zwar drangen die Rohrführer teils über zwei mechanische Leitern, teils über die Treppen gegen den Brandherd vor. In der Hauptsache galt es, die Dachstühle der Seitenflügel zu halten, was auch schließlich gelang. Aber erst nach dreistündiger harter Arbeit fonnte die Wehr den Brandplak wieder verlassen. Der Dachstuhl des Vorderhauses ist vollständig niedergebrannt. Leste Nachrichten. Unruhen auf Sizilien. stdoma Der König von Abessynien. Addia- Abbeba, 1. Juni. Ras Michael, der Vater von Lidsch waren es nach dem strömenden Regen der vorigen Woche und Jeafsu, ist heute bei einem von ihm gegebenen Gastmahl zum dem damit verbundenen Temperaturumschlag doch ganz er- Könige von Wollo und Tigre getrönt worden. trägliche Festtage. Besonders am Pfingstsonntage schien die Sonne jo vergnügt auf Gerechte und ungerechte hernieder, join Messimy lehnt ab. daß die bereits hervorgeholte Wintergarderobe getrost wieder präsidenten der Kammer abgelehnt. Paris, 1. Juni. Messimy hat die Wahl zum zweiten Vizeeingepackt werden konnte. Die Folge des erfreulichen Witterungsumschlages war denn auch, daß Tausende und Abertausende die Gelegenheit benutzten, um in den um Berlin geRom, 1. Juni. Seit einiger Zeit bestanden wegen des lagerten Wald- und Seengebieten frische Kraft für die Schwefeltransportes von Portempedocle nach Catania Meifommenden Arbeitstage zu schöpfen. nungsverschiedenheiten zwischen den Arbeitermassen beider Städte. Catania juchte seinem Standpunkt Nachdruck zu geben durch einen 24 stündigen Streit, der heute durchgeführt wurde und eine Ermäßigung der Bahntarife zugunsten Catanias bewirken sollte. Die Arbeiterbevölkerung von Portempedocle beschuldigte in einer Vers sammlung in der Arbeitskammer das Schwefelgruben- Konsortium, daß es in der Frage des Echwefeltransportes nichts täte und jo Bortempedocle schädige. Auch hier wurde ein Streit fofort durchgeführt, aber die stark erregte Voltsmasse beschädigte auch Natürlich gab es während der Festtage bei dem ausge- Eisenbahnwagen und Bureaus des Sauptbahnsprochenen Sinn des Berliners für Wassersport aller Art zahl- hofes, unterbrach Telegraph und Eisenbahn und steckte das reiche Leute, die ein unfreiwilliges Bad nehmen mußten. Er- Bureau des Konsortiums und mehrere Schwefelhallen in Brand, freulicherweise sind jedoch die zahlreichen Ruder- und Segel welch letztere am späten Abend noch brannten. Der Präfett von bootsunfälle glimpflich abgelaufen und haben nur manchen Girgenti schickte sofort Truppen nach Portempedocle. Die Voltsmenge zog bor das Rathaus, wo es dem Bürgermeister gelang, die Regierung für die Beschwerden der Arbeiterschaft zu interessieren. Leider jedoch haben die Pfingsten vorangehenden trüben Tage vielen Geschäftsinhabern schweren Schaden gebracht. Was sollte man denn mit dem neuen Kleid, der neuen schicken Bluse und all den tausend Kleinigkeiten, wenn es ständig wie mit Mollen goß. Kein Wunder daher, daß die Kauflust des Publikums bor den Festtagen nur gering war, so daß den Geschäftsinhabern vieles auf Lager blieb, was bei schönerem Wetter geräumt worden wäre. spazieren gehen, das sind eigentlich die geläufigsten Rezepte, Verunglückten einen heilsamen Schnupfen gedie Einstellung der Gewalttaten zu erreichen, indem er versprach, Ein Liebesdrama. die jeder Mensch kennt. Und wer ein großes Portemonnaie hat, kann diese Ratschläge auch befolgen. Millionen von Menschen können das aber nicht. Sie müssen fronden, um Im Hause Lichterfelder Straße 32 hat sich während der Festso viel zu erwerben, daß sie nicht gerade verhungern. tage ein Liebesdrama abgespielt, das mit dem Tode des 27 Jahre Ein besonderer Zweig dieser Sygiene ist die Wohnungs- alten Dienstmädchens Ochmann endete. Mieter des Hauses befrage. Man hat Wohnungsämter geschaffen, um hier regle- merften am Sonntag vormittag, daß aus dem Zimmer des Gementierend einzugreifen. Alles ganz schön und gut! Für richtsbeamten Bleser, der im vierten Stockwert möbliert wohnte, die große Masse der Bevölkerung ist aber der Wunsch, gesund ein starter Gasgeruch tam Als man in das Zimmer eindrang, zu wohnen, ein unerreichbares Ziel. Nicht, daß die Arbeiter fand man es mit Gas gefüllt, den 3immerinhaber und burchaus darauf berbicht wären, in kleinen, engen, dumpfen ein frentes junges äb den le blog bor. Der Ret- meldungen soll es sich um eine türkische Bande unter Führung Wohnräumen zu wohnen, sondern ihre materiellen Berhält tungsmannschaft der Feuerwehr gelang es, durch Sauerstoffbehand nisse nötigen sie direkt dazu, für Wohngelegenheit nur einen lung den Mann ins Leben zurückzurufen, während bei dem Mädganz bestimmten Teil ihres Einkonunens zu verwenden, Und chen die Wiederbelebungsversuche erfolglos waren. Als die Tote bei dem heutigen Stande des Wohnungsmarktes und der wurde das Dienstmädchen Ochmann festgestellt, das seit längerer Mietpreise müssen die Arbeiter oft den pierten Teil ihres Beit mit Bleser ein Liebesverhältnis unterhielt und die Nacht zum Entführung eines Ausländers Konstantinopel, 1. Juni. Der belgische Landwirtschaftsingenieur Lucien Tad, der bei Thyra an der Eisenbahn Smyrna Aiden ein landwirtschaftliches Gut bewirtschaftet, ist vorgestern von einer Räuberbande entführt worden. Nach KonsulatsHadichi Mustafas handeln. Die Bande verlangt ein öfe geld von 6000 Pfund cder 128 000 Frank. Die belgische Gesandtschaft hat bei der Pforte Schritte unternommen. Die Regierung fandte Gendarmen zur Verfolgung der Räuber aus und ergriff Maßnahmen zur Sicherung des Lebens des gefangenen Belgiers, In der Einheit liegt die Macht! Wehrlos wäre die Arbeiterklasse, gäbe ihr nicht die Zusammenfassung ihrer Kräfte Stärke und Macht. Darum ist es Pflicht jedes Arbeiters, sich seiner politischen und gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen, um aktiv und mit aller Energie teilzunehmen an dem großen Befreiungskampfe seiner Klasse. Tretet ein in die sozialdemokratischen Wahlvereine, werdet Abonnenten des„ Vorwärts". Beitrittserklärungen zu den Wahlvereinen werden entgegengenommen im Berliner Verbandsbureau, Berlin SW 68, Lindenstraße 2 1. Bestellungen auf den„ Vorwärts" nehmen die Hauptexpedition, Berlin SW 68, Lindenstraße 69, sowie alle Filialexpeditionen entgegen. Theater. Dienstag, 2. Juni 1914. Anjang 4 Uhr. Urauia. Mit dem Imperator" nach New York. Anfang 5 Uhr. Baffage Theater. Kino- Barieté. Potsdamer Naturtheater. Potsdam. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Parsifal. AltKgl.Schauspielhaus. Peer Gynt. Cines Nollendorf- Theater. Lichtspiele. Anfang 7, Ubr. Berliner Prater- Theater. Grigri. Anfang 755 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. Urania. Zum Hochfirn der Jungfran. Deutsches. 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Ernenuang Professor Ernennung Commerzier Ernennung Zum Medizinal- Rat PA чит Rat Der Neue im Herrenhause. Na, nu hat er ja auch die Mumien beschwichtigt: Glauben Sie ja nich, ich wäre so einer. Die Ansicht hab' ich schon früher berichtigt. Ich bin, im Grunde genommen, gar keiner. Sie wollen von mir kein Programm erwarten; Programme soll man später bekräft'gen. Ich zieh es drum vor, mich mit Redensarten, Die lieblich im Ohre sind, zu beschäft'gen. Sozialpolitik: Core Sozialpolitik? Gewiß, Ihrer Meinung! Bin ja doch gern Ihr ergebener Bremser. Ich seh' in den Sozis' ne trübe Erscheinung Und werde sie bürsten, die ruppigen Wämser! Den Dänen muß man die Grenze verbauen. Den Mittelstand, ja, den müssen wir pflegen. Vor allem gilt's, auf die Sozis zu hauen Und ihnen das Streiken et cetra zu legen. Es müssen sich sammeln die Starken und Stolzen; Kein Bürger auch darf uns'rer Fahne entrinnen; Auf daß wir die Sozis gemeinsam verbolzen Und so des Arbeiters Seele gewinnen.... "' rra,' rra!" Und es klappern mit ihren Gebeinen Die Mumien Beifall: Fest druff auf die Sozzen! Wir aber möchten vor Leibschmerzen weinen. Es ist ja zum um die Kolik zu kriegen. Das Wahlschwein. Cec. Eine Szene aus Belgien bon Chriel Bubije. Die Liberalen haben im Falle des Sieges dem Volfe verfprochen: Sechs Tonnen Bier, ein Fäßchen Genever und vier große, schöne Schinken: Die Katholiken: haben im Falle des Sieges dem Volke versprochen: Acht Tonnen Bier, ein Faß Gencber und ein ganzes Schwein. 