Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

32. Jahrgang.

Mr. 280.

Abonnements- Bedingungen:

Abonnements Brets pranumerandet Bierteljährl 8,30 ML monatl 1,10 wöchentlich 25 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Big Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien , Dänemark , Holland , Italien , Luxemburg , Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweis

G

Ericheint täglia.

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Bfg.( auläffig 2 fettgebrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet.

Telegramm Adresse:

Sozialdemokrat Berlin .

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplas, Ntr. 151 90-151 97.

Sonntag, den 10. Oftober 1915.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97.

Belgrad von den Deutschen und Desterreichern genommen.

Meldung des Großen Hauptquartiers.

Amtlich. Großes Hauptquartier, den 9. Oktober 1915.( W. Z. B.)

Westlicher Kriegsschauplah.

Nordöstlich von Vermelles schlug ein starker englischer Angriff unter großen Verlusten fehl.

Bei einem örtlichen deutschen Angriff wurden südwest­lich des Dorfes 2oo8 kleine Fortschritte erzielt.

In der Champagne griffen die Franzosen nach stundenlanger Artillerievorbereitung die Stellung östlich des Navarin- Gehöftes an, gelangten stellenweise bis in die Gräben, wurden aber durch Gegenangriff wieder hinaus­geworfen und ließen bei erheblicher blutiger Einbuße einen Offizier und hundert Mann Gefangene in unseren Händen.

In französisch Lothringen verloren die Franzosen die vielumstrittene Höhe südlich Leintrey; ein Offizier und fiebzig Mann, ein Maschinengewehr und vier Minenwerfer blieben bei uns.

Deftlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg . Vor Dinaburg ist Garbanowka( südlich von Jllurt) und die feindliche Stellung beiderseits des Ortes in 4 Kilometer Breite erstürmt; 5 Offiziere 1356 Mann find gefangengenommen, zwei Maschinengewehre erbeutet. Ju einem Gefecht bei Ne vedy( südlich des Wiszniew­Sees) wurden 139 Gefangene eingebracht. Von einer Wiederholung größerer Angriffe nahm der Feind Abstand. Heeresgruppe des Generalfeldmarichalls Prinz Leopold von Bayern. Nördlich von Korelitschi sowie bei Labusy und Saluszje find russische Vorstöße leicht abgewiesen.

Heeresgruppe des Generals v. Liningen. Südwestlich von Pinsk sind die Orte Komory und Prykladniki im Sturm genommen; bei Wolka- Berez­nianska und südwestlich von Kuchocka- Wola find Kavallerie­gefechte im Gange.

Nördlich und nordwestlich von Czartorysk ist der Feind hinter den Styr zurüdgeworfen. Seine Angriffe nördlich der Bahu Kowel- Rowno scheiterten.

Balkankriegsschauplah.

Zwei Armeen einer unter dem Generalfeld­marschall v. Mackensen neugebildeten Heeres­gruppe haben mit ihren Hauptteilen die Save und Donau überschritten. Nachdem die deutschen Truppen der Armee des K. u. K. Generals der Infanterie v. Koeveß sich der Zigeunerinsel und der Höhen südwestlich von Belgrad be­mächtigt hatten, gelang es der Armee, auch den größten Teil der Stadt Belgrad in die Hand der Verbündeten zu bringen. Defter­reichische Truppen stürmten die Zitadelle und den Nordteil Belgrads , deutsche Truppen den neuen Konak.

Die Truppen find in weiterem Vordringen durch den Südteil der Stadt.

Die Armee des Generals der Artillerie v. Gall­wit erzwang den Donauübergang an vielen Stellen an der Strede abwärts Semendria und drängt den Feind überall nach Süden vor sich her.

Oberste Heeresleitung.

*

Der österreichische Generalstabsbericht.

Wien , 9. Oktober. ( W. T. B.) Amtlich wird ver­lautbart: Wien , 9. Oftober 1915.

Russischer Kriegsschauplah.

Der Feind setzte gestern seine Angriffe gegen unsere galizische und wolhynische Front mit starken Kräften erfolglos fort. In Oftgalizien führte er seine Sturmtruppen gegen unsere Stellungen füdlich von Tluste und bei Burkanow. Er wurde überall zurück­geschlagen. Deftlich von Buczacz jagte unser Artilleriefeuer ein

Rumäniens Haltung.

"

Rosakenregiment in die Flucht.- Auch bei Krzemieniec wiederholten die Russen ihre Angriffe mit dem gleichen Ergebnis wie bisher. Das russische Infanterie- Regt. Nr. 140 wurde südwestlich von Krzemienic zersprengt. Bei der erfolgreichen Abwehr der russischen Borstöße im wolhynischen Festungsgebiet zeichnete sich das Infanterie­Regiment Nr. 99 durch standhaftes Ausharren in seinen start zerschossenen Gräben besonders aus. Die nördlich von Kolki vordringenden österreichisch - ungarischen und deutschen Streitkräfte warfen den Feind wieder über den Styr zurück. Die gestern mit­geteilte Gefangenenzahl erhöht sich auf 6000.

