Nr. 149. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Reue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Arcusband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mar! pro Monat. Bostabonnements nebmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pig., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das jeltgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Das Recht des Einjährigen- Dienstes. Von Richard Gädke. Donnerstag, den 4. Juni 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. wie dem Wortlaute des bestehenden Gesezes widerspricht. Mit Herrn Bornbat in eine Diskussion über den Zukunftsstaat Nun, die rechtlichen Auffassungen von Militärgerichten haben einzutreten, würde deshalb Zeitverschwendung sein, weil diesem wir im Falle von Zabern genügend fennen gelernt! Leider Manne der Wissenschaft, wie man nicht nur aus seiner Rede auf I fehlt uns, was man in dem vorgeschrittenen Frankreich durch dem preußischen Richtertage schließen darf, alle Voraussetzungen den bösen Dreyfushandel errungen hat: die Möglichkeit, gegen für das Verständnis des sozialistischen Programms und der sozialdie Urteile von Militärgerichten Revision bei dem bürgerlichen demokratischen Bewegung fehlen. Aus demselben Grunde fürchten Reichsgericht einlegen zu können. wir auch, daß er einer Belehrung über das, was wir tatsächlich Die gleiche bewußte Heimlichkeit findet sich in der Kaunter Klassenjustiz verstehen, wenig zugänglich sein würde, und nicht binettsorder von 1861, die je nach dem Willen der weil wir uns davon eine Wirkung auf ihn versprechen, sondern nur Ju Nr. 129 des Vorwärts" vom 13. Mai 1914 habe Stommandogewalt- die Verantwortlichkeit des Kriegsministers um seine Worte zu ilustrieren, verweisen wir auf Bemerkungen, die ich nachgewiesen, daß die Entziehung des Einjährigen- Rechtes, beiseite schiebt und das unverantwortliche Militärkabinett an in der Debatte über das Bornhalsche Referat von einem Nichter gedurch die der Einjährige Stöcker für seine sozialistische seine Stelle setzt. Eine Order, die in so vieldeutigen und macht wurden. Es handelte sich um die politische Betätigung und Propaganda bestraft wurde, schlechthin eine Rechtsbeugung wiederum nichtssagenden, in so unbestimmten Wendungen ab- insbesondere um die Frage, ob die gesetzlichen Hindernisse zu beseitigen darstellt. Die Militärbehörde hat zu dieser Disziplinar- Maß- gefaßt ist, daß man sie für alles heranziehen und ebenso leicht seien, die der kommunalen Mitarbeit des Nichters im Wege stehen. regel nicht die mindeste gesetzliche Befugnis.§ 10 des Wehr wieder verleugnen kann. Die gleiche Arbeit hinter den Der Amtsgerichtsrat Ricks Berlin hielt die Wählbarkeit des gesetzes vom 9. November 1867, auf den sie sich mit harmlos Kulissen fand statt, als man dem Willen des Reichstages zu Richters ins Stadtparlament für bedenklich und führte aus: tuender Miene beruft, handelt von ganz anderen Dingen. Die wider den Palast für den Chef des Militärkabinetts erzwingen Das Stadtparlament liegt im Gerichtsort des Richters, und Kommandogewalt hat sich vielmehr in§ 93,9 aus eigener wollte, der überhaupt nicht den geringsten Anspruch auf eine da könnte seine Unabhängigkeit in Zweifel gezogen werden. n Machtvollkommenheit ein Recht beigelegt, das ihr die Gesetze Dienstwohnung hat und dessen Geschäftsräume in das Kriegs- fleinen Städten würde der Richter als Arbeitskollege mit Handnicht verleihen. An sich ein Beweis, wie dringend ministerium gehören. wertern und kleinen Leuten im Stadtparlament zusammensitzen. Er verkehrt zwar auch mit diesen kleinen Leuten im Kriegerverein und anderen Vereinen, aber da werden sie in ihm immer den Amtsrichter erblicken. Es könnte sein, daß der Nichter im Stadtparlament mit diesen fleinen Leuten fämpft und am anderen Tage über sie vielleicht Gerichtsbarkeit ausübt. notwendig es ist, daß alle Parteien, die auf Die Militärbehörde ist so gewohnt, die Aufrichtung milidem Boden der Verfassung stehen und deren Ge- tärischer Willkürherrschaft planmäßig aber still zu betreiben, wissen nicht völlig abgeftumpft ist, endlich die Grenzen der daß man sich über den Mißbrauch der Ehrengerichte zur Stommandogewalt durch deutliche Erklärungen und ent- Herabwürdigung politischer Gegner gar nicht mehr wundern schlossenen Kampf für alle Zeiten feststellen! Denn durch darf, obwohl auch hier das Reichsmilitärgesetz vom 2. Mai 1874 immer weitere Ausdehnung der Kommandogewalt über alle und die zweifelsfreien, feierlichen Versprechungen ihrer Ver gesetzlichen Schranken hinaus werden den Bürgern dieses treter glatt beiseite geschoben werden. Landes auf immer ausgedehnteren Gebieten ihre Freiheiten Nun aber wird die Durchlöcherung des Einjährigenprivilegs und Rechte mit bewußter Planmäßigkeit entzogen; es wird die Verfassung mehr und mehr durchlöchert, ihre Paragraphen werden geradezu zu einer Spottgeburt aus Dreck und Feuer", der Absolutismus schlägt uns von neuem, schlimmer denn je, in seine Knechtes fesseln. " 7 V Wohlgemerkt, Herr Nicks sieht nichts Bedenkliches darin, daß ein Richter in irgendeinem Parlament mit Angehörigen der höheren und befizenden Stände als Gleicher unter Gleichen verkehrt. In diesen Kreis gehört er ja hinein; dessen Anschauungen sind seine Ja, der Verdacht liegt nahe, daß man eben darum Anschauungen, zu denen er durch seine Herkunft bestimmt ist und die ganze Neuauflage ebenso arglistig wie mit gut gespielter für die man ihn systematisch erzogen hat. Das aussprechen aber Harmlojigkeit einfach als„ Neuabdruck" bezeichnet hat und sie heißt nichts anderes, als die Voraussetzungen der Klassenjuftig annoch immer Wehrordnung von 1888" nennt. Eine offenbar erkennen, über die wir als Sozialdemokraten und als Vertreter der schwer täuschende Bezeichnung! Wer außer den betleinen Leute" Klage führen. teiligten Behörden; und die schweigen natürlich ist denn imstande, ein dickleibiges Buch von 420 Seiten so durchzulesen und zu vergleichen, daß er die versteckte und bösartige Aenderung bemerkt? Die glücklichen Privatbeamten! Daß Herr Ricks seinen Kollegen im Interesse der Hebung des Standes empfiehlt, statt die Zulassung zur kommunalen Tätigkeit lieber die Anerkennung der Gleichberechtigung bei offiziellen Empfängen in Kleinstädten zu erstreben, sei nur nebenbei durch jenen Neuabdruck von 1904 noch bösartiger dadurch, daß erwähnt. Das wesentlichste ist die Angst, der preußische Richter er durch feinen verantwortlichen Reichstanzler gegengezeichnet ist. tönne fich etwas vergeben, wenn er auch nur auf dem Boden der Der damalige Reichskanzler hat offenbar nicht einmal Kenntnis Stadtverordnetenverfammlung mit kleinen Leuten auf dem Füße der von der Aenderung bekommen. Während die Wehrordnung von Gleichberechtigung verkehren müßte. Der Richter darf mit diesen 1888 durch den Stellvertreter des Reichskanzlers, von Boetticher" Leuten zwar in ein und demselben Kriegerverein sizen, denn hier Aber als ich am 13. Mai über die unerhörte Vergewalti ganz torreft gegengezeichnet ist denn sie enthält die Aus wird ihm gegenüber nicht sowohl weil er Richter, sondern weil gung des Einjährigen Stöcker schrieb, wußte ich selbst noch führung von Reichsgefeßen, zudem auch Anweisungen für die er Offizier ist die Distanz gewahrt. Alle Gelegenheiten, wo diese nicht einmal, wie toll in Wirklichkeit die Sache liegt, und wie bürgerlichen Behörden, ist also ein Regierungsaft hat man Distanz in Gefahr tommen famn, soll er meiden. jungen Datums die Willkür ist, die sich die Militärbehörde es nicht für notwendig gehalten, eine derart durch in den Fällen Düwell und Stöder angemaßt hat. Die greifende Veränderung der Rechtslage gleich Militärbehörde selbst hat früher an ihr falls durch die politische Verantwortlichkeit seines Nachfolgers Recht nicht geglaubt, Ginjährigen ihr Privileg entziehen zu decken. zu dürfen, wenn sie der unmaßgeblichen Meinung ist, sie hätten ihre moralische" Qualifikation verloren. Eine Moral, die aus politischer Feindseligkeit heraus urteilt und zur Unter drückung gesetzlich nicht verbotener Handlungen gemißbraucht wird!! Auf Grund meines Artikels vom 13. Mai erhalte ich eine Zuschrift aus München, die mich darauf aufmerksam macht, daß in der bayerischen Wehrordnung von 1889( die preußische ist von 1888 datiert) der ominöse Passus, auf Grund dessen man Stöcker seines wohlerworbenen Rechtes Dadurch folgt nun aber ohne weiteres, daß der„ Neuberaubt hat, völlig fehlt. Dieser Absatz in dem Neu abdruck" der Wehrordnung von 1904 wegen schweren Nächst gewissen„ hohen" Kreisen, die allerdings durch ihre zuabdruck" der preußischen Wehrordnung. von 1904 lautet Formfehlers an sich null und nichtig und unverlässige patriotische Gesinnung von der Verpflichtung zur intensiven bekanntlich: verbindlich ist. Fortpflanzung entbunden sein dürften, sind die Privatbeamten am „ Die Ersazbehörde dritter Instanz ist befugt, selbst wenn Ich gebe Herrn Stöcker den Rat, sofort eine Feststellungs längsten des Liebäugelns mit dem Zweifindersystem vers eine Verurteilung wegen strafbarer Handlungen nicht statt flage bei den bürgerlichen Gerichten einzureichen, daß er das dächtig. Die Statistik hat diese Vermutung wiederholt bestätigt und gefunden hat, den zum einjährig- freiwilligen Dienste Berechtigten, Recht hat, nur ein Jahr zu dienen. Ferner aber soll er von in einer Zeit, in der der Geburtenrüdgang alle nationalen welche die nötige moralische Qualifikation für den freiwilligen dem Militärfiskus Entschädigung einflagen wegen des ihm Kreise in Aufregung hält, wäre es daher wohl verständlich gewesen, Eintritt nicht mehr besigen( Wehrgesetz§ 10), die Berechtigung im zweiten Dienstjahr entgangenen Verdienstes; falls er wenn eine hohe und weise Regierung gegen solche Pflichtver zu entziehen." nämlich zur Ableistung seiner Dienstpflicht bereits ein gessenheit einer bestimmten Volksschicht mit der ganzen Strenge Ich wiederhole: Dieser Absatz des preußischen Neu- gezogen ist. des Gesetzes eingeschritten wäre. Der Kaiser braucht Soldaten abdrucks" fehlt in der bayerischen Wehrordnung von 1889, Wenn unser Liberalismus nicht so jämmerlich rückgratlos und der Kapitalismus billige Arbeitsfräfte! Da beide obwohl der§ 10 des Wehrgesetzes( genauer: Gesetz, betreffend wäre, dann müßte er im Reichstage den Reichskanzler wegen zusammen den Staat beherrschen, wäre es nur gerecht", wenn die die Verpflichtung zum Striegsdienste, vom 9. November 1867) dieser gesetzwidrigen Verschlechterung des geltenden Rechtes, Gesamtheit des besiglosen Volles mit allen Mitteln, d. h. wenn damals so gut wie jest zu Recht bestand. Damals also wegen dieses ungültigen Neuabdrucks" nicht nur zur Rede nötig auch mit Polizeigewalt zur erhöhten Volksvermehrung glaubte die bayerische Militärverwaltung nicht, auf stellen, sondern die sofortige Wiederherstellung des zer- angehalten würde. Und, wie gesagt, in erster Linie die PrivatGrund des genannten§ 10 des Wehrgesezes eine solche trümmerten Rechtszustandes erzwingen. Er hätte die beamten! Willkürmaßregel treffen zu dürfen. Macht, wenn seine Feigheit nicht viel größer wäre als seine Aber die unerforschliche Weisheit unserer Verantwortlichen hat Dadurch aufmerksam gemacht, schlage ich nunmehr die Macht. Und dann vorläufig handelt es sich ja noch um es anders beschlossen. Im Ernst! Wohl in der sehr richtigen Erpreußische Behrordnung von 1888 nach, das Vorbild der feinen Bürgerlichen! Wo werden unsere Liberalen das Recht fenntnis, daß die Bestrafung der Unterlassung niemals so wirksam bayerischen von 1889, und siehe da: auch in der preußischen um des Rechtes willen, die Freiheit um der Freiheit willen sein kann, als die richtige Pflichterfüllung durch geeignete Belohnungen Wehrordnung von 1888 fehlt diese Bestimmung vollständig. verteidigen! Auch die preußische Militärbehörde hat also damals nicht geglaubt, daß das zu Recht bestehende Gesez bon 1867- auds in dieser Stunde, wo ich schreibe, noch zu Recht bestehende, damals bereits seit 21 Jahren zu Recht bestehende Gesetz ihr die Befugnis einräumte, aus eigener Willfür zu entscheiden, daß ein unbestrafter Einjähriger wegen an- Auf dem vierten preußischen Richtertag, der zu Pfingsten in Interesse werden sie doch sicherlich nicht zu knapp bemessen werden. geblicher moralischer Minderwertigkeit des ihm einmal ein- Bielefeld versammelt war, ist der Professor für Staats- und Ver- Es ist also flar: jezt geht das gute Leben der Privatbeamten geräumten Rechtes verlustig erklärt werden könne. waltungsrecht an der Berliner Universität, Dr. Bornhat, in an! Je mehr Kinder, desto größer der Wohlstand! Erst der Neuabdruck" von 1904( ein netter Neu- einem Referat über die Betätigung der Richter im öffentlichen und Zur Verhinderung eines schädlichen Genußlebens wird es sogar nötig abdruckt!) 37 Jahre nach Erlaß des Wehrgesetzes. wirtschaftlichen Leben auch auf das Thema von der Klassenjustiz zu sein, von vornherein eine gewisse Höchstgrenze festzuseßen, die im nimmt auf einmal ganz harmlos diese einschneidende Alende- sprechen gekommen. Daß dieser Mann, der selbst unter den preußi- Interesse des nationalen Refrutenbedarfs allerdings wohl ziemlich rung auf, ohne irgendwie die Deffentlichkeit ichen Professoren durch seine reaktionären Anschauungen auffällt, weit hinter das erste Dutzend gelegt werden müßte. Und um den darauf hinzuweisen, ohne die Beteiligten dem Problem mit sachlichem Ernst zu Leibe gehen würde, war von industriellen Unternehmern unerträgliche Lasten zu ersparen und die auch nur mit einem Worte aufmerksam zut vornherein nicht sehr wahrscheinlich, aber man hätte immerhin vor- Betätigung ihrer angeborenen menschenfreundlichen Gesinnung nach msjen, daß ihr Recht sich nach der Willkür ausseßen dürfen, daß er zu seiner Erörterung etwas mehr Möglichkeit zu erleichtern, wären auf der anderen Seite vielleicht der Militärbehörde verschlechtert habe. Es Geist aufgewandt hätte, als seine Ausführungen tatsächlich bewiesen. Kleine Abzüge bei den Gehältern derjenigen zu erlauben, die ein liegt hier der gleiche Mangel an Offenheit vor, wie bei Auch die ältesten Leute erinnerten sich nicht, im Vorwärts" gewisses Mindestpensum nicht erreichen oder durch andauernde Eheder Aufnahme der berühmten" Kabinettsorders von 1820 jemals über Richterbestechlichkeit gelesen zu haben, lofigkeit überhaupt ihre Mitwirkung an dem nationalen Werk der und 1899 in der Vorschrift über den Waffengebrauch des und selbst der Abgeordnete Liebknecht dürfte darüber feine Doku- Geburtensteigerung verweigern. Militärs, die auch vor dem Volfe, das sie betrafen, sorgfältig mente besitzen. Heute erhöben die Sozialdemokraten den Vorwurf Auf die Weise wäre das wichtige Problem in mustergültiger der Klassenjustiz. Wenn aber der Zukunftsstaat einmal eingeführt Weise gelöst". Eine Ungerechtigkeit tönnten wir höchstens darin ers Es ist das gleiche Versteckspielen wie bei der Aenderung des sei, würden wir die schlimmste Klassenjustiz haben, da die Recht- blicken, daß das neue System nicht auch gleich auf die gesamte Rechts der zur Kontrollversammlung einberufenen Mann sprechung des sozialdemokratischen Richters unter der Kontrolle der Arbeiterschaft ausgedehnt werden soll. Aber das ist gewiß nur eine schaften des Beurlaubtenstandes, die auch so ganz sachte durch Genossen stehen müsse, die stets prüfen würden, ob sich fein Urteil Frage der Zeit. die Rechtsprechung der Militärgerichte in unser System ein- mit dem Klassenbewußtsein in Einklang bringen ließe. Mit diesem geführt wurde, obwohl sie ganz flärlicher Weise dem Geiste Geschwäg glaubte der Professor seinen Gegenstand erledigt zu haben. verheimlicht wurden. zu einem Vergnügen zu machen, hat die Medizinalabteilung des preußischen Ministeriums des Innern in einer Denkschrift über den Geburtenrückgang vorgeschlagen, kinderreichen Beamten auch in der Privatindustrie! Beihilfen und Gehaltsallerdings nichts gesagt, aber mit Rücksicht auf das vaterländische Richtertag und Klassenjustiz.lagen zu gewähren lleber die Höhe der Unterſtühungen iſt etwas Du lieber Himmel, was die Weisheit eines föniglich preußischen Medizinalrates doch alles an den Tag zu bringen vermag! Aus " allSenator Clemenceau tritt im" L'Homme gerechnet in unserer Zeit der aufs höchste gesteigerten Erwerbsgier, Basel( Sängerinnenzahl 70), der Liederkranz Töz( Sänger- Jhaben als die, welche Präsident Poincaré in Rennes so treffend mit wo der Profit das höchste Ideal und die Ausbeutung zahl 40), insgesamt über 400 schweizerische Teilnehmer. den Worten fennzeichnete: Ein aus großen und gleich mobilisierungseine sittliche Einrichtung ist, in dieser brutalen, egoistischen Man hatte aber die Rechnung ohne den neuen Dallwigkurs fähigen Beständen zusammengefeßtes Heer. Kein Ministerpräsident Zeit möchte eine preußische Ministerialbehörde unsern kapitalistischen in Elsaß- Lothringen gemacht: am 28. Mai wurde dem Vorsitzenden könnte dem Parlament ein Versprechen geben, welches er inUnternehmern zumuten, daß sie sich der Volksvermehrung zuliebe der Festkommission, dem Landtagsabgeordneten Genossen Schilling folge der Ereignisse und auf Grund der genauen Kenntnis mit einer Ausgabe belasten, von der ihre Dividende keinen sichtbaren in Mülhausen vom Kreisdirektor im Auftrage des Ministeriums er- der äußeren Lage vielleicht nicht halten könnte. Es ist im Vorteil hat. Denselben Unternehmern, die bisher noch jede Belastung öffnet, daß eine offizielle Beteiligung auslän zugunsten des Gemeinwohls abgelehnt haben. Die als einzigen Maß bischer Bereine" an dem Sängertag untersagt sei. Gegenteil Pflicht einer jeden Regierung, dafür zu sorgen, daß das stab für die Gehaltsfestsetzung das jeweilige Arbeitsvermögen an Es bedurfte der persönlichen Rüdiprache im Ministerium zu Straße vom Parlament bewilligte Dreijahrsgefeg respektiert und erkennen und sich den Teufel um alte verdiente Angestellte fümmern, burg, um einen neuen Bescheid herbeizuführen, in welchem es gewandt werde. wenn ihre Arbeitskraft hachläßt, ob sie nun sieben Kinder haben oder hieß, daß den ausländischen Vereinen nachträglich ausnahms- Libre" nochmals nachdrücklich dafür ein, daß nicht etwa der Versuch gar feins! weise die Beteiligung an den Gesangsvorträgen anläßlich gemacht werde, sich über die Schwierigkeiten der Frage des DreiHaben die Herren Geheimräte noch niemals davon gehört, daß des Arbeiterfängerfestes gestattet worden ist. Die Beteiligung der jahrsgesetzes mit List und doppeldeutigen Versprechungen hinwegzueinzelne Unternehmer sich sogar nicht einmal scheuen, ihren Beamten ausländischen Vereine am est zuge bleibt jedoch nach Maßgabe helfen. Bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge in Europa sei bis zu bestimmten Gehaltsgrenzen das Heiraten zu verbieten? meines Schreibens vom gestrigen Tage untersagt." Demgemäß die Aufrechterhaltung der moralischen Stellung Frankreichs ebenso Aber natürlich! Das wissen sie alles ganz genau. Hat durfte keine Fahne der teilnehmenden Schweizer Bereine bei dent doch vor kurzem sogar der Präsident der Sächsischen Festzuge mitgetragen, ja nicht einmal eine Tafel mit dem Namen notwendig wie die Aufrechterhaltung der Mannschaftsbestände. Brandversicherungsanstalt, einer föniglichen Be- der Vereine mitgeführt werden. Warum? Bei der persönlichen Paris, 3. Juni. Eine Note der„ Agence Havas" meldet, daß hörde, seinen Beamten angedroht, daß er von seinem Rücksprache des Abg. Schilling im Ministerium zu Straßburg fam's der Präsident der Republik heute abend Viviani aufge= Kündigungsrecht Gebrauch machen wolle, falls heraus. Staatssekretär Graf v. Roedern ließ nämlich dort fordert hat, das Kabinett zu bilden. Viviani wird sich einer von ihnen unterstünde, in subalterner Stellung dem Landtagsabgeordneten Schilling sagen, er bedauere, morgen antworten. lediglich auf das Diensteinkommen eine Ehe zu ihn nicht empfangen zu können, weil Schilling Delcassé für das Dreijahrsgesetz. für gründen. sich unter den sozialdemokratischen Landtags Der scheinbare Widerspruch ist auch sehr leicht erklärt. Die abgeordneten befand, welche am 8. April d. J. bei Paris, 3 Juni. Unter dem Vorsitz Delcaffés fand heute Aufgabe der Medizinalbehörde bestand eben darin, wissenschaftlich der Verlesung des faiserlichen Schreibens über eine Sigung des Ausschusses der radikalen Linken( das ist einwandfrei die nationale Bedeutung des Problems darzutun und die Bertagung des Landtages sich nicht vom Size die Gruppe, die rechts von den„ Geeinigten Radikalen" steht) statt, das gemeine Volt mit allen Mitteln amtlicher Beredsamkeit erhoben. Nur mit Ministerialdirektor Gronau„ durfte" der Abg. der beauftragt ist, das Programm dieser Vereinigung auszuarbeiten. an seine Pflicht zur Fruchtbarkeit zu erinnern, ohne den Staat Schilling über die echtpreußische Begrüßung der schweizerischen Delcassé gab eine eingehende Darlegung der äußeren Lage und oder die besigenden Klaisen zu belasten. Arbeitergesangvereine durch das System Dallwig- Roedern in Eljak gelangte zu der Schlußfolgerung, daß das Dreijahrsgefes Lothringen verhandeln. aufrecht erhalten werden müsse. Delcassé ist zum Obmann der Gruppe ausersehen. Politische Uebersicht. Titelschacher und Staatsanwaltschaft. " gut be In der Schweiz, wo die Republifaner den Besuchen Wilhelms II. alle Höflichkeit entgegenbrachten, wird man sich auf diese Heldentat des neuen reichsländischen Polizeifurses einen eigenen Vers machen. Die starken Männer" in Straßburg aber sind schief gewickelt, wenn sie sich einbilden, durch solche Schulmeister- oder Unteroffiziersmajnahmen könnten sie gegen die republikanische Bewegung in ElsaßLothringen besondere Erfolge davontragen. Der mexikanische Konflikt. Huerta zum Rücktritt bereit? Niagara Falls, 2. Juni. Die merikanischen Delegierten teilten mit, daß Huerta sich bereit halte, von der Präsidentschaft zurückzutreten. Der Rücktritt werde jedoch erst dann erfolgen, wenn das Land politisch be. ruhigt sein werde und die kommende Regierung die öffentliche Meinung für sich haben werde. Die deutschen Waffen für Huerta. durch die Dampfer Bavaria" und" piranga" hat die Armee Beracruz, 3. Juni. Seit der Waffenlandung bei Buerto Merico verwaltung Gewehre und je 1000 Patronen an jeden, der darum bittet, berabfolgt. Die Bevölkerung des ganzen Gebietes bis zur Hauptstadt ist jetzt gut bewaffnet. Die Wirren in Albanien. Wie die„ Braunschweigische Landeszeitung" erfahren haben will, soll gegen die letzte Veröffentlichung des Vorwärts" über einen angeblichen privaten Ordensschacher von Beamten der kaiserlichen Hofhaltung von der StaatsDas Ende des Berliner Antisemitenblattes. anwaltschaft beim Landgericht I Berlin am Sonnabend das Ermittelungsverfahren eingeleitet worden sein. Das StrafDie Staatsbürger- Zeitung", die sich seit einigen Wochen verfahren soll sich gegen den verantwortlichen Re in den Händen des Lebius befindet, geht mit Ende dieses dakteur des Vorwärts" und gegen den Urheber der Monats als Tageszeitung ein. Es soll versucht werden, das Beschuldigungen, den sozialdemokratischen Abgeordneten Organ als Wochenblatt zu halten, doch dürfte auch diese Dr. Liebknecht richten. Form den völligen Zusammenbruch nur noch einige Zeit Wenn die Braunschweigische Landeszeitung" nicht hinausschieben. immer eine vertrauenswürdige Nachrichtenquelle richtet ist, so hat sie von den Absichten und Taten der StaatsEingeständnis eines Agrariers. anwaltschaft beim Landgericht I Berlin rascher erfahren, als In der Generalversammlung des Landwirtschaftlichen die Redaktion des" Vorwärts" selbst. Denn unserem ver- Zentralvereins Insterburg sprach der Vorsigende antwortlichen Redakteur ist bis zur Stunde noch keine amt- der ostpreußischen Landwirtschaftstammer liche Kundmachung zugegangen. v. Batodi- Bledau über Landarbeiterfragen in WissenSollte aber die Information des Braunschweiger Blattes schaft und Praxis. Er führte u. a. aus: Ein gewisser wirklich zutreffen, so würde sich die Staatsanwaltschaft in der Teil der Schuld an den Arbeitsverhältnissen flarer, daß die Lage des Fürsten von Wied un Trotz aller schönfärberischen Berichte wird es immer Tat an die richtige Adresse gewendet haben, um das nötige falle der Landwirtschaft selbst zu. Jeder müsse haltbar geworden ist. Nicht einmal in Durazzo selbst ist über den Titelschacher zu erfahren. Sie sollte aber doch durch geeignete Maßnahmen dafür sorgen, daß er ständige feine Macht gesichert. Vor den Toren der Stadt aber bedabei lieber gleich aufs Ganze gehen und auch die Arbeiter auch im Winter im Betrieb habe. Sei das nicht ginnt die Macht der mohammedanischen Aufständischen, die von anderen Artikel des Vorwärts" in das Ver- möglich, dann sitze der Landwirt auf einem Vulkan. fahren miteinbeziehen. Da gäbe es wenigstens später der Ersparnis an Arbeitern durch die Maschinen sei der Be hat der famose Mbret das Dümmste und Gefährlichste getan, Troß dem Fürsten nichts wissen wollen. In seiner Verzweiflung feine prozessualen Ausflüchte( wie im Fall darf an Arbeitern immer mehr gestiegen. Früher fei was überhaupt getan werden konnte. Er hat gegen die Strupp!), wenn es gälte, die gesamte Storruption bloß viel zu viel gegen die Freizügigkeit und Mohammedaner die katholischen Bergstämme zu Hilfe gerufen. zulegen! Vergnügungsfucht gefprochen worden. Es ist klar, daß dadurch die Feindseligkeit der Mohammedaner mit tomme man in der Arbeiterfrage nicht Mittelalbaniens neue Nahrung erhalten hat und die Gefahr Der Geschäftsausschuß der Berliner ärzt weiter. Die Wohnungsfrage fei auch an den uner- eines Religionsfrieges in Albanien in unmittelbare Nähe lichen Standesvereine hat sich in seiner legten freulichen Arbeiterverhältnissen schuld. Für die üblichen Mieten gerüdt wäre. In der Tat haben sich die Aufständischen beSigung mit den Veröffentlichungen des Gen. Dr. Liebknecht sei heute überhaupt keine Wohnung mehr zu bekommen. reits mit einer Beschwerde über den Einzug der katholischen über die fäufliche Erwerbung des Professortitels befaßt und es sei seit 20 Jahren ein förmlicher Stampf gegen jedes Ge- Malissoren in Durazzo an die Internationale Kontrollbeschlossen, das ärztliche Ehrengericht aufzufordern, Ermeindeeigentum geführt worden. Dadurch wurden auch die kommission gewandt. Diese hat ihrerseits der Meinung Aushebungen zu veranstalten. Landarbeiter der Möglichkeit beraubt, Land anzuschaffen oder bruck gegeben, daß durch die Herbeiführung der Malissoren zu pachten. Sie zogen deshalb weg. Die Leute ziehen ersprießliche Unterhandlungen mit den Aufständischen un weg, weil sie weder gutes Auskommen noch möglich gemacht würden und will dem Fürſten deren Entgute Wohnungen finden. Die Verminderung der fernung anraten. Damit würde aber der Mbret auch den ausländischen Arbeiter werde sehr erschwert durch den Güter- legten Halt in Durazzo verlieren und die Gerüchte von seiner handel. Wer sehr schnell wieder verkaufen wolle, habe gar kein Flucht gewinnen dadurch noch mehr Wahrscheinlichkeit. Interesse daran, möglichst viel Arbeiter zu haben. " Die Beratung der Besoldungsnovelle im Landtage. Aus parlamentarischen Kreisen wird der Korrespondenz Both geschrieben: Die Mehrheit des Abgeordnetenhauses beabsichtigt die Beamtenbesoldungsnovelle in drei Tagen zu erledigen, und zwar am 8. Juni Das Eingeständnis eines der Wortführer der Agrarier, in der Kommission und am 10. Juni im Plenum in zweiter und daß die sogenannte Leutenot vor allem auf die wirtschaftlich britter Lefung. Gegen diese Absicht werden sich die Frattionen der schlechte Lage der Landarbeiter zurückzuführen ist, entspricht Linfen mit aller Macht wenden. Wenn auch die vorgelegte Novelle den Tatsachen. Wann endlich werden die Agrarier einsehen, nicht erweitert werden soll, um sie nicht scheitern zu lassen, so will man doch Beamtenwünsche vortragen und nicht nur eine formelle daß die Beseitigung der Gefindeordnungen, die Beschränkungen Beratung vornehmen. Man wünscht, daß die verstärkte Budgets, des Koalitionsrechts der ländlichen Arbeiter sowie die Auftommission Aber ihre Beratungen schriftlichen Bericht erhebung des gegen die Landarbeiter gerichteten Ausnahmestattet und daß vor dem 12. Juni die zweite Lesung der gesetzes von 1854 dringend erforderlich ist, um bessere Zu Novelle nicht beginnt. Unter diesen Umständen wäre es stände herbeizuführen? naturgemäß ausgeschlossen, die Novelle vor dem 16. Juni Dem Herrenhause zu überweisen. Nach der Stimmung der Linken im Abgeordnetenhause zu urteilen, wird die Vertagung vor dem 19. Juni faum zu erwarten sein. Wie wir hören, foll am Wie Landarbeiterkinder sterben. Portugal. Die Studentenunruhen. Paris, 3. Juni. Nach einer Meldung aus Lissabon wurden in Coimbra über 200 Studenten verhaftet, welche im Verdacht fiehen, an den gestrigen und vorgestrigen Unruhen teilgenommen zu haben. Die Verhaftung der Studenten gab zu neuerlichen Straßenfundgebungen Anlaß. Die mehrfach unter nommenen Versuche der Studenten, ihre Kameraden zu befreien, blieben erfolglos. Bei den in den Wohnungen der Verhafteten vorgenommenen Dieser Tage sind auf einem Dominium im schlesischen Durchsuchungen wurden verschiedene verbotene Waffen beschlag9. Juni am Slusse der Blenarsigung der Wunsch ausgesprochen Streise Waldenburg drei Arbeiterkinder verbrannt, werden, zunächst a 10. Juni die erste Lesung des Fideikommiß während Vater und Mutter auf dem Acker des Großgrund freigelassen. Die Vorlesungen an der Universität wurden bis auf nahmt. 50 der Verhafteten wurden nach Aufnahme eines Protokolls gesetzes vorzunehmen und erst am 12. Juni die zweite Lesung der besigers arbeiteten. Das dritte Kind, das noch lebend aus weiteres eingestellt. Auch das Gymnasium wurde geschlossen. Der Besoldungsnovelle auf die Tagesordnung zu setzen, die dritte aber den Flammen gerettet wurde, starb an den Wunden, weil im ministerpräsident erklärte in der Kammer, daß er die Abnicht vor dem 13. Juni vorzunehmen." Es ist originell, daß man zwar an der Besoldungsvorlage Dorf und in der nächsten Nachbarschaft kein Arzt aufzutreiben sicht habe, die Urheber der Ruheſtörungen energisch zu züchtigen, sie der Regierung nichts ändern, trotzdem aber ausgiebig war. Jezt wird aus dem schlesischen Streise Hirschberg unter der Anlage des Totschlags strafrechtlich zu verfolgen über die Beamtenwünsche sprechen will! Man will also eine ähnliche Kindertragödie gemeldet. Ein Kreisblättchen und alles aufzubieten, um von der Universität die Politik fernzuvor Torschluß noch einmal einen„ theoretischen Wett- aus dem Riefengebirge bringt folgende trockene Meldung aus halten. Die Polizei glaubt, daß die Unruhen durch die Mitglieder lauf" um die Beamtengunst veranstalten. Fischbach im Riefengebirge: des fürzlich suspendierten christlich demokratischen Das 11jährige Kind einer auf dem Dominium beschäftigten Studentenvereins angestiftet worden seien. Dieser Verein polnischen Arbeiterfamilie wurde, während sich die Eltern auf Arbeit befanden, in seinem Bettchen von war von ehemaligen Schülern des Jesuitenkollegiums Ratten angenagt und namentlich am Rüden gegründet worden. schredlich angerichtet. Dieser Tage ist das arme Weien Der Streit um das Reichstagspräsidium. den schweren Verlegungen erlegen." 3 Italien. In Erwartung der Gemeindewahlen. Dr. Julius Bachem behandelt im" Tag" die Haltung des Zentrums zur Zusammensetzung des fünftigen Reichstagspräsidiums. Daß Herr Kaempf nicht mehr in Frage fommen tann, hält Bachem für selbstverständlich; er wendet sich aber scharf dagegen, daß das Es gilt als selbstverständlich, daß die Arbeitermutter ihre Keine Zeile weiter bringt das amtliche Kreisblättchen. Zentrum es übernimmt, den Präsidenten zu stellen. Dagegen hält er es für richtig, wenn die Zentrumsfrattion die Stelle des ersten hilflosen Kleinen ohne Rücksicht auf mögliche Gefahren ihrem Vizepräsidenten beansprucht. Das Zentrum wird also nicht darauf Schicksal überlassen muß. Und wie erbärmlich müssen aber Rom, 2. Juni.( Eig. Ber.) Für die meisten italienischen Städte reflektieren, den Präsidenten zu stellen, aber auch die National auch die Wohnungsverhältnisse auf dem Lande sein, wo die liberalen lehnen diese Ehre ab wenigstens führt der Abg. Baiser- Kinder der Sachsengänger ein bequemer Raub der Natten mann in einem Artifel der„ Ostseezeitung" aus, daß die national werden können. liberale Partei gar nicht daran denke, dieses dornenvolle Amt für einen der Ihren zu erstreben. Jedenfalls steht so viel fest, daß auch im kommenden Herbst die Wahl des Präsidiums durchaus nicht glatt ablaufen wird. Syftem Dallwig- Roedern: die Rache für das Sikenbleiben. Die Ministerkrise in Frankreich. Paris, 8. Juni. Präsident Poincaré hat heute vormittag Léon Bourgeois und ben bisherigen Unterrichtsminister Bibiani empfangen und wird heute nachmittag den Radikalen ist der Zeitpunkt der Gemeindewahlen schon festgesetzt. Am 14. Jumi finden die ersten statt, und zwar auch die in der Hauptstadt. Im Laufe des Juni und Juli vollzieht sich dann, auf sieben Sonntage verteilt, die Erneuerung jämtlicher Kommunalverwaltungen. Diese vollständige Erneuerung findet in Italien alle sechs Jahre statt. Partielle Gemeindewahlen, bei denen je ein Drittel der Stadtverordneten neugewählt wird, vollziehen sich alle zwei Jahre. Die Wahlberechtigung ist an dieselben Bedingungen geknüpft wie bei den Parlamentswahlen: Wähler ist jeder volljährige Bürger, der lesen und Zu dem auf den Pfingstsonntag 1914 nach Mülhaufen i. Eli. schreiben kann, jeder Bürger, der seiner militärischen Dienstpflicht genügt hat, sowie jeder Mann über dreißig Jahre, auch wenn er Analphabet Senator Beytral sprechen. einberufenen IV. Elsaß- Lothringischen Sängertag des deutschen ift. Jeder Wähler ist auch wählbar mit Ausnahme der Analphabeten. Arbeiterjängerbundes, Gau Elsak- Lothringen, hatten mehrere Auch aus den heutigen Breifeerörterungen geht herbor, Der Bürgermeister, der feiner Bestätigung bedarf, wird von den schweizerische Brudervereine ihre Mitwirkung zugesagt, daß die Frage der dreijährigen Dienstzeit den Kern- Stadtverordneten gewählt. so der Sängerbund Zürich( Sängerzahl 200), der Männerchor punkt der Krise bildet. France Militaire" schreibt:„ Der Die Erweiterung des Wahlrechts macht nun in allen Freiheit Basel( Sängerzahl 110), der Frauenchor Freiheit Nachfolger Doumergues tann von der Armee teine andere Auffassung| Gemeinden die Arbeiterschaft oder doch die besiglosen Klassen v avat piisama Nr. 149. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Polizeikampf gegen Streikende. I Berlin und Umgegend. Krankenkassenvorstands- Vertreter, Arbeitnehmer! Donnerstag, 4. Juni 1914. erhielt die Kündigung, die damit begründet wurde, daß er die Strombremse eines Triebwagens bemängelt habe, ohne sie erst ge prüft zu haben, und daß er bei seiner Behauptung geblieben sei, nachdem der Wagenmeister erklärte, die Bremse sei in Ordnung. Bei dieser Gelegenheit sei erinnert an den schweren Unfall, der Die Scharfmacher aller Richtungen bemühen sich nun seit Die Wahl der Versichertenvertreter Arbeitnehmer als im Januar in der Babstraße dadurch herbeigeführt wurde, daß die Langem, die Regierung zum schärfsten Vorgehen, womöglich zum Er- Beisitzer zum Versicherungsamt der Stadt Bremse des Wagens 1725 versagte. Auch dieser Wagen war wegen Versagens der Hand- und Strombremse öfter ausgesetzt worden. Das Taß von Ausnahmegesehen gegen die ihr Koalitionsrecht ausübenden Berlin findet am Sonnabend, den 6. Juni, bor- war auch wenige Tage vor dem Unglück der Fall. Aber der WagenArbeiter zu drängen. Das Verlangen der Reaktionäre und Arbeiter mittags 11 Uhr bis nachmittags 2 Uhr statt. meister schrieb ins Meldebuch:" Vom Versagen der Bremsen nichts feinde findet auch ein williges Ohr bei den Regierungsvertretern Die von den vereinigten Krankenkassenvorständen- Arbeit bekannt." Vier Tage später wurde das Versagen dann durch den man ist gern bereit, die kühnsten Wünsche der Scharfmacher zu er- nehmer aufgestellte und dem Versicherungsamt Berlin ein- fchweren Unfall belannt. füllen, nur weiß man noch nicht recht, wie man es anfangen soll, gereichte Liste trägt die amtliche Bezeichnung die Arbeiterbewegung zu fnebeln und doch den Schein zu wahren, als ob allen Staatsbürgern gegenüber der Grundsatz der Gleichberechtigung gewahrt bleibe. In Sachsen hat ja die Regierung bereits eine Verordnung ausgeheckt, die aus dem Streifposten einen Beobachtungsposten" machen will, im übrigen aber eine Handhabe bietet, durch die jeder Polizeibeamte das Streifpoftenstehen unmöglich und dadurch den Erfolg des Streits illusorisch machen kann. " gegen dieselben vor. Lifte„ C“ = Wir ersuchen alle Arbeitnehmer- Vorstandsvertreter, unter allen Umständen am 6. Juni rechtzeitig ihr Wahlrecht aus zuüben und ihre Stimme für die Liste" C" abzugeben. Arbeitersekretariat Berlin. Bestrafte Pflichterfüllung. Derartige Fälle sollten doch die Betriebsleitung der Großen Berliner Straßenbahn veranlassen, nicht mit Verweisen, Strafs androhungen und Kündigungen gegen Angestellte vorzugehen, die ihre Pflicht hinsichtlich der Betriebssicherheit zu erfüllen glauben. Möge die Betriebsleitung lieber zehn unbegründete Meldungen entgegennehmen und prüfen, als durch Verweise und Strafandrohungen dazu beitragen, daß auch nur eine begründete Meldung unterbleibt. solle die Zum Bäckerstreik bei Goldacker und Hanke n. Co. Allen voran marschiert im Kampfe gegen streitende Arbeiter die Es ist eine der wichtigsten Vorausseßungen für die Sicherheit Polizei in Monheim im Kreise Solingen. Sie braucht weder beDer Streit in den beiden hiesigen Großbäckereien geht unver sondere Gesetze noch Verordnungen, um den Streitenden das Hand- im Straßenbahnbetriebe, daß die Bremsen der Motorwagen sicher ändert weiter. Zu recht anfechtbaren Manipulationen muß sich und zuverlässig funktionieren. Zwei schwere Straßenbahnunfälle der Goldacer bezw. seine Antreiber verstehen, um die dort beschäftigten werk zu legen, sondern geht auf Grund eigener Machtvollkommenheit letzten Zeit sind ja dadurch entstanden, daß die Bremsvorrichtungen Streitbrecher zusammenzuhalten und ihnen den gewaltigen LohnWir teilten vor etwa zwei Wochen mit, daß nicht in Ordnung waren. In Anbetracht der großen Gefahr, welche abzug von wöchentlich 2 M. bei täglich zweistündiger Arbeitszeitdie Polizei in Monheim, wo die Arbeiter der Rhenaniawerke seit jeden Augenblic durch mangelhafte Bremsen entstehen kann, geht die abzug von wöchentlich 2 M. bei täglich zweistündiger Arbeitszeitverlängerung mundrecht zu machen. So erzählt der berüchtigste mehreren Wochen streiken, die ganze Streifleitung und 30 Streikende Instruktion der Wagenführer der Großen Berliner Straßenbahn das von den Antreibern, der auch das System der jungen Leute als unter der Beschuldigung des Landfriedensbruchs verhaftet hatte. hin, mit Wagen, deren Bremie nicht vorschriftsmäßig funktioniert," Lehrlinge" eingeführt hat, alle Tage wahre SchauerAllerdings ist die Freilassung der Verhafteten bald nachher erfolgt. die Fahrt nicht anzutreten. Aber wenn diese Instruktion von den geschichten über den Gesellenverband. Derselbe solle außer In München Doch jetzt geht die Polizei wieder mit anderen unberechtigten Maß- Fahrern gewissenhaft befolgt wird, so haben sie nicht selten persön ordentlich zurückgegangen sein. in aufgelöst fein, und Berlin Hehe nahmen gegen Streifende vor. Am vergangenen Sonnabend er- liche Nachteile zu fürchten. Wagenmeister und Betriebsingenieure Bahlstelle vollständig sehen es nämlich nicht gern, wenn ihnen gemeldet wird, an dem die Auflösung unmittelbar bevor. Das alte Mäßchen von schienen morgens in aller Frühe zwei Gendarmen in der Wohnung und dem Wagen funktioniert die Bremse nicht. So wird den Grundstücken, die Hetzschold besitzen soll, wird, trotzdem es schon zweier Streifenden und forderten kategorisch, die Herausgabe ihrer denn den Fahrern durch allerlei Schifanen, wie sie so oft als blanter Schwindel entpuppt wurde, von dem betreffenden Mitgliedsbücher des Bauarbeiterverbandes, da sie beide zur Mit- Vorgesetzte gegen Untergebene ausüben fönnen, das Er Herrn immer wieder mit schmaßendem Behagen aufgetischt und von gliedschaft noch zu jung seien.(!) Beide sind übrigens über statten berartiger Meldungen verleidet. Ein Betriebsingenieur ehrfürchtig aufhorchenden Streitbrechern natürlich nur zu gern ge18 Jahre alt. Alle Einwendungen der Streifenden nutzten nichts, äußerte in einer Unterweisungsstunde, er werde sich die Fahrer beglaubt. Verständnisinnig mag Goldacker zu diesen Schauermärchen die Mitgliedsbücher wurden von den Beamten mitgenommen und sonders vornehmen, welche sich über mangelhafte Bremsen be- lächeln. Weiß er doch nur zu gut, daß der Verband nichts weniger den Eltern der beiden erklärt, daß die Person, die die Aufnahme schweren. Es ist auch nicht selten, daß Fahrer und Schaffner, welche als schwach ist, daß ihm alle solche oder ähnliche Erzählungen vielderartige Beschwerden vorbringen, protokollarisch vernommen werden. leicht jetzt zunige fommen mögen, daß sie aber eben nur Phantasien bewerkstelligt habe, bestraft würde. Um nicht bei den Vorgesetzten in Ungnade zu fallen oder gar ent- der Unternehmer sind. Ein anderer Streifender, ein Holländer, wurde aufgefordert, sich Tassen zu werden, schränken die Angestellten Meldungen über mangeldie„ Feldarbeiterkarte" zu besorgen, andernfalls er ausgewiesen hafte Bremsen auf das äußerste ein. Die Sicherheit der Fahrgäste Ausländer muß durch ein solches System natürlich erheblich beeinträchtigt so sagte der Gendarm dürfen nicht streifen(!). Die von dem Arbeiter beantragte werden. Muß ein Angestellter der Großen Berliner Straßenbahn Ausfertigung dieser Legitimationstarte wurde dann aber von der sich nicht eingeschüchtert fühlen und sich vor einer Meldung fürchten, Behörde verweigert und dem Arbeiter wurden zudem noch wenn ihm wie es erst fürzlich geschehen ist die Direktion sämtliche Papiere beschlagnahmt. Dabei hat der bestreifte Unter- fchreibt: Sie haben am... Mitbediensteten gegenüber die Behauptung nehmer 31 Holländer als Streifbrecher kommen lassen, ohne daß aufgestellt, der Wagen Nr. 1649 bremse nicht, ohne aber hierüber von diesen bisher eine Ausländerkarte verlangt wurde. Nachdem Meldung erstattet oder sonst einen Beweis für diese Behauptung erübrigens die holländischen Arbeiter Kenntnis davon erhielten, daß bracht zu haben. Wegen dieser leichtfertigen Hand= sie als Streitbrecher benutzt werden sollten, schlossen sie sich bis lungsweise erteilen wir Ihnen deshalb einen Verweis auf einen dem Streif an. Db sie sich jetzt eine Landarbeiter unter Androhung empfindlicher Strafen für den Wiederfarte beschaffen müssen? Und ob sie eine solche bekommen holungsfall." werden? Wie die Erfahrung des einen Holländers beweist, dürfte das wohl nicht der Fall sein. werden müsse, denn 17 Eine auffallende Gesegesunkenntnis bekundete der Gendarm, der der Meinung ist, man dürfe erst von einem gewissen Alter ab Mitglied einer Gewerkschaft sein. Noch sind wir nicht so weit. Wenn der Gendarm sagte, Ausländer dürfen nicht streiken, so stimmt auch das nicht. Aber solcher Irrtum ist begreiflich, denn der Beamte mag schon oft erlebt haben, daß Ausländer, welche fich an einem Streit beteiligten, ausgewiesen wurden. Streifen durften sie natürlich, aber sie machten sich dadurch lästig und mußten deshalb gegen ihren Willen über die Grenze. Die Polizei in Monheim hat durch ihr Vorgehen wieder einmal bewiesen, daß wir nicht Maßnahmen gegen das Koalitionsrecht, sondern ein Gesetz zum Schuh der Koalitionsfreiheit brauchen. Kleines Feuilleton. Also: Empfindliche Strafen wurden dem Fahrer angedroht, falls er nochmals mit seinen Kollegen über die Mangelbaftigkeit der Bremse sprechen würde. Aber keine Untersuchung fand statt, um festzustellen, ob die Bemängelung der Bremse des Wagens 1649 begründet war. Nachher zeigte sich dann, daß die Klage des mit einem Verweise bestraften Fahrers wohl nicht ohne Grund gewesen sein kann, denn der Wagen 1649 ist es, der fürzlich, weil die Bremse versagte, an der Ecke der Bärwald- und Gitschiner Straße in einen Wagen der Linie 82 hineinfuhr. situation recht ungemütlich geworden zu sein und in seiner Not Auch Weidner, dem Inhaber der Firma Hanke u. Co., scheint die wendet er sich an die Polizei, die Unternehmernöten gegenüber immer mehr als gefällig gewesen ist. Vor einiger Zeit hatte der Vertrauensmann der Streifenden im Polizeipräsidium eine Vernehmung. Dort wurde er über den Urgefragt. Man suchte ihm in den Mund zu legen, daß dieselben auf sprung der Flugblätter an die organisierten Arbeiter eingehend auss Anordnung des Verbandes herausgegeben würden, und als der Vertrauensmann erklärte, daß er selbst, lediglich aus Interesse für die Streikenden dies veranlagt habe, suchte man ihn in väterlicher Weise zu bestimmen, davon abzulassen. Der Vertrauensmann erklärte energisch, Baß er das Interesse der Streifenden auch weiter wahrnehmen werde, worauf ihm gesagt wurde, daß er sich der Gefahr aussetze, wegen 153 bis zu 3 Monaten Gefängnis zu erhalten. Wie der Vertrauensmann sehen konnte, befanden sich bereits drei Schreiben des Herrn Weidner bei den Aften der Behörde, worin mitgeteilt wurde, daß die Streifenden weit über eine Million Flugblätter vor den Geschäften Weidners verteilt haben, dadurch sei der Firma ein großer Schaden zugefügt worden. Mit welchem Recht frägt die Polizei nach dem Herkommen der gedruckten Flugblätter? Sie kann doch unmöglich Weidner das Material zu Entschädigungsflagen liefern wollen? Deutsches Reich. Unternehmerterror. Derselbe Fahrer, dem der erwähnte Verweis erteilt wurde, hat das technische Personal des Bahnhofes 14, wo der Fahrer den später den Wagen 1624 als nicht betriebssicher gemeldet. Obwohl Wagen nachsehen ließ, die Meldung für begründet hielt und die Ausseßung des Wagens empfahl, wurde derselbe auf dem Bahnhof 1 Die Firma Frizz Schulz, Möbelfabrik in Glogau a. D., zwang als in Ordnung befindlich erklärt, aber am folgenden Tage wurde sechs Tapezierergehilfen durch Androhung der sofortigen Entlassung, doch eine Reparatur an der Bremse vorgenommen. Ein Beweis, ihren Austritt aus dem Tapeziererverbande zu erklären. Der daß die Beschwerde des Fahrers begründet war. Aber der Fahrer Tapeziererverband hat erst vor einigen Monaten dort eine Filiale auch in der Regierung und Verwaltung dieser Leute gar feiner| fönnen. Er ließ sich mit den Leuten, die er vorher als Verbrecher ge findet, selbst gewöhnlicher Geist, nebenbei bemerkt, nur in spärlichem stempelt und verfolgt, in Verhandlungen ein, belehrte sich schnell zur Maße. Homerule und stellte seine moralischen Strupel in das Spind zur Die Gelegenheit fam, als im Jahre 1889 der Wie die geistlichen Herren auf Grund der Aufzeichnungen des späteren Benutzung. heiligen Lukas jetzt wieder von neuem berichtet haben, äußerte sich Sie Chefcheidungstfage anstrengte und den Prozeß gewant. Hauptmann O'Shea gegen seine Frau, die spätere Frau Parnell, Der Bart Attaché. Denken Sie sich meine Freude, als ich vor der heilige Geist bei den Jüngern Jesu, daß sie in jener dent- englischer Politiker, der in eine Ehescheidungsklage verwickelt wird, Ein furzem in Straßburg plöglich Herrn Larsen vor mir fah, Herrn Hoffriseur Larsen aus Berlin in eigener Person. Nicht, daß ich würdigen ersten Versammlung mit fremden Zungen" redeten, ist gerichtet. Gegen Parnell erhob sich ein Sturm der Entrüstung. gewagt hätte, ihn anzusprechen. Ich bin ja doch nicht größenwahn- ste sprachen zu den zahlreich erschienenen verschiedenen Stämmen Vor allen anderen war es Gladstone, der sich über alle Maßen entjinnig! Aber da ich mir gleich dachte, daß irgend ein sehr wichtiges in eines jeden Muttersprache. Die Glücklichen! So etwas sollten sie rüstete und die Nationalisten vor die Wahl stellte, entweder Parnell Ereignis vorgehen müsse, wenn Herr Larsen aus Berlin in Straßburg heute mal in unserem echt christlichen Preußen- Deutschland probie- oder die Gladstonesche Freundschaft fahren zu lassen. Der Heuchler! weilt, so heftete ich mich ein wenig an seine Haden und erfuhr denn ren! Da würden sie von den Organen der Spezialbehörde für als wenn er von den Beziehungen zwischen dem irischen Führer und auch bald, daß am Tage vorher eine uniformierte Kavalkade nach Religion, Ordnung und Sitte zweds Feststellung ihrer Personalien der Frau O'Shea nichts gewußt hätte! Straßburg gekommen sei, eine sogenannte Generalstabsreise mit dem Kronprinzen dabei. Dieser Reise war offenbar Herr zunächst verhaftet und, da sie außer dem heiligen Geist nichts beLarsen sozusagen attachiert worden oder hatte sich selbst ihr faßen, wegen Fluchtverdachts womöglich in Haft behalten, aber sicherlich hinterher wegen Uebertretung des Sprachenparagraphen attachiert. stein das so wentn man Notizen. Die Buch gewerbeausstellung, über deren UnDas versteht man, wenn man weiß, daß Herr Larsen von der Obrigkeit, die von Gott gesetzt sein soll, bestraft werden. fertigkeit bei und lange nach der Gröffnung geklagt wurde, soll nunder" Haby der Zukunft" ist. Haby zieht den Bart des Herrn Daß dies seinerzeit nicht in Palästina geschehen ist, läßt darauf mehr fertig sein. Mittwoch wurde die Abteilung für die Fachpresse Papa nach oben( bis es erreicht ist!), Larsen streichelt die immer schließen, daß es im alten Römischen Reich noch féin Sprachenverbot öffnet. Damit ist so heißt es die gesamte Ausstellung fe gestellt. noch seltenen Lippenhaare des Herrn Sohnes nach unten. Manche gab wie im neuen Deutschen Reich, wo auch die Polen ihren Verkehr behaupten sogar, er sei nicht nur Keronprinzenhaarschneider, sondern mit Gott amtlich in deutscher Sprache zu regeln haben. In einem feine Haupttätigkeit in der Bekämpfung und dem Ersatz überDer Allgemeine Deutsche Sprachverein, der auch„ der Kagenstein des Thronfolgers". Das ist nun allerdings ein großes Wort! Wissen Sie, wer Staßen- Staatswesen, das dermaßen von allen guten Geistern verlassen ist, flüssiger Fremdwörter entfaltet, zählt zurzeit 34 000 Mitglieder. Die ist? Katzenstein( i. F. Liebmann). iſt, hat der heilige Geist natürlich keine passende Stätte. Die ihn in Sprachhilfe des Vereins wurde 1913 wieder von Reichs-, StaatsVon den Ver ausdrücker: darf, der Ballin in Westentaschen- Worten vergeblich zitieren, haben ihn durch Taten ausgetrieben, und und städtischen Behörden in Anspruch genommen. format, der angenehme jüdische Schwerenöter, der beim er wird fernbleiben, solange diese Leute am Ruder sind. Erst nach deutschungsbüchern des Vereins erzielte das Bitch„ Der Handel" den Kaiser mal eine Lippe riskieren darf und gelegentlich auch als Re- deren Sturz wird er wiederkehren, und zwar nicht als ein über- stärksten Abfat, 1500 Stück; viel begehrt wurden aber auch die präsentant des deutschen Volkes ein wenig Marquis Boja pojiert. irdisches, undenkbares Wesen, sondern als sozialer Geist, der Speisekarte, Schule, Heilkunde; Berg- und Hüttenwesen, Tonanderen: Die Amtssprache, das Deutsche Namenbüchlein, die Eine Zeitlang war ja auch Bülowo nicht ganz ohne Einfluß auf die die Menschheit zum Sozialismus leitet, zu Gleichheit und Brüder- kunst, Bühnenwesen und Tanz. Geschicke des Deutschen Reichs; Tirpitz, der geschmeidige Harnad, tichkeit, wie sie schon den Urchristentum vorschwebten, wie sie aber Zeitungen zu. Die Sprachecken gehen 2097 die Herren vom Hauptquartier und noch ein paar andere sind ganz die späteren christlichen Betbrüder praktisch bisher mit allen Gewalt- Eine Frau als Mitglied einer Akademie. gut zu verwenden, wenn man etwas an den Kaiser gelangen lassen will. Die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf, die in DeutschAber Kazenstein ist schon sicherer. Und nun denken Sie sich mal, mitteln hintertrieben haben. land durch ihre Romane( Gösta Berling, Jerusalem) und ihre unwas Herr Larsen einmal bedeuten wird, wenn, wie Ziman so schön Gladstone und Barnell. Vor etlichen Tagen hat die Veröffent- vergleichlichen schwedischen Naturschilderungen populär geworden ist, fagt, die Kraft des Gebetes einer ganzen Nation nicht mehr aus lichung der Erinnerungen der Witwe des vor 23 Jahren verstorbenen wurde zum Mitglied der schwedischen Akademie ernannt( die freilich reicht, das Schicksal aller Sterblichen vom Kronenträger zu wenden!" Man begreift, daß die Herren vom Generalstab nicht ohne diese berühmten irischen Parteiführers Parnell in England großes Auf- einen Kämpfer und Ringer wie Strindberg durch die Nichtaufnahme iehen und nicht wenig Unwillen erregt. Namentlich die Liberalen ehrte). Diese Aufnahme verstößt gegen die zopfigen Statuten, die wichtige Persönlichkeit nach dem Elsaß gehen mochten, das in mili- find wenig von der Rolle erbaut, die Frau Parnell den liberalen nur Männer zulassen. Der Romanschriftstellerin Frederika Bremer tärischen Streisen bekanntlich als halbes Feindesland gilt. Ueber- Barteiheiligen Gladstone, der sich so gut auf das Predigen und zuliebe wurden sie aber bereits einmal durchbrochen. haupt so ohne besondere Veranlassung die figliche Kehle dem Moralisieren verstand und der Abgott aller Muder war, spielen läßt. Der amerikanische Literaturpreis. Eine bisher Rasiermesser eines Wades" anvertrauen gebetet und gesungen. nee! Man ist nach den unanfechtbaren dokumentarischen Nachweisen der gänzlich unbekannte junge Schriftstellerin in Boston, Miz Alice O, heiliger Geist! Dieser Tage haben in christlichen Landen Verfasserin mehr denn je geneigt, den großen alten Mann" Brown, hat für ihr Stück, betitelt Kinder der Erde", den amerikaden großen alten Humbug zu nennen. Als Gattin die Gläubigen wieder arg viel vom„ heiligen Geist" gepredigt, Hauptmanns O'Shea, von dem sie getrennt lebte, und als errang den ersten Preis unter 1600 eingegangenen Manuskripten. des nischen Literaturpreis in Höhe von 50 000 M. erhalten. Das Stüd Zum Andenken an die Ausgießung geheime Geliebte des kühnsten und geschicktesten Führers, den der Die älteste Karikatur, die wir überhaupt fennen, des heiligen Geistes" feiern sie alljährlich ein Freudenfest, irische Nationalismus hervorgebracht, war die Verfasserin findet sich auf einer Papyrusrolle eines ägyptischen Schreibers. Die schon viele hundert Jahre. Sie sollten lieber eine Trauer- in den achtziger Jahren die Vermittlerin zwischen Glad- Zeichnung, die trotz ihrer 3200 Jahre noch deutlich erkennbar ist, feier veranstalten, denn bezüglich des heiligen Geistes sieht es stone, dem Haupte der liberalen Partei und Regierung, stellt eine Antilope und einen Löwen beim Schachspiel dar. Man in unseren christlichen Staaten recht traurig aus, soweit die und dem ungekrönten Könige von Irland", Barnell. Heute nach sieht auch, wie der Löwe mit seiner linken Prante sich seinen Gewinn Frommen in Betracht kommen. Ihre Gebete und Gesänge, daß der Veröffentlichung der Memoiren wissen wir, daß der unerbittliche wegnimmt, während er mit seiner rechten zieht. Was diese im der heilige Geist auch bei ihnen einfehre, verhallen nuklos, der hei- Moralist Gladstone von den intimen Beziehungen zwischen Parnell Original recht geschickt ausgeführte Zeichnung besagen will, das belige Geist kehrt nicht bei ihnen ein. Selbst bei unseren Regierungs- und Frau D'Shea wußte, es aber ganz gut mit seinem puritanischen greift man, wenn man erfährt, daß der Löwe niemand anderes als Gewissen vereinbaren fonnte, wenn er das unerlaubte Liebes- Ramses III. darstellt; es handelt sich um eine beißende Satire auf männern findet man taum eine Spur von ihm, und sogar bei den verhältnis zu seinem Vorteil ausnüßte. Frau D'Shea trug die Mit den ruhmsüchtigen Monarchen, der stets darauf bedacht war, sich angeblich ertra von Gott begnadeten Herren ist er vielfach nur in teilungen von Gladstone zu Parnell und von Barnell zu Gladstone. von vornherein bei allen Staatsunternehmungen einen persönlichen minimalen Dosen erkennbar. Darum ist es kein Wunder, daß sich Gladstone hatte 1886 die 84 irischen Stimmen nötig, um regieren zu Anteil sicher zu stellen. errichtet, die den Unternehmern höchst unbequem ist. Durch den terroristischen Gewaltstreich soll der jungen Organisation der Lebens- faden durchschnitten werden. Dieses Ziel dürften die Glogauer Unternehmer nicht erreichen, wenn die Tapezierer Glogau meiden. Gegen den Unternehmerterror gibt eS naiiirlich keinen Z 163 der Gewerbeordnung— und auch keinen Staatsanwalt. Beendete Streiks im Dachdcckcrgewerbe. Nachdem vor einigen Tagen in Osterode a. H. auch der letzte Unternehmer die Forderungen der Gehilfen anerkannt hat, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Auch der Streik in Herford wurde nach Ver- Handlungen mit dem Rheinisch-Westfälischen Dachdeckerverband bei- gelegt. Die Forderungen der Arbeiter wurden bewilligt. Die Arbeit wurde am 2. Juni wieder aufgenommen. Erzielt wurden 6 Pf. Lohnerhöhung, verteilt auf drei Jahre. In Q u e d l i n- bürg a. H. wurde ein neuer Tarif abgeschlossen, der bis zum 1. April 1917 gilt. Die Stundenlohnerhöhung beträgt 5 Pf., ver- teilt auf drei Jahre.» Ein Malcrstreik in Koblenz, nicht ein Malerstreik in KottbuS ist es, von dem wir gestern an dieser Stelle Notiz nahmen. Der Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter im Jahre Auch im Jahre 1913 hatte der Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter wieder einen, wenn auch nicht sehr erheblichen Zu- jtxickM an Mitgliedern zu verzeichnen. Er betrug 678 von Jahres- schluh zu Jahresschluß oder 1703 im Jahresdurchschnitt. Die technische und die kapitalistische EntWickelung arbeiten gleichsam an der Verminderung der benötigten Arbeitskräfte, vornehmlich in der Brauindustrie, und erschweren so den Aufschwung der Organi- sation; die Kleinbetriebe verschwinden immer mehr, Fusionen und Betriebsstillegungen erfolgen und die in Mitleidenschaft gezogenen Arbeiter finden nur zum kleinen Teil in der Industrie wieder Auf- nähme. Unter diesen Umständen ist der Fortschritt in der Mit- gliederzunahme zufriedenstellender, als es nach den nackten Zahlen scheint. Am Jahresschluß war der Mitgliederbestand 61 317, gegen 60 739 Ende 1912. Die Gesamteinnahmen des Verbandes bcliefen sich im Jahre 1913 auf 1 272 944 M., gegen das Vorjahr mehr 54 937 M. Davon entfallen 1 197 106 M. auf Beiträge und Eintrittsgelder(gegen das Vorjahr 36 763 M. mehr). Die Ausgaben erreichten die Summe von 1 024 743 M.(931 716 M. im Vorjahr). Der Vermögensbestand der Hauptkassc stieg von 1 458 606 M. Ende 1912 auf 1 704 402 M. Ende 1913. Das Vermögen der Lokalkassen in Höhe von 382 344 Mark in Rechnung gestellt, ergibt für Ende 1913 ein Gesamtver- mögen von 2 086 746 M. Nach der Mitgliederzahl am Jahres- schluß entfällt auf das Mitglied ein Vermögen von 40,66 M.— Von den Ausgaben entfallen auf Streik- und Gematzregeltenunter- stützung 113 056 M., auf sonstige bare Unterstützungen 396 667 M.. zusammen 609 722 M.; davon beanspruchte die Krankenunter« stützung die Summe von 241 505 M., die Arbeitslosenunterstützung 99 427 M. Aus den Lokalkassen wurden außerdem noch 60 793 M. Unterstützungen verausgabt. Umfangreich war im Berichtsjahr wieder die Tätigkeit zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Berufsavbeiter. Zu dem Zweck wurden 371 Angriffsbewegungen geführt, die 744 Betriebe mit 18 670 beteiligten Personen betrafen. Nur 16 Be- wegungeu endeten ohne Erfolg. Die weitaus größte Zahl der Be- wegungen wurde ohne Streik erledigt, und zwar 326, an welchen 638 Betriebe und 17 215 Personen beteiligt waren. Diese Ziffern bestätigen, daß den Organisationen eben die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse Selbstzweck ist und nicht der Streik, wie der Chorus der Scharfmacher und Reichsvevbändlcr behauptet. Erwähnenswert ist hierbei die große Zahl Abwehrbewegungen, welche die Organisation zu führen hatte, und zwar mit Erfolg in 320 Fällen, in 48 Fällen blieb der Erfolg aus. Bei dieser großen Zahl Bewegungen ist die Zahl der Kämpfe, die der Verband zu führen hatte, als gering zu bezeichnen; einschließlich der vom Jahre 1912 übernommenen waren es 42 Angriffsstreiks. 28 AüwehrstreikS, außerdem waren 9 Aussperrungen abzuwehren. Die an den Kämpfen beteiligte Personenzahl beträgt 1863.— Die erzielten Erfolge der Angriffsbetvegungen stellen sich auf 60 Pf. bis 7,60 M. pro Woche und Person Lohnerhöhung oder im Durchschnitt 1,70 M. pro Person und Woche, an Arbeitszeitverkürzung bis zu 2 Stunden pro Tag, im Durchschnitt 2,9 Stunden pro Woche. An der Lohn- erhöhung nahmen 16 343 Personen teil, an der Arbeitszeitver- kürzung 11637.— Außerdem ist noch über eine ganze Reihe ande- rcr Verbesserungen zu berichten, wovon nur der Urlaub bei Weiter- gewährung des Lohnes Erwähnung finden mag, der für 7231 Per- sonen entweder neu errungen oder verbessert wurde. Der Urlaub ist in der Branindustrie so gut wie allgemein durchgeführt; er findet auch in der Branntwein- und in der Mühlenindustrie immer mehr Eingang, trotz aller Scharfmacherei und Rückständigkeit, die dort noch vorhanden und zu überwinden ist. Das Tarifvertragsverhältnis hat wieder Fortschritte gemacht, so sehr auch geivisse Syndici von Brauereivereinigungen sich be- mühen, den organisierten Brauereiarbeitern das Tarifverhältnis zu verleiden, und obschon noch die Mehrzahl der Unternehmer der Mühlcnindustrie Tarifgcgner aus Prinzip sind. Wieder wurden 339 Verträge neu abgeschlossen bezw. erneuert. Die Organisation hat also im Berichtsjahre wie immer ihr Bestes getan, den Interessen der Berufsarbeiter gerecht zu werden; die Mitglieder sollten dafür quittieren durch wirksame Agitation. KuslanS. Der irische Gewerkschaftskongreh. London, 2. Juni 1914.(Eig. Ber.) Auf dem in Dublin zu Pfingsten abgehaltenen 21. irischen Gewerkschaftskongreß führte zum ersten Male ein Vertreter der ungelernten Arbeiter, James Larkin, den Vorsitz. In seiner Eröffnungsrede führte Larkin aus. daß jetzt ein neuer Geist die Arbeiterschaft beseele. Der Wahlspruch der Be- wegung heiße jetzt: DaS Unrecht, das dem einzelnen geschieht, ist ein Unrecht, daS allen angetan wird. Für jede Industrie sei ein Verband zu gründen. In dem großen Dubliner Kampfe hätten die Arbeiter, in'37 verschiedenen Gewerkschaften gespalten, der geschlossenen Unternehmerschaft gegenübergestanden. Die Homerule sei nun Gesetz geworden und könne die Arbeiter nicht länger spalten. Die irische Arbeiterschaft hätte jetzt eine große Gelegenheit, aber man müsse abwarten, wie das Land die Gelegenheit benutzen werde. Das Ziel der Bewegung sei die Errichtung des genossenschaftlichen FreistnatS. Diejenigen, die den ganzen Weg nicht mitmachen wollten, möchten doch nur so weit mitgehen, wie sie könnten; auf dem Gipfel des Berges angelangt, würden sich ihnen neue Aussichten eröffnen. Die Beratungen drehten sich um das Verhältnis zwischen der irischen und der englischen Arbeiterpartei. Eine Resolution wurde angenommen, in der beschlossen wurde, mit der englischen Arbeiter- Partei keine Verbindung zu unterhalten, aber mit ihr wie mit den Arbeiterparteien aller anderen Länder in Eintracht zusammen- zuarbeiten. Einige Delegierte von Belfast nahmen eine entgegen- gesetzte Haltung ein. Larkin forderte, daß die politischen Sei- träge der irischen Sektionen britischer Gewerkschaften an die irische Arbeiterpartei abgeführt werden müßten, und erklärte, daß er den Maschinenbauern ldie sich kürzlich gegen die Erhebung eines Beitrages für politische Zwecke ausgesprochen haben) geraten habe, gegen den Beitrag zur englischen Arbeiterpartei und gegen die finanzielle Unterstützung des Tageblatts der englischen Partei zu stimmen.___ Immer mehr Menschenopfer. Das Kaiserlich Statistische Amt hat soeben in seinem neuesten Vierteljahrshest das Ergebnis seiner letzten Erhebung über die Kraftfahrzeuge im Deutschen Reiche veröffentlicht. Hier zeigt sich, wie schnell die Zahl der Kraftfahrzeuge anwächst. ES waren nämlich vorhanden: davon zur am 1. Januar Kraftfahrzeuge Personen« Last- beförderung beförderung 1907..... 27 026 25 815 1211 1908..... 36 022 34 244 1778 1909..... 41 727 39 475 2252 1910..... 49 941 46 922 3019 1911..... 56 434 52 231 4203 1912..... 65 460 59 901 5549 1913..... 77 789 70 085 7704 1914..... 93 072 83 333 9739 Und zwar erlangen die schwereren Kraftwagen eine immer größere Bedeutung. Von den Personenkraftfahrzeugen waren am 1. Januar 1907 15 700= 60,8 Prozent Räder und 10 115— 39,2. Wagen. Dagegen waren am 1. Januar 1914 22 457-- 26,9 Prozent Räder und 60 876---- 73,1„ Wagen. Di« Zahl der Räder hat sich also in dieser Zeit noch nicht einmal verdoppelt, die Zahl der Wagen ist dagegen auf mehr als das Sechsfache gestiegen. Bei den Lastkraftfahrzeugen ist sogar die Zahl der Räder von 254 auf 100 zurückgegangen, während die Zahl der Wagen von 957 bis auf 9639 angewachsen ist. Dabei ist die größte Zunahme in beiden Gruppen bei den Wagen mit mehr als 16 bis zu 40 Pferdestärken. Es besteht also die Neigung, zu den kräftigeren Wagen überzugehen. Endlich ist auch bei uns der Verkehr fremdländischer Kraftfahr- zeuge immer größer geworden. Im letzten Jahre haben 24 647 aus- ländische Kraftfahrzeuge die Reichsgrenze überschritten, gegen 5686 im Jahre 1906/7. Von jenen Fahrzeugen waren 93,8 Proz. Wagen und nur 6,2 Proz. Räder. Leider ist mit dieser EntWickelung eine sehr schlimme Folge verbunden, nämlich eine große Zahl von Unfällen. Es ereigneten sich im Jahre 1906/07 insgesamt.. 6 079 Unfälle . 1907,08... 5312 . 1908/09„.. 6423 „ 1909/10... 7 158 „. 1910/11... 8981. „ 1911/12... 10 864 . 1912/13.. 12 772„ Infolge der Unfälle wurden im Jahre verletzt getötet 1906/07..... 2419 Personen 145 Personen 1907/08..... 2630„ 141 1908/09..... 2945. 194 1909/10..... 8651, 278. 1910/11..... 4262. 848„ 1911/12..... 5542„ 443 1912/13..... 6313. 504 Hiervon waren nicht ganz ein Viertel Führer oder Insassen der Fahrzeuge und mehr als dreiviertel andere Personen. Außerdem betrug der Sachschaden infolge der Unfälle im letzten Jahre 2-/< Millionen Mark gegen 881 000 Mark im Jahre 1906/07. Als Grund der Unfälle ist im letzten Jahre besonders festgestellt worden: Ungeschicktes oder Unvorsichtiges Fahren der Kraftfahrzeuge............. in 2626 Fällen Zu schnelles Fahren der Kraftfahrzeuge oder Unterlassen der Warnung......... in 1103 Fällen Schuld oder Unachtsamkeit der Verunglückten oder unbeteiligter Personen........ in 1391 Fällen Diese Zusammenstellung hat nicht viel Wert. Bei den Unfällen wirken in der Regel mehrere Gründe zusammen. Wenn der Führer de? Kraftwagens oder der Verunglückte oder ein anderer einen Fehler begeht, so wird er in der Regel durch besondere Umstände dazu veranlaßt worden sein. In dem einen Falle war der Führer vielleicht durch zu lange Arbeitszeit übermüdet, in einem anderen Falle war er von seinem Arbeitgeber angetrieben worden, in einem weiteren Falle war die Straße sehr be- lebt, das Wetter ungünstig usw. Ebenso wird der Ver« letzte die Schuld an seiner Unachtsamkeit mit mehr oder weniger Recht auf manches andere abwälzen. Hieraus erklärt es sich, daß in der Zusammenstellung der größte Teil der Un- fälle nicht aufgeführt ist. Di« von der Polizei ermittelten Gründe der Unfälle aber bilden die Grundlage für die Polizeistrafen und die gerichtlichen Straf- verfahren. Im letzten Jahre wurden 1246 Polizeistrafen festgesetzt, und zwar 986 gegen Führer der Kraftfahrzeuge und 259 gegen Führer anderer Fuhrwerke und gegen sonstige Personen. Außerdem wurden 3076 gerichtliche Strafverfahren eingeleitet, 2797 gegen Führer der Kraftsahrzeuge, 251 gegen Führer anderer Fuhrwerke und sonstige Personen und 28 gegen Unbekannt. Diese Maßnahmen haben denn auch nicht den gewünschten Er- folg gehobt. Die Zahl der Unfälle ist noch immer erschrecklich groß. Und da sicher der Kraftfahrzeugverkehr noch sehr zunehmen wird, so müssen wir immer mehr Unfälle befürchten, wenn nicht wirksamere Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Als solche kommt in erster Linie das in Betracht, was unsere Vertreter im Reichstage bereits im Jahre 1909 bei der Beratung des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen gefordert haben: eine sachgemäße Regelung der Lohn- und Arbeits« bedingungen, so daß eine Uebrrmüdung oder sonstige Ueber- anstrengung der Führer unter allen Umständen ausgeschlossen ist. Dazu muß aber, wie die Erfahrung immer deutlicher zeigt, eine viel größere Fürsorge für zweckmäßig eingerichtete Wege und für eine sachgemäße Regelung des Verkehrs kommen. Endlich muß den Ausschreituugen rücksichtsloser Sportnarren, auch den reichsten und vornehmsten, entschiedener entgegengetreten werden- So wie bisher darf es nicht weiter gehen. Deshalb müssen wir auf die vielen Menschenopfer deS KraftfahrzeugverkehrS immer wieder hinweisen, bis Abhilfe geschaffen ist. Krasses Wohnungselenö. Im Königreich Sachsen herrscht schon sei! Jahren fast im ganzen Lande ein in manchen Bezirken ins unerträgliche gehen- der Riangel an Kleinwohnungen. In Dresden hat man extra ein Haus für solche obdachlose Familien bauen müssen, die wohl eine ihren Verhältnissen entsprechende Wohnung bezahlen können und auch gern bezahlen wollen, jedoch beim besten Wollen aber keine finden können. Trotzdem weiß die Stadtverwaltung nicht, wie sie derartige Wohnungslose unterbringen soll. Aehnlich liegt es in den übrigen Großstädten und in den Jndustriebezirken des Landes. Den HauSagrariern, die überall in den Gemeinde- Parlamenten überwiegenden Einfluß haben, ist dieser Zustand gerade recht. Steigert er doch die Wohnungsmieten ins ungemessene; arme Leute müssen sich den Betrag für den Mietzins buchstäblich am Munde abdarben; denn das Mspenst der Kündigung lauert und WohnungSlosigkeit ist ja sast schlimmer wie Hunger. Aber aucks der Staat steht diese Zustände mit verschränkten Armen, so daß die wiederholten Anträge und Anregungen der Sozial- demokraten im Landtag, die ein Eingreifen des Staates auf diesem Gebiete bezweckten, wirkungslos blieben. Mit guten Ratschlägen, mit Wohnungsordnungcn und dergleichen ist es nicht getan. Sie können nicht erfüllt werden, wenn die Möglichkeit dazu nicht vorhanden ist: eben die Wohnungen. Die private Bautätig- keit versagt, wie sich zur Evidenz zeigt, ebenfalls, und die gemein- nützigen Baugenossenschaften, die in Sachsen in den letzten Jahren in großer Zahl gegründet wurden, sind am Ende auch mir der Tropfen aus den heißen Stein. Da man Wohnungen übrigens nicht so schnell beschaffen kann, wie irgendeine andere beliebige Ware, so dauert es überhaupt geraume Zeit, ehe sich die praktische Wirkung der Wohnungsgenossenschaften einigermaßen bemerkbar machen kann. Daß die Zustände, die sich in der Wohnungsfrage herausgebildek haben, in manchen Bezirken Sachsens geradezu himmelschreiend sind, zeigt eine vom Regierungsassessor Dr. Poetzsch vor kurzem herausgegebene Broschüre, die die Wohnungsverhältnisse in der A m t s h a u p t m a n n s ch a f t Auerbach, im oberen Vogt- lande gelegen, bespricht. Es handelt sich um einen dichtbevölkerten Teil des Landes, in dem die Textilindustrie mit ihren erbärmlichen Arbeiterlöhnen bis in die Heimarbeitsstättcn hinein vorherrscht. Nach der böhmischen Grenze zu, bis Klingental hinüber, findet man weiter die Klein- und Hausindustrie der Musikinstrumentenbranche. — In der Amtshauptmannschaft Auerbach ist seit dem 1. Oktober 1911 eine Wohnungsinspektorin angestellt, die speziell die Wohnungsverhältnisse auf dem Lande zu beobachten hat. Die Dame scheint ihre Aufgabe erfreulicherweife recht ernst zu nehmen und sie hat offenbar gründlich in das von ihr zu beackernde Gebiet hineingeleuchtet. Vor ihrer Anstellung hat der Amtshaupt- mann versucht, lokale Wohnungsausschüsse ins Leben zu rufen, doch ohne jeden Erfolg. Hören wir, was Dr. Poetzsch darüber sagt: „Wenn sogar ein im übrigen vernünftiger Gemeindevorstand nichts darin fand, daß in einer Küche insgesamt 12 Per- sonen in vier Betten schliefen, wie die Amtshauptmannschaft fest- stellen konnte, so ließ sich leicht ermessen, daß j e d e r Ve r s u ch, durch die Gcmeindeorgane allein eine Besserung der WohnungSverhältniffe herbeizuführen, unwirksam bleiben muhte. Dort, wo etwa eine bessere Meinung vorhanden war, wurde sie durch Rüocksichtnahme auf Nachbarn und Vetternwirtschaft erdrückt. Manche tüchtigen Gemeindevorsteher, zumal die berufsmäßigen der größeren Gc- meinden, erkannten zwar den Uebelstand, glaubten aber in den meisten Fällen doch, den StichinSWespenuest scheuen zn müssen." Diese wenigen Zeilen sprechen Bände. Und die Zustände, die hier aufgedeckt und gekennzeichnet werden, sind keineswegs auf diesen Bezirk beschränkt; sie sind sicher überall im Deutschen Reich anzu» treffen. Die Clique beherrscht das Gemeindeparlament, und wenn das Gemcindeoberhaupt nicht selbst dabei ist— was vielfach zutrifft—, dann ist er meist ohnmächtig gegen solche Luderwirtschaft, die schon unermeßlichen Schaden am Volke anrichtete.— Doch sehen wir weiter, welche Zustände die Wohnungsinspektion von Auerbach aufdeckte. Sie find fürchterlich! Dr. P. gibt folgenda Beispiele: „Aus der... Zusammenstellung geht deutlich hervor, daß in fast allen Gemeinden stark überfüllte K I e i n w o h- ' n u n g e n vorhanden sind. Tie Bewohnerzahlen sind o f t s a groß, daß die Amtshauptmannschaft in einzelnen Fällen zunächst! glauben mußte, es sei bei der Erhebung ein Irrtum unterlaufen.(!) So findet sich für Wolfsschütz die kaum glaubliche Angabe, daß ein Wohnraum von 17 Personen! benutzt wurde. Dir Erörterungen ergaben indessen, daß tatsächlich eine Familie, bestehend aus Großeltern, Eltern, 4 erwachsenen Töchtern, einem erwachsenen Sohg achtKindern unter 14 Jahren zusammen eine Küche und einen Bodenraum von je 4 mal 4 Meter bewohnte, wobei nuv 5 Betten und eine Wiege zur Verfügung standen und dilt Großmutter überdies dauernd bettlägerig war." Man kann es verstehen, wenn die Behörde an diese Unmensch« lichen Zustände zunächst nicht glauben wollte. Drei bis vier Gene- rationen von zum Teil kranken Menschen„wohnen" und schlafen in einer kleinen Küche und einer elenden Kammer unter dem Dach. Für 17 Personen männlichen und weiblichen Ge- schlechts 5 Betten!! Doch es kommt fast noch schlimmer: „In einem anderen Falle bewohnten 14 Personen einen -einzigen Raum von mal 4 Meter Größe. Es war hier überhaupt nur ein einziger Satz Federbetten vorhanden. Wer nicht in diesem einen Bette Platz fand, schlief ohne Nnterschicd des Alters und Geschlechts in einer gemeinschaft- lichen Heubucht." Und aus Klingental, dem Musikinstrumcntenmacherstädtchen an der böhmischen Grenze, wird berichtet: „Die 4 mal 4 Meter große K ü ch e ist sehr feucht und modrig. Trotzdem nur noch eine kleine Kammer zur Wohnung gehört, die für Eltern und 3 Kinder(bald 4!) kaum zureicht, und obwohl die Miete ziemlich hoch ist, mutz die Familie doch wohnen bleiben, weil es an Wohnungen fehl t." Aus dem Orte Hohengriin ist ferner festgestellt worden: „In dem zweistöckigen Hause wohnen 6 Familien mit 28 Kindern. In der Familie N. scheint der seit Jahren herz- kranke Bruder der Frau auch lungenkrank zu sein. Tie aus 7 Personen bestehende Familie sieht blaß und elend aus. Die aus Eltern und 9 Kindern bestehende Familie G. muß sich mit 4 Betten und einem Sofa behelfen.— Die Witwe M., deren Mann an Tuberkulose gestorben ist, ist bereits der Tuberkulosefürsorge empfohlen. Sowohl dieMutterwiedieKinderscheinenkrankzusein." Die Feder sträubt sich, dieses unsagbare Elend noch weiter aus- zumalen. Die Schamröte mutz der herrschenden Klasse ob solcher Zustände ins Gesicht steigen. Denn sie allein ist schuld an dem fürchterlichen Unglück jener armen Menschen, die schlechter wie Haustiere wohnen, von denen ganze Familien von der Lungen- schwindsucht gepackt und dem Siechtum und ftühzeitigem Tode ent- gegengeführt werden. Mcnschenmord als Folge kapitalistischer „Kultur"! Das Vogtland gehört mit seinen großen, herrlichen Wäldern, Bergen und Tälern zu den schönsten Gegenden Sachsens. Es ist zur Erholung und Kräftigung der Menschen wie geschas- sen. Ein königliches, weltberühmtes Bad l Elster) dient diesem Zwecke. Dort gibt sich die besitzende Klasse Stelldichein. Rundherum aber, in den Hütten dieses schönen Fleckchens Erde, haust der bleiche Schrecken._ verbanöstag der Nlajchiniften und Heizer. Leipzig, 2. Juni. Dritter Berhandlungstag. Am DienStag wurde die Debatte über den Vor. standsbericht fortgesetzt. Aufs neue wurde die Agitations- weise der Gemeindearbeiter und Transportarbeiter angegriffen und gesagt, sie stehe im Widerspruch mit den Beschlüssen des Hamburger Gewerkschaftskongresses. Scheffel ging im Schlußwort auf die Werftarbeiterbewegung ein. Im Interesse der Gesamtorgani- sation durfte der Vorstand nicht anders handeln. Der Streik sei entgegen allen gewerkschaftlichen Grundsätzen eingeleitet und ge- führt worden. Es sei im Interesse des Verbandes notwendig, daß solche oder äbnliche Vorgänge sich nicht wiederholen. Nachdem der Redner auch die anderen Punkte, an denen Kritik geübt wurde, ge- streift, schloß er seine Ausführungen mit den Worten:„Vorbedin- gung eines guten ZufammenarbeftenS fei gegenseitiges Vertrauen zum Wohle aller Kollegen."..,, Dann erhielt der Vorsitzende Scheffel daZ Wort zur Berschmelzungsfrage. Schon wiederholt hätten sich die Verbandstage mit dieser Frage bc- schästigt und im Prinzip sich für die Verschmelzung erklärt. Nach- dem er das Für und Wider von allen Seiten erörterte, meinte er, ob bei den Maschinisten die Verhältnisse für die Verschmelzung reif seien, das hätten die Kollegen zu entscheiden. Der Vorstand habe dem Beschluß des letzten Verbandstages entsprochen und mit dem Vorstand des Metallarbeiterverbandes Verhandlungen geführt Der erste«chritt zur Verschmelzung sei bereits getan durch Abschluß eines Kartellvertrages und die gegenseitigen Vertretungen auf den beiderseitigen Tagungen. Und wenn dereinst die Verschmelzung perfekt würde, so wird das nur zum Vorteil aller Kollegen sein. Uebcr die Uebertrittsbedingungen ist auch bereits beraten worden, die für die Maschinisten jedoch nicht genügen Eine Rolle spielte dabei, ob die Dauer der Mitgliedschaft und die geleisteten Beiträge beim Uebertritt in Anrechnung gebracht werden, und ob im Metall- arbeiterverband, so wie bei den Maschinisten, der Staffelbeitrag eingeführt wird. Vor allen Dingen aber wurde die Frage erörtert, wie die Vertretung der Berufsinteresscn der Maschinisten und Heizer im Metallarbeiterverband erfolgen und ob die technische Bettage für die Mitglieder erhalten bleiben soll. Nach Entgegennahme dieses Referates wurde folgende Reso- lution angenommen: „Der Verbandstag bekundet, daß er im Prinzip einer Ver- sibmelzung nicht abgeneigt ist und er betrachtet den Deutschen Metallarbeiterverband als eine für den Anschluß geeignete Or- ganisation. Er ist jedoch der Ansicht, daß die Zeit des An- schlusses bezw. Uebertrittes noch nicht gekommen und daß daher die Lösung der Verschmelzungsfrage bis zu einem geeigneten Zeitpunkt zu vertagen ist, und er verpflichtet die Delegierten, bis dahin mit aller Kraft für den weiteren Ausbau unserer Berufs- organisation einzutreten. Der Verbandstag beauftragt den Verbandsvorstand, die Ver- Handlungen und Vorarbeiten wieder aufzunehmen, sobald die zukünftige EntWickelung oder auch besondere Ereignisse dazu Ver- anlasiung geben. Als eine Vorbedingung zur Verschmelzung er- achtet der Verbandstag eine Erweiterung der Konzessionen, ins- besondere bei Anrechnung der den übertretenden Mitgliedern zu gewährenden Rechte." Tie Verhandlungen wurden auf Mittwoch vertagt. Jugenöbewegung. Tage der Jugend. Außer den Jugendtagen des Niederrheins und des Bezirks Halle, über deren Verlauf wir gestern berichtet haben, fanden an den Psingsttagen noch in mehreren anderen Orten gemeinschaftliche Jugendvcranstaltungen statt, die insbesondere durch das Betragen der Behörden einen demonstrativen Charakter angenommen haben. Die Arbeiterjugend der Pfalz gab sich in Neustadt ein Stell- dichein. In diesem Bezirk ist die Jugendbewegung noch jüngeren Datums. Sie hat aber im letzten Jahre gute Fortschritte gemacht. Während auf dem vorjährige» Jugendtage 250 Jugendliche an» wesend waren, hatten sich diesmal 600 eingefunden. Nach einer Wanderung fand am Nachmittage eine Feier statt. Das Programm wurde von auserlesenen Künstlern bestritten. Landtagsabgeordneter P r o f i t-Ludwigshafen hielt an die Jugend eine Rede, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde. Vom Festsaale aus zogen die Teilnehmer im geschlossenen Zuge, an der Spitze eine Musik« kapelle, nach der eine Stunde entfernten Burgruine'.Wolfsburg", wo bei Gesang, Musik und munterem Spiel der Tag beschlossen wurde. An dem hessischen Jugendtag, der zum ersten Male abgehalten wurde, beteiligten sich 800 Jugendliche. Von Jugenheim an der Bergstraße begann die Wanderung, die über liebliche Berge und durch frische Täler nach Talhos, Balkhausen zur Kuralpe führte. Mitten im Felsenmeere, auf dem Felsberg, einem schönen, roman- tischen Platze, hielt Redakteur K a u l- Osfenbnch die Festrede. Unter Gitarre-- und Mandolinenspiel und dem frischen Gesang froher Lieder wurde der Heimweg angetreten. Ein Teil der Jugend Thüringens, 1000 an der Zahl, hatte den Jugendfreunden in S t a d t l e n g S f e l d, die unter den Schikanen der Behörden sehr zu leiden haben, einen Besuch abgestattet, dessen sich auch die dortigen Polizeibeamten, wenn auch mit wenig Freude, noch lange erinnern werden. Der geplante Festzug, der zum Bains- türm führen sollte, wurde verboten und dw ganze Gendarmerie stand zur Durchführung deS Verbots bereit. Der Bainsturm stand unter dem Schutze von vier Gendarmen hoch zu Roß. Sticht so dumm, den Ordnungshütern ins Garn zu laufen, machten die Jugendlichen ihren Spaziergang nach der„Hohen Warte" und im geschlossenen Zuge marschierten sie unier den Klängen einer Musikkapelle zur Stadl zurück, während die vier berittenen Turmwächter immer noch nach dem Feinde aus- spähten. In Hannover waren auS 17 Orten deS Bezirks Jugendliche ein- getroffen. Am ersten Festtage fand eine Versammlung statt, in der Landtagsabgeordneter Leinert die Rede hielt. Der 2000 Personen fassende Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Nach- mittage wurde in Gruppen die Stadt mit ihren Schätzen besichtigt. Der Abend vereinigte die Jugendlichen zu einem Konzerl. Die größten Meister der Musik wurden hier in ihren besten Schöpfungen den Jugendlichen näher gebracht: Rossini, Wagner, Saint-Sains. Grieg, Hahdn, Schumann u. a. Die Ouvertüre zu„Robespierre" mit ihren wuchtigen Klängen der Marseillaise machte auf die Jugend- lichen einen mächtigen Eindruck. Das Programm wurde ausgeführt von dem verstärkten Orchester der„Schauburg" und den Arbeiter- gesangvereinen„Teutonia" und„Viktoria". Da am zweiten Tage wieder Jugendgruppen die Stadt besichtigten, bemühte sich ein starkes Polizeiaufgebot, das Zustandekommen eines Zuges zu verhindern. Der Eiser war schon darum überflüssig, weil ein Demonstrationszug gar nicht geplant war. In Ane im Erzgebirge fanden sich 1500 Jugendliche aus den Nachbarorten ein. Nach einer kurzen Feier am Nachmittage des ersten Tages, auf der mehrere Ansprachen gehalten wurden, formierten sich die Teilnehmer zu einem imposanten Zuge mit klingendem Spiel und Gesang. Die braven Auener Spießbürger rissen Mund und Augen auf und hättdn so etwas in Aue nicht für niöglickj gehalten. Die Arbeiterschaft hatte für sämtliche Jugendliche, die in Aue übernachteten. Freiquartier zur Verfügung gestellt. Die auf den Jugendtagen von Jungen und Alten der Arbeiter- schaft geüble Solidarität wird auf alle Teilnehmer einen starken erzieherischen Einfluß ausüben. Und als Heerschau der proletarischen Jugendbewegung haben die Jugendlichen aller Welt gezeigt, daß die Bewegung der jungen Arbeiterschaft marschiert I Pom Polizeikurs in Württemberg. Die Kreisregierung des Neckarkreises in Württemberg hat die Stuttgarter Jugendorganisation für politisch er- klärt und a u s g e l ö st. Die Begründung dieser Maßregel hat sich die Kreisregierung leicht gemacht. Ein Zitat aus einer Rede des Reichsragsabg. Hitdcnbrand, im Jahre 1013 auf deni Jugendtag in Eßlingen gehalten, ein Sätzlein aus der Rede eines Gewerkschafts- beamten auf der Maifeier eineS Vorort« von Stuttgart, an der auch die Jugend teilnahm. Vorträge über Bebel, Lassalle usw.. die der Regierung nur dem Titel nach bekannt sind, etliche aus dem Zu- sammenhang gerissene Stellen aus der Jugendbeilage der„Schwäb. Tagivachl" und Artikelüberschriften der„Arbeiterjugend", das alles kräftig durcheinander gerührt— und fertig ist der staatserhaltende Brei. Die Stuttgarter Polizei hatte den Auftrag erhalten, dem Vor- sitzenden der Jugendorganisation die AuslosungSorder zuzustellen. Da» war aber leichter gesagt als getan. Denn nun mußte d,e Organisation und ihr Vorstand erst ausfindig gemacht werden. ES dauerte einige Zeit, bis die Polizei einen der Vorstandschaft verdächtigen Genossen ausfindig gemacht hatte. Der bekam das umfangreiche Aktenstück dann zugestellt. Pflichtgemäß vertiefte der Genosse sich in das Studium der Order, um nach einiger Zeit und vielem Nachdenken zu dem Schluß zu kommen, daß ihn die Sache eigentlich gar nichts angehe. Er stellte es also der Polizei wieder zu. Nun begann die Suche nach dem Borstand zum zweitenmal. Am Sonnabend vor Pfingsten gelang es dann unserer findigen Polizei, den„Richtigen" zu erwischen. Zur Auflösung für die Pfingstfeiertage war es aber doch zu spät. Anl ersten Pfingstfeiertag fand in Stuttgart ein Jugendtag statt, zu dem sich zahlreiche Jugendorganisationen aus dem Lande und aus der Schweiz angemeldet hatten. Die Polizei befürchtete Demonstrationen. Sie teilte dem Stuttgarter Parteisekrctariat mit, daß Zugsbilduiigen, Mitführen von Fahnen, Tafeln usw. seitens ausländischer Jugendorganisationen nicht geduldet würden. Der Sekretär gab die Mitteilung mit einem höflichen Begleitschreiben der Polizei zurück. Der Stuttgarter Polizeidirektor Dr. Bittinger quittierte den Empfang mit einer Strafversügung: „Westmeyer hat in einem an die städtische Polizeidirektion ge- richteten Schreiben ohne Datum, per 28. Mai 1014, als Antwort auf eine von letzterer an das Parteisekretariat der sozialdemokratischen Partei gerichtete Mitteilung folgendes ausgeführt:«Das Sckre- tariat besteht zurzeit aus einer Person, dem Unterzeichneten, der weder einer württembergischen noch einer ausländischen Jugend- organisation als Vorstandsmitglied oder als. einfaches Mitglied angehört. Daraus ergibt sich schon die physische Unmöglichkeit einer Zugsbildung mit Fahnen, Tafeln und dergleichen durch das Sekretariat. Der Unterzeichnete ist außerdem nicht mehr„jugendlich" im Sinne des ReichSvereinSgesetzes". Hierin ist eine Un- gebühr im schriftlichen amtlichen Verkehr zu erblicken, weshalb die Bestrafung erfolgt ist. Dr. Bittinger." Am ersten Pfingsttag war die Polizeimannschast denn auch zahl- reich aufgeboten, um Demonstrationeil zu Verbindern. Die aus- wältigen Gäste wurden auf dem Bahnhof von uniformierten Schutz- leuten und Geheimpolizisten in Empfang genommen und gruppen- weise durch die Stadt geleitet, größere Trupps über fünf, sechs Mann alsbald zum Auseinandergehen aufgefordert. Zunächst hatte das Empsangskomitee der Jugend das Waldheim Stuttgart bei Sillenbuch als Rendezvousplatz für die Jugend bestimmt. Auf Einspruch des zuständigen Oberamtö, das auf dem Waldheim nur eingeschriebene Mitglieder des Waldheimvereins duldet, war eine Acnderung des Programms erfolgt. Am Pfingstsonntagnachmittag stand das Waldheim Stuttgart unter scharfer polizeilicher Bewachung. Ein Gendarm und ein Ortspolizist am Eingang, jeden Gast genau musternd. Und auf den Zugangswegen zum Waldheim uniformierte und andere Polizisten, die übrige Mannschaft in Reserve. Nachmittags kurz vor 5 Uhr marschierte währenddessen zum Tore der anderen Stadtseite die Proletarierjugend nach Stutt- gart hinein, rund anderthalb tausend Mann stark. Früh- liche Lieder erklangen, die Einwohnerschaft begrüßte die Jugend aufs herzlichste, immer neue Scharen schlössen sich an. Die Straße» waren von Polizei vollständig entblößt, ein einziger blutjunger Schutzmann an einem Verkehrsmittelpunkt der Stadt sprang eilends auf die Straßenbahn, um einem Polizeifeldherrn Meldung von dem überraschenden Einfall der Arbeiterjugend zu machen. Der prächtige Demonstrationszug marichrerte unterdes unter brausenden Gelängen bis zu dem nahe dem Mittel- punkt der Stadt gelegenen Versammlungslokal Dinkelackers Saalbau. Mit einem donnernden Hoch auf die internationale Jugendbewegung löste sich hier der Zug auf. Die festliche Unterhaltung mit Musik- Vorträgen. Deklamationen, GefangSvorlrägen usw. begann. Die älteren Genossen mußten den großen Saal räumen, um der Jugend Platz zu machen. So zahlreich war die freie Jungmann- schaft vertreten._ „Arbeiter-Jugend." Die soeben erschienene Nr. 12 des sechsten Jahrgangs hat u. a. folgenden Inhalt: Jugenddebatte im preußischen Landtag.— Betrügereien der Unternehmer bei Lohnzahlungen. Bon Gustav Hoch. — Erinnerungen eines Sozialdemokraten. Von O. I.— Wasser. Von HanS Bourquin.(Mit Abbildungen.)— Wie die Arbeiterjugend in Preußen verfolgt wird.— Aus der Jugendbewegung, die Gegner an der Arbeit. Beilage: Fritze, die Geschichte einer Jugend.— Die drei großen griechischen Tragiker. 3. Euripides. Von Otto Koenig.— Eines Arbeiters Weltreise. Von Edgar Hahnewald. iMit Ab« bildungen.)— Wie liest man eine Karte? Von R. Seidel.— Wenn die Uhr verschwände. Von Fritz Müller.— Das erste Landheim der Arbeiterjugend. Von Straubinger.(Mit Bild.) Genossenschaftliches. Der Verband schweizerischer Konsumvereine im Jahre 1913. Der Verband schweiz. Konsumvereine(V. S. K.),� der sowohl die Organisation wie die Großcinkaussgcnossenschaft der Konsum- vereine in der Schweiz ist, leitet seinen kürzlich erschienenen Rechen- schaftsbcricht mit dem Satz ein: Viel Arbeit und viel Erfolge. Tatfächlich bedeutet das vergangene Jahr für die Genossenschafts- bewegung einen außerordentlichen Aufschwung; Organifation und Eigenproduktion wurden bedeutend erweitert und der Umsatz stieg um über 7 Millionen auf über 44 Millionen Franken. Das ist gewiß im Vergleich zu den deutschen Genossenschaften keine hohe Summe. Ihre Bedeutung läßt sich aber ermessen, wenn man er- kennt, daß vor zehn Jahren der Umsatz wenig mehr als 6 Millionen betrug. Sollte sich der V. S. K. in gleicher Steigerung weiter ent- wickeln, so dürfte in nicht ferner Zeit der größte Teil der Be- völkerung seinen Bedarf an Lebensbedürfnissen durch die Ge- nossenschaften decken. Die Betriebskosten erhöhten sich auf 1� Millionen Franken, doch ist hier die Erhöhung auf Einführung der Hinterlassenenversicherung für die Angestellten zurückzuführen, die allein eine Ausgabe von über 80 000 Franken ausmacht, meist be- trifft diese Summe nur einmal zu bezahlende Eintrittsgelder. Ter Nettoüberschuß betrug nahezu 300 000 Franken. Das Personal stieg von 350 auf 520 Beschäftigte. Eine wichtige, nachahmcns- werte Bestimmung wurde in der Dienstanweisung aufgenommen. Sie verpflichtet den Abteilungsvorsteher,„mit dem ihm direkt unterstellten Personal Besprechungen abzuhalten, um anhängige Ge- schäftc, die in die Kompetenz der betreffenden Abteilung fallen, zu diskutieren und die betreffenden Angestellten im Interesse des V. S. K. über die in den Abteilungen vorkommenden Angelegen- Heiken auf dem Laufenden zu halten". Eine genaue Verbrauchs- ftatiftik gibt interessante Aufschlüsse über die Preisbewegung der Waren, besonders der wichtigsten Lebensmittel. Der Verbrauch von im Preise steigender Ware ist regelmäßig zurückgegangen und der im Preise gesunkener Artikel erhöhte sich. Besondere Mittel hat der V. S. Ä. für Propaganda aufzuwenden, da in der Schweiz mit drei Sprachgebieten zu rechnen ist und Zeitungen und Druck- fachen in deutscher, französischer und italienischer Sprache heraus- gegeben werden müssen. Ebenso müssen, für Versammlungen und für den Verkehr mit den Verbandsvereinen Referenten und Ange- stellte mit entsprechenden Sprachkenntnissen zur Verfügung stehen. Eine besondere Aufgabe sah die Verwaltung darin, für die Verbandsvercine eine Beratungsstelle einzurichten. Dabei be- schränkte man sich nicht nur darauf, nur auf Anfrage Rat zu er- teilen, sondern ging— besonders bei Neugründungen— selbsttätig vor. Der Bericht bemerkt, daß der erteilte Rat manchmal aber erst nach offensichtlichen Mißerfolgen wirklich beherzigt wurde. Die Jnstruktionsverkäuferinnen wurden von 66 Vereinen für 480 Tage in Anspruch genommen. Auch hielten diese einen Kursus für Ver- kguferinnen ab. Zahlreich benützt wurde das Baubureau wie auch das Laboralörium des Verbandes. Tie Zahl der Beanstandungen sind erheblich zurückgegangen, die Lieferanten wagen wohl schon wegen des bloßen Daseins einer solchen Institution nicht, minder- wertige oder gefälschte Ware zu liefern. Der Nutzen solcher Unter- suchungen zeigte sich besonders bei Waren, deren Name gesetzlich geschützt, mit großer Reklame auf den Markt geivorfen werden und die oft altbekannte Mittel sind, die mit neuem Namen zu un- geheuer hohen Preisen angeboten werden. Den größten Teil der Tätigkeit nahmen mehrere Neugrün- dangen in Anspruch. Dazu gehören neben der„Liga zur Ver- billigung der Lebenshaltung" und der„Genossenschaft für Ferien- und Erholungsheime" vor allem die Mühlengcnofsenschaft, die Schuhfabrik und die sogenannte Bellallianz, die Jnteresfengemein- schaft mit der Basler Großschlächterei Bell A.-G. Die Gründung der Mühlengenossenschaft ist zurückzuführen auf das Betreiben dey Bäckermeister, die das Mühlensyndikat zwangen, an die Genossen- schaft in Zürich, die den Brotpreis herabgesetzt hatte, kein MchE mehr zu liefern. Mit dem 1. Januar 1013 wurde die Stadtmühlä in Zürich erworben, die im vergangenen Jahre einen Umsatz von! über 7 Millionen Franken hatte, über 200 000 Doppelzentn�ö Weizen vermahlte, durch den Anbau einer Roggenmühle vergrößert wurde und einen Betriebsüberschuß von über 100 000 Franken aufweist. Die ganze Anlage hat einen Wert von etwa 2 Mil- lionen Franken. Sogar die Bäckermeister hatten durch diese Neu- gründung einen Vorteil: der Mehlpreis sank sofort um 3 Franken! für den Doppelzentner. Das Vorgehen der Schuhwarenhändler, die die Schu�fabri- kanten zum Boykott der Genossenschaften veranlaßten, führte zuv Errichtung der Schuhfabrik. Seit Oktober v. I. in voller Tätigkeit« beschäftigt sie 1t9 Personen und fertigt an 00 verschiedene Ar- tikel, 110 Maschinen und 12 Motore sind tätig. In dren drei Monaten wurden für 145 113,05 Franken Schuhwaren hergestellt. Da man die Zinsen für das gsamte Anlagekapital in Rechnung stellte, ergab sich ein Ausfall von 9840,97 Franken. Einen großen Anspruch an Zeit und Tätigkeit beanspruchte die erwähnte Bellallianz. Schon lange trug sich der V. S. K. mit! einer durchgreifenden Lösung der Fleischversorgung. Da es aber gewagt erschien, mit dem mustergültigen Unternehmen der Groß- schlächterei Bell A.-G., die in allen wichtigeren Plätzen Filiale» hat und beste Ware zu billigsten Preisen liefert, in Konkurrenz zu treten, traf man die Vereinbarung, wonach der V. S. K. eine» bedeutenden Einfluß bei der Preisfestsetzung der Bell A.-G. er- hält. Der V.S.K, übernahm einen Teil der Aktien und erhiclß Sitz und Stimme in der Verwaltung. Die Bellallianz entfesselte einen wahren Sturm gegen den Verband. Die gesamten gegneri- scheu Blätter fühlten sich plötzlich berufen, als Retter des wahre» und reinen Genossenschaftsgedankens auszutreten. Natürlich wollte man damit nur einen Keil in den V. S. K. treiben. Die Verbands- vereine ließen sich aber durch dieses Vorgehen nicht beeinflusien. Für das laufende Jahr ist eine bedeutende Erweiterung der Lagerhäuser notwendig, des Verwaltungsgebäudes und tet Neubau der Druckerei. Eine zentrale Sparkasse soll gegründet werden, im Auslande eigene Einkaufsagcnturen, in der Schweiz Kreissekre, tariate eingerichtet werden." Ehe mit diesen Aufgabe» begönne» werden konnte, mußte das Verlangen des Schokoladenringcs ab« gewehrt werden. Neben der Preiserhöhung sollte der V. S. K. die Verpflichtung übernehmen, nur Fabrikate des Ringes zu verkaufe» und somit helfen, die ringfreicn Fabriken zu vernichten. Ter Schlag wurde durch ein Abkommen mit den ringfreicn Fabriken abgewehrt. Wie bisher sorgen die Gegner weiter dafür, daß der V. S. K. seine Tätigkeit auf immer weitere Gebiete ausdehnen muß. Bei der umsichtigen, äußerst rührigen Leitung, die der Tätigkeits» bericht erkennen läßt, kann man eine bedeutende weitere Entwicke- lung der schweizerischen Genossenschaften erwarten. Innere Streu tigkeiten sind fast völlig fremd. Soziales. Für die Einheitsschule. Der Deutsche Lehrerverein, der am Dienstag unter Teil- nähme von etwa 8000 Personen in Kiel seine Tagung begann. nahm nach einem Vortrage des Oberstudienrats Dr. K e.r s ch e n- st e i n e r über die„ n ationale Einheitsschule" folgende Resolution an: „Die Deutsche Lehrerversaminlung fordert in Uebereinstimmung mit den Ausführungen und den Leitsätzen des Vortragenden die organisch gegliederte nationale Einheitsschule, die einen einheu- lichen Lehrerstand zur notwendigen Voraussetzung hat, und in der jede Trennung nach sozialen und konfessionellen Rücksichten be- seitigt ist. Sie richtet daher an alle Volks- und bildungsfreund« lichen Kreise des deutschen Volkes die Aufforderung, alle Kräfte daran zu setzen, daß die der Verwirklichung dieser Einheitsschule entgegenstehenden Widerstände überwunden werden." Preußische BolkSschulzustände. In unmittelbarer Nähe der vornehmsten preußischen UnibersitätS- stadt Bonn, wo deutsche Fürstensöhne und künftige Minister dem Studium obliegen, liegt Godesberg, ein TuSkulum für Millionäre, denn es ist landschaftlich eine der schönsten Städte am Rhein. Trotz der reichen Steuereinnahmen läßt es die Stadt für die Erziehung der Arbeiterjugend am nötigsten fehlen. In der evangelischen Schule ist die Ileberfüllung so groß, daß die Lohrer nicht wissen, wo sie die Kinder unterbringen sollen. Es ist verbürgt. daß zu Ostern nach der Versetzung vorübergehend Schüler auf Fensterbänken haben Platz nehmen müssen. Da das infolge des Einspruches der Eltern dauernd nicht ging, wurden die überzähligen Schüler einfach wieder zur alten Klasse zurückgeschickt. obwohl ihr Zeugnis ausdrücklich den Vermerk„versetzt" enthielt. Der Schulskandal hat jetzt auch die Bevölkerung der fast noch ganz sozialistenreinen Stadt in Wallung gebracht. Der„Evangelische Biirgerverein", der„Chnstlich-soziale Verein" und der„Deutsch- evangelische Volksbimd" erlassen gemeinsam ein Flugblatt, in dem eS unter anderem nach Schilderung der Lokalitäten heißt: llnd das nennt man in Godesberg Jugendpflege I Nein, das ist eS nicht, aber eine große Vers ii ndigu t, g an der Gesundheit von Kinder it und Lehrern. Doch des Nebels' ist noch mebr! Die durchschnittliche Schüler- z a h l beträgt 70 Schüler. Trotz alledem hält die Ver- waltung es nicht für nötig, den Beschluß der Schulkommission, eine fünfte Klasse jzu errichten, auszuführen; ja, sie teilt ihn nicht einmal dem Gemeinderat mit;— ad acta I— In den meisten Städten beträgt die Durchschnittszahl 50. Andere Gemeinden wenden bei kleinerer Einwohnerzahl mehr als 100 M. für ein Kind auf, Godesberg aber, die reich st e Gemeinde am Mittel» rhein, nicht einmal 60 Mark. Ungültige Ariciterschutzvorschrift einer Bau-Polizeivcrordnung. Die Bau-Polizeiverordnung der Stadt Gelsenlirchen enthält im § 57 eine Bestimmung, wonach Putzarbeiten nur auf Gerüsten vor- genominen werden dürfen die mit einem Geländer versehen sind. Sänger war angeklagt worden, weil er entgegen dieser Vorschrift Putzarbeiten auf einem Gerüst halte vornehmen lassen, das kein Ge- länder hatte. Zugleich sollte er. weil keine Randbretter an dem Gerüst waren, den ß 48 der Bauordnung übertreten haben, welcher bestimmt:„Es sind alle Vorkehrungen zu treffen, die zum Schutze des Publikums, zur Verhütung von Beschädigungen von Eigentum und zur Sicherung des Verkehrs ans der Straße erforderlich sind." Die Straskammer in Essen als Berufungsinstanz verurteilte den Angeklagten nur wegen Uebertretung der zuletzt angeführten Be« stimmung des§ 48, iprach ihn aber von der Anklage der Ueber- tretung deS§ 57 frei, weil dieser ungültig sei. Und zwar sei er ungültig, weil es sich um«ine Arbeiterschutzvorschrift im Sinn« " Bürgerliches Gefetbuch nebff Einführungsgejek Son Seina bes§ 120e der Gewerbeordnung handele. Nach dem Absatz 21.Qumpen" gegen das Richterkollegium und den Staatsanwalt er=| des§120e sei vor dem Erlaß solcher Polizeivor ging. Er verlangte, den Kaiser zu sprechen, da dieser der einzig rich Rosenthal, Landgerichtsdirektor in Danzig. Preis 8,50 M Von der bekannten Ausgabe des Bürgerlichen Gesetzbuchs schriften den Vorständen der beteiligten Berufsgerechte Mann in Deutschland sei. In der gestrigen Verhandlung genossenschaften oder Berufsgenossenschafts- erzählte Klett, er habe sich eingebildet, er habe am Sonnabend den mit gemeinverständlichen Erläuterungen ist die neunte Auflage int fettionen Gelegenheit zu einer gutachtlichen Staatsanwalt totgeschlagen. Auf eine Frage des Oberaufsehers, Verlage von Roethe in Graudenz erschienen. Die Erläuterungen Aeußerung zu geben. Nach der Judikatur des Kammer- mit was er den Staatsanwalt totgeschlagen habe, habe er geant- sind vollständig entsprechend dem gegenwärtigen Stande der Rechtgerichts müsse dies befolgt werden, um solche Polizeivorschriften wortet: Mit der Faust!" Der Aufseher habe darauf geantwortet, sprechung neu bearbeitet. Es sind die Beispiele, bekanntlich das gültig zu machen, und es müsse das auch aus der Verordnung daß er das nicht glaube, denn die Staatsanwälte hätten alle eine beste Erläuterungsmittel, den Entscheidungen des Reichsgerichts Zahlreiche Formulare hervorgehen. Das sei hier nicht der Fall, so daß die lediglich dem so dice Schwarte, da müsse er schon ein Stuhlbein nehmen. Da und der Oberlandesgerichte entnommen. Arbeiterschutz dienende Vorschrift des§ 57 ungültig sei. Gültig sei diese Erzählung Zweifel an der Verhandlungsfähigkeit des Ange- veranschaulichen den Inhalt des Gesetzes. Das Sachregister ist dagegen der§ 48, und er sei auch anwendbar, weil die nicht vor- flagten hervorrief, wurde die Sigung unterbrochen und die Sach- durch eine große Zahl von Stichworten, die im Geseze selbst nicht handen gewesenen Randbretter zu den Vorkehrungen gehörten, die verständigen, Gerichtsarzt Dr. Dyrenfurth und Anstaltsarzt Dr. vorkommen, aber in der Rechts- und Geschäftssprache üblich sind, zum Schuße des Publikums, zur Verhütung von Beschädigungen und Vieregge, herbeizitiert. Als die Sachverständigen den Angeklagten bereichert. Die neue Auflage ist erheblich vermehrt. Das Buch fann zur Sicherung des Verkehrs auf der Straße erforderlich feien. in seiner Zelle aufsuchten, fanden sie ihn splitternact vor. Beide Arbeiterbibliotheken und Arbeiterjekretariaten als ein guter KomDas Kammergericht als Revisionsinstanz billigte das Sachverständige kamen zu der Ansicht, daß Klett in ganz plumper mentar empfohlen werden. Weise fimuliere. Urteil des Landgerichts aus denselben Gründen. Können die öffentlich- rechtlichen Versicherungsanstalten verklagt werden? Diese Frage ist bei dem Prozeß der„ Volksfürsorge" gegen den Borstand der oftpreußischen Provinzialanstalt, Kapp, dadurch aktuell geworden, daß zuerst Kapp, dann der preußische Landwirtschaftsminister unter Berufung auf eine Kabinettsorder vom Jahre 1831 ben Kompetenzkonflikt erhob, worauf das Landgericht Königsberg das Verfahren einstellte. Die Angelegenheit schwebt noch, weil die Boltsfürsorge" eine Entscheidung des preußischen Kammergerichts herbeizuführen versucht. Nunmehr ist aber diese Frage schon anderweitig in einem Rapp ungünstigen Sinne entschieden. Die Rothenburger Versicherungsanstalt in Görlig hatte vor dem Landgericht in Breslau vor furzem gegen bie Schlesische Provinzial- Lebensversicherungsanstalt auf Unterlassung bestimmter Behauptungen geklagt. Die Beklagte machte nach Kappschem Muster geltend, daß sie gemäß ihrer Verfassung und Verwaltung eine rechtlich öffentliche Anstalt sei und daß alle Handlungen ihrer Beamten, soweit sie sich im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Tätigkeit halten und zum Betriebe selbst notwendig seien, als öffentlich rechtliche Handlungen anzusehen seien und der Beurteilung durch Zivilgerichte nicht unterliegen. Danach wäre hier nicht der Rechtsweg zu beschreiten, sondern es müßte die Anrufung der übergeordneten Instanz als Aufsichtsbehörde erfolgen. Dies sei der Minister des Innern, der also auf eine Beschwerde zu entscheiden hätte. Als der Angeklagte dann in den Sigungssaal zurüdgeführt wurde, drohte er dem Staatsanwalt, er werde ihm vor den Bauch treten, und in demselben Augenblick stürzte er sich auch schon auf den Sachverständigen Dr. Dyrenfurth und schlug mit den Fäusten auf ihn ein. Da der angegriffene Gerichtsarzt sich kräftig wehrte, zugleich auch die Gerichtsdiener zupadten, kam der Ueberfallene mit gelinden Hautabschürfungen davon. Um eine Wiederholung derartiger Vorgänge zu vermeiden, soll Klett in der weiteren Verhandlung, die am Sonnabend fortgesetzt werden wird, gefesselt werden. Falsches Gewicht. Ein großer Vorteil, den die Konsumgenossenschaft bietet, ist die Gewähr dafür, daß der Käufer seine Waren in vollem Gewichte zugestellt erhält. Die Konsumgenossenschaft hat kein Interesse daran, die Käufer zu übervorteilen, denn sie würde sich ja dadurch nur selbst betrügen. Daß diese Gewähr beim Einkauf in Privatgeschäften nicht gegeben ist, beweist wieder nachstehender Fall. Eingegangene Druckschriften. Robert Frank. Drama von S. Jbsen. 2,50 m., geb. 3,50 M. S. Fischer, Berlin, Bülowstr. 90. Grundzüge der Psychotechnik von H. Münsterberg. 16 M., geb. 17. 3. A. Barth, Leipzig. Kürschners Bücherschat. 948: Der Familienschmuck. Kriminal erzählung von H. Hyan. 949: Die Generalin. Kriegsnovelle von 950: Jm Sonnenland. Novellen von Gabriele A. Baron v. Roberts. 953: Der Reuter. 951/952: Dunft. Roman von K. Frenzel. Fremde. Roman von R. Benz. Einzelnummer geh. 20 Pf. H. Hillger, Berlin W 9. Volkstümliche Kunst. 1. Juniheit. Herausgeber A. Dobsky. Halbmonatsschrift. Einzelpreis 80 Pf. R. Keutel, Stuttgart. 80 Pf. Friede zwischen Turnen und Sport von E. Diem. B. G. Teubner, Leipzig, s. Schmittmann. 1 M. 2. Schwann, Düsseldorf. Bont Dr. Wegweiser durch die Deutsche Reichsversicherung. Reichsmilitärgesetz vom 2. Mai 1874. Tertausgabe von Dr. R. Garcis. Geh. 40 Pf. E. Roth, Gießen. Die Bewegung zugunsten der kleinen landwirtschaftlichen Güter Studien zur Ges in England. Bon A. Eliaichewitsch. Sch. 9 M. Bon J. Strieder. schichte fapitalistischer Organisationsformen. Geh. 12 M. Dunder u. Humblot, München und Leipzig. Protokoll des 11. Zionistentongresses. 1,50 M., geb. 3 M. Verlag 3ionistisches Zentralbureau, Berlin W 15. Das Forum. Heft 3. Herausgeber W. Herzog. Erscheint monatlich. Halbjahr 5 M. Delphin- Verlag, München. Die Nation als Rechtsidee und die Internationale. Von Dr. . Renner. 50 Heller. J. Brand u. Co., Wien 6, Geschlechtskrankheiten und Alkohol von Dr. H. Hecht. 10 Bi. 490 Berlagsanstalt Courier", Berlin, Engeluser 21. Vor dem Schöffengericht in Neukölln hatte sich gestern die Gemüsehändlerin Luise anger aus der Münchener Str. 31 wegen Betrugs und Vergehens gegen das Gesetz betr. die Maßund Gewichtsordnung zu verantworten. An einer Kartoffelwag schale hatte die Angeklagte einen Stein im Gewicht von 150 Gramm, der das Aussehen einer Kartoffel hatte, befestigt und so ihre Kundschaft übervorteilt. Bei einer polizeilichen Revision war diese GeDie Rothenburger entgegneten darauf, daß dieser Standpunkt wichtsfälschung entdeckt und daraufhin die Anklage erhoben wor- Verlag, Deutscher Arbeiter- Abstinentenbund( 3. Michaelis ,, Berlin SO 16, den. Das Gericht verurteilte die Angeklagte mit Rücksicht Engelufer 19. gegenüber der gewerblichen Art des Betriebes aller Versicherungsgesellschaften, also auch der öffentlich- rechtlichen, nicht haltbar sei und darauf, daß durch ihre Handlungsweise gerade kleine Leute betrogen daß die Beurteilung derartiger gewerblicher Rechtshandlungen immer wurden, zu einer Geldstrafe von 40 Mart. Außerdem Sache der Zivilgerichte wäre. Die erste Kammer für Handelssachen wurde auf Einziehung der Kartoffelwage erkannt. des Breslauer Landgerichts ordnete zunächst die gesonderte Verhandlung und Entscheidung über die prozeßhindernde Einrede der Unzulässigkeit des Rechtsweges an und erklärte in einer späteren Verhandlung den Rechtsweg für zulässig. Das Gericht stützte seine Entscheidung speziell auf ein Urteil des Reichsgerichts vom 29. April 1913, worin bei einer ähnlichen Streitfache des Reichspoftfistus das Reichsgericht erklärt hatte, daß solche Handlungen der Beteiligung an dem allgemeinen Erwerbsleben nach privatrechtlichen Grundsägen zu heurteilen seien. Diese Gerichtsentscheidung entspricht auch dem Standpunkte, den der Unterstaatssekretär v. Delbrück im Reichstag einnahm. Da die schlesische öffentlich- rechtliche Anstalt Berufung eingelegt hat, wird nun auch das Oberlandesgericht Breslau zu entscheiden haben. Gerichtszeitung. Meineidsprozeß. Mit einer Ueberraschung begann gestern die Schwurgerichtsverhandlung gegen den früheren Derleutnant Brumm- Seldened, den Stuffateur Hans Weida und den Architekten Rudolf Alemfe. Die Gerichtsverhandlung hat, wie unseren Lesern erinnerlich, am 12. Mai begonnen. Gestern fehlte bei Aufruf der Sache der Angeklagte Brumm. Er ist während der Pfingstfeiertage geflüchtet. Er hat durch seinen Verteidiger, den Referendar Dr. Langer folgendes Schreiben dem Gericht überreichen lassen: Hierdurch erlaube ich mir die Mitteilung, zu machen, daß ich zu der Verhandlung nicht mehr erscheinen werde. Ich betone ausdrücklich, daß ich nicht geflüchtet bin, ich entziehe mich nur der Verhandlung, weil meine Verteidigung in unerhörtester Weise beschränkt worden ist. Man hat meine Entlastunszeugen schlecht gemacht, Anträge auf Ladung weiterer Zeugen abgelehnt und meinem Verteidiger, dem ich den größten Dank schulde, den Vorwurf gemacht, er verschleppe die Sache, und hat ihn sogar mit Ordnungsstrafen bedroht. Ich wiederhole: ich entziehe mich nur dieser Verhandlung und werde mich einem anderen Gericht freiwillig stellen. Theobald Brumm- Seldened." Staatsanwalt Dr. Burchardt: Der Fall, der sich heute hier abgespielt hat, ist auch im Gesez vorgesehen. Nach§ 230° der Strafprozeßordnung fann, wenn die Vernehmung zur Anklage erfolgt ift, auch in Abwesenheit des Angeklagten weiterverhandelt werden. Ich beantrage dies. Verteidiger Referendar Dr. Langer widerspricht, da ihm die Anwesenheit des Brumm durchaus notwendig erscheine. Nach kurzer Beratung des Gerichts verkündet der Vorsitzende: Das Gericht hat schon in der letzten Sizung sehr die Möglichkeit eines Haftbefehls gegen den Angeklagten Brumm erwogen. Das Gricht hat davon Abstand genommen 1. weil der Angeklagte bisher stets erschienen war; 2. weil die Verhandlung selbst im Falle seines Ausbleibens unbedenklich ohne ihn fortgesetzt werden kann; 3. weil der Erlaß eines Haftbefehls ohne zwingende Gründe leicht den Anschein der Animosität erwecken fönnte, was namentlich im Schwurgerichtsverfahren zu vermeiden ist. Jezt hat der Angeklagte erflärt, er erscheine nicht. Es ist deshalb die Voraussetzung des § 230, 2 gegeben. Das Gericht beschließt, die Verhandlung ohne den Angeflagten fortzusehen, gleichzeitig einen Haftbefehl gegen ihn zu erlassen, weil er zweier Verbrechen dringend verdächtig ist und sich verborgen hält. Die Verhandlung wurde dann fortgeseßt, die Schuldfragen wurden formuliert, die Plaidoyers begonnen. Das Urteil wird boraussichtlich heute gefällt werden. Der attackierte Gerichtsarzt. 3u turbulenten Szenen fam es gestern in dem Prozeß gegen den Kaufmann Udo lett, der, wie mitgeteilt, feit Sem 20. vorigen Monats die 12. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors ilia beschäftigt. In diesem Prozeß gegen Klett und die Mitange klagten Alexander Dena st, Heinrich Graff und Franz Anger handelt es sich bekanntlich um umfangreiche Hypothekenschwindeleien, bei denen französische und englische Winkelbankiers eine Rolle spielen. den Angeklagten Klett bisher Da die Beweisaufnahme für sehr belastend war und er mit einer empfindlichen Strafe zu rechZwangsverwalter und Stempelsteuergeses. Herr Ziesche hatte als 3wangsverwalter eines Groß- Berliner Hauses tein Verzeichnis der Mietverträge aufgestellt und später eine Aufforderung des Steueramts, ein solches Berzeichnis für das Er wurde deshalb vom Jahr 1912 einzureichen, nicht beachtet. Bandgericht wegen Uebertretung des preußischen Stempelsteuergesezes verurteilt. Jahrbuch 1913 des Deutschen Transportarbeiter Verbandes. Arbeiten des Bundes für Schulreform. 8. 3. Deutscher Kongreß für Jugendbildung und Jugendkunde. Geh. 4 M. Die Vorbildung zum Studium in der philosophischen Fakultät Denkschrift der Universität Göttingen. Geh. 80 Pf. B. G. Teubner, Leipzig. Schulaufsätze des Voldi Huber 4B. Gesammelt von Homuntulus. 2. Heft. 1 K. R. Löwit, Wien I. Mikrokosmos. Heft 1 u. 2. Jährlich 12 Hefte und 2 Sonderbände Jahresbericht des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine 5,60 M. Franch, Stuttgart. für 1913. Geb. 3 M. Selbstverlag in Hamburg. Charlotte v. Stein und ihr antiromantischer Einfluß auf Goethe. Bon E. Scillière. 164. Goethe und Pustkuchen von 2. Geiger. 74 S. H. Barsdorf, Berlin W 30. Die Ursachen der Erdwärme und die Unhaltbarkeit der Kantdorf, Naſſauische Str. 37. führte unter Bezugnahme auf das Zwangsvollstreckungsgesetz und Das Kammergericht verwarf dieser Tage seine Revision und das preußische Stempelsteuergejez aus, daß dem Zwangsverwalter Laplaceschen Theorie. Von G. Butke. 3 M. Berlag: Terra, Wilmersdieselben Verpflichtungen auferlegt seien, wie dem Eigentümer. Das neue preußische Stempelsteuergeset nenne übrigens ausdrücklich neben dem Eigentümer auch seinen Vertreter, und der Vertreter des Eigentümers sei der Zwangsverwalter unbedingt. Banefut- bronfist|| Amor flüssig Bester Metallputz Beberall zu haben in Flaschen von 10 Pf.an Fabrik: Chemische Werke Lubszynski& Ca Aktiengesellschaft, Berlin- Lichtenberg Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne BerufsSprechst. v. 8-8, Sonntags 9-11. störung. Mäßige Preise. In Freien Stunden Die nen hat, hat er vor einigen Tagen begonnen, den" wilden Mann" Wochenschrift für Arbeiterfamilien zu spielen. Schon am Pfingstsonnabend fam es zu erregten Szenen, da lett sich in Ausbrüden, wie Schweinehunde", Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Erfindungen und Gefahren für Erfinder. Bon Franz Klees mann. 1 M. Kunst und Künstler. Heft 9. Biertelj. 6 M., Einzelh. 3 M. 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Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drudu, Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 3ur ausschlaggebenden Wahl macht. In Rom wächst breitei; das von der Hamburger Organisation erworbene Porträt und sonstigen Verarbeitungsindustrien das Rohmaterial verteuern zum Beispiel die Zahl der Gemeindewähler von 48 000 auf 152 000, ist nun von unserer Hamburger Parteidruckerei Auer u. Co.( Ham- und sie dadurch vom Weltmarkt abschneiden. Diese Industrien und man viele In Aus den Organisationen. aber wie man ichaut, bag uten po 34000 neu hinzukommenden burg 36, Fehlandstr. 11) ebenfalls vervielfältigt worden. Die sehr müßten im Vordertreffen gegen diesen Zoll ſtehen Wählern nicht weniger als 60 000 der Arbeiterklasse angehören. gelungenen Reproduktionen in Vierfarbendruck fosten pro Exemplar fönnen sie es, wenn sie von den Großbanken beherrscht werden, die In den Gemeinden mit stärkerem Analphabetismus ist der 1 M. Den Parteigenossen werden diese Bebelbilder zum Vorzugs- mit dem Eisenkartell verbunden sind? Die Verwüstung der VollsZuwachs noch größer. Unter diesen Umständen leuchtet es ohne preise von 70 Pf. pro Exemplar bei Partiebezug abgegeben. Bewirtschaft durch den finnlos gesteigerten Militarismus ist zuweiteres ein, daß für unsere Partei die Wahlbündnisse in dem stellungen find an W. Wiesner, Hamburg, Große Theaterstr. 44, zu gleich die Quelle der Riesengewinne der Rüstungsfirma Stoda soll Stoda dagegen protestieren, daß der Staat Eisenbahnwagen früheren Sinne, die Bündnisse, bei denen sich unsere Wahlmacht mit richten. und Lokomotiven nicht bestellen kann, weil er immer neue Schiffs= der der Parteien der bürgerlichen Demokratie vereinigte, heute völlig fanonen bestellen muß? Die Gewinne an den Schiffskanonen zwecklos geworden sind, da von den neuen Elementen der Partei haben es ihm ja ermöglicht, einen so großen Teil der Maschineneine Wahlmacht gestellt wird, die sie unvergleichlich viel stärker macht als die bürgerlichen Parteien der Radikalen und Republikaner. Von Aus dem Jahresbericht des Sozialdemokratischen industrie anzukaufen! Die Konzentration der Maschinenindustrie dem neuen Zuwachs an Wählern dürfte außer der sozialistischen Vereins für die Reichstagswahltreise Köln ist zugleich ihre Unterwerfung unter das Rüstungsfeital. Wir Partei fast nur die klerikale gewinnen, die auf fommunalem Gebiet Stadt und Köln- 2 and entnehmen wir, daß die Mitglieder erhalten damit einen hübschen Einblick in das wahnsinnige Geviel größeren Einfluß hat als auf politischem. Für die Kämpfe um dahl am 31. März d. Js. 8819 beirug, darunter 1115 Frauen. triebe unserer heutigen„ Bolkswirtschaft": Dem Profitinteresse Gegen das Vorjahr mehr 591, und zwar 533 männliche mic die Stadtverwaitungen hat das„ non expedit" nie gegolten; in der und 58 weibliche. Wie stark die Krise die Aufwärtsbewegung hin- einer winzigen Zahl privilegierter Monopolisten nicht nur die Lebensinteressen der großen ArbeiterTat haben die Klerifalen, meist im Bunde mit den Konservativen, derte, zeigen deutlich folgende Zahlen: der Zuzug von auswärts heute selbstverständlich die Verwaltung vieler Städte in Händen gehabt und haben sie teils betrug nur 418 Mitglieder, abgereist nach auswärts aber und Konsumentenmasse, sondern auch das Gesamtinteresse der inBedenkt man dabei noch, daß noch in Händen. sind 1509 Mitglieder. Der mündlichen Agitation dienten 146 öffent- dustriellen Entwickelung geopfert. In allen größeren Städten, so in Rom, Mailand, Turin, liche Versammlungen, wovon allein 86 auf die Nachwahl in Köln- jene auf den wohlrentierenden„ Patriotismus" gebauten UnterBenedig, Florenz, werden die Sozialisten eine Mehrheitsliste auf and entfielen. Es wurden berteilt 1240 000 Flugblätter und nehmungen der Rüstungslieferanten international organi53 610 Broschüren( unentgeltlich). Der Frauenbewegung dienten siert sind, daß Skoda mit Krupp und Schneider- Creusot, mit Armstellen, in der Hoffnung, die Stadtverwaltung zu erobern. besondere Frauenabende. In den großen Ferien wurden an manchen Ortschaften, so zum Beispiel in Rom, würden sich aus 12 Tagen Arbeiterfinder zum Spielen ins Freie geführt. Es be- strong und Vickers usw. am selben Strange zieht, dann wird es dieser Eroberung die Notwendigkeit ergeben, fast alle Mitglieder der teiligten sich in jedem Falle etwa 1000 Kinder. Die Unkosten dafür erft flar, wie selbst die nationalen Grenzen heute schon von der Tofalen Parteisektion mit einem städtischen Amt zu betrauen. Der wurden durch Sammlungen aufgebracht. Diskussionsfapitalistischen Entwickelung gesprengt sind. Und merkwürdig ist es, Parteitag von Ancona hat jedes Zusammenwirken mit anderen a bende, die der sozialistischen und rednerischen Schulung der wie vor allem jene Industrie, die auf Nationalgefühl und VölkerBarteien, auch in bezug auf die Kandidaturen, ausgeschlossen. Zur Genossen dienen sollten, haben bisher nicht den erwarteten Besuch berheßung aufgebaut ist, die mit Hilfe der jedem Kosmopolitismus Der Umstand, daß die Generalversamm feindlichen Regierungen auf Kosten der wirklichen Interessen der lebernahme einer Stadtverwaltung gehören aber nicht nur die gefunden. 64 Stadtverordneten der Mehrheitsliste, sondern auch Vertreter der Lungen froß der Mitgliederzahl von annähernd 9000 nur immer Nationalwirtschaft üppig wuchert, die Internationalisierung der Gemeinde in den Verwaltungen aller Wohltätigkeitsanstalten, in bon 250-300 Personen besucht waren, ließ den Wunsch wach Industrie, die Schaffung einer einheitlichen Weltwirtschaft werden, die Generalversammlungen in Zukunft nur noch durch allen Steuerfommissionen, in die Wege leitet. in den Baukommissionen, Schul- Vertreter zu beschicken. In einer Urabstimmung wurde das tommissionen usw. Die Zahl der erforderlichen Vertrauens- Vertretersystem mit fnapper Mehrheit angenommen. Die Gepersonen beläuft sich für Rom auf etwa 700, während schäfte des Parteisekretariats wurden von je einem befoldeten Der Fortschritt der britischen Genossenschaften. die Parteifeltion gerade 700 Mitglieder zählt. Die Kassierer und Parteisekretär erledigt. Das Parteiblatt, die Auf dem während der Pfingstfeiertage in Dublin abgehaltenen Schwierigkeit der Durchführung des Parteitagsbeschlusses Rheinische Zeitung", hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. War von Ancona, der alle Wahlbündnisse verbot, liegt darin, nach den Reichstagswahlen von 1912 die Bezieherzahl erheblich 46. Jahreskongreß der britischen Genossenschafter wurden folgende gesunken, so ist sie im Berichtsjahre infolge einer großen Zeitungs- 3iffern bekannt gemacht, die von dem unaushaltsamen Fortschritt technische Kapazitäten in unjeren Reihen зи agitation, des Kölner Polizeiprozesses und der Roten Woche, dieses Flügels der Arbeiterbewegung beredtes Zeugnis ablegen. finden. Nun hat allerdings die Interpretation, die der Parteisekretär wieder sehr erfreulich gestiegen. Auffällig sind die GerichtsDer Gesamtumsatz der britischen Genossenschaften betrug im Jahre Genosse Lazzari der Resolution von Ancona gibt, einen Ausweg tot en angewachsen. Während sie bisher zwischen 2000 und 1913: 130 011 066 Pfund( 2 600 221 320 M.), 7125 655 Pfund aus dieser Schwierigkeit gefunden; aber es fragt sich nur, ob diefer 3000 m. im Jahre schwankten, betrugen sie im letzten Jahre( 142 513 100 M.) mehr als in dem vorhergehenden Jahre. Das Ausweg nicht schlimmer ist als jedes Bündnis. Lazzari hat nämlich 8500 M. Beschwerden über die politische Haltung der Zeitung sind Kapital der Genossenschaften setzte sich aus 41 199 373 Pfund die Sektionen aufgefordert, ihren Bedarf an Kandidaten rechtzeitig bei der Prepkommission nicht laut geworden. ( 822 387 460 m.) an Anteilscheinen der Mitglieder und 13 800 000 bei der Partei zu organisieren. Das heißt, daß dieselben Menschen, Pfund( 276 000 000 M.) an Darlehen, die zu zwei Dritteln von den die unserer Partei nicht bündnisfähig schienen, ihr als Mitglieder Genossenschaftern gestellt wurden, zusammen. Das Anteilscheinwillkommen sind, falls sie sich dazu verstehen, um eines Stadt- Eine Kreisfonferenz des Parteivereins für Greifenberatapital nahm in dem letzten Jahre unt 2 705 410 fund verordnetenmandats willen unserer Organisation beizutreten. Cammin tagte am Sonntag in Treptow a. d. R. Die Geschäfte( 54 108 200 M.) zu und die Darlehen 1 120 167 fund Was die Haltung der bürgerlichen Parteien bei den Gemeinde- des Vereins werden vom Bezirkssekretariat für Pommern erledigt, Der Geschäftsgewinn betrug 14 260 414 Pfund wahlen betrifft, so dürfte die Bildung größerer Koalitionen die weil sich im Wahlkreise felbst teine geeigneten Sträfte finden, noch bei( 22 403 340 207.). dem Terrorismus der Gegner hervorwagen können. Der Geschäfts-( 285 208 280 27.), 971 108 Pfund( 19 422 160 M.) mehr als im vor= Regel ausmachen. In Rom ist die Situation bis jetzt die folgende: bericht erstreckte sich auf zwei Jahre. Versammlungen konnten in hergehenden Jahre. Die Zahl der Genossenschafter nahm um Die Republikaner, Reformisten, Bürgerlich- Radikalen und kon dieser Zeit nicht stattfinden, weil fein Lokal zur Verfügung steht. 134 498 zu und belief sich am Ende des Jahres 1913 auf 3 011 390. ftitutionellen Demokraten bilden einen Block, der die Tradition des Die Agitation beschränkte sich deshalb auf die Verbreitung von Flug- Die Reserven betragen 5819 123 Pfund( 116 382 460 M.). Die Gebisherigen römischen Blocks fortführen will. Weiter bilden die Kon- fchriften, von denen 46 500 verteilt wurden. Der Verein zählt nossenschaftsbewegung beschäftigt 145 774 Personen, denen sie an servativen, Klerifal- Konservativen und Nationalisten eine Stoalition, 77 Mitglieder, seine Einnahmen betrugen 999,56 M., die Ausgaben Lohn und Gehältern im Jahre 8 491 448 Pfund( 169 828 960 27.) die ebenfalls eine Mehrheitsliste aufstellt. Die Sozialisten 903,21 m. Als Reichs tagstandidat wurde Genosse William Wieyer- zahlt. Der Vorsitzende führte in seiner Eröffnungsrede aus, daß gehen allein vor, auch mit Mehrheitsliste, und die reinen Stettin aufgestellt. Klerikalen stellen eine Liste von 24 Namen auf. Wahrscheinlich wird es im letzten Moment zu einer Verschmelzung von Konservativen und Klerikalen fommen, was dann die Verwaltung der Hauptstadt noch einmal in klerikale Hände legen könnte. Aehnlich ist die Zur Nuzbarmachung der Wahlerfolge für die innere AusSituation in den meisten Großstädten, mit dem Unterschied, daß in gestaltung der Partei wird die französische Partei nach dem Vorbild der Mehrzahl von ihnen Konservative und Seferitale von Anfang an ausländischer vom 26. Juni bis 5. Juli eine„ Beitrittswoche" vergemeinsam vorgehen. In Neapel ist bekanntlich die Parteiieftion anstalten, während deren in öffentlichen Versammlungen und privaten wegen des Beschlusses von Ancona aus der Partei ausgetreten, und Buſammenkünften die sozialistischen Wähler zum Anschluß an die die dortigen Sozialisten unternehmen den kommunalen Wahlkampf Barteiorganisation aufgefordert werden sollen. Der 26. und 27. Juni und der 4. und 5. Juli sollen besonders als„ Abonnementstage" der gemeinsam mit der bürgerlichen Demokratic. Abonnentenwerbung der„ Humanité" gewidmet sein. Sämtliche Abgeordnete werden zu je atveien in Versammlungen fprechen, um die Werbearbeit zu fördern. Speziell in den Departements Seine und Seine- et- Dise, dem Pariser Gebiet, werden an besonderen Tagen, Angelegenheiten hat heute mit 8 gegen 6 Stimmen einen Antrag dem 9.- 11. Juli, die Abgeordneten zur Verfügung stehen. Die angenommen, der den Präsidenten auffordert, mit Großbritannien Ergebnisse werden am 12. Juli mitgeteilt werden. An diesem Tage Verhandlungen wegen Einsetzung eines besonderen Schiedswird ein großes Fest zu Ehren des am 13. Juli zusammentretenden gerichts zweds Entscheidung des Streites über Parteitages stattfinden. So soll die erste Julihälfte der sozialistischen Sie Panamafanalsölle zu eröffnen. Der Antrag geht Arbeit gehören. jetzt an den Senat. Dänemark. 9019 W90 Eine rote Woche in Frankreich. 1int die Zeit gekommen sei, wo sich die Genossenschaftsbeweging, die sich bisher meist nur mit dem Verteilen von Waren beschäftigt habe, mit der Warenherstellung in großem Maßstabe befassen müsse. Letzte Nachrichten. Der Streit um die Panamafanalzölle. Washington, 3. Juni. Der Senatsausschuß für auswärtige Die Wahlreform. Konservative Obstruktion. Kopenhagen, 8. Juni. Der Lands thing verhandelte heute über die Vorlage des neuen Wahlgeiezes für die beiden Stammern des Reichstags. Die von der Wehrheit, nämlich der Linken, den Sozialdemokraten und den Radikalen gestellten Abänderungsvorschläge wurden mit 33 gegen 31 Stimmen der Kon- Wir wünschen unseren französischen Genossen, die nun in servativen angenommen. Namens der Konservativen erklärte steigendem Maße und mit wachsendem Erfolge mit ihrem fortdarauf der Führer der Rechten, Piper, daß die Konservativen, da reißenden begeisterten Eifer auch die unscheinbarere und doch un- Ein Zwischenfall aus Aulas des kanadischen Einwanderersie nicht die Verantwortung tragen wollten, daß das Gefeß an- entbehrliche Organisationsarbeit verbinden, besten Erfolg ihrer genommen würde, sich genötigt sähen, den Sa al zu verlassen. Arbeit. was jedesmal geschehen werde, so oft der Entwurf zur Beratung tomme. Darauf verließen die Konservativen den Saal. Bei der Abstimmung wurde die abgeänderte Vorlage mit 33 Stimmen an genommen. 32 Abgeordnete waren abwesend. Der Präsident stellte fest, daß der Landsthing beschlußunfähig sei. Beschlußunfähigkeit ist erforderlich, daß mehr als die Hälfte der Kapitalskonzentration in der österreichischen Eisenindustrie. 66 Landsthingsmitglieder an der Abstimmung teilnimmt. Serbien. Die Ministerkrise. Zur Aus Industrie und Handel. gesehes. Montreal, 3. Juni. Die auf dem Dampfer Komagata Maru" vor Vancouver befindlichen Hindus, denen die Landung verboten wurde, meuterten. Die an Bord gesandten Polizisten wurden auf den dringenden Rat des Führers der Hindus zurüdgezogen, da ihre Ermordung wahrscheinlich gewesen wäre. folgte Ankunft und Zulassung von 600 Chinesen, die keine britischen Die Erbitterung der Hindus wurde durch die am Sonnabend erUntertanen sind, verursacht. Der weiße Wolf. Schutz des internationalen Kapitals in Mexiko. Washington, 3. Juni. Dem heute erfolgten förmlichen Notenaustausch zwischen den Vertretern Englands, Hollands und der Vereinigten Staaten in bezug auf die Ansprüche der Inhaber von Oelfeldern in Megifo, wird dem Vernehmen nach ein ähnliches lebereinkommen zwischen England, Frankreich und den Vereinigten Staaten folgen. Das Uebereinkommen soll die Ansprüche aller Minenbefizer in Merito schüßen, die infolge der ungeordneten Verhältnisse gezwungen sind, außer Landes zu bleiben. Die Prager Maschinenbau- Aktiengesellschaft ist mit den Skoda Werfen in Bilsen vereinigt worden. Die Maschinenbaugesellschaft ist aus einer Fabrik in Starolinenthal bei Prag entstanden, die in eine Aktiengesellschaft verwandelt wurde und 1910 Maschinenfabriken einer Firma in Königgräß und Adamstal erBelgrad, 3. Juni. Wie in politischen Kreisen übereinstimmend warb. Damals wurde die alte Fabrik in Karolinenthal geschlossen, Beting, 3. Juni. Die Banden des„ Weißen Wolfes" haben den erklärt wird, war der König gewillt, das Kabinett Paschitsch mit dafür die in Königgräß erweitert. 1911 wurde die Maschinenfabrik, Ring, den die Regierungstruppen um sie geschlossen hatten, durchder Leitung der Neuwahlen zu betrauen, jedoch unter der Be- Kessel- und Kupferschmiede Ringhoffer in Smichon erworben und brochen und Mintschau geplündert und in Brand dingung, daß die Verordnung über die Priorität der 3ivil eine enge Verbindung mit der Vaterländischen Maschinenbau- gested t. Dabei ist auch das Missionsgebäude in Flammen aufbehörden, durch welche die Stellung des Offizierforps in den Aktiengesellschaft in Ungarn angeknüpft, so daß nun vier Be- gegangen, die Missionare sind jedoch gerettet worden. Eine starke neuen Gebieten beschränkt werde, zurückgezogen werde oder nur triebe verbunden waren. Da man den Vorbesitzern und den Armee versucht jetzt, den Räubern den Marsch nach dem Norden auf das alte Staatsgebiet beschränkt bleibe. Im Minister Banken, die die Gründungsgeschäfte vermittelten, zuviel gezahlt, abzuschneiden. rate wurde indessen beschlossen, da die Verordnung unalso ein übergroßes, aus dem vereinigten Betriebe zu verzinsendes verändert in Kraft bleiben müsse und daß die Re- Aftienkapital geschaffen hatte, geriet die Gesellschaft in Verlegengierung auf ihrer bereits unterbreiteten De mission beharre. beit, die nun von den Stoda- Werken benutzt wird. Diese ver Der König nahm diese schließlich mit Bedauern an. faufen formell ihre Maschinenfabrik an die Prager, erhalten aber Bezüglich der weiteren Entwickelung der Krise herrscht die als Preis die Mehrheit der Aftien jener Gesellschaft, die Auffassung vor, daß der König nach Befragung der oppofitionellen also nun ihrem Machtbereiche einverleibt ist. Die Stoda- Werte Parteiführer die Bildung des neuen Kabinetts zunächst dem aus A.-G. befizen neben der Vilsener Maschinenfabrik mit Gießerei, Jungradikalen, Nationalisten und Fortschrittlern bestehenden op po- Brückenbauanstalt und Kesselschmiede, die jetzt mit jenen anderen fitionellen Blod anbieten werde. Da jedoch die Jungradi zu einem Betriebe vereinigt werden, direkt oder durch Attientalen als stärkste oppofitionelle Partei nicht gewillt sind, ein ge- crwerb oder Bankeinfluß die Herrschaft über einen großen Teil der meinjames Wahlfabinett mit den übrigen oppositionellen Parteien österreichischen Eisenindustrie: die Mehrheit der Aftien der Daimzu bilden, hält man es noch immer nicht für ausgeschlossen, daß in ler- Werke in Wiener- Neustadt, einen Teil der Aktien der Cantiere der Verordnungsfrage zwischen der Krone und der altradikalen Navale( Schiffswerft) in Triest und der Maschinenfabrik ZielePartei ein Kompromiß erzielt wird. newsti in Krakau, die auch die Maschinenfabrik des Fürsten Lubomirski in Lemberg und die Waggon- und Maschinenfabrik in Sanok gekauft hat. Sie sind auch an der Gründung der unga rischen Kanonenfabrik in Raab beteiligt und errichten jezt eine Gießerei in Petersburg. Dazu nun die Herrschaft über die größten böhmischen Maschinenfabriken. Die Mittel zu alledem 14 berbanken sie der treibhausmäßig geförderten Heeres- und Flotten- Der Prozeß gegen den Dieb der Mona Lisa". Die Landesorganisation der Sozialdemokratischen Partei Hamrüstungspolitik, die ihnen riesige Aufträge und RiesenFlorenz, 3. Juni. Der Prozeß gegen Perrugio, den Dieb burgs hat, wie wir schon kurz mitteilten, eines der beiden Del profite zuwendet. der Mona Lisa", beginnt morgen. Die Verhandlung wird vorausDiese Konzentration wird auch politische Wirkungen geitigen. fichtlich zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Berrugio ist von gemälde, die der Maler Georg Tronnier in Hannover von unserem Genossen August Bebel zu dessen Lebenszeiten geschaffen hat, er- In der jetzt wieder zu entscheidenden 3oIl frage dreht es sich neben seiner Freisprechung überzeugt. Da auch alle als Sachverständige worben. Das ältere Gemälde wurde bekanntlich von der Buchhand- den Getreide namentlich um die Eisenzölle, die nicht nur zugezogenen Psychiater ihn für unverantwortlich für seine Tat erlung Vorwärts angekauft und in vierfarbigen Reproduktionen ver- allen Konsumenten den Unterhalt, sondern auch den Maschinen- flärt haben, ist es leicht möglich, daß er Recht behält. Aus der Partei. Bebel- Porträt. dia Frost im Riesengebirge. Breslau, 3. Juni. Wie die„ Schlesische Zeitung" meldet, ist heute auf dem Riefergebirgskamm bei drei Grad Kälte und Rauhreif leichter Schneefall eingetreten. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Am Sonntag, den 7. Juni 1914, Urabstimmung findet per die Wahl des Vorftandes und der Kommiffionen 214/ 2* Feldmann, Dranienstraße 180. Wählisch, Staliger Straße 22. Barz, Laufiger Straße 52. Groß, Glogauer Straße 19. Schulze, Forsterstraße 17. Mätzing, Wiener Straße 36. Lier, Naunynstraße 9. Grundmann, Büdlerstraße 29, Mix, Stalizer Straße 59c. Engel, Oppelner Straße 47. Rüchel, rangelstraße 78. Boeker, Beberstraße 17. Deter, Palisadenstraße 52. Tabert, Markusstraße 14. Schwartz, Langestraße 53. Grunwald. Memeler Straße 67. Beutling, Rochowstraße 12. in folgenden Lokalen statt: G. Meyer, Beidenweg 68. M. Nothtroff, Rigaer Straße 95. F. Schulz, Schreinerstraße 18. K. Wesche, Zorndorfer Straße 51, Ede Tilsiter Straße. Guddat, Wilhelm- Stolze- Straße 39. K. Rott, Straßmannstraße 29. B. Franke, Hausburgstraße 4. Schmidt, Elbinger Straße 8. H. Krause, Bozowstraße 7, Ede Lippehner Straße. Wahlberechtigt ist nur das Mitglied, welches seine Beiträge bis März dieses Jahres entrichtet hat. Die Wahl beginnt um 8 Uhr früh und endet um 12 Uhr mittags. Das Zentral- Wahlbureau befindet sich bei P. Hoffmann, Königsberger Str. 28. Der Vorstand. Spezialarzt f. Hauts, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkrante jeber Art, Ehrlich Hata Kuren in 1. Co. fonz. Laborat. j Blut: untersuchung., Fäden i. Harnust. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Banoptitum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Prg. Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Berlin. Zahlstelle Geschäftsstelle: C. 54, Muladstr. 10 I. Fernsprecher: Amt Norben 4518 Sonntag, den 7. Juni 1914, nachmittags 2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, groß. Sqal: Allgemeine Mitglieder- Versammlung. 1. = Tagesordnung: angelegenheiten. Unser diesjähriger Verbandstag. 2. VerbandsDie Kollegen werden auf die in Nr. 10 der Verbandszeitung ver. öffentlichte Finanz- und Unterstüßungsvorlage des Hauptvorstandes verwiesen, ebenso auf die in Nr. 19 der Verbandszeitung bekanntgegebenen Anträge zum Verbandstag. Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt erforderlich. 43/ 7* Die Ortsverwaltung, Tarifkampf im Friseurgewerbe. Neukölln. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Zentral- Kranken- und Sterbekasse Verwaltung Berlin. Freitag, den 5. Juni, abends 8 1hr, in der Alhambra, Wallner- Theaterstr. 15: Mitgliederversammlung der Holzbildhauer. Tagesordnung: Bericht der Verhandlungskommiffion. Da aller Voraussicht nach sehr wichtige Beschlüsse über die Fortsetzung unserer Bewegung zu fassen sind, so ist es unbedingte Bilicht cines jeden organisierten Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Mitgliessbuch legitimiert. 20/ 12* LINDENSTAEDY Die Branchenkommission. Ich hab's erkannt u. glaub es feste: Zum Putzen ist Urbin das Beste! Schuhputz Urbin" überall zu beziehen! In Dosen zu 10, 20 und 25 Pfennig. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg. Osnabrüder Str. 3, Winkler Spreestr. 7, Senger Ufnauftr. 9, Schwabe Ujnaustr. 15, Braasch Cöpenick. Donaustr. 130, Ludwig Elbestr. 8, Goltz Emser Str. 35, Mieles Emier Str. 50, Pietrage! Emser Str. 101, Staester Elsterstr. 2, Häring Nur die hier aufgeführten Firmen haben bis jetzt den Tarifvertrag anerkannt, Raiserin- Auguste- Biftoria- Straße 23, Grtstr. 20, Gabriel welche wir deshalb besonders zur Jnanspruchnahme empfehlen. Berlin. Aderstr. 29, Glogner Adalbertstr. 64, Edert Adalbertstr. 98, Schmalisch Barfusstr. 14a, Schneider Beuffelstr. 8a, Borrmann Beusselstr. 80, Beters Bödickerſtr. 3, Stephan Borhagener Str. 27, Bäger Borhagener Str. 31a, Anders. Borhagener Str. 42, Schuster Buttmannstr. 8, Knuth Bornholmer Str. 3, Duwe Boechstr. 50, Hanne Berlichingenstr. 6, Reihe Berlichingenstr. 11, Johannsen Burgsdorfstr. 4, Kaminsky Belforter Str. 8, Lau Böttgerstr. 2, Münzberg Brüsseler Str. 36, Baas Brizer Str. 14, Schreiber Gadiner Str. 8, Scholz Cantianstr. 19, Reder Cuvrystr. 8, Böhm Cuvryftr. 23, Reinice. Choriner Str. 28, Bunge Chriftianiaftr. 126, Langner Driesener Str. 4, Dommisch Driesener Str. 11, Breustedt Drontheimer Str. 20, Maniewsti Dunderstr. 10, Burghardt Ebelingstr. 16, Bogel Ebertyftr. 42, Scholle Eberthstr. 47, Drechsel Elbinger Str. 6, Riedel Elbinger Str. 71, Hizer Emdener Str. 10, Slotsch Emdener Str. 25, Burdad Engelufer 17, Rösner Eulerstr. 23, Göde Egerzierstr. 2a, Jacob Ererzierstr. 11, Roch Huttenstr. 25, Maak Huttenstr. 62, Lippisch Heidenfeldstr. 16, Schulze Hollmannstr. 29, Kiefer Jagowoftr. 22, Boigt Jahnstr. 5, Heise Kochhannstr. 16, Zipprich Kochhannstr. 28, Lud. Kochhannstr. 40, Wölfling Storjörer Str. 15, Abel Kameruner Str. 53, Bartel Soloniestr. 36, Bärtel Kolonieftr. 68, Weber Kopenhagener Str. 46, Niksche Kopernikusstr. 2, Peters Köpenicker Str. 48, Rohde Krautstr. 34, Frant Streuzbergstr. 76, Stühmer Langestr. 80, Bärwinkel Langestr. 102, Reinholz Landwehrstr. 3, Kohnert. Laufiber Platz 12a, Fielip Liebigitr. 2, Judnies Liebigstr. 14, Hoppmann Libauer Str. 14, Bonin Lindenstr. 79, Kohmann Linienstr. 201, Maaz Lychener Str. 12, Botrytus Liebenwalder Str. 36, Prochnow Lichtenberger Str. 15, Bergin Lorkingstr. 8, Wittkopf Liegniger Str. 16, elidi Malplaquetstr. 23, Völker Matternstr. 4, Schwandt Marfiliusstr. 23, Rutsche Manteuffelstr. 60, A. Meir Manteuffelstr. 75, Cardinal Manteuffelstr. 80, Meg Mariannenstr. 53, Schober Markgrafendamm 34, Jurisch Memeler Str. 6, Manigk Memeler Str. 36, Buchholz Menteler Str. 84, Bazer Müllerstr. 58, Brandt Egerzierstr. 21a, Leonhardt Faldensteinstr. 20, Nagel Müllerstr. 65, Fliegner Faldensteinstr. 45, Chmielewski Fehrbelliner Str. 26, Moriz Fennstr. 16, Pose Forsterstr. 2, Witt Forsterstr. 43, Gand Freienwalder Str. 4, John Friedrichsfelder Str. 18, Böblte Friedrichsjelder Str. 25, Schwent Friedrichsfelder Str. 31, Fleischer Friedberger Str. 5, Singe Fürstenberger Str. 12, Stier Fruchtstr. 39, Geelhaar Fruchtstr. 56, Wille Gubener Str. 3b, Ambos Gubener Str. 48, Breß. Gerichtstr. 46, Freihube Gerichtstr. 80, Schilling Gerichtstr. 82, Eickhoff Glogauer Str. 24, Handro Glogauer Str. 32, Strause Goßlerstr. 17, Stutera Görlizer Str. 41, Scholz Greifenhagener Str. 27, Neye Gartenstr. 54( am Blay), Stappe Guineaftr. 7, Münchow Hennigsdorfer Str. 1, Braun Grünauer Str. 4, Kohle Grünauer Str. 34, Schulze Gaudyjtr. 14, Kamomsti Gräjestr. 9, Kathen Gormannstr. 25, Lorbeer Hagenauer Str. 16, Dehlenschläger Hochstädter Str. 17, Bräuer Hochstr. 33, Voth Hochstraße, Neue 16, Jamigli Hochstraße, Neue 38, Förster Huffitenstr. 45, Hentel Müllerstr. 129, Deniger Mühlenstr. 47a, Rudolf Müllenhoffstr. 10, Scharnife Müncheberger Str. 20, Schulz Malmöer Str. 12, Kleinfeldt Naunynstr. 27, Morwintel Naunynstr. 34, Nitsche Oppelner Str. 11, Bunzel Oberberger Str. 37, Staminsfi Oberberger Str. 47, Thieble Dudenarberstr. 24, Lüdicke Dud enarderstr. 30, Strauß Perleberger Str. 39, Borowski Petersburger Str. 5, Buchholz Bintschstr. 20, Brüdner Prinzen- Allee 11, Hohmann Putbusjer Str. 2, Lowad Putbuser Str. 37, Billerbed Putbuser Str. 46, Kühn Püdlerstr. 45, Brengler Bankstr. 10, Milster Pantstr. 62, Schmidt Stamlerstr. 17, Kellner Ramlerstr. 33, Dahlke Rigaer Str. 4, Laute Rodenbergstr. 31, Bollmann Rostoder Str. 1, Schmidt Rostocker Str. 42, Blenke Reuchlinstr. 7, Thiele Rh nower Str. 6, Wornei Rügener Str. 16, Röhler Rügener Str. 25, Badte Reichenberger Str. 51, Weniger Reichenberger Str. 98a, Schönborn Saarbrüder Str. 6, Gebauer Soldiner Str. 17, Schmidt Soldiner Str. 66, Graff Soldiner Str. 76, Sforzinsti Soldiner Str. 96, Bauer Seelower Str. 12, Meehl Senefelderstr. 13, Niendorf Sidingenstr. 7, Arlt Simon- Dachstr. 8, Aleg Sonnenburger Str. 27, Grundmann Staliper Str. 141a, Blumenhagen Sparrstr. 21, Sabrokki Schliemannstr. 15, Slinger Schliemannstr. 20, Telichom Schliemannstr. 33, Böttcher Schliemannstr. 45, Fleischer Scheringstr. 8, Heinrich Schlesische Str. 15, Wolf Schönleinstr. 28, Schmidt Schönleinstr. 29, Weigl Schönwalder Str. 2, Wisocki Schönwalder Str. 13, Gosse Schonenschestr. 5, Freinid Schulitr. 117, Scholz, Einga ng Magstr Stargarder Str. 14, Sohns Stargarder Str. 18, Thiede Stallschreiberstr. 13a, Markiewicz Stettiner Str. 33, Busse Stolpische Str. 26, Rozinski Straßmannstr. 27, Bänsch Strausberger Str. 26, Rittenbach Swinemünder Str. 84, Saeger Taborstr. 1, Graniz Tilsiter Str. 12, Bengsh Tilfiter Str. 65, Lür Logoftr. 74, Baarsch Transvaalstr. 11; Seeburg Tresdowftr. 12, Lindenberg Türfenstr. 25, Münster Triftstr. 1, Pedel Usedomstr. 9, Lorenz Utrechter Str. 7, Völker. Utrechter Str. 19, Rast Waldstr. 15, Fuhrmann Waldstr. 38, Fischer Waldenserftr. 12, Sinder Warschauer Str. 63, Restel Bafferto: ftr. 38, Suhrmann Wrangelstr. 58, Bollin Brangelstr. 80, Battloch. Briezener Str. 32, Linte Weberstr. 12, Brandt Weberstr. 13, Telle Beidenweg 73, Friedrich Wiener Str. 29, Sönig Wiener Str. 53, Lipsti Wiener Str. 56, Heinrich Wiener Str. 58a, Dłupnid Bittitoder Str. 2, Dehlte Bittitoder Str. 20, Hoffmann Wolliner Str. 20, Ruschte Woldenberger Str. 27, Fischer Wörther Str. 26, Börtel Zoffener Str. 54, Stühmer Zionskirchstr. 46, Berkner Borndorfer Str. 17, Regenberg Zwingliftr. 11, Methner Adlershof. Bismardstr. 15, Dehmel Bismarditr. 20, Dehmel Bismarditr. 57, Dombrowsky Hadenbergstr. 17, Dettloff Radidestr. 33, Zahn Britz. Rudower Str. 90, Meißner Charlottenburg. Erasmusstr. 9, Hehne Kantstr. 60, Hinzmann Anobelsdorfffir. 14, Mefferknecht Strummeftr. 42, Borchmann Kubisch Kaiser Wilhelm- Str. 103, Schmalz Müggelheimer Etr. 33, Müller Rubower Str. 25, Hausold Schönerlinder Str. 15, Leuchtenberger Stubenrauchstr. 4a, Naujohs Friedrichshagen. Scharnweberstr. 48, Erdmann Johannisthal. Kaiser Wilhelm- Str. 13, Hoffmann Lichtenberg. Bahnhofstr. 31, Reiche Neue Bahnhofstraße 3, Hirsch Borhagener Chaussee 24, Dittmar Frankfurter Chaussee 12, Puff Friedrich- Karl- Str. 29, Barowsky Gürtelstr. 29, Kleindid Grünberger Str. 20, Peters Goethestr. 7, Wolff Hagenstr. 57, Langer Atroffener Str. 14, Anders Lessingstr. 1, Sellock Sonntagstr. 3, Klitschmüller Scharnweberstr. 24, Allstedt Wagnerstr. 77, Leffier Weserstr. 15, Sühn Weserstr. 27, Kigerow Gr.- Lichterfelde. Lorenzstr. 58, Schecler Mariendorf. Kurfürstenstr. 46, Bernhardi Neukölln. Allerstr. 6, Jeziersky Berliner Str. 12, Schmidle Boddinſtr. 1, Scheel Brufendorfer Str. 5, Reichenbach No. Fuldastr. 45, Schiedzig Friedelftr. 1, tiekhöfel Goethestr. 8, Brofin Harzer Str. 32, Hoffmann Heidelberger Str. 28, Bille Hermannstr. 92, Gransec Hermannstr. 207, Roy Herzbergstr. 17, Guje ägerstr. 3; Krüger Jägerstr. 55, Raabe Sagerstr. 75, Siforsfi Kaiser- Friedrich- Str. 78, Dehmchen Kaiser- Friedrich- Str. 244, Wisodi Sinejebedstr. 39, Rosente Stoppstr. 20, Winter Kranoldstr. 10, Bär Leinestr. 1, Kellner Leinestr. 5, Grohl Lessingstr. 10/11, Fied Mainzer Str. 5, Malid Dferstr. 3, Schillberg Maybachufer 5, Reddmann Dlerstr. 40, Wozniac Reuterstr. 31, Gabriel Schierkestr. 27, Schiel Schinkestr. 25, Sarnow der Bauarbeiter Deutschlands :: Grundstein zur Einigkeit":: Freitag, den 5. Juni, abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Wolf, Kirchhofstraße Nr. 41. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Krause über Krantenversicherung. 2. Abrechnung vom I. Quarial. 3. Wahl des ersten Bevollmächtigten. 4. Verschiedenes. 151/5 Die örtliche Verwaltung. Ortskrankenkasse der Schlosser und verw. Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. Die in der Ausschußfizung ame 20. April d. J. beschlossene Stranten ordnung hat am 12. Mai d. J. die Genehmigung des Versicherungsamtes der Stadt Berlin erhalten und tritt am Tage nach der Bekannt machung in Straft. Druderemplare der Krantenordnung lönnen im Kaffenlofal in Empfang genommen werden. 274/15 Berlin, den 4. Juni 1914. Der Vorstand. Alb. Polzin, Borjizender. Rob. Krüger, Schriftführer. Howw= i. Blakew leiden, Ausfluß 2c. find in vielen Fällen heilbar d. Sanotalkapseln( Paracop. Bals.), Sch. 2 M., d. besonders m. Sanotaltee( Boldoblätter v. Peru), Pat. 1 M., ge braucht, selbst bei älteren ver schleppten Leiden, wie auch weiblichen Unterleibs katarrhen( Weißfluß), febr wirksam find. Wenn in Drogeriennicht erhältlich, d. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4 Weserstr. 177, Sluge Weserstr. 205, Lenz Wildenbruchstr. 83, Reumann Ziethenstr. 27, Schulz Biethenstr. 31, Alpen Ziethenftr. 35,( Behljaj. Biethenftr. 40, Klein Biethenstr. 68, Seidler Ober- Schöneweide. Deulstr. 22, Paekold Pankow. Brehmestr. 20, Sevede Berliner Str. 78, Fäder Maximilianstr. 11, anger Magimilianstr. 44, Bachmann Schöneberg. Golzfir. 46, Rassel. Hohenfriedberg 1, Härtel Hohenfriedberg 2, belt Stralau. Alt- Stralau 17, Linke. Tegel- Borsigwalde, Reinickendort. Bahnhofstr. 16, Jefierte Brunoftr. 49, Eide Holländerstr. 129, Hahne Brinz- Handjery- Str. 54, Jungmann lirftr. 3, Gent Schö neweider Str. 8, Witt Schudomastr. 10, Mud Schillerpromenade 5, Schimmel Steinmegstr. 20, Leich Steinmeßstr. 46, Bödert Steinmeitr. 75, Schiefert Stuttgarter Str. 9, Braaz Zellstr. 8, Kümmle Teupiter Str. 98, Darams Thüringer Str. 27, Rimel Treptower Str. 91, Heitner Barthestr. 16, Heinrich Warthestr. 64, Pretor Warthestr. 69, Eichhardt Beisestr. 31, Walter Weisestr. 50, Primm Bejerstr. 161, Pohla Raschdorfstr. 111, Leginsti Räuschstr. 53, Straube Scharnweberstr. 110, Gahde TreptowDie Veröffentlichung für diesen Det ruht so lange, bis ein Entscheid des Regierungspräsidenten vorliegt, ob die von der Innung verhängten Strafen rechtsgültig fuld. Man achte daher auf die ontroufarte. Weißensee. Charlottenburger Str. 95, Simfon Elsaßitr. 72, Mayer Lehderstr. 57, Strüger Prenzlauer Promenade 10, Lippstren Potsdam- Nowawes. Wilhelmstr. 43, Barnid Briefterstr. 31, Bolter Kontrollkarte : 1914: Inhaber dieser Karte ist zu den von der Organisation aufgestellten Arbeitsbedingungen beschäftigt und organisiert. Gültig, wenn die laufende Woche gestempelt! Für Herrn Diese Karte bleibt Eigentum des Verbandes der Friseurgehilfen Deutschlands, Zweigverein Berlin und der Vororte. Bureau: Linienstr. 73. Der Vorstand: Paul Liere. MAI JUNI JULI Als Legitimation haben die Gehilfen eine graue mit rotem Rand vers sehene Kontrollkarte. Hoch die Solidarität! In folgenden Betrieben sind die Kollegen teils ausgesperrt worden, teils in Streit getreten. Für Kollegen daher gesperrt. Schleuk und Steinhoff, Schievel beiner Str. 39 und 44; 3ohert, Prinzen- Allee 69; Stte, Stettiner Straße 28; Kolberg, Grünthaler Straße 13; Vieh, Soldiner Str. 112; Müller, Bellermannstr. 88; Segowski, Amsterdamer Str. 3; Neukölln, Bogel, Berliner Str. 89; Köpenick, Mädler, Elisabethstr. 3; Junte, Grünauer Str. 71; Weißensee, Gefer, Langhansstr. 16; Schleicher, Friedrichstr. 42; Junke, Streustr. 4. Gesperrtist ferner Grabenschröer, Dderberger Str. 56. 286/1 Verband der Friseurgehilfen. Zweigverein Berlin und Vororte. Berantw, Rebatt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Zb. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl se Nr. 149. S :: hr: 1. afe ett. 1/5 be Dic 33 nd nt ng ng 15 A по d. p. rs er JC= 8. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 4. Juni 1914. Zur Wahl im 34. KommunalWahlbezirk. Am kommenden Sonntag, den 7. Juni, müssen die Wähler im 34 Kommunal- Wahlbezirk erneut zur Wahl schreiten. Kleinliche Rachsucht und politische Schifane haben die Ausübung des Mandats dem Genossen Herschold unmöglich gemacht. Weil jetzt ein Hausbesizer gewählt werden muß, haben die Genossen das Mandat dem Genossen Schablonenfabrikant: n Johann Barthelmann übertragen. Es gilt, mit allem Eifer für die Wahl unseres Sandidaten zu wirken. Es wird gewählt auf Grund der Wählerlisten vom Vorjahre. Wer also seit Aufstellung der letzten Wählerliste( Juli 1913) aus dem Wahlbezirk verzogen ist, fann am Sonntag noch wählen, auch wenn er feine Wahlkarte erhalten hat. Er muß sich aber mit Legitimation versehen. in die Gedankengänge des wissenschaftlichen Sozialismus". 2. Diskussion. Wir ersuchen die älteren Mitglieder des Wahlvereins, die jungen Genossen und Genossinnen auf diese Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Der Vorstand. Guten Besuch erwartet Jugendsektion des 5. Kreises. Am Sonntag, den 7. Junij Partie nach Ertner- Möllensee. Abfahrt früh 6.10 Uhr Alexanderplay. Treffpunkt& Uhr: Berolina, Alexanderplatz. 700 Sechster Wahlkreis. Im 34. Kommunal Wahlbezirk findet heute Donnerstag Flugblattverbreitung statt. Wir ersuchen die Genossen, sich recht zahlreich daran zu beteiligen. schaftsgericht jeden Fall der Pflichtverfäumnis unverzüglich anzus zeigen.(§§ 1707, 1689 3. G. 3.) Der Vormund, der die Mutter zur Taufe ihres Kindes aufs fordert und ihr mitteilt, daß er für den Fall der Weigerung dem Vormundschaftsgericht Mitteilung machen müsse, handelt also nur pflichtgemäß. Der Hinweis auf die etwa erforderlich werdende Mitteilung an das Gericht enthält auch feineswegs eine Drohung, sondern nur die Hervorhebung der im§ 1689 B.G.B. begründeten gesetzlichen Pflicht des Vormundes. Die vom Vormundschaftsamt der Stadt Berlin beobachtete Pragis findet mithin in vollem Umfange im Gesetz ihre Stütze und entspricht dem Grundsatz absoluter Objektivität. Dem Bornundschaftsrichter muß es in jedem Einzelfall überlassen bleiben, die ihm erforderlich erscheinenden Maßnahmen zu ergreifen. Bisber ist fein Fall bekannt geworden, in dem der Richter aus solchem Anlaß einer Mutter das Erziehungsrecht entzogen hat." Die vorstehenden Darlegungen sind nicht geeignet, unsere Am Sonntag, den 7. Juni, veranstalten die jugendlichen Auffassung irgendwie zu erschüttern. Richtig ist mir, daß das Genossen der Gruppe Schönhauser Vorstadt eine Wanderung Kind der Religion der Mutter ohne weiteres folgt. Das nach Bernau- Liepnissee. Treffpunkt: morgens 17 Uhr haben wir auch gar nicht bestritten. Irrig sind aber die Bahnhof Schönhauser Aliee. Freunde und Bekannte sind dazu Schlußfolgerungen des Vormundschaftsamtes über die hieraus eingeladen. resultierenden Aufgaben des Vormundes. Aus der Tatsache, daß das Kind in der Religion der Mutter erzogen wird, kann Der 34. Kommunal- Wahlbezirk setzt sich wie folgt zu- tag, den 5. Juni, abends 81%, Uhr, im Lokal von E. Pietenhagen, forderung zur Laufe des Mündels herleiten, denn die Lichtenberg. Die Jugendfektionssigung findet diesmal am Frei- das Vormundschaftsamt durchaus noch nicht die AufScharnweberstr. 60, statt. 1. Vortrag des Genossen Artur Richter über Kapitalistische Produktion und das Proletariat". 2. Ver- Taufe ist doch nicht für die Religionserziehung maßgebend. schiedenes. Alle Jugendlichen über 18 bis 21 Jahre freundlichst Budem fann sogar die Mutter für ihr Kind den Austritt aus der Kirche beantragen. fammen: = 34. Kommunal- Wahlbezirk. ( Gehört zu dem Reichstagswahlkreis VI.) 34. Kommunal- Wahlbezirt, Stadtbezirke 251-253, 254B, 258-260, 265-267, fünf Teile mit fünf ahllokalen. Erster Teil, Stadtbezirke 251, 253: Bernauer Str. 25, 27 bis 49, 51-83, Brunnenstr. 50 und 138, Demminer Str. 16, Ruppiner Str. 11-23, 26-31, 34-39, Swinemünder Str. 24-34, 96-106, Vinetaplag, Wolgaster Str. 5-7, Wolliner Str. 22-37, 39-46. Wahllokal: Eberswalder Str. 10, Gemeindeschule. 3weiter Teil, Stadtbezirke 252, 260: Brunnenstr. 51-65, 123-187, Suffitenftr. 18 und 14, Jasmunder Str. 1 und 22, Ruppiner Str. 32-33, Stralsunder Straße, Streliger Str. 37-38, Waitstr. 1 und 25, Wolgaster Str. 1-4, 8-13. Wahllokal: Stralsunder Str. 54, Gemeindeschule. Dritter Teil, Stadtbezirk 254B: Demminer Str. 1-15, 17-36, Graunstr. 1 und 43, Lorgingstr. 7-12, 32-37, Putbuser Straße 1-6, 52-56, Ruppiner Str. 24 und 25, Swinemünder Straße 35-40, 88-95, Wolliner Str. 38. Wahllokal: Wattstr. 16, Gemeindeschule. Bierter Teil, Stadtbezirke 258, 259: Bernauer Str. 1-24, 84-109, Suffitenstr. 1-12, 64-79, Rheinsberger Str. 1, Strelitzer Str. 9-36, 39-67. Wahllokal: Streliger Str. 41a/ 42, Gemeindeschule. Fünfter Teil, Stadtbezirke 265, 266, 267: Aderstr. 37-70, 117-142 und Südwestseite der Ackerstraße von Invaliden- bis Bernauer Straße, Bergjir. 29-64, Bernauer Str. 110-121 und Bernauer Straße von Berg- bis Gartenstraße und Südostseite der Bernauer Straße von Ader- bis Bergstraße, Feldstr. 1-9, Gartenstraße 33-54. willkommen. Berliner Nachrichten. Das Verkehrselend der Millionenstadt. Spricht man vom Berliner Verfehr, so gedenkt man des bielzitierten Schugmanns auf dem Potsdamer Plas, der durch einen schrillen, durchdringenden Pfiff auf einem lauttönenden Pfeifinstrument, die langen Wagenreihen, die von der Leipziger und Potsdamer Straße fommen, stillstehen läßt, um die Stöniggräger Straße für den Verkehr frei zu machen. Unser Vormundschaftsamt ist keine tonfessionelle Einrichtung, soll auch keine werden. Es führt die Vormundschaft überhaupt nur bis zum 6. Lebensjahre. Vielleicht liest unser Amt nach, was es selber in dieser Beziehung schriftlich niedergelegt hat und das sich deckt mit dem, was wir geschrieben haben. Wir bleiben dabei, daß die an sich segensreiche Einrichtung des Vormundschaftsamtes durch das jetzt beliebte Verfahren diskreditiert wird. Behördliche Ausnutzung der Notlage. Spricht man vom Berliner Verkehr, so denkt man an die Durch die auf Grund der§§ 231, 320 der Reichsversicherungsso oft verlästerten, aber immerhin praktischen Jagowschen ordnung erfolgte Zusammenfassung der einzelnen fleineren Verkehrsverordnungen, an das leberqueren der Straßen in Krantenfassen zu den großen allgemeinen Ortskrankenkassen ist einem Winkel von 90 Grad und dergleichen mehr. Heute sei in diesem Winter und Frühjahr vielen erwerbslosen Arbeitern, inseinmal darüber nichts gesagt, da es auch oft gut ist, von den besondere Kaufleuten und Bureauangestellten, eine willkommene Schattenseiten des Berliner Verkehrs zu reden. Es ist ja Gelegenheit zur Beschäftigung geboten worden. Sie wurden von nun erstaunlich, wie rasch der Berliner Verkehr zunimmt. den verschiedenen Ortskrankenfassen als Hilfsarbeiter bei der NeuKürzlich konnte man in einer Statistik lesen, wieviel hundert aufstellung der Listen mit Schreib- und Rechenarbeiten beschäftigt, Millionen Passagiere durch die Untergrundbahn, die Omnibus- und es gelang ihnen, auf diese Weise die nun schon so lange Zeit gesellschaft und die Große Berliner Straßenbahn alljährlich andauernde wirtschaftliche Krise leichter zu überstehen, als es den befördert werden. Und noch sind diese Millionenzahlen in stetem minder Glücklichen möglich war, deren Arbeitslosigkeit durch keine Steigen begriffen. Dabei sind hier nicht die Riesenziffern ein- derartige Erwerbsgelegenheit unterbrochen wurde. Die Bezahlung gerechnet, die bei der Stadt- und Ringbahn in Betracht kommen. hielt sich bei den unter der ordnungsgemäßen Selbstverwaltung ihrer Hunderttausende von körperlich und geistig arbeitenden Per- Mitglieder stehenden Ortstrantentassen Groß- Berlins auf einer Es ist Ehrenpflicht der Parteigenossen, dafür zu sorgen, sonen haben oft einen halb- oder ganzstündigen Weg zu Höhe, die den tariflich festgelegten Lohnsätzen des Verbandes der daß unser Kandidat nicht nur gewählt wird, sondern daß er ihrer Arbeitsstätte zurückzulegen. Da heißt es für viele, eine Kaufleute und Bureauangestellten entsprach und den dort Beschäf= mit großer Stimmenzahl aus der Wahl als Stadtverordneter Stunde früher aufftchen und trotzdem eine Stunde später tigten für die Dauer ihrer Tätigkeit eine zwar bescheidene, aber hervorgeht. schlafen gehen, weil diese zwei Stunden allein der Weg von immerhin auskömmliche Gristenz sicherte: fie bekamen für eine achtSchwerwiegende Fragen liegen. in der nächsten der Wohnung nach der Arbeitsstätte und zurück erfordert. stündige Arbeitszeit durchschnittlich sechs Weart Tagelohn, und wenn Zeit den Gemeindebehörden zur Beschlußfassung ob. Jns- Um diese zwei Stunden täglich ist zumeist der Arbeiter in Ueberstunden erforderlich waren, so wurden ihnen diese mit 1,25 M. besondere soll es sich entscheiden, ob die Berliner Elektrizitäts der Provinz besser daran, da dieser oft nur über die Straße pro Stunde besonders vergütet. Zu hoch war diese Bezahlung versorgung dem Privatkapital weiter ausgeliefert werden oder ob zu seiner Werkstätte oder nur wenige Minuten Wegs zurück- keineswegs; denn es handelt sich hierbei um ziemlich komplizierte sie in das Eigentum der Stadt Berlin übergehen sollen. Die zulegen hat. und verantwortungsvolle Rechen- und Schreibarbeiten, die in den meisten Fällen, selbst für einen durchaus routinierten Arbeiter, Wahllokal: Aderstr. 67, Gemeindeschule. mit großer Stimmienzahl in das Rathaus schickt. Entweder oder. Bevölkerung in dem zur Wahl stehenden Kommunalwahlbezirk Ganze Arbeiterarmeen werden aber so jeden Tag durch hat am 7. Juni Gelegenheit, ihre Ansicht zu dieser Frage zum die Berliner Hauptverfehrsmittel von Osten, Süden und schon nach wenigen Stunen recht anstrengend wirken. Die Aufs Ausdruck zu bringen. Sie kann dies nur, wenn sie am Norden nach dem Zentrum, dem Hauptgeschäftsviertel, be- merksamkeit jedes einzelnen Hilfsarbeiters muß stes aufs äußerste tommenden Sonntag den sozialdemokratischen Kandidaten fördert. Daß dieser Menschenmassentransport" nicht immer angespannt jein; bleibt bei der Anlegung der Listen auch nur ein zu den Annehmlichkeiten des Lebens zählt, das dürfte sich einziger Flüchtigkeitsfehler unbemerkt, so können sich daraus nachher Johann Barthelmann schon aus der Tatsache ergeben, daß die Arbeiter, Arbeiterinnen, eine Unmenge Echwierigkeiten bei der Berechnung der einzelnen Verkäufer und Verkäuferinnen, Buchhalter usw. oft eine Viertel- Konten ergeben. stunde und länger auf ihre Elektrische warten müssen. Und Unter diesen Umständen muß es um so mehr auffallen, daß die kommt endlich der richtige Wagen, dann leuchtet schon von immer noch unter kommissarischer Verwaltung stehende Allge weitem das ominöse Schildchen ,, Besezt" entgegen. Aber man meine Ortstranfenfasse Niederbarnim in Berlin versucht es doch, einen Platz sich zu erkämpfen oder zu NW., Prinz- Friedrich- Karl- Ufer 5, den von ihr angeworbenen Hilfserbitten. Ist der Wagen im Anfahren an der Haltestelle, arbeitern einen Lohn anbietet, der die Lebenshaltung derselben auf dann beginnt der Sturin oder das Bitten: Herr Schaffner", das denkbar tiefste Niveau herabdrücken muß. Sie zahlt ihnen fleht ein nettes Mädel von 18 Jahren neben mir, bitte( bei einer täglichen Arbeitszeit von ebenfalls acht Stunden) ein nehmen Sie mich noch mit! Ich muß um Puntt 8 Uhr im Monatsgehalt von fünfundsiebzig Mart- also noch Geschäft sein! Sonst gibts Strafe!" Aber unbarmherzig wird sie meist zurückgewiesen, denn drinnen im Wagen und auf den Perrons ist es, unt mit dem Berliner zu reden, „ knüppeldice" voll. Und wieder beginnt das Warten, ob es regnet, schneit, oder ob die Sonne scheint. Viele stehen, um diesem Stampf um ben Platz in der Straßenbahn zu entgehen, 4 oder 1/2 Stunde früher auf und gehen der End- bezw. Anfangsstation der Straßenbahnlinie entgegen, weil hier natürlicherweise noch nicht allzuviele einsteigen. Voraussichtlich wird schon in der nächsten Woche die Entscheidung in der Berliner Elektrizitätsfrage fallen. Geheimnisvoll spinnt sich hinter verschlossenen Türen das Schicksal. Der hochwohl löbliche Magistrat hiesiger föniglichen Haupt- und Residenzstadt" hat bisher trotz wiederholter Mahnungen nicht für nötig und nützlich erachtet, dem gemeinen Volke, so doch schließlich auch noch da ist, irgend etwas über den Gang der Sache fund zu tun. Die maßgebenden Herren sind wohl der Meinung, daß der Ausgang der Verhandlungen, wenn Vernunft und Erfahrung allein entscheiden, nicht zweifelhaft sein könne. Namentlich müßte die Geschichte mit der gemischten wirtschaftlichen Unternehmung"( G. W. U.) schon ab getan sein, noch ehe sie ernsthaft zur Beratung gestellt würde. Das ist wirklich nicht schwer einzusehen. Denn 1. entweder bliebe die Verwaltung der B. E. W. in den Händen der bisherigen„ bewährten Leiter", nämlich der Allgemeinen Gleftri zitätsgesellschaft, die damit auch ihr Lieferungsmonopol aufrecht erhielte dann ist aber nicht zu verstehen, warum die Stadt mit 51 Proz. Beteiligung am Aftienkapital den Herrschaften billiges Geld zur Verfügung stellen sollte; oder nicht einmal die Hälfte von dem, was die anderen Ortskrankenkassen ihren Hilfskräften bezahlen! In dieser Art Lohndrückerei wird sie von den am Ort befindlichen Behörden nur noch übertroffen von der kaiserlichen Reichs postverwaltung, die ihren Hilfs beamten, die um die Weihnachts, Neujahrs- und Osterzeit zum 3wede der Abfertigung des zu diesen Festen ganz besonders gesteigerten Postverkehrs eingestellt werden, für eine aufs äußerste angestrengte Arbeitsleistung von 10 bis 14 Stunden täglich einen Lohn zahlt, der den Wert der Arbeitsstunde ganz gleich, ob die Das ist Berliner Verkehrselend! Ein schnelles Be- Arbeit bei Tages- oder Nachtzeit, an Wert- oder Feiertagen geleistet förderungsmittel ist die Straßenbahn keineswegs. Strecken- werden muß auf dreißig Pfennige bemißt. Wenn auch weise fährt sie im Schneckentempo und ihr Wagenmaterial ist hier wie dort eine Anzahl der Bewerber um eine Hilfsarbeiter= zum Teil ein fast vorsintflutliches Rückbleibsel aus der bezw. Hilfsbeamtenstelle darauf verzichtet haben, für einen solchen Beit, als die elektrische Straßenbahn noch Pferdebahn war. Hungerlohn zu arbeiten, so sind doch leider immer noch genug andere Bei Aktiengesellschaften ist stets die Höhe der Dividende dazu bereit, weil sie sich infolge der ausgestandenen Not in einer 3wangslage befinden und einer derartigen Ausbeutung ihrer Arbeitstraft teinen Widerstand mehr entgegenzujeßen vermögen. 2. die Leitung der B. E. W. ginge ganz an die Stadt über, die Hauptsache. Alles andere Nebensache! die A. E. G. verlöre auch ihr Lieferungsmonopol dann ist nicht zu verstehen, warum sich die Stadt den Dienst durch die Errichtung einer gemischten wirtschaftlichen Unternehmung erschweren sollte. Wie man es auch immer drehen und wenden mag: das einzige Problem, um das es sich in dieser ganzen Sache handelt, ist die unsere Befreiung der Berliner Elektrizitätsversorgung aus der Umklamme- schrift: rung durch die A. E. G. Nur dann wird jene Versorgung imſtande sein, am billigsten die elektrische Energie zu erzeugen und der Bebölkerung zu liefern. Aber diese Befreiung ist auch nur durchführ= bar, wenn die B. E. W. in das Eigentum der Stadt übergehen, ohne daß man sie unter irgendeinem Vorwand als Tochtergesellschaft ( d. h. als Ausbeutungsobjeft) der A. E. G. mit einer Scheinfelbständigkeit weiter bestehen läßt. Parteiangelegenheiten. Bierter Wahlkreis. Heute Donnerstag, den 4. Juni, finden für jüngere Mitglieder des Wahlvereins im Alter von 18-21 Jahren zwei Versammlungen ftatt: Für den Südosten im„ Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147. Diskussionsabend über: Die bürgerlichen Parteien in Deutschland". Die Einleitung dazu gibt Jugendgenosse Blvd. Für den Dsten bei Siegel, Große Frankfurter Straße 80. Vortrag des Genossen Emil Eichhorn über: Einführung Vormundschaftsamt und Taufe. In den ersten Monaten waren bei der Allgemeinen Orts frankenkasse Niederbarnim zum großen Teil junge Mädchen mit der Das Vormundschaftsamt der Stadt Berlin ſendet uns auf Ausführung der oben erwähnten Arbeiten beschäftigt, welche dafür Notiz unter vorstehender Ueberschrift folgende 3u einen Tagelohn von 4 M. erhielten. Diese sind schon vor einiger In Nr. 143 des„ Vorwärts" vom 28. Mai d. J. wird unter Beit bis auf wenige entlassen und an ihrer Statt Männer eingestellt der Ueberschrift Berufsvormund und Taufe" darüber Klage ge- worden. Ob sie der behördlichen Verwaltung zu teuer waren, oder führt, daß die im Vormundschaftsamt der Stadt Berlin tätigen ob sie sich aus einem anderen, tiefer liegenden Grunde nicht beBerufsvormünder die Mündelmütter zur Taufe der von ihnen währt haben, mag dahingestellt bleiben. Merkwürdig ist es aber bevormundeten Kinder auffordern und ihnen für den Fall der auf jeden Fall, daß von einer behördlichen Stelle für die gleiche Weigerung eine Benachrichtigung des Vormundschaftsgerichts in Arbeit männliche Arbeitskräfte geringer bezahlt werden als weibAussicht stellen. Dies Verfahren wird als direkt ungehörig und liche, obgleich jogar die von jenen geleistete Arbeit sich im großen dem Gesetz zuwiderlaufend bezeichnet, da die Bestimmung der und ganzen fehlerfreier und daher zuverlässiger erwiesen haben Religion des Kindes und die Entscheidung, ob ein stind getauft soll als die von diesen gelieferte. werden solle, ausschließlich der Mutter zustehe. Hierzu fei bemerkt, daß für die religiöse Erziehung der un Die Mißstände bei der Allgemeinen Ortsfrankenkasse Niederehelichen Kinder die Landesgesetze maßgebend geblieben find, in barnim häufen sich und geben immer mehr Anlaß zur berechtigten Breußen also die Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts II, 2 Unzufriedenheit mit der jetzigen Verwaltung. Schon oftmals wurde § 642, die eine Erztebung der Kinder im Glaubensbekenntnisse der über die Behandlung geklagt, die den Kranken von der Kassenleitung Mutter bis zum 14. Lebensjahre vorichreiben. Es ist daher unzuteil werde. Besondere Unzuträglichkeiten für die franken Mitrichtig, daß die Mutter das Recht habe, die Religion ihres glieder ergäben sich daraus, daß ihnen immer noch kein gedrucktes unehelichen Stindes zu bestimmen, sondern das Kind folgt ohne Aerateverzeichnis vorliege. Außerdem müßten sie manchmal wochenjedes Bestimmungsrecht der Mutter diefer in ihrer Religion, und die Mutter hat das Recht und die Pflicht, für die religiöse Er- lang auf die Auszahlung ihrer Krantenunterstützungen warten. ziehung des Kindes zu sorgen. Auch von vielen Lieferanten werden Klagen erhoben über unbe Daraus ergibt sich zugleich für den Vormund die Verpflichtung, die Mutter in der Aus- gründete und, wie es scheint, auch unverantwortliche Verzögerungen übung dieser ihrer Pflicht zu überwachen und dem Vormund bei der Begleichung ihrer Liquidationen. Bedenkt man die gewaltige Steigerung, die die wöchentlichen Im Fahrstuhl verunglückt. Als Dienstagabend der 51 Jahre dann die Fahrt zur Metropolitankirche, wo ein Tedeum abgehalten Mitgliederbeiträge erfahren haben, so haben sich im Verhältnis dazu alte Fahrstuhlführer Arlt im Fahrstuhlschacht der Tauerstoffabteilung wird. Es fehlt nur noch, daß vor und hinter dem Wagen Seiner die Leistungen der Krankenkasse ganz gewiß nicht verbessert, sondern der Markt- und Kühlhallengesellschaft mit der Reparatur des Seiles Eminenz eine halbe Schwadron Schwerer Reiter reite. Vielleicht eher verschlechtert. Es ist daher höchste Zeit, daß auch für die All- beschäftigt war, erlitt er dadurch, daß der Fahrstuhl von anderer Seite wird dieses Uebersehen" noch nachgeholt. Am nächsten Tag zelegemeine Ortstrankenkasse Niederbarnim die gefeßlich gewährleistete hinabgelassen wurde, eine schwere Quetschung des Brustkastens. Er briert der Kardinal ein Amt, welchem der König, der kronprinz, alle Prinzen, die Minister, ja jogar das Selbstverwaltung endlich in Kraft treten tann und auch hier ord- starb auf der Fahrt zur Hilfswache. diplomatische Korps beiwohnen werden. Ist es unter nungsgemäße Zustände eintreten. Kleine Nachrichten. Ein graufiger Fund wurde in Stegliz gefolchen Verhältnissen nicht sehr verständlich, daß den edlen Herren macht. In braunem Backpapier eingeschlagen, fand man die Leiche der Kirche" der Kamm immer mehr schwillt und sie die bayerische eines neugeborenen Knaben. Es wird vermutet, daß hier ein Verbrechen vorliegt. Aus dem Grunewaldsee wurde die Leiche des Regierung nur mehr als ihre Magd betrachten? dreizehnjährigen Frig Hempel aus Charlottenburg gelandet. Der felbe wollte ein Fußbad nehmen, geriet an eine Untiefe und ertrant. Eine neue Stiftung. Kommerzienrat G. 2. G. 2. hat dem Magistrat Berlin 100 000 m. in preußischen Staatsanleihen zur Begründung einer G. 2. Stiftung für allgemeine Wohlfahrtszwecke überwiesen. Der Magistrat hat diese hochherzige Zuwendung mit Dank für den Stifter angenommen. Frau Helene Rosenthal geb. Burchhardt hat der Stadt Berlin in ihrem Testament 50 000 m. gestiftet. Ein Vergnügen eigner Art, ist und bleibt' ne Wasserfahrt. An diesen alten Berliner Reim wurden viele Ausflügler erinnert, die am Pfingstsonntag mit dem Motorboot Elbe" der Basedowschen Reederei in Friedrichshagen eine Rundfahrt auf dem Müggelsee unternahmen. Das Boot, das zur Aufnahme von 72 Perſonen beſtimmt war, hatte reichlich 100 Personen ant Bord. Gleich nach der Abfahrt blieb es auf dem Müggelsee stehen und dichte Rauchwolken stiegen aus der Mitte des Motors auf. Wie man uns mitteilt, muß der Zylinder Motor undicht gewesen sein und eine Explosion desselben Eátte jeden Augenblic eintreten können. Ebenio funktionierte die Rüdwärtssteuerung nicht und das Boot schaufelte von der einen Seite zur anderen. Dazu herrschte eine Enge, daß viele alte Leute am Körper zitterten, da sie jeden Augenblick eine Katastrophe befürchteten. Um bei der ersten Haltestelle am Freibad anzulegen, brauchte die Bedienungsmannschaft, die aus zwei jungen Leuten von ungefär 17 bis 19 Jahren bestand, eine geschlagene halbe Stunde dazu, trotzdem der See ruhig war. Bis zum Restaurant Prinzengarten," das sonst in einer halben bis dreiviertel Stunde zu erreichen ist, brauchte die„ Elbe" volle zwei Stunden. Viele Passa siere unterbrachen deshalb vorzeitig die Fahrt und waren froh, wieder festen Boden unter sich zu fühlen. Es ist unverständlich, wie man bei den heutigen Verkehrsver hältnissen auf dem Wasser alte oder reparaturbedürftige Fahrzeuge in Betrieb ſezen fann und das Leben und Eigentum von Zausenden in die Hände so junger Leute legt. Uhren und Schmucksachendiebstahl. Für 120 000 Mark Uhren und Schmucksachen wurden in der Nacht zu Mittwoch Einbrechern, die sie bereits erbeutet hatten, im legten Augenblick wieder abgejagt. In dem Hause Jerufalemerstraße 5/6 unterhält die Schweizerische Fabrique des Longines von Francillen u. Co. im 2. Stod eine Niederlage ihrer Uhren und Goldwaren. Die Vorräte, die den Tag über ausgestellt sind, werden jeden Abend in vier Geldschränke, die in den Räumen stehen, für die Nacht eingeschlossen. Im zweiten Stod hörte nun in der Nacht zu Mittwoch gegen 1% Uhr ein Geschäftsmann, der in seinem Bureau noch schrist liche Arbeiten besorgte, wie fich jemand an seiner Flurtür zu schaffen machte. Als er öffnete, um nachzusehen was es gebe, fand er sich fremden Menschen gegenüber, die sofort die Tür wieder zuwarfen und abschlossen. Der Geschäftsmann rief jezt durch ein Fenster nach der Straße hinaus um Hilfe. Ein Schußmann und andere Leute weckten darauf den Bförtner, ließen die Haustür aufschließen und suchten das Grundstüd ab. Jezt ergab sich, daß Einbrecher die Uhrenniederlage beimgesucht, nach dem Versuch im zweiten Stod nach dem Boden hinauf entflohen und über die Dächer entkommen waren. Die Einbrecher haben, wie festgestellt wurde, alle Türen mit nachgemachten Schlüsseln geöffnet, auch die eiserne Tür am Flurvorraum und nicht minder den schweren Panzergeldschrank, der für 120 000 m. der besten Waren barg. Wie sie zu diesen Schlüsseln gelommen find, läßt sich um so weniger sagen, als von den Tätern noch jede Spur fehlt. Die reiche Beute padten die Einbrecher in Papierkörbe, um sie so bequem und vollständig wegschaffen zu können. Als sie jedoch gezwungen waren, die eilige Flucht über die Dächer anzutreten, mußten sie die Beute im letzten nämlich Steglis. Vorortnachrichten. Kleine Notizen. Schweres Unglüd auf einem Hüttenwerk. In dem Hüttenwerk in Oberhausen brach aus einem Hochofen eine Stichflamme hervor. Drei in der Nähe befindliche Arbeiter er Iitten schwere Brandwunden und wurden betäubt. Einer starb nach kurzer Zeit, während die anderen schwer trant darniederliegen. Wahlvereinsversammlung. In der letzten Versammlung des Wahlvereins referierte Genosse Zippel- Charlottenburg über die Schweres Brandunglüd. In einem Hause in Eilendorf bei Reorganisation der Berliner Parteiorganisation. Er führte ungefähr Aachen entstand in der Nacht zum Mittwoch durch dort lagerndes aus, daß bei wichtigen politischen Vorkommnissen die Partei nicht Starbid eine Explosion. Das Haus geriet in Brand, in mit den notwendigen Aktionen geantwortet hätte, auch beklagte er, welchem eine Frau umfam. Die Bewohner des erste daß die Parteigenossen ihre Ansichten in der Organisation nicht zum Stodwerks sprangen auf die Straße. Dabei brach eine Frau beide Ausdruck bringen fönnen. Der Referent spricht fich für gebundene Beine, ein Mädchen erlitt schwere Verlegungen an den Armen und Mandate aus und befürwortet die Vorschläge, die der Genosse Laufant im Gesicht. zu dieser Frage gemacht hat. Von den Diskussionsrednern wurde Blutige Folgen eines Kinderstreites. Eine Revolveraffäre spielte bie Durchführbarkeit der Laukantschen Vorschläge erörtert und die fich am Dienstagmittag in Saarbrüden ab. Die Ursache war Notwendigkeit einer anderen Gliederung der Berliner Parteiorgani- ein Streit, der wegen einer Feindschaft unter Kindern entstand. sation befürwortet. Zur Kreis- Generalversammlung wurden die Der Vater eines der Kinder drang in die verschlossene Wohnung Genoffin Dunder und die Genoffen Möglich, Drohn und Hellmann der Mutter eines anderen Kindes und trat dort die Tür ein. Die delegiert. Zur Verbands- Generalversammlung die Genoffen Krug, rau griff zum Revolver und feuerte vier Schüsse auf den Zechert, Helmann und Molenar. Eindringling ab, der schwerverlegt zusammenbrach. Frau wurde verhaftet. Der Zustand des Mannes ist sehr ernst. Ein schrecklicher Unfall ereignete sich am Mittwoch beim Bau Dort wurden bier des neuen Münchener Rangier- Bahnhofes. Arbeiter von einer Baggermaschine an die Ways gedrüdt. Zwei Arbeiter erlitten so schwere Verlegungen, daß sie sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die beiden anderen famen mit leichteren Verlegungen davon. Der Vorsitzende gibt bekannt, daß der Steglig- Friedenauer Männerchor am Sonntag, den 14. Juni, im Etablissement Wilmersdorfer Stadtpark"( Inh. E. Rohr), Kaiſerallee, ein Gartenkonzert veranstaltet und die Stegliger Freie Turnerschaft am Sonntag, den 28. Juni, im„ Birkenwäldchen" ein Sommerfest abhält. Ober- Schöneweide. Die Der Grubenbrand in Südrußland. Die Befürchtung, daß durch Einführung des Steuerbringverfahrens. Wie schon berichtet, hat die Gemeindevertretung beschlossen, das Steuerbringiystem zur Ein- den brennenden Kohlenschacht auf dem Lydiabergwerk der Dnjeprführung zu bringen. Mit der Zustellung der Zahlfarten ist am Metallurgie Gesellschaft das Leben der Belegschaft gefährdet sei, ist 26. Mai begonnen worden und sind nunmehr die Steuern unter nach den letzten Meldungen binfällig geworden. Es gelang der geVorlegung dieser Zahlfarte innerhalb 8 Tagen nach der Zustellung, famten, 420 Mann starten Belegschaft, sich durch einen Nebenspätestens aber bis zum 9. Juni, in der Zeit von 8-1 Uhr bei der schacht in Sicherheit zu bringen. Steuerfasse im Gemeindehaus, Quisenstr. 33, einzuzahlen. Nach Straßenbahnunglück in Triest. Auf einer Kreuzung von mehreren Ablauf dieſer Frift erfolgt portopflichtige Mahnung und nach Straßenbahnlinien stieß Dienstag vormittag ein Motorwagen in den Ablauf weiterer brei Tage die Einleitung des Zwangsverfahrens. Beiwagen eines zweiten Straßenbahnzuges, wodurch 12 Personen Auf den Zahlfarten find die zu entrichtenden Steuern vermerkt. berlegt wurden. Wird die Zahlkarte nicht vorgelegt, so kann die Abnahme der Geldbeträge Ein Teil der Bagdadbahn fertiggestellt. Am Dienstag ist die erst dann erfolgen, wenn alle mit Zahlfarten versehenen Anwesenden Teilstrede der Bagdadeisenbahn von Bagdad nach Sumife abgefertigt find. Für die eventuelle Ausfertigung einer Ersatzkarte( 62 Stilometer) abgenommen und dem Betrieb übergeben find 25 f. Gebühren zu entrichten. Steuerstundungsgefuche können worden. nur berücksichtigt werden, wenn sie vor Ablauf der Zahlungsfrist Tödlicher Fliegerunfall. Der italienische Flieger Cevas co eingeben, die Steuernummer und der Bezirk find darin anzugeben. stürzte am Dienstag mit einem Wasserflugzeug ins Meer und Alle diese Gesuche sind an den Gemeindevorstand zu richten. Im ertrant. Falle eines Verzuges aus dem Drt wird zur Vermeidung fostenpflichtiger Zwangsbeitreibung empfohlen, die Abmeldung sowie die Bahlung der etwa noch zu entrichtenden Steuern unter Vorlegung diefer Bahlkarte zu bewirken. Wilmersdorf. Arbeiterjugendheim. Freitag, den 5. Juni, abends 82 Uhr: Generalversammlung des Vereins Arbeiterjugendheim" bei Selle, Brandenburgische Str. 69. N Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Glienice( Nordbahn). Freitag, den 5. Juni, abends 8 Uhr, im Gemeindebureau, Hauptstr. 18. Mariendorf. Freitag, den 3. Juni, nachmittags 5 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums, Raiserstraße 17/20. Nieder- Schöneweide. Heute Donnerstag, nachmittags 3 1hr, im Gemeindehause, Grünauer Str. 1. Diefe Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige it be techtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Aus aller Welt. Neue Attentate der Suffragetten. Das Wüten der Suffragetten hat trotz der zahlreichen Ver Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße 69, vorn bier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4½ bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen Teine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Steuer. Die Wohnungsmiete ist nicht fürzungsfähig. Bezüglich der übrigen Fragen verweisen wir auf unseren ausführlichen Artifel über Steuerfragen in der Nummer vom 16. April cr. Pantow 2. Ein solches Attest ist nach Ihren Angaben nicht erreichbar. Die Verehelichung fann erit erfolgen, nachdem 10 Monate, von der Rechtsfraft des Urteils abgerechnet, verstrichen find. Wenn Sie das zu erwartende Kind legitimieren wollen, muß nach der Geburt des Kindes der geschiedene Ehemann zur Erhebung der Anfechtungsflage veranlagt werden. Die Stlage mug binnen Jahresfrist. von dem Zeitpunkt ab gerechnet, zu dem der geschiedene Mann Kenntnis erhalten hat, zugestellt sein. Berlobte 12. 1. Innerhalb Jahresfrist, von der Lösung des Berlöbnisses ab gerechnet. 2. Ja. Sie sind alsdann aber zur Rüdgabe sämtlicher Geschenfe und zur Erstattung sonstiger Aufmenbungen, die in Erwartung der Che gemacht sind, verpflichtet, während Sie selbst einen dahingehenden Anspruch nicht haben. Dunderstr. 19. W. S. 1. und 2. Nur zu beantworten, wenn die Straftat bekannt ges geben wird. 3. und 4. Mit der Anhalter Bahn bis Großbeeren, Fahrs preis 60 f. 5. Erfahren Sie durch vorherige Nachfrage bei der Anstalts. leitung. G. 23. 49. 1. und 2. Nein. 3. Nach dem Ableben muß das Testament sofort beim Gericht zum Zwede der Eröffnung eingereicht werden. G. St. 00. 1. und 5. Unseres Erachtens Ja. 2. Das ist zwedmäßig. 4. Bei dem Amtsgericht, in ein Sachverständiger gehört werden. dessen Bezirk der Lokalbefizer ſeinen Wohnsik hat. Augenblick im Stich lassen. Gestern morgen fand man die gefüllten hafiungen noch nicht aufgehört. Am Mittwoch sind von diesen An 3. Giwa 10 M. Ueber die Angemessenheit würde im Prozeß voraussichtlich Körbe auf dem Boden des Hauses wieder. Ob die Täter irgend- hängerinnen des Frauenstimmrechts, die diese Forderung durch ihr x. 9. Ja. welche Sachen mitgenommen haben, kann erst durch eine genaue Berhalten aber nur diskreditieren, weitere Gewalttätigkeiten verübt Nachprüfung festgestellt werden; viel fann es aber nicht sein. worden. In der Dore- Galerie zu London beschädigte eine des fönigl. Polizeipräsidiums. Mais( mired), Natal 00,00-00,00, Donau Marktpreise von Berlin am 2. Juni 1914, na Ermittelungen 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 15,40-15,70. Richtftroh 0,00. Große Frende herrschte bei den Patienten der Heilstätte Kloster- Suffragette zwei geichnungen mit einer Art und verHeide, als in den Pfingstfeiertagen der Männergesangberein Moabit wundete einen Aufseher, der sie ergreifen wollte, am Arm. Die geu 0,00-0,00. Martiballenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen auf einem Ausfluge die Heilstätte besichtigte und die Patienten durch schwer beschädigten Zeichnungen find Werke des italieni 34,00-50,00. Sbeisebobnen. weiße 36,00-60,00. Linien 40,00-80,00. mehrere Lieder erfreute. fchen Meisters Bartelonzi und des englischen Startoffeln( leinbbl.) 4,00-8,00. 1 Rilogramm Rindfleisch, von der Keule Das Berliner Aquarium hat eine schauerliche Seltenheit ersten Malers John Chapman. Drei andere Frauen ja lugen 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,20-2,80 Ranges erworben, einen Buschmeister( von den vor dem Hollowaygefängnis den Gefängnisarzt mit Stalbfleisch 0.00-0,00. 1 Kilogramm Karpien 1,40-2,20. Aale schlange auch gefährlichste Giftschlange des tropischen Ameritas. geber zweier Belfaster Zeitungen heftig an, schlugen jie und Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Strebje 3,00-18,00. Aus ihrem Gift wird gegenwärtig in einem besonderen Institute in bewarfen fie mit 2eimtöpfen. In Belfast wurde auch Butantan in Brafilien ein Serum hergestellt, das den damit be- ein Haus von Frauenrechtlerinnen in Brand ges handelten Menschen bis zu einem gewissen Grade gegen Schlangenbiß it edt giftfest macht. Das ftattliche, etwa 2 Meter lange, direkt aus Trinidad männertleidung trug. Zwei Frauen wurden verhaftet, von denen die eine eingeführte Tier ist von eigenartiger Schönheit. Die einzelnen Schuppen gleichen warzigen Erhebungen; die Grundfarbe ist ein schönes Rötlichgelb, von dem sich eine Reihe schwarzer unregelmäßiger Duerbinden scharf abhebt. Leider sind die gefangenen Einen tragischen Ausgang nahm ein Ausflug, den mehrere Buschmeister ungemein empfindlich; bisher ist es noch nie geglüdt, Bädermeister aus hergheim am Dienstag unternommen batten. Eminemde. 760 fie zur Aufnahme von Nahrung zu bringen, so daß fie nach einigen Vier Bäckermeister, die nach einem Innungsausfluge in Landau den Damburg 763 N Monaten bem Hungertode zu erliegen pflegen. Icgten Zug versäumten, mieteten sich ein Automobil, das fie in ihre Franki. a.M 765 NW Heimat befördern sollte. In Dueichbein fuhr das Automobil mit voller München 76423 Wucht gegen ein Lastfuhrwerk. Von den Insassen wurde einer Bien fofort getötet, ein anderer und sein Kind schwer und die beiden legten leicht verlegt. Der Chauffeur wurde verhaftet. Indianern Surufufu genannt), die größte und neben der Klapper- einer Reitpeitiche. Zwei weitere Frauen griffen die Heraus- 60 Stud Gier 3,20-5,00. 1,40-3,00. Bander 1,60-3,40. pechte 1.40-2,80. Bartje 0,80-2,20. Großfeuer in Moabit. In der Nacht zum Mittwoch fam in der Havelbergerstraße 26 in Moabit ein gewaltiger Dachstuhlbrand zum Ausbruch. Das Feuer erfaßte den gesamten Dachstuhl des Borderhauses und bedrohte auch die Nachbargebäude. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Zügen an und eröffnete sofort einen umfassenden Löich angriff. Es wurde aus drei Rohren, die an eine Dampfsprize angeschlossen waren, fräftig Wasser gegeben, doch zogen sich die Lösch arbeiten mehrere Stunden lang hin. Der Dachstuhl des Vorderhauses ist in ganzer Ausdehnung ein Raub der Flammen geworden. Auf welche Weise das Feuer entstanden ist, steht noch nicht fest. Automobilunglück in der Pfalz. Stationen Berlin Barometer fland mm Witterungsübersicht vom 3. Juni 1914. 762 N Wind Bunzipp Windstärke Wetter Il Stationen 3 heiter 12 4 woltig 11 9 Scilly Barometer stand mm QUI 3 balb bd. 2 wolfig 12 Habaranda 7479 Betersburg 749 SW 768 SD Aberdeen 768 N 9 Paris richtung Windstärke Better Temp. n. E. Regen 4 1 Regen 9 1 bededt 12 1 wolfen! 10 767 NND 2 bedeckt 13 4 bededt 760 NNA 2 bededt 11 Wetterprognose für Donnerstag, den 4. Juni 1914. Nachts sehr fübl, am Tage wieder wärmer, vielfach heiter aber noch veränderlich bei mäßigen nordwestlichen Winden; feine erheblichen Nieder schläge. Berliner Betterbureau. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitagmittag: Ueberall langsame Erwärmung, vielfach heiter, aber noch veränderlich und im öftlichen Küstengebiete ziemlich zahlreiche, jonst mehr vereinzelte leichte Regenfälle. Wasserstand Waferstands- Nachrichten Chriftliche Demut und Bescheidenheit. Christus wußte nicht, wo er sein Haupt hinlegen sollte. Er hat auch gemeint, ein Samel fomme leichter durch ein Nadelör als ein Ein gefährlicher Bursche. Auf einen Unhold, der auf dem Ge- der der neue bayerische Kardinal und ehemalige Reicher in das Himmelreich. Dazu steht die Art und Weise, in lände an der Grenze von Neukölln und Briz wiederholt allein- ahlhelfer der Sozialdemokratic, Dr. Franz gehenden Frauen gefährlich geworden ist, fahndet die Neuköllner v. Bettinger, bei seiner Rüdkehr von Rom gefeiert wird, in der 2andesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau Striminalpolizei. Der Unbekannte hat bereits drei Frauen an- charakteristischem Widerspruch. Von Kufstein an wird Se. Eminenz gefallen, zwei auf Briger Gebiet an einer Brude und einem Fried in einem Sonderzug nach München gefahren, also gerade so hof und jetzt die dritte in der Mahlower Straße, alle drei abends in der wie eine richtige Majestät. Christus ging barfuß, für Herrn Dunkelheit. Die legte Dame, die er angriff, eine Staffiererin P. v. Bettinger ist aber sogar ein Expreßzug oder ein Schnellzug nicht e mel, Silfit rettete fich durch eilige Flucht. Der Unhold ist etwa 28-30 Jahre gut genug. In München wird der Sardinal am Bahnhof in den alt und sehr fräftig gebaut, hat einen fleinen blonden Schnurr extra seinetwegen besonders geschmüdten Fürstensalon bart und trägt einen dunklen Ueberzieher und ein blaues Schlosser- geführt, wo ihn namens des Hofes der Obersthofmeister Graf hemd. Seinsheim empfangen wird. Gasvergiftung. Rürzlich berichteten wir, daß in der Sichter- Außerdem werden anwesend sein sämtliche Staats. felder Str. 32 der Gerichtsaktuar Erich Bleeser und das 21jährige minister mit ihren höchsten Beamten, der Stadtkommandant Hausmädchen Gertrud Dchmann in dem mit Gas angefüllten von München, der Polizeipräsident, der Oberbürgermeister Zimmer des Attuars bewußtlos aufgefunden wurden. Das Mädchen mit einer Vertretung des Magistrats und des Gemeindekollegiums. fonnte nicht mehr ins Leben zurüdgerufen werden; jetzt ist auch der Ob die Erzellenzen und ihre Begleiter beim Eintritt des Sardinals Attuar der Vergiftung erlegen. Die festgestellten Ermittelungen in den Salon niederfnien müssen, entzieht sich unserer Stenntnis. haben jedoch ergeben, daß ein Unglüdsfall und teine Liebestragödie Nach unserer Schäzung wird es wohl der Fall sein, Unter dem borliegt. feierligen Geläute aller Gloden der Stadt geht Bregel, Interburg Weichsel, Thorn Dber, Ratibor am jeit am jeit 2.6. 1.6. em cm³) 120 130+4 <-14-3 -6 89 83 Bafferstand Sahle, Grochlig -11 Havel, Spandau) 60+6 Rathenow 30+2 Spree, Spremberg) 2. 6. 1.6. cm cm³) 143 82 Beestow 82 100 218 -14 -2 810 Landsberg Bordamm 11 0 20 +2 359 12 -8 <-108 18 362 edar, heilbronn 149 ไอ 198 12 Main, Hanau 187 154+4 Mosel, Trier 70 Krossen Frantiurt Barthe, Schrimm ee. Ibe, Reitmert Dresden Barby Magdeburg efer, Münden Minden Rhein, Marimiliansau 544 Raub Koin + bedeutet Wuchs, Fall. Interpegel. B> Todes- Anzeigen Statt besonderer Meldung! Heute entschlief plötzlich infolge eines Gehirnschlages während eines Besuches in Wattenscheid i. W. meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Lizzie Anna Cunow geb. Lamb, verw. Förster- Cornelius, tiefbetrauert von den Hinterbliebenen: Heinrich Cunow, Friedenau.. Mary- Ellen Schipfmann, geb. Förster- Cornelius, Friedenau. Ferdinand Förster- Cornelius, Wattenscheid. Agnes Förster- Cornelius, geb. Gnörich, Wattenscheid. Maria Schipfmann, Friedenau. Berlin- Friedenau, Albrechtstr. 15 I, den 2. Juni 1914. Die Beerdigung findet nach Ueberführurg der Leiche am Sonnabend, den 6. Juni d. J., um 2 Uhr, von der Kapelle des Friedenauer Gemeinde- Friedhofes in Stahnsdorf aus statt. Kondolenzbesuche dankend verbeten! Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Friedrich Zoch Weidenweg 87, gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. Juni, nagmittags 5 Uhr, von der Leichenballe der Andreas- und MariusGemeinde in Hohen- Schönhausen, Berliner Str. 33/34, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Werkzeugmacher Max Schulz Faltblag 2, am 1. Juni an Blinddarmentzündung. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. Juni, nachmittags 4%, 1hr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Ferner starb unser Mitglied, der Metallarbeiter Paul Folgmann Eberswalder Str. 33, am 31. Mai an Magenleiden. Ehre ihrem Andenken! 119/13 Die Ortsverwaltung. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin, Bezirk Lichtenberg. Am 1. Juni starb unser Mit glied, der Maler Richard Hummel im Alter von 26 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 5. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Friedhojes in Marzahn. Abfahrt nach mittags 3.24 Uhr von Friedrichsfelde. 137/3 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Jäckel, Friederike geb Koch, Chodowicdistr. 2, Bezirk 3, verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des St. Bartholomäus- Kirchhofes in Weißensee, Falkenbergerstr. 148/49, aus statt. 74/13 Die Ortsverwaltung. 4. Preußisch- Süddeutsche ( 230. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Klaffe 21. Biehungstag 3. Juni 1914 Vormittag Auf jebe gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Rachorud verboten) 124( 500) 295 426( 500) 562 636 57 73 959 1132 33 238 365 73 459 83 95 686 88 678 876 81( 1000) 96 2434 574 640 838 903 71 77 3122 85 253 583 879 4246( 3000) 431 648 5060 296 329 404 16 679( 600) 603 755 6216 540 44 626 890 7037 255 378 420 60 529 68 603 96( 1006) 820 87 944 54 8035 222 ( 1000) 388 702 10 908 83 8467 720 22 865 10035 498 554 630 751 857 11022 85 136 208 420 538 622 69 803 13 12220 75 650 794 823( 500) 13031 168 378 486 569 638 882( 1000) 974 14066 163 237( 500) 43 63 479 539 58 661 709( 1000) 29 34 811 15034 66 74 481 16283 91 620 66 17643 64 758 967 18071 72( 1000) 175 377 620 29 631 79 955 19022 53 174 593 98 626 829 20046 48 56 236 40( 1000) 326( 600) 32 45 608 661 94 855 942 21098 267 313 457 90 91 714 885 924( 3000) 22152 94 258 446 669 98 760 67 831 23061 165 211 25 660 24119 413 46 53( 3000) 779 92( 3000) 814 85 953 25086 93 167 204 313 400 42 567 728 75 966 28C25 666 706 822 30 58 27144 85 285 345 626 89 28140 262 627 931 29374 604 30034 655 741 847 904 28 31223 664 86 694 924 79 92 835 32204 5 395 406 12 66 514 750 53 76 825 59 33161 293 11 30 528 706 24474 601 92 649 71 78 83 767 88 842 936 35059 168 316 402 63 89 647 91 38008: 221 29( 1000) 619 35 721 818 930 37314 78 457 83 673 80 618 772 872 38027 101 67 85 98 236 357 411( 500) 89 798 827 39161 233( 1000) 92 416 67( 1000) 542 82 623 62 87 40019( 1000) 168 324 62 94 876 965 41365 491 655( 1000) 764 91 862 42041 46 90 266 607 65 79 759 65( 3000) 43417 66( 1000) 576 727( 3000) 66 44001 304 52 471 520 57 620 22 80 712( 500) 832 45196( 1000) 248 61 414 696 704 879 916 ( 15 000) 51 46350 783 899 942( 600) 44 92 47025 325 432 54 606 19 66 825 904 74 48006 97 218 433 683( 500) 707 93 861( 3000) 921 68 49063 106 90 266 471 644 639 50252 83 84 543 65( 500) 98 709 80 83 829( 1000) 926 67 51001 28 170( 1000) 342 69 635 38 781 847 79( 1000) 926 69 52086 135 66 393( 500) 428 636 766 863( 600) 915 64( 3000) 64088 77 53007 98 320 29 469 80 645 643 716 69 850 86 81 122 209 61 72 322 401 52 55229 397 960( 1000) 56161 468 695( 1000) 712 57142 89 209 499 666 726 975 58132 62 97 423( 3000) 59103 262 76( 3000) 318 458 80 95 607 21 760 60053 69 317 811 68( 1000) 902 61268 78 80 325 534 628 ( 500) 64 835 903 82 62066 76 200 356 481 95 597 811( 3000) 958 63001 86( 1000) 114 43 379 567 622 821 88 999 64102 ( 1000) 301 407 10 32 681 679 757( 600) 64 805 6 910 36 94 65087 119 283 317 497 651 660 64 787 925 86 66183 38( 500) 99 227 571 607 44 64 952 67056 258 99 386 466 709 34 38 60 96 828( 500) 80 944 68018 73 89 99 141 67 89 249 313( 1000) 68( 500) 484( 1000) 645 65 815 924 69175 370 510( 1000) 762 603 51( 500) 69 84 70217 372 443 66 528( 500) 644 51 70( 1000) 771 82 857 ( 5000) 71284 320( 1000) 507 659 70 794 72057 249 389 627 710 20 66 901 73012 62 131 64 70 336 423 534 975 89 74087 105 252 585 880( 600) 970 75003 29 126( 500) 65 361 649 643( 500) 779 816 926 76086 216 422 592 689( 3000) 772 75 77684 188 225( 500) 69( 600) 333 443 596 887 90 78070 105 316 425 84 741 57 836 79100 99 489 758 916 81142 278 396 80099 156 64( 1000) 218 490 804 920 38 642 837 46( 1000) 82183 201 410 47 552 97 781 952 69 83018 338 41 64229 388 513 953 75 85123 40 282 622 845 967 86083 118 91 203 23 65 306( 1000) 430 736 831( 1000) 67 88260 ( 3000) 916 87012 61 227 84 374 645 939 45( 500) ( 500) 339 677 781 980 89128 432 791( 500) 917 67 90236 718 37 936 91044 109( 500) 294( 1000) 317 48 489 719 34 841 78 87 929 69 92068( 500) 86 93 327 485 91 602 91 719 21 23( 600) 890 916 $ 3276 401 42 697 880( 1000) 908 18 84092 298 320( 3000) 795 874 95034 235 409 48 528 77 665 707 62 904 11 86 97053 94 96032 274 412 601 855 76 992 98259 393 161( 500) 242 315 69 442( 500) 607 73 831 916 92 482 759 858 99160 461 99 539 59 695 902 100043 247 78 827 101043 227 70 348( 1000) 58 882( 500) 102030 92 141 282 99 336 61 413 59( 500) 690 778 936 48 103231 450 67 62 531 959 63 104159 241 76 462( 600) 525 76 648 712 805 82 901 105019 74 314 23 76 404 614 621 83 ( 1000) 703 106424 52 73 832 47 982 107005( 1000) 9 112 42 430 67 518 38 666 95 901 63 72( 1000) 74 96 108177( 500) 448 49 603 16 66 68 678 92 730 828( 500) 109075 162 80 260 ( 1000) 329 83 429 514 746 969 110015 38 254 96 479 635 741 848 111136 76( 600) 81 834 622( 3000) 75 754 913 93 112040 277 483 544( 600) 600 15 23 Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Görlitzer Viertel. Bezirk 197 1. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Monteur Wilhelm Häsner Wiener Straße 57a, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Juni, nachmittags 21, Ubr, von der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Stralauer Viertel. Bezirk 320. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Benoffe, der Kutscher Gustav Neumann Comeniusplak 4, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Juni, nach mittags 4, Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus tatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deatscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Tischler Wilhelm Kühn ( Neukölln, Innftr. 8) im Alter von 50 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Vergolder Eduard Petrich Andreasstraße 78a, im Alter von 24 Jahren gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Juni, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Ulm rege Beteiligung ersucht 88/9 Die Ortsverwaltung. Reuters Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts ( 500) 47 52 970 113170 259 321 511 40 90 114010 113 21 446 77 695( 1000) 724 877( 1000) 923 115042( 600) 69 119 213 370 590 763 69 880 965 116302 23 649 77 778 91 808 36 953 71 117062 157 471 762 819 118069 94( 500) 254 62 343 465 79 84 573 705 892( 600) 965 119083 119 22 494( 1000) 781 811 35 76 120195 205 45 56( 1000) 352 416 34 69 74 662 99 645 735 121119 296 421 35 530 47 61 92 767 122072 75 114 67 202 470 632 807 46 67 969 89 123066 162 345 701 879( 1000) 124171 532( 500) 68 728 925 125030 89 218( 500) 343 63 414 697 700 90 802 908 126018 199 288 562 90 708 48 972. 127037 310 95 496 621 90 702 56 84 914 91 128064 278 433 69 536 652 76 129070 121( 1000) 36 72 238 65 306 48 677 886 130110 22 407 622 686 736 41 131012 27 155 70 219 308 79 403 36 547( 500) 63 70 89 925 132135 40 47 390 747 61 877 188250 376 679 713 31 73 94 943 79 134091( 1000) 148 49 86 280 350 75 663 135182 487 620( 600) 75 136066 399 616 96 708 828( 1000) 187115 344( 500) 706 933 61 66 138009 97 375 422 632( 500) 856 180035 87 347 450 91 636 98 689 701 81 809 55 140019 122 295 406 8 665 706 67 922 85 141436 632 721 ( 500) 70 969 142015 60 136 265 87 439 71 643 55( 500) 853 986 143010( 600) 43 353 748( 500) 73 936 144000 24 41 78 195 281 489 686 97 644 62 731 840 68 145003 42 341 430 621 618 717 77 817 98( 3000) 148234 61 366 467 600 47 893 147002 90 264 80 360 406 607 60 800 30 91( 10 000) 948 148002( 1000) 226 380 450( 3000) 696 786 149035 169 316 439 614 664 846 150069 79 134( 600) 232 41 86 666 676 887 151039 201 665 78( 500) 995 97 152436 43 657 614 23 77 773( 500) 844 927 78 80( 1000) 153121 44 238 487 614 86 741( 1000) 84 803 69 918 74 154063 76 126 39 320 670 827 979( 500) 155052 305 414 31 56 73 610 795 983 156120 36 70 94 222 382( 500) 422 70 714 33 951 157069( 1000) 200 67 611 846 ( 500) 992 158126 87 223 335( 500) 68 76 629 726( 1000) 61 73 159039 479 944 160140 363( 500) 478 556 642 730 38 84 92 830 161167 263 398 405 630 77 667 76 182118 73( 1000) 88 678 99 163193 335 466 72 775 836 53 99 931 164208( 3000) 47 317 82 669 165080 168 515 78( 500) 619 38 754 841( 500) 86 96 943( 1000) 85 166001 9 28 51 69 439 508 51 653 770 838 924 167077 100 66 200 32 61 69 345 496 648 705( 3000) 805 71( 3000) 963 168049 197 474 609 19 716 829( 500) 51 169018 80 81 641 62 680 791 864 909 170018 32 48 327 64 420( 3000) 33 66 688 816 65 972 171200 27 320 658 98 762 172039 81 137 316 411 607( 500) 49 51 770 88 888 998( 1000) 173094 114 34 42 78 99 370 465 758 174011 77 113 44 235 42 628 37 762( 3000) 918 176152 63 201 306 412 30 45 508 701 920 176452 63( 1000) 505 96 610 25 761 993 177063 157 68( 1000) 462 83 550 899 178091 171( 1000) 263 306 32 58 429 179035 165 377 494 609 657 73 718 896 910 180011 234 306 452 73 605 67 654 72( 1000) 802 64 916 31 181066 145 234 591 663 748( 1000) 61 182280( 3000) 95 413 31 61 637 718 183230 86 820 606 72 745 984 184051 102 263 330 86 469 590 638 748 824 987( 500) 185026 35( 500) 194 303 411 646 186007 18 82 161 368( 3000) 488 912 23 187111 377 659 602 28 77( 500) 739 804 188005 593 735 77 879 936 188094 118 24 314 62 624 721 81 190080 89 97 183 274 306 91 478 600 89( 1000) 607 10 15 27( 500) 708 29 87 882 87 191364 94 432 67 516 630 92 858 192060 281( 1000) 316 666 67 660 736 60 193028 114 294 368 481 573 766 823 961 194036 69 128 714 22 944 195209 686 ( 1000) 862 86 196260 310 455 500 624 769 197036 203 30 679 666 69 775 846 198120 90 380 438 46 791 839 74 946 73 199006 68 138 296 361 492 94 672 819 200036 91 181 333 479 508( 3000) 62 626( 600) 75 77 928 ( 500) 50 201101 85 257 367 92 693 686 202167 236 56 332 38 615 661 203048 252 456 75 758 818 77 976 204014 281 396 438( 1000) 742 924 56 77 205001 144 286 449 84( 3000) 610 701 815 206009 82 663 901 86( 1000) 207156( 500) 82 266 85 351 438 69 629 58 810 37 73 903 208004( 1000) 35 132 44 531 663 830 909 61 209016 28 138 413 546 87 668 702 97 854 210017 122 75 281 328 583 678 83 718 832 963 120 38( 1000) 283 436( 500) 74 833 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627 62 611 742 95 838 46 Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Am 31. Mai starb unser Mitglied, der Maurer Fritz Ziege ( Bezirk Mariendorf). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Mariendorfer Friedhofes, Friedenstraße, aus statt. 143/1 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeits tutscher 65/10 Michael Gerth am 31. b. Mts. im Alter von 37 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Bezirksverwaltung. Infolge Absturzes berstarb mein lieber Mann, unser guter Bater, der Zimmerpolier Wilhelm Prowrock im 37. Lebensjahre. gen. 52A Krüger Um stille Teilnahme bitten Rosa Pröwrock und Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 24 Uhr, von der Halle des Neuköllner GemeindeFriedhofs am Mariendorfer Weg, aus ftatt. Allen denen, die meinem Mann und unserem Vater die legte Ehre erwiesen haben, insbesondere den Sängern, dem Deutschen Holzarbeiterverband und dem Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahl freis für die Stranzspenden unseren aufrichtigsten Dant. 2288b Wwe. Agnes Just und Kinder. Sozialdemokratischer Wahlverein Köpenick. Nachruf. Am Sonnabend, den 30. Mai, verstarb unser Mitglied, der Schloffer Richard Kunze im hiesigen Kreiskrankenhause. Ehre seinem Andenken! 202/11 Der Vorstand. Gelegenheitskauf! Sommer. vielen Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unsers guten Vaters sagen wir allen Beteiligten, insbesondere dem Bauarbeiter Verband, dem Wahlverein des 6. Kreises, dem Sparverein " Ohne Zwang", dem Gesangverein " Männerchor Wedding" sowie den Botenfrauen der Vorwärts"- Spedi: tion Müllerstraße 34 a unferen herz117 lichsten Dank. " Marie Siepelt nebst Kindern. Schlafdeden Refte St. 88 Pf., 1,35 1,65 250 1 Partie SommerSteppdecken St. 2,85 3,75 4,50 5,25 Versand unter Nachnahme. Emil Lefèvre Berlin S., Oranienstr. 158 Fehlerhafte Decken E spottbillig! Damentuche 33 schwarz u. farb. Mtr. Kostümstoffe neueste Muster p. Meter von von an M. an M. englische Côtelé... VOD 3.25 ML Gabardine von 2.75 AL Futter Seide Preislagen allen M. Auswahl Satin- Futter grösste Knöpfe u. Besatzartikel usw. C. PELZ Kottbuser Str. 5 Kennst Du das Land, wo dicke Eichen stehn? Hast Du den kleinen Spreewald schon gesehn? Der schönste Ausflugsort im Reiche Ist Mann's Waldschloß in Schöneiche. CARMEN SYLVA Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Der echte Kapitän- Kantabak ist nicht nur durch seinen feinen Geschmack allein so schnell beliebt geworden, sondern auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus, denn jedes einzelne Stud dess.( 10 Pf.- Rollen oder Bündel) wird sauber verpackt zum Verkauf gebracht. Wieviel gerade hier gesündigt wird, bedarf wohl feiner Erörterung. 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St.-A. f. 8.)( Nachbruck verboten) 164( 1000) 511 30 633 788 912 61( 500) 1002 8 45 92 129 57 61-231 363 546 78 666 734 871( 500) 988 2190 201 316 ( 500) 414 51 73 82 83 540 917 3091 167( 3000) 72 87 252 70 409 635 771 76 957 4065 84( 500) 417 627 69( 3000) 634 815 24 951 99 5114 18 266 368 504 13 26( 100G) 35 67 83 619 719 32 960 6209 337 406 69 71( 500) 558 96 664 730 909 7028 172 212( 500) 22 304 698 739 8047 150 87 205 776( 3000) 807 10 937 43 81 9018 74 114 81 293 510 36 48 691 826 948 10158 629( 500) 830 933 44 11132 466 609 80 954 12000 123( 1030) 54 264 337 663( 600) 614( 10 000) 923 74 99 13161 386 497 774 888 968( 3000) 82 14085 225 324 427 559 621 71 704( 500) 42( 600) 71 822 969 15006 19 188( 1000) 325 36 61 466 78 708( 1000) 856 901 13( 1000) 16292 963( 500) 17118 67 341 437 523 36 96 676 87 942 18075 304 768 816 52 19255 322 569 623( 600) 87 94 767 984( 500) 20002 280 579 825 39 21103 445 509 84 677( 1000) 734 829 70 22160 217 59( 1000) 434 72 620 34( 1000) 702( 600) 850 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