Nr. 35. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Vierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingers. in der Poft- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6918. Vorwürts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder Deren Raum 40 Pig., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition in an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Dick Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 11. Februar 1894. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Mächte. Oder meint etwa jemand ernstlich, daß Deutsch-| System persönlicher Ausbeutung einlenkte in die kapitaWas kann den Welf- land gegen Spanien zu Felde gezogen wäre wegen der Ka- listische Produktionsweise, je mehr die Besitzenden als Klasse rolinen, die Vereinigten Staaten gegen Großbritannien der Arbeiterklasse gegenübertraten und untereinander in engere frieden sichern? wegen der Behringsmeer- Fischereien? Produktionsgemeinschaften geriethen, bis schließlich für die Wenn schöne Reden und wohlwollende Worte den Aus- Oder man nehme einmal die allerneueste Gegenwart: herrschenden kapitalistischen Klassen jedes einzelnen Staates bruch eines Krieges verhüten könnten, so brauchten wir um Kurz hintereinander zweimal sind englische und französische die Interessengemeinschaft stark genug war, um ihr alle die Erhaltung des Friedens nicht zu bangen. Kein Fürst, Truppen im Hinterlande der Guineafüfte in richtigen Ge- Binnenkriege und Einzelfehden gefährlich zu machen, wurden der nicht bei feierlichen Gelegenheiten-die Hand auf fechten an einander gerathen. Es hat Todte und Ver- für die Interessengemeinschaft nur noch die sogenannten die ordengeschmückte Seite seines Uniformrockes gepreßt wundete auf beiden Seiten gegeben: Doch mag die Schuld Nationalkriege unter Umständen wünschenswerth und eruns versicherte, er hege den innigsten Wunsch, jein, auf welcher Seite immer, mag der Kampf angezettelt sprießlich. Die Kriege wurden seltener, aber jeder einzelne den Frieden zu erhalten, kein Wässerlein könne er trüben, sein in noch so frivoler Weise, hält irgend jemand es Krieg vernichtender und zerstörender. Es handelte sich nicht habe aber leider nur am Unterlauf des Stromes zu ge- für möglich, daß daraus ein Krieg zwischen England mehr wie bei der Ritterfehde darum, den Raubkonkur bieten und könne nicht dafür bürgen, daß nicht irgend ein und Frankreich entbrennen könnte, daß wegen dieser renten auf der benachbarten Burg in den Sand zu strecken, räubiges Lamm am Oberlauf die Wässer trübe; dann Sofa" Balgereien englische und französische Flotten oder den Krämern der benachbarten Stadt die Pfeffersäcke würden ja allerdings Ehre und Interesse der Monarchie sich Schlachten liefern würden auf allen Ozeanen? abzujagen; es handelte sich um die Konkurrenz ganzer gebieten, zu den Waffen zu greifen und für die Es wird dazu nicht kommen, ebensowenig wie es Kriege Nationalstaaten unter einander, es handelte sich um die bedrohte nationale Ehre bis auf den letzten Bluts gab wegen der Karolinen und wegen der Seehunde der Vernichtung des gegnerischen Handels und Gewerbes, um tropfen zu kämpfen, keinen Fuß breit Landes Behringssee; es würde dazu nicht kommen, auch wenn die die Eroberung gegnerischen Gebietes. aufzugeben, feinen Stein von den Festungen, und sollten Welt nie etwas gehört hätte von Friedensgesellschaften, Die wachsende Interessengemeinschaft der einzelnen arch Millionen gedrillter Landestinder auf der Strecke Friedenskongressen und Friedensbanketten. Länder unter einander, selbst unter dem Bann der fapibleiben. Die schönsten Friedensversicherungen aus FürstenDieser Tage haben die Friedensfreunde in Berlin talistischen Wirthschaftsordnung ist hart am Wert, auch diese mund und doch ewige Kriegsbefürchtungen! Beständig das wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben. Der freisinnige Nationaltriege in Mißachtung zu bringen. Nur von Rußland Gefühl, daß es im nächsten Augenblick losgehen kann! So Parlamentsprediger Neßler hat eine salbungsvolle Einleitung und kleineren Barbarenstaaten, wie die Geschichte des war es immer, so ist es heute noch und so wird es gesprochen und dann sind allerhand ganz vernünftige Gedanken serbisch- bulgarischen Konfliktes lehrt, kann man der Kriege bleiben,- so lange noch die bestehende Staats- und von den folgenden Rednern gesprochen worden. Schade aus solchen Ursachen noch gewärtig fein; aber unleugbar Gesellschaftsordnung Vorbedingungen für Kriege schafft. nur, daß sich alle diese Erörterungen an der Oberfläche ist es, daß die russische Gewaltherrschaft im Bunde mit Daß der Krieg ein recht böses Ding ist, daß das Friedens- der Frage bewegten. Nur zur Bekämpfung der Symptome der neugebackenen russischen Kapitalistenklasse auch bedürfniß allgemein vorwaltet im Bolte, dessen sind sie des Kriegsfiebers haben sie gute Rathschläge beigebracht, an zu solchen Eroberungs- und Merkantilkriegen noch im alle gewiß, die begeisterten Friedensfreunde, die den die Ursachen haben sie nicht gedacht. Fast die sämmtlichen Kriegs- stande ist und deshalb den Frieden Europas dauernd Frieden für alle Ewigkeit, die Ewigkeit, die bescheideneren bescheideneren für männer der heutigen Zeit haben in wohlwollenden Friedens bedroht. Doch auch in anderen europäischen Staaten einige Jahre, zu sichern gedenken, durch schöne Reden auf gedanken geschwelgt. Nicht nur aus den Kundgebungen des wirken, ganz abgesehen von der Kriegsschwärmerei der Friedenskongreffen und Festbanketten. Gegen die gute Ab- Feldmarschalls Moltke lassen sich Aussprüche zusammentlauben, Lieutenants und Professoren noch immer wirthschaftliche sicht dieser Leute haben wir nichts einzuwenden. Immerhin die an Friedensfreundlichkeit den Worten des Predigers Ursachen auf den Krieg hin. Das ist vor allem die Uebernüßen sie der Friedenssache, der sie sich gewidmet haben, Neßler die Waage halten. Rabiate Kriegsschwärmer findet produktion, jenes unvermeidliche Ergebniß der kapitalistischen etwas, obschon nicht viel, und sicher bei weitem nicht so man außer unter den Lieutenants nur unter den deutschen Produktionsweise, die in deren Anfängen periodische Absatzviel, als sie selber glauben. Der Nutzen ihres Wirkens Professoren, von Professor Leo in Halle, der den Krieg für frisen erzeugte und uns jetzt mit einer dauernden zu von um das strophulöse Gesindel beglücken scheint. Fabrikanten besteht darin, daß allmälig durch die beständigere nothwendig erklärte, etwas weiterem Erörterung der Friedensfrage auch solchen Leuten der aus der Welt zu schaffen, ohne sich dessen bewußt zu Blick machen keinen Hehl daraus, daß so Blick für die Gefahren unserer Zivilisation geschärft wird, sein, daß das strophulöse Gesindel, Geschichtsprofessoren ein frischer fröhlicher Krieg, der die Produktion ins denen der Flitterglanz des Militarismus die Augen ge- eingeschlossen, hübsch zu Hause bleibt bis auf Professor Stocken bringt und die angesammelten Vorräthe vertilgt, blendet hat. Sie nüßen, indem sie beständig für inter- Treitschke in Berlin, dem das Kriegshandwerk allein für gar nicht so übel wäre für die Großindustrie. Dieses Benationale Schiedsgerichte eintreten, und nicht unmöglich ist eine des Mannes würdige Beschäftigung gilt, woraus sich mußtsein verschmilzt dann mit den Resten merkantilistischen es, daß einige der Schiedsgerichte, durch die innerhalb des denn sattsam erklärt, daß er selbst in seiner Bedienten Konkurrenzneides mit Kolonial- und Gebietsbegehrlichkeit letzten Jahrzehnts internationale Streitigkeiten beglichen haftigkeit so viel unwürdiges Zeug zusammengeschrieben hat. zu jenem Nationalhaß, der in den zivilisirtesten Ländern wurden, dieser Agitation der Friedensfreunde zu danken Wollte man ein Plebiszit veranstalten darüber, wie von Zeit zu Beit seine Orgien feiert, und wenn er im sind. Wohl verstanden, es ist ihnen zu danken, die Leute vom Kriege denken die Stimmen, die ihn für Nachbarlande gleichartigen Zündstoff findet, immer wieder daß die die Beilegung der Streitigkeiten durch die ein Uebel erklären, würden die weitaus überwiegende Mehr einen großen Nationalfrieg entzünden kann. Form eines Schiedsgerichts erfolgte, nichts aber heit haben. Wenn trotzdem die Kriegsgefahr fortbesteht, so weist darauf hin, daß ohne Schiedsgerichte die liegt das daran, daß die inneren Verhältnisse der heutigen Streitigkeiten überhaupt nicht beigelegt wären. Im Gegen- Staaten sie fortwährend von neuem erzeugen. theil, alles, was bisher schiedsgerichtlich erledigt wurde, Die europäischen Staaten sind Klassenstaaten, hervor selbst die wichtigsten dieser Fragen, waren Streitigkeiten gegangen aus dem System wirthschaftlicher Ausbeutung der untergeordneter Art. Sie wären auch so friedlich erledigt arbeitenden durch die herrschenden Klassen. So lange dieses worden auf diese oder jene Weise, nach fürzeren oder längeren Ausbeutungssystem mehr ein individuelles war, wimmelte Verhandlungen mit oder ohne die Betheiligung dritter es von kleinen Fehden und kleinen Kriegen. Je mehr das Feuilleton. Helene. Nachdruck verboten.] [ Alle Rechte vorbehalten [ 40 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Fast ein Jahr war vergangen. Lazar Doduloff, voll Sorge und Unruhe um das Schicksal seiner jungen Braut Natalie, war damals nach Petersburg gekommen, und hatte das Leben eines Illegalen wieder aufgenommen. Er besuchte Tania, und selbst ein Untröstlicher suchte er sie zu trösten. Adern und ließ sie gesunden. Die Zeit der Wiederaufnahme des Prozesses war nicht vorherzusehen, sie wollte daher nicht länger in Unthätigkeit verharren und einem nuglosen Grame sich hingeben; sie wollte arbeiten, handeln, der Sache, für die ihr Gatte so grausam duldete und litt, mit Leib und Seele sich weihen. Aber sie mußte aus Petersburg fort, hier erstickte sie. Der orientalische Krieg war ausgebrochen. Viele ihrer Kollegen folgten dem Rufe als Aerzte, auch Dodukoff wollte hinab, und rieth ihr ein Gleiches zu thun. Sie hatte noch keine Brüfungen gemacht, aber sie konnte als Pflegerin eintreten und sie meldete sich dafür. Judeß hatte sich in dem Schicksal Natalien's eine unerwartete Veränderung vollzogen, die Lazar Dodukoff von seinem Vorhaben abbrachte und ihn mit neuen Hoffnungen erfüllte. Wenn es deshalb ernst ist mit der Friedensfreundschaft, wer nicht blos die Symptome, sondern die Ursachen des Krieges bekämpfen will, der muß reine Bahu machen mit der kapitalistischen Produktionsweise und den Gewaltherrschaften, die aus ihr erwachsen sind. Das ist der Prüfstein für die Aufrichtigkeit der Friedensfreunde. Die Mehrzahl der Kranken war gereinigt und frisch verbunden. Sie lagen ruhig und wohlgebettet, und nur selten war ein Mechzen vernehmbar. Einige der Kranken waren so weit, daß sie sich im Bette aufsehen und sich waschen und kämmen konnten, aber sie besannen sich lange und bekreuzten sich wiederholt, ehe sie die Hände ins Wasser steckten. Auch das Hemd zu wechseln, schien ihnen nicht angenehm, aber ein unzufriedener Blick der Schwestern machte fie fügsam. Ein Trupp englischer Ladies war angekommen. In aufdringlicher Wichtigmacherei wollten sie die Barackenhofpitäler des rothen Kreuzes besuchen und die Soldaten beschenken. Es hieß, der Prozeß sei nahe bevorstehend, und sie Die Oberin hatte sie nicht vorgelassen, aber sie schickten warteten in heißer Ungeduld auf die Aufnahme desselben. Blumen und kleine Farbendruckbildchen mit Bibelsprüchen Von mehr als tausend Menschen, die in den letzten Natalie wurde nach einjähriger Untersuchungshaft, die versehen in alle Säle, und Gräfin Petrowna war es nun, die zwei Jahren wegen vermeintlicher Betheiligung an der ihre Gesundheit arg erschüttert hatte, provisorisch frei ge- fich darüber herstürzte und alle Verwundeten damit betheilte. revolutionären Propaganda verhaftet worden waren, wagte lassen und gegen Kaution ihres Oheims in die Krim ge- Diese freuten sich wie die Kinder und spielten damit man einstweilen nur 193 vor Gericht zu stellen. Karzow und schickt, wo derselbe liegende Güter besaß. Dort sollte sie wie solche, und die warmherzige Theilnahme, die ihnen von Kolomin waren darunter. internirt werden und unter polizeilicher Aufsicht bleiben, außen tam, erweckte ihre Zuversicht und neue Hoffnungen bis ihr Prozeß, der besonders geführt wurde, ihre Anwesen für die Zukunft. heit in Petersburg nöthig machte. Der Monftreprozeß der Hundertdreiundneunzig begann und hielt ganz Rußland in Spannung. Dieser schwarzbärtige Rosake da, dem das Bein über Alle erkannten nach dieser Maßregel, daß dieser selbst dem Knie abgenommen war, lachte, als ihm Petrowna ein auf ungemessene 3eit hinausgefchoben sei, aber Dodukoff Veilchensträußlein überreichte, und als fie ihn so von der gründete darauf seinen Plan. Er begab sich in die Krim, Seite mitleidig ansah, schüttelte er seinen großen hübschen mit dem festen tollkühnen Entschluß, die Geliebte zu befreien. Kopf und meinte, wie um sie zu trösten: Die Verhandlungen ergaben, daß der größte Theil der Angeklagten gerechter Weise nicht verurtheilt werden konnte, und der Senat selbst suchte in der Form eines Gnadengesuches ihre Freisprechung zu erwirken. Aber Alexander II, annullirte dieses Gesuch und der Prozeß wurde vertagt, bis ein hinlänglich belastendes Material zusammengefunden Durch die Oberlichtfenster des großen Krankensaals, werden konnte. der hundert Betten faßte, schien die Sonne eines klaren Tania, die während der Verhandlungen vor Angst und Wintermorgens und beleuchtete die Morgentoilette der Wer Aufregung fast verging, riß diefer Aft brutaler Gewalt aus wundeten. ihren Schnierzen empor. Die Empörung trieb ihr das Blut rascher durch die Der Saal war ausgekehrt, die Betten gemacht, weiß glänzte das Linnen und alles war sauber und rein. " Es steht nicht so schlimm, Schwesterchent, ich will mir schon noch durch helfen durchs Leben. Unsere Bauern sind gut und neugierig sind sie auch. Komm ich nach Haus, will ich ein Wirthshaus eröffnen, dann werden sie zu mir tommen, um meinen Schnaps zu trinken, meine Lieder zu hören und meinen Beinstummel zu sehen," er klopfte auf seine Schiene, als liebkose er einen Freund. Politische Ueberlicht. Berlin, den 10. Februar. näher zu kritisiren. Im höchsten Grade befremdend, und Ein zweiter Antrag bezweckt, den Soldaten unter der zu schweren Besorgnissen Anlaß gebend ist aber die Fahne Portofreiheit zu geben. " Verurtheilung Werner's zu sechs Monaten, während Und der dritte, wichtigste Antrag ist auf 1 mIm Reichstage wurde heute die Berathung des Post- ciner der zwei anderen Angeklagten blos vier Monate er gesta Itung des französischen Fabrit Ju etats fortgefeßt. Die Niederlage Stephan's war eine voll- hielt. Wie das Erkenntniß, daß die Leser unter Gerichtspektorats gerichtet. Das Gesez, welches in Frankreich ständige, denn die von ihm energisch bekämpfte Resolution liches" finden, ausführt, wird Werner als die eigentliche das Institut der Fabrikinspektoren einführte, stammt aus in dieser Zeit der Etatskommission, welche die Einführung des Systems Seele, als der eigentliche Leiter des Sozialist" betrachtet. dem Jahre 1848, ist also 46 Jahre alt der Dienst- Altersstufen fordert, wurde vom Reichstage ein- Allein deshalb konnte eine Verurtheilung nicht erfolgen aber jo gut wie ein todter Buchstabe geblieben. Der Inhalt ftimmig angenommen. Trotz der Unterstützung seitens eine" Seele", eine geistige Leitung, ein Einfluß sind des Antrages deckt sich mit den Forderungen der englischen einiger tonfervativer Herren war Herr von Stephan sehr feine juristisch definirbaren Begriffe, juristisch nicht zu und deutschen Arbeitervertreter. Genosse Volders ist von Paris nach Igerien fleinlaut, er hat sich von den wuchtigen Angriffen Schoen- packen. Verurtheilt wurde Werner als Beihelfer lant's in der gestrigen Gigung noch nicht erholt und hätte wegen Beihilfe" zu dem Bergehen und Beihilfe ge- gereift, wo er zur Wiederherstellung seiner durch die Aus er es gethau, so wären die nicht minder schweren leiftet in seiner Eigenschaft als Verleger und Drucker. strengungen der vorjährigen Wahlrechtsbewegung etwas er Es ist kein Anschuldigungen der Abgg. Bebel und Singer in der Und hier ist das Gefährliche der Argumentation des Erkennt schütterte Gesundheit wiederherstellen will. heutigen Sigung geeignet gewesen, ihn wieder sehr klein- nisses. Hier haben wir, von dem Gerichtshof anerkannt, jenen gefährliches Unwohlsein, aber die Nerven sind so angegriffen, laut zu machen. Das Mißtrauen gegen die Verwaltung ungeheuerlichen Saß, daß Jeder, der bei der Veröffentlichung daß die Aerzte einige Zeit der Ruhe empfehlen. Unsere des Reichspostamtes ist ein so allgemeines, daß man es einer strafbaren Drucksache mitgewirkt, Beihilfe" ge besten Wünsche begleiten den unermüdlichen Kämpfer.! wohl begreifen könnte, wenn Stephan und seine einfluß- leistet hat, als Mitschuldiger zu betrachten ist. Bis jetzt Holland. Aus der Redaktion des Rechts voor Allen" er. reichsten Räthe sich fünftighin auf's Dichten, Verfassen von iſt es bei Versuchen geblieben, diesen Rechtsgrundsatz zur balten wir folgende Zuſchrift: Reisebeschreibungen und Auerhahnjagden beschränken wür Geltung zu bringen Versuche, die allerdings von dem Versuche, die allerdings von dem In der Nummer 28 Ihres Organs vom 3. Februar ver den und die Verwaltung der Reichspost anderen überließen, obersten Gerichtshof nicht mit wünschenswerther Schärfe öffentlichen sie eine Korrespondenz aus Holland, welche von A die den Forderungen des Verkehrs und den Bedürfnissen abgewiesen worden sind. Seit Jahren war es aber still. bis 3 inforrett ift. Ueber die Mauserung der holländischen Jeht nun haben wir dieses Erkenntniß des Landgerichts Partei", über Unfinn wie:„ Der gesunde Verstand wird schließ des großen Beamtenkörpers gerecht zu werden verstehen. Berlin, das, falls unser Bericht den Inhalt richtig wieder- lich auch in Holland über die blinde Leidenschaft den Sieg da Der Reichs Anzeiger" veröffentlicht heute den giebt, einen Rechtsgrundsatz feststellt, nach dem jeder vontragen", ist es nicht nöthig viel zu schreiben. Ueber solche deutsch russischen Handelsvertrag, die Unter- Verleger, Rorrettor, Schriftseger, Drucker Schmähungen(?) distutivt man nicht lange. Nur will ich bezeichnung fand heute Mittag statt. An Stelle des Getreide und sonst bei der Herstellung und Verbreitung Be- merken, daß wir in Holland schon im 16. und 17. Jahrhundert zolles von fünf Mark wird der von 3½ M. treten. Auf schäftigte denn auch Verbreitung ist Beihilfe für den unfere bürgerliche Revolution durchgemacht haben, und daß, wenn von Mauserung" in unserer Partei die Rede sein muß, die übrigen Bestimmungen fommen wir zurück, wenn wir Inhalt einer Druckschrift strafrechtliche Verantwortung die holländischen Arbeiter doch wahrscheinlich nicht alles den Vertrag im Ganzen beleuchten werden. trägt. Wir können nicht glauben, daß immer voraus afzeptiren tönnen, was man vielleicht Mauferung" nennt im gesetzt, daß unser Berichterstatter den Inhalt des Erkennt Lande der Gottesfurcht und frommen Gitten". nisses richtig wiedergegeben hat daß eine solche Begründung, welche die Preise vogelfrei machen würde, von dem obersten Gerichtshof als zu Recht bestehend anerkannt werden kann. N Deutsch- russischer Handelsvertrag. Die Annahme des Vertrages ist eine Lebensfrage für Sachsen," so schreibt die Leipziger Zeitung", die gleichzeitig das Organ der sächsischen Regierung ist und die Interessen der sächsischen Ronservativen vertritt. Die Schutzöllner im deutschen Reichstage rüften fich noch zu einer letzten Kraftanstrengung gegen die Vertragspolitik der Reichsregierung. Kardorff und 56 Gesinnungsgenossen haben folgenden Antrag gestellt: Der Reichstag möge beschließen: die verbündeten Negierungen zur Vorlegung eines Reichsgesetzes aufzufordern, Durch welches der Bundesrath ermächtigt und verpflichtet wird, bei der Einfuhr von Roggen, Weizen und Meh! in das Deutsche Reich denjenigen Staaten gegenüber, welche Papiervaluten mit Zwangstours besitzen, beziehungsweise in welchem für Gold ein Aufgeld- Agio- gezahlt wird, Zollzuschläge zu erheben, welche dahin festgesetzt werden, daß zu dem Doppelzentner Roggen, Weizen oder Mehl ein Zollzuschlag erhoben wird: bei einem bestehenden Disagio von mehr als 10 pet. von. beziehungsweise für Mehl von • 1,00 M. 2,50 bei einem bestehenden Disagio von mehr als 20 pet. von • 2,00 . 5,00 " " beziehungsweise für Mehl von Es bedarf feines Wortes, daß die Annahme dieses Antrages den Rücktritt Rußlands vom Handelsvertrage zur Folge bätte. Es ist übrigens nicht zu besorgen, daß Herr Kardorff mit seinem Vorschlage Glück haben wird, schon die Thatsache, daß dieser Antrag blos 57 Unterschriften im Reichstage gefunden hat, beweist dies. Leider dürfte aber auch der Antrag Richter faum ein praktisches Ergebniß haben; derselbe entspricht einer Anregung des Vorwärts" bei Besprechung des Handels. vertrages, wonach mit der russischen Regierung in Verhandlung zu treten sei, um vor dem Jukrafttreten des ver einbarten Handelsvertrages so bald wie möglich auf beiden Seiten diejenigen Zollerhöhungen außer Kraft zu sehen welche lediglich durch den Zollkrieg veranlaßt worden find. Ueber die Militär- Strafprozeßordnung äußert sich wieder einmal die„ Kreuz- Zeitung". Sie läßt nun endlich mit sich wegen der Deffentlichkeit des Militär- Strafgerichtsverfahrens bei denjenigen Vergehen und Verbrechen, wie Raub, Diebstahl, Mord diskutiren, hält aber bei allen militärischen Bergehen die Oeffentlichkeit für eine Unmög lichkeit, für einen Ruin für den Gehorsam und für das Vertrauen nach oben. Es muß sehr traurig um die geheime Militärgerichtsbarkeit stehen, wenn so sachkundige Kenner des Militarismus diese Befürchtung vor der Deffentlichkeit des Militärgerichtsverfahrens haben. In Betreff der Bemerkung:„ Aus den Artikeln von Domela Nieuvenhuis fühlt man heraus," daß er einsieht, wie es mit feinem Einfluß rückwärts geht," habe ich persönlich diese Frage: Hat die Redaktion des Vorwärts" in dieser Hinsicht nichts gelernt, da doch schon im Jahre 1892( Nr. 198 des Vorwärts") gegen ähnliche Ausführungen protestirt wurde? " Damals schrieb ich im Namen meiner Partei, obgleich wir uns um den Einfluß von Personen überhaupt wenig fümmern. Jet, glaube ich, wird die sozialdemokratische Partei Hollands nicht mehr als Partei gegen Schmähung(?) ihrer Agitatoren von Seiten des Vorwärts" protestiren. Man wird in Holland der Sache müde. Auch hier soll dies genug sein. zu # 1 pmadra Jin Ich habe nur für die Lefer des Vorwärts" eine Berichtigung geben, mich persönlich betreffend." Im Vorwärts" steht: Cornelissen hat sich in Groningen als ein Freund der politischen Aktion erwiesen, indem er anführte, es sei nicht die Frage, Militarismus erhalten werden, davon ist auch die öfter- theiligen wolle, sondern nur an welchen Maßregeln man Soldatenmißhandlungen und Duell müssen dem ob man sich an der parlamentarischen Aktion be reichische Regierung durchdrungen, denn wegen des bereits im Parlament mitarbeiten solle, was jeder Sozialdemokrat gemeldeten Beschlusses des Wehrausschusses, wonach Landes- ihm zugeben wird". schützen, die ein Duell und Soldatenmißhandlungen eingegangen sind, von höheren militärischen Posten ausgeschlossen werden sollen, wurde der Vorarlberger Landtag auf einen kaiserlichen Erlaß hin vertagt. Sehr lehrreich! Aus der ruffifchen Schweiz. Aus Bern wird gemeldet, daß 13 Anarchisten und Unabhängige aus der Schweiz ausgewiesen wurden. Nach dem„ Berliner Tageblatt" wurden außerdem auf Anregung der Bundesanwaltschaft in Zürich wegen Aufreizung zu anarchistischen Verbrechen verhaftet: 1. Otto Wichers von Gogh, Literat und Echauspieler aus Hamburg, geboren 1855; 2. Wilhelm Nonnemann von Balingen( Württemberg), Schuster, geboren 1866; 3. Pigg( er lebte in Zürich unter dem falschen Namen Merzluft) aus Potsdam, Schreiner, geboren 1851.Die Wahrheit ist, daß ich gesagt habe: Gs sei nicht die Frage, ob man sich an den Wahlen( man vergleiche den Antrag der Sektion Hoogezand- Sappemeer) betheiligen wollte, fontdern was man im Parlament thun tönne, d. h. ob man sich an der„ parlamentarischen Aktion", an der„ gesetzgeberischen Arbeit" betheiligt oder nicht. Dies habe ich in Groningen und später in der holländischen Parteipresse ausführlich auseinandergesetzt. Der Unterschied, behauptete ich, zwischen unseren parlamen tarischen und revolutionären Sozialisten wird eben so wenig durch das sich betheiligen an den Wahlen, als z. B. durch das an der Arbeitslosenbewegung bezeichnet. Der Unterschied ist ein prinzipieller. verhältnisse. Unfere parlamentarischen Sozialisten meinen, fie könnten die Staatsmacht erobern", sie wollen praktisch arbeiten". Wir revolutionäre Sozialisten, die wir auf dem Boden der materialistischen Geschichtsauffassung stehen, wir meinen umgekehrt, die Staatsmacht" tönne nur durch die Arbeiterilaffe erobert werden, nach dem sie die ökonomische Macht, von der Frankreich. In der Kammer wurde von unseren die politische Macht nur die Sanktionirung, die Konstatirung ist, Genossen die Schließung der Pariser Arbeits- fchon erobert hat, d. h. alfo nach einer 8tonomischen Rebörse zur Sprache gebracht. Natürlich erfolglos. Für olution, einer Revolution der Eigenthum 3Deutsche Prefreiheit. Ein sehr bedenkliches Urtheil den Augenblick ist mit dieser, vom Bitterfieber geschüttelten Das heutige Parlament, meinen wir, sei ein bürgerliches hat heute das Landgericht Berlin I, Strafkammer II Boltsvertretung nichts anzufangen.- Die sozialistische Parlament, so zusammengefeht, wie es für die Bourgeoisietlaffe in dem Prozeß gegen Ellendt, Brandt und Werner Fraktion hat drei weitere Anträge eingebracht: Einen nöthig und nüßlich sei, und könne nicht mit dem Stimmzettel gefällt. Gegenstand der Anklage war ein von Brandt, auf Umgestaltung der Militärgerichte, die, erobert werden. Das Großkapital tauft die Mehrheit im unterzeichneter Aufruf im„ Sozialist", als dessen verantworts so lange das jetzige Militär- Strafgesetz dauert, wenigstens Bourgeoisparlament, gerade wie es tauft die Presse, die Rechtlicher Redakteur Ellendt zeichnet. Daß gegen die beiden so weit demokratijirt werden sollen, wie das im Jahr III Sprechung, die Kirche und die Jungfräulichkeit der Frau. Der Korrespondent des Vorwärts" in Holland möge dies zulegt Genannten Anklage erhoben und eine Verurtheilung der Republik- das heißt vor 100 Jahren der Ron bedenken, falls er sich selbst vielleicht„ mausern" will. ausgesprochen wurde, ist im Einklang mit Theorie und vent gethan hat, der durch Dekret die Kriegsgerichte aus Praris unserer Preßgefeßgebung, und wir unterlassen es 3 Gemeinen, 3 Unteroffizieren und 3 Offizieren zusammenDeshalb, das Erkenntniß, so weit es diese beiden betrifft, setzen ließ. Petrowna Nikolajemna fonnte an diesem Vormittag Ihr verhäischelt und verweichlicht mir hübsch meine gar nicht fertig werden. Sie trippelte und zappelte hin Soldaten," wendete er sich an den Chefarzt, was soll ich und her, lehnte sich an alle Betten, zupfte und schob die mit diesen Kerlen noch anfangen, die an Hühnersuppen und Bolster zurecht, damit die Liegenden die Bildchen beffer Koteletts gewöhnt sind und feine Wäsche tragen." Er wies sehen konnten und las ihnen die Sprüchlein vor, Alles auf das Chiffon- Hemd eines Soldaten:„ Battist!" aus gutem Herzen, bis sämmtlichen Kranken die Köpfe Der Chefarzt zuckte die Achseln. wirbelten. Als aber die Stunde der ärztlichen Visite gekommen war, während welcher jedes Lachen und Geschwätze und Hin und Hergehen streng untersagt war, wurde Petrowna Nikolajewna versorglich entfernt. Die Oberin, die heute die in den Hütten vertheilten Kranken besuchen wollte, nahm Petrowna mit, um sie auf diese Weise unschädlich zu machen. " Das find Geschente, fie tommen uns in Massen zu wir werden sie doch nicht zurückweisen." Verschwendung, Vergeudung," murmelte der General, wir haben nicht einmal genug Kommißhemden für unsere Berwundeten- ein Mißverhältniß, ein schreiendes Mißverhältniß." Er hatte ein Beilchensträußlein einem Verwundeten aus der Hand genommen, roch daran, und warf es ihm wieder zu. Sie hatten das Hospital schon verlassen, als die plötz-" Ihr seid Wöchnerinnen, keine Soldaten," rief er über liche und überraschende Meldung eintraf, daß der Kom die Betten mit erhobener Stimme hin, als stünde er vor mandirende zur Inspektion erschienen sei, um sich persön- der Front. lich zu überzeugen, ob seine Soldaten gut untergebracht Vor einem Vorhängelchen, das vor ein Bett ge zogen war, machte er Halt, und schlug es neugierig zurück. wären. Er trat auch alsbald, von dem Chefarzt begleitet, herein. Der General war ein fnochiger, breitschultriger Mann, etwas über die Bierzig, mit einem derben Kosakenkopf, das Gesicht bärtig, das Haupthaar geschoren. Er blieb mitten im Saale stehen und sah sich um, in hochmüthiger Ueberlegenheit. Diese selbständige Organisation der Privathilfe war ihm wie der gesammten Militärverwaltung ein Dorn im Auge. Sie besaß die reichlichsten Mittel, die sich als un erschöpflich erwiesen, aber statt sie der Gesammtverwaltung zur Disposition zu stellen, war sie eifrig bemüht, sich das Berfügungsrecht darüber ungeschmälert zu wahren. Das erschien ihm als ein Ausdruck des Mißtrauens, der seinen Goldatenhochmuth beleidigte. Aber diese zivile Gesellschaft mochte sich hüten, sich selbst in einen feindlichen Gegensatz zu ihnen zu bringen. Der General ging von Bett zu Bett, musterte alles und befragte die Kranken. Er bemerkte die Blumen und Bildchen und lächelte giftig. Helene stand da, über einen Kranken gebeugt. Mit einem weißen Tuch fuhr sie ihm sanft über die wachsbleiche Stirn hinweg und schaute in diese brechenden Augen mit einem Blick hingebungsvoller Liebe und Bärt lichkeit. Sie fürchtete sich nicht mehr vor dem Sterben, sie hatte gelernt, dem Tob ins Auge zu sehen. Da will Einer wohl desertiren?" fragte der General. Helene winkte mit der Hand die Herren zurück. Er stirbt" sagte der Chefarzt trocken. " Den Wunden erlegen?" fragte der General. " An Erschöpfung; die armen Bursche haben am meisten durch die Entbehrungen gelitten, ihr ganzer Organismus unglaubliche Veränderungen durchgemacht." Die junge Schwester beugte sich plöglich tiefer herab drückte dem armen Burschen die Augen zu: Er hatte es überstanden, Der General firirte sie aufmerksam, ihre Anmuth und der rührende Ausdruck von Traurigkeit in dem schönen Gesichte frappirten ihn. ( Fortsetzung folgt.). hat sie on Was also Corneliffen in Groningen anführte, war so ungefähr( nur mit ein bischen andern Worten") was gefagt wird in einer Broschüre aus der Feder eines gewissen Wilhelm Liebknechter ist jetzt selbst Reichstags- Abgeordneter- Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie", worin man lieft . c, Seite 5, Ausgabe 1874): Ob wählen oder nicht wählen, ist bei allgemeinem Stimm recht nur eine Frage der Müzlich teit, nicht eine Prinzipienfrage". Gewiß, das ist die Sache. Das Theilnehmen an den Wahlen ist unter uns revolutionären Sozialdemokraten eine Frage der Blichfeit und es charakterisirt nicht, was uns scheidet don unferen heutigen parlamentarischen Freunden. " Bielleicht scheint dieses Schreiben ein bischen scharf. Die Redaktion des Vorwärts" bedente jedoch, wie traurig es um gefehrt für uns fein muß, daß wir feit der Stellung des Vorwärts" unter die Hauptredaktion des Genossen Liebknecht nicht ein einziges Mal eine wahre und ganz forrekte Korre spondenz aus Holland in diesem Organ gefunden haben. Wohl aber fanden wir darin an die Adresse der holländischen Genoffen viele weise und schöne Ermahnungen der Redaktion des Vorwärts" von derselben Art, wie sie z. B. unser Genosse Seidel in Zürich oder die Genoffen der Socialdemocratic Federation in England von seiten des Vorwärts" erhielten. Was uns in Holland betrifft: Die Botschaft( aus Berlin) bören wir wohl, allein uns fehlt der Glaube." Mit fozialrevolutionären Gruß Amsterdam. Christ. Corneliffen. Zu diesem Brief nur wenige Worte. Die Persönlichkeit unserer Korrespondenten bürgt uns vollkommen dafür, daß ihre Darstellungen ebenso wahr als korrekt sind. Daß wir den Brief unverändert und vollständig bringen, beweist schon zur Genüge, daß uns um die Wahrheit zu thun ist. Wenn Genosse Cornelissen sich über Angriffe des Vorwärts" beschwert, so lese er doch einmal sein slecht voor alle fiber, baß jeder fog. Angriff" feitens des Vorwärts" nur eine Abwehr zahl: reicher, im Zon weit schärferer und obendrein meist persönlich gehässiger Angriffe des Recht voor Allen" find. Auf die Frage selbst gehen wir nicht ein. Jede Frage der Taktik ist allerdings eine„ Nüglichkeitsfrage." Welche Taftit sich aber vom Standpunkt der Müzlichkeit" als die bessere erwiesen hat, die des Genossen Cornelisfen oder die unsrige, das zeigt ein Blick auf den Stand der Bewegung in Holland und in DeutschDas englische Unterhans nimmt am Montag feine Sigungen wieder auf; Gladstone, der einige Wochen sich in Südfrankreich Biarritz erholt hat, wird morgen in London zurückerwartet. Obgleich er leugnet, je eine solche land. Absicht geäußert zu haben, wird die Frage seines baldigen Rücktritts in der ganzen politischen Welt—> soweit sie dabei intcrcssirt ist,— eifrig besprochen. Und es nnterliegt anch keinem Zweifel, daß der Rücktritt bald erfolgen wird mit oder ohne Absicht. Die liberale Partei— das heißt die eigene Partei des Herrn Gladstone richtet sich schon darauf ein, oder versucht es wenigstens. Ter Ersatz rst noch nicht gefunden. Und wird auch ebensowenig ge- funden werden, wie von der deutschen Zcntrumspartei ein Ersatz für Windthorst— und wesentlich aus denselben Gründen. Denn die„liberale" Partei Englands befindet sich cbcilso auf dem Aussterbe-Etat wie unser Zentrum.— Ter Achtstundentag in England. Nachdem kürzlich der� Minister Asquith wieder eine Reihe von Produktions- zweigen der chemischen Industrie als aesundheitsschädlich, und deshalb neben Vorschriften über die Produktionsmethode auch solchen über Arbeitszeit:c. unterworfen erklärt hat, hat die„Vereinigte Kali- Gesellschaft", die die große Mehr- heit der englischen Kaliwerke eignet, in einer Reihe von De- partcmcnts den Achtstundentag einzuführen beschlossen. So kommt eine Industrie nach der anderen an die Reihe, und die „Ausnahmen" werden allmälig so zahlreich, daß die Bewegung, den Achtstundentag zur Regel zu machen, schließlich unwider- stehlich wird.— Belohnung wegen Tapferkeit haben von General M o rr a, dem sizilianifchen Standrechtshelden, drei Soldaten erhalten. Die„Tapferkeit" bestand darin, daß sie einige der halbverhungerten„Rebellen" nebst etlichen des- gleichen halbverhungerten Frauen und Kindern todtgeschossen haben. In welchem Zustand sich die Opfer dieser„Tapferen" befunden haben, das kann man ungefähr aus nachstehender Schilderung des— nicht sozialistischen— Professors Kaden ersehen, der in Sizilien lange gelebt hat und Land und Leute genau kennt, und jetzt von dort an die— — kammerfortschrittliche, d. h. halbkonservative„Dresdener Zeitung" schreibt: „Bor dem„Haus" eine Mistpfütze, hinter dem „Haus" eine Düngergrube, drinnen eine komplizirte Schweinerei. Dieses„Drinnen" besteht aus einem einzigen Raum ohne Fenster, ohne Rauchfang, der einzige Weg um Luft und Licht zuzuführen eine thürähnliche Oeffnung. Das „Drinnen" ist Wohn-, Eß- und Schlafzimmer, Küche, Keller— Alles für Menschen und Thiere.— Unbeschreiblicher Stank und Schmutz.— Abgerackert und todtmüde ist der arme Furchenknecht oder Frohnsklave Abends spät, immer ein paar Stunden später als das gleichermaßen ab- gerackerte, von der Hundstagssonne zergeißelte Weib, nach „Hause" gekommen, kaum kräftig genug, das bischen Abend- sutter, Grünkraut oder Kürbisstücke in schlechtem Oel ge- braten, zu verschlucken. Tann werden die Kinder ins „Bett" getrieben, während Mann und Frau noch eine Zeitlang in die verglimmenden Kohlen stieren. Suchen sie dann ihr Lager auf, so werden die Kinder einfach ans Fußende hinabgcschoben. An der schlaffen Brust widerwillig genährt, kaum gereinigt, nie gewaschen, als eine vom Herrgott auserlegte Last angesehen, als ein übersiüssiges Freßmaul bis zu dem Tage, wo er die Hacke schwingen lernt oder als Prügel- junge irgend einem brigantenhaften Hirten oder dem Besitzer einer Schwefelgrube übergeben wird,— so wächst der Stammhalter der Familie heran. Eine Schule kennen die Kinder nicht, und es ist gräßlich zu sehen, was Unwissen- heit und Aberglaube Jahr für Jahr da im stände sind, anzustellen. Und so bilden sich diese armen weltabgelegenen Menschen ihre anarchistischen Begriffe von Freiheit und stehen damit auf der Stufe eines deutschen Bauern aus dem IL. Jahr- hundert, der sich mit Weib und Kind für Adel, Geistlichkeit und Fürsten abgeschunden hatte im Dreck und in der Armnth.-- Dieser unglückliche Sklave hofft auf den Tag der Rache und wartet. Und wer nicht warten kann, der tritt aus der Gesellschaft aus, verschafft sich eine Flinte und wird B r i g a n t. Alle Brigantcn ohne Ausnahme, die seit zwei Jahren Sizilien unsicher machen, sind aus dem Bauern- stände hervorgegangen." Und an solchen abgerackerten, halbverhungerten Männern, Weibern und Kindern— denn es wurden fast so viel Weiber und Kinder wie Männer todtgeschossen— haben die Helden des Standrechtshelden Morra sich die „Belohnung für Tapferkeit" verdient!— Italienisches. Auf den italienischen Börsen sind, wie telegraphisch gemeldet wird, offizielle Aufsichtsbureaus eröffnet worden, um etwaige falsche Nachrichten zu dementiren und deren Verbreiter zur Rechenschaft zu ziehen. Der italienischen Regierung dürste es dabei mehr um die Unterdrückung unangenehmer Wahrheiten als falscher Gerüchte zu thun sein.— Aus Spanien wird gemeldet: Infolge der Aus- deynung, welche das Räuberunwesen in der Mancha nimmt, ist eine allgemeine Absuchung der Berge um Toledo an- ordnet worden.— Wegen der wachsenden Roth in der Provinz Cadix verlangt der Gouverneur die Ausführung großer Arbeiten, um der Bevölkerung Beschäftigung zu geben. In Italien nennt man ofsiziös die Aufständigen„An- archisten", in Spanien„Räuber". Das ändert wenig an der Thatsache, daß die Unzufriedenheit des Volkes in Spa- tuen wie in Italien einen Höhepunkt erreicht hat, der bei der Anlage der Spanier und Italiener nothwendigerweise zu Aufständen führen muß.— Serbische StaatSfinanzen. Nach amtlichen Fest- stellungen belaufen sich die Steuerrückstände aus dem vorigen Jahre auf 28 Millionen Franks. Der Finanz- minister erhielt von der Pariser Ottomanbank einen Vor- schuß von 600000 Franks gegen Sicherstellung.— Vsvlanrenksrifrszes. In der Sitzung der Budgetkowmission am Freitag wurde die Verhandlung über den Etat der Schutzgebiete fort- 9'sctzt und zu Ende geführt. Abg. Dr. Hammacher tadelt das Verholten des Vizegottvertteurs Leist, der zum mindesten sehr un- geschickt verfahren sei. Er verlangt ausreichende militärische Hilfe, um die Kolonie zu sichern. Die Prügelstrafe fei ein zivilisatorisches Erziehungsmittel, da? inannicht entbehren könne, auch nicht gegen die Frauen. Er fragt an, wie die Verhandlungen mit Frankreich ständen wegen Abgrenzung des Hinterlandes von Kamerun. Geh. Rath K a y s e r giebt über diese Frage nur bedingt Auskunft. Di« beiderseitigen Unterhändler hätten sich das Wort gegeben, bis zur endgiltigen Erledigung der Verhandlungen Stillschweigen zu beobachten. Des weiteren polemisirt er gegen die am Tage zuvor gemachten Ausführungen des Abgeordneten Bebel und dessen Be- hauptung, daß die Dahomehleute sich in einem Sklavereiverhältniß befänden. Er verliest zur Rechtfertigung des Reichsamts des Aeußeren die Weisungen. die bezüglich der Dahomehleute im Jahre 1891 dem Gouverneur zugegangen seien. Bon Sklaverei könne nicht mehr gesprochen werden. Abg. Prinz v. Arenberg: Die Vorgänge in Kamerun seien unentschuldbar, aber auch er sei der Meinung, daß man bei dem Kulturgrad der Schwarzen ohne Prügelstrafe nicht auskomme, nur müsse sie mit Maß angewandt werden. Er fragt an, was denn eigentlich Leist für ein Mann sei. Geh. Rath K a y s e r antwortet, Leist sei früher Asseffor gewesen und befand sich in einem Alter, daß er in Deutschland Regierungsrath sein würde. Er babe ein Jahr in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes gearbeitet und befinde sich seit 1891 in Kamerun. Abg. Bebel erklärt, er gebe zu, daß wenn die in dem Bericht des Auswärtigen Amts ergangenen Weisungen befolgt worden wären, der Aufstand wohl nicht ausgebrochen wäre. Um so schärfer müßten die Vorgänge verurtheilt werden. Er weist an der Hand des Leist'schen Berichts nach, daß nicht nur Leist, sondern auch der Gouverneur zur Verantwortung gezogen werden muß. Die Mißwirthschaft erstrecke sich schon auf Jahre. Die Dabomebleute seien wie Sklaven behandelt worden, darüber bestehe kein Zweifel, und daß sie die ungerechte Behandlung, die man ihnen im Vergleich zu andern Eingeborenen habe zu Theil werden lassen, empfanden und zur Empörung griffen, zeige, daß sie moralisch weit höher ständen, als man sie schätze. Macht- und schutzlos wie sie waren, von den ersten Beamten mißhandelt, sei die Empörung ihr Recht gewesen. Redner wendet sich dann in scharfer Weise gegen die Ausführungen der Abgeordneten Dr. Hammacher und des Prinzen v. Arenberg, die die Prügel- strafe im Interesse der„Zivilisation" siir nölhig hielten. Er frage, was ivohl aus den Missionen würde, wenn diese zu solchen „zivilisatorischen Maßnahmen" griffen. Gestern habe Geh. Rath Kayser die Lohnvorenthaltung bei den Dahomehleute damit ent- schuldigt, daß, wenn diese Geld bekämen, sie dieses für Frauen anwendeten. Darauf antworte er, Redner: Das käme aber nickt blos in Afrika vor, sondern auch bei uns in Deutschland (Heiterkeit), nur sei das in Afrika nach Sitte und Religion gerechtfertigt, da dort die Polygamie herrsche. Ihm sei auch lieber, die Dahomehleute verwendeten ihr Geld bei Frauen als für Branntwein, der weit koruumpirender wirke. Die zivilisatorischen Erfolge der Europäer in Afrika beständen darin, daß heute kein Reisender mehr es wagen dürfe, gestützt auf sich selbst Afrika zu durchqueren, wie dies seiner Zeit Livingstone und anderen möglich gewesen sei. Die europäischen Zivilisatoren hätten ganz Afrika rn Aufruhr gebracht. Die Vorgänge in Kamerun haben nicht allein Deutschlands Ansehen in den Kolonien und in der ganzen Kulturwelt schwer geschädigt, sondern erfordern auch gewaltige Opfer an Menschen und Geld. Seinen Wider- spruch gegen die Verwendung von Marinetruppen in den Kolonien erhalte er aufrecht. Graf Arnim meint, auch er glaube wie der Vorredner, daß die Verantwortung für die Dinge in Kamerun nicht blos den Vicegouverneur Leist, sondern auch den Gouverneur träfe. Dast aber die Dinge in Kamerun so weit gekommen, daran seien die Oppositionsparteien schuld, die verhinderten, daß genügend Mittel ge- fordert wurden.(Große Heiterkeit.) Staatssekretär v. Marschall sagt zu, daß die Untersuchung sich auch gegen den Gouverneur eritrecken werde, deshalb sei ein besonderer Beamter nach Kamerun gesandt worden. Abg. Richter ant- wartet den? Grafen Arnim, die Regierung habe auch gegen den Willen der Oppositionsparteien an Geld bekommen, was sie ge- fordert, die Opposition lehne jede Verantwortung ab. Abg. Singer giebt den Kolonialsreunden den Rath, die Opfer, dte für Kolonialzwecke gefordert würden, aus eigener Tasche zu geben, sie hätten den Vortheil davon. Abg. Graf Arnim be- streitet, daß die Kolonialsreunde I materieller Vortheile willen die Kolonialpolitik unterstützten. Abg. Prinz v. Arenberg bemerkt, daß er sich dagegen erklärte, daß die Prügelstrafe auch bei den Frauen angewandt werde. Die Debatte wird geschlossen und der Etat von der Mehrheit der Kommission genehmigt. Das gleiche geschieht mit dem Etat für Togo. Bet dem Etat für Südafrika, der einen Zuschuß von 1 Million aus Reichsmitteln erfordert(733 009 M. mehr wie im Vorjahre) fragt der Referent Prinz v. Arenberg an, wie im Augenblick die Verhältnisse dort lägen, allem Anscheine nach seien auch dort große Fehler vorgekommen. Der Sendung eines Posenschen Majors nach dort zur Untersuchung der begangenen Fehler könne er kaum großen Werth beilegen, der betreffende Herr werde in Posen kaum Gelegenheit gehabt haben, kolo- niale Erfahrungen zu machen. Gehetmer Rath Kayser verbreitet sich des längeren über die Zustände in der süd- westasrikanischen Kolonie, deren Aussichten für die Zukunft er im rosigsten Lichte darstellt. Gelänge es nur erst Hendrick Witboi zu beseitigen oder desselben habhaft zu werden, dann sei die Entwickclung der Kolonie gesichert, die ein großes Feld für landwirthschastliche Ansiedelungen biete. Zunächst sei zur Be- kämpfung der Witboi die Vermehrung der Schutztruppe nöthig. Major Leutwein werde wohl in der Lage sein festzustellen, ob und welche Fehler Major Fran?ois gemacht. Abg. Dr. H a m- macher sieht auch die Zukunft der Kolonie sehr günstig an. nur mit den erhofften montanen Anlagen fei es nichts, da die Ausbeute an Erzen und Metallen eine zu geringe sei. Er ergeht sich weiter in Angriffen auf den Major Frau? vis, der die Schuld trage, daß die Ansiedelung in Kubub zerstört worden sei. Er befürwortet die Verwendung von Kavallerie gegen Witboi. Staatssekretär v. M a r s ch a l l: Die Zustände seien bedauerlich, aber von Berlin aus können wir nicht dirigiren und kontrolliren. Major Franyois sei seit 8 Jahren in der Kolonie. zu ihm habe man Vertrauen haben können. Man niöge nicht aburthcilen, ehe die Untersuchung abgeschlossen fei. Abg. v. Podbielsky mahnt zur Geduld. Witboi sei nichts als ein Rätiberhauptmann und mit dem werde man wohl fertig werden. Abg. Graf v. Barnim spricht sich über die Vorgänge in der Kolonie sehr elegisch auS. Fran?ois sei offenbar seiner Aufgabe nicht gewachsen, sonst habe er einen Räuber wie Witboi längst unschädlich machen müssen. Abg. Bebel: Der Staatssekretär habe Recht, daß man von Berlin aus nicht diri- giren und kontrolliren könne, man muß sich also auf die leitenden Personen in den Kolonieen verlassen, diese hätten aber ohne Ausnahme ihre vollendete Unfähigkeit bewiesen. Der Fehler liege hauptsächlich darin, daß man mit der gerühmten„Schneidigkeit" glaube auszukommen, daß man Militärs an die Spitze stelle, die nach ihrer ganzen Erziehuna und Lebensanschauung absolut un- fähig seien, sich in die Zustande in den Kolomen zurecht zu finden. Man nenne Witboi einen Ränberhauptmann. nach seiner Ansicht thue er nichts, was nicht die Vorfahren unserer Adligen auch gelhan. Er habe vor Witboi Respekt, er säubere nach Kräften den heimathlichen Boden von den fremden Eindringlingen, dafür sei es in den Augen der Ein- geborenen ein Heros und in Deutschland würde man ihm im umgekehrten Falle ein Denkmal setzen. Redner konstatirt weiter, daß also auch ein Kolonialfreund wie Dr. Hammacher zugebe, daß es mit der Ausbeute montaner Unternehmungen in Südwest- afrika nichts sei. Für eine landwirthschastliche Kolonie sei aber kein Bedürfniß. Redner erörtert die topographischen Verhält- niffe des Landes, die eine Besiedelung sehr schwer machten. Die Kolonie werde daher fortgesetzt ganz unverhältnißmäbige Opfer erfordern, ohne Aussicht auf entsprechenden Erfolg. Träte aber der letztere wider Erwarten ein, so würde die Schaf- und Viehzucht die Haupterwerbs-Quelle sein und nun ver- langten schon jetzt unsere Agrarier die Einführung eines hohen Wollzolls und Erhöhung der Agrarzölle. Was habe denn da die Kolonie für einen Sinn. Abg. EnnecceruS spricht sich im Sinne des Grafen Arnim aus. Abg. Richter verliest«ine» Privatbrief, i» dem hart über die Zustände in de Kolonie und das Verhalten des Major v. Fran?ois geurtheilt wird. Er mache dieses Urtheil nicht zu dem seinen, aber es sei charakteristisch. Die Waffeneinfuhr sei bei der Ausdehnung des Landes gar nicht zu verhindern. Er stimme über den Werth der Kolonie ganz mit dem Abg. Bebel überein, man solle die Kolonie gegen ein Billiges an England abtreten, das sei das Klügste. Prinz v. Arenberg will nicht so weit in der Berurtheilung des Major v. Fran?ots gehen wie manche Redner, aber ein ge- wisser Tadel sei berechtigt. Staatssekretär v. Marschall sagte gegenüber einer Kritik des Abg. v. Staudy noch einmal eine gründliche Untersuchung zu. Der Etat wird mit Mehrheit bewilligt. Nächste Sitzung Dienstag: Militäretat. Dsrkemslftrickjken: Die Hamburger Parteigenossen nehmen heute(Sonntag) eine Arbeitslosen-Statistik auf, um Zahlenmaterial über die gegenwärtig herrschende Arbeitslosigkeit herbeizuschaffen. Es ist dafür Sorge getragen, daß das gewonnene Material sofort von benifenen Statistikern bearbeitet und das Resultat dem Publikum unterbreitet wird.„Offenheit und RückHaltlosigkeit bei allen Angaben— so schließt das„Hamburger Echo" seinen Appell an die Bevölkerung— und es wird eine vernichtende Anklageschrist gegen den Kapitalismus entstehen." * Bei den Gewerbeaerichtswahle» in Saalfeld siegte in der Klasse der Arbeitnehmer die sozialdemokratische Liste mit 446 Stimmen; in der der Arbeitgeber unterlag die arbeiter- freundliche Liste mit 24 gegen 90 Stimmen. Zur Oeffentlichkeit der Wahlhandlung. Bei der Stich- wähl im Saalkreise hatte der Genosse Paul Methe aus H a l l e a. S. als Vertreter der sozialdemokratischen Partei in dem Orte Priester am Petersberge der Wahlhandlung im Wahl- lokale beigewohnt und dasselbe auch nicht auf die wiederholte Aufforderung des Gemeinde- und Wahlvorstehers Hädicke hin verlassen, weshalb er wegen Hausfriedensbruchs angeklagt wurde. Das Schöffengericht Löbejün kam m der That auch zu einer Ver- urtheilung wegen dieses Vergehens und erkannte auf 16 Mark Geldstrafe. In der Berufungsinstanz vor der Strafkammer beantragte der Staatsanwalt Verwerfung der Berufung; die Bestimmung des Reichstaaswahl- Gesetzes:„die Wahl- Handlung ist öffentlich", sei nicht so zu versteben, daß Jemand aus„Posemuckel" die Wahl in Lindau am Bodensee kontrolliren könne. Der Vertheidiger und mit ihm der Gerichtshof erachteten aber die Bestimmung des Gesetzes be- treffs der Oeffentlichkeit der Wahlhandlung für zweifellos, worauf auf Freisprechung erkannt wurde. Dem Wahlvorsteher hatte als geforderte Legitimation Melhe's u. a. ein Ausweis des Oberbürgermeisters von Halle, daß Methe in Halle im 3. Bezirke Wähler sei, nicht genügt, da dieser Ausweis kein Signalement Methe's enthalte. Mit Recht betonte der Ter- theidiger, daß dem Wahlvorsteher auch ein genaues Signalement nicht hinreichend erschienen wäre, und so würde der Begriff der Oeffentlichkeit völlig illusorisch gemacht werden. Der Gerichtshof trat dem bei. »» « AuS Neiv-Bork wird uns unterm 30. Januar geschrieben: Heute finden hier Stichwahlen in zwei Landeskongreß-Distrikten statt. Allem Anschein nach wird die Gesammtbetheiligung eine noch schlechtere sein, wie bei den ersten Wahlen, und nur wir, die Sozialisten, werden einen Zuwachs zu verzeichnen haben, trotz der auch diesmal— obwohl noch die von den im Staate siegreich gewesenen Republikanern veranlaßten Prozesse gegen demokratische Wahlfälscher schweben— zu erwartenden Möge- leien. Was diese uns gegenüber so leicht möglich macht, ist der Umstand, daß so wenig Leute zur Verfügung stehen, welche genügend der englischen Sprache mächtig sind, um als„Watchers" in den Wahllokalen fungiren zu können. In dieser Hinsicht ruht alles aus den Schultern der verhältnißmäßig schwachen Distrikt- Organisationen der sozialistischen Arbeiterpartei. Es haben zwar eine Anzahl fortschrittlicher gewerkschaftlicher Organisationen ihren Sitz in den beiden Distrikten, dte zum Theil noch kürzlich ihren Statuten den Passus der unabhängigen politischen Aktion auf sozialistischer Basis eingefügt; aber von den Mitgliedern dieser Organisationen sind es fast nur die wenigen, die zugleich Parteimitglieder sind, welche an den Wahlarbeiten theilnehmen. Die englisch-amerikanische Sektion, welche heute wohl mehr anglo- irisch-amerikanische Mitglieder hat, wie je bevor, verfügt nur über eine kleine Anzahl Leute, die sich öffentlich zu bcthätigen wagen, so daß nicht viel auf dieses Element zu rechnen ist. Das wird erst der Fall sein, wenn die ganze sozialistische Bewegung dieses Landes, die heute noch zu neun Zehnteln von den Deutschen getragen wird, eine anglo-amerikanische geworden ist. Wer Gelegenheit halte, vor vielleicht zehn Jahren hier eine Wahlperiode mitzumachen, wird heute einen wesentlich anderen Eindruck erhalten; damals fanden es die Arbeitermassen ganz in der Ordnung, die Affen für die herrschenden Parteien zu spielen und sich an deren Paraden zu betheiligen. Heute schämen sie sich zum großen Theil dessen, und die gegen früher sehr geringe Zahl derer, die noch an den Umzügen theilnehmen, thun es meistens ersichtlich in gezwungener Weise: statt die Köpfe wie sonst hochzuhalten, lassen sie dieselben hängen. Freilich, ihre Stimmzettel geben sie immer noch für eine der Parteien ab, oder aber bethetligen sich gar nicht, wenn die auf„ihre" Partei gesetzten Hoffnungen sich nicht erfüllen. Haben doch der demokratischen Partei des Staates Neiv-Aork(während die republikanische einen der Bevölkerungsvermehrung angemessenen Stimmenzuivachs erhielt) 63 000 weniger Stimmgeb« Gesolg- schasl geleistet, als bei den Staatswahlen 1891. « Polizeiliches, Gerichtliches te. — Hans Blum kann sich bei dem Urtheil des Hamburger Gerichts gegen den Genossen S t e n g e l e, Redakteur des„Ham> burger Echo", nicht beruhigen und hat deshalb Berufung em- gelegt. Die Sache wird demnach nochmals vor der Straskcunmer zur Verhandlung kommen. Deztelesien. (Depeschen deö Bureau Herold.) Mährisch-Ostrau, 9. Februar. In Polnisch-Ostrau ist der Streik der Bergarbeiter immer noch in Zunahme begriffen. Die Streikenden versuchten bereits. Exzesse einzuleiten und die Arbeiter anderer Schächte mit Gewalt zur Einstellung ihrer Arbeit zu zwingen. Die Polizei hat zu wiederholten Malen eingreifen müssen. (Wolff'S Telegraphen-Bureau.) Paris, 10. Februar. Der Redakteur des„Sozialiste", Breton, ist zu zwei Jahren Gefängniß und 1000 Franks Geld- strafe verurtheilt worden, wegen Bedrohung des Präsidenten Carnot, falls dieser Vaillant nicht begnadigen würde. Paris, 10. Februar. Deputirtenkammer. Aus die Jnter- pellation Faberet's über die Schließung der Arbeitsborse erwiderte der Minister des Innern, Raynal, es sei unmöglich, die Börse wieder zu eröffnen, weil die Arbeitersyndikate das Gesetz vom Jahre 1884 nicht beobachteten; gleichzeitig erinnerte der Minister an die Umtriebe an der Arbeitsbörse. Schließlich wurde die von der Regierung angenommene einfache Tagesordnung mit 372 gegen 166 Stimmen genehmigt. Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Bublikum Adolph Ernst- Theater. Unserem Freunde und Genoffen Rud. Friedrich zum heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnernd Hoch! Bum 18. März Charley's Tante. Seine Freunde von der Görligererscheint das, Volksblatt", Organ für die arbeitende Bevölkerung, auf rothem Papier gegenüber keinerlei Verantwortung Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. 56148] und Soraner- Ecke. Theater. Sonntag, den 11. Februar. Freie Volksbühne. V. Abtheilung. Lessing Theater. # Nach mittags 22 Uhr. Das Fallissement von Björnstjerne Björnson. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National Theater. I. Ab- Central- Theater. theilung. Nachmittags 2/2 Uhr. Kabale und Liebe von Schiller. Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Montag: Bajazzi( Pagliacci), Pro: metheus. Schauspielhaus. Die gelehrten Frauen. Der eingebildete Kranke. Montag: Die Minnekönigin. Verbotene Früchte. Leffing- Theater. Madame SansGene. Montag: Ohne Geläut. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner Theater. Ein Tropfen Gift. Montag: Aus eignem Recht. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Montag: Dieselbe Vorstellung. Heues Theater. Gisela. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Herr Coulisset. Berlin 1893. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Dieselbe Vorstellung. Aleranderplats Theater. Waife aus Loowod. Montag: Dieselbe Vorstellung. Die National- Theater. Bajazzi. Der Teufel in Berlin. Tante. Charley's Montag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten Borstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novitäten! Novitäten! „ Bajani" Unserm Kollegen und Genossen Wilh. 56152 Hoffmann zu seinem heutigen Wiegen- gedruckt in einer der Bedeutung des Gedenktages entsprechenden Extra1672b Nummer. Bestellungen werden baldigst erbeten an die feste ein donnerndes Hoch! Expedition des„ Volksblatt", Berlin SW., Beuthstraße 2. Der Arbeitsnachweis der Seifensieder und Berufsgenossen. Halt' die Fahne fest! Nehm' wir noch' ne Stehweiße? Unserm Kollegen u. Genossen Toni Franke die herzlichsten Glückwünsche 16796 Central- Theater. um Geburtstage. Alte Jakobstraße 30. Zum 14. Male: Herr Coulisset. Schwank in 3 Aften v. Blum u. Toché. 50. Male: Hierauf zum Berlint 1893. Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Ein Stiergefecht in Cadig. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime, ausgeführt von den spanischen Clowns Hermandos. Neu! Frl. Elsa Zeller, Roftünı Soubrette. The Willon's, DoppelJongleure. Geschw. Gläser, Ge sang- u.Instrument.- Duettistinnen. Sonntags 6 Uhr., Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Anfang: Adolf, nicht zu lange in die Badewanne. Die meisten Kollegen aus der Melchior- Straße. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine Frau Clara Achtung! dualon Achtung! Protest- Versammlung am Dienstag, 13. Februar, in der Brauerei Friedrichshain am Rönigsthor. Tages Ordnung: v. Szczypinski, geb. Büttner, nach betreffs des Boycotts u. f. w. 2. Disfusion. 3. Verschiedenes. 1. Protest gegen den Beschluß der Volksversammlung vom 4. Februar furzem, aber schwerem Krankenlager betreffs des Boycotts u. s. w. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. am 9. Februar entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 12. Febr., Nachm. 8 Uhr, von Manteuffelstr. 68 nach dem Emmauskirchhof statt. 17116] Otto v. Szczypinski. Todes- Anzeige. Am Freitag, den 9. Februar, verfiarb 202/4 Die Lokalkommission. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Versammlung unser Kollege u. Mitglied, Hausdiener am Mittwoch, 14. Februar, Ab. 8 Uhr, bei Müller, Johannisstr. 20. Michael Kortalla. Die Beerdigung findet am Montag, den 12. Februar, Nachmittag 3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Friedrichshain aus nach Weißensee statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand des Verbandes d. Geschäftsdiener, Packer u. Berufsg. Danksagung.. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Riichstags- Abgeordneten Klees: Die Stellung der sozialdemokratischen Partei zu den Handelsverträgen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 879/5 Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei Fritz Krüger, Hirtenstr. 10; Wittchow, RI. Hamburgerstr. 27; P. Weber, Landsbergerstr. 41; Richter, Neue Königstr. 90; Achilles, Greifswalderstr. 210. 1700b Allen Freunden, Verwandten und Bekannten sage ich hierdurch meinen beften Dank für die Betheiligung an der Beerdigung meiner lieben Frau. Carl Wollweber, Antonstr. 17. Passage- Concordia- Festsäle Panopticum. Jm Theater- Saal, ohne Extra- Entree: C. Saeger, 64. Andreasstraße 64. Heute, Sonntag: Grosses Nord und Süd, Arnold- Concert. Liederspiel von R. Linderer. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Echt Berliner Blut. Posse von Frit Waldau. Die Baby's. Orig. Szene von May Larsen. Riesen- Programm. Sonntags Anfang 52 Uhr. R. Winkler. Nur noch kurze Zeit: Präuscher's anat. Museum. Nen: Kehlkopftuberkulose, Kehlkopfpolyp, Bruftfellentzündung, Lungenentzündung, Lunge mit TuberParodistische Oper v. Hugo Busse. fulose, Herz mit Klappenfehler, Magen mit Entzündung, mit Geschwüren, Leber- und Milzkrankheiten. Hierauf: Der Teufel in Berlin. Große Posse mit Gesang und Tanz in 3 Aften von Eugen Prudens. Mujit von A. Wiedecke. Regie: May Samst. Zum Schluß: Schußkanal durch fünf Körper, Gladiatorenkampf, täglich für erwachsene Herren, Dienstag und Freitag für Damen. Charley's Tante. Castan's Große parodistische Posse mit Gefang und Tanz von Hugo Busse. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: May Sam st. Rasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Montag: Der Teufel in Berlin. Hierauf: Charley's Tante. In Vorbereitung: Die Weber. Schauspiel in 4 Aften. American- Theater. 1 Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus Panoptikum. Ecke Friedrich- und Behren- Strasse. Nur noch turze Zeit: Märchen- Cyclus. ratweil'sche Bierhallen Nachdem: Grosser Ball. 2 Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pfg. Avis! Am Donnerstag, 15. Februar, fällt Umstände halber die Soiree Das Stiftungsfest findet am 24. Februar im Schweizergarten statt. Billets sind bei den Zahlstellen und in den mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. 379/5 Freie Volksbühne. Am Sonntag, den 11. Februar, findet für die I. Abtheilung eine Vorstellung im National- Theater statt. Zur Aufführung gelangt: Kabale und Liebe. Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. E3 wirken mit die Damen: Frau Burska, Frau Schrader, Fräulein Thierry; die Herren Fr. Basil, Fritz Herz, Max Löwenfeld, Direktor Samst und Rhode- Ebeling. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. SW., Solmsstr. 24. 397/11 Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Sonntag, den 11. Februar, Abends 62 Uhr, im Lokale ,, Bum Freischüh", Fruchtstraße Nr. 36a( oberer Saal): Große öffentliche Norddeutsch. Sänger Bersammlung für Männer u. Frauen. aus. Nächste Soiree am Dou nerstag, 22. Februar. Dienstag, den 13. Februar: Gross. Extra- Konzert zum Benefiz für Herrn MusikDirettor Arnold, ausgeführt von der Kapelle des 3. Garde Regiments. 65/18 Nachdem: Grosser Ball. C. Saeger. EDRICHSHAIN Aktien1. Vortrag des Genossen Dr. Joël über: Die Frau im Spiegel 1653b der Geschichte und Wissenschaft. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. Der Einberufer. Großer Wiener Maskenball am Sonnabend, 17. Februar, in Kurth's Konzerthaus, Hafenhaide 52/53. 302/2 Musik von der Freien Vereinigung der Berufsmusiker. Anfang 82 Uhr. Demaskirnng 12 Uhr. Veranstaltet von Mitgliedern der Brauerei Bentral- Kranken- n. Sterbekaffe d. Tischler Friedrichshain am Königsthor. Heute, Sonntag: Großes zur Unterstützung kranker und ausgesteuerter Mitglieder. Billets à 50 Pf. sind in allen Zahlstellen der Verwaltungsstellen B und C obiger Kasse, in den mit Plakaten belegten Handlungen und bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: W. Kolbin, Mariendorferstr. 4 v. 1 Tr.; A. Maurer, Willibald- Alexisstr. 13, Querg. 4 Tr. bei Müller; M. Krüger und R. Meier, Arndtstr. 41, Ag. 3 Tr.; C. Fechner, Arndtstr. 24, Ag. 3 Tr.; Konzert Rudolph, Blumenthalstr. 18, Hof part., P. Carow, Moſtizstr. 14, v. 4 Tr. Reichert's Festsäle, Müllerstraße 7. Sonnabend, den 17. Februar 1894: der Kapelle des Königin AugustaGarde- Grenadier- Regiments Nr. 4 ( Coblenz). Anfang 42 Uhr. Eintritt 30 Pj. Kinder frei. Programni unentgeltlich. Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonntag, den 11. Februar cr., Gr. Wiener Maskenball arrangirt vom ( Mitglied des Gesangverein Nordwacht Arbeiter Sangerbundes). Um 12 Uhr: Fest- Polonaise mit humoristischem Aufzug. Entree 50 Pf. Ende?? Das Komitee. 2 Vorstellungen. Andreasstr. 27. Joël's Festsäle. Andreasstr. 27. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter zehn Kommandantenstr.77-79. Jahren frei): Auftreten der KünstlerWelt. u. größt. Etablissem. Berl. spezialitäten ersten Ranges. Auftreten jämmtl. Klowns. Zum Schluß: WieTäglich abwechselnd. 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Stephan. 9 Die Berathung des Spezialetats der Post und Telegraphen Verwaltung wird fortgesetzt und zwar bei den Ausgaben des Reichspostamt 3, Titel 2: Unterstaatssekretär 20 000 M., zwei Direktoren je 15 000 m. Die Budgetfommission beantragt wie bisher nur die Gehälter für drei Direktoren à 15 000 M. zu bewilligen. Abg. Müller Sagan( frs. Vp.) knüpft an diesen Titel eine Beschwerde über das Verhalten der Verwaltung gegenüber dem Postassistenten Verbande. Daß jetzt die Unzufriedenheit so groß ist, ist nicht eine Folge des Verbandes, sondern umgekehrt, aus der Unzufriedenheit ist der Verband entstanden, weil die kurz nach 1871 eingetretenen jungen Leute jetzt die Folgen des Personalreglements erkennen. Der eigentliche Zweck des Verbandes rechtfertigt wirklich nicht die Verfolgung desselben durch die Verwaltung, die fein Mittel unversucht gelassen hat, um den Verband zu sprengen.( Präsident v. Levehow macht den Redner darauf aufmerksam, daß diese Frage doch wohl eher zum Titel 22: Postaffiftenten gehört.) Redner bricht seine Rede ab, um sie bei dem bezeichneten Zitel fortzusehen. ich später zurückommen. Sonntag, den 11. Februar 1894. = 11. Jahrg. treten wird und zweitens, daß, wenn eine Schädigung eintritt, Verein angehört, der ihn und seinen Berufsgenossen bessere Ge= ein Ausgleich herbeigeführt werden muß. Der Reichstag wird halts- und Lebensbedingungen verschaffen will. Wir leben in die hierzu nöthigen Mittel ohne Weiteres bewilligen. In der einer Zeit, wo die wirthschaftlichen Gegensätze aneinander prallen. Budgetkommission hat man bereits eine Rechnung aufgestellt, Diesen Widerstreit der Meinungen darf die Verwaltung nicht wonach es möglich ist, die Dienst- Alterszulagen eintreten zu dadurch bestrafen, daß sie eine Kategorie von Beamten finanziell laffen auch für die unteren Beamten, wenn man die Gehälter schlechter behandelt als andere, welche sich zu willfährigen Werkder ersten 3 Jahre zusammenlegt. Es giebt aber noch einen zeugen der Politik der Reichsregierung hergeben. Möge uns die anderen Weg, indem man die Titel 25, 26, 27, das sind Postverwaltung unmöglich machen, unsere Klagen zu widerholen, die Beamtenfategorien, um die es sich hier handelt, ver indem sie Zustände schafft, welche das Ansehen und die Würde einigt und gleichzeitig mit der Einführung des der Postverwaltung so fördern, wie es in der früheren, träftigeren System 3 das lächerlich geringe Anfang 3 Beit der Amtsperiode des Staatssekretärs geschehen.( Beifall bei gehalt von 650 bis 700 Mart aus der Welt den Sozialdemokraten.) chafft. Nach Auffassung der Verwaltung haben die Vizepräsident Bürklin ruft den Redner wegen des Ausdrucks Unterbeamten selbst die Meinung, daß der von der Ver- Hungerpeitsche", welcher eine Beleidigung der Postverwaltung waltung ins Auge gefaßte Weg ihre Interessen fördere, enthalte, zur Ordnung. während das Verlangen der Dienstaltersstufen sie schädige. Ich Rommissarius des Bundesraths Geheimrath Neumann er weiß nicht, woher die Poftverwaltung das weiß. Vielleicht durch klärt, daß die verbündeten Regierungen auf die Dienſtalters die Postamts- Vorsteher, die auf Befehl ihrer Vorgesetzten die zulagen für die Postbeamten zur Zeit nicht eingehen könne, weil Meinung der Unterbeamten eingeholt haben. Aber wenn auch die Beamten sich jetzt besser stehen; bei der starken Vermehrung nicht in diesem Falle, ist es im allgemeinen für die Unterbeamten der Zahl der Postbeamten werde das auch in Zukunft so bleiben, schwierig, eine andere Antwort zu geben, als dem Vorgesezten daß die Unterbeamten schneller als nach den Dienstaltersstufen erwünscht ist. Ich kann mich auf eine große Anzahl mündlicher in die höheren Gehaltsklassen aufrücken. Aeußerungen und Preßstimmen der Unterbeamten berufen. Die Abg. Müller- Sagan empfiehlt die Annahme der Resolution große Zahl der Unterbeamten ist vollkommen überzeugt von der der Budgetkommission, welche ausdrücklich die Bedingung enthalte, Durchführbarkeit und Nüßlichkeit des Systems. Die Post- daß die Beamten nicht geschädigt werden sollen. Wenn der Staatsunterbeamten halten die Einführung der Dienstalterszulagen für sekretär nicht nach Laune und Willkür verwalten will, dann könne Abg. v. Kardorff( R.-P.): Deutschland kann sich gratuliren, daß es einen solchen Generalpostmeister hat wie Herrn v. Stephan, möglich, ohne daß eine Echädigung ihrer jetzigen Bezüge eintritt. man ihm sagen: Hic Rhodus, hic salta. ( Widerspruch bei den Sozialdemokraten) einen der genialſten troffen werden, daß die etatsmäßige Anstellung der Beamten im Vertreter der Postbeamten auszuspielen; um aber mit den DienstAllerdings muß mit dieser Feage zugleich die Einrichtung ge- Direktor im Reichs- Postamt Fischer: Es ist leicht, sich als Männer dieses Jahrhunderts, einen Organisator allerersten ganzen Reich in derselben Weise geschieht. Während alterszulagen die Beamten ebenso zu stellen wie jetzt, seien Hanges. Dem gegenüber bedeuten alle solche Angriffe wie die jetzt die etatsmäßige Anstellung bei den Unterbeamten nach 7 bis Millionen erforderlich; aber Herr Singer bewilligt ja teine des Abg. Schönlant gar nichts.( Zustimmung rechts. Zuruf 15 Dienstjahren, bei den Assistenten nach 7/ 2-9 Jahren er Steuern. Die Gewährnng der Gehälter erfolgt nicht nach Laune, links: Unterstaatssekretär!) Auf die Einzelheiten der Rede werde folgen kann, muß die Anstellungsfähigkeit einheitlich für das sondern nach festen Regeln, die in jedem Jahre im Anschluß an ganze Reich geordnet werden. Heute ist es in das Belieben der den Etat festgestellt werden, deren Befolgung vom Rechnungshof Abg. Gröber( 3.) meint, daß es sich hier blos um eine einzelnen Ober- Postdirektionen gestellt, nach welcher Zeit sie die überwacht wird. Fälle, in denen nach Willtür verfahren worden Gehaltserhöhung für einen Beamten handele, denn es werde feine Beamten etatsmäßig anstellen wollen. Ohne diese Aenderung ist, sind trotz aller Aufforderungen vom Abg. Singer nicht beineue Organisation und keine Vermehrung der Arbeitskräfte ge- würde der wesentlichste Vortheil der Dienstalters- Zulagen illu- gebracht worden: ich weise deshalb seine Beschuldigungen als schaffen. Redner beantragt, nicht nur die Stelle des Unter- sorisch sein. Wenn in irgend einem Reffort, so ist es bei der unverdiente zurück.( Beifall rechts.) Es fehlt ihm zur Verstnatssekretärs zu streichen, sondern auch die Umwandlung der Boftverwaltung nothwendig, die Beamten auf eine Basis tretung der Interessen der Postbeamten doch noch manche sachStelle eines ständigen Hilfsarbeiters in die eines vortragenden zu stellen, in der fie frei find von dem Wohlwollen, liche Kenntniß; er sollte daher die Vertretung denen überlassen, Rathes, wofür 3000 M. mehr gefordert werden. der Laune und der Willkür der Vorgesetzten. Der Direktor die dazu berufen sind.( Beifall rechts.) Staatssekretär von Stephan: Ich danke zunächst dem Abg. Fischer hat sich in der Kommission sehr energisch dagegen ver- Abg. Gröber( 3): Gegenüber der einstimmig angenommenen von Kardorff für seine Anerkennung, die ja nicht meiner Person, wahrt, daß man bei der Poftverwaltung von Laune und Will- Resolution hätte Herr Singer nicht in Anspruch nehmen sollen, sondern der ganzen Verwaltung galt. Wenn freilich hier für sprechen tann Wenn freilich hier tür sprechen tann nein, man tönnte sich höchstens gegen die daß seine Freunde allein die Interessen der Postbeamten versolche Reden gehalten werden wie gestern, dann muß das das An- Behauptung verwahren, daß in der Postverwaltung keine Laune, treten.( Sehr richtig!) Alle Parteien vertreten die Schwachen; sehen der Verwaltung im Inlande und Auslande zerstören. Man feine Willfür herrsche.( Vizepräsident Bürklin rügt diesen die Sozialdemokraten vertreten aber nur einseitig die Fabriksagt, der Generalpostmeister taugt nichts, er ist veraltet. In Ausdruck, weil die Behauptung, daß in einer Verwaltung des arbeiter, den Mittelstand lassen sie ruhig zu grunde gehen. Die Amerika aber hat man erlebt, daß die nach Chikago ge- Reichs Laune und Willkür herrsche, entschieden zu weit gehe.) Resolution hätten wir auch gern etwas schärfer gehabt. Ich tommenen Deutschen sich über die schlechten Post- und Jetzt hängt die Erreichung von Zulagen nicht allein von der will nicht gerade sagen, daß nach Laune und Willkür verfahren Telegraphenverhältnisse beklagt haben, weil sie es in Deutsch- dienſtlichen Führung der Beamten ab, sondern auch noch von wird, aber die Beamten haben das Gefühl, daß manchmal andere land zu gut haben. Es handelt sich nicht blos um eine Gehalts- anderen außerhalb des Dienstes liegenden Dingen. Auch für die als dienstliche Gründe maßgebend sind. erhöhung, sondern auch um eine anderweite Organisation; denn unteren Beamten ist die Einführung des Systems der Dienstalters- Abg. Bebel: Wollten wir die Vertretung der Postbeamten über den drei Direktoren steht nur der Staatssekretär als Ver- zulagen wünschenswerth, damit die Zulagen nicht von dem den Beamten überlassen, die amtlich dazu berufen sind", so treter der Einheit, der keine Stellvertretung hat; ich habe Jahre jedesmaligen Bericht des Postvorstehers abhängig sind. tönnten wir hier ruhig den Mund halten und nichts als Ja lang keinen Erholungsurlaub gehabt, bis es in den letzten Jahren Die Dienstalterszulagen sollen ein Ansporn für die Beamten sein, sagen. Wir sind aber ein gleichberechtigter Faktor mit dem Renothwendig geworden ist. Einen vierten Direktor wollte man ihre Pflichten voll zu erfüllen, andererseits sollen sie den Beamten gierungstisch und nehmen uns die Freiheit, an den Herren Kritik in der Kommission bewilligen, trotzdem er 15 000 M., nicht die Sicherheit bieten, zu wissen, daß sie in bestimmter Zeit auf zu üben. Eine Ungleichheit in der Stellung der Beamten je nach 5000 M. Mehrausgaben verursacht hätte. Aber das würde nur die Zulage rechnen tönnen. Die Einführung der Dienstalters der Verschiedenartigkeit der Landestheile hat auch Direktor schaden; es würde die Geschäfte nur noch mehr zersplittern, statt zulagen für die Unterbeamten hat nicht nur einen kalkulatorischen Fischer zugegeben. Die Mehrzahl der Beamten würde gewiß gern aus ste einheitlicher zu gestalten. Ich nahm die Last allein auf meine Werth, wie die Postverwaltung in der Kommission behauptete. dem Often nach dem Westen gehen.( Sehr richtig!) Prinzipiell hat die Schultern und behielt sie auch, als noch die Reichsdruckerei hinzufam. Die hunderte von Klagen, die zu uns fommen, weisen darauf Postverwaltung gegen die Regelung der Dienstalterszulagen Dann kam die Entwickelung des Fernsprechwesens, die Kolonien hin, daß auf diesem Gebiete feine rosigen Zustände herrschen. nichts einzuwenden. Herr Fischer kämpft also gegen Windmühlen. und die Postdampfer- Verbindungen. Was noch weiter fommen würden die Beamten mit Klagen zu uns kommen, wenn sie Aber die Postverwaltung schafft künstlich eine ganze Reihe von wird, ist nicht abzusehen; alle Tage werden neue Erfindungen teine Veranlassung dazu hätten? Die Beamten wissen Einwendungen, die zu beseitigen wären, wenn ein energischer gemacht. Wir haben die Postanweisungen und Postaufträge ja ganz genau, daß, wenn fie fich an die Sozial Wille dazu vorhanden wäre. Herr Direktor Aschenborn ist seinereingeführt, was einen Umsatz von 6000 Millionen Mart be demokratie wenden, dies gerade sie nicht dem Wohl- zeit in der Budgetkommission selbst mit Nachdruck dafür einDeutet; erst heute habe ich einen Vertrag mit Neu- Süd- Wales wollen der Verwaltung empfiehlt. Aber bei keiner getreten, daß in bezug auf die Regulirung des Dienſteinkommens unterzeichnet, der den Postanweisungsverkehr nach dorthin und anderen Partei finden sie das Verständniß und den die Postverwaltung keine Ausnahme machen sollte gegenüber von dorther einführt. Die Zahl der Post- 2c. Anstalten, der Willen( Oho! bei den Nationalliberalen), die Lage der den andern Verwaltungen. Die bösen Folgen des jetzigen Systems Beamten zc. hat sich erheblich vermehrt; die Zentralverwaltung wirthschaftlich Schwachen zu verbessern. Das schließt nicht aus, sind die, daß einmal den Unterbeamten gar keine Garantie dafür ist mit der Zahl der Beamten und ihrer Journalnummern daß auch zu Ihnen( zu den Nationalliberalen) einzelne Klagen geboten wird, wann und wie sie aufrücken können. Was Herr manchem preußischen Ministerium überlegen, welches einen kommen, aber so oft wir die Unterbeamten darauf hinwiesen, Fischer angeführt hat, trifft nicht das, was wir wollen. In der Unterstaatssekretär hat. Unter der Zentralverwaltung stehen auch andere Parteien für ihre Sache zu interessiren, haben sie Verwaltung wird das Streberthum groß gezogen und ein Zudirekt große Verwaltungen: für den Bau der Telegraphen, uns immer geantwortet: das nüht nichts, da bekommen wir keine stand der allergrößten Unsicherheit herbeigeführt, und daß die Streber für Postbauten, für das Postanweisungswesen, das Postzeitungs: Hilfe. Bisher haben wir jede noch so geringe Verbesserung der gerade nicht die besten Beamten sind, das ist jedem bekannt. Unterbeamten der Postverwaltung abringen müssen. Das Dienst: Nach den Tabellen der Postverwaltung in der Budgetkommission Abg. v. Leipziger( dr.): Wir erkennen die Leistungen des eine der wichtigsten Ausgaben der Postverwaltung. In der nach 9 Monate ein solches von 950 M. Aber es ist keinerlei alterszulagensystem auch für die Unterbeamten einzuführen, ist sollen die Unterbeamten ein Mindestgehalt von 900 m. beziehen, Generalpostmeisters an und erheben daher Widerspruch gegen die Kommission wollten wir die Resolution noch auf die Unterbeamten Sicherheit geboten, daß sie in diese Klasse auch wirklich einrücken Angriffe des Abg. Schoenlant, aber wir können der Vorlage erweitern, nehmen aber jetzt davon Abstand, weil es aussichtslos ist. daß der bisherige Zustand in der Postverwaltung unhaltbar nicht zustimmen, weil wir neue Stellen für höhere Beamte nicht wir stimmen aber für die Resolution der Kommission. Die ist, beweist eine Buschrift aus Breslau, wo ein Sekretär nach bewilligen wollen, bis die Gehaltsverhältnisse den preußischen Unterbeamten sollen durch das System der Dienstalterszulagen 23 Dienstjahren noch nicht das Maximalgehalt bezieht und ein angepast sind, wo die Unterstaatssekretäre nur 15 000. Gehalt um 2 Millionen geschädigt werden, der Ausfall wird aber sicher- Echreiben aus Hamburg, wo Briefträger nach 25 Jahren noch beziehen. lich viel geringer sein. Es wäre nur eine ganz minimale Er- nicht das Maximalgehalt beziehen. Die Beschwerden hierüber höhung des Etats nöthig zur Ausgleichung der Schädigung. schieben die Beamten nicht auf die Reichs- Postverwaltung, sondern Die Postverwaltung braucht sich ja nur die Mittel dazu be auf die Ober- Postdirektion. Es soll sogar hier vorgekommen willigen lassen. Diese Frage hat eine sehr große sozialpolitische sein, daß ein Unterbeamter, der sich bei der Ober- Postdirektion Bedeutung. Unsere Reden sollen die Unzufriedenheit der Be- beschwert hat, nicht allein zurückgewiesen, sondern obendrein noch Nachdem Abg. Gröber( 3.) nochmals ausgeführt, daß es amten erregen, das Ansehen der Postverwaltung schädigen und die mit einer Geldstrafe belegt worden ist. Herr Direktor Fischer sich nicht um eine Vermehrung der Arbeitskräfte handele, ver- Autorität des Staatssekretärs bei seinen Beamten untergraben. hat gefragt, wo denn die Mittel zur Einführung des neuen wahrt fich Abg. Müller- Sagan( frf. Vp.) dagegen, daß Reden Dem fönnen Sie leicht abhelfen, folgen Sie nur den ein Systems herkommen sollten, neue Steuern würden wir doch wie seine das Ansehen Deutschlands im Auslande schädigen. stimmigen Wünschen des Reichstages, führen Sie die nicht bewilligen. Die Post tann aber vollständig mit ihren Staatssekretär v. Stephan erklärt, daß er nur vom An- Dienstalterszulagen ein, laffen Sie sich die Mittel dazu vom eigenen Einnahmen bestehen. Neue Steuern find also nicht sehen der Postverwaltung, nicht vom Ansehen Deutschlands ge- Reichstag bewilligen. Daun werden auch Ihre finanziellen Be- nöthig. Es ist auch mehrfach auf die Vorschläge hingewiesen sprochen habe. denken beseitigt sein. Der Reichstag wird sich auf diesem Ge- worden, welche ich in der Budgetkommission gemacht habe. Vizepräsident Bürklin erklärt, daß er den Ausdruck Blend- biete nicht negirend verhalten. Wir haben aber Ihren prinzi- Nach diesen Vorschlägen würde es möglich sein, für die Kategorien werk nicht gerügt habe, weil derselbe durch den Zusatz von den piellen Widerstand zu brechen. Sie wollen die Unterbeamten der Unterbeamten von 9-1500 m. Gehalt allerdings einen Ausverblüffenden Zahlen einen anderen Sinn erhielt. nicht aus Ihrer Hand lassen, Sie wollen die Verweigerung der gleich zu schaffen, der eine jede Schädigung erspart und auch der Staatssekretär v. Stephan: Damit kann ich einver- Bulagen als Drohmittel in der Hand behalten, um sich eine will eichskaffe teinen Heller mehr fosten würde. Es würde dazu standen sein. fährige Beamtenschaar zu schaffen, indem Sie mit der Hunger nur nöthig sein, von den untersten 4 Alterstufen 3 Jahre zuDie Umwandlung der Stelle eines Direktors in die eines peitsche dahinter her find.( Lebhafte Ohorufe.) Wer nicht fammenziehen und einen Jahresdurchschnitt zu berechnen, der Unterstaatssekretärs wird entsprechend dem Antrage der Budget- blindlings folgt, soll teine Hoffnung auf Bulage haben. anfangs allerdings von 900 auf 9883/4. fich erhöhen würde, fommission einstimmig abgelehnt; darüber hinaus beschließt Es handelt fich hier um fo geringe Einkommen, aber spätestens nach 21/2 Jahren von selbst in das System überdas Haus auch noch gegen die Stimmen der Konservativen und daß die Beamten eine Nebenbeschäftigung haben Nationalliberalen entsprechend dem Antrag Gröber die Um den anderen Arbeitern Ronkurrenz machen müffen. und geht. Ich glaube recht gern, daß wenn Herr Fischer seine PostDie boten und Landbriefträger fragt, ob sie die Aufrechterhaltung wandlung der Stelle eines Hilfsarbeiters in eine Rathsstelle ab- Postverwaltung erweist sich also als Lohndrücker. Die des jezigen Systems oder das System der Dienstalterszulagen zulehnen. Unterbeamten tönnen jezt beliebig entlassen werden, sie werden haben wollen, und ihnen fagt, daß sie dabei aber weniger Gehalt Bei den Ausgaben für die mittleren Beamten( expedirende politisch in bestimmter Richtung überwacht und zu Dingen auf- bekommen, so müssen sie ganz natürlich zu einer Ablehnung Sekretäre, Regiftratoren 2c.) beantragt die Kommission folgende gefordert, die mit ihrem Dienst nichts zu thun haben. Sie sind fommen. Er ist als Vorgesetzter zu ihnen gekommen und mit Resolution: Den Reichskanzler zu ersuchen, bei der Aufstellung willfährige Werkzeuge in der Hand der Behörden. Allerdings ganz falscher Motivirung; zu uns aber sind sie freiwillig ge= des nächstjährigen Etats für die Berechnung der Gehälter der wird sich auch nach der Einführung der Dienstalterszulagen die kommen und haben ihre Wünsche tund gethan; und es besteht mittleren Beamten der Post- und Telegraphenverwaltung das Boftverwaltung als Vorsehung für die Ausübung der bürger- bei ihnen allerdings der Wunsch, daß jeder Beamte für seine System der Dienstalters- Zulagen durchzuführen und auch für die lichen und politischen Rechte der Unterbeamten aufspielen, Gehaltszulagen durchaus einen sicheren Rechtsboden hat. unteren Beamten die alsbaldige Durchführung in Aussicht zu in der Dentschrift für die Einführung der Dienstalters- Auch mit der Protektionswirthschaft muß aufgeräumt werden. nehmen, dabei indeß dafür Sorge zu tragen, daß für dieselben zulagen für die mittleren Beamten steht ja ausdrücklich, Das ist ein Kapitel, daß einmal dringend der Erörterung be eine Schädigung gegen die bisherigen Bezüge nicht eintritt." daß ein Rechtsanspruch auf die Dienstalterszulagen darf. Wird das Anfangsgehalt der Postunterbeamten erhöht, so Abg. Singer( Soz.): Auf den Vorwurf hin, daß auch ich den Beamten nicht zusteht. Man begründet das mit dem Dis stellt sich der Unterschied im Vergleich zu den Eisenbahnbeamten den Vorwurf höre, das Ansehn der Postverwaltung zu schädigen, ziplinargesez. Es ist durchaus unrichtig, teinen Rechtsanspruch noch ungünstiger und die Unzufriedenheit unter diesen wird noch muß ich doch den schärfsten Widerspruch gegen die Behandlung darauf zu gewähren, die öffentliche Kalamität muß aufhören, mehr wachsen. Jetzt hat ein Pofifchaffner 200 Mart mehr erheben, welche die Frage der Dienstalterszulagen für die Unter- daß die Postverwaltung sich darum kümmert, was die Beamten als ein Eisenbahnschaffner. Dieser Unterschied wird durch eine beamten bei der Postverwaltung findet. Er herrscht zwischen außerdienstlich für wirthschaftliche und politische Ansichten ver- Veränderung des gegenwärtigen Modus der Gehaltsauszahlung meinen Freunden und mir Uebereinstimmung mit der Post- treten. Mit der Bestimmung, daß die Beamten sich auch außer nicht aus der Welt geschafft werden. Ich sage nicht, daß die verwaltung hinsichtlich des Wunsches, daß die Unterbeamten durch dienstlich ihres Amtes würdig erweisen, verlangt das Disziplina Posibeamten gut bezahlt werden, sondern daß das Gehalt der die Einführung des Systems nicht geschädigt werden. Aber Gesetz nicht das, was z. B. die Postverwaltung von dem Eisenbahnbeamten erhöht werden muß. Aber wir haben nach weiter geht die lebereinstimmung keinen Schritt. Die Postverwaltung Assistentenverband verlangt. Der Beamte soll nach dem Dis solchen Rücksichten auf andere Erwerbszweige gar nicht zu behauptet, daß die Einführung der Dienstaltersstufen für die unteren ziplinargefet anständig leben und z. B. nicht alle Nächte betrunken fragen. Mit demselben Recht könnte man auf die Beamten eine Schädigung derselben zur Folge haben muß, wir meinen, im Rinnſtein liegen.( Gelächter.) Aber die Verwaltung sagt, der hat Grenzaufseher, Gendarmen, Polizeidiener hinweisen. daß diese Schädigung in dem behaupteten Umfange nicht ein- nicht das Verständniß für die Aufgaben seines Amtes, ber einem treten feineswegs blos für die Post- Unterbeamten ein, amt 2c. Abg. v. Kardorff( Rp.): Es handelt sich nicht um eine Personalvermehrung, die man wohl bewilligen tönnte, sondern nur um eine Gehaltserhöhung, die wir aus Sparsamteitsrücksichten nicht bewilligen tönnen. " Wir gez. von Michaelis, Stadtkommandant für Spandau. ondern auch für andere Beamte und für die Fabrikarbeiter. Johne Verzug zu melden, damit die nöthige Aufklärung bezw. Be- I troffen, daß er in die Redaktion nichts hineinzureden habe, ez Der Abg. Gröber wirft uns vor, daß wir für den Mittelstand strafung erfolgen kann. ist ihm auch nicht nachgewiesen, daß der hier in Frage stehende tein Interesse hätten. Wir sind nach unserer ehrlichsten UeberAufruf mit seiner Kenntniß oder auf seine direkte Anordnung zeugung nicht des Glaubens, daß die Mittel, die das Zentrum in der Zeitung Aufnahme gefunden hat. Der Gerichtshof hat zur Hebung des Handwerkerstandes vorgeschlagen hat, demselben( Artillerie- Werkstatt.) ihn daher nicht als Mitthäter angesehen, wohl aber ihn der Beiirgendwie nüßen können, vielmehr daß er dadurch vielfach ge Wir treiben feine nachträgliche Fastnachtsfopperei; der hilfe für schuldig erachtet. Werner ist der Begründer und Leiter schädigt wird. Und nicht blos den Handwerkern schaden fie, Erlaß ist echt. Seine Wirksamkeit erstreckt sich auf die der Partei der" Unabhängigen", ihm war es durchaus und deren Verlobte; ob für bekannt, daß der„ Sozialist" eine revolutionäre Tendenz hatte wickelung, die wir allerdings in feiner Weise aufhalten wollen. Die Dingen Unteroffen Bräute im gleichen Fall die und die ganze Bropaganda darauf hingeht, die öffentliche OrdDaß wir für die unteren Boltsklassen mehr eintreten wie das felben oder ähnliche Bestimmungen gelten, wissen wir nicht. nung zu verlegen und zum Widerstande gegen die Staatsgewalt Bentrum, beweist unser Gintreten gegen die indirekten Steuern Wie in Zweifelsfällen die Konstatirung der Jungfraufchaft geübt aufzufordern. Jede Propaganda dieser Art hat dieses Biel, found Zölle auf Lebensmittel. Diese Fragen intereffiren den Hand wird, ist uns ebenfalls unbekannt. bald sie sich nicht auf wissenschaftliche, theoretische Erörterungen werkerstand ebenso wie den Arbeiterstand. Ein großer Theil des Leider werden die heirathenden Soldaten sich dem Zwange beschränkt. Davon fann hier gar feine Rede fein. Indem der Partei feine Druderei vorbehaltlos zur Handwerkerstandes steht sich schlechter als ein gut bezahlter der tirchlichen Trauung unterziehen müssen und es mag daher Werner Arbeiter. Ueber derartige Anklagen können wir ruhig hinweg- bei den rückständigen Anschauungen, die meistens noch in höheren Verfügung stellte, war er sich voll bewußt, daß nur bei den Maffen Erfolg haben gehen. Draußen im Lande weiß man es besser.( Beifall bei den militärischen Kreisen maßgebend sind, in der Führungsliste, die diejenige Propaganda Er konnte die das theoretische Gebiet verläßt. Sozialdemokraten.) über Braut und Bräutigam etwa geführt wird, die Frage der tönne, deshalb eine fachliche, theoretische, vorbedachte Propaganda in Jungfrauschaft nicht ohne Bedeutung sein. Bei alledem hoffen wir, daß auch in der Soldatenehe die dem Blatte nicht erwarten, eine solche würde auch seinem am Traualtar fehlende Jungfrauschaft nicht allzu tragische Folgen eigenen Willen gar nicht entsprochen haben. Er wollte sich selbst baben wird. Bum Troste seien den nicht mehr jungfräulichen von jeder Verantwortlichkeit befreien, aber alle die umstürz Brautleuten die schönen Heine'schen Verse in einer kleinen Ab- lerischen Zwecke, denen das Blatt dient, alle die Kundgebungen weichung zum Glückwunsch dargebracht: der Aufreizung, welche beinahe jede Nummer des Blattes enthält, fördern. Aus diesen Gesichtspunkten heraus hat ihn der Gerichtshof der Beihilfe für schuldig erachtet. Da es sich hier um eine gefahrlose Aufreizung einer urtheilslosen, zu Grzessen geneigten Menge handelt, hat der Gerichtshof den Angeklagten Ellendt zu vier Monaten, Brandt und Werner su je sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Abg. von Kardorff( R.-P.): Die Sozialdemokraten thun geradefo, als wenn sie das System der Dienstalterszulagen er funden hätten.( Sehr richtig! rechts.) Die Mehrausgaben dafür müßten auf irgend eine Weise beschafft werden, und daran hätten die Arbeiter auch mitzutragen, selbst wenn man eine Vermögenssteuer einführte.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Wissen Sie denn nicht, daß bei Einführung der Vermögenssteuer in Frankreich Handel, Wandel und Verkehr darniederlagen, sodaß die Arbeiter geschädigt wurden. Die Einnahme der Postverwaltung geben allerdings einen Ueberschuß, aber wenn diese nicht für die Deckung der Reichsausgaben verwendet werden, dann muß man dazu andere Steuern erfinden. Auf eine Anfrage des Abg. Müller: Sagan erklärte der Kommiffarius Geh. Rath Wittkow, daß nicht blos nach einer älteren Statistit von 1891, sondern auch nach einer neueren die Beamten durch die Dienstaltersstufen geschädigt werden. Abg. Gröber führte aus, daß die Sozialdemokraten alles gethan hätten, um den Mittelstand zu ruiniren, indem sie für Gewerbefreiheit eingetreten feien. Und fehlt auch Schleier und Myrthenkranz, Die Ehe sei glücklich nicht minder. Es lebe Bräutigam und Braut Und ihre zukünftigen Kinder! von einem Abonnenten erhalten. " Die Winkelfonfulenten. Für nur eine Mark erbietet sich ein Herr Pollack, Blumenftr. 19, in einer auch im Vorwärts" enthalten gewefen Anzeige zur Anfertigung von Klagen, Ein- leber einige Vorgänge aus dem Omladina Prozeß gaben und Reklamationen, sowie zur Ertheilung von Rath in bringt eine Wolff'sche Depesche vom 10. Februar folgende be Bivil- und Strafprozeß. Wie es mit der Billigkeit dieser Art zeichnende Mittheilungen: Im Omladina- Prozeß wurde hente Rechtsbeistände zum Theil aussieht, lehrt eine Buschrift, die wir Mittag das Beweisverfahren gefchloffen. Die in Haft befindlichen Angeklagten weigerten fich, den Saal zu verlassen, ehe „ Eine mit mir verwandte Frau", so berichtet unser Gewährs- nicht das Verbot des Empfanges von Besuchen an Sonntagen mann, bedurfte des Rathes in einer Bivilprozeßfache und ging wieder aufgehoben werde. Troß der Aufforderung des PräsiAbg. Hammacher( natl.) stellt fest, daß die erste Anregung zu Bollack in der Annahme, daß nach dessen Annonce im denten blieben die Angeklagten auf den Plägen. Als sie später zum System der Dienstalterszulagen von ihm ausgegangen ist. Vorwärts" fie der Rath nur 1 M. fosten würde, also jeden sich zurückzogen, veranlaßten sie Tumulte in den Korridoren, so Abg. Bebel: Keinem von uns ist es eingefallen zu befalls billiger sein werde, als bei einem Rechtsanwalt. Nach daß die bewaffnete Gefängnißwache die Ruhe herstellen mußte. haupten, daß die Einführung der Dienstalterszulagen für die beendeter Konsultation, die nebenbei gesagt noch nicht einmal Den Bertheidigern, welche sich zum Präsidenten des StrafPostbeamten von uns angeregt sei. Auf die beplacirte Aeußerung 1/4 Stunde dauerte, verlangte Pollak für den ertheilten Rath gerichts begaben, wurde bedeutet, daß die Besuche an Sonndes Herrn Gröber will ich nicht näher eingehen, zumal der 3 M. Auf den Vorhalt der Frau, daß sie nach der Aunonze er- tagen nicht mehr gestattet werden, weil Mißbräuche stattgefunden Präsident sie gerügt hat. Ich bebe gegenüber dem Regierungs- warten mußte, es werde der Rath nur 1 M. tosten, erwiderte hätten. fommissar nur hervor, daß von feiner Seite im Hause beabsichtigt ihr Bollat, daß sie in dieser Sache verschiedene Fragen an ihn wird, daß bei den Dienstaltersstufen eine Schädigung für die gerichtet habe und daß die Beantwortung jeder Frage 1 M. Pofibeamten heraustomne, auch nicht von unserer Seite. Im fojte. Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß die Fassung Gegentheil, den Unterbeamten soll nicht ein Pfennig ihres Ge- des Inserates darauf berechnet ist, Leute, die in Rechtssachen halts genommen werden. eines Bescheides bedürfen, anzuloden, um felben dann unter Hierauf wird der Titel genehmigt und die Resolution ein- allerlei Fluntereien um Beträge zu bringen, die bedeutend zu stimmig angenommen. Die übrigen Ausgaben für die Zentralverivaltung werden nennen sind, wenn man die wohl meistens gedrückte Lage der ebenfalls bewilligt und um 3/45 Uhr die Fortsetzung der Be- jenigen Leute in Betracht zieht, aus denen sich der Kundenkreis rathung auf Montag 1 Uhr vertagt. Tokales. Achtung, zweiter Wahlkreis! Wegen der am Dienstag, den 13. d. Wis., stattfindenden Parteiversammlung fällt die für diesen Tag angekündigte Bersaminlung des Wahlvereins aus. Der Vorstand. Der Feldzug gegen die Obdachlosen wird munter fort gefekt. In dem neuesten antisemitischen Moniteur lobert der Fugrimm eines Philisters auf, weil in den Blättern über eine Unmenge" von Gaben für Besucher der Wärmehalle quittirt wird. Es ist selbstverständlich, daß wir, nachdem uns von dem Geschäftsgebahren des Herrn Pollak Kenntniß gegeben, diesem Herrn den Juferatentheil unseres Blattes verschlossen haben. Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir den schon oft gegebenen Rath, sich in Rechtssachen lieber an einen Rechtsanwalt zu wenden, als an einen Winkeladvokaten, dessen vielfach recht zweifelhafter Beisland gewöhnlich noch theurer tommt, als der eines wirklichen Juristen. 15 000 M. d Versammlungen. und Der MitDie Arbeiter der chirurgischen Branche waren am 8. d. Mts. bei Seefeldt versammelt, um über die bei der Firma Schmidt, Ziegelstraße 3, entstandenen Differenzen zu berathen. Durch die rigorose Behandlung von seiten des Herrn Schmidt und weil ihnen außerdem für den Neujahrstag der Wochenlohn um zehn Stunden gekürzt wurde, fahen sich vier Bandagisten veranlaßt, die Arbeit niederzulegen. inhaber der Firma, Herr Baruch, welcher in der Versammlung anwesend war, hatte nachträglich gegenüber zwei Kollegen, welche dieserhalb mit ihm Rücksprache genommen, sich verpflichtet, zwei dieser Entlassenen wieder aufzunehmen; bezüglich der beiden anderen, von denen einer ein fiebzigjähriger Mann und feit zwanzig Jahren dort beschäftigt ist, war keine EiniIn der sehr ausführlichen Debatte, an der sich Eine nette Pflanze. Großes Auffehen erregt unter feines gung erzielt. gleichen das Verschwinden des Hauseigenthümers und Sports Herr Baruch zu wiederholten Malen betheiligte, wurde festgestellt, man Paasche. P., der in der Oberbergerstraße ein Haus und daß die genannte Werkstatt seit Langem in schlechtem Rufe die Arbeiter berechtigt waren, auf Grund einzustellen. Da der Vorkommnisse die Arbeit bei Müggelsheim ein werthvolles Grundstück besaß, hat sich vor steht Vertreter der Firma sich zu feiner bindenden Er furzem seines Grundbesitzes und seiner Sportsyacht entäußert der und ist in der vergangenen Woche mit Hinterlassung einer beWenn diefe mildthätigen Personen, so schreibt der satte deutenden Schuldenlast plöglich aus Berlin verschwunden. Seine flärung herbeiließ, wurde einstimmig die Sperre beschlossen. Philifter, fich nur einmal davon überzeugen möchten, welch Frau und eine zwanzigjährige Tochter, welche beide fräntlich Interessant war die Mittheilung eines Redners, daß an Stelle arbeitsscheues Gesindel die Wärmehalle am Alexanderplatz be- find, hat er hier in dürftigen Verhältniffen zurückgelaffen, fich der Ausgesperrten sich noch Niemand gefunden hat, als ein völfert, so glaube ich, würden die Gaken lange nicht so reichlich Rellnerin mitgenommen. Man ninunt an, daß P. sich nach engagirt wurde; aber selbst dieser hat sich, nachdem ihm Aufdagegen zur Gesellschafterin eine nicht im besten Ruf stehende junger Mann, der mit fünfzehn Mark Wochenlohn fließen. Ich bin überzeugt, daß unter den taufenden von Befuchern der Wärmehalle nicht ein einziger sich befindet, der, Amerifa begeben habe, wo er sich früher schon mehrere Jahre flärung gegeben war, mit feinen Kollegen solidarisch erklärt. fuchern der Wärmehalle nicht ein einziger sich befindet, der, aufgehalten hat. Man schäßt in seinen Bekanntenkreisen die Es ist Sorge getragen, daß die Nachricht von der Sperre weiteste wenn ihm Arbeit angeboten, dieselbe annehmen würde." Als Beweis" führt der Satte an, daß ein Geschäftsmann Summe, die er mit hinübergenommen hat, auf etwa 12. bis Verbreitung erlangt, ebenso werden die Gemaßregelten ausreichende Unterstüßung erhalten. Die nächste öffentliche Verin der Wärmehalle Arbeiter zum Entladen von Eisenbahnwagen sammlung wird sich mit der Stellungnahme zum 1. Mai be gesucht, aber leine Leute gefunden haben soll, die für zwei Mart Ein Kampf mit Zuhältern. Mit der blanken Waffe" faffen. pro Tag zu arbeiten bereit waren. Der Satte folgert aus diesem mußte sich Donnerstag Abend gegen 8 Uhr ein Schuhmann an Im Verein der Bureau- Angestellten und verwandten angeblichen Vorkommniß natürlich, daß ein richtiger arbeitsloser der Ecke der Linien- und Koblautstraße gegen Zuhälter verthei Arbeiter überhaupt noch nicht in der Wärmehalle gefunden digen. Um diese Zeit passirten zwei Beamte der Reichsbank mit Berufsgenoffen hielt am 6. Februar Kollege Scheib einen worden sei, sondern nur wohnungslose, arbeitsscheue, vollständig ihren Frauen die Linienstraße an jener Stelle, als zwei Louis Vortrag über:„ Die Schule". An der Diskussion über den Vorverkommene Gefellen", welche, da sie wissen, daß sie in Berlin des„ Scheunenviertels" plößlich herantraten und die einige Schritt trag beteiligten sich die Kollegen Kunkel und Walter. Demgehegt und gepflegt werden, erst einige Tage vorher zu- vorausgehenden Damen ohne weiteres ins Gesicht schlugen; die nächst erstattete Kollege Schulz Bericht über die vorgenommene so Rassenrevision. Dem Ersuchen desselben, dem Kassirer Decharge gereist waren. Diefelben führen, fo berichtet der Satte weiter, Rowdies gingen alsdann den beiden Beamten, die vor Schreck und zu ertheilen, wurde durch Erheben von den Plätzen stattgegeben. nicht selten sozialdemokratische Schriften bei sich. Auf dem Titel Wuth über die unererhörte Frechheit kein Wort hervorbringen Ein Antrag des Kollegen Runtel, eine Deputation zur Ueberblatt des Taschenbuches eines dieser- Aermisten der Armen fonnten, zu Leibe, und als auf die Hilferufe der letteren ein bringung des Kranzes am 18. März auf den Friedhof der habe gestanden: Mein Wahlspruch ist: Gut leben- wenig thun. Schuhmann hinzukam, griffen die Zuhälter auch diesen an und Märzgefallenen zu wählen wurde angenommen. Die MitgliederSelbstrebend lautet die Nukanwendung bei dem Satten: Es ist packten ihn an der Brust, um den Beamten zu Boden zu werfen. Versammlungen des Vereins finden jekt jeden Dienstag nach die höchste Zeit, daß dieser falschen Menschlichkeit endlich einmal Erst als Bublifum hinzufam, ergriff der eine Strolch die Flucht, dem 1. und 15. des Monats in der Lothringerstraße 63 bei Einhalt geboten werde, sonst finden sich noch sämmtliche Strolche während der zweite wie ein Rafender gegen den Schuhmann Golisch statt. aus Deutschland hier zusammen. weiter fämpfte. Der Beamte zog schließlich blant und machte Die Angaben, die der Satte in seinem neuen, antisemitischen Leibblatt macht, sind natürlich nicht zu kontrolliren. Aber angenommen, es stimmte, was er von den Obdachlosen berichtet, so verdiente ihre ablehnende Stellung zu dem Angebot von 2 M. Tagelohn für eine schwere Arbeit wahrlich den Dank und die Polizeibericht. Am 9. d. Mt. tödtete sich ein Arbeiter in Achtung aller ehrliebenden Arbeiter. Für zwei Mark pro Tag Menschen ist es unmöglich, sich dafür in Berlin auch nur einiger- ein Mädchen in seiner Wohnung, in der Luisenstraße, durch mag man irgendwo einen Hund in Koft geben können, aber einem feiner Wohnung, in der Schönhauser Allee, durch Erhängen, und Gift. Im Laufe des Tages fanten fünf Feuer statt, darunter maßen erträglich zu ernähren. Die Sache wird daher wohl so liegen, daß dem edlen Menschenfreund um recht billige Arbeits in der Lynarstraße 2 ein Dachstuhlbrand. fräfte zu thun war, die feinen Konkurrenten aus dem Sattel heben und daher in letter Linie die Löhne der in Arbeit befindlichen Leute noch mehr als bisher drücken sollten. Soviel Slaffenbewußtsein ift auch noch bei den meisten Obdachlosen vorhanden, daß sie nicht an Gerichts- Beitung. verliest nun den Rowdy durch mehrere Hiebe lampfunfähig. Der Lettere Eine öffentliche Versammlung der Bureauangestellten erlitt dadurch erhebliche Verlegungen an der rechten Hand und tagte am 7. d. Mts. bei Stein, Rosenthalerstr. 88. Bureauerhielt deshalb auf der zuständigen Polizeiwache, wohin er nach Arbeiter Schult hielt den einleitenden Vortrag über die bei der jeiner Ueberwältigung geschafft wurde, Nothverband. Reichsregierung unternommenen Schritte zur Hegelung der Arbeitsverhältnisse der Bureau- Angestellten und über die am Konferenz. Redner giebt eine eingehende Schilderung der sozialpolitischen Verhältnisse und kommt sodann auf den Werth zu 9. Januar mit dem Unterstaatssekretär von Rottenburg gehabte sprechen, den die Untersuchungen der Kommission für Arbeiter statistik für die Erkenntniß der Uebelstände in den einzelnen Be rufen haben. Auch die Bureau- Angestellten haben sich veranlaßt gesehen, an die Kommission das Ersuchen zu stellen, über die Lage dieser Berufstategorie eine Untersuchung einzuleiten. Dieses Gesuch war insofern von Erfolg begleitet, als von der Freien denen freveln, die bisher noch nicht auf das Straßenpflaster Das Urtheil im Anarchistenprozek. In dem vor einigen Bereinigung" eine Deputation mit dem Unterstaatssekretär von geworfen worden und dem namenlosen Elend überantwortet sind. Tagen vor der zweiten Straftammer verhandelten Anarchisten- Rottenburg in einer längeren Ronferenz die Verhältnisse der eingehend besprochen wurden. leber Das fehlte auch noch gerade, daß die Aermsten der Armen sich prozeß gegen den verantwortlichen Rebatteur des„ Sozialist" Bureau- Angestellten auch noch schimpflich entehren follten. Sind die Obdachlosen Glenbt, ben Metallarbeiter Brandt und den Drucker und den Verlauf der Konferenz ist im Vorwärts" feiner ausführlich berichtet worden. Nunmehr auch leider wehrlos jedem öden Geschimpfe irgend eines vielleicht Berleger des Sozialist" Wilhelm Werner wurde gestern ein Beit am Zuchthause vorbeigestreiften Spekulanten preisgegeben, so von der in der vorigen Versamlung eingefeßten Rom find wir doch noch nicht so weit gelommen, daß sie sich des sehr merkwürdiges Urtheil gefällt.( Siehe unfere Notiz in der Redner ein Antwortschreiben auf eine Beschwerde, die Politischen Uebersicht.) Der Staatsanwalt Dr. Benedir hatte einzigen, was sie vielleicht noch haben, ihres ehrlichen Namens, zum zweiten Male in einem derartigen Prozesse auch gegen den mission an den Justisminister und den KammergerichtsDie Herren müssen es abentäußern und zu schimpflicher Lohnbrückerei und Streitbrecherei Drucker Werner eine hohe Strafe beantragt, weil er der Meinung Präsidenten gerichtet war. ſo Iautete die Antwort auf eine Ab= fich erniedrigen müßten. war, daß er die Seele des ganzen anarchistischen Getriebes, lehnen welches im„ Sozialist" in die Erscheinung tritt, ist und deshalb ftellung der angeregten Uebelſtände hinzuwirken. Man solle als Mitthäter betrachtet werden muß. In dem jetzt zur Anklage einzelne Fälle, in denen sich die Gerichtsvollzieher oder stehenden Falle handelte es sich bekanntlich um einen im„ Sozialist, Rechtsanwälte Ausschreitungen" ihren Arbeitern gegenüber zu Organ aller Revolutionäre" in der Nummer vom 28. Oftober Schulden kommen ließen, zur Anmeldung bringen, es wird dann veröffentlichten Aufruf an alle revolutionären Metallarbeiter". nicht abgelehnt werden, darauf einzugehen. Redner fordert zum Verfasser des Aufrufs war der Angeklagte Brandt. Die Ver- Schluß zur Organisation auf, durch die allein eine Abänderung handlung selbst war unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführt wor- zu erwarten steht.