48 Man weiß noch nichts, aber es gehen wirre Gerüchte um. Hoch die Katholiken! Nieder mit den Liberalen!" brüllt plötza Oben, hinter den blanken Fenstern des ersten Stockwerkes, erscheinen lich eine Stimme. Und hunderte brüllen es johlend und lachend nach: ab und zu Gesichter. Da bricht es plößlich los! Gin wildes Jauchzen, das die Fenster flirren macht, ein wildes Schwingen von Armen und Hüten, im Nu sind zwei, drei Fenster aufgerissen, ein donnerndes Geschrei und Hochrufen. „ Nieder mit den Liberalen! Hoch die Katholifen!" Ueberall beginnt das Dorf zu flaggen; in der Ferne spielt schon die Musik und donnern die Böllerschüsse, die den Sieg verfünden. Auf dem Turme läuten unermüdlich die Gloden. Aber niemand hört darauf; immer zahlreicher drängt die Menge zu den strömenden Tonnen. Die meisten Frauen, deren Durst jetzt ge= löscht ist, wollen einen Vorrat mit nach Hause nehmen. Sie schwin= gen ihre Blechtöpfe, Kesselchen und Kannen. Aber laut wird dagegen protestiert. Nein, nein, erst trinken, trinken, bis man daneben niederfällt, und dann die Stannen füllen! Eine der Tonnen ist schon leer, eine andere wird an ihren Plaz gelegt, und plößlich bea grüßt ein brausendes Hurra das Erscheinen des Fasses mit dem Hoch die Katholiken! Nieder mit den Liberalen!" Ein großer Teil des untenstehenden Voltes stiebt schreiend aus. einander und rennt wild durch die Gassen. Andere erwidern das Hoch, wieder andere schleichen sich still und haftig davon. Auf dem Gemeindehaus wird die Fahne aufgezogen, donnernd poltern einzelne Männer die Treppe herab, Tauben werden flügelklatschend losgelassen. Die katholische Partei, die am Ruder war, triumphiert; die Feinde sind geschlagen, die Dorfmusik wird zusammengetrom- Genever. melt, auf dem Kirchturm beginnen die Festgloden zu läuten. " Zum Marktplatz! Alles zum Marktplak!" ruft eine Stimme. Und alles rennt dem Marktplatz zu, schreiend, lachend, brüllend: „ Hoch die Katholiken! Nieder mit den Liberalen!" Mitten auf dem Torfplatz steht als Befehlshaber der Feldmächter, mit feuerrotem Gesicht und mit gezogenem Säbel. 3wei Männer tragen an einem Hebebaum eine schwere Tonne voll Bier herbei. Die Tonne wird auf eine hölzerne Stellage gestellt und entspundet. Das braune Naß rinnt heraus und bildet im Sand eine fleine Lache. ..Jeder wartet, bis er an die Reihe tommt! Es ist genug für alle da!" poltert der Feldwächter, drohend den Säbel schwingend. Aber es nüßt nichts. Immer wüster drängt der Pöbel heran, und Tonne, Stellage und Feldwächter werden über den Haufen gerannt und in den Sand geschleudert. Mit gellendem Geschrei stürzt die gierige Menge grapschend und sich balgend in den Bierschlammn nieder. Der Feldwächter steht fluchend wieder auf und haut blind drauf los. Unter Schreckensrufen wogt die Menge wieder zurück. Einige haben am Hahnen getrunken und lachen aus triefendem Munde. Anderen sind Gesicht und Hände mit klebrigem Schlamm beschmiert. Von hinten drängen auf allen Seiten freischende und schreiende Frauen nach, mit Kesselchen und Kannen, die sie über den Köpfen schwingen. Eine zweite, eine dritte Tonne wird gebracht und auf die Holzstellage gestellt. Der Feldwächter verbietet mit drohend erhobenem Säbel, daß jemand die Hand danach ausstrecke. Das etwas ruhiger gewordene Bolf murrt. Einzelne lachen und reißen Wize. „ Anzapfen!" befiehlt der Feldwächter den Brauerknechten. In jede Tonne wird ein Hahnen geschlagen, und die Knechte Tassen das Bier in große Gläser laufen, die sich schäumend bis zum Rand füllen. Eine Anzahl Männer und auch einzelne Frauen und Kinder lassen sofort die Biertonnen im Stich und drängen nach dem Geneverfaß. Ein Hahnen wird hineingeschlagen, und bald gibt auch dieses Faß seinen Inhalt her. Klar wie Wasser, einen durchdringend scharfen Duft verbreitend, fließt der berauschende Saft in die Gläser. Und wie Wasser stürzen ihn die Männer hinunter, auf einen Zug, ohne zu schlucken. Die Weiber beginnen schrill zu freischen, ein Dußend Kinder, schon toll und voll, taumeln fichernd über den Platz. „ Nu' unser Schwein! Unser Schwein!" Das versprochene Schwein steht schon im Hof eines Wirts hauses bereit. Auf Befehl des Feldwächters wird es herausgeholt. Es ist ein schönes Schweinchen, von mittlerer Größe, mit rosig3arter Haut, wie ein nadies Kind, mit einem kurzen, schief geringelten Schwänzchen und einem einzigen grauen Fled auf dem hunderte scharen sich brüllend um das Tier und führen Hand in linken Ohr. Wilder Jubel begrüßt sein knurrendes Auftreten, und Hand hopsend und springend einen wilden Rundtanz aus: Hoch die Katholiken! Nieder mit den Liberalen! Hoch unser Schwein! Hoch unser Schwein!" „ Laßt uns mit ihm durchs Dorf ziehen!" schreit eine Stimme. Mit Büchsen am Steiß!"*) ruft ein zweiter. " Ja, ja, mit Büchsen, Saperlot! Wer hat Büchsen?" schreien hunderte. Und mit' nem Wahlzetter auf'm Rüden!" „ Ja, Poztausend, mit' nem Wahlzettel auf'm Rüden!" Eine alte halbverrostete Ofenröhre wird geholt und mit einemt starten Strid an einem Hinterbein des Schweines festgebunden. Auf seinen Rücken wird ein Wahlzettel geklebt. Das Schweinchen tnurrt und schnüffelt. büchsten" liberalen Liste, wird kurz Halt gemacht. Das Schweinchen Vor dem Hause des Notars, einem der Kandidaten der gea wird nach vorn geschoben und die ganze Bande läßt ein ohrenzerreißendes Durcheinander von Heulen, Pfeifen, Huhugeſchrei und Nachahmung von Tierstimmen hören. Ein Stod fliegt gegen dic Das Volk trinkt!... In vierfacher Reihe schieben sich Männer, Frauen, Kinder, dicht aneinander gedrängt, aber nun verhältnis mäßig ruhig, zu den unaufhörlich Bier ausstrahlenden Tonnen Die Abstimmung ist vorüber. In lärmenden, wimmelnden vor. Die gierigen Augen funkeln, die Lippen bewegen sich schmahend Scharen steht das Volt mitten auf der Straße vor dem Gemeinde- und Techzen nach dem zu erwartenden Genuß. Es tostet nichts, und zum Hohn alte Ofenröhren *) Ein ländlicher vlämischer Gebrauch. Nach der Wahl werden Büchsen haus, um die Bekanntmachung des Wahlresultats zu erwarten. man friegt so biel als man trinten mag und fann. bor den Wohnungen Der unterlegenen Kandidaten hin- und hergeschleppt. " 1 die Kabinettsoröer von 179S. Ter liberale Abgeordnete Tr. M ü l l e r- Meiningen fährt fort, mit dem Enthusiasmus, den selbst bayerische Libe- rate für die Hohenzollcrn hegen, Beweise für die Echtheit der im Reichstag erörterten Äabinettsordcr Friedrich Wil- Helms III. über das Verhältnis von Militär und Zivil heran- zuschleppcn. An diesem Streit ist lediglich interessant, daß der heutige preußische Kriegsminister mit Bravour die Unecht- hcit der Kabinettsorder behauptet, die liberale Opposition für ihre Echtheit kämpft. Es ist ein Verdienst des Kriegs- Ministers, eine jämmerliche Legende über die Bürgerfreund- lichkeit preußischer Könige ausgerottet zu haben: wenn er auch mit dieser Bemühung in Konflikt mit dem Frciherrn v. d. Golh gerät, der gerade aus der Bevorzugung des Zivils vor dein Militär den Zusammenbruch von Jena ableitet. Tatsächlich kann die Frage ganz auf sich beruhen bleiben, ob jemals ein papierner Wisch des Müller-Mciningcr Inhalts ergangen ist oder nicht. M o r a l i s ch ist die Kadinettsorder in jedem Falle unecht. Denn zu keiner Zeit war die Recht- losigkeit des Bürgertums und die Bevorrechtung der Offiziers- käste schroffer durchgeführt als- zur Zeit Friedrich Wil- Helms III. In meinem„Ende des Reichs" habe ich die urkundlichen Beweise für die Richtigkeit der Behauptung eines Zeitgenossen(vor Jena!) gegeben:„Tie Vorliebe des Königs zum Militär übersteigt fast alle Begriffe-- wenn das Zivil mit dem Militär in Kollision gerät, so zieht das erstere immer den kürzeren." Es sei gestattet, einige Aus- führungen aus dem genannten 1906 erschienenen Buche zu wiederholen. Ein Kabinettsbefehl aus dem ersten Regierungsjahr Friedrich Wilhelms III., in dem die Offiziere darauf auf- merksam gemacht werden, daß es die Bürger seien, nicht der König, die die Armee erhielten und schroffe Behandlung von Bürgern mit Arrest, Kassation und Todesstrafe bedroht wurde, scheint nur für die künftigen Sammler von Hohenzollern- Anekdoten abgefaßt worden zu sein, sofern er überhaupt echt oder den Beteiligten zur Kenntnis gebracht worden ist. In der Praxis griff der König unbedenklich in die Justiz ein, um für Zivilisten, die in Streit mit Offizieren geraten waren, allzu milde Urteile zu vereiteln. So übersandte er dem Äammcrgericht am 19. Dezember 1801 ein Reskript an die südpreußische Regierung zu Posen mit der Weisung:„Und habt Ihr Euch nach der hierüber geäußerten Allerhöchsten Willensmeinung in vorkommenden Fällen gebührend zu achten." Das königliche Reskript beschäftigt sich mit' einer Be- schwcrde des Generalmajors von Brüsewih, daß ein Herr von Kiwilcki, der in erster Instanz wegen Beleidigung eines Wachtpostens zu vier Monaten Festungsarrest verurteilt war, in zweiter Instanz nnt 100 Talern Geldstrafe davongekom- mcn sei. Das hat Friedrich Wilhelm III. mit Befremden ver- nomnien, er will in diesem Falle zwar die Strafe nicht schärfen, hat es indes„der ähnlichen Fälle wegen, die etwa künftig eintreten können, für nötig erachtet, allerhöchstdero südprcußischen Regierung zu Posen diese Weisung zu geben, damit das Ansehen des Militärstandcs überhaupt, besonders aber einer Wacht durch schädliche Gclindigkeit nicht gefährdet werde." Die Schildwachen wurden gesetzlich mit höherer Glaubwürdigkeit als die Zivilisten begabt. Danach hatte es jede Schildwache in der Hand, Zivilisten in den Kerker zu bringen, und militärische Vorgesetzte konnten auf Liese sichere Weise auch gelegentlich Racheakte an Bürgerlichen vollführen. Anfangs 1806 erging sogar ein königlicher Befehl, wonach bei öffentlichen Händeln zwischen Offizieren und Personen bürger- liehen Standes den Zivilisten der Rechtsweg überhaupt abgc- schnitten wurde. Selbst Behörden— das ewig preußische Zabcrn!— behielten gegen Offiziere Unrecht. Als ein Major die Königsberger Kammer grob beleidigt hatte und der Minister v. Schrötter dem König empfohlen hatte, der Be- Hörde Genugtuung zu verschaffen, ließ Friedrich Wilhelm III. der Kammer in einem groben Schreiben wissen, daß sie sich wegen ihres unschicklichen Benehmens die Beleidigung selbst zuzuschreiben habe. Ein hoher Beamter wie Hans v. Held wurde bei der amtlichen Besichtigung eines Armenhauses 1799 Fenster des totenstillen Hauses, dessen Läden geschlossen sind; ein Stein, so groß wie ein Äindcrkopf, schn, eitert an die verschlossene Tür. Wild grunzend springt das Schwein auf die Seite und reißt seinen Führer zu Boden, während die Ofenröhre klappernd hin und her poltert. Unter einem dröhnenden Gelächter wird es wieder gefaßt und weiter taumelt und lärmt die betrunkene Bande, Jetzt sind sie vor dem Pfarrhof. Oben steht hinter einem Fenster der Herr Pfarrer und hält sich den Bauch vor Lachen. Er klatscht in die Hände, sein rotes Gesicht glänzt und strahlt, und der Pöbel zerrt das Schwein vor und schreit aus voller Kehle: „Haben die Katholiken gewonnen?... Jaaaa!... .„Haben die Liberalen'ne Büchs'?.... Jaaaa!" „Hoch die Katholiken! Hoch der Herr Pfarrer!... Sie winken und schwingen mit Händen und Mützen, und be- ginnen zu brüllen: „Sie werden ihn nickt zähmen Den stolzen vlämischcn Löwen." Ter Pfarrer lacht und grüßt und verbeugt sich und klatscht ihnen mit den Händen nach, während sie weiter ziehen. Da kommt ihnen die Musik entgegen, dicht bei dem Haufe des Arztes, der ebenfalls Kandidat der liberalen Liste ist. Eine wilde Verbrüderung geht vor sich; das Schweinchcn wird bis an den Gartenzaun des Doktorhauses vorgezerrt, uui die Musikanten, mit dem Trommelschläger Jan Tambour an der Spitze, knieen bar- häuptig nieder und spielen einen Trauermarsch, den Begräbnis- marsch der liberalen Dorfpartei. Jetzt kommt der Herr Bürgermeister, der mit allen seinen Man- neu glücklich wiedergewählt ist. Er lenkt eigenhändig sein zier- liches Schimmclgcspann. Donnernde Jubelrufc:„Hoch die Katho- liken! Hoch unser Bürgermeister!" dröhnen ihm entgegen, so daß die Pferde erschreckt aufbäumen. Er konimt aus dem Gemeinde- haus und fährt nach dem Schloß zurück. Er grüßt mit der Peitsche und lächelt sein in seinen weißen Schnurrbart, ohne sich weiter mit den Kundgebern gemein zu machen. Und wieder taumelt die wüste Bande weiter durchs Torf und kehrt endlich nach dem Marktplatz zu- rück, um die letzten Tonnen leer zu trinken. ---- Der Abend bricht an. Auf dem Dorfplatz neben den Tonnen, die immer weiter fließen, ganze Schlammpfützen ringS um die Stellagen bildend, brennen schon die knisternden Pech- fackeln. Da und dort liegen einige sternhagel voll, wie tot, in Sand und Schlamm niedergeplumpst; andere lehnen mit Kopf und Ar- men gn Bäumen und Mauern und erbrechen sich. Dicht unter dem Hahnen einer der Biertonnen liegt ein Mann aus dem Rücken, das Gesicht ganz violett und wie in Krämpfen verzerrt. Ein Kerl torkelt lachend auf ihn zu und öffnet den Hahn. Das Bier strömt und schäumt, unter dem Höllengelächter der besoffenen Zuschauer, dfrMZK-chew-Rund des Dgliegenden und LurgÄt Änd gluckjt zu, von einem Generalleutnant, einem General und einem Major, zu Dreien, verhöhnt, beschimpft und brutal behandelt. Auf Beschwerde an den König erhielt er lediglich eine private Antwort des Generaladjntanten Friedrich Wilhelms III. mit einigen beschwichtigenden Wendungen und einem amtlichen Bescheid, in dem die Nichtinnehaltung des Jnstanzenzuges gerügt wurde. ES ist in der ganzen Regierungszeit Friedrich Wil- bclms III. nicht vorgekoinmen, daß ein Bürger gegen einen Offizier geschützt wurde. Wie denn auch ein Gouvernements- befehl von 1803 dem Militär jeden Umgang mit dem Bürger- tum verbot. Auch nach der Niederlage von Jena wurde es nicht anders. Danach darf man in diesem Falle den preußi- scheiß Kriegsminister beglückwünschen, daß er ausgesprochen hat, was in Preußen war, ist und solange sein wird, als das Volk es duldet. Kurt Eisner. Zünfunööreißig Millionen. Deutsches Geld in Monte Earlo. Der Per- waltungsrat des Kasinos von Monte Carlo trat vor kurzem zusammen, um die Bilanz für die abgelaufene Saison zur Kenntnis zu nehmen. Die Bruttoeinnahmen des Kasinos sollen im verflossenen„Spicljahr" die Höhe von 47 Millionen Frank erreicht haben. Davon sind nickt weniger als 3 5 Millionen deutsches Geld, das heißt von Spielern aus Deutsch- land verloren. Diese kleine Notiz fand ich in einer großen Tageszeitung, ganz unbeachtet in einer Ecke. Aber soll sie unbeachtet bleiben? Nein. Wir wollen doch etwas vernehmlicher diese hübsche, runde Zahl 35 000 000 (in Buchstaben fünfunddreißig Millionen) aussprechen. Wie ist doch die Antwort der Kapitalisten, wenn wir wenige Pfennige mehr fordern. Oder wenn wir den Achtstundcnarbeitstag haben wollen, um unsere Kräfte länger zu erhalten und um uns unserer Familie und der Erziehung unserer Kinder widmen zu können? „Es geht nicht,.Handel und Industrie leiden zu sehr darunter." Ist diese ungeheure Summe, sind diese 35 Millionen leichter zu entbehren, weil es Spielverluste sind? Setzen wir den Fall, daß die obengenannten Millionen zu einer Hilfe für die Arbeitslosen, für unsere Armen, deren Frauen und Kinder bestimmt wären. Setzen wir den Fall, 35 Millionen wären für gesunde Woh- nungen gegeben. Setzen wir den Fall, diese Summe sollte für die Veteranen von 1870/71 verwendet werden und ihr oft besprochenes grenzen- loses Elend würde dadurch gemildert. Setzen wir den Fall, 35 Millionen würden sittlich sonst ver- kommenden Menschen die Stütze sein, ordentliche, brauchbare Menschen zu werden. Setzen wir den Fall— ja man könnte noch 1000 Fälle setzen, aber: Das Geld ist verspielt— und wird nächstes Jahr wieder ver- spielt werden. der politische Massenstreik.'' Gerade in diesem Augenblick, da im Anschluß an die Er- klärung des neuen Mannes im preußischen Ministerium des Innern zur Wahlrechtsfrage innerhalb der Sozialdemokratie aufs neue der Ruf nach Anwendung des politischen Massenstreiks erschallt, ist es von Nutzen, das Buch zur Hand zu nehmen, in dem Karl KautSky nicht eine Geschichte des politischen Massen- strciks, wohl aber eine Geschichte der Masscnftreikerörtcrungcn in der deutschen Arbeiterpartei gibt. Selbst wer sich stets auf dem laufenden in dieser wichtigen Frage gehalten hat, wird erstaunt *) Karl Kautskh. Der politische Massenstreik. Ein Beitrag zur Geschichte der Massenstrcikdistussioncn inucrbalv der deutschen Sozialdemokratie. Perlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlin 1914. seiner Kehle. Er wälzt sich herum und drückt seinen Mund in den Schlamm. DaS Bier strömt weiter, nun in seinen Nacken. Man schleppt ihn fort unter das Genevcrfah, streckt ihn wieder auf dem Rücken aus und öffnet den Schnapshahnen ebenfalls. Mit einem Gebrüll des Ekels springt er plötzlich auf, taumelt mit dem Kopf gegen das Faß, daß das Blut davouspritzt, wankt drei Schritte weiter und plumpst wieder zu Boden. Von Zeit zu Zeit hört man noch den heiseren Ruf: „Hoch die Katholiken! Nieder mit den Liberalen!" Plötzlich schallt ein ohrenzcrreißendes Notgeschrei über den Platz. Der Pöbel wankt zusammen und kommt vor einem