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Die Brüder in den Sudeten .

Alle feine Voter müffen Sas gfelthe Reht haben wie wie. Die wirtschaftliche Weltkrise, die furchtbar drohende Kohlennot, Auf dem Parteitag der deutschen Sozialdemokratie gibt diesem Staate keine besondere Sicherheit. Es geht allen die Teuerung der Wucher, das Finanzelend, die Baluta- all bas Tschechoslawiens hielt am Montag, wie wir schon im Auszug Staaten schlecht und nur durch die Gewalt ist heilung nicht zu berichteten, Genosse Josef Seliger sein Referat über die finden sondern nur durch absolute Gerechtigkeit und mit Verstand. deutsche Sozialdemokratie in der tschecho- Mögen die tschechischen Machthaber nicht so hochmütig sein, sich nicht flomatischen Republik . Er führte, wie unser Son wavnen zu lassen. Noch sind nicht alle Märzen vorbei.( Stür

derberichterstatter meldet, folgendes aus:

Bei der Bestimmung der Nichtlinien unseres Rampfes fönnen wir nur ausgehen vom Interesse des Proletariats, und zwar nicht nur unseres eigenen, sondern des gesamten internationalen Brole­tariats. Es ist die Grundlage unseres Wirkens, daß wir ein Teil des gesamten Proletariats sind und auf unserem Boden und unter unseren Verhältnissen den

mischer Beifall.)

Wir stehen erst im Anfang der sozialen Revolution. Nicht mir haben davor zu bangen, sondern jene.

wift mehr betreiben wollen, um fich art ber allgemeinen Brefa­treiberei nicht mitschuldig zu machen, zum Teil wohl auch, weil sie die Strafbestimmungen der Wucher- und Kettenhandels­Paragraphen fürchten; gibt es aber feine Gefeße, die den Land­wirt zwingen, ein so wichtiges Nahrungsmittel wie Hülsen­früchte auch im freien Handel abzuliefern und nicht in Erwartung weiterer Preissteigerungen zurüdzuhalten?"

dem Arbeiter, was ihm bei einem plöglichen Abbau der Diese geradezu skandalösen Preissteigerungen beweisen Zwangswirtschaft blüht. Die Landwirte, die heute nicht ohne Unrecht über die erheblichen Erhöhungen der Gestehungs­Kein Bolf in Desterreich hat so schver geblutet und so schwer fosten flagen, verkennen dabei ganz und gar, daß diese Ge­gehungert als das deutsch - böhmische, dessen Reihen gelichtet find. stehungskosten noch bedeutend mehr steigen müffen, wenn die Wollen wir uns behaupten, so müssen wir wieder start werden, Preise für die grundlegenden Nahrungsmittel fo ungeheuer­muß in diesem Staat eine Wirtschaftspolitik auf breiter Grundlage lich verteuert werden. Ganz abgesehen davon, daß die plötz­Kampf des internationalen revolutionären Broletariats getrieben werden, die uns vor allem leben läßt. Dazu müssen wir liche Preissteigerung eine Unzahl von Streiks und damit eine zu führen haben.( Zustimming.) Auch die Entscheidung Einfluß gewinnen im Staat, der aufgebaut werden muß nach un- Verteuerung der industriellen Produktion nach sich ziehen durch Gewalt, die uns in diesen Staat hinein- feren Forderungen. Das Proletariat der anderen Nationen dieses muß, so hängt doch der Preis der landwirtschaftlichen Ge­stellt, wird nicht ewig bestehen. Aber wir haben die Dinge mit Staates hat das gleiche Intereffe. Ob Siegerstaat, ob besiegt nüchternem Verstande anzusehen und unsere Politik zu bestimmen wir sind niedergebrochen, und Frankreich , daß am meisten zu er die Höhe schnellen, wenn die Lebensmittel teurer werden. Sie stehungskosten von den Arbeitslöhnen ab, die automatisch in rach den augenblicklichen Machtverhältnissen, um uns vor Nieder- raffen suchte, vielleicht am forversten. Wir hoffen, mit der Entschneiden sich damit nur ins eigene Fleisch. Bum mindesten lagen und Rückschlägen zu bewahren. Wir stellen uns auf den fernung vom Siegesrausch wird auch die tschechische Arbeiterklasse schneiden sich damit nur ins eigene Fleisch. Zum mindesten Boden, auf den uns die Gewalt gestellt hat. Nicht wehleidig sein fühlen, daß auch sie das Opfer ist und auch noch das Opfer der ist nicht gesagt, daß sie aus dem wirtschaftlichen Tohumabohn, und nicht verzagt. Denn über die augenblicklichen Machttatsachen europäischen Reaktion werden soll. Die etvigen Krijen im Tichechen- das bei einem überſtürzten Abbau der Zwangswirtschaft ein­hinweg geht die Entwicklung der Menschheit und geht die Ent­hinweg geht die Entwicklung der Menschheit und geht die Entstaat zeigen, daß auch dort in der regierenden Koalition die Gegen- tritt, als lachende Erben hervorgehen. midlung, die das Proletariat zum entscheidenden Faktor in der fäße aufflaffen. Die tschechischen Gentoffen werden vor die Ent­Welt macht. Die Stunde wird schlagen, in der auch uns wieder Recht scheidung gestellt sein: Mit dem Imperialismus gegen das Selbst­und Freiheit werden wird.( Beifall.) Diese Einsicht gibt uns die bestimmungsrecht und gegen die Internationale, oder mit der nötige Ruhe und Leidenschaftslosigkeit zur Prüfung unserer Auf- Internationale für das Selbstbestimmungsrecht und gegen den Im perialismus.( Stürmischer, langanhaltender Beifall.)

gaben.

Als Sozialdemokraten haben wir auch diesen Staat zu einem solchen Kampfboden zu machen, daß das Proletariat gemeinsam mit dem der Welt seine Schlachten schlagen tann. Im gewissen Sinne stehen wir heute da, wo die Sozialdemokratie im alten Dester reich stand, als sie 1899 ihr Nationalitätenprogramm schuf, um die Bahn freizumachen für den Klassenkampf der alten österreichischen Internationale. Diefer Staat, in den wir gepreßt wurden, ist zum Verwechseln ähnlich dem alten Oesterreich, aber wir haben es leichter als damals, denn Klarheit des Blids haben wir uns im alten Oesterreich erarbeitet. 3ur Grundlage unseres Rampjes machen wir die Forderung nach dem Selbstbestimmungs. recht aller Völker, die diesen Staat bewohnen.( Lebhafter Beifall.) Wir übernehmen damit das Vermächtnis aller großen Revolutionen, selbst der bürgerlichen Revolution, das freilich verraten worden ist vom Bürgertum.

Die ganze nationale Politik der Deutschbürgerlichen in der alten Monarchie war nichts als ein fortgesetter Berrat am Selbst­bestimmungsrecht, war die Bolitik der Herrschsucht, und darum hat sie zum Fall geführt. Seine Folgen treffex das Proletariat, das in Wahrheit die deutsche Nation ist. Heute verrät die tschechische Bourgeoisie, die endlich thren Staat hat, ihr Jdeal aus Herrschsucht, dem der Fall gleichfalls folgen wird.

fft ein

Das Selbstbestimmungsrecht auf diesem Boden zu verwirklichen, Auftrag der Internationale

der revolutionären Arbeiter gegen den Außenposten des reaktio­nären Imperialismus, der der tschechoslowatische Staat ist. Mit dem Spruch der Berliner Konferenz auf unserer Fahne beziehen mit den Boden der tschechoslowakischen Republif.( Stürmischer Beifall.) Wir begrüßen und beziehen ihn in dem Bewußtsein unferes Wertes und unserer Kraft.

Das Wesen eines Staates wird bestimmt durch die Mittel, durch die er geschaffen wurde. Der tschechoslowakische Staat ist auf die Seit gebracht jowohl durch revolutionäre als auch durch fonter­revolutionäre Kräfte, und darin liegt ein Stüd Schicksal der tichechoslowakischen Hrbeiterschaft, das wir ihr in aufrichtiger Brüderlichkeit nicht wünschen. Im Kriege hat die tschechische Ration revolutionär gewirkt bis zum Zusammenbruch der Monarchie. Das deutsche Bürgertum sah darin immer nur Verrat. Aber nach dem Siege der Entente ließ sich die tichechische Nation vom Ententeimperialismus mißbrauchen zut

fonterrevolutionären Bekämpfung Sovjet- Rußlands un Ungarns und zur Mitwirkung an den anti­sozialistischen Gewaltfrieden von Versailles und St. Germain. Dieses heldenhaft opferbereite revolutionäre Volt ist das Werkzeug der ärgsten und gefürchtetften Reaktion der Welt­geschichte geworden, weil es seine Freiheit nicht wollte um seiner Freiheit, sondern um der Aufrichtung seiner Herrschaft über andere willen, berauscht vom Sieg der anderen, chne aus dem Schicksal Oesterreichs und Deutschlands zu lernen, dessen Sündenfall von 1871 die Wurzel des Weltkrieges war. Die Slowalei wurde genommen auf Grund des Selbstbestim mungsrechts", Deutschböhmen aber und Sudetenland auf Grund des historischen Rechts". Wir streiten nicht mit den Tschechen, wer zuerst hier gefiedelt hat. Jedenfalls ist die Berufung auf das histo­rische Recht nichts anderes als die Berufung auf die Gewalt. Durch ist dieser Staat auf die Welt gekommen und die Eigenart des Gewaltstaats haftet ihm an und er ist naturgemäß ein veaktionärer Staat. Das, und nicht die Liebe zum tschechischen Volf und seiner Freiheit, hat die Entente veranlaßt, diesen Staat au schaffen als einen Außenposten der Reaktion, deren Mittelpunkt nicht mehr Petersburg und Berlin , sondern Paris heißt, und so erkennen wir in diesem Staat den alten lieben Bekannten Defterre mit

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all seinen Fehlern, aber ohne seine wenig Vorteile. Jst denn diese tschechowakische Nationalversammlung nicht das alte, öster­reichische Herrenhaus, ernannt nur von einem Kaiser in einem balben Dutzend Köpfen. Wo ist die Demokratie in diesem freiheit­lichen Staat mit seinem Militarismus, mit seinem Ausnahme­zustand, verhängt auf Grund der österreichischen Gesetze der fünf­ziger Jahre.( Rebhafter Beifall.)

Einen Monat lang waren wir die Träger der wahrhaft frien Republik Deutschösterreich( Stürmisches, minutenlanges Hände­flatschen), und wenn nichts anderes den Zusammenhang mit unserm deutschösterreichischen Volf in uns unauslöschlich machen könnte, so wäre es diese Erinnerung.

Saben wir nicht die weißen Flecke wieder in den Zeitungen wie in der schändlichsten altösterreichischen Unterdrückung, haben wir nicht die ganze alte Obrigkeit übernommen, die mit der Demokratie un= rereinbar ist?( Zuruf: Hochberratsprozesse!) Demnächst soll die provisorische Nationalversammlung die Verfassung beschließen, ohne une, ohne die übrigen Völfer. Wir können es nicht hindern, aber man vergesse dabei nicht auch den§ 14, ohne den ein solcher Staat nicht cristieren fann.( Sehr gut!)

Wir wissen, mit wem wir es zu tun haben.

Wir fordern das Selbstbestimmungsrecht für alle Völker diefes Staates.

Mit aller Araft wenden wir uns gegen die Stellung einer Minder­heitsaktion. Da man uns in diesen Staat hineingepreßt hat, wollen wir ein freies und gleichberechtigtes Volt mit allen Völkern sein. ( Stürmischer Beifall.) Die bürgerliche Gleichberechtigung ist fein Geschent, denn die ist selbstverständlich, die braucht man uns nicht zu gewähren, denn wir hatten sie als wir in diese Republik gezoungen wurden. Das Problem dieses Staates ist das gleiche

Necht der Völker.

Mögen die Tschechen an ihre eigenen Kämpfe denken um die Einführung der Nation als Rechtssubjekt, daß jede Nation über the nationales Kulturleben frei und unabhängig zu entscheiden hat. Von der Rösung dieses Problems hängt der Bestand dieses Staates ab, sein Aufsteigen zu einem Wertob­jett für seine Bürger. Wir sagen das, weil wir als Kampfboden für das Proletariat einen Lebensfähigen Staat gebrauchen, in dem wir uns bewegen können. Weil wir auch in diesem Staat den So­zialismus zum Siege bringen wollen, müssen wir ihn von allem Schutk befreien.

Im Anschluß an diefes Referat wurde eine Resolution angenommen, die die Auflösung der Alliance mit dem Ententeimperialismus fordert, alle Bündnisse und Militär­fonventionen verwirft und die Pflege freundschaftlicher Be­zichungen zu allen Staaten, also auch zum Deutschen Reich und zu Deutschösterreich fordert. Ferner wird die Ersehung des Militarismus durch eine demokratische Miliz, die Ab­schaffung der demokratischen Herrschaftsform und die Auf­hebung aller nationalen Fremdherrschaft gefordert. Bum Schluß heißt es in dieser Resolution: Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republik will den Kampf für die Erfüllung dieser Forde rungen in engster Gemeinschaft mit den Proletariern aller anderen Nationen führen... Vor allem aber feßt sie ihre Hoffnungen auf die Wiederherstellung ihrer alten Rampf­gemeinschaft mit dem tschechischen Proletariat. Sie ist über­eugt, daß die Verschärfung der Klassengegensäße das ichechische Proletariat von dem Einfluß der Bourgeoisie be­freien, es auf dem Boden des unbeschränkten und unver­fälschten Selbstbestimmungsrechts der Völker zurückzuführen und es damit fähig machen wird, im engsten Bundemit den deutschen Proletariern den revolutionären Klassenkampf zu führen."

Bedauerlicherweise muß festgestellt werden, daß selbst in Ministerkreisen diese Einsicht nicht durchgängig vorhanden ist. Das Preußische Landwirtschaftsministe. rium, das ja in erster Linie das Interesse der Landwirt­schaft zu verfolgen hat, tritt nicht nur nicht dem Treiben der Großagrarier und Getreidespekulanten mit genügendem Nachdruck entgegen, es scheut sich sogar nicht, seinen von dem des Reichsernährungsministeriums abweichenden Stand­punkt vor der Deffentlichkeit zu vertreten. Mit fattem Be­hagen konstatiert die Deutsche Tageszeitung"( und das mun schon zum zweiten Male, weil ihre erste Anzapfung keinen Erfolg gehabt hat) Aeußerungen des Landwirtschaftsmini­sters Braun, die dieser vor einer Abordnung der Oberlausitz gemacht haben soll.

Herr Braun meint, enftens scheue das Ministerium des Herrn Schmidt, also doch wohl dieser selbst, die Verantwortung. 3tveitens spiele die 8ähigkeit der im Reichsernäh rungsamt veranterten Beamten nebst dem gesam­ten Angestelltenapparat, die in der Aufhebung der Zwangs­wirtschaft den Verlust ihrer Stellung erbliden, eine große Rolle, und drittens hätte man überhaupt den Eindruck, als wenn diese Beamten glaubten, daß mur von ihnen und ihrer Tätigkeit das Wohl und Wehe des Voltes abhinge.

Wir können es dem Agrarierorgan nicht verdenken, wenn es daran die Bemerkung schließt:

G3 ist wohl ein etwas sonderlicher Vorgang, daß ein Minister dem andern Scheu vor der Verantwortung bortwirft, und zivar in aller Oeffentlichkeit.

Abbruch der Zwangswirtschaft? Anhänglichkeit einzelner Beamten an ihr Amt leiten laffe.

Die Deutsche Tageszeitung" beschäftigt sich in einem Artikel mit dem Zusammenbruch der öffentlichen Brotver­sorgung. Als Grund für die mangelhafte blieferung von Brotgetreide an die Reichsgetreidestelle führt sie vor allem den Berlust der Provinz Posen und der Weichfelgebiete West­ preußens an und bejammert die armen Landwirte, denen zu. gemutet wird, daß sie im Allgemeininteresse auf die Wahr­nehmung ihres eigenen wirtschaftlichen Interesses zu einem Teil verzichten sollen. Daran schließt sich das übliche Geschrei gegen die Zwangswirtschaft, mit der der Ernährungsminister Robert Schmidt Babanque spiele.

Was uns wesentlicher erscheint, ist der direkte Vorwurf gegen Robert Schmidt, daß er sich in seiner Stellung von der Auf deutsch nennt man das: Günstlingswirtschaft. Solche Vorwürfe pflegten unterm alten Regime von einem Ministerium gegen das andere nicht gemacht zu werden, und es fönnte gar nichts schaden, wenn man darin doch ein wenig Tradition wahrte.

Was wir brauchen, das ist eine zielbewußte Politik. Die Arbeiter haben alles Interesse daran, von ihren Vertre tern in der Regierung gegen die agrarischen Geldfackbestre­bungen mit aller Macht geschützt zu werden. Darum tank vor der Liebängelei mit der freien Lebensmittelversorgung nicht nachdrücklich genug gewarnt werden.

Wir haben allen Grund daran zu zweifeln, daß man ausgerechnet Robert Schmidt Babanque- Spielerei vorwerfen Deutschnationale Eidesscheu. fann. Wenn eine Gefährdung der Brotgetreideversorgung tatsächlich vorliegt, so ist der Hauptgrund der, daß die Land- Gewissensstrupel monarchistischer Beamten. wirte sich einfach weigern zu liefern. In interessierten Krei- Der Beamtenausschuß der Deutschnationalen Volkspartei hát sen erzählt man sich ganz unverblümt, daß die Beitreibungs- eine lange Kundgebung befchloffen, in der er sich gegen die fommissionen mit Drejchflegeln von den Höfen gejagt wer- Bereidigung der Beamten auf die neue Reichs­den, und weshalb das alles?- weil die Preise noch verfassung wehrt. Dieser Eid verursache den deutschnationalen längst nicht hoch genug find! Man mutet dem Ar Beamten schwere Gewissenskonflikte" und taste angeblich die beiter zu, seine Ausgaben für die allerdringlichsten Lebens- Freiheit der politischen Gesinnung an. Sie wollen sich nicht auf die mittel wie Brot, Kartoffeln usw. zu vervielfachen und er- Republit bereidigen laffen, aber sie wollen auch nicht gerne ihre hebt das übliche Gezeter über bolschewiftische Umtriebe, wenn brotspendenden Stellen aufgeben. Deshalb erflären fie nach mandhem der Arbeiter entsprechende Lohnforderungen stellt und fie in und Her, daß sie den verlangten Eid Leisten werden, aber durch Streik durchzusetzen versucht. Gibt es gegen die Sa- nur in dem Sinne, daß fie sich zur gewissenbaften Beobachtung der boteure der Lebensmittelversorgung von Geldjacks Gnaden in der Berfassungsurlunde niedergelegten Bestimmungen verpflichten. feine militärischen Machtmittel? Insbesondere behalten sie sich das Recht vor, im Rahmen der durch die Verfaffung gegebenen Möglichkeit andere Zustände zu erstreben. Jn der Form, wie die Regierung von ihnen die Eidesleistung ber­langt, erblicken sie einen Mangel an Rücksicht".

Wie lieblich sich die Dinge zu entwickeln drohen, zeigt eine Zuschrift von sachkundiger Seite, die wir nachstehend wiedergeben:

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Höher geht die Frechheit nimmer. Welche Rücksicht hat dem eigentlich das monarchische System auf die Beamten genommen, bie Gewiffens bedenken hatten, dem Monarchen den Treueid zu Teisten??

Parteinachrichten.

Die Nürnberger Einigung".

Für die neue Ernte ift der Handel in Hafer und Hülsen­früchten freigegeben worden. Der Preis für Safer stellt sich naturgemäß bedeutend höher als der bisher geltende Beschlag nahmepreis. Die deutsche Haferernte ist gewaltig; man spricht von einer Rekordernte und schäßt den Ertrag auf etwa 8 Mil­lionen Tonnen. Die Landwirte reizte der hohe Preis, so daß sie fast nur den Haferdrusch besorgten und das Brotgetreide, Roggen und Weigen, das an die Reichsgetreidestelle zu bedeutend niedrigeren Preisen abzuliefern war, liegen ließen. Das Reichsernährungsministerium hat nun bekanntlich versucht, den schädlichen Folgen durch ein Druschberbot für Hafer, durch Sperrung der Transportmittel und durch Gewährung einer Ein­Die Fränkische Tagespost" erfährt jezt erst, daß die Einigungs­lieferungsprämie für Weizen und Roggen bis zum 15. Oftober fommiffion den Anschluß der Nürnberger an die Zentralstelle diesem Uebelstand entgegenzutreten. Die Marktvorgänge, die der Betriebsräte beschlossen habe. Diesen Beschluß hätten fie daran knüpfen, sind außerordentlich interessant. Seit Be- die unabhängigen und kommunistischen Drahtzieher am Schlusse fanntwerden der Pläne, des Reichsernährungsministers stieg einer alle Anweienden ermüdenden Sitzung durchzusetzen verstanden. der Hafer außerordentlich. Schon heute ist dies habe sich also hier lediglich um eine leberrumpelung gehandelt. Preissteigerung des Safers höher als die zum Aus­Sozialdemokrat", das unabhängige Organ, sucht die gleich für die übrigen Getreidearten gezahlten Lieferungs- Zentralstelle der Betriebsräte möglichst harmlos darzustellen, hütet bramien, die etwa 150 M. pro Tonne betragen sollten. Der fich aber, aus weniger schamhaften unabhängigen Blättern das ab­Hafer ist nach den offiziellen Rotierungen von 48 auf durch zudrucken, was diese zu dem Aufbau des Nätesystems gebracht haben schnittlich 57 M. gestiegen, das macht pro Zonne 180 M. Die und den Bericht des Vorwärts" über den Vertretertag der Zentral­offiziellen Kurse stehen aber buchstäblich auf dem Papier. Nach stelle in Halle a. S. bestreitet der Sozialdemokrat" Wort für Wort. auswärtigen Bedarfspläßen Nord- und Nordwestdeutschlands Darnach wollen die unabhängigen und kommunistischen Eini­werden jezt schon Preise von mehr als 60 M. erzielt. Auch für gungsapostel auf unfaire Weise die Anhänger der Mehrheitssozial­Berlin wird Hafer am freien Markt schon zu Breisen gehandelt, demokratie für ihre Zwecke mißbrauchen. Dieser Vorgang bemeist die über den Kursnotierungen liegen. Dabei besteht aufs neue, daß es unseren Freunden von links lediglich darauf an­die Gefahr untermindert fort, daß der für uns so teure Safer tommt, das Proletariat auf dem Boden der Räte diktatur ins Ausland verschoben wird, da er dort infolge der schlechten zu einigen. Das hieße aber nichts mehr und nichts weniger als Valuta immer noch mehr als die Hälfte unter dem dortigen die Aufrichtung einer Minderheitsherrichait durch eine neue Inlandspreis liegt. opferreiche Revolution. Gegen einen solchen permanenten Bürgerkrieg und die damit verbundenen Gefährdung aller revolu tionären Errungenschaften muß sich das werttätige Bolt entschieden wenden.

Bei den Hülsenfrüchten zeigen sich die Folgen des freien Handels noch viel deutlicher. Einem Friedenspreis von 13 M. pro Zentner stellten sich beim Einsetzen des freien Handels Breise von 140 bis 150 M. gegenüber. Die Anlieferungen vom Lande waren schwach, der Bedarf der Verbraucher sehr start; so überboten sich die Händler gegenseitig, um den Landwirt zu ver­anlassen, möglichst schnell und möglichst viele Erbjen zu liefern. Diefer wiederum nugte die Konjunktur aus, hielt die Erbsen zurück und so wurde erreicht, daß innerhalb 14 Tagen der Preis bon 140 bis 150 auf über 170 m. pro Zentner gestiegen ist und wahrscheinlich noch weiter steigen wird.

Der wucherische Charakter dieser Preissteigerung ist so offenbar, daß anständige Getreidehändler den Gandel in Erbsen

Und der

Eine Einigung mit dem Ziele, die Arbeiterbewegung zugrunde zu richten, ist, wie die Fränkische Tagespost" mit echt betout, Selbstmord. Und wir stimmen durchaus mit unserem Nürn­berger Bruderoraan überein, wenn es am Schlusse des das unab hängig kommunistische Betrugsmanöver behandelnden Artikels schreibt:

Auf diese schiefe Bahn dürfen sich die ge­schulten und erfahrenen Parteigenossen nicht begeben, fie sind für die Einigung, aber nicht für die Beschwindelung der Arbeiterschaft.