( Beifall!) Als der Vorsitzende hierauf die Bersammlung auf 5 Minuten den. In dem gestern verkündeten Erkenntniß wird folgendes aus Das firchliche Aufgebot muß von dem Bräutigam persönlich geführt: Das Blatt der Sozialist" ist auf Anregung Werner's vertagt, wird aus der Versammlung lebhaft dagegen protestirt beim Garnisonpfarrer bestellt werden. Macht der Bräutigam gegründet worden, als sich die Gruppe der sogenannten„ Unab und eine Diskussion gewünscht. Es tommt infolge deffen zu dabei unwahre Angaben bezüglich der Jungfrauschaft hängigen" von der sozialdemokratischen Partei losgelöst hatte. einigen unerquicklichen Szenen. Zum Schluß der Versammlung der Braut, so wird er nachträglich seinem Borgesetzten wegen Das Blatt verfolgt den Zweck, die Bevölkerungstlaffen gegen wurde eine Agitations Rommission bestehend aus 9 Personen dienstlicher Lüge gemeldet. einander zu verheßen und auf Aufhebung der Staatsgewalt gewählt. Eine Braut, die nicht mehr Jungfrau ist, darf nicht und Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung hinzuarbeiten. im Myrthenkranz und Schleier zur Trauung tommen. Der Zu diesem ihm vollständig bekannten und von ihm durch-( Gartenfaal), Unterhaltungsabend mit Tanz und Vorträgen. Garnisonpfarrer würde sie in diesem nur einer Jungfrau aus gebilligten Zweck hat Werner seine Druckerei zur zukommenden Schmuck nicht trauen. Die Braut Berfügung gestellt. Er erhält für den Druck von leute haben darauf zu sehen, daß die Trauung pünktlich zur einer Breßkommission Entschädigung. Die Redakteure" faft durchweg Arbeiter, nur einer festgesetzten Stunde stattfinden tann. Es ist dem Garnisonpfarrer des Blattes find nicht zuzumuthen, daß er in der Kirche eine halbe Stunde, wo- hat sich Schriftsteller genannt. Die Redakteure haben im Laufe eines einzigen Jahres sieben Mal gewechselt. Werner hat nach: möglich darüber, vergebens wartet. weislich ein schriftliches Abkommen mit der Preßkommission ges Also nochmals, alle Achtung vor den Männern, die trotz des äußersten Elends nicht zu Lohnbrückern geworden sind. Der Militarismus als Schutzgeist der Jungfräulichkeit giebt sich ber staunenden Welt folgendermaßen zu erkennen: Journ.- Nr. 2368. 94. Kommandantur Spandau 2./2. 94. Journ.- Nr. 888. U. R. Tem Garnisonpfarrer ist zur Pflicht gemacht, jeden Berstoß Gesellschaft Here. Sonntag, den 11. Februar, bet A. Keller, Bergfir. es Berliner Naturheilverein 2, Weften. Am Sonntag, den 11. Februar, abends 7% Uhr, im Beiziger Garten, Leipzigerftr. 132, Bortrag des Herrn Bartsch über: Das Herz und feine Thätigkeit in Bestehung zu seinen Gr tranfungen und zum Blute; erläutert durch Wandbilder. Hierauf geselliges Betsammensein. Vergnügungsverein Heitere Gesellschaft. Gonntag, uhr, bei Ballar, Raupachitr. 6, Fidelitas. Sigung Theaterverein Unikum. Sonntag, den 11. Februar, Abends 5 Uhr, 68, part. eg, mit Damen, Uhr, Fidelitas. Borträge, Lang, bei Dahms, Grüner Fidelitas, Tanz. Entree fret. Tans, Borträge. gilt für alle drei Filialen. Achtung! Schuhmacher! Da am Montag, den 12. Februar, eine öffentliche Verfammlung stattfindet, müssen die Bersammlungen des Vereins deutscher Schuhmacher ausfallen. Die nächste findet statt am 19. Februar. ( Stebe unter Inserate in der Sonntagsnummer vom 18. Februar.( Obiges Theaterverein Luftig. Jeden Montag Abend 9 Uhr, Stzung, Restaurant Königsberger Hof" bet Wünsch, Play am Schlesischen Bahnhof 4. Friedrichs- Verein( ehem. 8ögl. des Gr. Friedr.- Waisenh.) Montag, 9 Uhr, Oranienstr. 34, Vortrag. Kontobuch- Arbeiter und-Arbeiterinnen! Montag, den 12. Februar, Abends 8 Uhr, bei Ehrenberg, Annenfir. 16, öffentliche Bersammlung. Das Erscheinen insbesondere der Arbeiterinnen ist unbedingt nothwendig. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe.( G. S. 71.) Bureau: Solzmartistr. 67, Montag, den 12. Februar, 8% Uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Kommandantenftr. 10-11, Borstandssitzung. Ortsverein der Schneider 1. Montag, den 12. Februar, Abends 8% Uhr, Alte Jafobstr. 89, Vortrag des Schriftstellers Hrn. Albert:„ Neigungsund Bernunft- Ghen". istenmacher. Deffentliche Bersammlung mit Frauen. Montag, den 12. Febr., in Gründer's Salon, Köpniderftr. 100. Tagesordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Megner über die Ursache der Arbeitslosigkeit. 2. Wie 1100 Vergnügungsverein Italia.„ Roland", Glfafferstr. 26, 1 r., uhr, und jederzeit der Absolutismus dasselbe fluchwürdige Gewalt. Jeine entschiebene Niederlage, bei Dünkirchen 1657, bei, durch welche Vergnügungsverein graternitas.( Alle 14 Tage.) Heute Sonntag, fyftem ist, dasselbe verhängnißvolle Krebsleiden, das am Marte die spanischen Habsburger endgiltig ihres Uebergewichts zu Nachmittags 5 Uhr, Sigung mit Fidelitas im Königstadt- Kasino, oberer Gaal, der Völker zehrt." Die Verfasser werden also weder durch die gunsten der Bourbonen entkleidet wurden"( Ludwig XIV, G. 24). Holzmarktstr. 72. Eigenart der jedesmaligen Persönlichkeit, welche sie schildern, noch und dabei heißt es gerade in der Einleitung zu diesem Buche Vergnügungsverein Belle- Alliance. 6 Uhr bei Schönwälder, Dranten durch ein besonderes Interesse an den Kulturverhältnissen der( G. 8): Nicht um die Sünden und Lafter der einzelnen InStraße 153( Morigplag), Sigung. Aufnahme, Tanz, Vorträge. Privat- Theater- Gesellschaft Preciosa. Sonntag. 5 Uhr, Klubhaus, Beit und des Volkes, in denen der jeweilig geschilderte Herrscher dividuen ist es indeffen der proletarischen Geschichtsbetrachtung Ohmgaffe 2, Sigung. Geselliger Verein Gertha. Adalbertstr. 21 bet Roll, s uhr, Fidelitas, denz, an einer Reihe von Beispielen einen von ihnen als all- darum, aus dem wechselvollen Strome der abgelaufenen Entlebte, zu ihrer Arbeit angeregt, sondern lediglich durch die Ten- in erster Linie zu thun.... vielmehr handelt es sich für fie Privat- Theater- Gesellschaft Gefelligkeit. Alle 14 Tage Sigung nebst gemein giltig hingestellten Satz zu erhärten. wickelung diejenigen Erscheinungen und Thatsachen herausFidelitas im Restaurant Admirals- Garten, Admiralstraße 38. Gäste will Nun verträgt wohl kaum eine andere Wissenschaft die zugreifen, die am besten zur Charakteristik der sozialen tommen. Tendenz so wenig, als gerade die Geschichtsforschung. Wo die Klassenkämpfe dienen, in welche sich die Geschichte der MenschTendenz vorherrscht, werden von vornherein alle Thatsachen von heit in letter Linie auflöst." Aber troß solcher gelegentlichen einem bestimmten Gesichtspunkte aus betrachtet, dem nämlich, Aeußerungen wird nirgends in den dem Referenten vorliegenden welcher durch die Absicht der Schilderung gegeben ist, so daß sieben Heften der gekrönten Häupter der Versnch gemacht, den eine fachliche Beleuchtung und Würdigung der Thatsachen nicht geschichtlichen Verlauf als Klassenkampf zu schildern, oder möglich ist. wenigstens, da es sich ja nur um Lebensbeschreibungen handelt, Hat die Geschichtsschreibung z. B. den Zweck, gleichgiltig, ein gerechtes moralisches Urtheil über die geschilderten Herrscher ob bewußt oder unbewußt, die großen Thaten der brandenburgisch zu gewinnen, indem man ihre einzelnen Handlungen im Lichte preußischen Herrscher zu verherrlichen, so können wir von vorn- der moralischen Anschauungen ihrer Zeit betrachtet. Im Gegenherein sicher sein, statt wahrer Geschichte eine Reihe von Er- theil gilt als gemeinsamer Grundzug ihres Charakters von vornzählungen und Legenden zu hören, welche uns nicht herein die ausschweifendste Genußsucht, welche sie zu jedem ebleren den geringsten Schluß auf die bewegenden und treibenden Kräfte und höheren Streben unfähig macht. der geschilderten Epoche zu ziehen gestatten, und in uns 10 Belegt wird diese Behauptung zum Theil mit den albernsten gar feine oder höchstens eine falsche Anschauung über die Zu Klatsch geschichten, welche an den betreffenden Fürstenhöfen umstände und die mit ihnen verknüpften Ereignisse erwecken. Aber liefen. So wird z. B. als sicheres Ergebniß der„ proletarischen auch eine Geschichtsschreibung, die den entgegengefegten 3wed Wissenschaft", welche als die Wissenschaft, die Wahrheit an sich" verfolgt, welche die Herrscher und ihre Thaten möglichst herab- gerühmt wird, die, falls wahr, ganz gleichgiltige, vermuthlich zuwürdigen sucht, und ihre Böswilligkeit, ihren Ehrgeiz, ihre jedoch erfundene Thatsache vorgetragen, Katharina II. von RußHabgier, ihre Verschwendungssucht für alle Leiden der Völker land sei nicht das legitime Kind ihres Vaters, sondern im Eheverantwortlich macht, tann als eine richtige und zur Belehrung bruch ihrer Mutter mit dem damaligen Kronprinzen, späteren Gekrönte Häupter. 3ur Naturgeschichte des Ab- geeignete nicht anerkannt werden. Rönig Friedrich II. von Preußen gezeugt. Es wird weiter anfolutismu 3. Berlin, Hans Baake. Die materialistische Anschauung der Gegedeutet, daß Katharina das nicht wußte, als sie die Herrschaft Det oder die Verfasser dieser Reihe von Lebensgeschichten schichte geht von dem Satz aus, daß die Produktion, und an sich riß, und daß sie ihre Truppen gegen König Friedrich gekrönter Häupter, von denen bisher 8 erschienen find, haben nächst der Produktion der Austausch ihrer Produkte, die Grund- marschiren lassen wollte, daß sie aber dann das Geheimniß erfuhr, nicht die Absicht, eine vollkommene Naturgeschichte des Absolutis- lage aller Gesellschaftsordnung ist, daß in jeder geschichtlich und deswegen mit dem König von Preußen Frieden schloß. So sehen mus zu geben; sie wollen nicht an der Hand der Geschichte nach auftretenden Gesellschaft die Vertheilung der Produkte, und mit die wirthschaftlichen Ursachen wichtiger Ereignisse in den gekrönten weisen, aus welchen ökonomischen Grundbedingungen und damit ihr die soziale Gliederung in Klassen oder Stände, sich danach| Häuptern im einzelnen aus; auch nicht einmal angedeutet wird zusammenhängenden sozialen Verhältnissen unumschränkte Herrscher richtet, was und wie das Produzirte ausgetauscht wird. Hierbas Interesse Rußlands an der Erhaltung eines selbständigen erwachsen sind, und wie dieselben mit der unaufhaltsam sich voll- nach find die letzten Ursachen aller gesellschaftlichen Verände- Preußens Desterreich gegenüber, wodurch das Schwergewicht der ziehenden Umgestaltung der Zeitverhältnisse, in welchen fie rungen und politischen Umwälzungen zu suchen nicht in den Entscheidung an Rußland übergehen mußte, und Preußen kaum wurzelten, allmälig in ihrer Stellung und Macht beschränkt und Köpfen der Menschen, sondern in Veränderungen der Produktions- anders wie als russischer Vasallenstaat bestehen konnte. zum Theil völlig beseitigt wurden. Die Verfasser wollen viel- und Austauschweife".( Engels, Anti- Dühring, 2. Aufl. 6. 237.) S. Alles in allem betrachtet, tönnen daher die Gekrönten mehr nach ihren eigenen Worten( im Prospekt auf Mit dieser Anschauung über die Grundursachen und Grund- Häupter" in feiner Weise als eine geeignete Lektüre, speziell für der legten Seite des Umschlages) den den Nachweis erbedingungen aller hervorragenden geschichtlichen Veränderungen Arbeiter, empfohlen werden. Man tann aus ihnen weder die bringen, wie gefährlich, mie verderblich es ist, wenn vergleiche man nun Stellen wie die folgende: Bei vorgeführten Herrscher in ihrem Denken und Handeln verstehen die Geschicke eines ganzen Volkes in den Händen eines Länder, Sachfen und Polen, hat dieser Monarch seiner lernen, noch Belehrung schöpfen über die sozialen Verhältnisse, einzelnen Menschen ruhen." Zu diesem Behufe wollen fie das öden Ruhmfucht und thörichten Eitelkeit zu Liebe, welche zum unumschränkten Königthum führten, und über die Leben von Herrschern aus den verschiedensten Ländern und ruinirt."( Auguft der Starte, S. 8.) Oder: Jm Bunde mit Rolle, welche daffelbe in der geschichtlichen Entwicklung Europas Beiten darstellen, weil daran erkannt werden soll, daß überall englischen Truppen brachte das französische Heer den Spaniern gespielt hat. feiern wir den 1. Mai? Serv Achtung! Achtung! Bandagisten Die Sperre über die Werkstatt Schmid, Ziegelstraße 3, dauert unverändert fort. Buzug ist fernzuhalten. Neu! Neu! ,, Die Ferienkolonie!" Humo xiflisch- joz. Golosgene von Richard Heise, Volkshumorist, Berlin N., Bionstirchstr. 11. Preis mit Klavier begleitung 50 Pf! 1690b Adoan- for Hochinteressant für Jeden ist die neuerschienene Schrift von Victor Bruching: Warum verarmen wir? ( Verlag: Richard Wilhelmi, Berlin.) Preis: 60 Pf. In furz gedrängter überzeugender Form deckt der Verfaffer einen stetig wachsenden Krebsschaden der modernen Verhältnisse auf, weist nach, wie diesem jeder gesunde Wohlstand zum Opfer fallen, die Verarmung zunehmen muß, zeigt aber auch den Weg zur Abhilfe. 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Uhrmacher und Juwelier Brunnenstraße 175 neben der Invalidenstraße. Pferdebahn- Haltestelle. Früher Jnvalidenstraße 157, neben der Markthalle. Die Echtheit verbürgen wir künftig uur für Brikets mit dem Stempel: Anhaltische Kohlenwerk MARIE Mariengrube. Den General- Vertrieb dieser Marke für Berlin und Umgegend hat nach wie vor Herr Louis Schulze, Berlin, inne. E Auf die Bekanntmachung der Anhaltischen Kohlenwerke, Mariengrube, höflichst Bezug nehmend, stehe ich mit Lieferung vorstehender Spezialmarke, sowie sämmtlicher anderer Brennmaterialien gern zu Diensten und nehme schriftliche, mündliche od telephonische Bestellungen auch auf sämmtlichen Filialen entgegen. Louis Schulze, pillid Haupt- Comptoir: Fruchtffraße 16. Telephon Amt VII Nr. 134. Von Mitte März ab: Friedrichstrasse 83, I, drittes Haus von Café Bauer. Filialen und Lagerplätze: Görlitzer Bahnhof, Platz 3, Telephon Amt IV Nr. 798. Stettiner Bahnhof, Telephon Amt III Nr. 1974. Görlitzer Bahnhof, Platz 23, Telephon Amt IV Nr. 798. Kohlenbahnhof Wedding, Telephon Amt III Nr. 2264. Ost- Bahnhof, Telephon Amt VII Nr. 134. Bahnhof Lagerhof, Brunnenstr. Teleph. Amt III Nr. 2575. Stätteplatz: Lohmühlenweg. Schlesischer Bahnhof, Telephon Amt VII Nr. 5190. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 35. Aus England. " Der diesjährige Kongreß der Independent Labour Party" war von 94 Delegirten besucht. Das ist weniger als der Besuch des vorjährigen Kongresses, der aber, als ein„ Allgemeiner Kongreß", auch von Organisationen beschickt war, die entweder gar nicht die Absicht hatten, sich der Partei anzuschließen oder es jedenfalls hinterher nicht für gut befunden haben, dies zu thun. Dies Mal waren nur Körperschaften vertreten, die dem Verband der Partei angehören, resp. wie die schottischen Verbände, mit ihr affiliirt sind. Sonntag, den 11. Februar 1894. 11. Jahrg. fämpfen haben, bis die Zeit für die Verschmelzung zu einer| Abends von 81/ 2-10 Uhr; 3. Perlebergerstraße 28 bei Hermer großen sozialistischen Arbeiterpartei gekommen sein wird. schmidt, Montag Abends von 81/ 2-10 Uhr; 4. BlumenthalDaß der Einfluß der Unabhängigen Arbeiterpartei trotz aller straße 5 bei Behrendt, Montag Abends von 81/ 2-10 Uhr; ihr entgegenstehenden Schwierigkeiten im Wachsen ist, geht u. a. 5. Annenstraße 9 bei Proz, Mittwoch Abends 81/ 2-10 Uhr; auch daraus hervor, daß Tom Mann die Stelle als Partei- 6. Frau Schwarz, Wienerstr. 68, v. 4 Tr.; 7. Frau Reimann, sekretär angenommen hat. Mann war bis jetzt Sekretär der aus Wrangelstr. 53, v. 3 Tr.; 8. Frau Döring, Putbuserstr. 40, Radikalen und Fabianischen Sozialisten zusaminengesetzten Londoner v. 4 Tr. Reform- Union, deren Vorsitzender Lord Rosebery ist. Diese Stelle würde er schwerlich geopfert haben, wenn er sich nicht bei seinen des deutschen Schneider- und SchneiderinnenRundreisen im Norden überzeugt hätte, daß die Partei dort bereits ein lebensfähiger Faktor ist. Die Lokalverwaltung Verbandes. Die große Mehrheit der Delegirten gehörten dem Norden des So viel über den Kongreß, der vielleicht weniger glänzend und Arbeiterinnen! Kollegen und Kolleginnen! Troß der An alle in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter vereinigten Königreichs an, was jedoch nicht blos darauf zurück ausgefallen ist, als manche erwartet, aber immerhin als ein eifrigsten Aufforderung, die zu wiederholten Malen an Euch zuführen ist, daß der Kongreß oder die Konferenz in einer Stadt achtungswerthes Lebenszeichen des Sozialismus in England be- ergangen ist, die Organisation Eurer Berufsgenossen zu unterdes Nordens. Manchester- stattfand. Das ist vielmehr selbst zeichnet werden kann. eine sekundäre Thatsache: die junge Partei ist überhaupt vorwiegend Die englischen Radikalen schwimmen in Wonne. Ihre Kollegen und Kolleginnen diesem Drängen nicht Folge geleistet stützen und zu fördern, ist von einem großen Theil unserer im Norden vertreten. Die weitaus größte Bahl ihrer Mitglieder gehört Freunde, Lord Salisbury und Genossen, haben ihnen den großen worden. Umso rücksichtsloser konnte in anbetracht dieses Umdort bestehenden Sektionen an, auch ist vor einiger Zeit das Gefallen gethan, der gar nicht in Gang zu bringenden Agitation standes das Unternehmerthum gegen uns vorgehen und die Blatt, das der Partei als Organ dient, die Workmans Times", gegen das Haus der Lords wirklich auf die Beine zu helfen. Forderungen, die von unserer Seite erhoben wurden, abweisen. nach dem Norden übergesiedelt, resp. zurückgefehrt. So gebot es Nachdem die Herren die Haftpflichtnovelle zum Scheitern ge- Angesichts dieser Zustände richten wir an Euch die Ermahnung, sich von selbst, den ersten eigentlichen Kongreß der Partei eben- bracht, haben sie das Werk der Zerstörung der Lokalverwaltungs- die Versammlung, die wir am Montag, den 12. Februar, falls dort stattfinden zu lassen. Und so sehr beherrschte das bill nach und nach so arg getrieben, daß sich gestern sogar der Abends 8 Uhr, Frankfurterstr. 30 bei Haberecht Bewußtsein, daß der Norden den Ausschlag giebt, die Konferenz, fonst so schwer aufzurüttelnde Herzog von Devonshire zur einberufen haben, recht zahlreich zu besuchen. Die fehr wichtige daß auch für die nächstfolgende Konferenz eine nordische Stadt- offenen Revolte veranlaßt sah. Der Genannte, ehedem als Tagesordnung die in jener Versammlung zur Erledigung geNewcastle am Tyne gewählt und die Exekutive der Partei Lord Hartington Führer der liberalen Unionisten im Haus der langt, unsere Stellung zur Maifeier und der Bericht des Delepraktisch nach dem Norden verlegt wurde. Gemeinen und jetzt Führer der zu ihnen zählenden Mitglieder der girten der Gewerkschaftskommission- geben uns Veranlassung, Ob diese Beiseiteschiebung Londons und des Südens ebenso Peerstammer, ist noch nie ultraliberaler Tendenzen verdächtigt um so dringender diese Aufforderung ergehen zu lassen, da es zweckmäßig ist wie sie erklärlich ist, muß die Zukunft lehren. worden, als aber gestern einer der Adjutanten Lord Salisbury's sich hier um sehr weitgehende Beschlüsse handelt. Kollegen und Einstweilen hat man sich mit der Thatsache abzufinden, daß der ein Amendement einbrachte, das alle Mitglieder ländlicher Kolleginnen! Beigt, daß Ihr die Bedeutung des ArbeiterfeierSchwerpunkt der Partei Yorkshire und Lancashire liegt, übrigens, Gemeinden vom Stimmrecht und dem Recht der Theil tages erkannt habt, zeigt aber auch, daß Ihr der Organisation, wie bekannt, die industriell entwickeltsten Grafschaften des König- nahme an Gemeindeversammlungen ausschloß, die nicht selbst dem„ Deutschen Schuhmacher- Verband", die Unterstüßung gereichs. Steuerzahler find, das heißt, alle, die ihren Miethszins währt, die zur Befestigung einer Organisation nothwendig ist Im allgemeinen herrschte auf der Konferenz das Bestreben, wöchentlich entrichten oder nur ein Stockwert eines Hauses be- deshalb mache es sich jeder zur Pflicht, ein Mitglied dieser Drs fich auf das mehr Geschäftsmäßige zu beschränken und allen wohnen( für solche zahlt nämlich der Hauseigenthümer die ganisation zu werden. doftrinären Erörterungen auszuweichen. Anträge, daß Verhältniß Steuern, die er ihnen natürlich in der Miethe anrechnet)- da der Partei zu den Anarchisten klarzustellen, der Partei ein po- war es selbst ihm zu viel, und in einer energischeren Rede, als fabrit von Silberg, Blumenstr. 72, richten wir hiermit An die Arbeiter und Arbeiterinnen der Vallschuh= litisches Programm zu geben, sich mit gleichgesinnten Körper- man ihm zugetraut, forderte er zur Ablehnung des Antrages auf. die ganz besondere Aufforderung, diese Versammlung zu besuchen. schaften der Sozialdemokratischen Föderationen behufs Rooperation Obwohl die Tories die Majorität bei den Lords haben, gaben sie bei den nächsten Wahlen in Verbindung zu sehen Die Agitationstommission. wurden nach, um der liberalen Mehrheit im Haus der Gemeinen eine ge durch Uebergang zur Tagesordnung der prinzipiellen Erledigung einte Front gegenüber stellen zu können, aber der Effekt des A. Fleischer, Höchstestr. 11. entrückt, ehe sie auch nur einigermaßen diskutirt waren. Es ist das zu versuchten Streiches ist nicht mehr zu verwischen und die höchst An sämmtliche in der Jalousiebranche beschäftigten Arbeiter bedauern, da gerade für eine junge Partei gehörige Erörterung reaktionäre Rede, die Lord Salisbury zur Vertheidigung des Anund Arbeiterinnen! solcher Fragen besonders nothwendig ist. Die sehr wichtige trages hielt, den er nur mit Bedauern fallen zu lassen erklärte, Kollegen und Kolleginnen! In unserer Branche fehlt es Frage der Taktik bei solchen Wahlen, wo die Partei nicht direkt liefert den Liberalen ein Agitationsmaterial, wie sie es sich nicht bisher an jeder Organisation, die die Interessen der Berufsengagirt ist, wurde dahin erledigt, daß bei Nachwahlen die be- beffer wünschen können. Lord Salisbury sprach vom reinsten genossen gegenüber dem Unternehmerthum vertreten könnte. Wohl treffenden Distrikte selbst darüber entscheiden sollen, bei all- Klassenstandpunkt der Landlords; Landarbeitern das Stimmrecht ist der Indifferentismus unter unseren Kollegen sehr groß, aber gemeinen Wahlen aber eine vorher einzuberufende Konferenz die in Gemeinde Angelegenheiten gewähren, heißt den Gästen er dennoch glauben wir, daß es eine Anzahl Kollegen und Koldennoch glauben wir, daß es eine Anzahl Kollegen und Kolvon der Partei zu beobachtende Taktik bestimmen soll. Ein lauben, auf Kosten des Wirthes selbst zu bestimmen, woraus das leginnen geben wird, die mit uns gemeinsam sich der Aufgabe insofern erfreulicher Beschluß, als er wenigstens für den Essen bestehen soll, zu dem sie geladen. Nach Lord Salisbury widmen, diesen Indifferentismus zu bannen und damit die DrHauptwahlkampf einheitliche Aktion postulirt, leider aber wurde scheint der Landlord für die Landarbeiter zu arbeiten und nicht ganisation in unserem Berufe fördern. Dabei übersehen, daß wenn eine Parlamentsauflösung nicht diese für den Landlord. Monate vorher angekündigt worden, was in England häufig Die Tory- Organe find auch gar sehr nicht erbaut von der genug nicht der Fall, die Durchführung des Beschlusses am Affäre. Die Einen vertheidigen den Führer ihrer Partei mit er: Mangel von Zeit und Geld ein fast unüberwindliches Hinderniß fichtlicher Verlegenheit, andere, wie die tory- demokratische Ballfinden wird. Unmittelbar vor einem, das ganze Land bewegenden Mall Gazetta", die neulich mit der Ente von Gladstone's" RückWahlkampf opfert man doch nicht die vorhandenen Mittel für tritt ganz London in Aufregung brachte interne Angelegenheiten. an der Börse soll man vor Wonne Rule Britannia" gesungen haben greifen ihn ziemlich scharf an. Das genannte Blatt, spricht von unzeitgemäßer Opposition und meint trocken, Hauptpflicht der Lords sei es, darüber zu wachen, daß die Wähler nicht in die gegen sie ausgegebene Parole einstimmen, nicht aber über vermeintliche Gefahren des Gemeindevertretungs- Gefezes. Beiläufig auch ein schöner Standpunkt. = " Soziale Uebersicht. Kollegen und Kolleginnen! Beigt, daß auch Ihr gewillt seid, Euch eine Organisation zu gründen, die im wahren Sinne des Deshalb erscheint Montag Abend 8 Uhr bei Wienecke, Alte Wortes auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht; deshalb erscheint Montag Abend 8 Uhr bei Wienecke, Alte Jakobstr. 88, in der Versammlung, die zu dieser Frage Stellung nehmen soll. Mehrere Kollegen und Kolleginnen. Achtung, Arbeiter und Arbeiterinnen der Kontobuchbranche! Am 12. Februar d. J., Abends 81, Uhr, findet Annenstr. 16, bei Ehrenberg, eine abermalige Besprechung unserer Branchen und Werkstubenverhältnisse statt. beiterinnen! Erscheint Alle zu dieser Bersammlung, um einen Arbeiter und ArEinblick in die Werkstubenverhältnisse zu bekommen; die Verfammlung soll berathen, welche Mittel und Wege in Anwendung zu bringen sind, um eine Besserung dieser schlechten Zustände herbeizuführen; wenigstens aber zu verhindern, daß eine weitere Verschlechterung unserer Lage eintritt. Die Tagesordnung dieser Versammlung ist: 1. Das Ergebniß der letzten Kontobucharbeiter Versammlung und was denten wir zu thun. 2. Werkstuben- Angelegenheiten und Verschiedenes. Der Vertrauensmann. Die Sperre über die Werkstatt Schmid, Berlin, Ziegelstr. 3, Der Vertrauensmann der chirurgischen Branche. Die Verhandlungen vor dem Einigungsamt" sind bisher Der Formerstreik in Nürnberg dauert unverändert fort. resultatlos verlaufen, da die Unternehmer sich weigerten, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen. Dahingegen versuchen Die Finanzlage der Partei ist ohnehin leine glänzende. Der Rassirer ftellte fest, daß seine Bilanz auf der falschen Seite", d. h. mit einem Defizit, abschließt. Auch hat sich die Partei als noch nicht stark oder reich genug erwiesen, ihr Organ, die Wortman's Times", in eigenen Besitz zu bringen. Dies troßdem Keir Hardie, der Vorsitzende des Kongresses, in der Lage war, die Zahl der Bweigfektionen der Partei auf gegen 400 anzugeben. Neben der schlechten Geschäftslage ist es die nach meiner Ansicht übertriebene Dezentralisation der Partei, die dieselbe in dieser Hinsicht so wenig unabhängig macht. Freilich ist auch nicht zu vergessen, daß in England selbst nur ein Wochen- Achtung, Schneider und Schneiderinnen! In einer am blatt über Wasser zu halten ungleich größere Opfer erfordert, als Dienstag, den 13. Februar, nach der Urania, Wrangelstr. 9/10, man sich in Deutschland vorstellt. Und stärker als in Deutsch- einberufenen Versammlung aller Branchen der Schneiderei wird land ist hier auch das Mißverhältniß zwischen Organisation Kollege A. Zander über: Die Praxis der Gewerbegerichte mit und Bewegung. Das trifft alle sozialistischen Organisationen besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse der Mäntelbranche" ohne Ausnahme. Wenn ich daher in diesem Bericht referiren. Wir machen unsere Kollegen und Kolleginnen ganz dauert fort. Bor Zuzug wird gewarnt. mich jeder Schönfärberei enthalte, mich bemühe, die besonders auf diese Versammlung aufmerksam und geben in Situation der Partei so darzustellen, wie sie ist, fo möchte ich Folgendem die Zahlstellen des Verbandes bekannt; auch werden doch nicht den Eindruck erwecken, als ob ich dieselbe pessimistisch daselbst neue Mitglieder aufgenommen: 1. Zentral- Arbeitsnachauffaffe. Die speziell sozialistischen Organisationen werden, troh weis und Auskunftsbureau, Schützenstr. 18/19( Restaurant Freydes Umsichgreifens der sozialistischen Idee, noch so lange mit gang), wochentäglich von 8-1 Uhr, außerdem Sonnabend Abends finanziellen Schwierigkeiten und sonstigen Kinderkrankheiten" au von 82-10 Uhr; 2. Grenadierstraße 38 bei Seefeldt, Montag Wir haben genug!" wird. " erleuchtung ein neues Sprüchlein, wie das des braven wohnen dort nämlich jene unangenehmen Leute, die zu faul Zentrumsmannes Fuchs, der da sehr richtig und originell sind, um sich ordentlich satt zu essen, denen deshalb die Aber seine( Börne's) Worte: Rein euro- bemerkte:" Die Geschichte lehrt, daß, so lange es Menschen Haut und noch dazu eine schmutzige fleckige Hautpäischer Fürst ift so verblendet, daß er glaubt, gegeben hat, auch Nothstände existirten. In der That, die direkt ohne jeden Zwischenhandel von Fleisch und Fett feine Entel werden seinen Thron besteigen" Menschheit liegt frank und elend am Wege aller Zeiten, über das Knochengerüst gespannt scheint, das sich überDiese Worte muß ich leider bezweifeln. Es auch der unserigen, und daran werden auch Sie nichts dies noch in wunderlichen Windungen und Wendungen muß ärger werden, ehe es besser ändern; denn es ist eben Gottes Wille, daß dem so sei. gefällt; nirgends sieht man die Köpfe in so mannigfacher Der fünfzehnjährige Lassalle. Man muß sich hüten, den Nothstand öffent. Die Erbe ist eben kein Paradies, und wir können uns auch Weise an den Rumpf genietet wie in jener unangenehmen lich anzuerkennen, weil dadurch nur die Ar- selbst hienieden keins schaffen. Noth und Elend füllen das Gegend. Also eine Familie von zwei Erwachsenen und beitsscheu und die Begehrlichkeit gesteigert Dasein des Menschen aus; indem wir sie mit Ergebung in einem arbeitsfähigen Kinde verdient bei voller Arbeit die wird. Das Niveau der Menschen im all- Gottes Willen ertragen, sollen wir uns den Himmel ver- Riesensumme von 62 M. pro Woche im günstigsten Fall gemeinen und der Arbeiter im besonderen dienen." Womit freilich das Sträuben gegen den nach sagt dieses Zentrumsblatt finft herab, wenn sich eine übermäßige Hilfs der Ansicht des Herrn teuflischen Zukunftsstaat unerklär- daß vorne und hinten so viele Risse in der Lehmwand Die Häuser sind so, bereitschaft gegenüber Arbeitslosigkeit zeigt." lich wird, dessen verbessertes d. h. vergrößertes Elend doch sind, daß,' wenn man gegen die Vorderwand einen Stein Herr Stadtbaurath Hobrecht- Berlin. Am 23. Januar 1894 wars im Sprechsaal des all- des Reifezeugniß für die himmlische Karriere sein dürfte. eine um so tüchtigere Vorbereitungsschule zur Erlangung wirft, er hinten wieder hinausfliegt... Das Stückchen gemeinen, gleichen, direkten, geheimen und deutschen Volkes, Land, das einzelne haben, ist an den Berglehnen und SteinWährend so böse Umstürzler wegen ein Bischen Hunger rücken so herumgelegen, und von den mühseligen paar genannt Reichstag, recht langweilig. Es roch förmlich nach und Frost mit der Vorsehung und der Ordnung des Dies- Halmen, die sich da mit unendlich vieler Mühe die Arbeiter früh Wärmehallen, drei- Pfennig- Kaffee und zehn- Pfennig- Diners, seits haderten, schritt draußen in gewaltigem Gang die Morgens und Abends nach ihrer regelmäßigen Erwerbs und der schweißige Dunst der Vielzuvielen, der von irgend Weltgeschichte und rüttelte an den Morscapparaten und an arbeit erzeugen, müssen sie nicht etwa den zehnten Theil, woher sich eingeschlichen hatte, wurde nur mäßig aromatijirt den Redaktionsbirnen, und nachdem sie sich genistet in der sondern oft die Hälfte und in einzelnen Fällen das Ganze durch den urkräftigen Duft polizeilicher Gummi Artikel, bämmerigen Einsamkeit eines edlen Weingewölbes, thürmte wieder opfern, und zwar für die gräflichen Hirsche, diefer fürtrefflichen schlauchförmigen Präservative gegen die sie aus Briefen und Lokomotiven, aus Empfangsentwürfen, Rehe und Hasen, die in den angrenzenden Forsten ihren üblen Folgen des Hungers. Ernennungen, Diners, Wacht am Rhein, Flaggen, gebildeter Sig haben, und die natürlich nicht erst um Erlaubniß Es war, wie gesagt, sehr langweilig: der zweite Tag der und besitzender Begeisterung, Gruppenbildern, Leitartikeln fragen, ob sie etwas abfressen oder zertrampeln dürfen..." allwinterlich wiederkehrenden Nothstandsdebatten. Ich bitte, und Telegrammen ein Riesenwerk des Reinmenschlichen. Derlei abgedroschene Dinge führte Herr Kühn in eintöniger kann man wirklich von einem seit Jahren verhungernden Agrarier Und die Menschen gingen hin in den hehren Kartendom Breite vor, in dem welthistorischen Moment, da das hochverlangen, daß er sich in anderer Leute private Angelegenheiten der Versöhnung, in dem die Legende die Festpredigt hielt, gespannte Empfinden der Nation die Chamade umjubelte, mischt, wo ihm selbst das Dach unter der Laft der Hypotheken und lauschten andächtig den Worten des Friedens, und es die aus der Fanfare: Le roi me reverra!" gezähmt zusammenzustürzen droht. Nein, das wäre sträflicher Fürwig, war alles wie ein historischer Aktschluß mit schöner be- worden war, wie es schien; solche triste Sentimentalitäten ein unberechtigter Eingriff in fremde Familienverhältnisse. deutender Gruppenbildung und gutein Nothausgang. Und überdies ist der Nothstand genau das, was Frühling wagte Herr Kühn auszuspinnen, obwohl Herr v. Kardorff Selbst die gerecht verbitterten Agrarier, auf deren einer von denen, ohne die der Staat nicht leben kann! und Liebe in der Lyrik ist. Es läßt sich nichts Neues über Existenz- ich weiß es nicht recht, ist es durch das alte bereits seine jauchzende Volksseele entdeckt und in stolzem diesen Gegenstand sagen, und deshalb wird ein gebildeter Rom oder durch die französische Revolution historisch Muth offen bekannt hatte. Da ließ sich die mißhandelte und intelligenter Mensch das Thema vermeiden. Höchstens erwiesen das Dasein der Welt beruht, entdeckten, Vollsseele den Auserwählten des Himmels bescheert fromme Spezial- nachdem sie sich zuvor fürsorglich vergewiffert, daß Kropatscheck zuerst in höflicher Verwarnung die Volksstimme nicht länger bändigen. Hatte Herr Wir bringen heute ausnahmsweise an Stelle der Sonntags. das Ganze nicht etwa eine Intrigue zu Gunsten des eines Bekannten vorgeführt, der zu ihm geäußert:„ Heute wird plauderei von Alpha ein Feuilleton eines gelegentlichen Mit- russischen Handelsvertrages sei, ihre jauchzende vom Alp es wohl große Radaureden hier im Reichstag" geben!" jo arbeiters, das zwar Vorgänge beleuchtet, die einige Wochen hinter befreite Volksseele mußte jezt etwas deutlicher gegen die die Feierstimmung uns liegen, aber wegen der Art der Darstellung und auch des Jm Sprechsaal des allgemeinen, gleichen, direkten, ge- der Nation schnöde entweihenden Radaureden protestivt behandelten Gegenstandes wegen noch heute auf ungeschwächtes heimen und deutschen Volkes sprach der Sozialdemokrat Kühn werden und mit einem kräftigen:" Wir haben genug!" Interesse rechnen darf. gerade über das sogenannte Weberelend in Schlesien. Es verließ ein Theil der Rechten demonstrativ das Haus. Das -O es die Fabrikanten, Streifbrecher zu erlangen. Zu diesem Zwecke Unthätigkeit der Regierung gegenüber dem fast bis zur Hungers- viel strengeren Kontrolle unterworfen wird als derjenige, der begeben sich die Meifter, Buchhalter u. f. w. ut den einzelnen noth entwickelten Nothstand, einer scharfen Kritik unterzogen Jahre lang der Kaffe bereits angehört; das geringste Vergehen Arbeitern in die Wohnung und suchen sie zur Wiederaufnahme haben. Und da man die Wahrheit nicht vertragen kann, so löst bringt dem Kranken den Verlust des Krankengeldes. der Arbeit zu bewegen. Einige junge Leute ließen sich auch man die Versammlung auf und treibt die Hungernden nach Was sind das für traurige Zustände, wie sie sich jetzt ab. thatsächlich überreden, wurden aber bald wieder eines Hause eines Hause in Deutschland, wie in Oesterreich. spielen zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Rassenvorstand? Anderen belehrt. Aus den Neußerungen der Fabrikanten Ein Fall als Beispiel meiner richtigen Auffassung: Die Firma im Ginigungsamt geht hervor, daß es darauf abgesehen Ein Tafelaufsatz im Werthe von 25 000 Mark soll Kramme, Gitschinerstraße, beschäftigt Gürtler, Schlosser, Klempner, ist, die Organisation der Former zu zersplittern und die Afford- dem Großherzog von Hessen zu seiner Bermählung von jeiten Former u. f. w. Bisher hatte der Arbeitgeber feinen Zwang der fünf größten beſſiſchen Städte als„ Respektsgeschent" überkeinen gehen. arbeit in allen Betrieben in Nürnberg zur Einführung zu reicht werden. Natürlich bezahlen die Herren Beschlußfasser Vom 1. Januar d. J. ab find alle seine Arbeiter der Maschinen. auf seine Arbeiter ausgeübt, dieser oder jener Kaffe anzugehören. bringen. Das Streiffomitee ersucht uns, ganz besonders darauf selbst nichts davon aus ihrer Tasche, die Respektbezeugung" bauer- Rasse überwiesen; diefelbe steht aber bei den Arbeitern in hinzuweisen, daß alle Gerüchte der gegnerischen Preffe über die toilet ihnen nichts. Welch endlose Debatten spielen sich hingegen teinem guten Rufe: die Arbeiter weigern sich daher und haben angebliche Beendigung des Streits solange als unwahr auf zufaffen feien, bis ihn das Komitee offiziell als beendet erklärt. ab, wenn es sich um eine Bewilligung zu gunsten der Arbeiter bei der Behörde Protest dagegen erhoben. Auch fommt nun der Besondere Vorsicht ist auch allen Annoncen gegenfiver, durch die Gürtlervorstand und reklamirt die Fabrik als bei der GürtlerFormer gesucht werden, zu gebrauchen, da die Nürnberger fasse versicherungspflichtig. Die Behörde weist beide Parteien Fabrikanten auf diesem Wege Ersatz heranzuziehen suchen. Der zurück und verlangt ein technisches Gutachten. Geist der Streifenden ist ein andauernd guter. Werden dieselben träftig unterstützt und wird Zuzug streng fern gehalten, dann ist Aussicht auf vollständigen Sieg vorhanden. handelt. Sprecisaal. abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. Der Streit der Kohlenarbeiter in Mährisch Ostrau gewinnt fortgesetzt an Ausdehnung. Nach der Lohnzehlung dürfte fich noch eine große Anzahl Bergleute anschließen. Die Streifend. den verhalten sich im allgemeinen ruhig. Die Allgemeine dentiche Zuschuk- Kranken- und Sterbefaffe, Sitz Mainz, hat in Maing ihre außerordentliche Generalversammlung abgehalten, die aus 70 Bahlstellen durch 20 Delegirte beschickt war. Es wurde in anbetracht der Verhältnisse einstimmig beschloffen, die Kaffe zu liquidiren und in den neu gegründeten Verband Solidarität" einzutreten. Das Eintritts gelb ist für den neuen Verband auf 1,50 M. festgesetzt und der wöchentliche Beitrag auf 30 Pf, wofür eine Unterstützung von 8 W. 26 Wochen lang gezahlt wird. Wer seine Mitgliedschaft in einer Krankenkasse nachweist, dem ist die Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses erlassen. Der Bohemia Schacht Nr. 2 in Teplit stürzte gestern auf 20 Meter von oben ein und wird längere Zeit außer Betrieb bleiben müffen. Glücklicherweise sind Menschenleben nicht zu beflagen. Alvet Arbeitslofen- Versammlungen fanden am Mittwoch in Wien statt, die überaus start besucht waren. Ein Redner Solche Fälle, wie der angeführte, spielen sich alle Zage ab, Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechjaats, soweit der Raum dafü fchädigte in dem Kampfe zwischen Arbeitgeber, Behörde und und vorwiegend bei den größeren Kassen. Wer ist nun der GeImmer nur der Arbeiter! Ruhe und Intereffes zur Berfügung; fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Rassenvorstand? Frieden zwischen allen Parteien, und nur zum Vortheile des J., unterbreitete Schriftfeber Rud. Arendsee seine Ansicht kann nur durch die Zentralisation sämmtlicher Kassen erzielt In Nr. 22. der Beilage vom Sonnabend, den 27. Januar arbeitenden Volkes, welches nie um seine Meinung befragt wird, über die Zentralisation der Ortstrantenkaffen der Berliner Ar- werden. beiterschaft. Eine Stellungnahme zur Billigkeitsfrage halte ich für überDas Recht, die Spalten des Vorwärts" hierzu zu benutzen, flüssig, da für mich der Schwerpunkt in den von mir angeführten hatte Herr Arendsee wohl; aber nur, um diese Angelegenheit Berhältnissen liegt. Rommen wir nun zu den Verdächtigungen fachlich zu behandeln, nicht, wie er es gethan, ehrliche Männer des Herrn Arendsee! Derselbe sagt wörtlich, nachdem er einiges zu verdächtigen. Herr Arendsee nennt als ersten Stämpen für angeführt, welches er als Nachtheil für die Raffen bezeichnet: die Bentralisation den Buchdrucker Martin; ich habe teine Die übrigen Nachtheile ergeben sich aus folgendem. Sehen wir Gelegenheit gehabt, diefen Mann näher kennen zu lernen und uns die Männer an, welche die Bentralisation in die Wege gefann folglich über seine Thätigkeit, fowie über seinen Charakter bahnt haben." Der Herr Arendsee selbst sagt, daß ich vor fein Urtheil abgeben.- Herr Martin ist am 1. Januar 20 Jahren mit dieser dee schwanger gegangen bin, daß ich bei dieses Jahres begraben und kann sich nicht mehr vertheidigen. der Behörde niemals Gegenliebe fand, jetzt aber bei denselben Als zweiten Kämpen für die Zentralisation nennt Herr Arendsee Herren Anerkennung finde, da sich inzwischen die Verhält Es liegt mir nun ob, mich diesem Herrn niffe geändert, und kommt nun zu der Frage:" Sollte die Sache meine Wenigkeit. gegenüber zu vertheidigen. Bevor diefes geschieht, Einiges über hier nicht einen Hafen haben?" Die Nothwendigkeit der Zentralisation. Meine Ueberzeugung von der Nothwendigkeit der Zentrali sation entspringt aus den vielen berechtigten Klagen der Mitglieder. Diefe find stets der Meinung gewesen, daß der Gerbertsarst nur die billigste Medisin verschreibe; sie nennen diefelbe einfach ,, Latrizenwasser". Ob diese Ansicht begründet, darüber Erfundigungen einzuziehen, hielt ich mich seinerzeit als Vorfigender der Maschinenbauer- Stasse verpflichtet. " " 1 Herr Arendsee! Begreifen Sie denn nicht, daß in diesen Ihren Worten eine schwere Beleidigung für mich liegt? Glaubten Sie, ich würde diese Ihre Beleidigung dankend entgegen nehmen? Troydem ich in der Versammlung flar gelegt, was mich veranlaßt hat, hierüber Erkundigungen einzuziehen, so bin ich gezwungen, hier meinen Standpunkt noch einmal zu wiederholen. Jahre lang habe ich der Maschinenbauerkasse vorgestanden. Die Stämpfe, die ich auszuführen hatte, sind dem Berliner Arbeiter zum größten Theil bekannt. 1 Streifbewegung in Desterreich. Die Ga 3 arbeiter haben ihre Forderungen von der Kontinental- Gas- Affoziation" bewilligt erhalten, sodaß der Streit beendigt. Die Arbeiter der Futteral branche sind in den Streit eingetreten; ihre Forderungen find: Verkürzug der Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden, Lohnregulirung und Abschaffung der Außerhaus- 3wei unserer tüchtigsten Aerzte erklärten mir, die Anficht Da ich nun Jahre lang infolge meiner Stellung mit den arbeit. In Breitensee bei Wien dauert der Ausstand der Mitglieder über die Medizin sei theilweise wohl begründet. der Hutmacher fort. Dort handelt es sich, wie wir bereits mit Sie erklärten wörtlich: Wenn auch eine liberale Verwaltung Behörden zu arbeiten hatte, bin ich bei denselben auch bekannt so geworden, wie ein bunter Hund wie man zu sagen pflegt getheilt, um Aufhebung der Attordarbeit, in welche die Unter den Arzt nach feiner Ueberzeugung handeln läßt, nehmer nicht einwilligen wollen. Bis jetzt haben sich Streit giebt es doch viele Rassenvorstände, die anders denken, und daß ich bei diesen Arbeiten meiner Schwangerschaft erwähnte brecher noch nicht gefunden und da Unterstützungen genügend wie Sie. Raum sind Sie hinaus, so fommt ein Anderer, und selbstverständlich eine glückliche Entbindung wünschte, ist einlaufen, hoffen die Hutmacher bestimmt auf baldigen Sieg.- und macht uns die größten Vorwürfe, daß wir so theure Medizin wohl jedem einleuchtend; es wird niemand in dieser meiner In der Wiener Gifengießerei von Kruis und allee verschreiben. Sorgen Sie dafür, daß wir eine einheitliche Ber- Handlungsweise einen Hafen herausfinden, außer Herr Arendsee! legten sämmtlrche Arbeiter, 30 an der Zahl, die Arbeit nieder.waltung bekommen und daß der Arzt nach seiner Ueberzeugung Wenn nun in der ersten Versammlung gesagt wurde von seiten Die Ursache dazu gab die Maßregelung von 2 Genossen, die handeln kann, dann werden die Klagen der Mitglieder nach des Referenten, daß, wenn sich die Arbeiter nicht zentralisirten, sich am letzten Streit betheiligt hatten. diefer Nichtung hin aufhören." Der Ruf der Aerzte nach ein- die Behörde hierzu Veranlassung nehmen würde, so hatte ich beitlicher Verwaltung ist berechtigt und liegt im Interesse der wohl die Berechtigung, hieran zu zweifeln, da mir vor Jahren Um aber hierüber Mitglieder. ( 1886) das Gegentheil gesagt worden war. Berührt Vorstehendes das Verhältniß der Mitglieder zu den Auskunft zu erhalten, zog ich an maßgebender Stelle sofort Gr bezifferte die Zahl der Arbeitslosen in Wien auf 100 000, die in Aerzten, so kommen wir jetzt zu dem Punkt: wie ist das Berfundigungen ein und wurde mir die Erklärung gegeben, daß Niederösterreich auf 35 000. Eine Versammlung wurde aufgelöst hältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Kaffen- Ange- feitens der obersten Behörde kein Hinderniß in den Weg gelegt und der Saal von der start vertretenen Polizei geräumt. Ein anderer der in jener Versammlung auftretenden Redner brachte legenheiten? Herr Arendsee fagt wörtlich: Glaubt Herr Meyer bei der Bourgeoisie das nöthige Rück- Ich bin der Ansicht, daß wohl ein jeder, der ein solches statistisches Matériel herbei über die Zunahme der Krimi maliftit in Defterreich- Ungarn. Wir entnehmen demselben folgende grat zu finden? Im letteren Falle wird er volle Anerkennung Intereffe an der Sache hat, wie ich, ebenso gehandelt haben Zahlen: Im Jahre 1874 sind in Desterreich- Ungarn 308 605 und vielleicht auch Gegenliebe finden. Denn nur für die Unter- würde, als wie ich es gethan habe. A. Meyer, Schlosser, Gitschinerstraße 79. Personen ftrafrechtlich verurtheilt worden, im Jahre 1892 übernehmer und die Behörden wird die Zentralisation von Vor600 000, im Jahre 1873 fam in Desterreich auf 724 Einwohner theil fein." Herr Arendsee, find Sie auf dem Gebiete des Krankenkassenein Armer, im Jahre 1882 auf 622 Einwohner ein Armer und Wesens so unerfahren, daß Sie nicht wissen, daß sich die BenBriefhaffen der Redaktion. in diesem Jahrzehnt hat sich das Verhältniß noch bedeutend ver- tralisation im Großbetriebe bereits vollzogen hat, ohne auch nur G. 25. Ja, Returs innerhalb vier Wochen nach Bu schlechtert. Im Jabre 1891 sind nach einem Polizeiberichte in den Arbeiter zu fragen? In den großen Fabriken finden sich Wien über 24 000 Personen als obdachlos aufgegriffen worden. alle Berufstlaffen zusammen: Schuhmacher, Schneider, Gürtler, P. R. 90. 1. Nein. 2. Ja. Im Jahre 1892 fchon 26 662. Davon waren 20 575 Männer, Schlosser, Kaufmann, Maurer, Schriftseter u. f. w. alles ist 4700 Frauen und 1347 unmündige Kinder. 3102 Personen meldeten fich felbft als obdachlos. Das Männerafyl auf der vertreten. Der Arbeitslofe, mag er Schriftsetzer oder Kaufmann Landstraße beherbergte in diesem Jahre 70 148 Männer und fein, nimmt, durch die Verhältnisse gezwungen, in der Fabrik 127 Knaben, das Frauenafyl 18 064 Frauen und 3712 Kinder. gerne Befchätigung als Arbeitsmann. Nimmt nun ein Schrift Außerdem hatte der Asylverein für Obdachlose 7854 Männer im feger in einer Fabrik Beschäftigung an, so wird er, ohne daß Majjenquartier im X. Bezirke untergebracht, daß sind aufammen: man ihn danach fragt, der Kajje überwiefen, bei welcher die 187 100 Menschen beiderlei Geschlechts obdachlos. Diese Zahlen Fabrit versicherungspflichtig ist. sprechen deutlich genug, aber dort wie hier hat man in den höheren Negionen kein Verständniß für die Zeichen der Zeit. Arbeitslohn und Polizei. In der Kaiserstadt an der Donau zeigt man sich, wie in allen anderen Dingen, so auch in der Behandlung der Arbeitslosen als die gelehrigen Schüler des neuen, alten deutschen Kurses. Eine Versammlung von 2000 Arbeitslosen, welche am Freitag in Wien abgehalten wurde, ist, wie der Telegraph meldet, infolge„ maßloser" Anworden. gegen die Regierung aufgelöst Viergriffe hundert Theilnehmer an dieser Bersammlug zogen nach dem Rathhaus, um zu demonstriren; sie wurden aber ohne Widerstand zerstreut. Was heißt maßlose" Angriffe? Man wird die " Gerne hätte nun der Schriftfeher feine Beiträge an feine Gewertstasse abgeführt, um seine Anrechte zu wahren; aber erstens erlaubt ihm sein geringer Verdienst solches nicht und zweitens wäre es eine Dummheit, beiden Ortskaffen anzugehören. Das Arbeitsverhältniß ändert sich bei Tausenden das Jahr hindurch verschiedene Male. Gehört er heute der neuen Maschinenbauer- Staffe an, fo fann er über 2 Monate Mitglied der Allge meinen Fabritarbeiter- Kasse sein und nach 6 Monaten wird er der alten Maschinenbauer- Kaffe überwiesen. Ist es nun dem Arbeiter gleichgiltig, ob er der Kaffe 2 Monate oder Jahre lang angehört? Die Erfahrung hat uns gelebrt, daß im Erkrankungsfalle derjenige, welcher erst turze Beit Mitglied der Kaffe ist, einer werden würde. ftellung. G.. 120. Das fönnen wir Ihnen im Augenblid nicht fagen. Das neue Gefeß ist noch nicht publigirt. G... 33. Sie müssen zahlen. E. Müller, Grauschüß. Bn gewissen Fällen fann auch ein Reichsangehöriger ausgewiesen werden. Ob der Fall vor: liegt, fann nur beurtheilt werden nach Beantwortung folgender Fragen: Wie lange find Sie am Orte anfäffig? Genießen Sie Armenunterstützung? Sind Sie bestraft und weshalb? Bitte, geben Sie zur weiteren Antwort eine Chiffre an. Burean- Angestellten. Ihre Einsendung über den stenographischen Unterricht muß als Inserat aufgegeben werden. Ihre Bersammlungsanzeige wird besorgt. W. P. 2. Reiner von Beiden. Chr. Arnoldi. Abschrift des Testaments erhalten Sie auf Antrag von dem Amtsgericht Trier. Der Anspruch auf Altersrente kann nicht mehr geltend gemacht werden, da die Zeit zur Ginlegung der Rechtsmittel gegen den abschlägigen Bescheid längst verftrichen ist. Rackwig. Der Raum im Vorwärts" ist so beschränkt, daß wir eine so weitgehende Diskussion nicht zulassen tönnen. parlamentarische Elendsschauspiel schloß mit grellem, barsch zurecht wies, weil sie, anstatt" Deutschland Deutsch- Engel wären, fie für das Zuchthaus des Zukunftshöhnischem Klang, während das hochpoetische, großzügige land über Alles" mitzusingen von Kreditattien sich unter staates befähigt sein würden; doch kann dieser Lichtpunkt Historiendrama, das sich gleichzeitig abspielte, schön und be hielten. Welch' feiner Taft für das in geweihten Höhen- auch eine optische Täuschung sein. Aber immerhin war friedigend endete, in vollendeter Technik und mit meister- zeiten Schickliche spricht aus dieser national- blonden Burecht das Herrenwort:„ Wir haben genug!" wie eine Erhafter Wahrung der Einheit der Zeit. Ein schneidendes: weisung. Und nun vergleiche man dieses vielleicht über lösung. Wir haben genug!" dort, ein sehnsüchtiges:" Dwährte triebene zarte Taktgefühl mit der Art, wie man die reichs- Sonderbar ist.es nur, daß selbst die Herren Soziales cwig!" hier, ungemilderte, unveredelte Wahrheit im täglichen Nothstandsdebatten erledigte. Wenn man bei demokraten, trotzdem man ihnen zu Liebe das schöne Thema ersten, glänzende Stilisirung, Glättung, Beleuchtung im Nothstandsdebatten, anstatt in feierlicher Ergriffenheit in die Niedrigkeit verkommenen Menschenthums gezogen anderen Fall. Aus den Tiefen der Boltsseele stammt nur unserer Regierung, unseren Ersten, unseren Verhältnissen, hat, so ganz und gar nicht zufrieden mit dem Verlauf der die Bewunderung, die weiß, daß eigentlich alles nicht unserer Beit ein Vertrauensvotum auszustellen, die Herr Verhandlungen sind. Es ist immer der alte Jammer, daß wahr ist, was sie bewundert. Das Unwahre allein lichkeit des Erworbenen preisend, von Arbeitslosigkeit, Elend fie sich, statt einfach begeistert zu fühlen, in allerlei ist das Befriedigende, das Begeisternde, man betet das Un- und so weiter spricht, so ist das genau so, wie wenn ein grauen Abstraktionen rationalistisch denken. So erreichte wahre an, indem man das Unmögliche möglich denkt. Hebräer am deutsch- nationalen Versöhnungstag von Kredit- mich, während ich gerade die großen Begebnisse der Selbst historische Familiendramen sind nur dann wirksam, aktien spricht. Selbst Herr v. Boetticher hat etwas von legten Tage berauscht- ich hoffe, daß ein wenig von dieser wenn sie nicht von Menschenkennern geschrieben sind und seinem alten schönen Pathos eingebüßt, auch er sprach Stimmung noch in diesen Beilen zu spüren ist- auf dem Sopha keine Menschenkenner als Publikum verlangen. Vor einigen gelegentlich von Kreditaktion will fagen von Arbeits- nachträumte, ein bitterböser Brief aus der Provinz, der Jahren ereignete sich einmal im Berliner Residenztheater losigkeit, und es foftete ihm einige Mühe, an statistischen u. A. folgende Stelle enthielt: Während die guten Leute ein seltsamer Borfall. Herrn Daudet's Kampf ums Da Rettungsseilen auf den Boden der idealen Zustände zu die Regierung für unfähig halten, auch nur einem Hungernfein" wurde aufgeführt. Auf dem Bettel standen vier Afte klettern. Doch besaß er wenigstens so viel Stitterlichkeit, den ein Stückchen Brot, einem Frierenden einen Rock, einem vermerkt, aber der dritte Aft war hinterlistiger Weise durch sich auf banansischen Abhilfgedanken nicht einzulassen. Mehr Obdachlosen eine Stube zu verschaffen, glauben sie mit eine Berwandlung halbirt. Als nun am Schlusse des Lob verdient Herr v. Stumm. Sein sehnsüchtiges Ringen fanatischer Inbrunst an die gewaltige Kraftwitkung, die dritten Altes der Held, der bis dahin ein roher, gemüths- nach einem neuen Sozialistengeset zeigt, daß es immer noch eine rein menschliche Impression eines Fürsten, der Frieden Loser, vor feinem Verbrechen zurückscheuender Streber war, Männer giebt, die eine schönere, von der Mifere des kleinen schließen will oder zu schließen scheint mit einem entin einer reinmenschlichen Aufwallung vor einer edelmüthigen erbärmlichen Alltagslebens unbefleckte Zeit heraufzuführen lassenen Diener( die Schulgeschichte wird das einst unter die Dame auf die Kniee stürzte, da war das Publikum hoch beslissen sind. Und in welch hochherziger Weise wehrte er schönen Züge buchen!) auf die Gestaltung der Dinge z erbaut und tiefergriffen und eilte nach der Garderobe. die Würde germanischer Stantdesart, als er die Hetzer und üben vermag. Nie ist mir so flar geworden, wie klein doch Es foftete einige Mühe, die Leute zu überreden, sich noch Boltsbeglücker auf die Schmach hinwies, daß sie sich für eigentlich der Größenfultus ist: niederige politische Sinns den vierten Aft zu beschauen, der minder versöhnlich war. ihre Thätigkeit bezahlen ließen. Bisher haben die Führer lichkeit, die kläglich absticht gegen die reine Geistigkeit, die Es geschieht öfters, daß wir das zweite Bild des dritten der deutschen Nation von Industries, Landwirthschafts- und an Gedanken glaubt, die Ideen in Thaten zu verwandeln Aftes mit dem vierten Afte verwechseln, weil wir alles Gottesgnaden, die Minister, Staatssekretäre, Landräthe, strebt. Wehe denen, die all ihre Leidenschaft für politisches Menschliche für möglich zu halten wünschen, ausgenommen Regierungspräsidenten niemals sich für die Leistung ihrer Operngepränge vergenden, und nichts übrig haben für das bas Menschenmögliche, was zumeist das Unversöhnliche und Ehrenpflicht besolden lassen, und selbst die Landbriefträger, Wesentliche der modernen Kultur, für die eigentliche Mission Un befriedigende ist. Weichensteller und Volksschullehrer, die in ihrem Pöbelsinn der Zeit!" Wir haben auch keine Lust, das Wahre, das Wesent von Haus aus foldgieriger find, werden durch die weise Bfni, sind diese Provinzialen nüchtern, abstrakt, liche würdig zu bewältigen, aber die Anekdote in Einwirkung einer ethischen Regierung zur Abgewöhnung gemein! erzogen. Es gab dann Ich aber schwärme, und mein Kopf tanzt, wie ein Galauniform wissen wir zu feiern und zu genießen. Er dieses schmutzigen Triebes greifend ist es zu lesen, wie ein blonder Mann aus der wohl noch einige Lichtpunkte: die herrlichen Worte, Ichender Löwe. Christenthum gewidmet hat, ber Broving unlängst, beim Einzug des Fürsten Bismard in die Deutschland, Deutschland über alles! wenn die die Menschen Berlin, zwei Leute vou peinlich gekrümmtem Aeußeren freifinnige Gedanke, daß nur bem man Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Uhr, 20: Achtung! Montag, den 19. Februar, Abends 8½ the, in den Arminhallen, aller Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Antrag des Kollegen Mäther auf Aenderung der§§ 1 und 3 des Statuts( Aufnahme weiblicher Mitglieder betreffend). 2. Antrag des Vorſtandes auf Henderung der§§ 5 und 7 des Statuts. 3. Antrag des Vorstandes auf Abhaltung eines Sommerfestes. 4. Die Stellung der Organisation zum 1. Mai. 5. An den Vorstand gelangte Anträge. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt. Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die Kollegen erSucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 488/2 Der Vorkand. Große öffentliche Versammlung der Textilarbeiter und Arbeiterinnen ( Weber, Wirker u. f. w.) am Montag, den 12. Februar 1894, Abends 8 Uhr, bei Joël, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Die traurige Lage der Hausweber. Stellungnahme zu derselben. Referent: Reichstags- Abgeordneter Bueb. 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten der Gewerkschafts Kommission. 4. Wahl eines internationalen Vertrauensmann. 5. Verschiedenes. 329/15 Der Einberufer. J. Janz, Königsbergerstr. 33. $ Arbeiter- Bildungsverein Friedrichsberg. Dienstag, den 13. Februar, Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Neumann( früher Deckert), Rummelsburgerstr. 23: Versammlung. Zages Ordnung: Achtung! Große öffentliche Versammlung in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläßen beschäftigten Arbeiter Berlins Dienstag, 13. d. M., Abends 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: = Das Er Berein Berliner Hausdiener. Dienstag, den 18. Februar, Abends 9 Uhr, im„ Louisenfädt. Konzert37: Außerordentliche haus", Atte Salobr. 17 General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Aufnahme neuer Alboldt gegen den Verein u. event. Weiterbeschlußfassung über denselben. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Quittungsbuch legitimirt. 1. Vortrag des Stadtverordneten Fritz Wilke über: Unsere Waffen im Kampf ums Dasein. 2. Diskussion. 8. Bericht des Delegirten zur Ge- Mitglieder. 3. Bericht über den Prozeß werkschaftskommission. 4. Berichterstattung des Schiedsgerichts. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. fcheinen aller Kollegen ist unbedingt nothwendig. Der Vertrauensmann. Achtung! 183/8 Achtung! Große öffentliche Versammlung aller selbständigen Barbiere u. Friseure am Montag, den 12. Februar, Abends 8½ hr, in Hensel's Salon, Invalidenstr. 1a. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung statt. Der Ueberschuß wird der Parteikasse überwiesen. Kollegen und Parteigenossen werden ersucht, in der Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. 1630b Der Einberufer. E. Freyer, Münchebergerstr. 3. Mitglieder- Versammlung 1687b Der Vorstand: Gust. Grauer, Vorsitzender. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Bimmerer ( E. S. Nr. 2, Hamburg) Dertliche Verwaltung Berlin. General- Versammlung am Freitag, 16. Febr., Abds. 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Bolt, Alte Jakobstraße Nr. 75( unterer Saal). Tagesordnung: 1. Abrechnung pro 4. Quartal 1898. 2. Gründung einer Filiale in Nord- Ost. 3. Verschiedenes. 371/6 Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. des Vereins der Plätterinnen u. verw. Berufsgen. Berlins. 3..: Auguſt Gruse, Barnimſtr. 41 a. Dienstag, den 18. Februar 1894, Abends 8 Uhr, in Böhow's Brauerei, Prenzlauer Allee. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël: Die Frau im Spiegel der Geschichte. 2. Diskussion. 3. Wahl von zwei Revisoren. 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung werden alle Mitglieder, sowie Plätterinnen 2c., 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) welche dem Verein beitreten wollen, freundlichst gebeten, zahlreich und pünktlich 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. su erscheinen. 122/6 Gäste freundlichst willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Allg. Hilfsarbeiter- und Arbeiterinnen- Verein. Montag, den 12. Februar, Abends 8½ Uhr, im Sokale des Gerr Grosse Versammlung. Inselstr. 10: Zages Ordnung: 1. Die Sonntagsruhe in der chemischen Industrie. Referent: ReichstagsAbgeordneter Emanuel Wurm. 2. Distuffion. 3. Wahl zweier Arbeitervertreter zur bevorstehenden Konferenz. Gäste haben Zutritt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen aus der chemischen Industrie sind wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ganz besonders eingeladen. Der Einberufer161/13 Große öffentliche Versammlung aller in der Schuh- Industrie besch. Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins am Montag, den 12. Februar, Abends 82 Uhr, bei Haberecht, Große Frankfurterstraße Nr. 30. Mit Gruß 256/20 Der Vorstand. J. A.: Möhring. Mitglieder- Versammlung des Unterstützungsvereins deutscher Tabakarbeiter 322/7 ( Filiale Berlin) am Dienstag, den 13. Februar, Abends 8% Uhr, bei Herrn Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1898. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Der Bevollmächtigte. * Achtung! Jalousie Arbeiter und-Arbeiterinnen. Große öffentliche Versammlung Montag, 12. Febr., Abends 8 Uhr, im Lokale des Hrn. Wienecke, Tagesordnung: 1. Wie feiern wir den 1. Mai. Referent: Genosse 1701b Millarg. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Delegirten der Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl desselben. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. 464/10 Nationale Krankenkasse der Deutschen Gold- n. Silberarbeiter und verw Berufsgenossen.( E. s.) Montag, den 12. Februar, Abends präz. 8½½ Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Alte Jakobstr. 88. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Adler über:" Gewerkschafts Organisation". 2. Diskussion. 3. Statutenberathung und Wahl eines provisorischen Vorstandes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 11. Februar 1894: Zwei Versammlungen. 1. Gratweil's Bierhallen, Rommandantenstr. 77-79, Abends 5 Uhr, Mitglieder- Derlammlung Vortrag der Frau Henrich- Wilhelmi über:„ Ehe und Ghefcheidung". (§ 24 des Statuts). " 2. In der ,, Berliner Ressource", Eingang Stallschreiberstraße 48, 150/8 Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Diskussion über Abends 6 Uhr, Vortrag des Frl. A. Wabnitz über: Religion". denselben. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. 1696b Das Raffenbuch legitimirt. Minderjährige haben keinen Zutritt! Um recht zahlreiches wie pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Nach den Versammlungen: Gemüthliches Beisammensein. Gäste( Damen und Herren) sehr willkommen. Der Vorstand. Achtung: Versammlung Achtung! J. A.: E. Holttamp, Admiralstr. 18e. Achtung! Achtung! Stellmacher. Achtung! Gr. öffentl. Versammlung der Stellmacher Berlins und Umgegend am Montag, den 11. b. M., Vorm. 10 Uhr, in den Armin hallen, Kommandantenstraße Nr. 20. Tages- Ordnung: des Deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verbandes für Mäntelnäherinnen, Bügler, Stepper, Trikottaillen-, Blousen- und KostümArbeiterinnen der Herren- und Knabenkonfektion, Maass- Militärund Lieferungs- Schneider am Dienstag, den 13. Februar, Abends 82 Uhr, in der Urania, Wrangelstraße Nr. 9-10. Tagesordnung: 1. Die Praxis der Gewerbegerichte mit besonderer Berücksichtigung der Mäntelbranche. Referent: Gewerbegerichts Beisitzer Rollege A. Zander. 2. Diskussion. Pflicht der Mitglieder ist es, au erscheinen. Gäste willkommen. Die Ortsverwaltung. 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegirten zur GewerkschaftsKommission. 4. Bericht der Agitations Rommission und Wahl derfelben. 483/3 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 16806 Die Agitations- Kommission. Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf HolzSonntag, den 11. Februar 1894: plätzen beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Gr. Wiener Maskenball Ortsverwaltung Berlin I. Sonnabend, den 17. Februar, in Kliem's eßfälen, Safenhaide 14/15: Gr. Wiener Maskenball. Um 12 Uhr: Kaffeepause. Nach derselben; Vorführung der Hagenbeck'schen Thierkaravane auf ihrer Durchreise nach Entree 50 Pf. Petersburg. Entree 50 Pf. Freunde und Gönner des Verbandes ladet freundlichst ein 438/10 der Schneider und Shueiderinnen Berlins. Um 11 Uhr: Großes humoristisches Tableau: Cavalier- CircusVorstellung mit Durchlaucht als August. Um 12 Uhr: Demaskirung. Während der Kaffeepause: Vorträge. Eröffnung 8 Uhr. Anfang 9 Uhr. 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Ueber alle diese Punkte giebt das Buch an Hand des Wortlautes der einzelnen Beretnsgefeße und in Erläuterungen über die im Laufe der Jahre von den Gerichtsbehörden in ihren Urtheilen geübte Praxis flaren und unzweideutigen Befcheid, und ermöglicht es fomit den Genossen, die Klippen und Fußangeln der reaktionären Vereinsgefeße zu vermeiden. Gin dem Buche beigegebener Anhang enthält eine tabellarisch übersichtlich geordnete, gruppenweise gerethte Nebeneinanderstellung des Wortlautea der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden Bestimmungen über Dereins- und Versammlungsrecht und alphabetisches Sachregister. Bahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des Vorwärts". Das Kinderwagen- Fabriklager von A. W. 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