Nr. 34. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerande: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pig frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Bofi- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Preuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boit Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Beriammlungs Anzeigen 20 fg Inserate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ift an Wochen= tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Fernspredjer: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 10. Februar 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Lage der Arbeiter technischen Hilfsmitteln ausgestatteten größeren Dampf- der Mühle, Bestellung des Gartens und Feldes herangezogen. mühle. Außerdem aber werden in Windmühlen aus Etwas summarischer wird dagegen in 193 oder 19 pCt. der in Getreidemühlen. schließlich gelernte Arbeiter beschäftigt durch befragten Mühlen verfahren, die beim Herannahen der schnittlich ein Geselle per Betrieb Die in Wassermühlen windstillen Zeit ihre Gesellen einfach entlassen. Ebenso wie die bekannte Enquete Bebel's über die dagegen bereits 16 pCt. ungelernter Arbeiter im ganzen Gesellen können sich dann eine ausgiebige SommerArbeitszeit in Bäckereien den Anstoß zu der ersten Unter- ca. 2,2 Arbeiter per Betrieb, und in Dampfmühlen frische angedeihen lassen auf der Landstraße suchung der Kommission für Arbeiterstatistik gegeben hatte, bereits 48 pCt. ungelernter Arbeiter im ganzen zirka versteht sich, denn in den meisten Fällen haben die gab die kleine Broschüre des Redakteurs des Fachblattes 7,6 Arbeiter per Betrieb. Die Anzahl der Arbeiter in den Mühlenknappen beim Meister Roft- und Wohnung der Müller und verwandter Berufsgenossen, A. Käppler einzelnen Betrieben läßt einen Rückschlag auf die Aus- über das" Wie" erfahren wir leider nichts aus der amtin Altenburg, über die Arbeitsverhältnisse der nuhung der einzelnen Arbeitskraft zu, während anderer- lichen Enquete, können uns aber eine anschauliche VorMüller Deutschlands" den unmittelbaren Anlaß seits die starke Konkurrenz der ungelernten Arbeiter die stellung machen, wenn wir erfahren, daß der anrechnungseiner amtlichen Enquete über die Arbeitszeit wirthschaftliche Lage der gelernten Müller zur Genüge fähige Lohn nach den Angaben der Unfall- Berufsgenossenim Mühlengewerbe.*) Um die Lage der im Mühlen- charakterisirt. schaft 596 M. einschließlich der Naturalbezüge beträgt. Davon gewerbe beschäftigten Arbeiter genau beurtheilen zu Die gewöhnliche Arbeitszeit in Windmühlen be- tann natürlich kein Müller für die arbeitslose Zeit fönnen, wäre zwar neben der Kenntniß der Arbeitszeit vor trägt nun, wenn nicht Tag und Nacht gemahlen wird, sparen.... und ist auf den Bettel angewiesen, wenn allem auch die Kenntniß der Lohn- und Wohnungsvers in 740 Betrieben( 74,4 pCt.) 12 Stunden und weniger; er entlassen wird. Während der Arbeitsperioden wird er hältnisse nothwendig gewesen, und was Genosse Käppler in 141 Betrieben( 14,2 pCt.) 12-14 Stunden in 71( 7,1 pct.) in einer Weise überanstrengt, daß seine durchschnittliche mit wesentlich bescheidenen Mitteln ermöglicht hatte, hätte 14-16 Stunden und in 21( 2,1 pet.) mehr als 16 Stunden. Lebensdauer nur 33 Jahre dauert. Er ist bei mangelhafter auch für die Kommission für Arbeiterstatistit" nicht außer Aber in 702 oder 70,6 pt. der befragten Windmühlen Ernährung gezwungen, sich während seiner ganzen Arbeitshalb des Bereiches des Möglichen gelegen, stand kommt auch Nachtbetrieb vor. Davon hatten zeit in einer stauberfüllten Atmosphäre aufzuhalten, und dieser doch der ganze Verwaltungsapparat in den 599 Mühlen während 1-60 Tagen Tag und Nacht- schläft des Nachts häufig noch in der Mühle selbst. Dabei durchforschten Bezirken zur Verfügung, während betrieb, 64 Mühlen während 61 bis mehr als besteht seine Arbeit in dem Heranschleppen der Getreide Käppeler nur auf die Arbeiterorganisation der 120 Tagen. Während dieser Zeit forcirter Arbeit säcke zum„ Rumpf", dem Aufschütten der Körner und im Müller allein angewiesen war. Aber der Kommission tommt für die Mehrzahl der Gefellen eine Arbeitszeit von Absacken", natürlich auch im Fortschaffen der vollgefüllten für Arbeiterstatistik sind bekanntlich für jede Initiative die mehr als 16 Stunden heraus. 43 pCt. müssen 16 bis Gäce; also in der denkbar schwersten Arbeit; fortwährend Hände gebunden, indem sie bei ihrer Geburt von Bundes 18 Stunden arbeiten, in diesem Falle wird die Mühle dann hat er zu heben und zu lasten, Treppe auf Treppe ab. rath und Reichstag in edlem Verein zum Rastraten gemacht 6 Stunden angehalten. Der Geselle mahlt in der Regel Nur in den neueren Mühlen geschieht die Beförderung des worden ist, dessen schwächlicher Stimme mau taum bei der bis 12 oder 2 Uhr Nachts und hat dann bis 6 bezw. 8 Uhr Getreides und des Mehls mit Hilfe von Fahrstühlen( in Berathung Beachtung schenkt.- Die vorliegenden ExMorgens eine färgliche Nachtruhe. In 4,6 pt. der Be- 219 der befragten Betriebe oder 22 pet.) In einer nur hebungen aber auch schon mit ihren nachten Daten über die triebe dauert die Arbeitszeit 18-22 Stunden, in 16,4 pCt. ganz verschwindenden Zahl aber ist der Betrieb ein ganz Arbeitszeit liefern Material genug, um sich ein Bild von aber 22-24 Stunden!! Gs sind dies die Mühlen, in denen automatischer. Bei den Bockmühlen muß dazu noch der der überaus traurigen Lage der Mühlenarbeiter machen zu der Geselle bei längere Zeit andauerndem Winde entweder gar Knappe gespannt auf den Wechsel der Richtung und nicht oder nur von der zweiten oder dritten Nacht an ab- der Stärke des Windes achten. Die Mühle geht Die Erhebungen erstrecken sich, soweit korrekt beant gelöst wird. Die Arbeitszeit richtet sich eben nach den nur dann, wenn die Flügel der Richtung des wortete Fragebogen eingegangen waren, auf 3341 Mühlen, Windverhältnissen und dem Umfange der Arbeit. Zu jeder Windes genau entgegenstehen; aber der Wind hält in denen 7635 Arbeiter beschäftigt sind, da diese Mühlen Tag und Nachtzeit muß der Geselle dem Müllermeister gewöhnlich nur kurze Zeit in derselben Richtung an, nach der Durchführung der Erhebungen etwas weniger als zur Verfügung stehen, eine geregelte Arbeitszeit, die Grund- springt er um, oder weicht er nur um wenige Grade aus 10 pCt. aller Wind-, Wasser- und Dampfmühlen ausbedingung für körperliches und geistiges Wohlbefinden, seiner ersten Richtung ab, so muß die Mühle mit dem machen, so kann man die Zahl der deutschen Mühlen- fehlt also ganz und gar. Aber auch die Erholungs- Sterz" nachgedreht werden. Nur bei den Holländermühlen arbeiter auf etwa 93 000 schätzen. Davon sind ca. 15 900 Sonntage fallen dem Müllerknappen nur, wenn zufällig geschieht das Richten mit Hilfe von Stellvorrichtungen oder in Windmühlen, 61 000 in Waffermühlen und 15 700 in am Sonntage der Wind nicht bläst. Nur 21 pet. der mit Hilfe der automatisch wirkenden Windrose. HolländerDampfmühlen beschäftigt. Die Unterscheidung zwischen Mühlen gewähren mehr als 50 Mal im Jahre 24 Stunden mühlen mit Windrose waren aber nur 13 pCt. vorhanden.den verschiedenen Mühlengattungen ist nothwendig ge- Sonntagsruhe. In 275 oder 27 pet. der Windmühlen Weht der Wind stärker, so arbeitet die Mühle natürlich rascher, wesen, da die Art und Schwere der Mühlenarbeit aber haben die Gesellen nicht einmal die Hälfte der Sonn- häufig funktioniren dann sogar zwei Mahlgänge, so daß wesentlich von der technischen Ausbildung des Be- und Festtage Ruhe, und wenn sie einmal frei haben, so das Aufschütten und Absacken in kürzeren Intervallen erfolgen triebes abhängig ist. Zehn Stunden ununterbrochene sind es in einer erklecklichen Zahl von Fällen nur achtzehn muß. Die Arbeitslast vervielfacht sich dann in einem Maße, Arbeit in einer Windmühle stellen ungleich größere An daß eine Person nicht einmal zur Bedienung einer Windforderungen an die physische Kraft und die Aufmerksamkeit mühle ausreicht. Und zu dieser schweren, abspannenden des Arbeiters als 16 Stunden Arbeit in einer mit allen Arbeit, zu diesem ungeregelten Betriebe noch die Segnungen der Landstraße als reguläre Zugabe! tönnen. Erhebungen über die Arbeitszeit im Mühlengewerbe. Veranstaltet im Sommer 1893, Bearbeitet im faiserl. Statistischen Amt. Berlin, Carl Heymann's Verlag 1894. Feuilletonu. Nachdruck verboten.] Helene. ( Alle Rechte vorbehalten Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. II. [ 39 Stunden und noch weniger! Dazu aber muß der Bearbeiter noch die Bemerkung machen, daß die Auskunft der Gesellen nicht ganz so günstig lautete, als die der Gewerbe- Juhaber. Damit aber die Müllergesellen sich zum Ersatz für diese über mäßig anstrengende Arbeit auch erholen können, werden die Gesellen in windstillen Tagen zu Nebenarbeiten: Reparatur Ernst und die Sanftmuth der Schwestern überwand diefen Widerwillen, und Schwäche und Bedürftigkeit machten sie alle zu Kindern. Die rohesten Burschen waren zahm geworden und fromm. Und alle blickten ebenso verwundert als ehrfürchtig nach diesen Frauen, die in ihrer Jugend und Wohlgestalt von Lager zu Lager gingen, einzig mit ihrer Pflege beschäftigt, nur bemüht, ihre Wünsche zu errathen und ihre Leiden. Das konnten gar keine Weiber sein, meinten sie, das waren Heilige, das waren Engel. " mühlen. Bei 1075 oder 50,4 pet. Der befragten 2132 Etwas günstiger liegen die Verhältnisse bei den Wasser= und zu beruhigen. Sie malten sich's aus, wie der Pope den Brief den Weibern vorlesen und diese die Nachrichten im Dorfe herumtragen und sich darüber ausschwägen würden nach Herzenslust. Und sie füßten die Briefe und die Hände des guten Fräuleins, wie sie Tania zum Unterschiede von den übrigen Schwestern nannten. Aber sie war nicht nur gut, auch tapfer war fie. Diese kleine Person schien jeder Anstrengung gewachsen zu sein, und ihre Ruhe und Zuversicht wirkte auf alle ermuthigend und belebend. Mancher Bursche, der sich vor der Amputation fürchtete, wollte nur dann seine Zustimmung geben, wenn das„ gute Fräulein" an seiner Seite blieb. Alle Spitäler in der Nähe des Kriegsschauplages waren bald überfüllt und ihre Evaluation( Leerung) dringend geboten. Aus den Militär- Hospitälern mußten selbst Schwerverwundete weiter bis Frateschti und Jassy Helene galt ihnen als die Schönste und Geheimnißtransportirt werden, da das beständige Buströmen neuer vollste, fie erschien so fremdartig, sogar in ihrer Sprache. Sie sagte immer zu und hielt getreulich aus. Kranker und Verwundeter dazu zwang. Am liebsten aber hatten sie Tania. Die verstand sie Sie konnte Blut sehen; es war oft, als wolle sie sich Das Baracken- Hospital des Nothen Kreuzes in Bulgareni in Allem und konnte so gut und dreift mit ihnen reden und mit den schrecklichsten Dingen vertraut machen, um zu lernen, aber suchte, so weit es anging, seine Verwundeten zu be- scherzen. ihre Kaltblütigkeit zu bewahren und ihre Nerven in Ordnung halten und in Behandlung zu nehmen. Nie machte sie die Augeberin, und all' die Späßchen zu halten. Wir finden sie da verbunden und gut gebettet, mit und Neckereien, mit denen sich die Kranken, sobald sie nur Von sich sprach sie nie. Weder ihre Kranken, noch Speise und Trank versehen. Nach all' den Strapazen und etwas besser waren, zu erlustigen pflegten, übersah sie nach ihre Vorgesetzten hatten eine Ahnung von ihrem inneren dem hundertfältigen Elend, das sie erduldet hatten, war fichtsvoll oder sie lachte niit. Sie erkundigte sich nach Wesen. über diese armen Jungen ein wohliges Gefühl des Ge- ihren Angehörigen, sprach mit ihnen von ihren Müttern Mit ihrem schwächlichen, fast kindlichen Aeußeren, ihrem borgenseins gekommen, das sie selbst ihre Schmerzen geduldig und Schwestern, sogar von ihren Mädchen. Aber für die, filberhellen Lachen erschien sie durchaus harmlos; aber aus ertragen ließ. die Weib und Kinder hatten, die daheim in Sorgen lebten, ihren dunklen Augen sprach oft ein tiefes Weh, und die Ja, es gab viele unter ihnen, die meinten, so gut und that sie das Beste, indem sie sich erbötig zeigte, an sie zu Falte, die sich zwischen den starken Brauen gebildet hatte, behaglich hätten sie's ihr Lebtag nicht gehabt. schreiben. deutete auf barte, noch nicht überwundene Kämpfe. Sie hatten niemals vorher in einem Bette geschlafen, Sie las den Soldaten die Briefe vor, ehe sie sie der Tania Michailowna hatte in Petersburg studirt. Ganz niemals gezuckerten Thee getrunken, und niemals hatte sich Poft übergab, und da stand zu ihrer Verwunderung alles schüchtern hatte sie sich in ihren Professor verliebt, kaum, jemand darum gekümmert, ob ihnen' was weh that. genau darin, wie sie vor Plewna gekämpft und was sie ge- daß sie sich's selbst gestand. Aber bald brach wie ein SonnenUnd nun genossen sie noch nie erlebte Begünstigungen; litten hatten, wo sie jetzt seien, und daß sie Hoffnung hätten, strahl in ihr junges Leben die Gewißheit, daß auch er sie die weißen, weichen Hände der Schwestern waren unab in Kürze aus dem Spital heraus zu kommen. Und weiter lieb hatte. lässig um sie bemüht, und ein Klagelaut, ein Wink ihrer erfuhr man daraus, wie sehnsüchtig sie ihrer Lieben Eugen Wassili Kolomin war jung, wohlgebildet und Augen genügte, um deren Besorgniß wachzurufen und sie daheim gedachten und daß sie sie mit der Seele grüßen, von seltenen Geistesgaben. Voll Feuer den neuen Ideen ihnen dienstbar zu machen. Das war alles so ungewohnt in der Hoffnung, recht bald in aller Leiblichkeit vor ihnen zugethan, hatte er sich der Bewegung angeschlossen, und und so wunderbar. zu stehen. fich zugeschworen, mitzuhelfen, um Volk und Vaterland Manche allerdings wollten sich anfänglich nicht gerne Die Burschen weinten dann vor Freude, weil das alles zu befreien. Seine Absicht, die Geliebte seiner Gedankenden Frauen überlassen, und zeigten sich mürrisch, aber der so gar schen und rührend war, bestimmt, die Ihrigen zu trösten welt und seinen idealen Bestrebungen näher zu bringen, Mühlen reicht Wasserkraft zum continuirlichen Tag- und[ nischen Vervollkommnungen ausgestattet, welche die Mit den Berathungen des Etats wird wird der Nachtbetriebe ans; der Wassermüller hat also nicht noth- Arbeit erleichtern, dafür aber auch die gelernten Müller Reichstag diesmal start ins Gedränge kommen. Der wendig, die Juteufität der Arbeit von dem zufälligen Vor- immer überflüssiger machen. Zwar werden auch hier die Etat muß bekanntlich vor dem 1. April fertig gestellt ſein, badensein der Betriebskraft in solchem Maße abhängig zu Müller als mangelhaftest organisirten Arbeiter mehr aus- da an diesem Tage das neue Etatsjahr beginnt. Nun machen wie der Windmüller, dazu kommt noch, daß die gebeutet als andere Industriearbeiter, die Arbeitszeit be- tönnen der Feiertage wegen die Sigungen vor Ostern nicht durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeiter 2,2 beträgt, trägt in 43,5 pet. bis 12 Stunden, in 31 pбt. 12-14 über den 17. März ausgedehnt werden. Es sind also blos so daß Ablösung leichter als bei den Windmühlen durch- Stunden und übersteigt nur in 10,7 pct. 16 Stunden und fünf Wochen für die Vollendung der zweiten und für die geführt werden kann. Aber in 1094 Wassermühlen ist immerhin auch die Sonntagsruhe ist in den meisten von ihnen sehr dritte Berathung des Etats übrig. Das ginge noch allennur ein einziger Arbeiter vorhanden, und in diesen Betrieben problematischer Natur, aber sie führen den übrigen falls, aber es muß auch der russische Handelsvertrag, dessen sind die Verhältnisse der Arbeiter kein Haar besser als in Wüllern gegenüber doch wenigstens ein annähernd endgiltige Unterzeichnung auf den 20. März festgesetzt ist, den Windmühlen. Die Arbeitszeit betrug zu Zeiten ge- menschenwürdiges Dasein, so weit man von einem solchen bis dahin in allen drei Lesungen erledigt sein. Und das ist wöhnlichen Betriebes in 43 pet. der Mühlen 12 oder we- überhaupt bei unserem Industrieproletariat reden fann. faum möglich, wenn die Junker nicht auf jede Opposition niger Stunden in 15,6 pCt. 12-14, in 18 pCt. 14 bis Der einzige Lichtpunkt in dem trostlosen, einförmigen Grau verzichten, was wohl nicht zu erwarten. 16 Stunden. Jn 22 pCt. der Mühlen wird eine Arbeits- der, Erhebungen" ist nur die mehrfach konstatirte Thatsache, daß Unter solchen Verhältnissen ist es nicht unmöglich, daß, dauer von 16 Stunden überschritten und zwar sind dar- die Wind- und Waffermühlen, besonders die kleineren, die da der Handelsvertrag vorgehen muß, ein Noth. Etat unter die Mühlen mit 18-24ftündiger Schicht die häu- reine Knochenmühlen für die Arbeiter sind, rasch der Kon- für 1 oder 2 Monate gemacht, und der Schluß der ordfigsten. Bei zwei Arbeitskräften tritt Ablösung meist nach kurrenz mit den Dampfmühlen unterliegen und damit auch nungsmäßigen Etatsberathung erst nach den Osterferien statt18 Stunden ein, bei 5,2 pCt. Mühlen aber ist 24stündige die skandalösen Zustände in den kleineren Mühlen, wie sie findet. Arbeitszeit die Regel. Wenn das natürlich auch durch die Erhebungen" enthüllt werden, beseitigen werden nicht bedeutet, daß die Gesellen in diesen Wassermühlen- auf ein Eingreisen des Bundesrathes ist ja doch wohl fitz des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, StaatsBundesrath. In der am 8. d. M. unter dem VorTag für Tag 24 Stunden zu arbeiten haben, so deutet kaum zu rechnen. sekretärs des Innern Dr. v. Bötticher abgehaltenen Plenardiese Zahl doch darauf hin, daß eine große Zahl von fizung des Bundesraths wurden die Vorlage betreffend den Müllergesellen jederzeit dem Meister zur Verfügung stehen Handelsvertrag zwischen dem Reich und Rußland, sowie müssen und ihre Schlafenszeit in Intervallen einnehmen Ser Entwurf eines Gesezes, betreffend die Aufhebung des Identitätsnachweises, den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Einem Ausschußantrage, betreffend die Abänderung der Ausführungsbestimmungen zum Zuckersteuer- Gesez, sowie dem Handels- und Schifffahrtsvertrage zwischen dem Reich und Uruguay wurde die Zustimmung ertheilt. Von der Uebersicht der Geschäfte des Reichsgerichts für 1893 wurde Kenntniß genommen. Endlich wurde über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. müssen, je nachdem es der Betrieb gerade geftattet. Für litila) Berlin, den 9. Februar. Politische Uebersicht. die Zeiten besonders lebhaften Betriebes sind die sehr auss gedehnten Arbeitszeiten noch häufiger konstatirt. Von den 1139 Mühlen, in denen besonders lebhafter Betrieb vorkommt, " Aus dem Reichstage. Die Zeiten, wo der Reichs haben während desselben 45,4 pct. tägliche Arbeitszeiten von post- Gewaltige, Dr. v. Stephan, der Liebling der Majoritätsmehr als 16 Stunden, darunter 27,5 pet. von 16-18 Stunden, parteien des Reichstages war und seine ſtatiſtiſchen Dar aber überwiegend 18 Stunden, und 11 pct. von 24 Stunden. legungen über die Entwickelung des Poſt- und VerkehrsNur bei 28,7 pct. dieser Mühlen beläuft sich die Arbeitswesens als Offenbarungen höherer Art" entgegengenommen zeit auch bei lebhaftem Betriebe auf höchstens 12 Stunden. wurden, find längst vorüber. Der General- Postmeister und Länger als 24 Stunden dauernde Schichten die ihm zunächst sichenden Beamten im Reichs- Postamt Charakterlosigkeit? In einem Nachtischgespräch bei fommen in 92 Mühlen( d. h. da nur ca. 10 pet. be- find alt geworden und die Lust und Neigung zu der letzten Soirée des Reichskanzlers soll der Präsident des fragt wurden in Wahrheit in mehr als 900 Mühlen) durchgreifenden Reformen ist mit den zunehmenden Deutschen Reichstages, Herr v. Levehow, dem Kaiser oor und zwar in fast allen mehr als Jahren geschwunden. Es ist ein offenes Geheimniß, gegenüber sehr eifrig den Standpunkt der Agrarier in einmal wöchentlich. Das ist eine geradezu daß der Meichstag feine Partei zählt, welche einen Sachen des russischen Handelsvertrages vertreten haben. viehische Ausbeutung der Mühlenarbeiter, der gegen Wechsel in der Leitung des Reichs- Postamts als ein Unglück Die Sache an sich ist so unwichtig, daß wir ihrer garnicht über die Ausbeutung in den alten westindischen betrachtete. Nun Dr. v. Stephan selbst scheint sich für un- erwähnt hätten, hätten nicht verschiedene Zeitungen diefes Zuckerquetschen, in der Sklaven(!) beschäftigt wurden, ein abkömmlich zu betrachten. Vorgehen des Herrn v. Levezzow als für den Präsident des Kinderspiel genannt werden muß. Dazu kommt noch das Die heutige Debatte über das Gehalt des General- Reichstages nicht ganz passend bezeichnet. Warum nicht außerordentlich liebenswürdige Entgegenkommen der Mühlen- Postmeisters brachte zunächst eine größere Rede unseres ganz passend? Im Neichstage als Präsident hat Herr befizer bezüglich der Sonntagsruhe. Bei 11,2 pCt. der Parteigenossen Schoenlant, in der derselbe die schon so oft v. Levezom unparteiisch zu sein; außerhalb des Reichstages, Wassermühlen ist den Gesellen außer an den hohen Fest- gerügte Knauferei gegenüber den unteren Beamten, die wenn nicht offiziell als Vertreter des Reichstages, hat er tagen an feinem Sonntage eine mindestens zwölfftündige wunderbaren Blüthen der im Postdepartement geübten das Recht, seine Meinung zur Geltung zu bringen, ebenso Ruhe gegönnt worden. In 67,5 pet. der befragten Sozialpolitik, die nachgerade kulturschädigende Saum- wie jeder Andere. Und daß er auch gegen den Kaiser seine Mühlen kommt eine mindestens 24 stündige Sonntagsruhe feligkeit gegenüber absolut nothwendigen Reformen Meinung vertritt, zeugt jedenfalls von mehr Mannhaftigvor, und zwar in mehr als der Hälfte( 36,5 pCt. der Be- und die berüchtigten Trinkgelder Erlasse geißelte. teit, als mancher seiner Kabler bisher bewiesen hat. fragten) derselben an allen Sonntagen, in 12,5 pCt. zwar Der Redner war mit einem reichen Material aus: nicht an allen, aber an mehr als 30 Sonntagen, und in gerüstet, dessen Richtigkeit der Direktor des Reichs- Poftamtes In sehr gedrückter Stimmung ist die Kreuz15,4 pct. der Mühlen etwa an der Hälfte der Sonntage. Fischer nach keiner Richtung anfechten konnte. Beitung". Wo sind die Tage des himmelstürmenden In 7 pCt. haben die Gesellen jeden Sonntag eine 18- bis Der Herr Direktor versuchte sich damit aus der unan- Junkertrozes, der dem angeblich als Gottesgnadenkönig so 23stündige Ruhezeit. genehmen Situation, in der die Reichs- Postverwaltung durch bedingungslos verehrten Monarchen mit Revolution Die Arbeitszeit der Lehrlinge unter die Rede unseres Genossen gebracht war, zu ziehen, daß er drohte? Es ist zwar noch nicht lange her, erst wenige Wochen, aber welche quae mutatio rerum fcheidet sich in der Mehrzahl der befragten Schoenlank vorwarf, seine Rede nur zu agitatorischen Veränderung der Dinge! Der Wind hat sich nicht gein Windmühlen sowohl als in Wasser- Zwecken gehalten zu haben. Dieses parlamentarischen mühlen nicht von derjenigen der Gesellen. Fechterkniffes bediente sich nachher auch der nationalliberale dreht, und da heißt es biegen oder brechen. Und beides ist " Das Wandern ist des Müllers Lust" fingen übrigens Professor Encccerus, der für die Poftverwaltung ebenfalls auch die Wassermühlen- Gesellen ganz ebenso gut wie die eine Lanze brach. Windmüller, in 18 pCt. der Mühlen traten bei zeitweiligem schwachen Betriebe regelmäßig Verminderungen des Hilfs. personals ein. Mühlen Ganz richtig erwiderte Schoenlank darauf, daß die Neden aller unserer Abgeordneten agitatorisch wirkten, das komme aber daher, daß die Sozialdemokraten die Dinge so nennen, wie sie heißen, und aussprechen, was i st. Welche Unfumme von Arbeiterelend verbirgt sich hinter diesen nüchternen Zahlen! Und doch wird trotz dieser amtlichen Das Verlangen des Abgeordneten Schmidt( Elberfeld) Publikationen die ganze bürgerliche Preßmente nicht auftehen, das Maximalgewicht für den einfachen Brief von 15 auf selbst auf diejenigen Arbeiter, welche jährlich regelmäßig 20 Gramm zu erhöhen, wurde von Stephan und dem infolge des eigenthümlichen Arbeitsprozesses arbeitslos Direktor Eachse mit dem Einwand bekämpft, daß dies eine werden, das Brandmal des Vagabundenthums zu drücken. Einbuße von über 5 Millionen im Gefolge hätte. - welche nicht angenehm. Das Erstere aber gesunder, wenn auch höchst unritterlich. Doch Ritterlichkeit hin, Nitterlichkeit her! Nur retten, was zu retten ist! In solchen Lagen pflegt der Mensch sei er auch„ Edelfter"-melancholische Gedanken zu haben, und gestern waren die Lebensgeister der Kreuz- Zeitung" so tief gesunken, daß sie sich in Leitartikels mit dem Bitat eines Gestalt eines obes tröstete, daß der alte Halle'sche Leo vor 40- vierzig! Jahren der Kreuz- Zeitung" gespendet. Man muß sehr trostbedürftig sein, wenn man zu so altem Trost seine Zuflucht nimmt. Freilich über den Stock Die angeführten Daten genügen vollauf, um die Worte Die Herren mußten sich aber von Schmidt auf der springen, wie ein gemeiner Pudel oder Nationalliberaler Mary' zu rechtfertigen, daß die soziale Statistik Deutsch- Stelle nachweisen lassen, daß sie sich für ihre Angaben auf das ist keine Kleinigkeit für die Nachkommen der alten lands den Schleier gerade genug lüftet, um hinter ganz falsche Zahlen stüßten und daß in Wirklichkeit von märkischen Naubritter, die sich mehr dünften als die„ eindemselben ein Medufenhaupt ahnen zu lassen". Hier einem Ausfalle in der angegebenen Höhe gar keine Rede gewanderten" Hohenzollern. Indeß- Noth kennt kein ahnt man es aber nicht blos, hier sieht man es fein tönne. Die Herren vom Reichs- Postamt steckten die Gebot und warum sollte das Junkerthum als Ganzes nicht in greifbarer Deutlichkeit vor sich. Für die Müller Köpfe zusammen und rechneten und rechneten, aber die Ant- einmal politisch den August" spielen, den so viele der Deutschlands giebt's nur eine einzige, eintönige Ab- wort blieben sie schuldig. Es scheint also festzustehen, daß Edelſten" schon privatim in der feinen Gesellschaft mit wechselung:" Arbeiten bis zur völligen Erschlaffung ohne eine vom Generalpoftmeister selbst als wünschenswerth zu solcher Grazie gespielt haben? Und der August" ist ein Abwechselung, ohne Erholung und... Landstreichen." gegebene Reform, voriges Jahr und heuer, gestützt auf vortrefflicher Stockspringer. Sein Geist komme über die Von den Dampfmühlen reden wir hier nicht. Sie find falsche Bahlen, als 3. 