Italienischer Kriegsschauplah.

Gestern vormittag wiederholten die Italiener unter Einsat frischer Truppen noch zweimal den Angriff gegen unsere Stel­lungen auf der Hochfläche von Vielgereuth. Als diese Anstürme unter schweren Verlusten zusammengebrochen waren, gelang es dem Feind nicht mehr, stärkere Kräfte vorwärts zu bringen. Ein zelne Kompagnien, die noch vorgingen, wurden mühelos abgewiesen. Auf der Hochfläche von Lafraun stand der Abschnitt von Bezzena nachmittags unter heftigem Geschützfeuer. Auch im Raume von Flitsch beginnt sich die feindliche Artillerie wieder zu rühren. Im Abschnitt von Doberdo wurden zwischen San Martino und Polazzo Annäherungsversuche italienischer Handgranatenmänner leicht verhindert.

Milleniums

Donau

Semlin and

Rest

Semiin. Babaho

DampfbGroße

Kriegsinsel

dney

Save Belgra Save

Bricke

nerinse

igeunerinsel S

206

Joptsch

Bahnho

Dedinje

208

Maßstab Kilometer

Asta 961

BELGRAD

Karte zu den Kämpfen um Belgrad . Südöstlicher Kriegsschauplah. Desterreichisch- ungarische Truppen der Armee des Generals der Infanterie v. Koevess drangen gestern in den Nordteil von Belgrad ein und erstürmten das Bollwerk der Stadt, die Zitadelle. Heute früh bahnten sich deutsche Kräfte von Westen her den Weg zum Konat. Auf dem Schloß der serbischen Könige wehen die Fahnen Desterreich Ungarns und Deutschlands . Auch strom­aufwärts und stromabwärts von Belgrad vermochte der das Ufer bewachende Feind nirgends den Verbündeten standzuhalten. In der serbischen Posavina und in der Macva wurde er von öfter­reichisch- ungarischen Streitkräften zurückgeworfen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: bon Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Lohn und Lebensunterhalt.

Lohn- und

Die frisch fröhlich Umlerndenden, die uns bis vor etwa neun Monaten den Kriegssozialismus" predigten, sind verstummt. Sie haben wohl das Gefühl, daß angesichts der wirtschaftlichen Vorgänge jenes Wort wie frasser Hohn klingt.- Den Be­strebungen der Regierung ist es gelungen, die Bevölkerung einigermaßen mit Brot zu versorgen; wobei in Kauf ge­nommen werden muß, daß die Brotmenge recht knapp bemessen ist und er Preis dieses Brotes, wenn man die durch Zusatz von Kartoffeln stark verschlechterte Qualität in Betracht zieht, sehr hoch ist. In bezug auf alle anderen Lebensmittel ist nicht einmal ein ernsthafter Versuch einer planmäßigen Versorgung der Bevölkerung unternommen worden und der Kampf gegen die Teuerung wird mit Mitteln betrieben, die von vornherein unfruchtbar bleiben müssen. Der Eigennut bleibt nach wie vor die Triebfeder der wirtschaftlichen Tätigkeit und die Rüd­sicht auf das Gemeinwohl ist die seltene Ausnahme bei Pro­duzenten und Händlern. Es nutt also jeder die Konjunktur aus und die Folge ist die allgemeine Teuerung.

In normalen Zeiten haben die arbeitenden Massen nur ein wirksames Mittel, die Wirkung einer allgemeinen Er­höhung der Preise von sich abzuwehren Erzwinguna höherer Löhne. Die gewerkschaftliche Organisation ist zwar nicht im­stande, zu verhindern, daß der Anteil der arbeitenden Massen am Gesamtprodukt der gesellschaftlichen Arbeit geringer wird, daß die ungeheure Steigerung der Produktivität der Arbeit, die wir in den letzten Jahrzehnten beobachten, nur immer wieder die Affumulation des Stapitals beschleunigt, aber diese Organisation erreicht wenigstens, daß die unablässige Herab­drückung der Lebenshaltung der Massen, wie sie die Anfänge der kapitalistischen Aera charakterisiert, Einhalt geboten wird. Seit ungefähe 20 Jahren wird ein schnelles Steigen der Warenpreise, und zwar besonders der Lebensmittelpreise, beobachtet. Die Gewerkschaften mußten ihre volle Kraft an­spannen, um die Löhne wenigstens einigermaßen in Einklang zu bringen mit dieser Verteuerung des Lebensunterhaltes. Da­her die gewaltigen Lohnkämpfe der letzten Zeit in Deutschland , England, den Vereinigten Staaten. Der Krieg brachte uns den Burgfrieden, die deutschen Gewerkschaften verzichteten auf Lohnkämpfe. Aber der Krieg brachte uns auch die Teuerung, die alles bisher Dagewesene übertrifft. Die Folge ist, daß die Verteuerung des Lebensunterhaltes nicht durch eine ent­sprechende Erhöhung der Löhne ausgeglichen wird.

Hin und wieder wird freilich von Leuten, die mit ihrem Urteil allzu schnell fertig sind, eine starke Steigerung der Löhne behauptet. Man beruft sich dabei auf Einzelfälle. Wie in der Gründerzeit der bei der Arbeit Champagner trinkende Berliner Maurer von jedem Philister zitiert wurde( in Wirk­lichkeit handelte es sich um Weißbier, das aus Champagner­flaschen getrunken wurde), so muß jezt der Arbeiter aus der Rüstungsindustrie herhalten, der fabelhafte Löhne verdient". Das Märchen ist zerronnen. Allerdings waren die Fabri­kanten in den ersten Kriegsmonaten gezwungen, erhöhte Löhne zu bewilligen, weil plöglich ein scharfer Mangel an qualifizierten Arbeitern einsette. Aber die Löhne sind längst ausgeglichen, die Akkordfäße stark herabgesetzt. Unter schärfster Anspannung der Kräfte und über alle Maßen aus­gedehnter Arbeitszeit erzielen wohl auch heute noch in den Betrieben der Kriegsindustrie manche Arbeiter Löhne, die erheblich über jenen der Friedenszeit stehen. Doch ist das eine recht bescheidene Anzahl, eben nur die unentbehrlichen qualifizierten Arbeiter. Da die Kriegsindustrien immerhin nur einen geringen Teil der gesamten Arbeiterschaft beschäf­tigen, so ist es ein schreiender Widersinn, die relativ günstige Lage dieser Arbeiter zum Maßstab für die allgemeinen Ver­hältnisse zu nehmen. Aber auch die Kriegsindustrien haben sich natürlich, nachdem die Drangperiode der ersten Monate vorüber war, befleißigt, billige Arbeitskräfte heranzuziehen, vor allem Frauen und Jugendliche, deren Löhne keineswegs hoch sind. Wie es schließlich den Arbeitern und Arbeiterinnen, die Heimarbeit für Kriegslieferanten und ihre Zwischenmeister berrichten, ergeht, kann man jezt täglich aus den Verhand­lungen der Gewerbegerichte ersehen. Schundlöhne und Lohn­prellereien obendrein sind an der Tagesordnung.

In

Wie steht es nun um die nicht in der Kriegsindustrie mit ihrem flotten Geschäftsgang" tätigen Arbeiter? einzelnen Berufen ist der Mangel an Männern recht fühl­bar( Schlächterei, Bäckerei, Schuhmacherei) und hier ist wohl eine Erhöhung der Löhne eingetreten. Dagegen ist in an deren Berufen der Mangel nicht vorhanden, ja es herrscht zum Teil Arbeitslosigkeit. Dazu kommt, daß hier die Unter­nehmer unter Berufung auf die vereinbarten Lohntarife jede Forderung auf Erhöhung der Lohnjäße ablehnen. Dieses sich Anklammern an die Tarife ist durchaus unberechtigt, denn es sind dort immer nur Mindestlöhne vereinbart und die voll­ständig geänderten Lebensverhältnisse müßten billigerweise nehmer, die durch freiwillige Gewährung von Teuerungszu­

ihrem Manifest nicht die Gefahr zu kennen, welche die Verwirklichung der Biele birgt, die sie sich gesteckt hat. Unter den Unterzeichnern des Bukarest , 9. Oktober. ( W. T. B.) Indépendance Manifestes find einige ohne genügende moralische Autorität, um von Roumaine" schreibt: Der Abbruch der" diplomatischen Be- Redlichkeit und nationalen Joealen sprechen zu können. Die Eigen ziehungen Bulgariens zum Vierverband ist sicherlich die Einleitung schaften der Mehrzahl der Mitglieder der neuen Föderation gestatten zu dem gewaltigsten Kampfe des Weltkrieges. Rumänien muß aber die Hoffnung, daß die neue unionistische Partei unter der böllige altblütigkeit bewahren. Je ruhiger alle find, um Führung Filipescus Aussicht hat, eine zutunftsreiche Partei zu bie Regierung bei der Wahrung der nationalen Intereffen zu unter- werden, freilich unter der Bedingung, daß sie Sinn für die Wirt- Berücksichtigung finden. Indessen sind es nur wenige Unter­stützen, desto besser für Rumänien . Die Föderalistische Union scheint in lichkeit entwidelt.