offenen Raum, wo auf einem Bett von Stroh das Schweinchen zappelt. Zwei Männer haben es umgeworfen, und während einer in der klaffenden HalSwunde bohrt, aus der das dunkle Blut in dicken Strahlen quillt, sitzt der andere rittlings hopsend auf dem Tier, um dessen Tod zu beschleunigen. Das durchdringende Geschrei wird allmählich schwächer und zuweilen unterbrochen, bis es sich in ein dumpfes, durch Pausen unterbrochenes und ein immer langsamere? Tempo annehmendes Röcheln verwandelt, das endlich ebenfalls verstummt. Das Schweinchen ist tot, und abermals steigt ein wüster Triumph- schrei auf. Schnell wird mit brennenden Strohpfropfen das Haar abge- sengt, mit breiten Messern das Tier geöffnet und in Stücke verteilt. Betrunkene Kinder wimmeln um das Schwein herum und suchen einen Brocken zu erhaschen. Man trägt die Stücke in eine Kneipe, wo sie sofort, noch lebenswarm, gekocht, gedämpft, gebraten werden. Bald darf das Volk essen. Das Volk ißt. In der Herberge sieht es aus wie in einem Ameisenhaufen. Es ist nicht genug Platz vorhanden, und die meisten kommen mit dampfenden Fleischstückcn heraus und schlingen sie aus der Hand hinunter. Alle stopften in sich hinein, was sie nur können. Und dann kehren sie abermals zu den Tonnen zurück, die, wie unerschöpfliche Quellen, noch immer Bier hergeben. Der Andrang hat sich vermindert, auch die Fässer werden cnd- lich leer. Ter ganze umgewühlte und zertrampelte Torfplatz liegt voll gröhlendcr und brüllender Trunkenbolde. Die wenigen, die noch auf ihren Beinen stehen können, torkeln heiser singend heim- wärts. Die Glocken läuten nicht mehr, der Böller hat aufgehört zu donnern, die Musik läßt sich nicht mehr hören. Da kommt noch eine Bande von zwei Dutzend Männern!— Sie taumeln hin und her über die ganze Breite der Straße, mit einknickenden Knieen und kraftlos wackelnden Köpfen, und sie lassen noch ein Gebrüll vernehmen, das eine entfernt« Aehnlichkeit hat mit dem alten bekannten Heldensang: „Sie werden ih« nicht zähmen, Den stolzem vlämischeir Löwen." sein, wieviel neue Gesichtspunkte sich aus der Zusammenstellung und Pergleichung all der Artikel, Broschüren und Reden ergeben. in denen das Problem in den letzten Jahrzehnten abgehandelt wurde. Denn wenn der Massenstreik auch weit älter ist, so haben wir eine Massenstreikdiskussion in der deutschen Sozialdemokratie doch erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit. Der erste großartige politische Massenstreik war der„heilige Monat" der englischen Chartisten ini September 1842, ein Streik, der zur Erringung des. allgemeinen Wahlrechts ohne feste Organisation und sichere Leilung unternommen wurde, jäh aufflammte, sich rasch aus- dehnte, aber schließlich kraftlos in sich zusammensank. In der Folge tauchte der Gedanke des Generalstreiks als eines Hebels, um die soziale Welt aus den Angeln zu heben, nur in dem wirren Jdcengang antiparlamcntarischer Anarchisten auf, und wenn auch der Brüsseler Kongreß der Internationale 1868 sehr naiv die Ansicht aussprach,„daß es genüge, die Arbeit einzustellen, u.m einen Krieg unmöglich zu machen", so crmangelte dieser Be- schluß doch, wie sich bald zeigte, jeder praktischen Bedeutung. Im Anschluß an den unglücklichen spanischen Aufstand des Jahres 1873 brandmarkte Friedrich Engels gar den allgemeinen Streik Baku- ninscher Observanz als planlose und blödsinnige, von vornbercin zum Mißlingen verurteilte Aktion. Damit war für zwei Jahr- zehnte Ruhe. Auch in dieser Frage mußte die Praxis zunächst die Theorie befruchten. Im Anschluß an die erfolgreichen politischen Streiks der belgischen Arbeiterklasse, die der Erringung des Wahlrechts dienten, wies zunächst K a u t s k y 1891 auf die Möglichkeit hin, daß „ausgedehnte Arbeitseinstellungen große politische Wirkungen her- vorrufen können". Im Februar 1894 setzte dann Bernstein in der„Neuen Zeit" die Situationen auseinander,„wo der politische Streik das bewirken kann, was einst der Barrikadenkampf leistete", und nachdem sich inzwischen auf dem österreichischen Parteitag von 1894 Adler für den Massenstreik als äußerstes Kampfmittel aus- gesprochen, aber jede bedingungslose Verpflichtung auf seine An- Wendung abgelehnt hatte, erörterte P a r v u s im Frühjahr 1896, gleichfalls in der„Neuen Zeit", die Voraussetzungen für einen Er- folg des politischen Strciks, nämlich: einmal Organisation der Ar- beiterklassc und zum zweiten Geldmittel. Als aber auf dem Hinter- grund einer günstigen Wirtschastskonjunktur und siegreicher gewerk- schaftlichcr Kämpfe der Revisionismus mit all seinen Träumen vom „friedlichen Hineinwachsen in den Zukunstsstaat" aufblühte, schob der Streit um sozialistische Prinzipienfragcn vorderhand die Er- örterung des MassenstreikproblcmS beiseite. Erst ein neuer Streik in Belgien, der des JahreZ 1902, der mit einer Niederlage der Arbeiterklasse endete, rollte die Frage auch wieder für das deutsche Proletariat auf. Die Genossen Luxem- bürg, Mehring und P a r v u s bestritten zunächst die Kosten der Diskussion, wobei Mehring es mit Recht P a r v u s gegen- über als eine ganz verkehrte Taktik bezeichnete, im voraus be- stimmte Abwehrmittcl gegen Gefahren zu richten, die— es handelte sich um den Raub des Reichstagswahlrcchts— einmal eintreten können. Der Wiener Parteitag des folgenden Jahres brachte eine Betrachtung Adlers über den Massenstreik im allgemeinen und über den belgischen Streik im besonderen, an dem er eZ rühmte, daß er in einer vernünftigen, besonnenen und klaren Weise zu Ende geführt worden sei. Da auf die Tagesordnung des Internationalen Kongresses von 1904 die Frage des politischen Massenstreiks gesetzt war, schlief die Diskussion auch nicht mehr ein. Hilferding unterstrich in der wissenschaftlichen Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie, daß hinter dem allgenieincn Wahlrecht der Mlle zum Generalstreik stehen müsse, der für die Arbeiterklasse sei, was Barrikade und Steuer- Verweigerung für das Bürgertum waren, die ultima ratic,, wenn alle anderen Mittel erschöpft sind. Eckstein, bedenklicher gestimmt, wies daraus hin, daß der Generalstreik eine recht zweischneidige Waffe sei, und K a u t s k y zog in einer Reihe tiefgründiger Artikel, die die ganze internationale Lage in den Bereich ihrer Betrachtun- gen rückten und, im Februar 1904, bereits die russische Revolution voraussagten, aus dem belgischen Beispiel die Lehre, daß eS für uns in Deutschland ein verhängnisvoller Fehler wäre,„wollten wir uns aus die Proklamicrung des politischen Streiks für einen be- stimmten Termin, etwa für den Fall der Verschlechterung des gegen- wältigen ReichstagSwahlrechts festlegen". Aber nicht die zurück- Aber in ihren heiseren Kehlen erstirbt eS zu einem undeut- lichen Lallen, und vor dem Pfarrhofc taumeln sie all« durchein- ander und blöden zum letzten Male mit schweren Zungen: „Hoch die Katholiken! Nieder mit den Libera.. aa.. aaken!" Es endigt mit einem unverständlichen Gurgeln, und eine unheimliche Stille stummer Vertierung legt sich wie ein Fluch über das düstere, betrunkene Dorf. Die Katholiken sind wiedergewählt?'.... (Autoris. Uebersetzung von Li..Gärtner.) Des Deutschen Vaterland. Was ist des Deutschen Baterland? Wo man den schlimmsten Umsturz plant? Wo Schurken bei dem Heilgen Schlei« De? Hurraredners sitzen bleim? Wo durch des Sozis Stimmgewalt Der Königstreue durifallt? DaS kann nicht sein, ach nein, ach nti»! Sein Baterland muß anders sein. Was ist de? Deutschen Vaterland? Nun einfach eine Affenschand. Kaum daß das Flugzeug hochgeschwinch Hat man die Grenze schon passiert, Grad saß man noch im Freiballon, Jetzt sitzt man mang die Russen schon. Darf das denn sein? Ach nein, ach Mt»! Sein Baterland muß größer sein. Was ist des Deutschen Vaterland? Ganz einfach viel zu eng gespannt l Das Säbelrasscln in Berlin Hört man ja bis nach London hin, Wenn unser 5teim das Maul aufmacht, Hört man hier, wie das Weltall lacht. Das ist nicht sein, ach nein, ach neial Sein Vaterland muß größer sein. Wie soll de« Deutschen Vaterland Denn sein? Nun kriegerisch entbrannt t Wer stramm nicht steht und hoch nicht ruft, Den hängt man auf, den roten Schuft! Den inner» Feind schlägt man zu Brei Und dann den äußern gleich dabei! Boll Schwertgeklirr und Hurraschr«« Soll, unser Vaterland einst jeinl JteGch. Haltende Resolution des Amsterdamer Kongresses, auch nicht der mit unwiderstehlicher Wucht explodierende italienische Generalstreit im September 1904, sondern die russische Revolution stellten den politischen Massenstreik in den Brennpunkt des Interesses auch für die deutschen Sozialdemokraten, denn mit dem Massenstreit hatte das russische Proletariat die Art an die Wurzel des zarischen AbsoJutismus gelegt. Diesem machtvoll sich regenden Interesse für den politischen Massenstreik kam das treffliche, von einem hohen Optimismus getragene Buch der Genossin Roland- Holst entgegen, die, übereinstimmend mit fast allen anderen Untersuchungen des Problems, zu der Schlußfolgerung gelangte, der politische Streit lasse sich nicht tommandieren, aber er sei auch nicht mit Sicherheit für bestimmte Situationen vorauszusehen. Daß er sich nicht kommandieren lasse, ging aber einer Gruppe meist dem revisionistischen Flügel angehöriger Massenstreifanhänger nicht ein sie verlangten vielmehr von der Parteileitung mehr Initiative und Inszenierung eines politischen Massenstreits nach belgischem Muster, etwa zur Erringung des gleichen Wahlrechts in Preußen oder zur Abwehr des Wahlrechtsraubes in Hamburg. Darüber entspann sich eine heftige Diskussion hauptsächlich zwischen Kautsky und Stampfer. Inzwischen hatten auch die Kongresse der Arbeiterbewegung gesprochen. Dem Kölner Gewerkschaftskongres von 1905, auf dem Bömelburg den Schrei nach Ruhe ausstieß und der in einer Resolution der Propagierung des Massenstreiks innerhalb der organisierten Arbeiterschaft Knebel anzulegen suchte, antwortete der sozialdemokratische Parteitag desselben Jahres zu Jena, der in einer Resolution Bebels sich für die umfassendste Anwendung der Massenarbeitseinstellung" aussprach, die allerdings nur gegebenenfalls"! ,, eines der wirksamsten Kampfmittel" der Arbeiterklasse sei. Auf dem Mannheimer Parteitag des folgenden Jahres kam es dann zu einer Aussprache zwischen Partei und Gewerkschaften auch über die Frage des politischen Massenstreits-für jene hielt Bebel, für diese Legien die Hauptrede zu einer Einigung beider Teile. und Auf diesem Parteitag hatte Genossin Luxemburg die russische Revolution auf Jahrzehnte hinaus für die Lehrmeisterin der revolutionären Bewegungen des Proletariats erklärt. Dieser Auffassung entsprach eine Broschüre, die sie, fußend auf den russischen Erfahrungen, unter dem Titel„ Massenstreit, Partei und Gewertschaften" herausgab. Mit dieser Schrift setzt sich Kautsky in seinem Buch ausführlich auseinander, weist nicht nur ihre Jrrtümer nach, sondern deckt auch ihre Fehlerquellen auf, und kommt auf Grund der geschichtlichen Tatsachen, entgegen dem Lob der chaotischen Streitbewegung und der unorganisierten Maffen durch die Genossin Luxemburg zu dem Schluß:" Wohl zeigt die russische Revolution, daß entwickelte Organisationen und organisatorische Schulung nicht die Borbedingungen eines jeden Massenstreits sind. Aber sie sind die Vorbedingungen eines jeden politischen Majssenstreits, der dem Prole tariat einen dauernden Sieg bringen soll." in Wägt man all die Gründe und Gegengründe ab, die zur Frage| getan und es fann darum nebenbei auf Verlust der bürgerlichen. des politischen Massenstreits im Laufe der letzten zwanzig Jahre Ehrenrechte erkannt werden. So wäre mit einemmal die Reichsin der deutschen Sozialdemokratie vorgebracht worden sind und die quasselbude sozialistenrein und damit der Weg für die schon längst Kautskys Buch organisch zusammenfaßt und in einen Rahmen notwendigen Reformen im Reiche frei. Man fönnte das Reichstags= einspannt, so wird man sich der zwingenden Beweiskraft nicht ent- wahlrecht nach preußischem Muster reformieren, endlich mal einen ziehen können, die in dem Satz des Verfassers steckt, daß nämlich, anständigen Schutzzolltarif ausarbeiten und andere dringende Notsolange sich die gegebenen Verhältnisse nicht wendigkeiten mehr. Dieser ganze von hingebendster Vaterlandsliebe ändern, ein Massenstreit in Deutschland nicht getragene Plan mußte an einem querföpfigen Ersten Staatsanwalt möglich ist. Aber die Zeiten ändern sich und wir ändern uns scheitern. Der Minister hätte es ja sehr gerne gesehen, daß man mit ihnen, und diese Aenderung ist es, auf die wir bauen dürfen." dieser Rotte von Menschen einmal die Kandare anlegt, aber leider.. Wir wollen mir hoffen, daß Yord zu Wartenburg und seine Kumpanei nun nicht etwa aus politischer Verzweiflung den Staub von den Pantoffeln schütteln und aus Preußen- Deutschland auswandern. Das müßte jeder Menschenfreund bedauern. Denn schließlich sind die edlen Herren noch die einzigen, die die Bitternisse des Lebens durch ihre schönen Reden mit etwas humor bnd Spaß Morganatische Ehe. Ich lauschte einem Gespräche über morganatische Ehe. Sie:„ Was ist denn das, eine morganatische Ghe?" Er:„ Was wird das sein wenn einer eine heiratet, weil er würzen. fie gerne hat, trotzdem sie nicht soviel ist wie er." Sie:„ Aber da steht doch, daß sie zur linken Hand getraut werden?" Er:„ Na, damit soll ausgedrückt werden, daß sie nicht alle Rechte hat wie ihr Mann." Sie: Wie soll ich das verstehen?" Er: Also, wenn wir zwei morganatisch verheiratet wären, wärst Du nicht die Frau Pemsel, sondern vielleicht nur eine Frau Bamsel, weil mein Name nicht der Deine würde." Sie:„ Und darf sie denn immer bei ihm sein?" Er:" Das weiß ich nicht. Ich habe einmal gelesen, daß man an den Höfen, wenn ein Fürst oder ein Prinz am Abend zu seiner Frau will, vordem erst in feierlichem Aufzug durch einen Pagen ein Kissen hinschickt." Sie: Das wäre mir aber genierlich!". Er:„ Ein Morganatischer, glaub' ich, braucht das nicht tun." Sie: Und die Kinder?" Er:" Das wird genau so gemacht, ob morganatisch oder nicht." Sie:„ Ach, was Du meinst, das mein' ich nicht." Er:„ Na, wenn sie da sind, die Kinder, dann sind es nur der Bamselin ihre und nicht dem Bemsel seine das heißt von Rechts wegen, weil sie des Vaters Namen nicht friegen." Sie: So eine Ehe könnte mir gestohlen werden. Die ist ja nichts Halbes und nichts Ganzes." Gr:" Das kommt darauf an. Wenn fie fich gern haben, wird's schon eine Ehe sein. Und wenn sie sich nicht gern haben, dann wird's feine Ehe, ob sie sich rechtshändig oder linkshändig haben einsegnen lassen." Der patriotische Pöbel. Manchmal kann man verstehen, wenn hochstehende Personen zu der Auffassung kommen, sie seien von Gottes Gnaden und das Gejindel Volk stehe abgrundtief unter ihnen. Sie müssen dazu fommen, wenn sie tagtäglich die Hurrafanaille um sich sehen, die sich im Staube wälzt, wenn es gilt einen Zigarettenstummel aus allerhöchstem Munde zu erobern. Wie arg das Treiben des patriotischen Böbels ist, kann man daran erkennen, daß selbst Blätter, die sonst immer den Regierenden Weihrauch spenden und die patriotischen Gefühle der Hurratanaille anstacheln, mit dem Ver= halten der Patrioten scharf ins Gericht gehen. Dieser Tage war das Braunschweiger Herzogspaar in Blankenburg zur Kur. Das dortige Kreisblatt schreibt über die Borgänge gelegentlich des Besuchs: „ Das Verhalten unseres Publikums den höchsten Herrschaften gegenüber hat sich in Bahnen gelenkt, die nicht scharf genug verurteilt werden können. Wir können nur unser größtes Befremden ausdrücken, daß das Publikum sich so taktlos, ja ge= radezu rüpelhaft benimmt. Bei der gestrigen Ausfahrt des Erbprinzen und des Herzogpaares hat das Publikum so unbots mäßiges Verhalten an den Tag gelegt, daß, um die Herrschaften vor derartigen Belästigungen zu schüßen, das Oberhofmarschallant das Stehenbleiben auf ben a gent pas Betreten Schlosse, dem Marstall und der Wagenremise, sowie das Betreten des Marstalles und der Wagenremise erbietet." Sie:" Da hast Du recht, Emil! Aber warum gibt's denn nur veröffentlichen, die in Zukunft ihren patriotischen Gefühlen bei den Großen solche morganatischen Ehen?" Er:„ Ja, Trudchen, schau, die Großen sind halt große Die haben sich allerlei so Zeug ausgedacht, um sich und andern das Leben schwer zu machen. Bei uns ist die Sache einfacher. Da heißt's nicht: rechter Hand- linker Hand, sondern nur: Hast Du mich gern Sie wartete weitere Auseinandersehungen nicht ab. Ich hörte einen schallenden Kuß und dann ward es stille. Das Blatt droht schließlich, die Namen aller derjenigen zu allzu freien Lauf lassen. Helfen wird freilich auch das nicht. Denn für das honette Bürgertum um dieses handelt es sich in Bad Blankenburg natürlich lösen sich alle Bande frommer Scheu, wenn es gilt, eine leibhaftige Kaisertochter mit ihrem Kinde von Angesicht zu Angesicht sehen. Terrorismus. Aus allen Eden flingt es: Die Sozialdemokratie terrorisiert das Bolf in der unerträglichsten Weise. Es müssen Maßnahmen Volk getroffen werden, um diesen Terror unmöglich zu machen. Solche Vom Jahrmarkt des Lebens. Rebensarten find so oft dem Gehege der Zähne unserer Reaktionäre Yorck der Pfiffikus. entflohen, daß sich bald kein vernünftiger Mensch über diesen albernen Schwindel mehr aufregt. Doch hier soll nicht vom angeblichen Terrorismus der Sozialdemokratie gesprochen werden. Jedermann weiß, daß das heiligste Recht des Menschen die Freiheit der politischen Ueberzeugung sein soll. Tausendmal ist schon darauf hin= gewiesen worden, wie dieses ureigenste Recht mißbraucht wird. Wer von den Staatsarbeitern und Beamten es wagi, eine andere, als die behördlich abgestempelte politische Ueberzeugung zu haben, fliegt hinaus. Das ist rund und nett dußendemale von den verantwort lichen Ministern erklärt worden. In diesem Zusammenhang erörtert Rautsky auch die tieferen Gründe, weshalb jene Marristen, die auf dem alten Standpunkt von Marg und Engels, Bebel und Liebknecht stehen bleiben auch„ marristisches Zentrum" genannt letzter Zeit öfters gezwungen waren, nach links zu„ bremsen". Den ersten Zusammenstoß setzte es 1910 aus Anlaß des preußischen Wahlrechtskampfes. Im Gegenjah zu Kautsky und Mehring, die beide von dem Ausgang der bevorstehenden Reichstagswahlen die Zuspigung der politischen Situation zu großen Entscheidungs- Diese Woche haben wir es aber ordentlich gekriegt. Grafen, tämpfen erwarteten und die Aussichten dieser Wahlen nicht durch Barone und andere erstklassige Mitglieder der menschlichen Geselleine mögliche Niederlage in einem verschärften preußischen Wahlschaft haben im Schweiße ihres Angesichts den Kampf gegen die rechtskampf gefährdet wissen wollten, verfocht Genoffin ugem rote Rotte geführt. Eo etwas von Gehirnschmalzverbrauch ist soburg den Gedanken der Steigerung dieses Wahlrechtskampfes bis bald im Herrenhause noch nicht dagewesen. Den drolligsten Gezum Massenstreif, aber mit dem Vorschlag, die Propagierung des danken von all den Edlen und Erlauchten hatte aber doch der Massenstreits in der Parteipresse und in den Versammlungen in Politiker Graf Yord zu Wartenburg. Er löste spielend das die Wege zu leiten, fand sie auf dem Magdeburger Parteitag 1910 Problem, wie man den Reichstag sozialistenrein machen fönne. Es Aber nicht nur in Staatsbetrieben wird dem Bürger seine feine Gegenliebe. Nach einer Untersuchung des Verhältnisses der ist gewissermaßen ein zweites Ei des Kolumbus. Man braucht nur politische Freiheit geraubt. Vor uns liegt ein Bachtvertrag, den Massen zur Organisation und der Bedeutung der Unorganisierten gegen die 111 Sozialdemokraten, die den Hosenboden nicht lüften der Rittergutsbesizer Freiherr v. Albedyhll aus Karnitten für Massenaktionen durch Kautsky und Edstein brachte der wollten, Anklage wegen Majestätsbeleidigung er- im gesegneten Lande Ostpreußen gelegen mit einem Gajts Jenaer Parteitag von 1913 abermals Diskussionen des Massen- heben. Dabei ist es nicht einmal nötig, auf die Höchststrafe von wirte wegen Verpachtung eines ihm gehörenden Gasthauses abstreifs, deren Abschluß durch Annahme der Parteivorstandsresolu- fünf Jahren Gefängnis zu erkennen, denn die ruchlose Tat ist aus geschloffen hat. Im Paragraph 12 dieses Kulturdokuments heißt tion ganz auf der Richtlinie der Parteitage von 1905 und 1906 lag. der gemeinsten und ordinärsten republikanischen Gesinnung heraus es:„ Pächter darf nur die Zeitungen halten, die VerKaufhaus Erde. Die Erde ist ein Warenhaus. Habe nur Geld, und du kannst alles haben. = Was du auch suchst, irgendwo und irgendwie ist es zu kaufen, wenn du dich gehörig umtust und nicht knauferst. Die beste Landfeberwurst und ein Professorentitel sind dein. Du kannst jeden Tag Gänsebraten essen und dir zum Nachtisch die schönste Geliebte kaufen. Oder auch eine legitime Frau. Wird sie dir später läftig, dann kaufst du dir einen Detektiv, der alles ermittelt, was du brauchst, um sie wieder loszuwerden. Du kannst im Puppenbazar die herrlichste Puppe für deine Kleine Nichte erstehen; du kannst im Bazar Erde aber auch ein Kind einhandeln oder zehn Kinder oder hundert mit blonden Locken und strahlenden Kinderaugen. Willst du aber eins los werden, weil es dir im Wege ist, so geht es auch. Du kannst ihm eine Pflegerin kaufen, die es zum Engel macht. Du kannst, wenn du es richtig anfängst, die vernünftigste alte Erbtante in eine Nervenheilanstalt bringen und unter Kuratel stellen lassen, damit du desto sicherer und eher in den Genuß ihres Vermögens gelangst. Und wenn es dir einfallen sollte, den Mond für ein Känguruh zu halten, so wirst du Reute finden, die deine Ansicht wissenschaftlich beweisen. Aber zahlen mußt du, lieber Freund, gut zahlen! Denn umsonst ist der Tod sagt eine Phrase, die zu beziweifeln ist. Ebenso wie diese: Gesundheit ist nicht käuflich. Und wo ist das Leben zu haben, wenn Freund Hein die knöchernen Arme ausstrect? Verzweifle nicht: beides ist zu haben. zu dir kommt, gehst du zu ihr. Fährst im Februar über die Alpen, und wirst sie auch im Dezember zu finden wissen, wenn die Plebs unter grauem Schneehimmel feucht. So ist's mit allem Naturgenuß. Du kannst ihn unter Umständen für zwanzig Pfennige einhandeln, und darauf ist die Ansicht zurückzuführen, die Welt wäre doch schön. Wenigstens stellenweise und am Sonntagnachmittag. Diese Optimisten siben bei der Nachhausefahrt womöglich im Gepädnes der Stadtbahn und halten das für einen Naturgenuß. Denn sie jodeln. Und sagen: dies wäre mal eine billige Gebirgstour. Andere sind anspruchsvoller. Sie sparen es sich ben Winter über vom Frühstück ab: daß sie im Sommer auf acht oder vierzehn Tage in ein wirkliches Gebirge kommen. Sie wandern in den Harz, ins Riefengebirge, womöglich in die Schweiz und nach Tirol. Wer sich so eine Gebirgstour einhandeln kann und will, soll fich beeilen. hinten und vorn mit allem, was sich denken läßt. Haben ihre Hand in allen möglichen Geschäften und wissen besser als sonst jemand, daß es nichts gibt, was im Kaufhaus Erde nicht zu erfeilschen ist. In ihren Inseraten findest du alles angeboten, was dies Leben angenehm oder schmutzig macht. Käse und Menschenleiber, Schuhcreme und Liebe, Mostrich und Wuchergeld. Sie kaufen sich Meinung, Ehre und Ueberzeugung. Und halten ihre schüßende Hand über dem dunklen Laden, wo Professoren-, Hoflieferanten- und Abelstitel versteigert werden. Aber wenn einmal Arbeiterfäufte auf den Ladentisch klopfen, weil sie um Brot, Muße, Gesundheit, Leben betrogen wurden, dann fallen sie über euch her. Und sie hetzen alle ihre Hunde hinter euch wie hinter einem Bettler, der sich ein Brot vom Tische nahm und nicht bezahlte. Ihr sollt produzieren, aber nicht kaufen. Denn die Welt gehört den Aktien, und ihr Zwed ist die Gr. zeugung von Dividenden. Dies ist der Welt Sinn. Und die Entrüstung wird sofort verebben, wenn die Großglockner- A.- G. fette Inserate aufgibt. laden ist? Denn die Gebirge gelangen allmählich auch zum Verkauf im Warenhaus Erde. Und es ist vorläufig nicht wahrscheinlich, daß ihr sie in einer billigen Woche für 95 Pfennige erstehen könnt. In Tirol hat man begonnen. Einen der höchsten Berge der Ostalpen, einen der großartigsten viel schöner werden. Immer schöner. den Großglockner Punkte im Gebirgszug der Hohen Tauern haben sie kürzlich um 60 000 kronen verramscht. Oder meint ihr, sie wüßten es nicht, daß die Erde ein KramIhr Augurenlächeln gloßt aus allen Spalten. Kaufhaus Erde ist noch in der Entwidelung. Es wird noch Jawohl. Mit allem, was drum und dran hängt. Mit dem größten Gletscher der Ostalpen, der Pasterze, mit Sonnenauf und -untergängen, mit aller wunderbaren Naturherrlichfeit. Dente nur rechtzeitig daran, und lange, schmerzlose Jahre Für den lumpigen Preis von rund 50 000 Mart. sind noch dein, wenn der Prolet längst Erde im Munde hat. So Man weiß noch nicht recht, zu welchem Zwed. du Münzen hast, kannst du Tätigkeit, Muße und Genuß zu jeder Die einen sagen: da will einer jagen, und der will sich die Stunde daraufhin ansehen, ob sie deiner Gesundheit, deinem Leben Steinböcke nicht durch das poplige Publikum verscheuchen lassen. förderlich oder abträglich sind. Du kannst dir deine Zeit kaufen. Die anderen: der Berg soll ein Aktienunternehmen werden. Und selbst wenn du leichtsinnig warst und Freund Hein eines Für Rodelbahnen, noblen Wintersport. Fashionable" Hotels sollen Tages grinsend an deinem Bett steht, annst du dir noch die tiefsten erstehen. Kurz: ein Geschäft. Ein nobles Geschäft. Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft einhandeln; die be- Ich bin für eine Aktiengesellschaft. Es wäre der echte Geist ber Zeit. Das Seucheln soll emblich aufhören. Die eet Geist rühmtesten Forscher des Erdballs werden an dein Lager eilen und vielleicht gelingt es ihnen, den drohenden Feind abzuschlagen, Geschäft. Von den ragendsten Bergspigen bis zu den seichtesten indeffen der Dürftige refigniert und besiegt in die Unterwelt ab. Meeresufern. eat in bie an Die Gebirgsfreunde protestieren. Sie sind Jdealisten. Wenn dampft. Andere sagen jauchzend: Aber die Sonne, Gott sei Dant, scheint fie Nägelschuhe anhaben wenigstens. Man kann es begreifen, daß über alle! Die Sonne wenigstens ist noch kein Handelsartite!! fie zornig werden. Sie ist es längst. Es wohnen so viele in Dunkel, Kälte und Schatten. Warum? Aus Neigung? Ach, sie möchten alle gern auf die Sonnenseite ziehen. Aber dort ist das Wohnen und das Leben teuer. Du aber, wenn du Geld haft, fannst sie zu jeder Beit haben. Wenn sie nicht Erde Aber mit welchem Recht entrüsten sich sonst so Tammfromme Beitungspapiere und offigiöse Regierungsorgane? Warum spötteľn fie über den Ewigen Schnee auf Aftien"? Sie spotten ihrer selbst. Sind felbft zum Teil Meinungsfabriken auf Attien und handeln Left es bei Marr nach. Der hat es schon vor einem halben Jahrhundert gesagt, daß nicht nur alle Dinge, nicht nur Grund und Boden, nicht nur Menschenleiber, sondern daß auch Gehirne und Seelen in diesem Laden von Kapitals Gnaden gehandelt werden. Und wenn lebendige Menschen mit Haut und Haaren, mit Herz, Eingeweiden und Cerebralsystem im Preisturant stehen, warum, zum Donnerwetter, soll denn nicht auch ein toter Berg zu haben sein? Nein! Platz für das Gold! Platz für Steinböcke und Schießgewehre! Platz für Aftien und Dividendengletscher! Wenn ich Geld habe, will ich kaufen können. Alles, ohne Ausnahme. Und wenn ich keins habe ? Wenn ich keins habe, will ich trotzdem aus aufrichtigem Herzen rufen: Bravo! Weiter jo! Baut den Kramladen aus! Nehmt neue Artikel herein! Treibt das Geschäft auf den Gipfel! Schmiert, ramscht, schleudert! Macht's wie Wolf Wertheim. Damit ihr desto schneller liquidiert. dt. pächter erlaubt, ebenso nur solche Plafate aushängen, bei Ver- Ispicker foivic die Damen Cornelie Gebühr und Else Andersen von der„ Storstad" sich weigert, eingehende Angaben Der Beifall flang einiger zu machen. Als sicher betrachtet man es hier, daß die Katastrophe meidung einer Konventionalstrafe von 30 M. pro Quartal." Jm Edersberg lobend zu erwähnen. weniger schrecklich verlaufen wäre, wenn Kapitän Andersen, nachnächsten Paragraphen wird dem Pächter die jo fortige Lösung maßen zaghaft. dem der Zusammenstoß erfolgt war, nicht den Befehl„ Volldes Pachtverhältnisses angedroht, wenn er irgendwelche dampf rüdwärts" gegeben, sondern den Bug seines Schiffes jozialdemokratischen Gesinnungen betätigt. in dem Rumpf der„ Empreß of Ireland" hätte stecken lassen. Kapitän en- d all behauptet, Andersen dies deutlich zugerufen Doch es bleibt dabei: Die Sozialdemokratie terrorisiert das Bolf in der unerträglichsten Weise. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um diesen Terror unmöglich zu machen. Spiel und Sport. Jungdeutschlands Marine. Seit Anfang vorigen Jahres besißt der Jungdeutschland- 3u haben. Uebrigens scheint festzustehen, daß der Nebel, dessen bund in Groß- Berlin einen Zweigverein Jungdeutschland Dichtigkeit Andersen die Hauptschuld zuschreibt, im Moment des Die gestärkte Autorität. Ruderverein Groß- Berlin", der sich stolz als ung deutsch- 3usammenstoßzes nicht so erheblich gewesen ist. In striftem Gegensatz zu den Aussagen des Kapitäne Kendall lands Marine bezeichnet. Dieser Verein veröffentlichte Königlichen Gymnasiums zu Rinteln a. d. Weser ihren Direktor daß zurzeit 96 aktive Mitglieder der Marine vorhanden sind, behaupten, daß ihr Dampfer nicht rückwärts gefahren sei, nachdes Kohlendampfers Storstad". Andersen und seine Offiziere Gelegentlich des Prinz- Heinrichfluges ersuchten die Schüler des bor furzem seinen Jahresbericht für 1913, aus dem hervorgeht, stehen die Berichte des Kapitäns Andersen und anderer Offiziere um Freigabe des Unterrichts für Sonnabend, um in dem benach- denen jedoch noch 73 unterstübende Herren und Damen gegen dem er mit der„ Empreß of Ireland" zusammengestoßen war, barten Minden den Prinz- Heinrichflug betrachten zu können. Der überstehen, die, wie es im Bericht heißt, den ersten GesellSchulleiter lehnte das Ersuchen ab, weil wegen des Himmelfahrts- schaftstreifen" angehören. In diesem kleinen Verein ist so sondern vorwärts fuhr, um den Riß in der Seite des gerammten Dampfers zu verstopfen. Die„ Empreß of Ireland" sei aber tages bereits der Donnerstag schulfrei gewesen war. Doch der ziemlich alles vereinigt außer der Lehrerschaft, was sich weitergedampft und habe dadurch den Bug des Kohlenhartherzige Direktor, der die pädagogische Bebentung des Fluges heute aus den verschiedensten Interessensphären zur Förde- dampfers zur Seite gedrängt. Dann sei das verunglückte Förde- weitergedampft so niedrig einschätzte, sollte bald eines Besseren belehrt werden. Die rung der. nationalen. Jugendpflege zusammen- Schiff aus dem Gesichtskreise verschwunden. Andersen behauptet Jungen wandten sich ohne weiteres telegraphisch an den gefunden hat. Prinzen Heinrich und an den Kaiser. Einige Stunden Dieses kleine Vereinsgebilde von noch nicht 100 aktiven auch, daß die Darstellung Kendalls, die Empreß of Ireland" hätte vor dem Zusammenstoß stillgelegen, nicht richtig sei. später wurde der Direktor in Rintein durch das Provinzialschul- Mitgliedern ist nun freilich eine so winzige Marine, daß sie als er die„ Empreß“ bemerkte, lief sie in ziemlich schneller follegium zu Kajjel telegraphisch angewiesen, am Sonnabend allein von den Arbeiterwassersportvereinen Groß- Berlins-die Schule freizu geben. Der Sieg über den Schulleiter troß Fehlens ieder Protektion um das mehrfache über- ahrt. Wie der Bericht fortfährt, wären vom Dampfer„ Storstad" nach dem Zusammenstoß alle Boote herabgelassen, um die Passamußte natürlich gefeiert werden. Mehrere Jungen opferten von troffen wird. Da jedoch in legter Zeit in fast allen deutschen giere und die Mannschaft der„ Empress" zu retten. ihrem Taschengeld einige Ridel und ließen in die Schaumburger Städten und Dörfern unzählige ähnlicher kleiner Vereine wic retteten 350 Personen, die an Bord gebracht wurden. Zeitung" in Rinteln folgendes Inserat einsehen: Pilze aus der vaterländischen Erde emporschießen, so möchten wir der Entstehung und Tätigkeit eines solchen Vereins einige Worte widmen. " 3um Telegramman den Kaiser. Entworfen bloß, ist's ein gemeiner Frevel, Vollführt, ist's ein unsterblich Unternehmen, Und wenn es glückt, dann ist es auch verziehen; Denn aller Ausgang ist ein Gottesurteil! Schiller, Wallensteins Tod I, 7. Der so prompt eines Beſſeren belehrte Schulleiter wird im stillen Stämmerlein vielleicht recht teherische Gedanken spinnen über dieses Gottesurteil", das seine Autorität im hellsten Lichte erftrahlen läßt. Theater. 11 Absturz eines Fliegers ins Meer. Die Boote Ein folgenschwerer Flugunfall wird von der französischen Mittelmeerküste gemeldet. Der Flugschüler Agostinelli flog bei einem Fluge, den er in der Nähe von Antibes ausführte, aufs Meer hinaus. Etwa 300 Meter vom Ufer entfernt stürzte je in Apparat ins Wasser. Ehe dem Verunglückten Hilfe gebracht werden konnte, war er ertrunten. Schreckenstat einer Diebesbande. Wie es im vorerwähnten Bericht heißt,„ beschlossen" zwei Mitglieder des jezigen Vereins, ein Polizeibeamter und ein Großunternehmer, die Gründung der Marine. Sie fetten sich mit hohen Staatsbeamten, Offizieren und großen Firmen in Verbindung, und einen Monat später fand bereits die Gründungsversammlung" statt, die die beiden Väter des Vereins sofort auf drei Jahre als Geschäftsführer wählte und einen„ Ehrenvorstand" einsekte. Fünf Boote wurden in Bestellung gegeben und dann ging es an die Werbung von Wie aus Przemysl gemeldet wird, wurde in Bifulice in Jugendlichen, denn an der Gründung und der bisherigen der Nacht zum Montag der österreichische Militär- Fleischlieferant Leitung waren Jugendliche überhaupt nicht beteiligt. An Fuß von Räubern überfallen. Einer der Banditen er schlug ihn dieser Werbung hat sich auch der Erziehungsbeirat für schul- im Schlafe, ein anderer forderte von der Frau Geld. Als die Frau entlassene Waisen beteiligt; jedoch beträgt der monatliche Bei- teine Auskunft geben wollte, wurde sie gleichfalls niederKammerspiele: Wedekind- 3yklus.„ Er ist vom Geschlechte der Titaniden..... Er hat die urewigen elementaren trag frog der vielen hohen Gönner 1 M., wozu noch etwa erschlugen den 18jährigen Aron, den 14jährigen Baruch und Tiger, Löwen, Wölfe und jegliches Getier in die Hürden unserer bemittelte Jugendliche dieser Verein eigentlich gar nicht den achtjährigen Ignaz Fuß. Auch das zufällig anwesende DienstGewalten mit kaum je geschauter Kühnheit entfejjelt..... Er ließ M. für sachgemäße Bekleidung kommen, so daß für minder geilagen. Dann stürzten die Mörder auf die Söhne und wohlumzäunten Kulturwelt einbrechen" usw. usw. Das liest der in Betracht kommt. Die Mitgliederliste ergibt denn auch, erstaunte Zuschauer, in den Auszügen, die die Blätter des daß die meisten Jugendlichen" bereits 19 bis 24 Jahre alt mädchen fiel den Verbrechern zum Opfer, sie wurde so schwer verletzt, daß sie nach wenigen Stunden star b. 3wei fleine Kinder Deutschen Theaters" aus der für den fünfzigsten Geburtstag des find, und zwar Handlungsgehilfen, Bureauangestellte, höhere hatten sich verstedt und famen mit dem Leben davon. Die Diebe Dichters angekündigten literarischen Ehrung bringen. Ein Schüler und nur wenige Lehrlinge. In der Verwaltung hat raubten eine größere Barsumme und Pretiosen. Den Nachgrellerer Kontrast als der zwischen solchen pomphaften traditionellen die Jungmannschaft" natürlich nichts zu sagen, jedoch hat forschungen der Polizei ist es bisher nur gelungen, einen verdächExaltationen des Wedekindkultus und der schleppenden Ohnmacht man ihnen einige Vertrauensleute zugestanden, die die tigen Arbeiter festzunehmen. Man vermutet, daß die Täter Soldes modernen Mysteriums Frangisfa", womit der Zyklus am Pfingstjonntag eröffnet wurde, ist nicht leicht zu denken. Wünsche der Jugendlichen vorbringen können. daten sind, denen bekannt war, daß Fuß für Fleischlieferung mehrere tausend Kronen zu erhalten hatte. Fuß hatte das Geld aber noch nicht abgehoben. " Aber Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß Sonnt abend früh nach furzem Zeiden der Möbelfabrikant Blumen- und Kranzbinderei Paul Krüger die Züge, die hier so fraß vortreten: die hastige Willkür, das Plan- Die wassersportliche Tätigkeit wird am besten durch das lose der Anlage, die Mastierung spielerischer Paradore in senten- niprogramm des Vorjahres illustriert. Am 8. Juni: tiösem Ernst, die zerflatternde Schattenhaftigkeit der Gestalten Huldigungsfahrt vor dem Kaiser in Grünau; 15. Juni: und das Unpsychologische des Dialogs sind keine neuen Er Kriegsspiel gegen einen Wehrkraftverein: 21. Juni: Sonnen- Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Mittscheinungen. Nur eine Potenzierung von Mängeln, die sich durch wendfeier mit den Pfadfindern und Wandervögeln; 29. Juni: wochmittag. Kühler und ziemlich trübe, mit öfters wiederholten, fast alle Wedekindschen Dramen ziehen die man aber früher Kriegsspiel, bei dem trot strömenden Regens im Freien ab- im Westen meist geringeren, im Osten etwas stärkeren Regen unter dem starken Eindruck des Absonderlichen und durch Abjonder- gefocht wurde. Es ist dies ein etwas eigenartiges Programm fällen. Dazwischen zeitweise aufklarend. lichkeit Interessierenden nicht störend empfand. Waren die Wesen, die er auf der Bühne agieren ließ, nicht plastisch ausgeprägte, in für einen Wassersportverein. Außerdem wird noch ein Bierihrem inneren Gefüge sich erschließende Individualitäten, jo jah abend und ein Kommers registriert, was für die Jugendman in seiner Art, durch sie hindurch von sich zu sprechen, die erziehung als sehr wichtig angesehen wurde. Dofumentierung einer ganz eigenen Persönlichkeit. Die 3erLissenheit der Form schien wie die Spiegelung der seelischen 3erriffenheit. Aber dieser Reiz mußte abstumpfen. Uns um jo mehr, als Wedekind, nicht zufrieden mit der Rolle des grimmig höhnenden Ironifers, sich auf einen verkappten Moralisten herauszuspielen begann, dem es auf Verkündung der Wahrheit und Besserung des Menschen ankommt, der seine Paradoren selbst ernst nimmt. Er präsentiert uns in Hidalla" seinen Doktor Hetmann, dessen Idee, die Rasse durch einen polygamisch organisierten Schönheitskult zu veredeln, ein so glänzender Stoff der Persiflage wäre, als einen Vorfämpfer und Märtyrer des Fortschritts. In dem Vorwort zu dem Ginafter Zensur" bringt er es sogar fertig, zwischen seinem und Jesu Wirken, der sich ja auch vorwiegend mit den Sündern beschäftigt habe, Vergleiche anzustellen. Der vorstehende Tätigkeitsbericht der typisch ist für die moderne nationale" Jugendpflegezeigt deutlich, auf wie schwachen Füßen der bürgerliche Kampf um die Jugend steht. Früher oder später müssen diese vorgespiegelten Potemfinschen Dörfer durch den wirtschaftlichen Gegenjak zwischen Herrschenden und Beherrschten, in den die Jugend immer mehr hineingezogen wird, doch zusammenbrechen, und die Jugend wird den Weg zu ihren Arbeitsbrüdern zurückfinden. Dann sind wir die Erben! Fußballresultate. Faustball. Teltow 1. gegen Teltow 2. 105: 102; Drewvit 1. gegen Teltot 1. 85: 108; Nowawes, Altersriege gegen Teltow 2. 70: 76. Sportverein der Berliner Fleischergesellen. Unter diesem Namen hat sich dieser Tage aus den Reihen der Berliner Fleischergesellen ein Verein gebildet, der sich als Mitglied dem Arbeiter- Athletenbund angeschlossen hat. Rüftig- Vorwärts, 1. Mannschaft gegen Nowawes, 1. Mannschaft 6: 3; Rüstig- Vorwärts, 2. Mannschaft gegen Nowawes, In dem Mysterium Franziska" humpelt die Moral in Form 2. Mannschaft 6: 2; Drewiß gegen Teltow 2: 3. einer Heirat, zu der die Mutter gewordene und plößlich mütterlich empfindende Franziska sich schließlich versteht, bescheiden hinten nach. Vorher hat diese Huldin, ein wahres Kompendium sinnlicher Perversitäten, eine lange Laufbahn abgeschmackter Liebesaffären zu absolvieren. Als Mephisto, dem sich dieser weibliche, durch keinen Gedankenballast beschierte Faust verschreibt, figuriert ein Aben teurer, der sie in Herrenmaske alle galanten Raffinements aus fosten lassen will, in der Hoffnung, daß er nach Schluß des Kurjus Herr und Besizer seines 3öglings werde. Einzig die kurzen Kabaretszenen atmen einen Hauch des Lebens. Dann gehts sofort ins leer Phantastische. Franziska ist ein halbes Jahr der Gatte einer Dame, die, sonst normal, nicht ahnt, daß ihr Gemahl kein Mann ist. Sie deklamiert im Festspiel eines wunderlichen Fürsten, in dem Wedekind schwerfällig allegorisch seinem Unmut gegen die Zensur Luft macht, und läuft dann mit einem ungewöhnlich fräftigen Mimen ihrem Patron davon. Ein Schicksalsschlag, auf den Der arme Teufel mit einem Selbstmordversuche reagiert. Im nächsten Bild, dem neunten, ist sie nach so gehäuften Erfahrungen reif und würdig, in den Ghestand zu treten. Aus aller Welt. Die Katastrophe auf dem Lorenzstrom. Noch immer nicht steht die Zahl der bei dem Untergang der " Empres of Ireland" ums Leben Gekommenen genau fest. Während am Sonnabend 1032 Todesopfer angegeben wurden, sollen nach den neuesten Zahlen 937 Personen ertrunten sein. An Bord befanden sich danach 1463 Personen, von denen Die versprochene Neubearbeitung, die einen Teil des Proja- 526 gerettet wurden. Die Gerettéten verteilen sich wie folgt: dialogs in Versen übersetzt, läßt in dem verworrenen Bau des Von den Passagieren der 1. Klasse 22 Männer, 11 Frauen, ganzen alles unverändert. Wedekind und seine anmutige Frau 2. Klasse 27 Männer, 15 Frauen, 3. Klasse 150 Männer, 16 Frauen, Tilly hatte man in den beiden Hauptrollen, Veit Kunz und Franzista, bereits im vorigen Herbst gesehen. Unter den Dar- Mannschaft 283. Von Kindern wurden nur zwei der 3. Klasse stellern der Rebenfiguren wären insbesondere die Herren Dum de gerettet. Die Untersuchung über die Schuldfrage nimmt ihren als Fürst, Breiderhoff, der versoffene Literat und Schau- Fortgang, stößt jedoch auf einige Schwierigkeiten, da Kapitän Herm. Menner verschied. am Die tieftrauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet 2. Juni, nachm. 42, von der Balle des Emmausfirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Brunnenstr. 63. Tel. Norden 2394. teppdecken größte Auswahl, billigst; auch Aufarbeiten alter Steppdecken. Bernhard Strohmandel.* Fabrik Berlin, Wallstr. 72. 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