8. undurchführbar zurückgewiesen Kreuz- Beitung" und ihre Mannen! moderne Fabriken, die größten von ihnen mit allen tech- wurde. Ein solcher Vorgang läßt doch sehr tief blicken. verlieh ihren Busammenkünften etwas Poetisches und Bartes das sie Beide erhob. Es war eine schöne, glückliche Beit gewesen, wo sie zu sammen saßen, Schulter an Schulter geschmiegt, miteinander den Noman Tschernischewsky's lesend! Dieser war das Evangelium der gesammten russischen Jugend geworden, er hatte auch sie begeistert und ihnen eine neue Welt enthüllt, mit neuen Wahrheiten und neuen Menschen. Sie selbst zählten zu diesen. Auch sie hatten sich in freier Neigung verbunden, im Gefühl ihrer innerlichen Zusammengehörigkeit, ohne nach etwas Anderem zu fragen. Sie waren zusammengezogen und lebten in ehelicher Gemeinschaft. In ihren Herzen entfaltete sich Blüthe und Duft der ersten Liebe- um sie herum wüthete immer erbarinungsloser der weiße Schrecken. lands, blieben sie von der Außenwelt vollständig abgesperrt. Keine Kunde drang aus diesen gewaltigen Mauern heraus, fein Schrei der Verzweiflung. Sie durften Niemanden sehen, und Briefe gelangten nur selten zu ihnen, da man chiffrirte Mittheilungen fürchtete. Sie selbst bekamen weder Bücher noch Schreibmaterial, aber sie hätten auch gar nicht versucht, an ihre Freunde zu schreiben; genügte es doch, mit ihnen in Verbindung zu stehen, um verdächtigt und ohne Anklage, ohne Gerichtshof und Urtheil auf administrativem Wege nach Sibirien ver bannt zu werden. Tania vermochte das Gräßliche nicht zu fassen. Sie war halb wahnsinnig, und ihre Freunde fürchteten mit Recht, daß sie in der Exaltation des Schmerzes und im Gefühl ihrer gänzlichen Ohnmacht ihrem Leben ein Ende machen würde. Sie suchten fie daher nach Möglichkeit zu beruhigen und Hoffnungen in ihr zu erwecken, die sie selbst keines wegs theilten. Er zwang den Enthusiasten, die für die politische Freiheit kämpften, die gleiche Kampfesweise auf. Bei Michael Karzow, Natalieus Vater, pflegten die Propagandisten heimlich zusammen zu kommen. Karzow war ein Mann von Ansehen, in hoher Sie wußten nur zu gut, daß jeder Gebildete, der in gesellschaftlicher Stellung, und obgleich er seit Jahren in Rußland der Polizei in die Hände fiel, ob unschuldig oder der Bewegung stand, war dies doch nicht offenkundig nicht, so gut wie verloren war, ihr aber suchten sie ein geworden, und man mochte sich in seinem Hause immer zureden, daß die Untersuchung taum ein belastendes Material hin sicher fühlen. Es war an einem Sommerabend für Eugen ergeben werde, und die Gerichte ihn daher freials Eugen seinen Hut nahm, um sich dahin zu begeben sprechen würden. Aber sie müsse sich ruhig verhalten, sonst Lachend küßte er seine Frau wiederholt zum Abschied, würde sie alles verderben. und sie schlang ihre Arme um seinen Hals und sah ihm Und das arme Weib suchte seinen Schmerz zu bevoll übermüthigen Glückes in die Augen. zwingen und im Hinblick auf Natalien's Muth den ihrigen -S Er ging... noch vom Fenster aus winkte sie ihm zu aufzurichten. Natalie saß in dem Untersuchungsgefängnisse, der fie sollte ihn nicht mehr wiedersehen. Die Polizei war nächtlicherweile bei Karzom ein sogenannten Lithauerfeste. Ihr war es gelungen, einige gedrungen und hatte sämmtliche Anwesende verhaftet. Beilen verstohlenerweise an Tania gelangen zu lassen. Dodukoff's Geliebte, die jugendliche Natalie Michailowna, Man erfuhr daraus, daß sie fast immer in Einzelhaft getheilte, als der Mitschuld verdächtig, das Schicksal der anhalten und strengen und erschöpfenden Verhören unterzogen wurde. deren. Tania erfuhr es am nächsten Morgen. Michael Karzow und seine Genossen waren in die Man hoffte von ihr die Beweise der Schuld gegen die Peter Pauls- Festung gebracht worden, wo sie für die Zeit Angeklagten zu erhalten und versuchte ihr darauf bezüg ihrer Untersuchung eingeschlossen blieben noch nicht liche Mittheilungen zu erpreffen; ja, man versprach ihr die verurtheilt und doch schon als die schlimmsten Verbrecher Freiheit, um den Preis des Verrathes. Tania wußte, behandelt. Natalie würde schweigen. ( Fortsetzung folgt.) In diesem fürchterlichen Gefängniß, der Bastille NußEin neues Monopol will sich die preußische Regierung verschaffen, indem sie das Recht der Schürfung von Ralis und Magnesium- Salzen dem Staate allein vorbehalten will. Mit dem Gefiude- Maklerwesen wird sich der deutsche Landwirthschaftsrath am 5. März beschäftigen. Der preußische Handelsminister hat aus Anlaß der Verhandlungen in der vorjährigen Versammlung des Landwirthschaftsraths Ermittelungen über angebliche Mißstände im Gesinde- Maklerwesen anstellen lassen, um der Frage näher zu treten, ob sich eine Aenderung oder Ergänzung der in der Gewerbe- Ordnung hinsichtlich des Konzessionswesens enthaltenen Bestimmungen über die Gesinde- Makler und Stellenvermittler empfehlen würde. Es handelt sich hierbei natürlich nicht um die Wahrung der Interessen der sich vermiethenden Arbeiter, Arbeiterinnen und Dienstboten, sondern lediglich um eine Erschwerung des Abzugs vom Lande im Interesse der großen oftelbischen Ausbeuter. Der nächste internationale Bergarbeiterkongres macht den Breßtojaten des Kapitalismus schon jetzt Kopfschmerzen. Man lese nur nachstehenden Waschzettel, der den Stempel des bekannten Böttcher- Geschäfts an der Stirn trägt: Berlin, 8. Februar. Der nächste internationale Bergarbeiter Rongreß soll in Berlin tagen. Es dürfte der erste internationale Arbeiterkongreß sein, den die Reichshauptstadt sehen wird. In gewissen sozialdemokra tischen Kreisen denkt man daran, die Stadt Berlin um eine Beihilfe für diesen Kongreß anzugehen, aber die Herren Sozialdemokraten im" Rothen Hause" glauben gewiß nicht, daß sich außer ihnen ein Stadtverordneter finden werde, der den Stadtfäckel auch nur um die geringste Summe erleichtern will, damit die Rothen" sich in Berlin besser amüfiren tönnen. Mit großen Hoffnungen sehen die Herren Schröder und Genossen dem Kongreß nicht entgegen; ganz schwach dürfen sie in Berlin nicht erscheinen, aber bei der Ebbe in allen Kassen und beim Rückgang des Verbandes, der auch dadurch nicht aufgehalten wurde, daß den Hüttenarbeitern der Beitritt freigestellt wurde, wird es schwer halten, für 20 Mann die Unterhaltungskosten aufzubringen. Schlesien, Provinz und Königreich Sachsen werden wohl höchstens durch je 1 Delegirten vertreten sein; England dürfte ein Dußend seiner Bergarbeiterführer entfenden, aber in Belgien ist für die Beschickung des Rongresses wenig Neigung vorhanden. Die Arbeiter in den Rohlengruben um Lüttich und Charleroi herum sind ganz in das anarchistische Lager abgeschwenkt und halten bas Parla menteln" für überflüssig. Auch auf die Franzosen ist nicht recht zu zählen, da sie ungern nach Berlin geben; die Desterreicher sprechen wenig mit, die spärlichen Vertreter, die von jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle kommen, haben auch nur einige Hundert organisirte Bergleute hinter sich. Die Engländer werden also vollständig den Kongreß beherrschen, und ihre kontinentalen " Genossen" werden wenig mehr zu thun haben, als" Ja" zu allen Vorschlägen zu sagen. Daß eine Resolution für den Achtstundentag( einschließlich Ein- und Ausfahrt) angenommen werden wird, ist zweifellos; eine solche Resolution hat aber nicht das Geringfte zu bedeuten, da in Deutschland jeder Zechenbefizer weiß, daß nur die Hand voll Schreier, die meistentheils abgelegt find, diese für Deutschland ganz undurchführbare Forderung erhebt. Parteinachrichten. einem des Wahlreglements widersprechende Maßnahme, die Majorität| mit energischen Salt antworten. Besonders den Robrecht, stellte sich indeß auf den entgegengesetzten Standpunkt. Die Frage Kollegen des Deutschen Offizierverein, Firma Sachs, Neumann, wird wahrscheinlich auch das Plenum noch beschäftigen. Sollte Noe u. Schulze, Berger u. Collani, dasselbe auch der Ansicht der Kommissionsmehrheit beitreten, so Gebr. Dahms u. f. w. wird es an das Herz gelegt, geschlossen haben die im Besitz der Wahllisten befindlichen Behörden während mit uns dafür einzutreten, daß ihre Lohnabzüge wieder rückvoller 14 Tage nach Auslegung der Wahllisten das Recht, nach gängig gemacht werden. Auch dieser sehr wunde Punkt: Die Belieben Namen nachzutragen, ohne daß diese Nachtragungen freiwillige Nachtarbeit ohne tarifmäßig bezahlt zu erdurch das Mittel der Einsichtnahme geprüft werden können. halten, wird noch von vielen Kollegen besonders im Deutschen Offizierverein betrieben. Würden sie sich die Nachtarbeit laut Tarif bezahlen lassen, so würde sie schon von selbst wegfallen. Weiter scheuen sich diese Kollegen nicht, die Maskenbälle, welche vom Personal des Deutschen Offiziervereins bei Kroll im ThierFür die zahlenrechte Wahlverfahren zeigen die Partei- garten abhalten werden, zu besuchen, um Gelegenheit zu finden, genossen eine wachsende Antheilnahme. So sprach Genosse Emil um die Herren Zuschneider und sonstige Angestellte Der Merger des Schreibers äußert sich so naiv und so Eichhorn aus Dresden am Sonnabend auf der Muldenterrasse" herumzuschweifwedeln und so weiter, wodurch sie vielleicht Kroll's Lokal ist für grotest, daß die Bosheit nur lächerlich wirkt und die zu Döbeln über die Thätigkeit der Parlamente" und nebenbei ein Stück Arbeit mehr erhalten. Kassandra- Prophezeiungen nur den Eindruck von Klown- über die Mangelhaftigkeit unseres Wahlrechts. Durch starken uns Arbeiter stets gesperrt und ist nicht zu besuchen, besonders Bufammenschluß und fräftige politische Arbeit müsse bewirkt wo die Lokalfrage jest wieder so in den Vordergrund tritt. Nun späßen hervorbringen. Natürlich ist Alles erlogen, was werden, unsere Vertreter in den Barlamenten an Bahl weit zu Kollegen denkt alle an das Jahr 1890, wo die ganze Ardas nationalliberale Reptil pon gewissen sozialdemokra- vermehren, damit unser heutiges System dem von uns verlangten beiterschaft des In- und Auslandes uns in unserem 6 wöchent tischen Kreisen" spricht, die der Berliner Stadtverwaltung proportionalen Wahlrecht Play mache. lichen Rampfe unterstüßte. Haben wir nicht auch da unsere Geld für den Kongreß abfordern wollen und was von Schuldigkeit zu thun, und sie in einem Ausstande zu unterstützen? den schlechten Aussichten des Kongresses erzählt wird. Nachspiel zur letzten Reichstagswahl. In Sollfeldt Ist dies aber möglich bei dem jezigen Besuch unserer Versamm „ Schröder und Genossen", weit entfernt," die Abhaltung des( Reichstags- Wahlkreis Nordhausen) fand am 30. Mai vor. s. lungen, welche wir zeitweise nicht einmal tagen lassen konnten? Kongresses in Berlin nicht gern zu sehen, haben dieselbe eine antisemitische Wählerversammlung statt, zu der auch eine Also, Kollegen, deshalb ergeht an Euch der Ruf, wacht auf aufs eifrigste erstrebt; die belgischen Bergarbeiter sind größere Anzahl Sozialdemokraten, unter welchen auch der Kan- aus dem Schlaf, und erscheint Mann für Mann wieder in der didat des Kreises Th. Glocke Berlin fich befand, erschienen Versammlung, welche Montag, den 12. Februar, Abends 8 1/2 nicht anarchistisch"; die Engländer denken nicht daran, waren. Nach dem Vortrag des antisemitischen Kandidaten, Uhr, Alte Jakobstraße 48 bei Deigmüller, stattfindet und den Kongreß terrorisiren zu wollen, und die Handvoll Rittmeister a. D. Kruse, erhielt Genosse Glocke das Wort auf schließt Euch an an die" Freie Vereinigung der Uniform und Schreier" in Deutschland sehen dem Kongreß voll freudiger 7 Minuten. Nach Ablauf derselben verlangten die anwesenden Zivilschneider Berlins." Wählt Euch einen neuen Vorstand und Erwartung entgegen und werden den Brotherren des Ver- Sozialdemokraten stürmisch die Verlängerung der Redezeit, helft mit, die Aufgaben, welche eine Arbeiterorganisation zu erfaffers obiger Notiz mit der Zeit den praktischen Beweis welchem Wunsche der Vorsitzende Dr. Räuber jedoch nicht nach füllen hat, fräftig zu erstreben, denn nicht der Vorstand ist der liefern, daß sie trotz der nichtswürdigen Maßregelungen, fam, er entzog vielmehr dem Genossen Glocke das Wort und Verein, sondern die Mitglieder. Das Beitrittsgeld beträgt 50 Pf., deren Opfer sie sind und die dem Schreiber des Wasch- rief, indem er mit der Hand nach der Versammlung zeigte: Ich monatlicher Beitrag 25 Pf. zettels so viel Vergnügen bereiten, sich die ihnen gebührende fordere Sie auf, den Saal zu verlassen. Von Seiten des Genossen Glocke wurde hierauf die Frage an den Vorsitzenden gerichtet, Iode Machtstellung erkämpfen werden. ob er damit auch gemeint sei, was der Vorsitzende bejahte. Bemerkt sei hier, daß die Vorbereitungen für den Glocke wandte sich dann auch der Thür zu und forderte die Kongreß schon im Gange sind. Die Berliner Arbeiter sind umstehenden auf mitzugehen. Trotzdem hatte der Vorsitzende sich ihrer Pflichten gegenüber dem ersten internationalen Dr. Räuber Strafantrag auf Hausfriedensbruch ge Arbeiterkongreß, der auf deutschem Boden tagt, wohl stellt. tritt, wird unberücksichtigt bleiben. " U * Mit follegialischem Gruß Der Vorstand J. Auftr.: H. Roloff, Mittenwalderstr. 56, An sämmtliche Feilen- und Metallarbeiter des In- und Auslandes! Wegen Versuchens, die Löhne zu drücken, weiter wegen will. fürlicher Entlassungen von Feilenhauern in Hainfeld, wird über Kapfenberg und Pruckbach bei Waidhofen a. d. Ybbs die Sperre verhängt und ist Zuzug von Arbeitern der MetallIndustrie, insbesondere Feilenarbeitern, strengstens abzuhalten. wölf Feilenhauer und ein Schmied erhielten am 29. Jan. d. J. die Kündigung. Für die Feilenarbeiter Desterreichs: Das Exekutiv- Romitee. eingedenk, und kein berechtigter Wunsch, der an sie heraus Genosse Lucius aus Nordhausen wegen Widerstand gegen einen die Betriebswerke der Firma Böhler u. Komp. in Hainfeld, Ferner war der ebenfalls in dieser Versammlung anwesende Beamten unter Anklage gestellt. Er sollte am Ausgang des Die Bibel in sozialdemokratischer Beleuchtung, Saales nach Aussage des Gendarm nicht schnell genug die Treppe betitelt sich ein Artikel des Bossener Stadt- und Land- hinabgegangen sein, er habe ihn deshalb nach vorwärts geschoben, boten", in dem bewiesen werden soll, daß wir den Programmsatz worauf Lucius ihn( den Gendarm) vor die Brust gestoßen habe. Religion ist Privatsache" nicht achten. Die Ausführungen Lucius bestreitet dies, er sei durch den Stoß des Gendarmen ftüßen sich auf ein Schriftchen: Die Bibel in der Westen auf die Paffanten der dicht gefüllten Treppe gefallen und habe fich nach hinten zurückgeworfen, bei welcher Gelegenheit er den tasche, das im Verlage eines Mannes herausgegeben ist, der als Gendarm wohl berührt haben könnte. Der Staatsanwalt bean- Der Streit der Tischler und Vergolder in Wien, das Schriftchen erschien, Anarchist und zur Zeit der letzten tragte für Glocke 100 m. Geldstrafe und für Lucius fechs der bei der Firma Kleiber ausgebrochen war, ift beendet, Reichstagswahlen Bodenreformer war. Welche politische Wochen Gefängniß. Der Rechtsanwalt Freudenthal- Berlin nachdem die Maßregelung verschiedener Arbeiter zurückgenommen Gesinnung" er jetzt hat, wissen wir nicht, da wir seine bestritt dem Dr. Räuber die Berechtigung der Ausübung des Haus- worden war. Es fand sich kein Streitbrecher, daher der rasche Geschäftsverbindungen nicht kontrolliren. Jedenfalls hat rechts in dem, Lokal, da das Lotal von dem Ausschuß der Erfolg. seine Bibel in der Westentasche mit der Sozialdemokratie pntisemitischen Partei gemiethet und er nur Leiter der Versammlung gewesen sei; aber selbst wenn er berechtigt gewesen, 7. Februar hätte Herr von Bötticher erfahren können, In einer Hamburger Arbeitslosen Versammlung vom nicht das mindeste zu schaffen. das Hausrecht auszuüben, liege hier kein Hausfriedensbruch vor, da Glocke, nachdem er bestimmt gewußt, daß er damit gemeint warum für die Baggerei Arbeiten fich keine Arbeiter finden fei, das Lokal zu verlassen, dasselbe auch verlassen habe. Er be- fonnten. Und warum? Weil für die Hungerlöhne, die dort antragte desbalb Freisprechung. Auch für Lucius beantrage er gezahlt werden, niemand arbeiten kann. liege, selbst wenn sich die Sache so verhielt, wie der Gendarm Bergarbeiter- Ausstand ausgebrochen, tam es gestern zu einem Freisprechung, da Widerstand gegen den Beamten nicht vor- In Mährich- Oftrau, wo, wie wir bereits mittheilten, ein ausgesagt, taß die Treppe leer gewesen und Lucius mit dem Busammenstoß mit der Polizei, welche einen Bug von 150 ArGeficht ihm gegenübergestanden, so habe Lucius, nachdem ihm der beitern, der sich gegen den Wilhelmschacht zu bewegte, au ser Gendarm einen Stoß gegegeben, nur in berechtigter Nothwehrstreuen suchte. gehandelt und den Gendarm, um nicht hinterrücks die Treppe hinabzufallen, von sich abgehalten. Weber Agrarfrage und Arbeitervereinswesen liest Professor Hige im nächsten Semester an der theologischen Fakultät der Akademie zu Münster. Die Vorlesungen werden wohl mehr theologisch als ökonomisch sein.Das deutsche Kapital traut dem inneren Frieden in Italien nicht, es will die Versprechungen eines Crispi nicht für baare Münze nehmen, deshalb haben sich die Verhandlungen mit den deutschen Bankiers wegen Rekonstruktion des Credito Mobiliare, einem der größten Bankinstitute Italiens, zerschlagen. Die Revision der Verfassung wird am 14. Februar der zum Sozialismus hinneigende radikale Abgeordnete und frühere Ministerpräsident Goblet in der französischen Kammer beantragen. Erhöhung der Getränkesteuern in Norwegen. Ein Telegramm aus Christiania meldet: Das Urtheil lautete gegen Glocke auf 50 M. Geldstrafe, weil, wie das Erkenntniß annahm, Glocke hätte wissen müssen nach der Handbewegung des Vorsitzenden der Versammlung, daß er mit der Aufforderung, den Saal zu verlaffen, gemeint fei(!) Gegen Lucius 1 Monat Gefängniß, da Widerstand gegen den Beamten vorläge. = Die Prügelstrafe ist in unsern Schulen leider noch eine ftehende Einrichtung". Im Kulturstaat" Sachsen wurde erst kürzlich die Petition eines Arztes, welche die Abschaffung der Prügelei in der Volksschule verlangte, abgelehnt. Die Herren Lehrer beschränken sich aber durchaus nicht immer auf eine leichte Büchtigung, sondern machen sich nicht selten der gröbsten Mißhandlungen ihrer Pflegebefohlenen schuldig. So hatte sich dieser Tage der 37 jährige Hauptlehrer Kühner vor Polizeiliches, Gerichtliches 2c. der Straffammer zu Karlsruhe wegen Körperverlegung zu Während des Unterrichts am 14. August hatte Wegen Beleidigung und Werrufserklärung verantworten. Der Antiparlamentarismus hat vor der Hand in Holland gefiegt. Im Referendum wurden alle Be- wurde der Steindrucker D. Sillier von dem Schöffengericht der Lehrer eine Schülerin am Halse gepackt, ihr den Kopf rückHolland gefiegt. Im Referendum wurden alle Bein Sch feudik( Sitz des Fachorgans der Lithographen, Stein- wärts auf die kante der Schulbank geduckt, sodann ihr zweimal schlüsse des Groninger Kongresses bestätigt. drucker und Berufsgenossen) zu zwei Monaten Gefängniß ver- mit der Hand gegen die Stirn gestoßen, ihr den Kopf seitwärts urtheilt. Die Beleidigung und Verrufserklärung wurden darin gedrückt, so daß sie den letzteren leicht auf dem Sigbrett aufgefunden, daß es in einem Artikel der„ Graph. Presse" heißt: schlug. Die Folge dieser Mißhandlung war, daß das Kind In " Es fann sich fein ehrlicher Arbeiter finden, welcher Kaufmann'sche epileptische Krämpfe bekam und 4 Monate frant war. Das Storthing( der dem preußischen Landtage entspricht) arbeiten anfertigt." Hierauf folgen Namen sog. Streitbrecher. Der Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß das Kind schwach nahm in geheimer Sigung die Vorlage der Regierung an, Berufung ist eingelegt. begabt und nervös veranlagt ist, dem Angeklagten kommen noch nach welcher die Branntweinsteuer von 160 auf 190 Dere per -Bum Rapitel der Behandlung politischer die besten Zeugnisse des Orts- und Kreisschulraths zu gut. Der Liter reinen Spiritus und die Malzsteuer von 17,1 auf Verbrecher im Kulturstaat Deutschland. Unser selbe erhielt eine Geldstrafe von 80 M. zudiktirt. Als ftraf21,1 Dere per Kilogramm erhöht wird, ebenso werden die Parteigenosse Ludwig Schröder wurde aus dem Amtsgerichts- mildernd für diesen rohen Strafakt tam also in be Bölle entsprechend erhöht. Die Erhöhungen treten sofort in Gefängniß zu Dortmund nach der Strafanstalt zu Lüdinghausen tracht, daß sein Opfer ein schwach begabtes und nervös verKraft und dauern bis zum 30. Juni. überführt. Auf dem Transport wurde der Genosse mit einem anlagtes Kind ist. König Milan's Geldkalamitäten werden jetzt wieder wegen Unterschlagung Bestraften zusammengeschlossen! Diese Begründung ist in der That mehr als merkwürdig. die Deffentlichkeit interessiren. Wie aus Belgrad felegraphirt Der Redakteur der Münchener Post", Genosse Wir hatten bisher immer angenommen, daß die Mißhandlung wird, soll die Wolga- Ramabant das dem Erkönige Milan Ed. Schmidt, wurde vom Amtsgericht München I wegen Be- schwächlicher Personen straferschwerend wirten müsse. So werden leidigung zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Die hohe also die kranten Kinder des Volkes behandelt; reiche Leute unter Garantie des Baren gewährte Millionendarlehen ge- Strafe wurde erlassen in einer Privatbeleidigungsklage, welche würden durch ihre Geldmittel in die Lage versetzt gewesen sein, kündigt und ihm mit Sequestration gedroht haben. Diese elsässische Richter gegen das Blatt bezw. deffen Redakteur und sie zu Hause unter größter Pflege und liebevoller Behandlung erAngelegenheit ist von hohem politischem Interesse, denn Berleger angestrengt haben. Trozdem durch Beugen festgestellt ziehen zu lassen. das Darlehen wurde blos auf Wunsch des Baren gewährt wurde, daß Ed. Schmidt zur fraglichen Zeit von München abund sollte nicht zurückzuzahlen sein, wenn Ehren- Milan fein Ehrenwort hält und nicht nach Serbien zurückkehrt. Man ficht, nicht blos Lockspizel, auch Könige haben ihren Marktpreis und beide haben keine Ehre im Leibe. Jn Timbuktu( Zentralafrika) haben französische Truppen eine sehr schwere Niederlage erlitten. Die Regierung sendet wesend war, wurde dessen volle Verantwortlichkeit für den intriminirten Artikel angenommen. Soziale Uebersicht. Aus dem fächsischen Erzgebirge ist man bereits gewöhnt, fast nichts anderes als den Nothschrei halb verhungerter Fabritfflaven zu hören. Die Löhne, die im allgemeinen den zufriedenen Gebirglern" bezahlt werden, lassen erkennen, daß die dortige arbeitende Bevölkerung nicht etwa nur alle höheren Lebensgenüsse entbehren muß, sondern daß fie thatsächlich an der Grenze des Verhungerns sich bewegt. Diesmal ist es die StrohflechtIndustrie im öftlichen Theile des Erzgebirges, von der uns brachte, heute höchstens noch 40 Pf. verdient. einigen Jahren auf einen Tagesverdienst von 60-70 Pfennigen Vierzig Pfennige für die Arbeit eines Tages- bas sagt genug. deshalb neue Truppen dahin. Afrika fordert ungeheuere einer aus Kopenhagen eingelaufenen Nachricht sind bei dem mitgetheilt wird, daß eine geübte Flechterin, die es vor Opfer an Gut Opfer an Gut und Blut von Frankreich wie von Deutsch land. Parlamentarisches. M Achtung! Bergolder und Goldleiftenarbeiter! Nach Fabrikanten Ch. Jeppesen 15 Kollegen wegen ihrer Bugehörigkeit zum Fachverein gemaßregelt worden. Da nun dieser Fabrikant feine Fangneze nach Deutschland richten wird, werden die Kollegen allerorts um strenge Fernhaltung des Zuzugs nach dort ersucht. Die Arbeitsverhältnisse sind in Dänemark für unsere Branche schlechter als in Deutschland, was der Unterzeichnete aus eigener Erfahrung bezeugen kann, und wir ersuchen daher alle Kollegen in ihrem eigenen Interesse, sich vor einem Reinfall" zu hüten und ihren im Kampfe um ihr heiligstes Recht befindlichen Brüdern zum Siege zu verhelfen. Konservativer Antrag zum Militär Pensionsgesetz von 1871. v. Schöning, Graf Bismard und 32 Genossen be antragen: den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß denjenigen Offizieren, Sanitätsoffizieren, Beamten und Mannschaften des Reichsheeres und der kaiserlichen Marine, welche infolge einer im Kriege 1870/71 erlittenen Verwundung oder sonstigen Dienstbeschädigung behindert waren, an den weiteren Unternehmungen des Feldzuges Theil zu nehmen, und dadurch der Anrechnung eines zweiten Kriegsjahres bei der Pensionirung verlustig gegangen sind, der betreffende Pensionsausfall erstattet trotz des heute Abend in den Industrie- Festfälen werde. Die Wahlprüfungskommission des Reichstags beschloß in ihrer heutigen Sigung, dem Plenum zu empfehlen, die Wahl des Abgeordneten Rothbart( 14. Hannover) für giltig zu erklären. Rothbart ist Hospitant bei den Nationalliberalen, und gegen den Welfen, welcher früher den Kreis inne hatte, in der Stichwahl gewählt. Paul Höpfner, Verbands- Vorsitzender. Alle Arbeiterblätter werden um Nachdruck gebeten. Achtung! Buchbinder und Berufsgenossen! Um Irrthum zu vermeiden wird hiermit mitgetheilt, daß Beuthstraße 20 stattfindenden Maskenballs die Zahlstellen der Sentral Krankenkasse von 8 Uhr bis 10 Uhr geöffnet sind. Die Ortsverwaltung. Vermischkes: Paris, 9. Februar. Im Part von Mondon fand eine Era plosion statt. Sämmtliche mit Gas gefüllte Röhren explodirten. Die Explosion wurde 3 Kilometer weit vernommen. " Nach telegraphisch der Woermann- Linie zugegangenen Nachrichten ist ihr Schiff Adolf Woermann" an der Küste von Liberia gestrandet. Sämmtliche Passagiere, unter denen sich der Gouverneur v. Zimmerer, Landeshauptmann v. Buttkammer, Assessor v. Salzwedel, die Beamten v. Schöffler, v. Hagen und Frau befinden, sind gerettet und befinden sich in Nifov. Schiff und Ladung sind verloren. Die Passagiere werden nach ihren Bestimmungsorten durch ein anderes Schiff gebracht werden. Ein bewährtes Mittel, um Naturbutter von Margarine zu unterscheiden, ist folgendes: Die Naturbutter hat, wenn sie Achtung, Militär- und Lieferungsschneider! Kollegen! Abermals stehen wir am Ende eines alten und braun gebrannt wird, einen eigenthümlichen, aromatischen Ges am Beginn eines neuen Vereinsjahres. Die vier Jahre unseres ruch, welcher der Margarine fehlt. Streicht man Naturbutter Gegen die Wahl lag von welfischer Seite ein Wahlprotest Bestehens mit all den Leiden erduldeten Unrechts, mit all der auf einen Streifen unbeschriebenen Briefpapiers und zündet vor, in dem besonders gerügt wurde, daß nach Ablauf der 8tägigen Schmach ertragener Knechtschaft, Verfolgung und Verleumdung, diesen Streifen an, so entwickelt sich dieser duftende, aromatische Frist, innerhalb der die Wählerlisten auszuliegen haben, auf welche den Kollegen von allen Seiten zugefügt wurden, gehören Geruch. Wird ein gleicher Streifen mit Margarine bestrichen Anordnung des Landrathes noch ca. 70 polnische Arbeiter nunmehr wohl der Vergangenheit, jedoch nicht der Vergessenheit und angezündet, so fpürt man von diesem Geruch nichts, es in die Wahllisten aufgenommen wurden. Die Minorität der an. Kollegen, deshalb müssen wir uns aus allen Militär- und riecht vielmehr brandig, nach Talg. Dieser brandige, talgige Rommission sah in dieser lanträthlichen Anordnung, welche erst Lieferungsgeschäften zusammenschaaren und geschlossen dem Unter- Geruch entwickelt sich auch, wenn die Naturbutter mit Margarine nach Ablauf der Auslegefrist erfolgt war, eine den Borschriften nehmerthum, welches uns mit jedem Tag schroffer entgegentritt verfälscht ist. Für den Inhalt der Injerate über nimmt die Redaktion dem Publikum Central- Theater. Alte Jafobstraße 30. 3um 13. Male: E tischen Den Mitgliedern des sozialdemokra Achtung! Schuhmacher. Wahlvereins des gegenüber keinerlei Verantwortung Herr Coulisset. 6. Berl. Reichstagswahlkreises Theater. Sonnabend, den 10. Februar. Opernhaus. Die Tochter des Regiments. Schauspielhaus. Die Minnetönigin. Verbotene Früchte. Leffing Theater. Ohne Geläut. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Maria Stuart. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmäädt. Cheater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Gisela. Central- Theater. Berlin 1893. Herr Coulisset. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplat- Theater. Don Carlos. National- Theater. Bajazzi.- Der Teufel in Berlin. Charley's Tante. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. V Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Schwant in 3 Atten v. Blum u. Toché. zur Nachricht, daß das Mitglied Hierauf zum Berlin 1893. Wilhelm Preuss, 49. Male: Revue in 2 Abth. von 2. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Sonntag: Zum 50. Male: Berlin 1893. Herr Coulisset. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Echt Berliner Blut. Posse mit Gesang und Tanz. Neue Specialitäten. Wochentags Entree 15 Pf. Reservirter Play 30 Pf. R. Winkler. PassageAchtung Sonntag, den it. Februar, Vorm. 9% Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreas- Strasse No. 21: Große öffentliche Versammlung aller in der Schuh- und Schäftebrauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: Berichterstattung über die Streits bei Oppenheim Maurer, im 43. Lebensjahr an der& Meyer und Hamann und die Maßnahmen der Fabrikanten gegenüber den Lungenentzündung plötzlich verstorben Arbeitern. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, 486/2 Pantstr. 48, nach dem Dankestirchhof statt. Zahlreiche Betheiligung wünscht 241/20 Der Vorstand. Todesanzeige. Pflicht aller in dieser Branche Beschäftigten ist es, zu erscheinen. Der Einberufer. Oeffentl. Versammlung der Kiftenmacher UF mit Frauen, E Verwandten u. Bekannten die traurige Montag, den 12. Februar, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Gründer, Köpenickerstraße 100. Nachricht, daß mein lieber Mann und Vater, der Puger Wilh. Preuss, am 8. d. M. sanft entschlafen ist. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Metzner über:„ Die Ursachen der Die Beerdigung findet am Sonntag Arbeitslosigkeit". 2. Wie feiern wir den 1. Mai? 3. Die Petition für den Nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause nach Uebertritt in die Tischler- Krankenkasse. dem Dankeskirchhof statt. 56052 Die tranernden Hinterbliebenen. Unserm Kollegen Hermann Turat 437/10 Der Vertrauensmann. 1662 Schrauben-, Façondreher und Berufsgenossen. zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreiMontag, den 12. Februar, Abends 7 Uhr, mal donnerndes Hoch, daß die Base- int ,, Deigmüller's Salon", Alte Jakobstraße Nr. 48 a: Panopticum. walterſtraße wackelt und Hermann Im Theater- Saal, ohne Extra- Entree: mit'n Eimer voll Kohl nach Arbeit rackelt. Quatsch man nich so vernünftig. Nord und Süd, Nur noch kurze Zeit! Liederspiel von R. Linderer. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Seffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 233/14 1. Vortrag des Genossen Ad. Hoffmann über:„ Das moderne RaubPräuscher's anat. Museum. ritterthum". 2. Diskussion. 3. Wahl von 3 Revisoren. 