Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Erschütterungen tut Staatsbetriebe bisher vermieden»erben, fite vorhandene Mißstimmung und Beunruhigung würde aber neuen Boden gewinnen, wenn die Arbeitnehmer der firioatwirlschast in steigendem Maße eine unnerhättniomäßiz höhere Bezahlung erhallen würden als diejenigen des Reiche«. Ich spreche daher die Bitte aus, von dort aus dahin wirken zu wollen, daß die Schlichtungsausschüsfe bei ihrer Tätig. feit aus die geschilderte Gesqmtlage Rücksicht nehmen. Falls dort der Standpunkt vertreten wird, daß«in solcher Schritt nicht zu dem gewünschten Erfolg führen kann, darf ich mir die Anregung gestatten, ob es nicht notwendig wäre, durch eine auf Grund des Cr» mächkgungsgesehes zu erlassende Verordnung die Spruchläligkeit der gefehiichcn Schlichlungsavsschüsse dahin einzuschränken, daß über die Lohn- und Gchgllssähe des Reiches nicht oder nur unter besonderen voraussctzungen hinausgegangen werden darf. Bei der Bedeutung und Eilbedürftegkeit der Angelegenheit wäre ich dankbar, wenn mir die dortige Stellungnahme baldmöglichst mit­geteilt werden würde. Abschrift dieses Schreibens habe ich dem Herrn Reichswirt. fchastsminister, dem Herrn Reichsoerkehrsminister und den, Herrn Reichspostminister zugehen lassen. I. A.:- gez.: v. Sch lieben. An den Herrn Reichsarbeitsminister . Durch dieses Schreiben bekennt das Reichsfinanzmini- stcnum ganz eindeutig, daß es die a l l g e m e t n e S e n k u n g der Arbeiter- und Angestelltenlöhne wünscht und daß es sogar die gesetzlichen Schlichtungsausschüsse mit A n w e i s u n- g e n in dieser Richtung verschen lassen will. Warum es dann durch seine Nachrichtenstelle eine so entrüstete A b l e u g- nun g verbreiten laßt, wird wohl immer das Geheimnis Dr. Luthers und seines allgewaltigen Gehilfen v.. Schrieben bleioen. Aber von diesen Aeußerlichkeiten. wenn sie auch stach so bezeichnend sind, abgesehen, bedeutet die Hallung des Finanz- Ministeriums eine Gefahr für die ganze Volks- r.a Aicht genug, daß die Unternehmerve r- bände in erwachendem alten.Herven"gefühl von sich aus die Arbeitsbedingungen für Arbeiter und Angestellte in jeder Hinsicht zu verschlechtern trachten, daß sie die'Arbeitszeit ver- läNgern und die Arbeitseinkommen vermindern wollen, die R e i ch s b e h ö r d e l i e f e r t i h n e n dazu n o ch d i e S t i ch- worte! Weil die bürgerlichen Parteien, in denen die Inter- essen der Unternehmer überwiegen, durch Kriegs- und Nach- kriegsjahre es verstonden haben, die Sanierung der deutschen Finanzen zu verhindern, soll jetzt mit einem Ruck diese S a- Vj e«r"" 9 K o st e n der besitzlosen, aber Werte schaffenden Arbeiterbevölkerung herbeigeführt werden. Di- plötzlich- Herabsetzung oller Veamtengehälter und der Löhne für Staatsarbeiter hat die größte Not in diesen Kreisen bervorgenifen, die Kaufkraft aufs stärkste herabgemindert. Dos genügt jedoch zur Sanierung der deutschen Finanzen mcht. Man will auch noch die Arbeiter und Angestellten in Privatbetrieben dermaßen iu ihrem Einkommen be- schranken, daß sie nicht in der Lage sind, irgendwie als nennenswerter Faktor beim Absatz deutscher Pro- -dukte mstwirken zu können. wirtschaftliche Weisheit des Reichsfinanzniinisteriums erschöpft sich also darin, die breiten Massen des deüt- schen Volkes k a u f u n f ä h i g zu machen. Es wäre freilich . Zeinc Aufgabe, wie die oller beteiligten Reichsbehördsn. den ® r kt zll. starken� den Konsum im eigenen Lande M heben, um die Industrie lebensfähig zu erhalten. Dazu gc- Härte vor allem, daß die Einnahmen de? breiten Volksschichten gesteigert, nicht abgebaut werden. Und dazu gc- horte weiter, daß ein planmäßiger Preisabbau gerade auf jenen Gebieten erfolgte, wo durch Unternehmer- fyndikate und Kartelle eine willkürliche Hochhaltung der Preise Platz gegriffen hat. Aber die Herren vom alten Stu, dls noch heute im Neichsfinanzministerium den Ton an- geben, kennen keinen anderen Ausweg aus der Sackgasse, als die Verelendung der deutschen Arbeiter, weil sie meinen, daß durch sie eine Berbllligung der Produktion und damst die Möglichkeit erzielt werden könnte, deutsche Produkte

Der �Geistige" unö öie Caritas. Von einem Autor. Der Verleger, zurzeit St. Moritz im Engadin :Infolge einergeschäftlichen"' Reis« komm« ich erst heute dazu, Ihr vor vier Wochen on mich gerichtetes Schreiben zu beantworten. Leider kann ich Ihrem barin emhaliemn brmgenben Gesuch um einen Honorar- Vorschuß nicht ensprechen, da ich selbst durch anberweitig« Berpslich- tungen aufs Aeußerste in Anspruch genommen bin." D er Kommerzienrat T.:Sie bachten also an«ine Be- vorschussung oder Abtretung Ihrer Verlagsrecht«, weil Sie momentan bar Geld brauchen? Tja, wissen Sie, wir find praktische Geschäfts» leute, wir machen so etwas nicht gern i fonds perdu, da möchte schon«ine Gegenleistung dabei sein. Halt, da fällt mir was ein. Sie smb ja Orientalist. Mein Freunb, der Kommerzienrat H. von den großen chemischen Werken nebenan, verkauft viel noch d?m Orie«. Einen Augenblick! Ich will gleich mal anklingeln. Hallo I Hier ist so'n Doktor, so'n Orientalist, der hat eben seine -gelehns Sache rausgebracht, möchte seine Derlag; rechte verkaufen, der kennt die Sprachen unb Gebräuche im Orient, könnt« Ihnen die Reklame für Ihre Drogen und Seifen in der Landessprache besorgen, hab'n Sie Meinung dafür? Wie? dank«! Also, da ist leider nichts zu machen. Der hat schon«ine Vertretung draußen, die ihm dl« Chofe macht. Tja, da kann ich Ihnen nicht viel Helsen, ich muß auch gestehen, daß ich mich nicht recht kompetent für Ihr spezielles -Gebiet fühl«. Aber da fällt mir eben etwas ein. Geh'n Sie hoch mal zur Exzellenz I., der ist früherer Minister, Vorsitzender der Literarischen Gesellschost, hat'n guten Ueberblick über die diversen geistigen Gebiet«. Bezieh'n Sie sich aus mich. Geld hat er zwar nicht, aber er kann Ihnen einen guten Rat geben. Na, denn auf Wiedersehen!.. Der reich« Verwandte:Au? kernen Fall kannst Du auf Unterstützung von meiner Seite rechnen! Schriftstellerei ist nur ein Norwand zum Bummeln. Arbeitel Arbeit schändet nicht! Carnegie hat gesagt, das größte Glück des Menschen ist, ami geboren zu werden! Such Dir irgendein« nützliche Tätigkeit und Du bist mein Mann. Geh in ein Bergwerk!.. Di« Lzilfsorganisation:Ihrem hierher gerichteten Gesuch konnte diesseits nicht entsprochen werden, da Einzelgesuche grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Auch sind wir in Ihrem Fall nicht zuständig. Sie gehören doch zweifellos einem Derband« an. da müssen Sie Ihren Antrag zunächst an Ihren Derband ein» reichen, der ihn an den zuständig«, Ortsausschuß weiterleitet. Von da geht er an den Zentralausschuß in B., woselbst darüber befunden werden wird, ob es tunlich ist, Ihrem Antrag stattzugeben. Aller- ding« können wir Sie von vornherein darauf aufmerksam machen. daß Barunterstützungen an Einzelpersonen grundsätzüch nicht rcr- vbfolgt werden, wohl aber könnte, falls sich die Möglichkeit' bieten

ins Ausland abzustoßen. Sie finden sich da wieder in ihrer asten Rolle, lediglich Sprachrohr der Unter- nehmerinteressen zu sein. Der Ministerialdirektor v. Schlieben nimmt in feinem Schreiben ausdrücklich Bezug auf die Eingaben der Unternehmer verbände. Dos Wer- langen der Arbeiter Organisationen spielt in seinem Ge- sichtskreis keine Rolle. Es ist die bekannte Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Das Ministerium beruft sich auf die Unter- nebmer, die Unternehmer- auf das Ministerium. Beide aber sind sich einig darin, die Arbeiter- und Angestclltenschaft ledig- lich als Objekt der Gesetzgebung zu behandeln. Es ist selbst- verständlich, daß bei solchem Geschäft auch die Agrarier nicht fehlen. Diese pflegen ihre Forderungen rechtzeitig an- zumelden und mit Nachdruck zu betreiben. Schon die Tat- fache, daß infolge des Sturzes des französischen Franken einige Sendungen französischen Mehles zu billigeren Preisen nach Süddeutschland eingeführt worden sind, gab dieser Tage dem landbündlerischen Organ Anlaß zu der Forderung, daß die seit dem 4. August 1914 suspendierten landwirtschaft- l i ch e n Zölle, und zwar in genügender Höhe, wieder eingeführt würden. Organisierter Lohnabbau auf der einen Seste, künstliche Preissteigerungen durch Schutzzölle auf der anderen: das ist das Ziel der organisierten Unternehmer, und dos Reichsfinanz- Ministerium leistet dabei freundwillige Hilfe. Gegen diese Ad- sichten müssen sich die Arbeiter- und Angestelltenverbände, muß sich das ganze arbeitende Volk rechtzeitig und so ver- nehmbar zur Wehr setzen, daß selbst die verbündete Reaktion davor zurückschreckt. Wenn nicht einmal die bevorstehenden Wahlen zum Reichstag die Ministerien und die Unternehmer davon abhallen. ihre Verelendungspolitik offen zu betreiben, so wird der Kampf gegen sie zwangsläufig zur a l l- gemeinen Wahlparole werden. Dann werden die hungenlden Schichten des deutschen Volkes Gelegenheit haben, über Luther , Schlieben und ihre Gesinnungsverwan.dten Ge- richt zu hallen!

Dos schmutzigste Statt üer Welt. Welchem Blatt gebührt der Preis, das schmutzigste der West zu sein? Obwohl es in Deutschland eine eigengewochsene Scharfmacherpresse gibt, die in schamloser Weise ihren Geld- gebern dient, obwohl die Pariser Boulevardprefle als korrupt bis über die Ohren enthüllt ist, möchten wir den Preis unbedenklich einer Zeitung zuerkennen, die den Titel führt: ..Nachrichtendienst. Herausgegeben durch den franzö- fischen Pressedienst Düsseldorf. Berichtigungs- und Infor» mationsblatt für das besetzte Ruhrgebiet". Nichts kennzeichnet die Entwürdigung der so vielfach geschändetenPressefreiheit" stärker als die Existenz einer Zeitung auf deutschem Boden, die vom französischen Militärkommandanten und von der fran- zösischen Regierung subventioniert wird, während die wirkliche deutsäze Presse desselben G-biets unter den schwersten L-- drückungen und Schädigungen zu leiden hat. DerNachrichtendienst", der täglich erscheint und für eine Mark monatlich(!) abgegeben wird, steht jetzt im zwei- ten Jahrgang, d. h., er ist unmittelbar nach der Ruhrbesetzung gegründet. War er als Mittel des Ruhrkriegs noch einiger- maßen zu rechtfertigen Krieg ist Krieg!"so bedeutet sein Fortbestand nach der Bsendigung des Ruhrkrieges zweifellos eine dreist« Einmischung in die inneren deutschen Verhältnisse. Das ganze Streben der Redaktion ist darauf gestellt, alles, was in Deutschland 'geschichr, zu vvfiSchtigen und herunterzu- reißen, die Politik'Poinc eures aber und der französischen Gene- räle skrupellos zu verherrlichen. "Natürlich findet auch die Pfalz -Politit des Gene- rals de Metz nirgends einen eifrigeren Verteidiger als in diesem edlen Blatt. Unter anderem ist da in einem Arttkel überPfälzer Weltgeschichte" zu lesen:. In Deutschland , wo der Staatsbegrlff dazu führt, die B e- Hörden als das Primäre anzusehen und das Publikum nur<£s Anhängscl dazu, ist es sehr leicht, aus der begreiflichen Sorg« beamteter Person en um Karriere und Pension

sollte, die Erteilung eines Freischeins für Benutzung einer Suppen­küche in wohlwollend« Erwägung gezogen werden...." Die F re u n d i n:Hör mal, Schatz, so kann ich unmöglich mehr mit Dir ausgehen. Dieser schäbige Ulster, und rasiert bist. Du auch nicht! Was sollen denn die Leute denken! Wir müssen eben Schluß machen! Aber einen guten Rat will ich Dir noch aus Freundschaft geben. Sieh Dir Kurt an. wie fesch der immer geht! Der schiebt! Werde auch Schieber!.. St! mme aus dem Volk:Na, Doktorchen, denn kommen Se man heute Abend so ganz Fasson zum Essen, de Oll« hat von Muttern, wo da hinten bei Templiu ne kleen« Klitsche hat, ne jute Ions mitjeb rächt. Aber«sve Bedingung stell ich: menn wa wieder ouf de Straß« begegnen, nich so stolz vorbeijehn!..." Stimme aus dem Ausland:Verehrter Herr Doktor! Wir danken Ihnen für die lisbanswürbige Zusendung Ihres neuen hochinteressanten Werkes. Es wird in der hiesigen Fachpresse ein- gehend gewürdigt werden. Die traurig« Lag« Ihr«? Landes berührt uns aufs schmerzlichste. Um so mehr bewundern wir, daß Sie in diesen schweren Zeilen eine so wertvolle Arbeit vollenden kormien. Als geringes Zeichen unserer herzlichen Sympachi« beehren wir uns Ihnen ols Ergebnis einer im Freundeskreis veranstalteten Tamm » lung einliegenden Scheck ganz ergebenst zu überreichen...."

Triumph der.Miktion. In diesen Togen ist«in« Neuregelung des Mietwescns erfolgt. Auf welchen Wege, können unsere Leser aus dem politischen Teil unseres Blattes ersehen. Interessaitt dabei ist nun, daß das preußische Wohlfahrtsministerium, dem wir diese beglückende Tat zu danken haben, mit einer Beharrlichken, die einer besseren Sache würdig wäre, an dem Begriff der Grundfriedens- miete sestge halten hat. Sie ist nach wie vor in Papiennark zu ent­richten, aber die Zuschläge sind in Gold berechnet*. Es ergibt sich also der Zustand, daß jemand etwa zu einer Miete von 30 M. monatlich noch 100 Papiermark, d. b. den Hundertmilliansten Teil eines Goldpsennigs zu bledien hat. Wie der zu befchatfen ist, hat der weis« Gaheimroj leider der Oeffentlichkeit vorenthalten. Wtt haben hier ein typisches Beispiel derAls-ob-Philoiophie", wie- sie schöner Hans Beihinger in seinem umsangreicben Buch nicht hätte anführen können. Um die Fiktion von der Grundmiete aufrecht­zuerhalten, wird mit aller Gewast der Begriff der Papiermark in Anwendung gebracht, obsckion er praktisch nicht die geringste Be- deutung mehr hat, wie in der gleichen Notiz bezeichnenderweise zu- gegeben werden muß.Es lebe die Fiktion, zum �Teufel mit der Vernunft" so könnt« man ein bekanntes Smüchwort mvdifi- zieren. Wir schlagen vor. dm Verfasser des Erlasses zum Ehren- Vorsitzenden der Als-ob-Gesellschaft in Hall« zu ernennen. Wp. Ausstellung Hofsmann von Fallerzleben in der Slaatebtbllokhek. In dm Vitrinen ihres Ausstellungsraumes hat di« Staatsbibliothek ihre Hoffmann-Slbätze ausgebreitet, in beinahe erschreckender Füll«. Himmel, was hat der Alt« von Corvey im Laufe feines Lebens ge- schrieben, gesammelt, drucken lassen, ediert! Im Jahre IM hat die

dieöffentliche Meinung" eine? Bevölkerung cbzufeiien. Dazu kommt, daß man in corpore nicht alles sagen kann, was man priva- tun denkt. Wir erinnern nur an die Tage des passiven Widerstandes: Wie viele haben da anders gesprochen als si« gedacht haben? Wie gesagt, für Kenner der rheinischen Frage ist diese doppelte Meinung ein bekanntes Phänomen. Man dorf nicht sagen, was man will, weil man sich vor dem Hochverratsrümmel fürchtet. Die einseitige Berichterstattung über Einzelfälle, die in jedem politischen Umsturz unabwendbar sind, hat nur den Zweck. die wirklichen Absichten und di««hrlich-deutsch « Stirn- m u n g der Anhänger der Autonomie zu verbergen. Wer wird Herrn Reichspräsidenten E b e rt di« Schnapsgläser vor- werfen, welch« di« Kieler Matrosen bestimmt auch getrunken haben? Das schreibt derNachrichtendienst", der selber nichts als dasAnhängsel" der durchausprimären" französischen Misi- tärbeßörde ist! Dieses Anhängsel ist entschieden fürpoliti- schen Umsturz", sofern er den Zwecken der französischen Se- paratistenpoütit dient; über den Umsturz von 1918 aber macht er seine ebenso blöden wie frechen Bemerkungen. Wer die ehrliche Verstätrdigung zwischen dem stanzostschsn und dem deutschen Volk wlll, der wird mit Entschiedenheit for- dern müssen,' daß der..Nachrichtendienst", dieses schmutzige Produkt militaristischen Eroberungshochmuts auf.beut- scher Erde, so rasch wie möglich verschwrndet! Veutstbnationale Wahlsorgen. