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Zur Diskussion

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fagte fassen, weil in Landesangelegenheiten naturgemäß der Landes-| Landtags- Abgeordneten aus. Ich erkläre ausdrücklich Parteitag zu sprechen und dieser seine Entscheidung bereits ge- er unsere Genossen im bayerischen Landtage haben im

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über den Frankfurter Parteitagiroffen babe, ba wurde dies von der Geite, auf welcher sich vollen Maße ihre Schuldigkeit gethan, und gerade

I.

Seit Monaten sammeln die herrschenden Gewalten alle Kräfte, um einen neuen Kriegszug, mit verschärften Gesehen und äußerster Gesetzesauslegung, gegen uns zu unternehmen. Ihr Plan ist jetzt fertig und vielleicht nur wenige Wochen trennen uns vom Beginne seiner Ausführung. Wir freilich haben dem Kommenden von Anfang an ruhig und furchtlos ins Auge ge­blickt; bauten wir doch auf die Sieghaftigkeit unserer Sache wie auf die Einigkeit der kampferprobten Sozialdemokratie.

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Bebel befand, mit Entrüstung als sträfliche Gehorsamsverweige deshalb haben wir die beiden ersten Säge in unsere Re­steuert die Münchener Post" unter der Spigmarke: Bebel's rung, als eine Art von Parteihochverrath hingestellt. Bebel solution aufgenommen, die allerdings feine neue Wahrheit Fahnenerhebung" eine Artikelserie bei, die mir wohl ein Recht aber, das Mitglied des Parteivorstandes, zu dessen besonderen enthalten sollen, wohl aber konstatiren, daß die bayeri haben, auf Gen. Vollmar zurückzuführen, obgleich er sie nicht Pflichten die Durchführung der Beschlüsse des Parteitages und sch en Genossen für ihre ganze übrige Thätig­gezeichnet hat. Wir bringen auch diese zur Kenntniß unserer die Aufrechterhaltung der Parteidisziplin gehört, er unterteit unsere volle Zustimmung finden." Nur die Lejer. nimmt ohne Zaubern den allem demokratischen Gefühl ins Gesicht Budgetabstimmung sei Gegenstand der Debatte. Aber auch hin­schlagenden Versuch, die auf den Frieden gerichtete Absicht des sichtlich dieser Frage zeigte sich Bebel weit entfernt, irgendwie Parteitages zu vereiteln, das, was er auf dem ordnungsgemäßen anklagend gegen unsere Landboten vorzugehen. Es fällt mir­nicht einen einzigen Augenblick ein, auch nur Weg nicht zu erreichen vermochte, außer und gegen Parteitag zu erklärte er ein Wort des Tadels, der Anklage oder Miß­ertrogen, kurz die Partei zu vergewaltigen. II. billigung den bayerischen Genossen im Land­Das Auftreten Bebel's widerspricht allen Traditionen der tage zu machen. Wir fagten uns vielmehr, daß es sehr Sozialdemokratie. Aus ihm spricht der Geist eines unbändigen wohl Momente giebt, welche die bayerische Handlungsweise er­Gigensinns, der wohl für Andere strengste Disziplin und Unter- klärlich erscheinen lassen. Man kann sehr wohl, das verstehe ich, nur um eine werfung"( Erfurt ) fordert, für sich selbst aber kein anderes Gebot zur Ansicht kommen, daß es sich hier der Taktik, nicht um eine Frage des Prinzips Da müssen wir in diesen Tagen ein unerwartetes Schauspiel als das eigenen unfehlbaren Willens anerkennen will und sich, Frage erleben. Angesichts der in Schlachtlinie aufmarschirten und sobald dieser ernstlich in Frage fommt, durch niemand und durch handle; haben wir doch auch in Sachsen ursprünglich eine andere Praxis geübt, als gegenwärtig. Das ist ja angriffsbereiten Feinde erhebt sich einer unserer Führer und keinerlei Rücksicht von Zant und Streit abhalten läßt. schleudert die Fackel der 3 wietracht nicht unter die Man wird demgegenüber wohl auf Bebel's ungestüme Ge- gerade das Unangenehme, was jeden in dieser Sache Gegner, sondern in die eigenen Reihen! müthsart hinweisen, welche ihm selbst die schlimmsten Streiche spiele, bewegt, daß es den Anschein haben fann, als ob wir Stellung Denn dies und nichts anderes hat August Bebel mit der und das als Milderungsgrund angenommen werden müsse. Von gegen die Thätigkeit unserer bayerischen Genoffen überhaupt Rede gethan, die er am 14. d. in Berlin in einer Versammlung diesem Standpunkte wird die Sache, wie wir wissen, auch zumeist nehmen, während wir doch überhaupt der Meinung sind, daß sie Es handle des zweiten Wahlkreises gehalten hat. Natürlich wird Bebel be- in Berlin selbst aufgefaßt, wo mit Ausnahme weniger ihre Schuldigkeit in vollem Maße gethan haben." streiten, eine solche Absicht gehabt zu haben, und erklären, daß er passionirter Krakehler niemand Bebel's Auftreten billigt, die sich lediglich darum, was in Zukunft und zwar nicht blos nur das Wohl der Partei im Auge gehabt habe; er beruft sich Meisten es vielmehr auf das entschiedenste verurtheilen. Aber, speziell in Bayern , sondern ganz allgemein geschehen solle. Seitdem find drei Wochen verflossen. Und welch' ganz auf das Recht der freien Kritik, das jedem Genossen im gleichen wenn man auch gegenüber einem Manne von Bebel's Bedeutung Maße zustehen müsse. und Verdiensten weitgehende Rücksichten gelten läßt und ohne anderes Lied singt uns jetzt Bebel! Alle die schönen Reden von so der vermehrten Größe der Partei und ihrer imposanten Einig Aber mit dem gleichen Schild suchten auch Werner und die dies wäre es ja längst zu Feuer und Flammen gekommen Berliner Jungen" seiner Zeit ihr Treiben zu schützen und Bebel muß doch alles seine Grenze haben; das Temperament darf denn keit, die nie größer gewesen seisie werden als hohl, nichtig, wußte was er boch einen zu auf Partei, die ist in eigenenapellen wußte genau, was er ihnen auf ihren Einwand erwidert hatte. doch keinen Freibrief zu jedem beliebigen Anfall auf Partei erlogen hingestellt. Die Partei ist in der Verwässerung und Herr Werner sagte er in Halle begründet seine fleinliche genossen und zu jeder, auch der schwersten Schädigung der Verspießerung begriffen Die Träger dieses Verderbungsprozesses Opposition mit hygienischen Rücksichten, er habe sie im Hinblic Partei- Interessen geben. Im übrigen hätte man diese Ent- Niedergange. auf das Wohl der Partei gemacht. Wir brauchen aber solche schuldigung trotz alledem vielleicht auch dies Mal noch passiren sind die Süddeutschen, vor allem die Bayern ; aber auch bereits drohend Pferdekuren am Parteikörper nicht, um uns wohl zu befinden; wäre lassen können, wenn die berufenen Faktoren gethan hätten, was in Norddeutschland beginnt das Unheil Der Geist, den man schon in Erfurt der Parteikörper nicht so urgefund, er könnte leicht zu Tode ihres Amtes war und was jedem anderen Genossen gegenüber in um sich zu greifen. furirt werden."-" Die ewige Nörgelei" fagte er in einer Berliner ausgiebigstem Maße geschehen wäre. Wohl hat sich das Zentral- und Berlin habe bekämpfen müssen, und der mit den Partei­Versammlung gegen Werner ,, und das ewige Unruhestiften in organ dagegen verwahrt, durch die ausführliche Wiedergabe grundsätzen unvereinbar sei, präge sich immer mehr aus. der Partei, womit man nach außen den Glauben erweckt, als der Bebel'schen Rede irgendwie Partei für Bebel ergriffen zu Vor allem sei daran Vollmar schuld, auf den Bebel seine ganzen fei die Partei gespalten, das muß endlich aufhören." Und in haben. Aber eine derartige zarte Mißbilligung, welche der in Ausführungen in der persönlichsten Weise zuspitzt. Derselbe babe Erfurt setzte Bebel hinzu: Das wäre eine schöne Partei, wo den Feinheiten der journalistischen Redeweise nicht be- mit seinen Ausführungen auf dem Parteitag unerhörter Weise die Nichteinverstandenen das Recht hätten, fortgesetzt an den Be- wanderten Maffe wenig verständlich ist, kann in einem derartigen großen Antlang gefunden; er stehe nicht allein, sondern habe schlüssen und ihrer Ausführung zu nörgeln, die Partei zu erschweren Falle nicht genügen. Wäre von Seiten des Parteivor einen starken Resonanzboden in der Partei. Sonst wäre Kurgum: ein tiefer regen und Spaltung zu verursachen." standes oder auch des Zentralblattes das Auftreten Bebel's offen man mit ihm längst fertig. und gerade gerügt und bedauert worden, die Angegriffenen Riß spaltet die Partei in zwei Theile, die nicht mehr auf dem würden dies wohl, um des lieben Friedens willen, als Genug gleichen prinzipiellen Boden stehen. thuung oder wenigstens als Anlaß genommen haben, sich mit einer kurzen Bemerkung zu begnügen und nicht weiter auf den Fall einzugehen. Nachdem sich jedoch die leitenden Parteifreise nicht start genug zeigen, die Parteidisziplin auch einem Bebel gegenüber zu wahren und ihm Frieden zu gebieten, so müssen dies eben Andere thun

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Bebel hat damals freilich nicht daran gedacht, daß seine Worte eines Tages auf seine eigenen Handlungen zutreffen und angewendet werden könnten. War er doch, und das zu einem guten Theil infolge seiner von niemanden bestrittenen großen Verdienste um die Partei, daran gewöhnt worden, daß die Parteiangelegenheiten in wichtigen Puntten niemals anders als in Uebereinstimmung mit seinen eigenen Ansichten entschieden wurden. arte irgend einmal die Beit tommen könnte, ein Parteitag von ihm mit Parteiinteresse motivirtes Vorgehen ablehnen tönnte der Ge danke ist Bebel früher faum in den Sinn gekommen. Und als er in Erfurt gelegentlich der ersten Fehde. mit Vollmar zuerst unerwarteten Schwierigkeiten begegnete und die entfernte Mög lichkeit eines Unterliegens vor seinem Geiste auftauchte, da wechselte er auch schnell seine Auffassung über die Pflicht der Parteigenoffen, sobald der Parteitag gesprochen hat. Damals hieß es: Vollmar hat sich, wie jeder andere, dem Beschluß des Parteitages zu unterwerfen; follte aber das Unerhörte geschehen, daß dieser Beschluß zu gunsten Vollmar's aussiele, dann würden die heimkehrenden Delegirten die Rebellion im Hause finden, ,, und ich rief Bebel wäre der erste, der sich an die Spitze einer solchen Rebellion stellte!"

Wir wollen nicht Bebel's eigenes Wort anwenden. Aber ein Bronunziamento, eine Fahnenerhebung gegen die Ergebnisse des Frankfurter Parteitages ist sein Auftreten das fann nur eitel Wortlauberei bestreiten.

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Indem wir uns dieser nicht angenehmen, aber sehr nothwendigen Aufgabe unterziehen, müssen wir Bebel nächst der Disziplinlofig­feit einer Zweideutigkeit zeihen, die gerade bei ihm höchst un sympathisch berühren muß.

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Den Grundsaytreuen natürlich die mit Bebel - stehen die Verwässerer gegenüber. Das darf nicht so weiter­gehen da giebt es feinen Frieden mehr. Die Sünder müssen früher oder später aus der Partei hinaus, auf die Gefahr hin, daß ein größerer Theil der Partei mit ihnen geht lieber eine fleine wohldisziplinirte Partei, als ein großer Haufen! rsbu

Und nun fragen wir: Welche dieser beiden von Bebel im Laufe weniger Wochen geltend gemachten Anschauungen ist die wahre? Denn beide können nicht zugleich richtig sein, weil sie einander ausschließen, so unverträglich wie Feuer und Wasser sind.

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3elcher Bebel hat die Wahrheit gesprochen der vor und auf dem Parteitag oder der nach demselben?

Politische Leberlicht.

tann.

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Bebel hat unmittelbar vor dem Parteitag einen Aufsatz in der Neuen Zeit" veröffentlicht, in welchem auch nicht das ge ringste Anzeichen darauf hindeutet, daß er im Schooße der Partei so schwere prinzipielle Gefahren wittert, wie er sie soeben in Berlin kassandrisch verkündigt hat. Im Gegentheil. Er macht fich weidlich luftig über die Kurzfichtigkeit der Gegner, die un ermüdet immer wieder auf sozialdemokratische Spaltungen" Berlin , den 22. November. rechnen, trotzdem ihre Hoffnungen bisher noch immer zu Schanden Buß- und Bettag ward gestern von unseren Feinden geworden. Wohl werde es auch in Frankfurt an Meinungs­verschiedenheiten in einzelnen Punkten nicht fehlen; aber wer gefeiert. Daß sie das Bedürfniß empfinden, Buße zu thun mehr erwarte, betrüge jich und andere. Prinzipielle Kämpfe für die vielen Sünden, die sie verübt haben, erscheint uns oder ernste Kämpfe über die Taktik der Partei sind ausgeschlossen. sehr natürlich, wenn wir auch genau wissen, daß die Buße Prinzipielle Meinungsverschiedenheiten bestehen nirgends. Die Partei steht in allen ihren Gliedern auf ein und demselben nur reinste Heuchelei ist und die sofortige Rückkehr zu den Der Parteitag war angerufen worden, eine Meinungsprinzipiellen Boden, wie ihn das Programm zum Ausdruck alten fündhaften Praktiken nicht hindern wird. Bei der oerschiedenheit mit den Bayern zu schlichten. Die Bayern stellen bringt... 3um Ueberfluß sorgt die Verfolgungssucht unserer bekannten" chriftlichen" Gesinnung dieser Bnß- und Bet­einen Antrag, Bebel auch einen; beide werden vom Parteitag Feinde dafür, daß Spaltungs- und Abtrennungsgelüfte, wenn sie Gesellschaft zweifeln wir nicht, daß sie in ihren Gebeten die abgelehnt. Während sich aber die Bayern mit diesem Ergebniß überhaupt vorhanden wären, was nirgends der Fall Hilfe des Himmels angerufen hat gegen die bösen Um­oolkommen zufrieden geben, und während auch die in der Frage ist, jämmerlich scheiterten. Prinzipielle Gegensäße stürzler", mit denen sie auf Erden nicht fertig werden mit Bebel Gegangenen die Angelegenheit, wenn auch hier und sind also ausgeschlossen." Wir Cozialdemokraten haben keinen Grund Als Bebel so schrieb, war ihm natürlich die dort mit einigen bedauernden Worten, zur Ruhe stellen wollen: handelt Bebel ganz anders. Er ist jagt- teiner wie er selbst sagt- teiner Lage der Partei ebenso genau wie jetzt bekannt. Und speziell Buße zu thun; und himmlische Hilfe brauchen wir nicht der Gemüthsmenschen, die Konflikten ausweichen; eher sucht er lag ihm auch das gesammte Material in der sogenannten baye- anzurufen, da wir mit unseren Feinden ohne Mühe allein fie. Im Zorn über das Unerwartete, daß er seinen Willen nicht rischen Frage, vor allem das Protokoll des Münchener Partei- fertig werden. Der Bundesrath hat in der am 22. d. M. abgehaltenen durchzusetzen vermocht hat, scheert er sich den Teufel um den tages vor, in welchem die Ansichten der bayerischen Genossen über Willen des Parteitages, die Differenz zu begraben, sondern fängt die in ihrem Lande einzuhaltende Kampfweise noch weit aus Plenarsigung den Entwurf eines Gesetzes, betreffend führlicher zum Ausdruck kommen, als dies in Frankfurt geschehen enderungen und Ergänzungen des Straf nun das bereits erlöschende Feuer erst recht zu schüren an. Sonst weiß man nicht hoch genug von den Entscheidungen konnte. der höchsten Instanz der Partei zu sprechen, der sich zu Auf dem Parteitag nahm Bebel das Wort, nachdem der gesehbuchs, des Militär Strafgesehbuchs unterwerfen die Pflicht jedes Sozialdemokraten sei. Als in bayerische Standpunkt durch Vollmar dargelegt worden war. Grund des Gesezes über die Presse, den Entwurf Frankfurt die Bayern warnten, feinen haltlosen Beschluß zu sprach sich in den lobendsten Worten über die Thätigkeit unserer eines Gesetzes wegen Bestrafung des Sklavenraubes und des Sklavenhandels sowie den Antrag Bayerns , betreffend die Seit vier Jahren leistete Annette Abänderung des Etats der Zollverwaltungskosten den zu­daß Erziehung gleichbedeutend sein müsse mit Unterdrückung. pörung reizen mußte. So lange der Vater gelebt hatte, war die Art, wie die nun schon tapfer Widerstand. Sie ließ ihrem Spott freien ständigen Ausschüssen überwiesen. Die Entwürfe der Etats Kinder zu erziehen seien, beständig Veranlassung zu ehelichen Lauf, wobei das Temperament des Vaters bei ihr durch des Reichs- Eisenbahnamts, des Rechnungshofes und der Ver­Streitigkeiten gewesen. Er war von der Art der lebens- brach. Sie wagte es, über die frommen Damen und waltung der Eisenbahnen für 1895/96 wurden genehmigt. Lustigen Walliser , heiter von Gemüth; er lachte gern und sogar über den Pastor zu lachen, wenn er in seiner Außerdem wurden Eingaben vorgelegt. Predigt stecken blieb. Als sie eines Tages wegen liebte feine Soupers und fröhliche Gesellschaften. Die Furcht vor der Reaktion steckt den Freisimmigen" Er schätzte seine Frau sehr, aber er empfand doch irgend eines kleinen Versehens keinen Wein erhalten und Liberalen" in allen Gliedern. Nicht die Furcht vor häufig das Bedürfniß, sie allein zu lassen, um einen Abend sollte, entgegnete sie schlagfertig: St. Paulus hat gesagt: der Reaktion an sich wir werden im Reichstage sehen, wie Herr Eugen Richter und sein Anhang, einschließlich der in einem heiteren Kreise zu verbringen. Dagegen war er Brauche ein wenig Weins um Deines Magens willen." ganz vernarrt in seine Tochter, die ihm in ihren Zügen Und als ihre Mutter sie entrüftet anblickte, setzte sie Rickert'schen Abgefallenen, wetteifern werden, sich ihre aber und ihrem Wesen glich. Er fonnte fie gar nicht genug hinzu: Ja, ja, in der ersten Epistel an Timotheus , Vers 23. Lorbeeren an der Sozialdemokratie zu verdienen- die Furcht, daß die gegen den Umsturz geführten Schläge lieblosen, verhätscheln und verwöhnen. Alles gestattete er Du siehst, wie gut ich meine Bibel kenne. ihr: fecke Streiche, Launen, die ihrem übersprudelnden Das hinderte aber nicht, daß fie für diese Berufung sie selbst am härtesten treffen werden, läßt sie zittern und Temperament entsprangen, wenn der Vater nicht gar der auf einen heiligen Text streng bestraft wurde. Das half jammern. Die Sozialdemokratie hat am wenigsten zu erste war, der sie veranlaßte. Das Kind empfing von seinen jedoch nicht viel. In der Schule war Annette als die bes fürchten. Schlimmeres als bisher fann sie nicht erfahren. Eltern in ständiger Abwechselung die zärtlichsten Liebkosungen gabteste und zugleich als die wildeste Schülerin bekannt. Das Umsturzgesetz tann teine giftigeren Früchte zeitigen, und die erkältendsten Scheltworte. War sie zu Hause mit ihrem Bruder allein, so war sie als die Praris in Justiz und Verwaltung siehe das Als der Vater todt war er war in wenigen Tagen ausgelassen wie ein Füllen, das sich losgerissen; und Königreich Sachsen bisher gethan hat. von einer Lungenentzündung weggerafft worden blieb wenn sie, seit René's Ankunft nicht ohne Mühe, gar die Reaktion auf firchlichem Gebiete. Es hat das Unterdrückungssystem siegreich. Es war ein sehr die gesetzte, erwachsene junge Dame zu spielen versuchte, den Freisinnigen" keine schlaflose Nacht bereitet, wenn weise ersonnenes, methodisches System. Morgens und funtelten ihre Augen und zuckte es in ihren Füßen, wenn den Kindern dissidentischer Arbeiter der konfessionelle Unter­Abends fand Familienandacht statt, zu der die Dienstboten in der Unterhaltung die geheimnißvollen, verbotenen Dinge: richt aufgezwungen und den Lehrern eines konfessionslosen hereingerufen wurden, um bei der Gelegenheit auch gleich Bälle, Konzerte, Theater und ähnliche frivole Sachen nur Religions- oder Sittenunterrichts die Lehrfreiheit entzogen wurde. Den paar Jdeologen aus der Bourgeoisie wird Unterweisungen zu einem tugendhaften Lebenswandel zu andeutungsweise erwähnt wurden. empfangen. In jeder Woche mußten sieben Verse aus der Um diese Zeit empfand Annette einen heftigen Zorn nichts übrig bleiben, als sich der liberalisirenden Neigungen Bibel gelernt und auswendig hergesagt werden. Am Sonn- und eine große Freude. Fräulein Rosa Krany, die gehört zu entschlagen, soweit sie nicht von den Stumm, Rösicke und tag Vormittag hatten die Kinder der Predigt des Pfarrers hatte, daß Herr Messant als Lehrer außerordentlich beliebt Stöcker geduldet werden, oder mit ihnen in das sozialdemo beizuwohnen und bei Tisch darüber zu berichten bei Strafe, fei, sagte sich, daß Frankreich schließlich vielleicht doch einige fratische Lager zu flüchten. Für die Romödie" des Libe­teinen Nachtisch zu erhalten. Am Nachmittag wurde Vorzüge hätte. Und sie begann von neuem ihre Bemühungen ralismus bleibt nach den Umsturzgesezen kein Raum mehr. Sie besuchte Frau Ob sie Brünn an Brünne" fämpfen, fein Aegir wird ihnen Sonntagsschule gehalten, in der eine alte Jungfer Ge- um die Gunst des jungen Mannes. sid root gods schichten von Missionaren erzählte, die von den Wilden Roveray häufiger als zuvor und diese war nachsichtig genug, hiljebringend zur Seite stehen!- Unter den militärischen Forderungen, die den im aufgefressen worden waren, und auch diese Ge- die Besuche so aufzunehmen, als gälten fie ihr allein. schichten mußten beim Abendbrot wiederholt werden. Als sie eines Abends zum Thee dageblieben war, Dezember zusammentretenden Reichstag zu beschäftigen Reine andere Lektüre wurde den Kindern gestattet, verschwendete sie ihre Blicke, ihre gezierten Bewegungen, haben werden, befindet sich auch eine Vermehrung des als fade Traktätchen, die noch dazu schlecht geschrieben all' ihre Koketterie in solchem Uebermaß an René, daß Intendanturpersonals. Es dürfte sich hierbei um eine jähr­waren, die dafür aber von den schrecklichen Gefahren des Annette vor Eifersucht fast rasend wurde. Man sprach von liche Mehrausgabe von ca. 150 000 m. handeln. Tanzes oder von einem durch die göttliche Gnade von seinem einer Hochzeit, die fürzlich gefeiert worden war, und das Lafter geheilten Trunkenbold handelten. Zum Besuch fanden Thema schien Fräulein Rosa sehr zu gefallen. Plötzlich fich nur ehrwürdige Damen ein, die mit näselnder Stimme warf Annette mit der unschuldigsten Wiene von der Welt ihre Bibelsprüche oder ihr zärtliches liebe Freundin" hören die Worte in das Gespräch: ließen. In der ganzen Atmospäre des Hauses lag etwas,

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Ich habe die junge Frau gesehen. Sie ist alt, alt, ( Fortsetzung folgt.) was ein Kind für immer beugen oder aber zu offener Em- mindestens 27 Jahre alt!

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Und nun

Was die Feinde fich erzählen. Ein nationalliberaler Waschzettel lautet:

Bekanntlich war schon seit längerer Zeit angeregt worden, eine Zusammenkunft der belgischen, deutschen, französischen, italienischen, dänischen und vielleicht auch englischen Abgeordneten der sozialistischen Partei herbeizuführen, um bei hochwichtigen