4. Wie verhalten Neu: Rehlkopftuberkulose, Kehlkopf wir uns den noch ausständigen Kollegen von Willing& Violet gegenüber? polyp, Bruſtfellentzündung, 5. Verschiedenes. Lungenentzündung, Lunge mit Tuber- HEF Diejenigen, welche noch im Besitz von Sammellisten für die tulose, Herz mit Klappenfehler, Magen streifenden Kollegen von Willing& Violet sind, werden aufgefordert, diemit Entzündung, mit Geschwüren, selben, ob leer oder gezeichnet, beim Unterzeichneten bis Montag abzuliefern, Leber- und Milzkrankheiten. widrigenfalls die Namen derselben in der Versammlung öffentlich bekannt Der Vertrauensmann. Beichshallen Theater. Spezialitäten ratweil'sche sche Schuhkanal durch fünf Körper, gegeben werden. Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Bierhallen Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Gladiatorenkampf, täglich für erwachsene Herren, Dienstag und Freitag für Damen. Interessen der Kommandantenstr.77-79. Verein zur Wahrung der Berlin. Knopfarbeiter. National- Theater. Täglich abwechselnd. Brogramm Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novitäten! „ Bajazi" bei freiem Entree Novitäten! der ersten Wiener Damenkapelle Parodistische Oper v. Hugo Busse. Hierauf: Der Teufel in Berlin. Große Posse mit Gefang und Tanz in 3 Aften von Eugen Prudens. Musik von A. Wiedecke. Regie: May Samst. Zum Schluß: Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gesang und Tanz von Hugo Busse. Musik von Adolph Wiebede. Regie: Mar Sam ft. Kaffeneröffnung 6/2 Uhr. Anfang 712 Uhr. Nachmittags 4 Uhr( Rasseneröffnung 3 Uhr) Kindervorstellung. Im Schlaraffenland. Zaubermärchen in 6 Bildern Eugen Kluge. von Sonntag Abend große Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Bajazzi. Hierauf: Der Teufel in Berlin. Zum Schluß: Charley's Tante. American- Theater. Dresdener- Straße 55. 3 Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" " Josephine Delclisseur. Brunwald- mit bewegter Vergangen heit Martin Bendix. Täglich: Auftreten des besten Bauchredners d. Jeztzeit H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Hugo Schulz, Alfred Bender. Anfang Wochentags 1/2 Uhr, Sonntags 62 Uhr. Mikloska und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Sonntag, d. 11. Februar, Borm. 10 Uhr, bei Stabernack, Bücklerstr. 49: Ausserordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Anträge betreffs Statutenänderung. 2. Abrechnung vom Maskenball. 3. Ver194/9 Das Erscheinen eines jeden Mitgliedes Mr. Kauning, Concertmaler. schiedenes. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten Achtung, Stockarbeiter! Deffentl. Versammlung aller in der Stockbrauche besch. Arbeiter mit Frauen am Sonntag, den 11. Februar ds. Js., Abends 6½ Uhr, im Lokal des Herrn Hoffmann, Oranienstraße 180. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Der Fluch der Zivilisation". Referentin Fräulein Baader. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. 1655b Nach dem offiziellen Theil: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Gäste willkommen. Die Agitationskommission. Achtung, Former! Große öffentliche Versammlung ein Delgemälde malen, welches nach ist Ehrenfache. Der Borstand. Der Former ut. Berufsgen. Schluß der Vorstellung gratis verlooft wird. General- Versammlung Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. der Vertreter für die Mitglieder der 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro Stunde 60 Pf. Orts- Krankenkasse der Gelbgießer C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten sind noch an verschiedenen Tagen zu haben. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Vorstellung und Konzert. Ein Stiergefecht in Cadix am Sonntag, den 18. Februar er., Vormittags 10 Uhr, im Saale des Herrn M. Frädrich, Alte Jakobstraße 89, wozu die Vertreter der Arbeitnehmer hiermit eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Vorlage und Abnahme der Jahresrechnung pro 1893. Bericht des Rechnungs- Ausschusses. 2. Abänderung des am Montag, den 12. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Müller, Johannisstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Kollegen Körsten über die Konferenz im Reichsamt des Innern, sowie über die Ausschuß- Berhandlungen des Gewerbegerichts. 2. Berichterstattung über die Gewerkschaftskommission. 3. Wie stellen wir uns zu den Streits in Nürnberg u. f. w. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen eines jeden Formers und Berufsgenossen Ehrensache. J. A.: Der Vertrauensmann. 154/15 Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umg. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Wir machen die werthen Genossen und Genossinnen darauf aufmerk§ 47, Abfah 2 und 3 des Statuts. sam, daß in der Markthalle Marheinickeplatz unser Brot nur bei 3. Verschiedenes. Berlin, 9. Februar 1894. 1654b Der Vorstand. Kranken- u. Begräbnißkasse der A. Schubert, Stand 151, zu haben ist. Achtung! 97/16 Der Vorstand. Achtung! Gürtler und Bronzeure. Lithographen, Steindrucker u. Berufsgen. Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 60 Um eine schnelle Abrechnung zu ermöglichen, ersuchen wir hiermit alle Sonntag, d. 18. Februar, Vorm. 10 Uhr. Kollegen, welche noch im Besiß von Sammellisten der Brandenburger in Bolt Festsäle, Alte Jakobstr. 75: Streifenden sind, dieselben baldigst( gezeichnet oder nicht) an die bisher be= Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime, ausgeführt von den spanischen Clowns Hermandos. Neu! Frl. Elsa Zeller, RostümSoubrette. The Willon's, DoppelJongleure. Geschwo. Gläser, Gefang- u.Instrument. Duettiſtinnen. Ordentl. Sonntags 6 Uhr. Anfang:{ Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Castan's Panoptikum. Ordentl. Generalversammlung. tannten Stellen oder an Unterzeichneten abliefern zu wollen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes und des Ansschusses. 3. Antrag E. König und Genossen Statutenänderung des§ 7. Zutritt haben nur großjährige Mitglieder. Quittungsbuch als Legitimation erforderlich. Der Vorstand. 1660b J. A.: Rehfeldt, Ackerstraße 111, v. 4 Tr. 210/20 Kontobuch- Arbeitern. Arbeiterinnen! Oeffentliche Versammlung am Montag, 12. Februar, Ab. 8 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Zages Ordnung: Ecke Friedrich- und Behren- Strasse. E. Strauss, Schneidermitr., weitere Steung bazi. Referent Rollege P. Sigrist. 2. Wertstuben- AnNur noch kurze Zeit: Märchen- Cyclus. Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonnabend, den 10. Februar cr., Abends 74 Uhr: Ein Künstlerfest. Ueberraschende Licht- und Wassereffekte. Grosses Pracht- Feuerwerk. Außerdem: Der ostpreußische Hengst Adolph Ernst- Theater. Blondel, vorgeführt vom Direktor Fr. Charley's Taute. Blumenftr. 46, part., empfiehlt sich unter Garantie gut passender Herren- Garderoben. Lager D. Stoffen in Auswahl. Solide Preise. aus erster Hedbaner Hand, zu zwei Weibchen, 1 Hahn, Stück 2 M. und 2,75. 1. Das Ergebniß der letzten Sontobucharbeiter- Versammlung und unsere 458/11 gelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Arbeiterinnen werden besonders darauf hingewiesen und ist ihr zahlreiches Erscheinen unbedingt nothwendig. Achtung! Der Einberufer. Glaser! Achtung! J. Trogisch, Sonntag, den 11. Februar, in Schmiedel's Festsälen. Hagenauerstr. 12, am Wörther Platz. 1000 DamenRenz. Das Schulpferd Cyd, geritten von Herrn R. Renz. Maestoso und Regenmäntel, Frühjahrsfaquets, Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. der Steiger Alep, geritten von Frl. Capes u. Kinderanzüge à 2, 3, 4, Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Oceana Renz. Die Trapezkünstlerinnen 5, 6, 7, 8, 9, 10 M. u. f. w. LandsGeschw. Hoffmann. Die weltberühmten bergerstr. 48, 1, zum Ausverkauf. Afrobafen Gebr. Frediani etc. Sonntag: 2 Vorstellungen, Nachm. 4 Uhr( 1 Rind unter 10 Jahren frei): Gala- Festaufzug. Abends 72 Uhr: Ein Künstlerfest. Preise wie gewöhnlich. Fr. Renz, Direktor. Nur I Mark. Klagen, Eingaben, Reklamationen, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Eins ziehung von Forderungen. Pollak, jeztBlumenftr.19 II r.Auch Sonntags. Alte Jakobstraße 32: Tanz- Kränzchen. Entree: Herren 50 Pf., Damen 30 Pf. Billets find bei Stramm, Ritterstr. 123, zu haben. Das Vergnügungskomitee. 165/14 Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Zahlstelle Berlin). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß im Osten zwei neue Zahlstellen errichtet sind und zwar bei Tempel, Langestr. 65, und bei Krause, Landsberger- Allee 147. Die Zahlstelle bei Rohr, Naunynstr. 78, ist eingegangen. Die Ortsverwaltung. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 34. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Sonnabend, den 10. Februar 1894. " 1 = 11. Jahrg. Vizepräsident von Buol: Der Redner hat von der berüchtigten Anordnung der Verwaltung gesprochen. Ich kann diesen Ausdruck nicht als zulässig erklären. v. Stephan hat im vorigen Jahre felbst erklärt, daß 38 000 Post- 1 nach. Allerdings ist ganz von hinten herum auf dem Wege einer beamte unterstützt worden sind. Daraus geht hervor, daß unsere Berichtigung der Dienstanweisung die Streichung des in die unteren Postbeamten sich schwer durchschlagen, hungern und Dienstanweisung aufgenommenen Erlasses verfügt, aber kein Be 45. Sigung vom 9. Februar 1894. 1 Uhr. darben müssen, um mit ihrem Gehalt auszukommen. Dieser amter braucht davon Kenntniß erhalten zu haben. Der Erlaß Verein liegt der Verwaltung so am Herzen, daß sie un- muß auch durch einen besonderen Erlaß wieder aufgehoben Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von erlaubte Pressionen auf die Beamten ausübt, welche nicht mit werden: Wenn Heinrich Buße thut, muß er nach Canossa gehen! Stephan, Aschenborn. glieder sind, um sie zum Eintritt zu zwingen. Ein Ober- Aber Herr v. Stephan hat sich in den Polizeigeist so einAuf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Etats: Postdirettor in Halle hatte seine Postamts Vorsteher angewiesen, gesponnen, daß er selbst so ein fleiner Post- Bismarck geworden berathung: Poftetat. ihre dem Verein nicht angehörenden Beamten auf die Nüglichkeit ist; wie hätte er sonst einen echten und rechten Spizeldienst gegen Die Einnahmen aus Porto- und Telegraphengebühren be- desselben aufmerksam zu machen und sie zum Beitritt anzuregen. Den Postassistenten- Verband einrichten können! Käme der bürgergiffert der Etatsanschlag auf 2451/2 Millionen. Das ist ein indirekter Zwang zum Eintritt. Denn wenn ein liche Heinrich Stephan heute aus Stolp wieder und müßte als Abg Schoenlant( Soz.): Der Generalpostmeister Stephan Postamts Vorsteher seine Unterbeamten anregt, beizu Poftafsistent arbeiten, er würde nicht nur der eifrigste Freund mave vor furzem mit einem Bilde des Kaisers beschenkt, das treten, so heißt das, sie müssen par ordre de moufti des Assistenten- Verbandes, der lauteste Rufer im Streit, nicht die Unterschrift trug:" Wir leben im Zeichen des Verkehrs". beitreten. Die Listen, welche über die nicht dem Verein nur ein tüchtiger Verbändler, sondern auch der wüthendste War das eine Anerkennung für frühere Leistungen oder eine angehörenden Beamten geführt werden, find Prostriptionslisten. Sozialdemokrat auf Gottes Erdboden werden.( Große Aufmunterung für die Zukunft? Thatsächlich ist auf dem Ge. Die von Amtswegen eingeführte Lebensversicherung will nicht Heiterkeit, Unruhe bei den Nationalliberalen und Schlußrufe.) biete der Postverwaltung eine Art Versteinerung eingetreten; die recht floriren; trotzdem die Verwaltung 17 pet. der Prämien Die Ueberschußwirthschaft trifft die Unterbeamten doppelt. An Reichspost hat sich von den glücklicherweise, muß man sagen, mit zuzahlt, waren von 1867 bis Ende März 1893 nur 4927 Be- ihnen werden die Gehaltsabknapfungen zu gunsten des Militärdem Postreservat ausgestatteten Ländern Württemberg und amte in der Lage, sich versichern zu können. Aus der Kaiser budgets vorgenommen. Reformen wollen wir allerdings. Aber Bayern überholen lassen. Es ist in Württemberg das Stadt Wilhelm- Stiftung wurden von den 65 462 M. Ginnahme nur sie werden nicht von oben kommen, sondern von unten und von porto für Briefe und Karten auf 3 und 2 Pf.; für den übrigen 2583 M. zu gunsten der Unterbeamten ausgegeben, für die sie außen. Ich erinnere an den Spruch eines Pariser Arbeiters von Berkehr das Briefporto auf 5 Pf. herabgesezt worden; in Berlin doch hauptsächlich bestimmt war, wie sie auch zum großen Theil 1874: Quand on veut dessécher un marais, on ne faut pas kostet der Brief noch immer 10 Pf. Herr v. Stephan hat das aus deren Beiträgen stammt. Aus dem Titel 38, der zu Unter- voter les grenouilles, wenn man einen Sumpf austrockenen Beispiel nicht nachgeahmt, sondern sich vielmehr in der Kölnischen süßungen für Unterbeamte und nur in Ausnahmefällen für will, muß man nicht die Frösche befragen.( Große Unruhe bei Beitung" ein Pelotonfeuer auf die Württemberger geleistet, das höhere Beamte bestimmt ist, wird ganz unverhältnißmäßig viel den Nationalliberalen und rechts. Wiederholte Schlußrufe.) diese aber sehr erfolgreich erwidert haben. Schließlich zieht sich an höhere Beamte gegeben. Hier in Berlin hat vor furzer Zeit Ich werde schließen, wenn es mir paßt, nicht wenn es Ihnen Herr v. Stephan hinter die großen Einnahme- Ausfälle zurück der erkrankte Vorsteher eines Postamts, der 4200 M. Gehalt, paßt. Ich spreche im Namen der gedrückten, hungerleidenden die eine Ermäßigung des Portos zur Folge haben würde. 900 M. Wohnungsgeld Zuschuß und 1200 M. Ortszulage Postbeamten.( Zwischenruf des Abg. von Kardorff.) Sie schreien, Die Erfahrung lehrt aber, daß die Reduktion der Postgebühren bezog, aus diesen Mitteln eine außerordentliche Unterstützung Herr von Kardorff als hungernder Landwirth, lassen Sie uns den Verkehr hebt. In Württemberg hat man das Telephon von 400 m. erhalten. War das angesichts dieser Bezüge ein schreien für die hungernden Postbeamten.( Beifall links.) Herr Abonnement von 140 auf 100 m. herabgesetzt und doch hat sich außerordentlicher Bedarfsfall"? Der vertretende Posilasfirer von Stephan hat gejagt: Gin Recht zur Unzufriedenheit haben die Zahl der Abonnenten allein in Stuttgart von 1000 auf 2200 erhielt als Vergütung für seine außerordentliche Leistung 300 M. die Leute, aber fie haben nicht ein Recht, unzufriedenheit zu in drei Jahren gehoben. Der Einwand des Generalpoftmeisters während die unteren Beamten nicht besonders für solche Dienste erregen. Dann hat anch die Postverwaltung die Pflicht, keine ist also nichts als eine statistische Sophifterei. Noch viel honorirt werden, scheinen für die höheren Beamten besondere Unzufriedenheit zu erregen. Sie find es, meine Herren, die die schlimmer stehen die Dinge auf dem sozialen Gebiet der Post: Vorschriften zu bestehen. Große Erbitterung erregt ferner unter Unzufriedenheit erregen. Fahren Sie nur so fort, wir werden verwaltung. Ist die Poſt ein Musterbetrieb" im Sinne des den Unterbeamten die Bemessung des Wohnungsgeld- Zuschuffes. ernten, was Sie fäen.( Lebhafter Beifall lints.) Kaisers? Reineswegs! Herr v. Stephan berauscht und blendet Die höheren Beamten und zum Theil auch die Assistenten ernur mit feinen glänzenden Ueberschüssen, aber diese Ueberschüsse halten einen hinreichenden Suschuß, die Unterbeamten nur einen werden erzielt auf Kosten derjenigen Beamten, die im Range am folchen von 240 m., mit den in den Städten der Servisklasse A, tiefsten stehen und am schlechtesten bezahlt werden. In der Post- Berlin, Hamburg, Altona, Frankfurt a. M. absolut nicht auszuDirektor im Reichs- Postamt Fischer: E3 tommt dem Herrn verwaltung kommt die großkapitalistische Wirthschaftsweise gerade fommen ist, Herr Fischer, die rechte Hand des Herrn Stephan, nicht zu, im Namen der Post- Unterbeamten zu sprechen.( Widerso zum Ausdruck, wie in den Großbetrieben des Rheinlands. verweist großmüthig die Postbeamten auf die Aftervermiethung spruch bei den Sozialdemokraten.) Er spricht von Poststlaven, Hier wie dort Tagelöhner und Proletarier. Von 137 028 Post- von Zimmern und Schlafstellen, ein herrlicher Weg zur Lösung von Hungerlöhnen, von Mandarinenthum; wir wollen diese beamten sind nur 54 867 etatsmäßig angestellt, die übrigen sind dieser sozialen Frage, wenn man bedenkt, welchen Krebsschaden Ausdrücke nicht so tragisch nehmen, wie sie sich anhören. Die Diätare, das heißt Tagelöhner. 62 760 find Unterbeamte, die Aftervermiethung in den sozialen Zuständen der großen Worte waren ja mehr für draußen bestimmt.( Lebhafte Bu welche zum größeren Theile mit vierwöchiger Kündigungsfrist Städte bildet. ES muß unter allen Umständen noch ftimmung.) Der Erlaß wegen des Briefgeheimnisses ist 15 Jahre entlassen werden können. Fest angestellt sind davon nur 34 731, eine höhere Servistlasse zu 360 Mark eingeführt werden. alt und wurde unter einem Ausnahmegesez erlassen. Für den also die Hälfte, während noch im Jahre 1876 70 pet. Wie es einem Poftunterbeamten geht, der durch Zimmer in einem Einzelfall begangenen Mißgriff ist der betreffende Aintsfest angestellt waren. Diese große Echaar ist völlig abhängig vermiethung seine Lage verbessert, zeigt folgender Fall. Ein vorsteher sofort rektifizirt worden. Die Fälle der Postvon der Postverwaltung, sie hat nur Pstichten, keine Rechte; das Berliner Postbeamter Namens Thau wurde mitjammt seiner hoch- friminal- Statistit werden von Jahr zu Jahr geringer.( Bei System hat die Tendenz, immer mehr die Beamten durch Diätare schwangeren Frau verhaftet, weil er sich an einem eingeschriebenen fall.) Gegenwärtig tommt ein Kriminalfall auf 852, zu ersetzen, eine Lehrlingszüchterei im Großen zu erzeugen. Das Brief vergriffen haben sollte. Der Verdacht ruhte deshalb auf früher auf 196 Beamte, also eine Verminderung ist natürlich billiger und vortheilhafter für Ueberschüsse". Und ihm, weil man in seinen Händen einmal einen Hundertmark fast auf die Hälfte. Solche Thatsachen wiegen mehr diese abgerackerten, zu einer langen Arbeit im Sommer und schein gesehen hatte. Er mußte, obwohl unschuldig, 13 Wochen als einzelne drastische Fälle, die man aus Beitungs Winter verurtheilten Unterbeamten haben nicht den geringsten in Untersuchungshaft siyen; er wurde dann freigesprochen, war aber nachrichten in das Haus bringt, deren Beweiskraft Anspruch auf Urlaub. Im Sommer v. J. starb die Frau eines inzwischen aus dem Postdienst entlassen worden. Was ist aus aber nicht ganz zweifelsohne ist. Der der Unterschlagung ver Breslauer Postschaffners im Irrenhause. Der Beamte wollte dem Mann geworden? Hat man ihn wieder eingestellt? Hat dächtige Beamte, der 7 Wochen in Untersuchungshaft saß, ist seiner Frau die letzte Ehre erweisen, aber ein Urlaub wurde ihm man ihm eine Genugthuung gewährt? Oder haben in Deutsch- freigesprochen, nicht weil er unschuldig war, sondern nur weil nur unter der Bedingung bewilligt, daß er die Kosten für seinen land nur die ehrlichen Männer wie Ihring- Mahlow und Naporra das Gericht nicht die Ueberzeugung von seiner Schuld gewonnen Stellvertreter bezahle.( Hört! hört! links.) Er lebte in so Anspruch auf eine eklatante Genugthuung? Ein Postsekretär hatte.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ja, das ist ein großer fümmerlichen Verhältnissen, daß er die Kosten nicht auftreiben aber, der sich gegen die Vorgesetzten und gegen das Eigenthum Unterschied, den Sie aber nicht zu kennen scheinen. Gerade in fonnte, er fonnte feiner Frau die letzte Ehre nicht erweisen. Zur schwer vergangen hat und flüchtig geworden ist, wird in dem ihrer sozialen Auffassung der Dinge glaubte die Reichs Poftverselben Beit erhielt ein Poftsekretär und ein Ober- Postfektetär in offigiösen Organ des Herrn von Stephan, der Deutschen waltung schon 1868 den Mangel der Pensionsberechtigung für Breslau einen 6 wöchentlichen Urlaub, ohne die Verpflichtung, einen Verkehrszeitung" als„ freiwillig ausgeschieben" gemeldet.( Hört! ihre Beamten ausgleichen zu sollen. Sie schloß Berträge mit Stellvertreter zu stellen. Ein solcher Zustand ist fulturwidrig hört! und große Heiterkeit links.) Dieses System läßt sich Lebensversicherungs- Gesellschaften und gab zu den Prämien einen und barbarisch.( Bustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die wohl am besten als der durch willkürliche Gnaden- und Ungnaden- Buschuß. Damit haben Tausende von Beamten eine Fürsorge Unterbeamten werden wie Tagelöhner bezahlt und müssen zum alte temperirte Despotismus bezeichnen.( Sehr gut! links.) für ihre Hinterbliebenen erfahren, die von allen, außer von den Theil den Tienst der Subalternbeamten, z. B. beim Sortiren Die Postaffiftenten befinden sich in einer unglückseligen Zwitter- Sozialdemokraten anerkannt werden wird.( Zustimmung rechts.) von Briefen verrichten. Der ortsübliche Tagelohn in Berlin bestellung. Man hat vielleicht geglaubt, die Leute mit dem bunten Denselben Grundsätzen entsprang der berüchtigte" Spar- und trägt 2,70 M. Herr v. Stephan speist die hier angestellten Rock oder gar einem Spieß an der Seite, über ihre traurige Borschußverein. Nicht die schlechte Lage der PostUnterbeamten mit 250 M., die in der Posthalterei beschäftigten Lage hinwegtäuschen zu können. Aber der Spieß allein thut es beamten giebt Anlaß zu der Inanspruchnahme des Vereins. Postillone sogar mit 2,25 M. ab. Erkrankt ein solcher Beamter, dann nicht, sondern die Spieße, mit denen die Leute bezahlt werden. Denken Sie an Krankheit, an unerwarteten Familienzuwachs zeigt sich die christliche Charitas der Postverwaltung in hellstem Ungefähr 60 pCt. der Berliner Postaffiftenten, 40 pCt. der Post- 3. B. durch Zwillinge; den Schwierigkeiten, die sich auch für Lichte. Der Beamte muß sich vom Vertrauensarzte der Post assistenten in der Provinz, haben das einjährige Beugniß. Aber einen geordneten Haushalt daraus ergeben, haben wir vorbeugen untersuchen lassen, wenn er Urlaub bekommen will, einem Arzte, mögen die Leute noch so tüchtig und tenntnißreich sein, sie wollen. Der Verein besitzt jetzt ein Vermögen von 25 Millionen der im Interesse der Verwaltung nothwendig sehr vorsichtig inüffen stets Assistenten und nichts als Assistenten bleiben; ibnen Mark, eine Summe, die doch mit dem Bilde der hungernden, mit der Krankheitsbescheinigung verfährt und dem außerdem vorher wird künstlich die höhere Postkarriere verschlossen. Oberassistent, darbenden Unterbeamten etwas kontrastirt. Die Kaiser Wilhelmdie Führungsliste des betreffenden Beamten überfandt worden ist. das ist der höchste Gipfel, zu dem ein solcher Mann aufsteigen Stiftung ist 1871 mit Zustimmung des Reichstags begründet ( Hört! hört! links.) Was haben Gelenfrheumatismus und Lungen- fann. Dabei müffen die Postassistenten dieselben Arbeiten ver: worden. Was für Freistellen für Töchter höherer Beamten tatarrh mit der Konduitenliste zu thun? Da liegt der Verdacht richten, wie die Postsekretäre, aber nur diese können die höheren daraus genommen ist, wird vom Kapital genommen, wozu nahe, daß man weniger darauf sieht, ob der Wann frank ift, Staffeln ersteigen, weil sie die Söhne der Bourgeois find, jenen wir statutenmäßig berechtigt sind. Die Anklage, daß wir die sondern ob er ein unruhiger Kopf, ein Querulant, vielleicht gar bleiben die höheren Karrieren immerdar verschlossen. Win- Postunterbeamten immer weiter herunterdrücken wollen, daß wir ein Sozialdemokrat ist. Und diese armen geplagten, bemitleidens- destens der Weg zum Gefretär müßte den Assistenten und 100 000 Tagelöhner haben, ist ebenfalls hinfällig. Aus den 187 000 Bewerthen Beamten werden dann noch amtlich gebrandmarkt. In Oberassistenten eröffnet werden. Aber bei uns heißt es, amtenstellen scheiden die Post- Hilfsstellen- Inhaber, die Postagenten einem Erlasse hat der Ober- Postdirektor Griesbach in Berlin die chinesenhaft sich in Raften abschließen und" der Zopf die Postillone, die Posthalter, im ganzen etwa 37 000, aus, für Briefträger u. f. w., welche Weihnachts- und Neujahrsgeschenke der hängt uns hinten." In den Post- und Telegraphenschulen die eine etatsmäßige Anstellung gar nicht in Frage kommen kann. vom Publikum annehmen, als Pflichtvergessene gebrandmarkt und ertheilen die Ober- Posträthe und-Direktoren des Reichs- Postamts Von den übrigen sind 62 000 etatsmäßig, 38 000 nicht etatsmäßig. zur Bestrafung gezogen; Herr v. Stephan aber nimmt solche Ge- den Unterricht während ihrer Dienststunden, und da kommt man Dies Verhältniß ist nicht so günstig, wie es sein sollte, und im schente selbst an, läßt auch solche vertheilen. Der Eisenbahn- uns mit der Forderung eines neuen Direktors, eines Unter- gegenwärtigen Etat soll die erstere Zahl um 3000 vermehrt minister überweist dem Postamt 41 in der Mauerstraße für das Staasssekretärs für das Reichs Postamt! Die Herren Lehrer werden; das Verhältniß wird sich dann also erheblich beffer ge= Personal des Amts als Gratififation 500 Mart, davon erhält beziehen natürlich ihr Gehalt unverkürzt, ebenso aber auch die stalten. Unter den 38 000 Beamten befinden sich ca. 22 000 stan der Postdirektor, der doch sonst nicht zum Personal gerechnet Schüler der Post- und Telegraphenschule, ja zu Weihnachten er- dige Posthilfsboten, die früher ad nutum entlaßbar waren, jett wird, 60 Mart! In Erinnerung muß hier auch gebracht halten sie für ihre praktische Thätigkeit noch Diäten dazu von aber in ihrer Stellung sehr bedeutend gehoben worden sind. werden, daß der Vorgänger des Herrn Griesbach, Schiffmann, 8 M.! Zu derselben Zeit werden die Unterbeamten geschuh- Abg. Schmidt Elberfeld( freis. Bp.) tritt für die Herab. von der Kaufmannschaft zu seinem Jubiläum 10 000 Mart erriegelt und hart angelassen, wenn sie Geschenke aus den Händen fegung oes Briefportos und für die Erhöhung des Höchstgewichts halten und angenommen hat!( Redner bringt für die des dankbaren Bublifums entgegennehmen. So besteht auf der für einfache Briefe ein. Der vom Staatssekretär befürchtete Ginvon ihm angeführten Fälle die amtlichen Belege einen Seite Verschwendung, bei den Unterbeamten ein abscheu- nahme- Ausfall würde durch die Zunahme der Briefe wieder aus unter Angabe von Journalnummer und Aktenzeichen bei). liches Sparsystem. Der Willkür auf dem Gebiete der Gehalts- geglichen werden. " # Man fönnte einwenden, das seien Dotationen"; ich sage, es be messung würde allerdings sofort ein Ende gemacht sein, wenn Staatssekretär von Stephan: 5 Millionen würde der Aussid Trinkgelder, die den höheren Herren überreicht werden. das System der Dienstalterszulagen eingeführt würde; aber fall nur an den Briefen betragen, welche bis zu 20 Gramm Tie Post- Unterbeamten sind so schlecht gestellt, daß sie zu Neben- gerade aus diesem Grunde straubt sich Herr v. Stephan so sehr wiegen. Bei der allgemeinen Finanzlage können wir dieser Angewerben greifen müssen, als Schneider, Schuster, Tischler. So gegen diese Maßnahme der Gerechtigkeit. Heute sind die Zustände regung absolut nicht Folge geben. Der Reichstag will keine neuen machen sie durch Schuld der Verwaltung dem zivilen Gewerbe ganz unerträglich, weil es ganz von dem Befinden des Leiters Steuern bewilligen und hier soll eine Einnahme aufgegeben Konkurrenz, das gilt besonders von den Bofibeamten, welche ihre der betreffenden Ober- Postdirektion abbängt, wann er die Unter- werden! Gegen den Abg. Schönlant habe ich noch zu erklären, Surgerlöhne durch Musikmachen etwas ausbessern. Daß diese beamten anstellt. Es ist keine Einheit in dem ganzen System, daß bie württembergische Regierung allerdings das Recht hatte jammervolle Bezahlung nicht viel mehr Postbeamte zur Ver- nur tadelnswerthe diskretionäre Vollmachten: Mit den Stellen zu ihren Portoermäßigungen. Die württembergischen Ein. zweiflung und zu Verbrechen führt, als thatsächlich der Fall ist, zulagen werden die Beamten der Zentralverwaltung ganz anders richtungen weisen noch eine Vielheit von Portotaren auf, welche ist eigentlich ein Wunder. Es ist aber bereits so weit bei uns bedacht als die übrigen im Lande. 1885/86 betrugen die Aus- wir allerdings nicht mitmachen wollen. Die Ermäßigung des in Deutschland gekommen, daß unsere Gerichte Boftgelder- Unter- gaben für Beamte der Zentralverwaltung aus Titel 8 pro Person Tarifs für die Benutzung der Fernsprechanlagen hat uns schlagungen u. 1. w. milder beurtheilen als andere Verbrechen. 128 M., für die übrigen Beamten aus Tit. 38 21 M. 1894/95 ist das Württemberg erst nachgemacht. Die Zahl der Orte und AnIn Köln wurde ein Postgehilfe von 18 Jahren, der 2 M. Verhältniß 117: 23 M. Willkür! Diskretionäre Vollmachten! schlüsse im Reichspostgebiet ist relativ außerordentlich viel größer unterschlagen hatte, um seinen Hunger zu stillen und Absolutismus! Es ist eine alte geschichtliche Erfahrung, daß als in Württemberg und Bayern. dann 71 weil seine Unterstüßung von Hause begabte Leute, wenn sie die Macht in die Hände bekommen, sehr Abg. Schmidt- Elberfeld: Es sind im Deutschen Reich nicht eingetroffen war, freigesprochen.( Sört! links.) In leicht in die Gefahr kommen, ein kleiner Napoleon zu werden. 56 Millionen Doppelbriefe versandt worden; nach der Angabe anderen Fällen wurde zwar auf Gefängnißstrafe er Sie trennen fich dann ungern von Errungenschaften, die eigentlich des Staatssekretärs müßten also 90 pet. aller dieser Briefe fannt, aber es wurden mildernde Umstände zugebilligt unter der nicht mehr in unsere Zeit gehören. Am 6. Februar 1894 sind ein Gewicht bis zu 20 Gramm gehabt haben. Das ist nicht der Begründung, daß die zum Theil ungenügende Besoldung der Be- es gerede 15 Jahre gewesen, daß der Generalpoftmeister jene Fall. amten zur Verletzung des Eigenthums des Staates getrieben haben. berüchtigte Verfügung erlassen hat, die das Briefgeheimniß für Direktor im Reichs- Bostamt Sachße führt aus, daß nach ( Redner zitirt unter großer Ünruhe eine Reihe solcher Fälle). Die die sozialdemokratie außer Kurs segte. Drucksachen und Kreuz einer 1891 erhobenen Statistik die Zahl der Doppelbriefe bis Leute, die im Rohr fißen und Pfeifen schneiden, können darüber bandsendungen konnten auf ihren Inhalt untersucht und an 20 Gramm 45 Millionen betrug, der Ausfall würde also lächeln, aber das Elend dieser Postsklaven und Kulis schreit zum gehalten werden, verdächtige Packete sollten an das nächste 4/2 Millionen betragen. Wäre die Erhöhung des Gewichts Himmel. Eine wunderbare Einrichtung ist auch der berühmte Polizeibüreau übergeben werden. waren dieselben durchgeführt, so würde sie auch im Weltverkehr umumgänglich oder berüchtigte Spar- und Vorschußverein für die Postbeamten: Bustände, wie unter dem berüchtigten Berliner General einzuführen sein, das ergäbe einen weiteren Ausfall von es werden nicht weniger als 5 und 6 pet. Zinsen für die Vor- postmeister Nagler 1848-46, der sich nach seinem eigenen Ausspruch 1/3 Millionen. Die Zahl der Briefe von 15-20 Gramm beschüsse berechnet, gleichwohl haben nach dem Geschäfts- hinweggesezt hatte über diesen albernen Brieferöffnungsstrupel". trug damals 6,4, die Zahl derjenigen zwischen 20 und 250 Gramm bericht für für das Jahr 1892 von den 95 000 Mit Das Sozialistengesetz ist am 1. Oftober 1890 außer Kraft ge- 6,8 aller Briefe. M. gliedern fich 37 734, also ungefähr 361/2 Prozent treten, dieser Erlaß aber ist noch heute nicht aufgehoben! Weber- Abg. Schmidt Elberfeld bestreitet die Richtigkeit dieser Borschüsse geben lassen im Betrage von 5045 529 M. Und Herr eifrige Postdirektoren leben denn auch heute noch diesem Erlaß Angabe. Direktor Sache bleibt bei seinen Zahlen stehen. Abg. Schmidt: 45 und 47 Milionen find 92 Millionen. Diese Zahl muß falsch sein; denn in der amtlichen Statistik ist die Zahl der sämmtlichen Briefe über 15 Gramm auf 56 600 000 angegeben. Dieser Widerspruch ist mehr als seltsam und bedarf dringend der Aufklärung. leute. Abg. Caffelmann( freis. Volksp.) wünscht FernsprechAnschluß von Eisenach nach Halle resp. Erfurt, außerdem die Zulassung von boxes in größerem Maßstabe für die KaufStaatssekretär v. Stephan leugnet das Bedürfniß dafür; im Auslande seien dergleichen Einrichtungen zahlreicher vor handen, weil die vorzüglichen Bestelleinrichtungen unserer Post dort nicht existiren. Die Vermehrung der boxes oder Fächer würde größeren Raum erfordern, und die Verwaltung muß sich bei ihren Bauten sehr einschränken. Die Fernsprechung mit Eisenach ist bereits genehmigt. Abg. Schmidt- Warburg: Herr v. Stephan sagte heute und sagte jüngst in einer hochangesehenen Gesellschaft, daß bei den Postbauten aller Lugus vermieden werden müsse. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Lediglich für Baufosten von neuen Dienstgebäuden sind Summen von 300 000. bis über 1 Million in den Etat eingestellt. Man solle doch durchweg Ziegelsteinbauten errichten. Direktor Fischer giebt noch einige Richtigstellungen über Abg. von Zedlis( ft.): Das Mißverständniß wird erweckt, Kriminalfälle, die der Abg. Schoenlant angeführt hat; es geht als ob das Privateigenthum am Walde nicht mehr geschützt daraus hervor, daß in einem Falle dem unschuldig verhaftet werden solle. Man hätte statt der feierlichen Form der InterGewesenen Entschädigung gewährt ist; der freiwillig ausge- pellation die Besprechung beim Etat wählen sollen. Durch die schiedene" Sekretär befinde fich jetzt in Untersuchungshaft. Antwort des Ministers ist die Sache erledigt.( Beifall rechts.) Aog. Gröber( 3.): Die Freude über die württembergische Ein Antrag der Konservativen auf Schluß der Debatte wird Posttaris- Ermäßigung ist eine sehr gemäßigte; die Ermäßigung abgelehnt. des Stadtpost- Portos hat nur den Zweck, die Stuttgarter Privat- Abg. Dünckelberg( natl.) stellt fest, daß die unteren Forstpost todt zu machen. Zur Nachahmung empfiehlt sich das Bei- behörden in den meisten Fällen nicht so entgegenkommend gewesen spiel nicht. find, wie man es nach den Anweisungen der Zentralbehörden Abg. Graf zu Limburg- Stirum( bt.) tommt auf die Frage annehmen konnte. der Leistungen der Eisenbahnen für die Post zurück. Man müsse Ein wiederholter Schlußantrag der Konservativen wird an der Tendenz des Publikums entgegentreten, immer noch mehr genommen. Persönlich bemerkt von der Post zu verlangen. Das Publikum müsse mindestens Abg. Kuebel: Graf Limburg hat den Versuch gemacht, bezahlen, was die Poft effektiv leiste. Natürlich seien einem feinen Fraktionsgenossen Klaring herauszuhauen. Er mag auf so großen Organisator wie dem Reichspostmeister Organisationen dem Gebiete des parlamentarischen Taktes manche Erfahrung lieber als die Finanzen. Es müsse eine schärfere Finanzkontrole haben, aber für mich sind seine Belehrungen überflüssig. eingeführt werden, so unlieb der Postverwaltung dies sein möge. Damit ist die Interpellation erledigt. Damit schließt die Diskussion. In persönlicher Bemerkung weist Abg. Enneccerns die in dem Ausdruck Fraktion Drehscheibe" liegende Infinuation mit Entrüftung zurück; die Stellung der Nationalliberalen zu Fürst Bismarck sei stets dieselbe gewesen. Abgeordnetenhaus. 13. Sigung vom 9. Februar 1894, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, Thielen, v. Heyden. Gingegangen ist ein Gesetzentwurf betr. die Aufsuchung und Gewinnung der Kali- und Magnesiafalza. Es folgt die erste Berathung der Vorlage wegen Vervoll. ständigung des Eisenbahnnehes. Minister Thielen: Die Vorlage wird das Schicksal ihrer Vorgängerinnen theilen, daß sie nicht alle Wünsche befriedigt. Es müsse aber auf die allgemeine Finanzlage Rüdsicht Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt. genommen werden. Deshalb sind alle Linien darauf hin geprüft Gegen 52 Uhr wird die Fortsetzung der Berathung auf worden, ob sie auch in absehbarer Zeit eine Rente bringen Sonnabend 1 Uhr vertagt. werden. Die Vorlage umfaßt 10 Zinien, welche 30 Millionen Mark erfordern; die vorjährige Vorlage umfaßte 48 Millionen, davon aber nur 26 Millionen für neue Bahnen; 1892 waren unter 90 Millionen nur 22, 1891 waren unter 145 Millionen nur 30 für neue Bahnen bestimmt. Die Vorlage darf um so mehr befriedigen, als daneben der Bau von Privatbahnen und von Kleinbahnen einen erfreulichen Aufschwung nimmt. Für den ersteren sind zwanzig Genehmigungen zur Vornahme von Vorarbeiten ertheilt. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß auf diesem Wege das Eisenbahnnetz ausgestaltet wird, fodaß die Eisenindustrie davon erheblichen Vortheil hat. Augenblicklich sind wenig Bauten im Gange, aber im nächsten Jahre wird ein weites Arbeitsfeld sich eröffnen. Abg. Bänsch- Schmidtlein( ft.) freut sich über die Bahn Glay- Seitenberg, bedauert aber, daß die Bahn Breslau- Hirschberg nicht vorgeschlagen sei, um das Riefengebirge der Bevölkerung ebenso näher zu rücken, wie man durch Ertrazüge Adersbach und Weckelsdorf zugänglich macht. An die Linie Breslau- Hirschberg würde sich die Strecke Striegau- Maltsch anschließen. Die 7. Abtheilung berichtet über die Wahlen der Abgg. v. Lynder und Zamoschus, die sie für giltig erklären will. Auf Antrag des Abg. Rickert wird die Sache mit 127 gegen 122 Stimmen zur schriftlichen Berichterstattung an die Abtheilung zurückverwiesen. Darauf folgt die Berlesung der Interpellation Knebel: Die Futternoth des letzten Sommers hat in umfangreichen Gebieten des Staates massenhafte Forstfrevelstrafen zur Folge gehabt, und auch in solchen Fällen, wo die Strafthat in Anbetracht der außergewöhnlichen Umstände als entschuldbar betrachtet werden muß. Abg. von Dobeneck( t.) bittet um die Fortführung der Linie Briezen- Jädickendorff. Abg. vom Rath( natl.) bittet, die im Gange befindlichen Vorarbeiten für die Bahn Stockheim- Frankfurt( Main) zu beschleunigen und in einen Bahnhof nördlich von Frankfurt einzuleiten. Abg. von Bandemer( f.) erklärt namens seiner Kollegen aus dem Wahlkreise Lauenburg- Bütow- Stolp, daß sie bei Uebernahme des Mandats das Versprechen gegeben hätten, für eine Bahn von Leba nach Lauenburg einzutreten. Abg. Enneccerns( ntl.) ist im Allgemeinen der Meinung wie der Vorredner. Die Ausführungen des Abg. Schönlant dürfen nicht ohne Antwort aus dem Hause bleiben. Die Postverwaltung ist keine Ueberschußverwaltung, welche die Neberschüsse durch übermäßige Bedrückung der Unterbeamten heraus arbeitet. Von einer Ueberschußverwaltung zu reden ist eine Legende. Die Postverwaltung bringt lange nicht alles auf, was sie kostet; sie erhält eine Summe von Gratisleistungen der Einzelstaaten, welche sich für Preußen allein auf 24, im Ganzen auf mindestens 40 Millionen berechnet. Hiernach bringt die Poft keinen Ueberschuß ein. Mit aller Kraft werden wir auch für eine Besserung des Verhältnisses der Angestellten zu den nicht angestellten Beamten eintreten, die gegen wärtig vorgeschlagene Vermehrung ist nur eine kleine Abschlagszahlung. Auch die Unterstüßungsfonds sollen hauptsächlich den Unterbeamten zu gute fommen. Auch für die Posibeamten sind wir mit demselben Wohlwollen erfüllt, wie der Abg. Schoenlant. Aber gegen die Art und Weise, wie er die Beschwerden der Postbeamten hier verwerthet hat, erhebe ich energischen Protest. Gr hat hier nur eine sozialdemokratische Agitationsrede gehalten.( Lachen bei den Sozialdemokraten). Er hat das Verwaltungssystem in den schwärzesten Farben gemalt. Damit mag den Eozial- Die Unterzeichneten richten an die Königl. Staatsregierung demokraten gedient sein, nicht den Postbeamten. Auch wir die Anfrage, ob und in welchem Umfange diefelbe geneigt ist, wollen das System der Dienstalterszulagen für die Postbeamten für solche Fälle allerhöchsten Ortes die Begnadigung in Antrag einführen; der gegenwärtige Etat läßt die Einführung aber zu bringen." nicht zu, weil dadurch den Unterbeamten sehr erhebliche Nach- Der Landwirthschaftsminister v. Heyden erklärt sich bereit, theile zugeführt würden. die Interpellation sofort zu beantworten. Staatssekretär von Stephan: Die Rede des Herrn Schoen Abg. Knebel( ntl.): Die große Dürre des lehten Sommers, Tank hat der Vorredner richtig charakterisirt. Der Borwurf, daß so groß wie sie seit Menschenaltern nicht vorgekommen ist, hat die Post Gratisvergünstigungen der Einzelstaaten genieße, wird eine ungeheuere Futternoth namentlich in den gebirgigen Gegen oft erhoben, ist aber einseitig. Man vergißt, daß die Eisen- den meiner Heimath hervorgerufen. Der Minister Heyden gab Abg. Gothein( frs. Vg.): Die Bahn in das industriereichste bahn auch der Postverwaltung Ausgaben von 11 Millionen damals im Abgeordnetenhause eine entgegenkommende Erklärung Thal Schlesiens, nach Wüste- Waltersdorf, ist lange versprochen, verursacht; man übersicht die Portofreiheit für die ab in bezug auf die Deffnung der Wälder; die Erklärung be- aber sie wird nicht gebaut, trotzdem die schlesische BaumwollenKorrespondenz der sämmtlichen Militär- und Zivilbehörden. ruhigte allgemein, aber es dauerte geraume Zeit, bis die Ber- industrie aus Mangel an Bahnen in ihrer Entwickelung gehemmt Abg. Vachem( 3.): Der Chef der Postverwaltung hat Recht, fügung von oben her nach unten durchdrang. Die Viehpreise ist. Ferner sind auszubauen die Linien Bolfenhain- Merzdorf wenn er die Einnahmen aus der Post nicht schmälern will. fanten bis unter 20 Pf. das Pfund, während der Zentner Heu und Petersdorf- Landesgrenze, die von internationaler Bedeutung Verwunderlich ist es aber doch, daß die Poftgebühren für die auf 12 M. stieg, sodaß ein Pjund Heu theurer war als ein sind, aber auch wirthschaftlich wichtig wegen der schlesischen VerBeförderung der Zeitungen noch nicht regulirt sind, daß das halbes Pfund Fleisch. Das Vieh wurde, weil es an edlungsindustrie, die nicht mehr nach Desterreich arbeiten kann. widersinnige System der Berechnung des Transportpreises nach Futter mangelte, zu Schleuderpreisen verkauft. Abg. Engler( ft.) befürwortet die Linien Koniz- Berentdem Abonnementspreis noch immer nicht abgeschafft ist. Bürgermeisterei des Hunsrück, die als typisch gelten fann, hatte Rarthaus und Echöneck- Stargardt- Neuenburg. Staatssekretär v. Stephan: Der für diesen Zweck er sich der Rindviehbestand von 7357 auf 6593 vermindert, also um Abg. Hugo Hermes( frs. Vp.) hält es für mißlich, Wünsche forderliche Gesetzentwurf hat drei langwierige Stadien zu durch 10 pet.; in dem Hauptort der Bürgermeisterei waren von des Wahlkreises vorzubringen. Solange er Reichstagsabgeordneter laufen; ob es noch möglich sein wird, ihn in dieser Session vor- 462 Stück nur noch 355 vorhanden, also 25 pCt. weniger. Wenn für Westhavelland gewesen sei, habe er das unterlassen; jetzt müsse er zulegen, dafür fann feine Garantie gegeben werden. bei solchen Verhältnissen die Leute im Walde Gras und Laub sich aber verwundern, daß nicht schon lange die Linie TreuenbriegenAbg. Schoenlank( Soz.): Meine thatsächlichen Zahlen- gesammelt haben, so ist das begreiflich, namentlich, nachdem der Brandeburg- Rathenow- Neustadt an der Dosse gebaut sei. Alle angaben über die geringe Bezahlung der Tagelöhner bei der Minister von der Deffnung des Waldes gesprochen hatte. Das diese Städte haben nur über Berlin eine Eisenbahnverbindung Post sind nicht widerlegt worden. Und von den 48 470 Beamten batte Bestrafungen wegen Forstsrevel zur Folge, die man nicht miteinander. Die Bahnen werden bewilligt, aber nachher hört find nur 15 000 unkündbar angestellt; erst nach 30jähriger Dienst blos vom Standpunkte der Forstverwaltung aus, sondern auch man Jahrelang nichts davon, ohne daß man erfährt, welche zeit werden die Unterbeamten unkindbar angestellt, bis dahin von dem Standpunkte des Mannes aus beurtheilen müsse, Gründe für die Verzögerung vorliegen. fönnen sie bei einer vierwöchentlichen Kündigung jederzeit ents welcher hungriges Vieb im Stalle habe. Ich hoffe, daß die Abg. Dittrich( 3.) bittet um eine anderweite Führung der lassen werden, und dann hört jeder Pensionsanspruch auf. Seit Regierung unsere Interpellation wohlwollend annimmt.( Beifall.) Linie Binten- Rothfließ, sodaß Braunsberg und Heilsberg mit 1876 ist die Zahl der etatsmäßig angestellten Unterbeamten um Landwirthschafe Minister v. Heydeu: Die Interpellation einander verbunden werden. 42 pct., die Ausgaben für die nicht etatsmäßigen Unterbeamten bezieht sich auf die in anbetracht der faußergewöhnlichen Um dagegen um 487 pet. gestiegen. Dadurch ist das ganze Geheimniß stände entschuldbaren Uebertretungen. Das ist kein faßbarer Beder Stephan'schen Finanzkunst enthüllt. Der ungeheuren griff, nach dem man eine allgemeine Amnestie eintreten lassen Vermehrung des Gesammtpersonals steht eine lächerliche fönnte. Ich bin geneigt, eine Verminderung der Strafe eintreten Bunahme der etatsmäßigen Stellen gegenüber. Meine zu lassen. Einen völligen Straferlaß, auch im Falle, wo die Angaben über den Spar- und Vorschußverein und die Kaiser- Noth vorhanden war, würde geeignet dazu sein und die gefährWilhelm- Stiftung sind auch nicht widerlegt. Das sind Symptome liche Folge haben, daß die Begriffe über das Eigenthum für die für die Lage der Beamten. Die große Inanspruchnahme des Folge vollständig verwirrt würden.( Sehr richtig! rechts.) Spar- und Vorschußvereins zeigt die Nothlage der Beamten. Auf Antrag des Abg. Sch mit Erkelenz( 3) findet eine Die höheren Beamten machen ziemlich bedeutende Einlagen und Besprechung der Interpellation statt. erhalten die Zinsen und die anderen Beamten müssen für An- Abg. Klasing( t.): Die konservative Fraktion verhält sich leihen 5-6 pet. Binsen zahlen. Die Kriminalistik beweist durch der Interpellation gegenüber durchaus ablehnend( Widerspruch aus nicht eine Besserung des Zustandes unter Stephan. Dant im Zentrum), weil sie einen Eingriff in die Prärogative der dem guten Kern unserer Postbeamtenschaft ist troy der jammer- Krone darstellt.( Große Unruhe lints und im Zentrum.) vollen Zustände die Zunahme der Verbrechen nicht groß. Aber Abg. Rören( V.): Nach der Erklärung des Ministers können ist das etwa eine Prämie darauf, den Leuten trotzdem die wir wohl über den Vorwurf des Eingriffs in die Prärogative tag 11 Uhr vertagt. schlechten Löhne weiter zu bezahlen?( Sehr wahr! bei den der Krone hinweggehen, denn der Erlaß von 1880 überträgt die Sozialdemokraten.) Der Thau soll nur mit gewissen Be- Begnadigung in Kontraventionsfällen dem Herrn Minister. Daß dingungen freigesprochen sein. Es giebt feine bedingte Frei- durch einen Straferlaß zu ähnlichem Vorgehen ermuthigt wird, sprechung, folglich ist der Mann unschuldig. Der Direktor ist nicht richtig; die Interpellation wünscht nicht den Erlaß aller Fischer hat sich aber wohl gehütet, auf den Fall Hartmann in Strafen, sondern nur der Strafen in folchen Fällen, welche auf Achtung, Parteigenoffen! Unter dieser Devise fordert die Schiltigheim einzugehen. Und solche Fälle sind garnicht vereinzelt. die Nothlage zurückzuführen sind. Wenn der Minister diesen Berliner Lokaltommission zu einer Protestversammlung gegen die Der Direttor Fischer hat eine sehr rosige Auffassung und bezieht sich Wunsch erfüllen will, so ist damit den Anforderungen der Inter- Beschlüsse der von ihr selbst einberufenen Volksversammlung vom auf Beitungsstimmen aus Beamtenkreisen; wir könnten ihm ganze pellanten genüge geschehen. Aber ganz befriedigend war die 4. b. M. auf, da diese Versammlung, entgegen den Abmachungen Wagenladungen voll Erklärungen von Beamten zustellen, worin Erklärung des Ministers nicht. Ich hätte gewünscht, daß er diese uns danken für unsere Stellungnahme. Alle unfere Reden einen allgemeinen Erlaß der Strafen zugesagt hätte, wo es fich der Lokalkommission, über das Lotal Sanssouci" die Sperre agitiren selbstverständlich, weil wir die einzige Partei sind, die um Streu und Laubentnahme aus dem Walde infolge der verhängte. Nun hat aber diese Voltsversammlung die Ar gumente der Lokalkommission reiflich erwogen und ift ausspricht, was ist( Oho! rechts). Ich freue mich meines Futternoth handelte. Das würde beruhigend auf die Bevölkerung scharfen Vorgehens, denn freffende Schäden werden nicht mit wirken. Aus eigener Kenntniß kann ich versichern, daß die trotz alledem zu dem Beschlusse gelangt, Sanssouci" zu sperren. Der Lokalkommission, als nur ausführender Rosenwasser behandelt. Herrn Enneccerus sage ich: wir sprechen düstersten Berichte der Zeitungen bezüglich der Futternoth hinter Faktor von Volksversammlungsbeschlüssen nicht außerhalb des Hauses anders als hier im Haufe. Eine der Wirklichkeit zurückgeblieben sind. Ein großer Theil der ver- Faktor von Volksversammlungsbeschlüssen denn die Boltsandere Partei, die ich nicht nennen will, steht heute so, morgen hängten Strafen ist nur dem engherzigen bureaukratischen Ver- versammlungen sind nicht der Lokalkommission wegen, sondern diese der Volksversammlungen halber da- wurde durch fast so. Wir können nicht wie eine gewisse Partei uns heute für halten der Unterbeamten zuzuschreiben. Bismarck begeistern und morgen mit Caprivi einverstanden sein. Minister v. Heyden: Eine so generelle Amnestie, wie der einstimmigen Beschluß aufgetragen, innerhalb eines Jahres betreffs der beiden gesperrten Lokale feine Voltsversammlung einzuberufen ( Gelächter rechts und bei den Nationalliberalen.) Die bekannte Vorredner fie verlangt, kann ich nicht erlassen. Fraktion Drehscheibe weiß das ganz genau.( Große Unruhe bei Nachdem noch die Abgg. v. Eynern( ntl.) und Jerufalem( 3.) und nun trotzdem obige Aufforderung? Parteigenossen! Das Ansehen und die Ehre der Partei erDen Nationalliberalen; Ruf: Fraktion Drehscheibe hat er gefagt, ihre Loyalität der Krone gegenüber hervorgehoben haben und sich fordern in diesem Fall, gegen den Versuch, Beschlüsse von Volkszur Ordnung! Lachen bei den Sozialdemokraten). Wenn Herr über das Begnadigungsrecht des Kaisers gestritten hatten, ergreift Enneccerus glaubt, es gäbe teine Fraktion Drehscheibe, so braucht Graf Limburg- Stirum das Wort. Nachdem er den Borrednern versammlungen vollständig zu ingnoriren, mit allem Nachdruck er nur in seiner Nähe zu suchen, vielleicht findet er fie.( Unruhe gegenüber die Kronrechte nochmals vertreten hat, fagt er: Ich Front zu machen. Parteigenossen! Erscheint Dienstag, den 13. d. M. zahlreich bei den Nationalliberalen.) Herr Fischer ist über die akten gebe zu, daß zu harte Bestrafungen erfolgt sind, und ich tadele in der Protestversammlung, es gilt die Souveränität der Boltsmäßigen Darstellungen stillschweigend hinweg gegangen. auch nicht, daß einzelne Abgeordnete eine Begnadigung für ein versammlung zu wahren und den Beschlüssen derselben die geEr hat sich an Nebensächlichkeiten gehalten und in zelne solche Fälle befürworten, aber ich verwahre mich dagegen, Der beliebten Weise Statistit gemacht. Die Post- daß die Sache hier fategorienweise beantragt wird. Durch solche Inter- bührende Achtung zu verschaffen, getreu dem stets hochzuhaltenbeamten und Subalternbeamten freuen sich, obgleich fie pellationen verleiten Sie nur die Leute zu dem Gedanken, daß sie den Grundſage, daß der Wille des Boltes und nicht der ein sehr frommes Geficht machen, innerlich doch sehr, daß hier ein Recht auf Begnadigung haben und daß es in so ernsten Wille des Einzelnen das höchste Gesetz ist. jemand ungeschminkt die Wahrheit sagt. Wir sind somit fon- Beiten mit solchen Delikten nicht so genau zu nehmen ist und daß servativ im Intereffe des bestehenden Staates und der bestehenden sie von der Regierung die Begnadigung verlangen können. Ordnung( Gelächter). Wir wollen die Lage der Posibeamten Wir müssen es in der jetzigen Zeit mit dem Echutz des Privatverbessern, der Staat aber zerstört feine eigene Autorität da- Eigenthums sehr ernst nehmen und verhindern, daß der Wald durch, daß er sich seinen Unterbeamten als großer Ausbeuter- preisgegeben wird. Abg. Gerlich( frt.) spricht seine Befriedigung darüber aus, daß die Eisenbahnverwaltung Erhebungen anstellt, bezüglich der Strecke Stargard- Neuenburg; die schlechten Finanzen sollten den Minister nicht vom Ausbau nothwendiger Strecken abhalten. Minister Thielen lehnt es ab, auf die Wünsche für die Zukunft einzugehen. Abg. vou Elern( t.) widerspricht dem Abg. Dittrich und bezeichnet es als beffer, lieber einen höheren Beitrag pro Kilometer von den Kreisen zu verlangen, damit sie von den Scherereien des Grunderwerbs befreit bleiben. Finanzminister Miquel: Die Frage ist von meinem Kollegen bereits beantwortet. Das bestehende System ist lästig und führt oft zu Absonderlichkeiten. Darauf wird um 4 Uhr die weitere Berathung bis Mon= Lokales. " Im Auftrage mehrerer Genossen: Oswald Grauer. A. Schweizer. Rrater. Wieder ein Justizmord? Wir lesen in der BoltsBeitung" von heute Abend: 3um Prozeß 3iethen. Am 2. Februar sind es zehn Anarchist entgegenstellt. Da müffen ja die Beamten ihren Respekt Abg. Tasbach( 8.) stimmt dem Abg. Rören bei, daß die Jahre geworden, daß der Barbier Albert 3iethen von vor Staat und Reich verlieren. Viele Unternehmer würden sich unteren Behörden sehr wenig entgegenkommend verfahren sind. Elberfeld wegen Gattenmordes vom Schwurgericht schämen, mit ihren Arbeitern so umzugehen, wie die Post- Redner führt noch eine Reihe von anderen Fällen an und greift zum Tode verurtheilt wurde, um später im Gnadenverwaltung.( Präsident v. Levego w rügt diesen Ausdruck.) auf seine früheren Ausführungen beim Etat der landwirthschaft wege zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt Herr v. Stephan will die württembergische Zarifermäßigung für lichen Verwaltungen zurück, in welchen er nachgewiesen habe, zu werden. Wohl felten ist ein Prozeß dagewesen, in tas Telephon nicht nachahmen. Er vergißt wieder, daß der daß den Gemeinden es nicht möglich gewesen wäre, bei der welchem nach Fällung des Urtheils, und sogar von in Berlehr sich hebt mit der Berbilligung und dann die Einnahmen Bewirthschaftung der eigenen Waldungen mitzuwirken. Wenn der Justizwelt bekannten Größen noch so viel gearbeitet fich sogar vermehren, wie die österreichisch ungarischen Eisen- folche Fälle untersucht werden, sollte der Minister den betreffenden worden ist, um nicht nur eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erzielen, sondern auch um einen des Mordes für schuldig bes bahnen seit Einführung des Bonentarifs beweisen. Bei der Post beschwerdeführenden Abgeordneten hinzuziehen. verwaltung ist manches faul im Staate Dänemark und bedarf fundenen Mann in den Augen der Mitmenschen als unschuldig dringend der Remedur.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) erscheinen zu lassen. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen Minister von Heyden: Diesen Wünschen kann ich nicht entsprechen.( Beifall rechts.) an= eine um Wiederaufnahme des Verfahrens schien Ziethen im Jahre ein, nur die Eisenbahnverwaltung selbst will noch immer un-[ bahn anwesender Bruder, der Rohrleger Gustav Schulz, nahm 1887 mit einem Antrag durchzukommen, als sein früherer Lehr- begreiflicher Weise nicht daran glauben." ihn mit nach seiner in der Alexandrinenstr. 71 belegenen Woh ling August Wilhelm ein später allerdings widerrufenes Ge- Man sieht, Rigdorf steht nicht umsonst in dem Weltruf, daß nung, wo der Verunglückte trot ärztlicher Hilfe einige Stunden ständniß ablegte, daß er und nicht Ziethen der Mörder sei. seine Beamten selbst den Berlinern an urpreußischer Schneidigkeit später starb. Damals wurde das Verfahren vom Landgericht in Elberfeld noch überlegen sind. Ueberfall. Von einem unbekannten Mann ist gestern gegen aufgenommen, jedoch auf erhobene Beschwerde der StaatsSelbsthilfe gegen einen Gerichtsvollzieher sollen Be- 8 Uhr Abends auf der Flur des Hauses Große Frankfurterstr. 93 anwaltschaft der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens wohner des Hauses Wißmannstraße 27 sich geleistet haben. Es ein Ueberfall auf das Dienstmädchen Emilie H. verübt worden. vom Ober- Landesgericht in Köln verworfen, weil das Geständniß des Wilhelm für unglaubwürdig gehalten wird darüber einem hiesigen Blatt berichtet: Eine Frau Braß, Sie wurde plöglich von hinten ergriffen, zu Boden geworfen und wurde. Auf Wunsch der Verwandten des verurtheilten Ziethen welche wegen einer Miethsschuld gepfändet werden sollte, wider stark am Hals gewürgt. Durch die Annäherung von Haussetzte sich der Pfändung durch den Gerichtsvollzieher Roch. bewohnern wurde der Angreifer verscheucht. Als er fortlief, ist haben( wie wir in der Barmer Zeitung" lesen) vor furzem die Rechtsanwälte Freudenthal in Berlin und Hierbei wurde ihr von mehreren Hausbewohnern, Männern und in feiner rechten Hand ein Wiesser gesehen worden; dem Anschein Flucht von Elberfeld einen neuen Antrag um Wieder- Frauen, Beihilfe geleistet. Der Gerichtsvollzieher requirirte nach hat er, als er überrascht wurde, in Begriff gestanden, auf polizeiliche Hilfe; als aber die gepfändeten Sachen die Treppe das Mädchen loszustechen. Leider tönnen die Leute, die den aufnahme des Verfahrens eingereicht. Dieser hinabgeschafft werden sollten, wurden die Beamten mit allerlei Verbrecher gesehen haben, von ihm nur eine sehr dürftige BeAntrag wird unter anderem damit begründet, daß nach einer genauen Zeitberechnung dem Biethen überhaupt die Zeit gefehlt Geschirr beworfen. Sowie die Sachen auf einen bereit stehenden schreibung liefern; sie wissen nur, daß er einen schwarzen habe, die That zu begehen, er vielmehr, als seine Frau ermordet Handwagen aufgeladen wurden, nahm dieses Bombardement aus Bart hat. wurde, noch im Eisenbaukoupee auf der Fahrt von Köln den Fenstern seinen Fortgang; auch Steine wurden gegen die Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich gestern Abend Beamten geschleudert. Mit vielen Schwierigkeiten erit konnte vor dem Hause Strelißerstr. 14. Dort war ein führerloses nach Elberfeld war. E wird dann darauf auf der Wagen seine Fahrt nach der Pfandkammer antreten. merffam gemacht, daß der Bug damals mit Ver Droschtenpferd zusammengestürzt. Ein im Nebenhause Nr. 18 spätung in Elberfeld eingetroffen und daß man im Hilflos aufgefunden wurde am Freitag Morgen um 6 Uhr wohnender Handelsmann Herlinger hatte beim Abschirren und ganzen Verlaufe der verschiedenen Verfahren niemals den vor dem Hause Invalidenstr. 158 ein Mann, der anscheinend Wiederaufrichten des Thieres hilfreiche Hand geleistet; hierbei Umstand berücksichtigt habe, daß die Bahnuhr damals stets fünf schwer erkrankt war und der Charitee zugeführt werden mußte. schlug das Pferd plöglich aus und traf H. so unglücklich an die Minuten nach den Ortsuhren gegangen wäre. Biethen habe Dort war er bis zum Nachmittage aus der Bewußtlosigkeit noch linke Schläfe, daß er, aus einer großen Kopfwunde heftig also 11,14 Uhr den Bahnhof verlassen und um 11,20-11,23 Uhr nicht erwacht. Die Persönlichkeit hat daher noch nicht ermittelt hlutend, bewußtlos auf dem Straßendamm liegen blieb. Der fei er schon von Hause fortgelaufen zum Arzt.( Dieser Umstand werden können. Verunglückte mußte nach Anlegung eines Nothverbandes in ein wird namentlich in einer Schrift von Paul Lindau sehr Krantenhaus geschafft werden. Sein Zustand soll ein hoffnungseingehend erörtert. Die Red.) Das Landgericht hat jedoch 614 Uhr in dem Hause Lübeckerstraße 30 verübt worden. Dort Ein schweres Verbrechen ist Donnerstag Abend um lofer sein. diesen neuerdings gestellten Antrag um Wiederaufnahme des Rüffelkäfer. In Verfolg der verschiedenen Beschwerden Verfahrens durch einen ausführlich begründeten Beschluß a b- wohnt im Quergebäude eine Treppe hoch das Drehorgelspieler gelehnt. Gegen diesen Beschluß wird beim Oberlandesgericht August Pohl'sche Ehepaar mit seinen sieben Kindern, drei Knaben landwirthschaftlicher Intereffenten und auswärtiger HandelsBeschwerde erhoben und man darf auf den Ausgang der geborene Anna Pohl, die die 128. Gemeindeschule besuchte. verständigen- Kommission der Berliner Produktenbörse und vier Mädchen. Zu diesen zählt die am 13. März 1882 tammern darüber, daß Getreide, welches von der SachSache gespannt sein. Wir können die Richtigkeit des Vorstehenden nur bestätigen. Gegen 6 Uhr spielte sie in Gemeinschaft mit mehreren Mädchen für gut und lieferbar erklärt wurde, sich nachträglich als mit Wir habe alle Schritte, die bis jetzt im Interesse des, für vor dem Hause, als der daselbst vorn im vierten Stock wohnende, schädlichen Substanzen vermischt erwies, hat sich jetzt die Staats uns ohne jeglichen 3weifel, unschuldig ver- am 15. März 1856 geborene Schloffer Hermann Filzhut zwischen anwaltschaft beim Landgericht I dieser Vorkommnisse Eine hiesige größere Firma( Auerbach und urtheilten Albert 3iethen seit Jahren gethan worden die Kinder trat und die Frage stellte: Wer von Euch will mit genommen. welche einem auswärtigen Rommittenten find, aufs genaueste verfolgt. es aber bisher, und zwar im nach oben kommen, um Geld zum Einholen von Brod zu Benaß), Interesse der Sache- vermieden, in die Deffentlichkeit empfangen?" Nach Kinderart stürmten nun Alle auf Filzhut Ladung Weizen verkauft hatte, die von der Sachverständigen. zu treten. Und auch heute enthalten wir uns weiteren Be- ein und riefen:„ ich, ich..." Filzhut hat nun eine Musterung Kommission für gut erklärt, thatsächlich aber mit Rüsseltäfern, mertungen, obgleich das ganze Material uns zu Gebote steht. gehalten, auf Anna Pohl gedeutet und diese nach seiner Wohnung fogenannten Krebsen" durchsetzt war, ist von der Staatsanwalt Wir glauben aber, daß der Moment noch nicht gekommen ist, mitgenommen. Filzhut, der verheirathet ist und in kinderloser schaft wegen versuchten Betruges unter Anklage gestellt worden. wo wir an die letzte Instanz: das Tribunal der öffentlichen Ghe lebt, war mit der Kleinen allein in der Behausung, da seine Die Hauptverhandlung findet am 28. Februar vor dem SchöffenEhefrau nach Stegliß gefahren war. Wie nun die Untersuchung gericht statt. Meinung zu appelliren haben. Freue dich Berlin! Nach dem jetzigen Stande der Etats- ergeben hat, wurde Anna Pohl von Filzhut in das SchlafPolizeibericht. Am 8. d. Mts. Vormittags lief vor dem berathungen im Magistratskollegium zur Feststellung des Stadt- zimmer geführt, wo es vor dem Bette durch einen Messerstich Grundstück am Kottbuser Ufer 58 ein vier Jahre altes Mädchen haushalts- Stats pro 1894/95, welche nur noch in einer Sigung Kind fein Lebenszeichen mehr von sich gab, nahm er es auf seine schwer verletzt, daß es bald darauf starb. in die rechte Seite des Halses zu Boden gestreckt wurde. Da das gegen einen Geschäftswagen und wurde durch Ueberfahren so Am Schiffbauerdes Kollegiums zu Anfang der nächsten Woche zu Ende geführt werden, steht es bereits jetzt schon mit Sicherheit fest, Schultern und legte es auf die nach dem Boden führende damm sprang eine Näherin in die Spree, wurde aber durch daß die Gemeinde Einkommensteuer nach einem Sage von Treppe nieder, kehrte dann in seine Wohnung zurück einen Dachdecker alsbald herausgezogen und demnächst mittels 100 pet. im nächsten Etatsjahre zur Erhebung gelangen wird. und versuchte durch Scheuern des Fußbodens die Blutlache Strankenwagens nach der Charitee gebracht.- Nachmittags Für das laufende Etatsjahr werden bekanntlich nur 85 pCt. er zu beseitigen. Anna Pohl war eben nicht todt, kam wieder zu wurde am Friedrichshain ein etwa 65 Jahre alter unsich und schleppte sich bis nach dem unteren Hausflur hinunter, bekannter Mann erhängt vorgefunden. Gegen Abend wurde wo sie noch den Namen des Thäters zu nennen im Stande war. Bei hundert Prozent mird hoffentlich auch Herr v. Mirbach Ein hinzugerufener Arzt ließ das Kind nach dem Moabiter einen Rollwagen an beiden Füßen überfahren und so schwer vor dem Hause An der Stechbahn 2 ein Schuhmacher durch und auch sonst noch ein gutes Stück Byzantinismus zu seinem Krankenhaus bringen, wo es gegen Mitternacht an den Folgen verlegt, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Bu Rechte tommen. Die Steuerzahler haben's ja. der Verlegung starb. Der sofort benachrichtigte Polizeilieutenant derselben Zeit wurde die 12 Jahre alte Tochter der Arbeiter v. Kop nahm den Thäter in der Wohnung felt und ließ ihn Bohr'schen Eheleute im Thorwege des von diesen bewohnten nach der Polizeiwache bringen. Hier wurde bei ihm ein Taschen Hauses Lübeckerstr. 30 im besinnungslosen Zustande vorgefunden. messer gefunden, das aber anscheinend nicht als Mordwerkzeug Es ist festgestellt, daß das Kind von dem in demselben Hause gebraucht worden ist, da keinerlei Spuren von Blut bisher daran 4 Treppen hoch wohnenden Schlosser Filzhuth nach seiner gefunden wurden, andererseits ist aber ein Messer, das er ge- Wohnung gelockt und dort durch einen Stich in den Hals verbraucht haben könnte, nicht zur Stelle geschafft worden. Der letzt worden ist. Das Kind wurde nach dem städtischen Krankentriminalistischen Untersuchung liegt nun die Feststellung ob, aus hause gebracht, wo es bald darauf starb. Filzhuth giebt zu, das welchem Grunde Filzhut, der sich ruhig verhaften ließ, die That Mädchen mit einem Messer verletzt zu haben, behauptet aber, es begangen hat, d. h. ob er noch ein anderes Verbrechen an dem in einem Krampfanfall gethan zu haben, und scheint auch GeistesMädchen beabsichtigt oder es im Wahnsinn erstochen hat. Bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung hat er wohl die That ein- als er in der Strelitzerstraße ein durchgehendes Droschkenpferd störung heucheln zu wollen. Abends wurde ein Handelsmann, geräumt, sich aber über die Veranlassung dazu nicht ausgelassen. aufhielt, von demselben durch einen Schlag am Kopfe schwer Filzhut wird in der Schlosserei Birkenstr. 16, wo er beschäftigt verletzt. Am Königsthor fiel ein Kaufmann beim Abspringen war, als ein brauchbarer Arbeiter gefchildert und erhält auch von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen hin und von dem Hauswirth ein gutes Zeugniß. Er wurde noch in der erlitt eine so schwere Verletzung am rechten Arme, daß er nach Nacht nach dem Bolizeigewahrsam gebracht und ist am Mittwoch dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. der Staatsanwaltschaft zugeführt worden. Im Laufe des Tages wurde die Feuerwehr siebenmal alarmirt, darunter nach der Chauffeestr. 75, wo Pferde in eine Bau grube gefallen waren, nach der Wasserthorstr. 73 zu einem DachStuhlbrand, und nach Wilhelmstr. 17, wo durch spielende Kinder Feuer verursacht worden war, bei dem dieselben in Lebensgefahr kamen, da sie sich allein in der verschlossenen Wohnung hoben, B Arbeiter Bildungsschule. In der Nordschule findet der nächste Unterricht in Gesezeskunde am Montag, den 12. Februar, Abends 81/2 Uhr statt. Zur Feier des 18. März. Die Parteigenoffen und Genossinnen der sechs Berliner Wahlkreise lassen durch Vertreter am Morgen des 18. März in üblicher Weise Kränze auf den Gräbern der Märzgefallenen im Friedrichshain niederlegen. Außerdem finden zur Erinnerung an die Freiheitskämpfer der Revolutionsbewegungen in allen Kreisen Versammlungen statt. Die Nummer des Parteiorgans von Teltow- Beeskow- Storkow erscheint mit ensprechendem Inhalt an diesem Tage in rothem Feftgewande. Das Ende des Armen. In knieender Stellung todt auf gefunden wurde am Donnerstag Nachmittag um 4 Uhr ein etwa 65 Jahre alter unbekannter Mann auf einem Spielplaße im Humboldthain. Er hatte sich an einem Baume erhängt. Aus weispapiere sind nicht vorhanden; der Greis ist dürftig gekleidet und hat langes Haar und einen Vollbart. Theater. Daß ein Vergnügen eigener Art zuweilen doch eine Tarameter- Droschtenfahrt ist, mußten auch Herr Ramon Ugarte Wozu die Unternehmer Geld übrig haben. Für ein nebst Frau aus Balparaiso erfahren. Dieselben bestiegen dieser in Friesack zu errrichtendes Hohenzollern Denkmal" zeichneten Tage in der Königin Augusta- Straße Nachmittags 3 Uhr eine u. a. der Direktor der Aktiengesellschaft Schwarzkopff, Kommer- Tarameter- Droschke, deren Führer, ein ganz junger Mann, stolz sienrath Rafelowsty, 5000 m., der Fabrikbefizer Vogt 6000 m. den Weißlacirten" auf seinem Haupte trug. Die Fremden befanden. Ob es diesen Leuten auch nicht darauf ankäme, wenn die bei logirten im Hotel Prinz Heinrich" in der Dorotheenstraße und ihnen beschäftigten Arbeiter eine Lohnerhöhung fordern würden? beauftragten den Kutscher, sie dorthin zu fahren. Derselbe fuhr nach Angabe der Fahrgäste auch mit ihnen davon. Gewarnt sei vor einem Schnorrer, der gegenwärtig in Luftig ging's durch die Straßen Berlins, jedoch in die Dorotheen- Aufzügen von Fedor von Bobeltih. Ein junger Mann muß Lessing Theater. Dhne Geläut. Schauspiel in fünf Wirthschaften, in denen Arbeiter verkehren, die Parteigenossen straße führte die Fahrt nicht, sodaß den Herrschaften schließlich Glück haben. Und Glück hatte der traurige Held der gestern brandschatzt. Der Mann heißt Langguth, ist Schlosser und hat unheimlich zu Muthe wurde und die Dame, welche deutsch sprach, lück haben. Und Glück hatte der traurige Held der gestern schon früher auf das Mitleid der Genossen spekulirt, die ihn sich endlich veranlaßt sah, dem Kutscher die Lage der Dorotheen- vorgeführten Bauerntragödie, wenn es ihm auch während der aber ziemlich regelmäßig abwiesen, weil er sich weder über seine straße ungefähr zu bezeichnen. Dieser Unterweisung hatten die ganzen fünf Afte verteufelt schlecht ging. Dr. Hans Möller hat sich als Gutsbefizer in dem neumärkischen politische noch über seine gewerkschaftliche Organisationsangehörig Fremden es zu verdanken, daß sie nach einstündigem Umberfeit ausweisen konnte. Diesem für ihn unangenehmen Umstande irren um 4 Uhr vor ihrem Hotel anlangten. Als Entschädigung Dorfe Busow auf die chemische Buddelei" gelegt und sich mit hat er dadurch abgeholfen, daß er sich bei dem Restaurateur für diese Spazierfahrt forderte der Kutscher 1,20 m., wollte sich seinen landwirthschaftlichen Experimenten derart hineingebuddelt, daß ihn nur noch das letzte Allheilmittel, das in der heutigen GesellHilgenfeld, Bergstr. 60, ein Mitgliedsbuch des Wahlvereins für indessen mit einer Mart begnügen, als ihm erklärt wurde, daß daß ihn nur noch das letzte Alheilmittel, das in der heutigen Gesellden 6. Wahlkreis ausstellen ließ, das er jetzt bei seinen Brand- er zur Anzeige gebracht werden würde. Diese Anzeige ist denn schaft in folchen Fällen üblich ist, die reiche Heirath retten kann. schatzungen als" Legitimation" vorzeigt. auch und zwar auf dem Vereinsbureau Berliner Droschten. Diese betreibt er dann in einer auch nach bürgerlichen Begriffen futscher, Schüßenstr. 58 erstattet worden mit dem dringenden mephistophelischen Freundes, des Kreisphysikus Goedecke, die etwas eigenthümlichen Weise. Er erobert auf den Rath seines Ersuchen, dem Polizeipräsidium schleunigst die Angelegenheit zu Tochter des reichen Lehnschulzen bei einem zufälligen Glase Bunsch unterbreiten, was denn auch geschehen ist. Herr Ramon Ugarte und um seiner Werbung eine ganz sichere Deckung zu ver dürfte jedenfalls den Berliner Tarameter- Droschten ein freund- leihen,„ entehrt" er sie bereits in der Liebesgluth des ersten( Beiliches Andenken bewahren! sammenseins. Daß dies geschehen konnte, hatte seinen Grund in dem Mißbehagen, das das arme, in einer Pension zur Bildung erzogene Ding in seiner rohen bäuerlichen Umgebung em pfand. Sie sehnt sich weit, weit weg von dem progigen Bauernpack und ist überglücklich, daß sie eine Seele gefunden hat, die mit ihr empfinden will und ihr das Glück dieser Erde verspricht fie giebt sich ihrem Retter hin! Aber das Idyll bekommt einen recht häßlichen Beigeschmack. Um seiner Werbung bei den natürlich widerstrebenden knorrigen Alten Nachdruck zu geben, läßt er ein häßliches Wort von dem Erfolg fallen, den er bei seiner Braut hatte und nun müssen die Eltern, die Geld zu Gelde geben wollten, knirschend einwilligen. Doch ein Bauerngemüth läßt nicht so " Die Schneidigkeit der Nirdorfer Bahnhofs Beamten, die von den Passagieren der Ringbahn schon seit langem mit eigenartigen Gefühlen aufgenommen worden ist, hat endlich eine Kalamitat hervorgerufen, die die heutigen Zustände auf diesem Bahnhof als geradezu unhaltbar erscheinen läßt. Wiederholt ist es in den letzten Tagen zu Reibereien zwischen den Fahrgästen Ueber die Figigkeit der Post" wird von einem Beund den dienstthuenden Beamten gekommen und es wird sogar theiligten geschrieben: Am 26. v. M. zwischen 1 und 2 Uhr von Prügeleien berichtet, bei denen beide Parteien arg mit- Nachmittags wurde hier in Berlin ein nach Spandau bestimmter genommen sein sollen. Von dem Fahrkarten Schaffner Brenner Brief abgegeben, der den Spandauer Poststempel von demselben wird mitgetheilt, daß er an einer Verlegung, die er in Tage 6-7 Nachmittags trägt. Troydem ist er erst am 29. v. M., einem Kampf am Montag Montag erlitten hoffnungslos dar- Morgens gleich nach 8 Uhr, in die Hände der Empfängerin, Ueber die Ursachen dieser bedauerlichen einer Spandauer Zeitung gelangt. Der Brief enthielt den Be nieder liegen soll. Ueber Zustände bringt ein bürgerliches Blatt, die Rigdorfer richt über eine Gerichtsverhandlung, der nach der fast dreiZeitung", Mittheilungen, die selbst bei solchen Leuten, die bisher tägigen Reise natürlich nicht mehr zu verwenden war. Ein Beruf und Neigung in sich fühlten, den Beamten auf jeden Fall Grund für das verspätete Eintreffen wurde auf eine Nachfrage Echonung angedeihen zu lassen, ein bedenkliches Mißbehagen nicht gegeben, die Empfängerin vielmehr auf den Weg der Behervorrufen wird. Es wird berichtet: Wer häufig von Rig schwerde verwiesen. dorf aus die Stadt- und Ringbahn benuht, wird über diese Bor Adam Riese in der Stadtverwaltung. Im„ Amtlichen leicht locker und die Alten geben ihrem Schmerz über gänge durchaus nicht erstaunt fein, sondern sich nur Anzeiger" giebt die Städtische Baudeputation bekannt, daß die beredten Ausdrud, daß sie für die Tochter nur das Pflichttheil, das ihrem Hause widerfahrene Mißgeschick dadurch Darüber wundern, daß derartige Auftritte nicht schon soften, welche die etwaigen Bebauer der Wildenowstraße für die 45 000 Thaler als Mitgift losmachen und so durch den ganzen früher und öfter vorgekommen sind, denn das Be- Freilegung, erste Einrichtung und Pflasterung an die Stadt Geschäftsplan des glücklichen Bräutigams einen bicken Strich nehmen einiger Unterbeamten dem Publikum gegen gemeinde zurückzuerstatten haben, sich für das laufende Meter ( nur in diefen? R. d. V.") Erregung und tiefe Er- Frontlänge auf 88,881 137 Mart belaufen. Das nennt man noch ben Gutsbesizers erfaltet folgerichtig ganz bedeutend und der Zufall bitterung hervorzurufen. Erst neulich nahm ja der Vor- rechnen! will, daß Anna, so heißt die ungerathene Bauerntochter, ein Der Redaktions Schmetterling ist bei uns eingeliefert Gespräch belauscht, in dem ihr Bräutigam seinem Busenfreund sitzende des hiesigen Schöffengerichts in einer Verhandlung Gelegenheit, das Betragen dieser Beamten dem Publikum gegenüber worden. Weitere Exemplare sind nicht erwünscht. das ihm widerfahrene Mißgeschick flagt. Das arme Mädchen, in scharfer Weise zu kritisiren. Und in der That wird es sich bei einer eingehenden Untersuchung herausstellen, daß die meisten Aus dem großen von der Anklamer, Brunnen, Rheinsberger- und Leidensstala einer Gefallenen" durchmachen. Die ärgerlichen Durch wiederholtes Schießen, das nächtlicherweile in dem der Muth fehlt, fich aus ihren Verhältnissen herauszureißen, fieht sich an einen Schurken gefesselt und muß nun die ganze schreitungen auf dem hiesigen Bahnhofe herbeig führt werden durch Streligerstraße umschlossenen Häuserviereck ertönt, werden die Eltern wollen, daß fie als Entehrte ohne Geläut" zur das Auftreten, bas gewisse unterbeamten dem Bewohner jetzt öfters erschreckt. Abgesehen von dem Schreck, Trauung gehe, und die Buben auf der Straße rufen Wir können Publikum gegenüber anzuschagen belieben. Wir können der Bahnverwaltung daher nur empfehlen, ihre Unterbeamten tann bei der dichten Bewohnung leicht eine Gefahr für Menschen ihr Schimpfworte nach. In der höchsten Noth wendet sich die anzuweisen, das Publikum angemessen zu behandeln, und wir eine auf dem Hofe stehende große Kiste, hinter welcher sich die des Dr. Hans Möller, hat von der Verführung des armen anzuweisen, das Publikum angemessen zu behandeln, und wir leben entstehen. Vor einiger Zeit schlug eine Teschingkugel in unglückliche an den Pastor des Dorfes. Dieser, ein Studienfreund find sicher, daß alle diese bedauernswerthen Auftritte aufhören. Heine elfjährige Tochter des Hausbesitzer. versteckt hatte, die Kindes mit um so größerem Schmerz Kenntniß genommen, als W. Sodann ist aber auch die ganze Anlage des Bahnhofs dazu aner selber die„ Entehrte" seit langem in sein Herz geschlossen hatte. gethan, Ausschreitungen zu begünstigen. Kommt irgend auf dem mit anderen Kindern im Hofe spielte. Bahnsteig etwas vor, so laufen alsbald von der Straße Hunderte Auf der Kegelbahn verunglückt ist in der Nacht zum Bei der Offenbarung ihrer Leiden erfährt er von dem Schurkenvon Menschen auf den offenen Bahnsteig und der Strawall ist 7. d. M. der Kaufmann Karl Schulz aus Groß- Lichterfelde. streich, dessen Opfer sie geworden und über alle Schranken Stellung sich hinwegsehend, entschließt er fich, fertig. Die Uebelstände werden immer schlimmer werden, solange Er war mit einer Gesellschaft im Kulmbacher Garten in Berlin, feiner man mit dem seit Jahren in Aussicht gestellten Bahnhofsumbau, Annenstr. 23, glitt aus, als er eine Rugel werfen wollte, und ber Geliebten ihre Reinheit wiederzugeben" am Schluß des zu dem der Landtag die Gelder ja längst bewilligt hat, noch schlug mit dem Hinterkopf derart auf den Bohlenbelag, daß er Stückes, als der Vater freudestrahlend mit dem zögert. Daß die jeßigen Zustände unhaltbar sind, sieht ieder Baie eine Gehirnerschütterung erlitt. Sein gleichfalls auf der Kegel den Tod seines Dntels in einen Millionenerben B " burch Deta wobei Fachverein der Uhrmacher. Heute Versammlung bei Wienece, Alte Jakobstr. 83. Vortrag des Genossen Mattutat. Allgemeine Kranken- und Sterbekalle der Metallarbeiter( E. H. nr. 29, Hamburg), Filiale 4 Berlin. Sonnabend, den 10. Februar, Abends 8% Uhr, Bersammlung bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Ortsverein der Porzellanmaler. Versammlung, 8% Uhr, bei Ehrenwichtige Verbandsangelegenheiten. berg, Annenftr. 16. Wiſſenſchaftlicher Vortrag des Genoffen Friß Hanſen und wandelten Doktor zurüdfehrt, fällt über ein wirklich glück- Droschke und dadurch am folgenden Tage die Infassen zu er- schiedenem wurde die Haltung der sogenannten unparteilichen liches Brautpaar der Vorhang. mitteln. Nach kurzer Strecke habe die Droschke gehalten, Blätter anläßlich der Affäre vom 18. Januar erörtert und eine Wie man sieht, ist in dem Stück die Lebensanschauung die beiden Polizeilieutenants seien herausgesprungen und Resolution angenommen, welche jedem die Unterstüßung der unserer Modernen mit einem guten Theil Birch= Pfeiffer'scher nun sei es zu der Schlägerei gekommen, der Arbeiterpresse zur Pflicht macht. Allgemein verurtheilt wurde Rührseligkeit vermengt und es konnte daher nicht fehlen, daß Polizeilieutenant Braun blank gezogen und einen der Angeklagten es, daß die beiden angekündigten Referenten Dr. Heymann es vor Allem von dem Frauenpublikum ungemein günstig auf schwer verwundet habe. Dieser lettere Vorfall würde noch und Adler ohne Entschuldigung der Versammlung ferngeblieben genommen wurde. Ist der Autor auch zu sehr mit der bürger- Gegenstand einer besonderen Verhandlung sein. waren; die Genossen hätten zum mindesten für Vertretung Sorge lich- philiströsen Denkungsweise verwachsen, um ein unbestrittenes Diese Darstellung der Angeklagten wich von der Bekun- tragen müssen. Problem dramatisch zur Lösung zu bringen, so entschädigt er dung der beiden Polizeilieutenants wesentlich ab. Die Letzteren dafür durch eine treffliche Charakterzeichnung. Der Dichter hat es wollten die Angeklagten in höflicher Weise aufgefordert haben, verstanden, das Empfinden und, wenn man von einem solchen den Bürgersteig zu verlassen. Die Angeklagten hätten sie aber reden kann, das Seelenleben der norddeutschen Bauern anschaulich mit höhnenden Redensarten verfolgt und da könne es sein, daß wiederzuspiegeln, und er verdient Dank für den frischen Erd- ihrerseits der Ausdruck ,,.... jungens!" gefallen sei. Zeuge geruch, mit dem er die Handlung durchwebt. Gefördert wurde der Hennig behauptete mit Bestimmtheit, daß er nicht„ Judenlümmel" Erfolg durch die im ganzen vortrefflichen Leistungen der Mitwirken- gesagt, er vermeide es als Beamter grundsätzlich, diese Gegensäge den. Neben Herrn Guthery als märkischen Bauer verdiente anzuregen. Als der Zeuge Braun in die Droschke steigen wollte, Fräulein Elfinger, eine bisher ziemlich unbeachtet gebliebene fah er plöglich wieder die vier Angeklagten vor sich stehen. Er Künstlerin für ihre Leistung als Heldin des Stückes ehrende mußte annehmen, daß die Ageklagten von neuem mit ihnen an Erwähnung. Ob das Werk trotz seines äußerlichen Erfolgs lange binden wollten und deshalb habe er dem ihm zunächst ſtehenden beim Publikum in Gunst bleibt, ist zu bezweifeln. Louis Kah einen Stoß verfeht, um sich freie Bahn zu verschaffen. Der Vorsitzende sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Angeklagten nicht eine halbe Minute später an der Stelle angelangt waren, wo die Zeugen einstiegen, dann spätere, viel ernstere Vorfall nicht passirt. Die Abweichungen zwischen den Darstellungen der Parteien ließen sich durch die Beweisaufnahme nicht völlig klären. Der Amtsanwalt hielt die Anklage nur in einem Punkte aufrecht, nämlich in der Nichtbefolgung einer polizeilichen Anordnung. Hierfür beantragte er eine Geldstrafe von je einer Mart. Gerichts- Beitung. Prozeß Harden. Das Bureau Herold berichtet: Wie den Leipziger Neuesten Nachrichten" gemeldet wird, hat nunmehr auch der Staatsanwalt gegen das Urtheil der Berliner StrafTammer im Prozeß gegen den Herausgeber der Zukunft", Maximilian Harden, wegen Beleidigung des Reichskanzlers Berufung angemeldet mit der Begründung, daß dem Angeklagten zu Unrecht der Schutz des§ 193 R.-St.-G.( Wahrung berechtigter Interessen) zugebilligt worden sei. wäre der Der Gerichtshof folgte den Ausführungen der Vertheidiger und sprach sämmtliche Angeklagte völlig frei. Die Absicht, einen Streit herbeizuführen, habe auf keiner Seite vorgelegen und die in dem Strafmandate zum Ausdruck gebrachten Uebertretungen feien als erwiesen nicht zu erachten. Ein Vorfall, der derzeit die Presse in nicht unerheblicher Weise beschäftigt hat, gelangte gestern vor der 139. Abtheilung des Schöffengerichts zu eingehender Erörterung. Es handelte sich um den Streit, der im August v. J. zwischen zwei Polizei lieutenants und mehreren Zivilisten stattfand. Die Letzteren, die Kaufleute Louis und Julius Kaz, der Kaufmann Vanderschmitt und der Buchhalter Krause hatten infolge der Vorgänge je ein Strasmandat über 28 Mark erhalten, weil sie sich je dreier Uebertretungen: des Stehen bleibens auf dem Bürgersteige, des Ungehor: i am 3 gegen Polizeibeamte und des groben Unfugs schuldig gemacht haben sollten. Sie hatten richterliche Entscheidung beantragt, behaupteten im gestrigen Termine, daß sie völlig schuldlos feien und schilderten die Vorgänge übereinstimmend in folgender Weise: In der Nacht zum 5. August v. Js. gegen 1 Uhr hätten sie an der Alten Schönhauserstraße unweit der Linienstraße auf dem Bürgersteige gestanden, um sich zu verabschieden. Da zwei von ihnen am Rand der Bordschwelle und die beiden anderen dicht vor diesen gestanden hätten, so sei für die Vorübergehenden noch reichlich Plaß gewesen. Da seien zwei Polizeilieutenants mit einem Zivilisten vorübergegangen. Einer der ersteren, der Polizeilieutenant Braun, habe im Vorbeigehen zu ihnen in barschem Tone gefagt:" Echeeren Sie sich hier herunter!" Sie hätten erwidert, daß sie anständige Leute seien und eine anständige Behandlung verlangten, zwei von ihnen seien aber den noch vom Bürgersteig hinabgetreten, die beiden anderen auf dem Mofaitpflaster stehen geblieben. Der zweite Beamte, Polizeilieutenant Hennig II, der schon einige Schritte an ihnen vorüber war, sei wieder umgekehrt und habe ihnen gesagt;„ Wenn Sie anftändige Leute sind, dann gehorchen Sie!" Der Lieutenant solle dann im Fortgehen den Ausdruck Judenlümmel" gebraucht haben. Die Angeflagten feien feien sehr entrüftet gewesen, hätten aber die Sache für erledigt gehalten und beschlossen, noch im Café Schulz ein Glas Bier zu trinken. Sie hatten die Ecke gerade erreicht, als die beiden Beamten mit ihrem Begleiter, dem Inspektor Braun, im Begriff waren, in eine Droschke zu steigen. Der lettere und Polizeilieutenant Hennig befanden sich bereits im Wagen, Lieutenant Braun unterhandelte mit dem Kutscher und wollte auch in die Droschke steigen, als die 4 Angeklagten sich in seiner Nähe befanden. Polizeilieutenant Braun habe sie wieder mit einem Echimpfworte belegt und dem ihm zunächst stehenden Louis Katz einen so heftigen Stoß verfeht, daß derselbe zu Boden stürzte. Dann sei Polizeilieutenant Braun in die Droschke gestiegen und diese davongefahren. Der Angeklagte Julius Kat habe, empört über die seinem Bruder widerfahrene Behandlung, dem Wagen die Worte nachgerufen: Ihr seid Lumpengesindel und Feiglinge, wenn Ihr davonfahrt!" alle vier feien sie dann dem Wagen nachgelaufen, um die Nummer der der Arbeiterschaft Rechnung getragen ist." Eine intereffaute Rechtsfrage wurde heute durch die zweite Strafkammer am Landgericht II entschieden. Der Bierverleger Hermann Kalbhenn in Spandau hatte für den Restaurateur Schröder, der auf dem dortigen Schützenplage ein Restaurationszelt aufgestellt hatte, Bier geliefert und zulegt 32 M. zu fordern, die er von dem gänzlich verschuldeten Wirth nicht erhalten fonnte. Echröder wollte aber Weiterungen mit anderen Gläubigern entgehen und bat darum den Kalbhenn, sein Restaurations- Inventar vom Schüßenplate abzufahren. Kalbhenn ging darauf ein, behielt jedoch einen Theil der Schröder'schen Sachen in seinen Besit, um sich die Deckung seiner Forderung zu sichern. Diese Art der Selbsthilfe führte ihn auf Betreiben Schröder's vor Gericht und das Epandauer Schöffengericht verurtheilte ihn wegen Unterschlagung zu sechs Wochen Gefängniß, von der Annahme ausgehend, daß objektiv wie subjektiv die Unterschlagung festgestellt sei. Ohne Einverständniß mit dem Besitzer durfte er die Sachen nicht an sich nehmen. Seine Forderung mußte er In der Beauf dem Rechtswege geltend zu machen suchen. rufungsinstanz behauptete Rechtsanwalt Dr. Schwindt als Vertheidiger des Angeklagten, daß dem lehteren die rechtswidrige Absicht feineswegs nachgewiesen sei. Sein Klient habe lediglich in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. Da Schröder zahlungsunfähig war, würde der Angeklagte auf dem Rechtswege absolut nichts erreicht haben. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte unter Aufhebung des ersten Urtheils auf kostenlose Freisprechung. Achtung! Versammlungen. Kranken- und Segräbnißkaffe der Wäschezuschneider( E. H. 45). ftraße 73. Jeden Sonnabend von 8-10 Uhr, im Restaurant Hahn, Neue KönigTheater- und Vergnügungsverein Fritillaria. Sonnabend, den 10. Februar, Stiftungsfest in Stemund's Festfälen, Linienſtr. 8. Sauermann, Adalbertstr. 8, Zanz, Vorträge. Privat- Theatergesellschaft Romelia. Sonntag, den 11. Februar, bet Verein ehem. Schüler der 30. Gemeindeschule. Sonnabend, den 10. Februar, Abends 9% Uhr, Koppenftr. 58, Restaurant Richet, Sigung mit Damen. Borlesung des Lehrers Herrn Marschall über„ Reuter". Neuer Berliner Handwerker- Verein. Sonnabend, den 10. Februar, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 38, Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Feickert über:„ Aus der Naturheilkunde". Vormittags 10% Uhr, Vortrag der Frau Hedwig Wilhelmi über:„ Der freté Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 11 Februar, Wille." Nachmittags 4-6 Uhr Jugendfortbildungs- Stunden unter Leitung von Herrn Dr. Völfel: Die griechische Mythologie in threm Zusammenhang mit Sen Bibelsagen." Frl. da Altmann. Abends 7 Ühr, gesellige Versammlung mit Bortrag von Ethische Gesellschaft. Conntag, den 11. d. Mts., Bwei Bersamm tungen: 1. In Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79, Abends 6 Uhr: Referentin: Frau Henrich- Wilhelmi über„ Ehe und Ehescheidung". 2. In der Berliner Ressource, Eingang Stallschreiberstr. 43, Abends 6 Uhr, Referentin: Frt. A. Wabnig über Religion". Nach den Bersainmlungen gemüthliches Beisammensein und Tanz. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 9. Februar. Eine Versammlung von 2000 Arbeitslofen, welche heute in Meidling abgehalten wurde, ist infolge Angriffe gegen die Regierung aufgelöst worden. 400 Theilnehmer an dieser Versammlung zogen nach dem Rathhause, um dort eine Demonstration zu veranstalten, sie wurden aber gegenüber dem Deutschen Voltstheater zerstreut, ohne Widerstand zu leisten. Verona, 9. Februar. Heute Nachmittag 1 Uhr 50 Minuten erfolgte hier ein ziemlich heftiger Erdstoß; auch in Tregnago und Bardolino wurden starke Stöße verspürt.. Rom, 9. Februar. Nach einer Meldung der„ Agenzia Stefani" aus Rio de Janeiro lehnten außer Italien auch die Vereinigten Staaten und England die Anerkennung der Aufständischen als triegführender Partei ab. Briefkaffen der Redaktion. O. H. Ersuchen Sie die benachtheiligten Damen, selber zu uns zu kommen. R., Bernauerstr. Die Veröffentlichung gehört in Ihr Fachorgan. E. O. St. Bei der Polemik gegen solche Gegner wäre es schade um Papier und Druckerschwärze. Die benachtheiligten Arbeiterinnen müssen selber zu uns tommen; auf Hörensagen ist nichts zu geben. Lüneburg. Wir ziehen die Schlosser'sche Weltgeschichte vor, trotzdem sie natürlich in manchen Dingen veraltet ist. " Eine öffentliche Volksversammlung für Friedrichsberg und die umliegenden Vororte wurde am 30. Januar im Lokale Kotsicky. Wir würden Ihnen empfehlen, diese Angelegendes Herrn Spißig abgehalten, um Stellung zum Boykott der heit in der Gewerkschaft bekannt zu geben. Charitee zu nehmen. Genosse Rücker begründete an der Skrusden. Wir haben nicht einmal für Driginalgedichte, Hand der aufgestellten Forderungen die Nothwendigkeit einer noch weniger für abgeschriebene Verwendung. Ihrem Wunsche durchareifenden Aenderung und empfahl der Versammlung nach Agitationsnummern soll nachgekommen werden. ( Beiihrer feits der Berliner Arbeiterschaft beizutreten. F. K. 41, Schwerin. Sassenbach". Berlin. Invalidens fall.) Genosse Schmidt und einige andere Redner Straße 145. die Schilderungen des des Referenten und be= Halle. Ein derartiges Buch existirt nicht, fie finden ein ergänzten fürworteten die firengste Innehaltung des Boykoits. Der Vor- folches Ortsverzeichniß in dem Amtsblatt Ihres Kreises in einer sitzende Genosse Schulze verlas sodann folgende Resolution, Nummer, in der die Wahlen ausgeschrieben waren. H. A. Wir können Ihnen keine Auskunft geben, da der welche einstimmig genehmigt wurde: Die 2c. Versammlung hat die Ueberzeugung gewonnen, daß der Boykott der Charitee ein betreffende Verein uns bis jetzt sein Adressenverzeichniß nicht eindurchaus berechtigter ist. Die Anwesenden versprechen nach gesandt hat. Blosfeld. Rathen Sie Ihrem Freund, seine Wahrnehmungen Kräften dafür einzutreten, daß der Charitee so lange keine Kranken überwiesen werden, bis den berechtigten Forderungen auf dem Polizeipräsidium zu Protokoll zu geben. Moabit 1000. 1 und 2. Ja. Achtung! Große öffentliche Versammlung der weiblichen Angestellten in den Butter-, Bäcker- u. Schlächter- Geschäften am Sonntag, den 11. Februar, Nachm. 4 Uhr, in den Armiuhallen, Kommandantenstraße 20. Tages Drdnung: 1. Bortrag der Genoffin Ihrer: Die Lage der Angestellten unseres Berufes. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um rege Betheiligung ersucht Die Einberuferin. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, 11. Februar, Vormittags 10 Uhr. im Rest. Rau, Staligerstr. 126: Konferenz der Vertrauensleute des Süden. Montag, 12. Februar, Abends 82 Uhr, bei Wilke, Hochstr. 32: Konferenz der Vertrauensleute des Norden. 488/1 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Großer Wiener Maskenball Unter Ver= Germania- Säle. E Chausseestraße 103, nahe der Invalidenstraße. Montag, den 12. Februar 1894, Abends präzise 8½ Uhr: IV. Abonnements- Konzert ( Solisten- Abend) Ehrenerklärung. Die von mir über Frau Heuberger ausgesprochene Beleidigung nehme ich hierdurch zurück und erkläre dieselbe für eine ehrenwerte Frau. 16666 Frau Sommer: Freunden und Genossen empfehle ich meinen tägl. Fleischverkauf von Rind, Kalb: u. Hammelfleisch zu den billigst. Frau J. Schulze, Eisenbahnhalle, Stand 15. der Berliner Freien Musiker- Vereinigung. Orchester: 60 ann. Neues Programm. Dirigent: G. Grass. Preisen. Solos für Violine( C- moll- Konzert v. Mendelsohn. Solist: Herr Tomscha). 1656b Flöte, Piston, Klarinette 2c. 487/1 Abonnementskarten à 50 Pf. für 4 Konzerte oder als Familienund Farben billet bis zu 4 Personen beliebig zu verwenden, in den bekannten Verkaufsstellen. Strohhutzwirn alle Stärken Abendkasse: 20 Pf. pro Person inkl. Programm. Nach dem Konzert: Tanz- Kränzchen.( Serren 30 Pf. Nachzahlung.) vorräthig. Katsch& Richter, Wallstr. 13 Der Vorstand. Freireligiöse Gemeinde. 18 Sonntag, Vormittags 104 Uhr, Rosenthalerstraße 38: Vortrag von Frau Hedwig Wilhelmi: Der freie Wille. Gäste find willkommen. Achtung! Rixdorf. 441/8 Achtung! Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. am Sonnabend, 17. Februar, in Kurth's Konzerthaus, Dienstag, 18. Februar, Abends 8 Uhr, in Hoffmann's Festsälen( gr. Saal), Bergstr. 183: Hafenhaide 52/53. Musik von der Freien Vereinigung der Berufsmusiker. Grosse Versammlung. Anfang 81 hr. Demaskirung 12 hr. Veranstaltet von Mitgliedern der 302/2 Bentral- Kranken- u. Sterbekaffe d. Tischler zur Unterstützung kranker und ausgesteuerter Mitglieder. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Nervenschwäche des Menschen und die gegenwärtige Gesellschaftsordnung. Referent Dr. G. Heymann, 2. Diskussion. 433/15 Gäste willkommen. Der Vorstand. 3. Verschiedenes. Künstl. Zähne 2 M., Plomben 1,50 M., schmerzloses Zahnziehen u. NervWrangelstr. 72, 2 tl. Wohn. preisip. zu verm., gr. hell. Eckz. z. Arbeitsst geeign. Plüschgarnitur, Kommode, Tisch zu verf. Lindowerstr. 26, 2 Trepp. r. und Vereinszimmer, bis 120 Personen fassend, frei, Alte Jakobstr. 83. 1664b* Saal Steinbildhauer- Werkzeug, gut erhalt.. billig, Fürstenstr. 21, 2 r. r. 1659b Arbeitsmarkt. Kurbel- Stepperinnen, geübt auf Soutache, 25-30 M. Wochenverdienst, verl. Rücker, Oranienſtr. 40. Prägemeister- Gesuch. Billets à 50 Pf. find in allen Zahlstellen der Verwaltungsstellen B tödten 1 M. Zahnarzt Robert Wolf, Leipzigerstr. 22, Sprachst. 8-7 Uhr. Gratulationskarten- Prägerei und C obiger Kasse, in den mit Plataten belegten Handlungen und bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: W. Kolbin, Mariendorferstr. 4 v. 1 Tr.; A. Maurer, Willibald- Alexisstr. 13, Querg. 4 Tr. bei Müller; M. Krüger und R. Meier, Arndtstr. 41, Dg. 3 Tr.; C. Fechner, Arndtstr. 24, Og. 3 Tr.; Rudolph, Blumenthalftr. 13, Hof part., F. Carow, Nostizstr. 14, v. 4 Tr. Homöopathisches Institut. System nach Dr. Hannemann, Grüner Weg 41, 1 Tr. 10-12. 3-5. * Eine geprüfte Lehrerin erth. gründl. Klavierunterricht, pro Stunde 0,75 M. Offert unter K. L. erbeten postlagernd Postamt 19. 1665b Urania. Lese- und Diskutirklub„, Süd- Ost". Die morgen vom Klub( gemietheten Vorstellungen beginnen: Vormittags- Vorstellung Anfang 9 Uhr( grüne Billets). Nachmittags- Vorstellung Anfang 1 Uhr( gelbe Billets). Von einer größeren Monogramm( Neugründung) in Sachsen wird ein tüchtiger Prägemeister gesucht. Dauernde und gut bezahlte Stellung. Offerten beliebe man unter F. S.400 an Haasenstein& Vogler, J.-G., Nürnberg, einzureichen. 62/20 Schneiderin, Tag 1,75 M., empf. Schaeltel, Kommandantenftr. 42, Hof lints 3 Treppen. 1658b Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 34. Januar. Unterm neuen Kurs. Sonnabend, den 10. Februar 1894. 3. Mülhausen. Genoffe Jean Martin wegen öffentlicher Beleidigung der Polizeidirektion in Straßburg zwei Monate Gefängniß. " " Dresden. Genossen Edmund Fischer waren durch richterlichen Strafbefehl 14 Tage Haft wegen Verübung groben Unfugs zudiktirt. Die Strafthat wurde in einer Sonntagsplauderei über das Militärjubiläum des Könige von Sachsen gefunden. Die angerufene richterliche Ent scheidung bestätigte den Strafbefehl. = Bielefeld. Von der Anklage der Majestätsbeleidigung wurde der Weber Heinrich Mente freigesprochen. 6. Kiel. Wegen Fabrikantenbeleidigung Genosse Sröbel, Redakteur der Bolts Zeitung", 14 Tage Gefängniß. Der amtsanwaltliche Antrag lautete auf 100 m. Geldftrafe. 8. Leipzig. Zu dem höchsten Strafmaß, 6 Wochen Haft, wurde Genosse Thiele, Redakteur der Wurzener 3tg.", wegen Verübung groben Unfugs, auch in der Berufungsinstanz verurtheilt. Beranlassung gab eine Kritik des 50jährigen Soldatenjubiläums König Alberts. " " " " Erfurt. Wegen Beleidigung des Landraths in zwei Fällen wurde Genosse Hülle zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. 9. Dresden. Das Landgericht verurtheilte den Tischler Paul August 2anger wegen Majestätsbeleidigung zu 3 Monaten Gefängniß. Langer fang bei einer öffentlichen Tanzmusit nach einer Walzermelodie ein Lied, in dem die Eirajthat gefunden wurde. Derselbe wegen Beleidigung des Amtsvorstehers in Walschleben 50. M. Trebnik. Genosse Bittner aus Breslau hatte ver absäumt, die polizeiliche Erlaubniß zum Placatantleben einzuholen. Für 6 nachgewiesene Fälle wird auf 18 M. Geldstrafe erkannt. Beantragt war ein Vierteljahr Gefängniß. Limbach. Zwei Genossen haben den äußeren Bestand der Ordnung" damit verlegt, daß sie an einem Sonntag Flugblätter verbreiteten. Buße, je 5 M. Leipzig. Die vom Genossen Kunert gegen das Urtheil der Straffammer Breslau, lautend auf 6 Monate Ge fängniß, wegen Unterschlagung militärischer Urtheile, eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. 10. München. Wegen Unauffindbarkeit von Entlastungs zeugen war der Redakteur der" Post" gezwungen, die Revision gegen das verurtheilende Erkenntniß des Schöffengerichts in der Klagefache des Cafetiers Dimpfl zurückzuziehen. Strafe 150 M. 11. Pirna. Wegen Veranstaltung einer öffentlichen Festlichkeit" wurde Genosse Schöne in Lohmen in eine Polizeistrafe von 30,45 M. und der Wirth, bei dem das Fest abgehalten wurde, in eine solche von 10 M. genommen. An dem Stiftungsfest des sozialdemokratischen Arbeitervereins hatten etliche Nichtmitglieder theilgenommen. . Mülhausen. Einstellung des Strafverfahrens gegen die Genossen Bueb, Wilke und Doppler in Mülhausen, das eingeleitet war wegen eines die preßgefeßlichen Borschriften nicht erfüllenden Flugblattes. 12. Breslau. Das Schöffengericht verurtheilte den Genossen Paul Kühn wegen vorfäßlicher Sachbeschädigung bezw. groben Unfugs zu 51 M. Geldstrafe. Die Berufung blieb erfolglos. Kühn hatte an verschiedene Häuser die Inschrift Wählt Schoenlant" schablonisirt. " Frankfurt a. M. Von dem Schöffengericht Idstein war Genosse Hoch von der Anklage der Gendarmenbeleidigung freigesprochen. Die infolge staatsanwaltlicher Berufung erfolgte umfangreiche Beweisaufnahme vor der Straftammer Wiesbaden hatte zum Ergebniß ebenfalls Freisprechung. Die Aussagen von 7 Zeugen, darunter ein Fabrikant und ein Lehrer, bekundeten das Gegentheil der Aussage des Gendarmen. Troßdem glaubte der Staatsanwalt dem legteren mehr Glauben beimessen zu müssen. Die Zeugen fönnten sich irren. Sein Antrag lautete auf 300 M. B Koswig. Mehrere Genossen, der Beamtenbeleidigung angeflagt, wurden freigesprochen. Desgleichen 2 Genossen, welche ohne polizeiliche Erlaubniß Eintrittsgeld zu einer öffentlichen Versammlung erhoben hatten. Breslau. Wegen Beleidigung eines Vitars durch die Bresse wurde Genosse R. Schebs als verantwortlicher Redakteur der Volkswacht" zu 50 M. Geldstrafe verurtheilt. Antrag 100 M. " Dohna. Durch amtsrichterlichen Strafbefehl sind dem Vorsitzenden des Arbeitervereins 10 Tage Gefängniß zu erkannt. Strafthat: Vergehen gegen das Vereinsgefez. Kaffel. Genoffe Huhn war durch schöffengerichtliches Urtheil wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung zu einer Geldstrafe von 40 m. verurtheilt. Die Berufungsinstanz bestätigte das erstinstanzliche Urtheil. B . Pohlik. Vier Musiker, welche das Vergehen begangen hatten, bei Ausbringung eines Hochs auf die internationale Sozialdemokratie einen Zusch zu blasen, waren dieserhalb je mit einem Strafmandat von 10 M. bedacht worden. Auf erhobenen Widerspruch wurden fie freigesprochen. Kaffel. Wegen Bürgermeister- Beleidigung wurde der Korbmacher A. Mackenroth aus Wizenhausen in der Berufungsinstanz zu einer Geldstrafe von 30 m. ver urtheilt. " " Halle. Wegen Beleidigung des Ober- Bergraths Leuschner in Eisleben erhält Genosse Krüger eine Geldstrafe von 50 M. zuerkannt. Der Staatsanwalt hatte eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten beantragt. 18. Rostock. Der Beleidigung des Sohnes eines Ziegler meisters wird Genosse Rensch von der„ Mecklenburger Bolkszeitung" schuldig befunden und zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. " Kiel. Genosse Ströbel, Redakteur der SchleswigHolsteinschen Volkszeitung", 14 Tage Gefängniß wegen Beleidigung eines Polizeisergeanten. 15. Zwickau. Genosse Künzel wegen Beleidigung des Redakteurs Tischendorf vom„ Falkensteiner Anz." 2 Monate Gefängniß. " " w Hof. Genoffe Stüdlen, Redakteur des Boltsblattes", wegen Beleidigung eines Forstmeisters 75 2. Januar. 16. Leipzig. Das Reichsgericht verwarf die von dem Ge noffen Calver gegen das ihn wegen Beleidigung zu vier Monaten Gefängniß ergangene Urtheil eingelegte " " " Revision. Berlin. Von der Anklage, verschiedene Bevölkerungstlaffen gegen einander aufgereizt zu haben, wurden die Genossen Koch und Augustin freigesprochen. Die Strafthat rührt aus der Wahlbewegung her. Hamburg. Genoffe Stengele, verantwortlicher Redakteur des Echo", wegen Beleidigung Dr. Hans Rostock. Wegen Beleidigung eines Polizeidieners Genoffe Rensch 10 M. Blums 75 M. „ Solingen. Die Genoffen Schlechten dahl, Arnold, Benninghofen, Lange und Schönenberger je 3 M. wegen unerlaubten Kollektirens. 17. Mannheim. Wegen Fabrikanten- Beleidigung Genoffe Pfeiffle eine Woche Gefängniß. Tresden. Wegen des gleichen Delifts Genosse Fischer " 100 M. 11. Jahrg. Gerichts- Beitung. Sigung vom 1. Februar. Weil er ohne Kündigung entlassen Gewerbegericht. Rammer III: Assessor Dr. Meyer. er verlangt eine Lohnentschädigung von 42 Mart. Der Beklagte wurde, klagt der Kutscher Krüger gegen den Fuhrherrn Friesethan; wandte ein, der Kläger habe in Stralau sein Fuhrwerk stehen lassen, so daß es durch einen anderen Kutscher hätte nach Hause gefahren werden müssen. Kläger habe außerdem sich renitent betragen und dem Buchhalter gegenüber erklärt, er werde„ Alles in Grund und Boden schlagen". Der Buchhalter Franz, als nichts über den Vorfall in Stralau. Erzählt sei ihm worden, Beuge vernommen, führt aus, aus eigener Anschauung wisse er Kläger habe sich neben dem Wagen plöhlich an der Erde umhergewälzt, sei dann aufgesprungen und bis über die Hüften ins Waffer gegangen. Den Wagen hätte ein anderer Kutscher zurückfahren müssen. Das sei am 18. Dezember gewesen. Am 20. habe Kläger im Stall laut gesungen, was ihm vom Inspektor verboten worden sei. entstandenen Wortwechsel habe der Inspektor den Kläger entAuf einen infolge hiervon geben. Der Kläger sei dann zweimal zu ihm gekommen, einmal, laffen und ihn, Zeugen, ersucht, demselben feine Papiere zu zahlt sei, das zweite Mal, um ein Führungsattest zu verum sich nachrechnen zu lassen, ob er richtig für seine Arbeit belangen. Als er ihn an Herrn Liesethan wies, sei der Kläger rabiat geworden und habe die Drohung Alles in Grund und Boden zu schlagen" ausgestoßen. Thatsächlich habe er auch zweimal wüthend mit einem Schlüffel auf den Tisch geschlagen. Krüger selbst erklärt hierauf die sonderbare Waffertur als Folge Moment nicht gewußt zu haben, was er that; er sei ganz abeines Falles auf den Hinterkopf. Er betont, im betreffenden wesend gewesen. Uebrigens habe er den ihm anvertrauten Wagen nicht in Stralau stehen lassen, sondern habe ihn noch durch ganz Stralau nach Hause" gefahren. Auf Anordnung des Inspektors habe dann ein anderer Kutscher den Wagen überKolnommen; er selbst habe den Auftrag erhalten, nach Hause zu gehen und sich trocken anzuziehen". Geschimpft habe er nur, Auskunft über den Grund zur Entlassung vorenthalten worden weil ihm das gewünschte Führungsattest und die verlangte 19. Kiel. Genoffe Ströbel einen Monat Gefängniß wegen Beleidigung des Kapitän z. S. von Prittwiz. Güstrow. Wegen Beleidigung des Graf v. Schliefen Genosse Busch 30 M. 20. Rostock. Genosse Rensch, wegen Beleidigung eines Wachtmeisters, 4 Wochen Gefängniß. Redakteur der Boltsstimme", Genoffe Mannheim. Reßler, wegen Beleidigung des Großherzogs 4 Monate Gefängniß. U 0 " Dresden. Wegen groben Unfugs, begangen durch Boykott erklärung, wurde der Genosse Wetter zu 2 Wochen, Ryzi zu 10 Tagen, Stößig zu 1 Woche und Leon hardt, Paurig, Haustein und Zetzel zu je 6 Tagen Haft verurtheilt. Pirna. Genoffe Fleißner wegen unerlaubten lektirens 30 m. Prenzlau. Genosse Salomo 50 M. 22. Berlin. Wegen Verbreitung sozialdemokratischer Drud schriften, über die die Beschlagnahme verhängt ist, Buchfeien. händler Feist eine Woche Gefängniß. " " Effen. Die Straftammer hatte eine Anzahl Genossen wegen Tragens von Schleifen und Kokarden in anderen als den Landes- und Reichsfarben in Geldstrafen verurtheilt. Das Kammergericht erkannte auf Freisprechung. Dortmund. Von der Anklage der Bedrohung wurde Genoffe Altstadt aus Barop freigesprochen. Er sollte den Todtengräber bedroht haben, der die Niederlegung eines Kranzes mit rother Schleife verhindern sollte. " einer Weise, die den noch nicht von moderner Kultur beleckten Der Zeuge Volta, noch Rutscher bei Triefethan, erzählt in Polen verräth, den Stralauer Vorfall: Hat sich hingelegt ins Wasser gegangen bis hierher( zeigt auf die Hüften) war betrunken, sehr betrunken. Betreffs der Nachhaufefahrt und Abwechselung durch einen vom Inspektor geschickten anderen Kutscher stimmt die Aussage des Zeugen mit den Angaben des Klägers überein. Der Beklagte legt darauf, ob an jenem Tage Krankheit oder Trunkenheit das Betragen Klägers verschuldet 23. Bielefeld. Angeklagt, verschiedene Bevölkerungsklaffen habe, feinen Werth. Dasselbe lasse in einem wie im anderen zu Gewaltthätigkeiten gegen einander aufgereizt zu Falle Wiederholungen vermuthen; einen unzuverlässigen Kutscher haben, waren die Genossen Slomie Bielefeld, aber könne er nicht gebrauchen. Schließlich gehe derselbe mal Harders- Bünde mit Dr. Diederich- Dortmund. Delift, die mit dem ganzen Wagen ins Wasser. Der eigentliche Grund zur von Domela Nieuwenhuis verfaßte, von den beiden Letzt Entlassung sei der Vorgang in Stralau, der Streit mit dem Ingenannten übersetzte und von Slomke verlegte Broschüre: fpektor nur die Veranlassung dazu gewesen. Die Bibel, ihre Entstehung und Geschichte". Die Angeklagten wurden freigesprochen. = = Der Beklagte wurde verurtheilt, 42 m. dem Kläger 24. Elberfeld. Wegen Beleidigung eines Pastors Genoffe ich einen Grund zur Entlassung, aber nur zur sofortigen zu zahlen. Gründe: Der Vorgang in Stralau hätte ja an Wilde, Redakteur der Bergischen Arbeiterstimme", Entlassung abgegeben. Der Umstand, daß der Kläger noch weiter 9 Monate Gefängniß. Beantragt waren 6 Monate. 25. Kaffel. Genoffe John, Redakteur des„ Hessischen Volks- beschäftigt wurde, zeige, daß man kein so großes Gewicht darauf Volksgelegt habe. Die sofortige Entlassung hätte nach der Bestimmung blattes", wegen Schuhmanns- Beleidigung 20 M. der Gewerbe Ordnung Berechtigung gehabt, welche sage, daß Potsdam. Wegen Beleidigung eines Beamten des Melde: Unfähigkeit zur Fortjeßung der Arbeit ein Grund zur Entlassung amts Genoffe Scherdin 5 M. Die Beleidigung war sei. Bei der Entlassung sei die Arbeitsunfähigkeit des Klägers begangen aus Unmuth über die Unvollständigkeit der gehoben gewesen und hätte auf sie nicht zurückgegriffen werden Köln. Genoffe Gewehr von dem Verstoß gegen§ 17 fofortigen Entlassung. Was den Wortwechsel betreffe, fei nicht tönnen. Wenn ein Rutscher singt, sei das auch kein Grund zur des Preßgefeges freigesprochen. Unbefugte Veröffentlichung behauptet worden, der Kläger habe den Verereter des Beklagten gerichtlicher Attenstücke. " " Wahllisten. Calbe a. S. Das Schöffengericht sprach die Genossen grob beleidigt oder gemißhandelt. Dies hätte aber erst die EntHölze, Kramer, Meier und Spengler von berlassung gerechtfertigt. Der Einwand der Renitenz des Klägers Anklage des gewerbemäßigen Verbreitens von Druckschriften nach der Entlassung komme überhaupt nicht in Frage, das Arbeitsverhältniß war bereits gelöst. frei. Das ergangene Strafmandat lautete bei jedem auf Rammer VI. Vorsitzender: Assessor Dr. Leo. Sigung vom 20 M. Hamburg. In der Berufungsinftanz Genosse Petersen 2. Februar. In einem Lohnentschädigungsprozeß eines Pianisten aus Mölln, von der Anklage des Hausfriedensbruchs und gegen den Restaurateur Höhne wurde erwiesen, daß der Kläger den schlechten Scherz" einer Kellnerin als eine durch sie übergroben Unfug verübt zu haben, freigesprochen. Die Straf mittelte Entlassung aufgefaßt und infolgedessen die Arbeit verthat datirt aus der Beit der Reichstagswahl, Nicht lassen hatte. Er wurde, da eine Entlassung durch den Beklagten verlassen des Wahllokals troz Aufforderung des Wahl- oder dessen Ehefrau demnach nicht vorlag, wie Kläger annahm, vorstehers. Der Restaurateur Dettloff wurde in eine Ungebührstrafe von 26. Kaffel. In der Berufungsinstanz wurde Genosse Huhn mit der Klage abgewiesen. von der Anklage der Beamtenbeleidigung freigesprochen. 5 M. genommen, weil er die Gerechtigkeit des Gerichts erst Urtheil erster Instanz 30 M. " " " Dresden. Wegen des Vergehens, in einer nicht ordnungsmäßig angemeldeten Versammlung als Redner aufgetreten zu sein, Genoffe Hentschel aus Meißen 50 m. Zittau. Weil der Aufforderung der Polizeibehörde, das Mitgliederverzeichniß des Arbeitervereins in Bethau einzureichen, nicht nachgekommen, der Vorsitzende des Vereins 14 Tage Gefängniß. Außerdem wurde der Verein auf gelöst. " angezweifelt hatte und dann der Aufforderung des Vorsitzenden, fich möglichst schnell die Thür des Verhandlungszimmers von draußen anzusehen, nur langsam, mit der Müße auf dem Haupte, nachtam. Der Gerichtshof berücksichtigte die Erregung des Herrn über die ihm ungünstige Entscheidung, sonst hätte er mehr drauflegen müssen. Rammer II. Vorsitzender: Assessor von Schulz. Sigung vom 2. Februar. Der Schuhmacher 2. hatte im Sommer vorigen Jahres gegen einen verabredeten Stücklohn von 1,60 m. vier Baar Stiefel für den Lederhändler Neisser angefertigt, aber fein Geld erhalten. Außerdem war ihm bei der Entlassung sein Miethskontrakt troh mehrmaliger Aufforderung zur Herausgabe von Herrn Neiffer einbehalten worden. Nach brei Wochen erhielt er denselben erft. Er verklagte dann Herrn Neiffer. Sein Aneiner Entschädigung für drei Wochen, während welcher seiner Behauptung nach es ihm unmöglich gewesen sei, Arbeit zu be tommen, weil er den Miethskontraft nicht befaß. Kläger ist nämlich Heimarbeiter. Solchen Arbeitern gegenüber sind die Arbeitgeber immer sehr vorsichtig und verlangen von ihnen beim Engagement eine Legitimation und„ Sicherstellung", bevor den= felben Arbeit mit nach Hause" gegeben wird. Der Miethsfontraft spielt dabei eine große Rolle. In einem der ersten Termine- der Prozeß hat sich zu einem lieblichen Bandwurm entwickelt wandte der Beklagte gegen die Lohnforderung 30. Königsberg. Die Beleidigung der Schuhmannschaft hat ein, die gelieferte Arbeit sei so schlecht gewesen, daß ihm mehr Schaden Genoffe Denkmann, Redakteur der Boltstribüne", mit zugefügt worden wäre, als der Zohn für des Klägers Arbeit 50 M. zu fühnen. Beantragt waren 150 M. ausmache. Kläger war der Meinung, für den ausgemachten Krefeld. Die Straffammer verurtheilte den Genossen Stüdpreis gut genug gearbeitet zu haben. Der gerichtliche Sach Wilde, Redakteur der Bergischen Arbeiterstimme", verständige Effer begutachtete im darauffolgenden Termine, aus wegen Fabrikanten Beleidigung zu 3 Monaten Gefängniß. Dem verarbeiteten Schundmaterial und für den außerordentlich Saalfeld. Bu 14 Tagen Gefängniß wurde Genosse niedrigeren Lohn von 1,60 m. pro Paar ließen sich keine ordent Beder, Redakteur des„ Saalfelder Volksblatts", ver- lichen Stiefel herstellen. Auf die für ihn ebenfalls ungünstige urtheilt, weil er einen Oberförster beleidigt haben foll. Aussage eines anderen Bettgen, bezahlte der Beklagte die 6,40 m. Genosse Becker hat Berufung gegen das Urtheil erhoben. Es blieb nun noch der Entschädigungsanspruch. Dem Kläger Jusgesammt wurde erkannt auf 1179 m. Geld: und wurde anheimgestellt, seinen Schaden im Einzelnen nachzuweisen. Jahre 10 Monate 1 Woche 3 Tage Gefängnißftrafe. Am 2. Februar brachte er einen Schuhmachermeister mit zum Wegen Beleidigung zweier Bolizeibeamten, Genosse Messing einen Monat Gefängniß. Offenbach. Wegen Beleidigung durch die Presse in zwei Fällen Genoffe Bender in seiner Eigenschaft als Redakteur des Abendblattes" 25 und 15 M. Köslin. Genoffe Lot wegen Beleidigung eines In- spruch ging auf Bahlung feines Verdienstes mit 6,40 m. und spektors 30 mt. 29. Leipzig. Die Revision der Klausthaler Genossen, verurtheilt wegen groben Unfugs und Widerstands gegen die Staatsgewalt, davon 2 zu 4 bezw. 6 Monaten Gefängniß, und 8 zu Haftstrafen bis zu 6 Wochen, wurde vom Reichsgericht verworfen. " . Offenburg. Die sechsstündige Verhandlung des Schwur gerichts gegen den Genossen Redakteur Adolf Ged wegen Beleidigung der badischen Polizei endigte mit der Freifprechung des Angeklagten. 11 » Leipzig. Das freisprechende Urtheil des Landgerichts, welches Genosse Block von der„ Rheinisch- Westfälischen 4 Arbeiterzeitung" von der Anklage der Richterbeleidigung Der neue Kurs ist im neuen Jahre der alte geblieben. entlastete, vom Reichsgericht aufgehoben. " Naumburg. Wegen Beleidigung des Wahlvorstandes, betreten des Wahllokals mit der Kopfbedeckung, war der Bergarbeiter Dippold zu einer Geldstrafe von 20 M. verurtheilt. Die eingelegte Berufung blieb erfolglos. Braunschweig. In der Berufungsinstanz wurde das Urtheil gegen Genossen Stegmann wegen Lehrer- Beleidigung auf 2 Wochen Gefängniß lautend, bestätigt. Der Parteivorstand. Termin, der aussagte, er hätte dem Kläger feine Arbeit mit gegeben", weil der Miethskontrakt fehlte. Wäre derselbe vor: handen gewesen, hätte er L. mindestens für 4 Mart 50 Pfennig an Probearbeit übertragen. Auf Befragen erklärt der Zeuge, niemandem Arbeit zu geben, der ihm( nicht den Miethskontrakt überlaffe. Mit anderen Papieren sei er schon öfter hineingefallen. Dem Kläger wurde schließlich der Eid darüber auferlegt, daß er im Juli oder August vorigen Jahres drei Wochen lang sich täglich um Arbeit bemüht, aber feine erhalten habe, weil ihm der Miethstontratt fehlte. Zur Eides Arbeiter der chemischen Industrie! Die Anregung zur Ernennung der Prügelmeister ist von der leistung wurde ein neuer Termin anberaumt. Wird der Eid Am Montag, den 12. Februar, findet eine für Euch außer Bezirks- Schulinspektion ausgegangen. Der Kühnischer Schul: geleistet, so ist der Beklagte zur Zahlung von 30 m. verurtheilt, ordentlich wichtige Versammlung statt. Es ist uns endlich Ge- vorstand hat nun an die Schulinspektion berichtet, das Dorf sei leiftet er ihn nicht, hat er dem Kläger nur 4,50 M. zu geben. Tegenheit gegeben, zu der Regelung der Sonntagsarbeit in zu klein; auch werde sich im Dorfe niemand finden, der das Diese Entscheidung ist für Heimarbeiter, welche ihren Arbeit- unserer Industrie Stellung zu nehmen. Es sollen neben den Amt annehmen würde. In Hohburg hat sich der Schuhmacher gebern Miethskontratte als Legitimationspapiere bezw.„ Sicher- Unternehmern auch die Arbeiter der chemischen Industrie im Schlegel zum Prügelmeister hergegeben und in Lüptik der Geheit" anvertrauen müssen, von hoher Bedeutung. Reichsamt des Innern über ihre Wünsche bezüglich der Sonn- meindediener Krauße. In Zschorna wollen mehrere Familientagsarbeit vernommen werden. Damit Ihr aber von Leuten väter ihren Austritt aus der Landeskirche erklären, wenn die vertreten werdet, benen Ihr Vertrauen schenkt, damit diese auch Brügelmeisterei nicht abgestellt wird.- Nicht zufrieden damit, Gure Wünsche genau kennen, ist es Eure Pflicht, möglichst zahl im Herzen Europas die Brügelei zur höchsten Blüthe zu bringen, reich in der Versammlung zu erscheinen. Dieselbe findet am wird dieses zivilisatorische Hilfsmittel nun auch in Afrita Montag, den 12. Februar, Abends 8% Uhr, bei Scheffer, Infel- gegen faule Negerweiber" in Anwendung gebracht. Will man wird einen Vortrag über die Sonntagsruhe in der chemischen straße 10, statt. Der Reichstagsabgeordnete Chemiker Wurm damit die Herzen der neuen Reichsbrüder" gewinnen? Industrie halten, daran wird sich eine Diskussion schließen und Dezember 4, Millionen Tonnen zum Verkauf gebracht hat. Um Das Kohlensyndikat hat festgestellt, daß es bis Ende hierauf soll die Wahl zweier Arbeitervertreter zur bevorstehenden Die Preise auch im Jahre 1894 hoch zu halten, soll für die Konferenz stattfinden. Ronferenz stattfinden. meyer. Rammer III. Vorsitzender Assessor Cuno. Sigung vom 5. Februar. Der Einberufer. Die Agitationstommission. An fämmtliche deutsche Arbeitervereine. Versammlungen. Rammer III. Stellvertretender Vorsitzender: Assessor Dr. Gegen eine Lobnentschädigungs Klage des Bimmerers R. wandte deffen ehemaliger Meister verschiedenerlei ein. Erstens, Kläger sei wiederholt bei der Arbeit betrunken gewesen, zweitens, habe er mehrere Male unbefugt die Arbeit verlassen, und drittens feinen, des Beklagten Vertreter, seinen Sohn, einen" dummen Jungen" genannt und denselben auch sonst noch beschimpft. So sei die Entlassung berechtigt. Zu guterlegt wendet Beklagter noch ein, Kläger babe wegen Ausschließung derfelben keinen AnSpruch auf Kündigung besessen. Auf diesen Einwand schien der Wir fordern nochmals dringend zu recht vollzähligem Er- Monate März bis einschließlich August eine Förderungseinschränfung von 8 pet. stattfinden. Da man sich nicht herbeilassen wird, Beklagte jedoch keinen allzu großen Werth zu legen, denn er scheinen auf, vor allem die Arbeiter aus den Fabriken zur die Löhne zu erhöhen, so bedeutet die Förderungseinschränkung Gewinnung von Ammoniat und Ammoniak: machte nicht die geringste Anstrengung, diesen wesentlichsten aller feiner Einwände zu beweisen. Die Beweiserhebung ergab, daß alzen, an den Destillirapparaten, und aus für die Bergleute ein 8prozentiger Lohnabzug durch Feierschichten ben au bag der Kläger ohne zu fragen, ob er es dürfe, einmal bereits um en Fabriken zur Herstellung flüssiger Kohlen- oder Minderförderung. Diese Periode wird jedenfalls zu den säure. " disziplinarischen Entlassungsmaßregeln" benutzt werden. Was 3 Uhr Nachmittags die Arbeit verließ, daß dies aber mehr als soll nun mit den Bergarbeitern geschehen, die entweder entlassen acht Tage vor der Entlassung war und auch länger Aufruf an alle in der Stockbranche beschäftigten werden oder sich einer 8prozent. Lohnverminderung unterwerfen dem Beklagten bekannt gewesen ist. Weiter wurde er Arbeiter! Kollegen! Wiederholt rufen wir Euch zu, mit uns müssen? wiesen, daß die Trunkenheit des Klägers nicht unmittelbar dessen einzutreten in das Streben für beffere und dauernde GristenzHungernde Schulkinder. Eine Wiener Lehrerin äußerte Entlassung bewirkte; ferner, daß er erst nach Aussprechung seiner bedingungen. Nur dumme und boshafte Menschen können müßig sich über den Nothstand in der Kinderwelt folgendermaßen:„ Ich Entlassung schimpfte". Der Beklagte wurde verurtheilt, die zusehen, wie andere für sie die Kaftanien aus dem Feuer holen. bin Lehrerin an einer recht ungünstig fituirten Schule des zehnten beanspruchten 48 M. zu zahlen. Gründe: Der Beklagte bat Jeder einzelne, welcher länger unthätig und gleichgiltig dem Be- bin Lehrerin an einer recht ungünstig ſituirten Schule des zehnten zwar behauptet, daß die Kündigung ausgeschlossen sei, hat aber freiungskampfe zusteht, leistet unsern Feinden Vorschub und be- Bezirkes und kann Ihnen versichern, daß es viele, viele hungernde in keiner Weise den Versuch gemacht, dies zu beweisen; er hat einträchtigt die Arbeit seiner kämpfenden Kollegen. Darum Rinder giebt, ja sogar solche, die ohne Frühstück zur Schule nur Gründe für die sofortige Entlassung des Klägers angeführt. fordern wir jeden in der Branche beschäftigten Arbeiter auf, die kommen, in der sicheren Hoffnung, ein warmes Mittagsmahl zu Der Einwand des Kündigungsausschlusses fällt hiermit. Ange- öffentlichen Versammlungen zu besuchen, sowie dem Verein der erhalten. Welche Enttäuschung, welch bitterer Stachel für ein geben wurde, Kläger sei häufig betrunken gewesen. Selbst an- Stockarbeiter beizutreten. Pflicht aller ist es, dahin zu wirken, sartes Kinderherz, wenn das bittende Wesen bei der Markenvertheilung leer ausgeht. Und doch geschieht dieses so häufig, genommen, dies entspräche der Wahrheit, so hätte die Trunken- daß die öffentliche Versammlung am 11. Februar( siehe Annonce) ba kaum der vierte Theil berücksichtigt werden kann." Welch heit nur einen Entlassungsgrund abgegeben, wenn der Kläger zahlreich besucht ist. entsehliches Elend mag in den Familien jener armen Kinder infolge derselben unfähig zur Fortsetzung der Arbeit gewesen herrschen. und die Entlassung während der Dauer dieser Unfähigfeit erfolgt wäre. Mit der Hebung der Unfähigkeit, die Arbeit fortzusetzen, verliere Trunkenheit den Charakter An die Vorstände politischer Vereine, an die Vorstände von eines Grundes zur Entlassung ohne Beobachtung der Kündigungs: Lefe und Bildungsvereinen, Bildungsschulen, Boltsbühnen und frist. Dazu kommt, daß von den Zeugen übereinstimmend aus- an die Vertrauensmänner richte ich die Bitte, mir möglichst umgefagt wurde, Kläger sei nie in diesem Maße betrunken gewesen. Lokales einzusenden. Es handelt sich um die Aufnahme dieser der sozialdemokratische Wahlverein für den 2. Wahlgehend Namen des Vereins und Adresse des VersammlungsBetreffs der angeblichen groben Beleidigungen des Sohnes des Bellagten erübrigte sich eine weitere Beweiserhebung durch die Adressen in eine Schrift, welche auf den festen Zusammenhalt freis hielt am 7. Februar eine gutbesuchte Generalversammlung Feststellung, daß sie, wenn überhaupt, erst nach Lösung des der organisirten Arbeiter stärkenden Ginfluß gewinnen will und ab. Der Vorsitzende, Genoffe Krüger, gab zunächst den GeArbeitsverhältnisses ausgestoßen wurden. Das unbefugte Ver- gewinnen dürfte. Alle Einsendungen sind, auch während meines schäftsbericht des Vorstandes für das Halbjahr Juli- Dezember laffen der Arbeit wäre nur ein Entlassungsgrund gewesen, wenn demnächſtigen Aufenthalts im Gefängniß, zu richten an die unter- 1893, worauf der Kassiaer, Genoffe Ludwig, die Abrechnung über die Einnahmen und Ausgaben in diesem halben Jahre veres dem Beklagten nicht länger als acht Tage vor der Entlassung zeichnete Adresse. las. Erstere betrugen nach derselben 503 M., lettere 143,70 M. bekannt war, was nach eigenen Aeußerungen des Beklagten in Mit sozialdemokratischem Gruß Dr. Franz Diederich, Am 1. Januar verblieb demnach ein Bestand von 359,30 M. diesem Falle nicht zutraf. Dortmund, Burgholzstraße 51. Der Kassenbestand wurde dem Vertrauensmanne des zweiten weiteren Wahlkreises zur Verwendung überwiesen. Die Der Zuzug von Tischlern nach Arendsee, Bezirk dann vorgenommene Vorstandswahl ergab folgende Bu Wie der Baugeldgeber" Mücke sich den Verpflichtungen und Magdeburg, ist strengstens fern zu halten. Der Tischler- sammensetzung des Vorstandes: Rising, erster Borsitzender; der Verantwortlichkeit eines Arbeitgebers zu entledigen trachtet, Ausstand in Neustadt a. d. Orla dauert unverändert fort. 23ilknik, zweiter Vorfizender; Ludwig, erster Kassirer; Gruschke, zweiter Kassirer; Scholz, erster Schriftführer; ging aus einer Verhandlung hervor, über die wir ausführlich in Ordnung muß sein! so fagen ja wohl unsere Ordnungs- 3inte, gweiter Schriftführer; Mowes, Lachmann, Nr. 22 des Vorwärts" berichteten. Es handelte sich um die helden, und wie sie in ihren Betrieben die Ordnung" durch. müfter, Ziete, Pohl, Dochow, Beifizer. Als Re( noch nicht erledigte) Klage eines Puters. Am 5. Februar Strafen wissen aufrecht zu erhalten, davon legt folgende Strafvisoren wurden die Genossen Berger, Schlichting und hatten in einer Lohnentschädigungsklage gegen denselben Herrn liste der Zeche Shamrock III/ IV bei Gelsenkirchen von Leithold gewählt. Hierauf erstattete Genosse Dr. Arons vier Zimmerer Termin, bie ihn ebenfalls für den richtigen" Neuem Zeugniß ab. Die Liste erstreckt sich auf eine Woche und namens der in der legten Versammlung zu dem Zwecke, VorArbeitgeber hielten. Herr Mücke kannte natürlich nicht die wurden folgende Strafen verhängt: Am 21. Dezember 1893 Kläger, da er ja es handelte sich um denselben Bau, wie in wurden 5 Mann bestraft mit je 1 m. wegen Schlafens in der schläge zur Reorganisation des Wahlvereins zu machen, gewählten jener erwähnten Verhandlung " die Arbeiten insgesammt Grube. Summa 5 M. Um 24. Dezember 1893 wurden bestraft Siebener- Kommission Bericht über die Thätigkeit derselben. Er feinem Stiefbruder Morag übertragen hatte". Drei der Kläger 1 Mann wegen Vernachlässigung der Wetterführung mit 2 M. theilte in erster Linie mit, daß die nach langen und wollen von Herrn Rosin, dem„ Angestellten" Müde's engagirt 19 Mann wegen Nichtbefolgens der Fahrmarte mit je 0,50 m. gründlichen Erwägungen zu Stande gekommenen Beschlüſſe feien. schließlich einstimmig gefaßt Einerseits sei den worden sein, während der vierte behauptet, vom Polier Jochem Summa 9,50 M. Wegen Schlafens in der Grube 1 Mann mit Gegnern des sogenannten Ledebour'schen Reorganisationsplanes Polier des angeblichen Arbeitgebers Morat angenommen 1 M. Wegen willkürlichen Feierns 3 Mann mit je 1 m. zu sein. Rosin behauptet seinerseits, feinen der Kläger engagirt Summa 3 M. Belügen eines Vorgesetzten 2 Mann mit je lar gewesen, daß die Organisation des Vereins und seine Wirzu haben; er habe nur drei derselben, welche bei ihm anfragen 1 M. Summa 2 M. Am 27. Dezember 1893 wurden gestrichen tungsfähigkeit noch lange nicht auf der Höhe der Zeit ſtehe. gekommen feien, zu den Zimmerern Bürer und Gottschalt ge 2 Wagen Kohlen wegen Unreinheit, 9 Wagen Kohlen wegen Beschlüsse über so schwerwiegende Reformen, wie dieser vorsehe, Andererseits waren die Freunde des Entwurfs der Meinung, fchickt, die einen Afford gemeinsam auszuführen gehabt hätten. Mindermaß. Summa Summarum 22 M. 50 Pfg. Strafe und müßten möglichst einhellig gefaßt werden, wenn eine gedeihliche An diesen Leuten sei es gewesen, wenn sie nicht bis zum ver- 11 Wagen Kohlen. Stellen diese letzteren einen Arbeitslohn von müßten möglichst einhellig gefaßt werden, wenn eine gedeihliche vereinbarten Termin fertig zu werden glaubten, sich noch Hilfe ca. 5,50 M. dar, dann ist der Verlust nur 28 M. groß innerhalb Stimmung eines großen Theils der Vereinsmitglieder, welche von Entwickelung des Vereinslebens garantirt sein solle. Bei der zu nehmen. Polier Jochem sagt dasselbe aus, nur mit dem einer Woche. Unterschied, daß er seinen Angaben nach nicht den Kläger, der ihnen jenem Entwurf entgegen gebracht werde, und mit Rücksicht auf bei ihm anfragen gekommen fein soll, zu Lürer und Gottschalt Zusammenstoß zwischen Polizei und Arbeitslosen. die ganzen einschlägigen Verhältnisse, sei man sich in der Kommission geschickt hat, sondern mit ihm zu diesen gegangen ist und das Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: einig geworden, daß Uebereilung in Sachen der Reorganisation verEngagement des Klägers durch dieselben bewirkt haben In London sucht die Sozialdemokratische Föderation mit mieden werden müsse. Deshalb mache dieselbe der Versammlung will. Die Aussagen beider Zeugen laufen darauf hinaus, nicht lobenswerthem Gifer die Bewegung der Arbeitslosen nur folgende Vorschläge: Statutarisch möge festgelegt werden, daß an Mücke, auch nicht an Moray, sondern an Lürer u. Gottschalt, in Fluß zu erhalten. Doch steht der Erfolg nicht ganz im Ver- im Winter alle acht Tage, im Sommer alle 14 Tage regelmäßig also an ihre Kollegen, hätten sich die Kläger zu halten, wenn hältniß zu den Bemühungen, theils weil die Bewegung von Versammlungen stattzufinden haben. Außerdem sei dem Vorihnen überhaupt Ansprüche zuständen.( Sonderbar, sonderbar! früher her kompromittirt ist, theils weil die Föderation sie als stande wie bisher das Recht einzuräumen, außerordentliche Ver Der Angestellte des nur Geldgeber sein wollenden Mücke ihre eigene Angelegenheit behandelt. Das geht in London, wenn sammlungen abzuhalten. Weiter möge im Statut bestimmt und der Polier ergo Vertreter des Bauunternehmers sein man wirklich etwas ausrichten will, nicht an, nur durch Hand- werden, daß der Vorstand statt aus 15 aus 7 Personen zu besollenden Moraz bekunden das gleiche Interesse inhandgehen mit den sonstigen sozialistischen und Arbeiter- stehen habe, daß die drei zu wählenden Revisoren nicht zum Vorstande gehören; daß in den Vorstand nur Genossen gewählt baran, zwei Affordarbeitern Hilfskräfte zuzuschanzen.) Von Organisationen ist eine große Aktion ins Wert zu setzen. Lürer und Gottschalt wird hingegen behauptet, die drei Kläger, Am legten Sonnabend fam es zwischen einer Schaar von werden können, welche länger als drei Monate bereits dem Vereine welche Rosin ihnen zugeschickt haben will, feien erst bei ihnen Föderationsleuten und Arbeitslosen einerseits und der City angehören; daß Borstandsmitglieder, welche dreimal hintereinander gewesen und von ihnen zu Rosin geschickt worden; Polizei andererseits zu einem ziemlich argen Busammenstoß. Die unentschuldigt die Vorstandsfizungen nicht besuchen, aus dem Vorfie hätten zusehen sollen, ob sie derselbe ob fie derfelbe an ersteren, zu einem Zug formirt, zogen von Tower Hill nach stande auszuschließen sind und demselben bis zur nächsten Generalnehme." Am anderen Tage wären ste wieder Trafalgar Square, um dort ein Meeting abzuhalten. Die Polizei versammlung nicht wieder angehören dürfen und schließlich, daß gekommen und hätten von ihnen, den Zeugen, auf die Be- hatte ihnen die Passage durch die ziemlich enge und start Statutenänderungen nur stattfinden, wenn zwei Drittel der Abmertung, Rosin habe sie engagirt, Arbeit zugewiesen erhalten. frequentirte Fleetstreet untersagt, ihnen dagegen freigestellt, den stimmenden dafür sind und die betreffenden Anträge von 10 MitGottschalt giebt an, dem Kläger 2. gesagt zu haben, Kündigung Weg den Themfequai entlang zu nehmen. Das tonvenirte aber gliedern unterstützt werden. In dem Reorganisationsentwurf, bestehe nicht. Müde giebt übrigens diesmal zu, sich auch zu den Demonstranten nicht und als fie an dem Punkt angelangt welcher in der legten Versammlung so heiß diskutirt wurde, sei weilen um die Ausführung der Arbeiten auf den Bauten feines waren, wo der Weg fich gabelt, löfte der Zug sich auf, die De der Vorschlag enthalten, in jeder Versammlung ein Diskussions Stiefbruders zu bekümmern". Auf grund der Feststellungen über monstranten machen Miene, gruppenweise durch Fleetstreet zu ziehen, thema, sowie die Redner für die nächste Versammlung zu bedas Verhältniß des Beklagten Mücke zu dem Bau- Unternehmer" die Polizei aber, die darin nur ein Manöver erblickte, den Zug stimmen. Von dem Vorschlage einer diesbezüglichen Statutenänderung Morah, sowohl der in den Verhandlungen jener erwähnten in Fleetstreet von neuem zu formiren, griff nun mit Gewalt ein habe die Kommission Abstand genommen, ebenso von dem einer anderen Sache gemachten, wie derjenigen aus diesem Zimmerer- und soll dabei gehörige oder vielmehr recht ungehörige ftatutarischen Firirung eines bestimmten Wochentages als stetigen prozeß, verurtheilte das Gericht den Beklagten, als den Brutalität an den Tag gelegt haben. Außer einigen Protest Versammlungstages. Sie richte aber folgende Wünsche an den eigentlichen Arbeitgeber, zur Zahlung der geforderten resolutionen scheinen ihre Heldenthaten jedoch keine Gegen- Borstand, sie zur Nachachtung demselben empfehlend: Der VorLohnentschädigungen. Die Berechtigung der Ansprüche wurde äußerungen aus Arbeiterkreisen nach sich ziehen zu wollen, woran stand möge die abzuhaltenden Versammlungen abwechselnd im damit begründet, daß weder der Beklagte noch Herr Rosin, noch die etwas gar zu forcirte Sprache des Organisators der Tower Kreuzberg- Viertel, im Hafenhaide- Viertel und im Potsdamerder Polier Jochem, und zwar zugegebenermaßen, die Kündigung Hill- Versammlungen wohl hauptsächlich Schuld sein dürfte. Aus Viertel möglichst in einem bestimmten Saale und möglichst au Ferner mit den Klägern ausgeschlossen hätten. Die plötzliche( nach einer heut durch die Presse laufenden Erklärung desselben geht einem bestimmten Wochentage stattfinden lassen. möge der Vorstand bezw. der Vorsitzende gegen Schluß eigenem Bugeständniß Rosin's auf einen Rath desselben erfolgte) hervor, daß er das selbst einzusehen beginnt.jeder Versammlung dieselbe befragen, ob die Diskussion Entlassung sei deshalb ungesetzlich. Ans Verzweiflung über seine lange Arbeitslosigkeit hat über ein bestimmtes Thema erwünscht sei, und wenn, sich bei Plauen i. V. ein Maschinensticker, Vater von vier ob sich aus ihrer Mitte Genossen zur Einleitung Kindern, von einem Eisenbahnzug überfahren lassen. Mag man der Debatte erbieten wollen. Die Tagesordnung der nächsten auch mit Recht ihm den Vorwurf machen, daß er seine Familie Versammlung im selben Viertel tönne vom Vorstande nach Annur noch in viel größeres Unglück gestürzt hat, so ist es andrer sicht der Kommission je nach dem Ergebniß der Anfragen festfeits wohl begreiflich, daß die Verzweiflung über das grenzen gesetzt werden: entweder entsprechend den Wünschen der be= lose Glend der Seinigen einen Familienvater zum Selbsimörder fragten Versammlungsbesucher, oder nach Ermessen des VorAchtung, Bildhauer! In der öffentlichen Versammlung, werden laffen kann. Diese herrliche" Ordnung", die solche Vorstandes. Ergebe sich die Nothwendigkeit der Fortsetzung einer die am Sonntag, den 4. Februar, sich mit dem Ausstand der kommnisse möglich macht, ist in erster Linie anzutlagen. Darum io zu ftande gekommenen Debatte, könne ja der Vorstand die Bildhauer bei der Firma Karl Schilling in Berlin beschäftigte, fort mit ihr. statutengemäße außerordentliche Versammlung einberufen. Be wurde einstimmig beschlossen, das Vorgehen der Kollegen gut zu Die Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des treffs der Bezirksführer sei die Kommission der Ansicht, man heißen und ihnen die Unterstützung der Berufsgenossen zugesichert. Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Krankenversiche möge erst abwarten, wie sich dies System im 6. Wahlkreis be= die Abschaffung der Attordarbeit und an stelle dessen die Zohnungsgefeyes genügen, ist von neuem folgenden Strankenkassen er währen werde. An der Diskussion, welche den Ausführungen Urons' folgte, betheiligten sich die Genossen Dochow, arbeit. Die Gründe hierzu sind folgende: Der anerkannte 1. der Kranken- und Sterbefasse Fortschritt"( G. S.) zu Stolzenberg, Witte, Kleinert, Fritsch, Jatob, Mindestlohn von 6 M. für Bildhauer wird bei der Firma Altona; 2. der Kranken- und Begräbnißtasse des Gewerkvereins ange Rising, Ledebour. Für die VorSchilling bei den gegenwärtigen Akkordfäßen feit langem der Schiffszimmerer und Berufsgenossen( E. 6.) in Danzig. schläge der Rommiffion in ihrem vollen Umfange trat nicht erreicht. Ferner wird die Gesundheit der Arnur Riging ein, ohne daß sie jedoch von anderen Rednern eine beiter, die bei ihrer Berufsthätigkeit wie fo Nochmals die amtliche Prügelei in Sachsen. Der prinzipielle Bekämpfung erfuhren. Einige Redner, so Kleinert, start gefährdet ist, in dem verderblichen Akkordsystem Neuen Wurzener Zeitung" wird geschrieben: Ein Prügel- sprachen sich dafür aus, daß man alles so lassen solle, wie es noch weit mehr gefährdet. Diesen Zuständen gegenüber müßten meister ist in 3ichorna auf Beschluß des Schulvorstandes er- jeßt fei; die geringfügigen Statutenänderungen, welche vordie Arbeiter, da alle Verhandlungen mit dem Fabrikanten ernannt worden. Er hat die Aufgabe, Schulkinder, die fich außer, geschlagen seien, würden den Verein nicht sonderlich fördern. folglos blieben, zum äußersten Mittel greifen. Wir geben uns halb der Schule Ungehörigkeiten zu schulden kommen lassen, Andere hoben einzelne der Vorschläge als zeitgemäß hervor. der Hoffnung hin, daß die Kollegen unseren Bestrebungen die durchzuhauen. Der schon bejahrte Nachtwächter Schöne ist zu Ledebour war der Meinung, das, was die Kommission biete, nöthige Unterstüßung angedeihen lassen. dem Amte auserkoren worden. Doch will er es nicht annehmen, wenn es auch gut und angebracht wäre, sei nicht von so schwerAlle Anfragen find an die Kommission der streikenden Bild- das sei zu seinem Ruhme gesagt. Die Erregung unter den Ein- wiegender Bedeutung, daß man dringend die Statuten ändern hauer zu senden: wohnern über den Beschluß ist groß. Auch in Kühnitzsch sollte müsse. Redner richtet an den Vorstand die Bitte, möglichst oft ein Prügelmeister ernannt werden. Der Schulvorstand hat das im Sinne der Arons'schen Ausführung Debatten mit Referenten aber, namentlich auf Anrathen des Ortspfarrers, abgelehnt.' aus der Mitte der Mitglieder zu veranlassen. Die weitere " Soziale Uebersicht. so J. A. Schweizer, Möckernftr. 95, part., Berlin SW. Alle Arbeiterblätter werden um Nachdruck gebeten. theilt worden: " und " Diskussion über die Kommissionsvorschläge wurde bis zum nächsten ben. Unter den tausenden von Besuchern der Wärme- In der öffentlichen Maurerversammlung vom 7. d. M., Dienstag vertagt, an welchem in Habel's Saal die Versammlung hallen befindet sich nicht ein einziger, der, welche von den Vertrauensleuten der Zentralisation einberufen fortgesetzt werden soll. wenn ihm Arbeit geboten wird, dieselbe annehmen würde." mar, erstattete Silberschmidt Bericht über den Verlauf der In der Versammlung des Wahlvereins für den dritten Weiter heißt es, es wäre besser, den Strolchen mit der Knute beiden Sigungen, welche sich mit der Einigung der Ber Berliner Wahlkreis am vergangenen Mittwoch, referirte das Arbeiten beizubringen, als sie zu wärmen und zu füttern;" liner Maurer befaßt hatten. Das Ergebniß dieser ZuReichstagsabgeordneter Genosse Schulte( Rönigsberg) über den es sei nicht ein richtiger arbeitsloser Arbeiter" darunter, sondern fammenkunft, zu welcher von jeder Richtung je fünf Delegirte über zu Kampf ums Dasein in der Entwicklung der Menschheit von der fellen". Dieſelben führen nicht selten sozialdemokratische Schriften besonders erfreuliches zu nennen. Die erste Frage, über welche nur wohnungslose, arbeitsscheue, vollständig verkommene Ge- entfandt waren, ist, so bemerkt der Redner vorweg, leider fein Wildheit, Barbarei bis zur Zivilisation" unter reichem Beifall bei sich". Auf dem Titelblatt des Taschenbuchs eines derselben man sich schlüssig machte: Auflösung beider hierorts bestehender der sehr zahlreich besuchten Versammlung. Redner gab eine ein- habe geftanden: Mein Wahlspruch ist: Gut leben, wenig thun". Organisationen", wurde beiderseits furzerhand mit Nein be gehende Schilderung der Kämpfe des Einzelmenschen nicht nur, fondern als Gruppe, Familie, Volk und Nation. Er betonte be- Schließlich wehklagt dieser Beilenreißer, wenn nicht bald mit antwortet; die Anhänger der Filiale, die auf speziellen Wunsch fondern als Gruppe, Familie, Bolt und Nation. Er betonte besonders, daß der Kampf der Klassen unter einander trotz aller dieser falschen Menschlichkeit gebrochen werde, würden sich noch der deutschen Kollegenschaft gegründet sei, fönnten, so wurde fonders, daß der Kampf der Klaffen unter einander trotz aller fämmtliche Strolche aus Deutschland hier zusammenfinden. Der ausgeführt, ohne von der Gesammtheit autorisirt zu sein, diesen Berbefferungen und Vervollkommnung der Arbeitswerkzeuge, Produktions- und Verkehrsmittel und der ungeheuren Zunahme Verfasser dieser Notis bätte sollen zugegen sein: Lump, Frechheit, Schritt nicht unternehmen.- Die Vertreter der lokalen Or des Nationalreichthums der zivilifirten Völker, der Kampf der Semeinheit, waren noch die gelindesten Burufe, die aus der Ver- ganiſation unterbreiteten hierauf der Einigungskommission den Arbeiterklaffe als solcher gegen Vorschlag, in einer allgemeinen öffentlichen Versammlung die Wahl die ausbeutende Rapi fammlung tamen, einer Agitationstommiffion vorzunehmen, welche Sammelbogen für talistentlasse weit schärfer geworden sei, als jemals zuvor. Der Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und einen Generalfonds der Berliner verausgabt, und in deren Hände die Erst wenn die heutige Gesellschaft in die sozialistische verwandelt auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen gesammte öffentliche Agitation gelegt wird; diese Komsei, dann werde aller rücksichtslose und brutale Kampf ums( Ortsverwaltung Berlin I) bielt am 5./2. 94 feine Mitglieder- mission soll den neutralen Boden abgeben, während im übrigen Dasein ein Ende nehmen. An der Diskussion betheiligten fich Versammlung bei Säger, Grüner Weg 29, ab. Herr Dr. Hen- beide Berbindungen bestehen bleiben. Gegen diesen Vorse die Genoffen Köster und Onigheit. Unter Verschiedenem mann hielt einen Vortrag über die Nervenschwäche des Menschen schlag wendeten die zentralisirten Kollegen ein, daß ein solches wurde von mehreren Rednern die späte Berichterstattung über und ihre gesellschaftlichen Ursachen, der von der Versammlung Bwitterding, wie die geplante Kommission, voraussichtlich nicht die Versammlung betreffs der Boykottirung der Lokale wegen mit großem Beifall aufgenommen wurde. In der Diskussion lebensfähig sei, da das Rivalisiren beider Vereine zu Konflikten Verweigerung der Säle zu Arbeitslosen Versammlungen gerügt fprachen die Kollegen Wolff und Stein. Bei der Erfahwahl des Veranlassung geben müsse. Außerdem haben die Angehörigen und folgender Antrag einstimmig angenommen: Die heutige Ausschusses wurde Kollege Maaß gewählt. Der Antrag des der Zentralisation teine Verpflichtung, neben den hohen BerVersammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den Kollegen Neuling, den arbeitslosen Kollegen freien Butrit zum bandsbeiträgen noch für einen sogenannten Berliner Fonds zu dritten Berliner Wahlkreis protestirt gegen das Ausbleiben des Maskenball zu gewähren, wurde angenommen. Ferner macht steuern. Nachdem nun auf grund der obengenannten Vorschläge Berichts über die am 4. Februar stattgefundene allgemeine Bolts Rollege Stein darauf aufmerksam, daß am Dienstag, nichts erzielt war, wurde man sich schlüssig auf der Basis des versammlung in der„ Concordia"; sie hält es für die Pflicht des den 13. Februar, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33, eine öffentliche nachfolgenden Antrages, der auch auf der gegnerischen Seite für Vorwärts", Berichte über Versammlungen, in welchen wichtige, Versammlung stattfindet; das Referat hält Stadtv. Friz Wilke akzeptabel erachtet wurde, eine Ginigung in die Wege zu leiten: für alle Genoffen bindende Beschlüsse gefaßt werden, sofort zu über unsere Waffen im Kampfe um3 Dafein. Ferner machte der veröffentlichen." Vorsitzende bekannt, daß unsere nächste Mitglieder- Bersammlung am 5. März, sowie die Dampferpartie nach Nedlitz am 24. Juni stattfindet. Betreffs der Diäten zur General- Verfammlung wurde beschlossen, daß sich der Ausschuß mit dem Hauptvorstand in Ber: bindung setzen möge, um die Sache zu regeln. = " Der Generalbevollmächtigte der zentralisirten Maurer Deutschlands, sowie der Vertrauensmann der lokalen Organi fationen baben gemeinschaftlich eine Konferenz nach Altenburg i. S. um 4. März d. J. einzuberufen. Zweck der Konferenz soll sein, die Ginigung der beiden fireitenden Theile zu vollziehen refp. die Basis bau bestimmen, auf welcher die Einigung zu erringen ist. Ueber bie Zahl der Theilnehmer haben die beiden genannten Personen fich zu verständigen mit der Maßgabe, daß von jeder Seite die gleiche Anzahl und nicht mehr als 20 Personen insgesammt an der Konferenz theilnehmen. Die Kosten der Delegation trägt jeder Theil für sich." Der sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Berliner Reichstage- Wahlkreis hielt am 6. Februar eine Versammlung ab. Reichstags= Abgeordneter BIOS schilderte in einem sehr beifällig aufgenommenen Vortrage die Lebenslage der deutschen Arbeiter vor 400 Jahren. Nach einer kurzen Paufe zwecks Aufnahme neuer Mitglieder wurde in die Diskussion Fachberein der Tischler. Wegen zu schwachen Besuch der eingetreten. Ein Genosse wünschte eine regere Agitation für Generalversammlung wurde der Wunsch geäußert, nicht in die Beseitigung der in den Einzelstaaten Deutschlands bestehenden, Tagesordnung einzutreten, sondern den Kaffenbericht im Vorwärts" fich häufig aber widersprechenden Landesgesetze. Die Partei zu veröffentlichen. Die Abrechnung ergiebt folgendes. Ginnahme: vertreter follen in den gefeßgebenden Körperschaften einheitliche Für Beiträge und Zinsen 66,25 M., dazu Bestand vom letzten Reichsgefeße fordern. Dr. Heymann schildert in längeren Aus. Quartal 4303,04 m., ergiebt eine Gesammteinnahme von führungen die religiösen Buffände im Mittelalter und ökonomische 4369,29 M. Die Ausgabe beträgt: Für Rechtsschutz 128,72 m., Stellung der Kirche zum Arbeiter. Eine Frage, weshalb noch für Zeitungsinserate 12,80 M., für Vortrag, Mankogeld und nicht in die angeregte Agitation für Beseitigung des Dreitlaffen Porto 7,85 M., in Summa 149,37 M., mithin ist ein Beftand Wahlgefeges zum preußischen Landtag eingetreten werde, beant vorhanden von 4219,92 M. Der Unterstüßungsfonds meist einen wortete Blos mit dem Hinweis auf die dazu nothwendigen Beftand von 121,25 M. auf. In der Abrechnung vom StiftungsVorarbeiten. Aufgegeben sei diefelbe keineswegs. Schulz fest steht der Einnahme von 26,90 M. eine Ausgabe von 28 m. theilt noch mit, daß zunächst eine vom Genossen Schippel gegegenüber. Die Kollegen werden dringend ersucht, bei der nächsten schriebene Broschüre erscheinen werde, und dann die großen Ver- Generalversammlung zahlreich zu erscheinen, da auch über die fammlungen einberufen werden würden. Der Vorigende gab noch ausstehenden Rechtsschutzangelegenheiten berichtet wird. zum Schluß bekannt, daß das Mitglied Tischler Peudah ti aus dem Verein ausgeschlossen ist. Die Angelegenheit sei somit Mitgliederversammlung des Fachvereins der Mufit Am 5. Februar 1894 hielt Genoffe inftrumentenarbeiter. erledigt. sin Hoffmann bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a, vor gutbesuchter Bersammlung einen Vortrag über die zehn Gebote und die befigende Klaffe", und zwar über die ersten vier Gebote als erften Theil. Reicher Beifall belohnte seine Ausführungen. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Seelig, Blogis, Ulbricht und Genoffe Hoffmann. 12181 Unter Vereinsangelegenheiten wurde zuerst ein Antrag des Vorstandes zur Diskussion gestellt; derfelbe bezweckt die Abänderung der Adreffenausgabe im Arbeitsnachweis, so daß vor handene Adressen in erster Linie den gemaßregelten Rollegen, in zweiter Linie den Mitgliedern und in dritter Linie den Nichtmitgliedern gegeben werden sollen. Kollege Neufel beantragt, daß die Mitglieder wohl den Nichtmitgliedern vorzuziehen, aber mit den gemaßregelten Kollegen gleich zu rechnen sind. Der Antrag Neufel wurde angenommen. Eine öffentliche Bildhauer Versammlung tagte am 7. Februar behufs Stellungnahme zur Maifeier. Kollege Dupont hielt dazu das einleitende Referat, in welchem er eingehend den Werth und Zweck des Arbeiter Feiertages erörterte; derfelbe empfahl, den 1. Mai in würdiger Weise als Festtag zu begehen, und, wo es irgend möglich sei, an diesem Tage die Arbeit ruhen au laffen. In der Diskussion wurde von mehreren Rednern die Meinung geltend gemacht, daß durch die Fassung wenn irgend möglich einem großen Theil der Kollegen die vielleicht, wenn ein präziser Antrag, auf allgemeines Rubenlassen der Arbeit an diesem Tage, angenommen wird, noch zur Theilnahme an der Feier zu bewegen wären eine Hinterthür geöffnet werde, durch die sie sich, in anbetracht etwa zu erwartender wirthschaftlicher Echädigungen, mit Leichtigkeit ihrer Pflicht entziehen könnten. Andererseits wurde aber darauf hingewiesen, daß bei den gegen Neu aufgenommen wurden 21 Kollegen. Der Verein zählt wärtigen Verhältnissen ein Beschluß auf allgemeine Arbeits- jetzt bereits über 500 Mitglieder. einstellung am 1. Mai durchzuführen, unmöglich wäre; es müßten Auf den diesjährigen Maskenball, welcher am 10. Februar die Umstände, die viele Kollegen daran verhindern, in Betracht im Elysium stattfindet, wurde aufmerksam gemacht und hierauf gezogen werden. Die Versammlung stimmte mit großer Majorität die Versammlung geschlossen. dem Antrage zu, am 1. Mai die Arbeit, wo es irgend möglich fei, ruben zu lassen, und die an diesem Zage Vormittags stattfindende öffentliche Bildhauer Versammlung zu befuchen. Eine öffentliche Versammlung der Röche tagte Dienstag Nachts 12 Uhr in Müller's Saal, Jogannisstr. 20. In derselben referirte Genoffe Pötzsch über: Der bevorstehende Kongreß der Gastwirthsgehilfen und wie stellen sich die Köche dazu? Der Redner empfiehlt diesen Antrag zur Annahme und hofft, daß bis zur Konferenz in der Presse der Waffenstillstand proklamirt werde. Die nun folgende Diskussion, in welcher beide Richtungen zum Wort tamen, bewegte sich in ruhigen Bahnen. Dähne rügt, daß der Delegirte Blaurock die Puzer in der Einigungstommiffion nicht berücksichtigen wollte. Heinze glaubt auf grund seiner Erfahrungen sich keinen Vortheil auch durch die Ronferenz versprechen zu können, weil jeder Theil auf seinem Schein besteht. Nachdem eine ganze Reihe von Rednern im Sinne Silberschmidt's gesprochen, nimmt das Wort Kollege Behrendt und befürwortet den von zentralistischer Seite abgelehnten Vorschlag bezüglich Wahl Agitationstommiffion. Wenn die Kollegen ber ber anderen Städte nicht gespalten find, liegt fein Grund vor, unseren häuslichen Streit durch sie entscheiden zu lassen. Der ablehnende Standpunkt gegenüber der Kommission, bie dem Verband doch wahrlich nicht schaden könne, würde bei den übrigen Gewerkschaften nicht gebilligt werden. Nach einer kurzen Replit des Referenten schritt man zur Abstimmung, wobei der oben erwähnte Antrag einstimmig angenommen wurde. In der am Sonntag stattfindenden Versammlung werden sich nunmehr auch die Anhänger der Lokalorganisation über diese Angelegenheit schlüssig machen. Kollege Gröppler gab alsdann noch einen furgen Bericht über die Beschlüsse der Gewerkschaftsfommission. Die Neuwahl der Delegirten soll in nächster Ber fammlung erfolgen. Pankow. Behufs Stellungnahme zu der im März d. J. fand am Montag, den 5. Februar, eine große öffentliche Volts: stattfindenden Erfahwahl der Gemeindevertretung erfammlung im Lofale des Herrn Buge statt. Den einleitenden Vortrag über:" Der politische Kampf der arbeitenden Klaffe" hatte der Stadtverordnete Bruns aus Berlin zugesagt. Der Referent war nicht erschienen. Zur Tagesordnung sprach nun unser Gemeindevertreter Genosse Bilz. Er legte die geringen Aussichten dar, die uns die Landgemeinde- Ordnung bietet. Dann beleuchtete Redner verschiedene lokale Angelegen= Ueber den Streit der Steinbildhauer bei der Firma Schilling heiten und bemerkte zum Schluß: Wir nehmen von der heutigen wurde mitgetheilt, daß außer dem alten Hilsbeck" und Sohn, Der Redner detailirte des Näheren die einzelnen Punkte, Gesellschaft, was wir erlangen tönnen, und fordern wir die welche beiden weiterarbeiteten, fich bis jetzt noch keine Streit mit welchem sich der Kongreß wird zu beschäftigen haben. Be- Parteigenoffen auf, ganz entschieden in die Wahl einzutreten. brecher gefunden hätten. Wie fehr allen anderen Geschäfts: treffs Organisation sei es nothwendig, daß auch die Köche sich Nachdem mehrere Redner im Sinne des Referenten und ein inhabern daran gelegen sei, daß die Forderung der Gehilfen auf nur solchen Vereinen anschließen, welche auf dem Boden der Redner gegen die Betheiligung gesprochen, wurde eine KomEinführung der Lohnarbeit unterdrückt wird, erhellt daraus, daß modernen Arbeiterbewegung stehen, ftehen, denn alle anderen mission von fünf Mitgliedern gewählt, welche die Vorbereitungen zur nur Vereinsspielerei. die Poliere der andern Steinmetzpläße angewiefen find, etwa treiben Ebenso müßten sich die Wahl zu treffen hat. Die Handlungsweise verschiedener Referenten, nach Arbeit anfragende Kollegen zu Schilling hinzuweisen; jedoch Röche, wie jede andere Organisation, an der politischen die Vorträge bei uns zu halten versprochen und uns dann in nicht fei bei der Solidarität der Kollegen am Siege nicht zu zweifeln. Bewegung geschlossen betheiligen. Zur Einführung des schöner Weise im Stich ließen, wurde von mehreren Rednern Kollege Winkler gab danach den Bericht der Gewerkschafts- Ruhetages bemängelte Pötzsch die Erhebungen der Regierung scharf fritifirt und nahm die Bersammlung gegen wenige Stimmen, Kommission. Zum Schluß wurden die Kollegen aufgefordert, die durch Polizei- Organe. In der Diskussion plädirt Genoffe benen bie Faffung nicht scharf genug war, folgende Resolution am 11. März, Abends 7 Uhr, bei Norbert, Beuthstr. 22, statt Rümmel für ftaatliche und städtische Arbeitsnachweise und an: Schon verschiedene Male sind die Genossen von Pankow findende Sonntags- Versammlung mit ihren weiblichen Ange- für Beschickung des Kongresses, wenn auch durch denselben alle und Umgegend dadurch in Verlegenheit gesetzt worden, daß ReMißstände nicht mit einem Male beseitigt werden können, fo ferenten aus Berlin für Versammlungen hierselbst Borträge zu hörigen zu besuchen. set es doch immerhin von Nußen für die Organisation. Roch halten versprochen, trobem aber sich nicht entblödeten, Johlfe bemängelt, daß hier in Deutschland die Köche zum zu der betreffenden Zeit nicht zu erscheinen und auch großen Theile durch Köchinnen ersetzt werden, sogar die Herren feine Vertretung schickten. Die heutige Bersammlung spricht Minister hielten es nicht für nothwendig, fich der Köche zu be allen diesen Wortbrüchigen, in erster Linie dem Genossen Bruns, dienen. Koch Felgentreff führte an, daß man diesen Kongreß ihr Mißfallen aus, sein bestimmt gegebenes Versprechen nicht nicht vielleicht mit einem derartigen verwechseln möge, wo nur gehalten und auch nicht für Erfaß gesorgt zu haben." Die LokalSochs ausgebracht, gesungen und getrunken würde, wie dies in fommission gab noch bekannt, daß das Lofal von Ringel von Köln beim Köchekongreß der Fall war. der Liste zu streichen ist. Mit einem Appell, thatkräftig in die Wahlagitation einzutreten und die gewählte Kommission zu unterstützen, schloß die Versammlung. Es wurde befchloffen, zwei Delegirte zu wählen und fiel die Wahl auf die Köche Felgentreff und Schulz. Briefkaffen der Redaktion. R. B., Markgrafenstraße. Nein. B. 210. Der Wirth ist im Recht. $. 50. Das Geschenk brauchen Sie nicht zurückzugeben, wenn Sie es für geleistete Dienste erhalten haben. Ch. 8. Megner wohnt Naunynstr. 72. Der Verein zur Regelung der gewerblichen Ver hältnisse der Töpfer Berlins und der Umgegend hielt am 4. Februar eine Branchenversammlung der Töpferträger ab. Kollege Thieme hielt einen Vortrag über Arbeitszeit und Arbeitslohn. In der Diskussion sprachen mehrere Redner über die Wohnverhältnisse der Arbeiter. Genosse Sauer forderte die Versammelten auf, sich mehr an den Vereinsversammlungen zu betheiligen.fedoxin Genosse Pötsch führt in seinem Schlußwort an, daß die Eine Generalversammlung des Fachvereins der Köchinnen burch die heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse geStellmacher tagte am 4. Februar. Die Versammlung erzwungen werden, den Köchen Konkurrenz zu bieten, hier sei ledigte zunächst die Vorstandswahl und wurden in den provi- wieder der Beweis, daß es nothwendig sei, daß die weiblichen forischen Vorstand gewählt: Brüß erster, Mared aweiter Bor- Arbeitskräfte organisirt werden müssen, damit sie nicht für figender; Pöschte erster, Lestau zweiter Raffirer; Baum erster, billigere Löhne arbeiten. Michels zweiter Schriftführer; Lange, Geese und Behrens Revi foren. Bon der Agitationstommission wurde zu zahlreicher Betheiligung zu der am Sonntag, den 11. Februar, in der Eine öffentliche Versammlung aller im Zapezirer. Kommandantenstr. 20 stattfindenden öffentlichen Stellmacher gewerbe beschäftigten Personen fagte am 7. Februar bei Versammlung aufgefordert, Genosse Timm hat das Referat Boltz in der alten Jakobstraße. Die vorausgegangene Abrechnung übernommen. Neue Mitglieder werden jeden Sonnabend Abend vom letzten Quartal( 28. Oftober 98 bis 27. Januar 94) ergab im Arbeitsnachweis Veteranenstr. 4 bei Geißler aufgenommen, eine Einnahme von 162,13 M., eine Ausgabe von 116,24 M. auch können dafelbst die Mitgliedsbeiträge entrichtet werden. und einen Ueberschuß von 45,89 M. Sodann erstattete der werden. Zu der Versammlung der Lackirer( Filiale 4 der Maler) Rollege Feber furzen Bericht über die Thätigkeit der Agitations: hielt der Kollege Gebauer eine Vorlesung aus dem Drama„ Die fommission vom letzten Vierteljahr. Besonders gut hat sich das Weker" von Gerh Hauptmann. Nach einer furzen Diskussion, Werkstellendelegirten- System bewährt. Gegenwärtig sind die die der Vorlesung folgte, berichtete der Vorsitzende über die Be Arbeiten für eine demnächst aufzunehmende Statistit im Gange. fchlüffe der Generalversammlung in Nordhausen. Bom Kollegen Gin recht variantes Bild werden die Lohnverhältnisse bieten, Guiard wurde der Wunsch geäußert, wiederum einen Fachverein bezahlt man doch in ein und derselben Werkstelle in guter Zeit der Lackirer zu gründen. Ain 19. Februar findet eine öffentliche 20 M., in fchlechter Beit 5 bis 6 M. Im allgemeinen haben fich die Verhältnisse derart zur Unerträglichkeit gesteigert, Versammlung bei Ehrenberg, Annenstr. 16, statt. daß die Kollegen jedenfalls gezwungen sein werden im Im Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Frühjahr Forderungen an das Unternehmerthum zu stellen. Leder Galanteriewaaren Industrie beschäftigten Arbeiter und Kollege Seibel brachte Zustände von der Markowit'schen Bude Arbeiterinnen hielt am 6. d. M. Genosse Sassenbach einen zur Sprache, die jeder Beschreibung spotten, sowohl bezüglich der intereffanten und beifällig aufgenommenen Vortrag über: Lohn- und Sittlichkeitsverhältniffe, wie der sanitätswidrigen Bu" Heinrich Heine." Sodann wurde Rollege Belkin als Reise- stände im allgemeinen; besonders geißelt er die Unfitte des sogeUnterstützungs- Auszahler gewählt. Der Vorstand berichtete nannten Einstandgebens und der brutalen Behandlung, welche hierauf über die Baale'sche Angelegenheit. Danach ist der den Lehrlingen von den älteren Gehilfen zu theil wird. Die Zwischenfall dadurch erledigt worden, daß die Baate'schen Ber- Ergänzungswahl der Agitationskommission führte zu langer, sehr lagsartitel jegt nur noch in tarifmäßig zahlenden Buchbindereien erregter Debatte. Der Antrag des Kollegen Wells, Ausschluß hergestellt werden sollen. Kollege Wittusch verlas hierauf eine des Kollegen sien aus der Agitationsfommission, wurde anlängere Notiz aus der antisemitischen Zeitung Frei- Deutschland" genommen und die Kollegen Harttig und Wölfel gewählt. vom 5. d. M. Darin ist die Rede von den Besuchern der Wegen vorgerüdter Zeit wurde die Berichterstattung der Gewerbe- durch Gerichtsvollzieher ist besser. Wärmehallen, die arbeitsscheues Gefindel" titulirt wer- gerichtsbeisiger bis zur nächsten öffentlichen Berfammlung vertagt. A % Am $. ft. 1. Suprema lex regis voluntas. Ebel. Die Hüte sollten aus eigenen Mitteln beschafft F. R., Kunft. Ihr Vater muß zum Termine gehen und erklären, Sie wären noch nie aufgefordert zu zahlen und wären dazu bereit und im stande. Zum Zeugen soll er Sie benennen. Dann muß Ihre Vernehmung darüber erfolgen. Ruske, Stralsunderstraße. 1. Nein. 2. Am 15. A. O. Mit dem ursprünglichen Gläubiger haben Sie nichts mehr zu thun. Ginigen Sie sich. 2. N. Erst müssen Sie geschieden werden, vielleicht geht das jeßt. Rommen Sie mit den Papieren aus der früheren Scheidungsfache in die Sprechstunde. Drescher 67. 1. Zurückgeben. 2. Kommt auf die Art des angeblichen Echadens an. Im allgemeinen sind solche Klagen nicht zu fürchten. Dahlen, Halberstadt. Nein. Eine Ausschließung Ver. ficherter ist nur in§ 26a Nr. 3 auf Zeit vorgesehen. Natürlich erlischt die Mitgliedschaft mit dem Ausscheiden aus der die Verficherung begründenden Beschäftigung, sofern nicht frei. willige Fortsetzung der Versicherung( 27) erfolgt. .. 88. Gachen der Frau haften. A. D., Tempelhof. Einschreibung genügt, aber Kündigung A. Knappe. Unverständlich. DER BARNOUSTE Arbeiter! Genossen! Rauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Cigarren mit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Veröffentlichung beruht auf Täuschung S. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 108. 5. F. Dinslage, Kottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böchstr. 21. Guft. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Michaelis, Alexandrinenstr. 40. H. G. Schmidt, Gräfestr. 68. Carl Schonheim, Gräfestr. 8. Julins Stark, Schönleinstr. 10. SO. Carl Abert, Bücklerstr. 6. Behnke u. Kinkel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. G. Fischer, Staligerstr. 128. George, Mariannenstr. 35. Theodor Goede, Wrangelftr. 125. E. Gosda, Manteuffelstr. 8. A. Kunze, Forsterstr. 2. Desgl. Grünauerstr. 34. Lobbes, Adalbertstr. 58. * Wilh. Mertens, Cuvryftr. 34. Otto Röhl, Sorauerstr. 10. Christ. Schneider, Köpnickerstr. 26a. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. Stübner, Reichenbergerstr. 157. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. SW. W. Kinzel, Alexandrinenstr. 103. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. Louis Anders, Krautstr. 16. August Dahnke, Roppenstr. 98. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurterstr. 4. besgl. Weidenweg 96. Th. Hodde, Langestr. 108. Erhard Hoffmann, Memelerjir. 32. Johann Liebich, Memelerstr. 8. * Auguft Motes, Pofenerstr. 11. Fr. Peters, Roppenstr. 94. Johann Schirlik, Holzmarktstr. 63. Otto Schreiber, Blumenftr. 51c. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Unterberg, Roppenſtr. 8-9. B. Unterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenstr. 83. W. Wolf, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3, C. * Robert Drescher, Linienftr. 50. Max Flatauer, Landsbergerstr. 72. Hermann Gumpel, Barnimftr. 42. Carl Blanzwirn, Linienftr. 21. Oranienburger Vorstadt. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. * Lonis Dechand, Ruheplasstr. 24. Franz Frank, Röslinerstr. 2. Vanl Franke, Eichendorffstr. 15. Wilhelm Göppner, Fennstr. 1a, Jakob Götting, Lindowerstr. 9. Auguft Hinge, Pantstr. 14a. Oskar Klose, Reinickendorferstr. 20. Paul Müller, Hochstr. 2a. Franz Noffte, Borsigftr. 28. Baul Pflug, Reinickendorferstr. 39. Wilh. Steinbach, Antonftr. 1. A. Tiek, Invalidenstr. 124. Carl Werner, Gerichtstr. 25. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Streliterftr. 45. Carl Basemann, Prinzen- Allee 57. 5. Baumgarten, Swinemünderitr. 48. Franz Döring, Ruppinerftr. 21. R. Gefelle, Ruppinerstr. 19. Gustav Hennig, Coloniestr. 147. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Joseph Husam, Grünthalerstr. 9. Löffler, Badstr. 42-43. B. Morik, Bernauerstr. 18. Albrecht Steinicke, Stralsunderstr. 23. Hermann Vogel, Demminerstr. 62. Max Winkelmann, Ackerstr. 153. Georg Wolter, Ackerstr. 58. Schönhauser Vorstadt. !! Roh- Tabak!! Deutscher Holzarbeiter- Verband Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, ( Bahlstelle Berlin). gute Qualität, tadelloser Brand, Am Sonntag, den 11. Februar cr., Vormittags 9% Uhr, in in billigter Preislage, empfiehlt Arendt's Brauerei, Thurmstrasse 26: Heinr. Franck, vorräthig. Rohtabakandlung, Brunnenstr. 185. Formen( Bockfoorn) wieder Pfandleihe, Invalidenstr. 15, I. 37 913 anerkannt reelle und 37 billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für and Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Eig.Fabr.) goldene a. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Alle Uhren 5462L* werden sauber und sorgfältig reparirt unter Garantie des Gutgehens für 1,50 Mark( außer Brudh) bei W. Winkler, Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dankes- Kirche. Roh- Tabak Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. Lager aller Arten Uhren, Uhrketten C. Herm. Diet, Pappel- Allee 2. * Johann Hahn, Fehrbellinerftr. 3. Lorenz Heidemann, Danzigerstr.10/ 13. Rudolf Magnus, Weinbergsweg 10. 2. Malkowi, Kaftanien- Allee 95/96. H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Pinner, Treścowstr. 32. Aug. Schönfeld, Danzigerstr. 16, NO. Hermann Bailoff, Pallisadenstr. 79. Beyer, Landsberger Allee 131. S. Kraft, Landsbergerstr. 112. Paul Krämer, Greifswalderstr. 30. Gebr. Lewy, Marienburgersfr. 37. Gustav Mirak, Georgenkirchftr. 12. Jakob Renl, Weinstr. 11, Hof 3 Tr Gustav Richter, Landsberger- Allee 145 NW. Paul Böning, Bremerftr. 56-57, Joh. Bösenberg, Beuffelstr. 64. * Robert Kern, Stromstr. 45. G. Reinde, Stromstr. 5. Carl Stiller, Stephanstr. 24. Stralau- Rummelsburg. Theodor Ritter, Kantstr. 6. J. Ulbrich, Schillerstr. 1. W. Weigel, Lessingstr. 1. Friedrichsfelde- Lichtenberg. Wiesner, Prinzen Allee 24. Anton Kopp, Friedrich- Carlstr. 4. Rixdorf. Heinrich Barth, Berlinerstr. 186. Leop. Magerl, Hobrechtstr. 10. Weissensee. Emil Apitsch, Langhansstr. 185. Liebschwager, Gustav- Adolfstr. 16. Georg Schröder, Lothringerstr. 42. Reinickendorf, Burgus, Martstr. 5. F. Schellenberg, Scharrnweberstr. 107. Tempelhof. Auguft Reisen, Berlinerstr. 44. Pankow. Carl Hoffmann, Kaiser Friedrichstr. 15. Fr. Jordan, Reinickendorferstr. 37a, ist die Kontrollmarke wegen Vertragsbruchs entzogen. Neumeldungen von Fabrikanten find persönlich bei Louis Deohand, Ruheplasstraße 24, sowie beim Unterzeichneten zu machen. Neue Marten sind ebenfalls dort, sowie auch an den mit bezeichneten Stellen der betr. Bezirke zu entnehmen. * Die Kontroll- Kommission der Tabakarbeiter. J. A.: Carl Butry, Stralsunderstr. 17, II. Möbel. 322/16 Spiegel und Polster- Waaren. A. Goldschmidt, 4435L* am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigſte Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. Martin Klein, Uhrmacher, 5464L* 25 Neue Hochstr. 25 empfiehlt sein Sager aller Arten Wand- und Taschen- Uhren. Reparaturen zu foliden Preisen Jede Uhr repariren u. reinigen foftet bei mir unter Garantie des Sutgehens nur 1,50 M., ußer Bruch, fleine Re paraturen billiger. Großes Lager neuer u. gebrauchter Taschenuhren, Regulatoren u. Weder 2c. Alle Arten Ketten, sowie Brillen und 54428* Pincenez. Carl Lux, 34. Chausseestr. 34. Bitte genau auf No. 34 zu achten. Schuhe und Stiefel mit Kontroll- Marke. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein Schuh- und Stiefel- Geschäft. Große Auswahl in Winter- Artikeln zu den billigsten Preisen. 5465L* VEREIN L. Zaake, Küstriner- Platz Nr. 8. BER 25 Marken z. quittiren von Partei-* Beiträgen Bezirks- Versammlung für Moabit. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Rollegen Sigg über:" Gewerkschaftstämpfe". 2. Dis fussion. 3. Vorschlag zu einem Beitragsammler. 4. Verbandsangelegen heiten. Um rege Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 432/7 GUPO Buchhandlung des Vorwärts" 台灣 Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen: Internationales aus dem„ Volksstaat" ( 1871-1875). Bon Friedrich Engels. 72 Seiten 8° Preis 30 Pf.- Wiederverkäufer Rabatt. Inhalt: Vorwort. I. Abermals Herr Vogt( 1871). II. Die Bakunisten an der Arbeit( 1873). III. Zwei Flüchtlingskundgebungen: a) Eine polnische Proklamation( 1874). b) Programm der blanquistischen Kommuneflüchtlinge. IV. Soziales aus Russland 1875. Nachwort hierzu 1894. " Die Neuauflage der hier gesammelten, s. 3. im ,, Boltsstaat" und zum Theil auch in Broschürenform erschienenen Abhand lungen ist gerade im gegenwärtigen Moment von besonderem Interesse. Namentlich trifft das zu auf, Die Batunisten an der Arbeit" und das Programm der blanquisti= schen Kommuneflüchtlinge". In ersterem Auffaze schildert Engels das schmähliche und die Interessen der Arbeitertlasse schädigende Treiben der Anarchisten und liefert in der Geschichte des 73er Aufstandes in Spanien den Nachweis, wie die auch heute von einer gewissen Seite immer wieder erhobene Forderung der Enthaltung vom politischen Kampf in der Praxis stets darauf hinauslaufe, die Interessen der Bourgeoisie und der Reaktion zu fördern, und wie die Deklamationen vom allgemein en Weltstreit auch in jenem spanischen Aufstande an den politisch- ökonomischen Thatsachen scheitern mußten. Die Kritik des Blanquistischen Flüchtlings Programmes von 1874 ist gerade jest um so interessanter, als die Gruppe der Blanquisten, die damals zum ersten Male sich zum jezigen deutschen Kommunismus bekannte, daneben aber den Standpunkt der revolutionären That" einnahm, heute unter Führung ihres bedeutendsten Kopfes Vaillant in die französische Deputirtenkammer eingetreten und mit den Marxisten" in die gleiche Kampflinie eingeschwenkt ist. Zahlreichen Bestellungen steht entgegen = Buchhandlung des ,, Vorwärts". Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplak größtes Lager Berlins. Muster bücher gratis. Theilzahlung Mark zahle gestattet. 500 Mark Kinderwagen, ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Eager Berlins ha be. F. Metzner. Oranien- Bad, Oranienstr. 44. Dampfkasten- Bad. Ginpadung in seidenen Laken. Maffage. Mitglieder sämmtlicher Vereine zahlen nur pro Bad mit Packung und Massage 75 Pfennige. Außerdem Schwefel-, Sool- Sik- und Wannenbäder. 3 Wannenbäder mit Seife und Handtücher 1 Mark. Jede Uhr 5466L* zu repariren und reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur Mk. 50 Pfg.( außer Bruch), fleine Reparaturen billiger. Großes Lager neuer und gebrauchter Uhren, getragene Uhren von 5 M. an. Neue filb. Cylinder- Remontoirs, 6 Steine, empfiehlt allen Genossen die von 14 M. an, do. 10 Steine, von 16 M. an, goldene Damen- Remontoirs, 14- Rarat Quittungsmarken und Gold v. 24 M. an. Gold- und Silberwaaren in gr. Auswahl zu Fabrikpreisen 62. von Conrad Müller, Schkendih- Leipzig. Preisliste gratis und franto. onats PO Kantsch- Stempler, E. Rothert& Stolz, Geſchäft: Anestr. 78. Uhrmacher. " Chausseestr. Boltz' Festsäle, S. Armas G. Feuerstein 75, Alte Jakobstrasse Hosen, Herren- u. Knabenanzüge spottbillig. Sopha- Teppiche v. 5 M. an, Säle zu Festlichkeiten und Versammlungen. Zu den Osterim Ausvert. Pfandleihe, Staligerstr. 131. Feiertagen stehen noch Säle z. Abhalt. v. Matinees z. Verfüg. Amt I, 1082 +38699 pan? pagau Ausstattungen in Mahagoni u. Uußbaum; Küchen-Echt Stonsdorfer möbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco.* Siför à Str. 1,20, 5 Str. 5,50, 10 2tr. 10, 50 2tr. 47,50, 100 Ltr. 90 Mark. Franz Tutzauer, Köpidertr. 25. - po Möbel- Tischlerei u. Lager Polster- und Dekorations- Werkstatt August Herold, Tischlermeister 83/84 Oranienstr. 83/84 Berlin SW., 8384 Oranienstr. 83/84 zwischen Alexandrinen- und Alte Jakobstrasse. Eigene Tischlerei. Eigene Tapezierwerkstätten. Verkauf nur gegen Cassa ohne Zwischenhandel zu Werkstattpreisen. Besichtigung der Lagerräume erwünscht. Illußrirte Musterbücher kostenfrei. Compl. Wohnungs- Einrichtungen von 333-3000 M. Solideste Preise. Sauberste Ausführung. Reelle Bedienung. Eugen Neumann& Co., Jnh. Conrad Neumann, 6a, Belle- Alliance- Plak 6 a. 81, Neue Friedrichstraße 81. Möbel, 8, Oranienstraße 8. 610 Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin mit eigener Werkstatt. Große Auswahl in Nussbaum u. Mahagoni, fowie großes Lager von Küchenmöbeln empfiehlt zu den billigsten Preisen bei nur solider Ausführung[ 5468L Julius Apelt, Tischlermeister, ( früher Berlin S., Sebastianstraße Nr. 20( 27/25). Roh- Tabak Detail- Verkauf Rem. Ank. Uhr mit echter Nikelkette. 5 Mark. Garantie! Silb. Rem. Uhr feinst. Werk 16,50 M. Umtausch geft. Beste Quelle f. Uhren. u. Schmuck. Rud. Völcker& Sohn, Joh. Gg. Müller, Bersandtg. Pforzheim. Köpnickerstr. 45.[ 1586b Berantwortlicher Hebatteur: Robert Schmids in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.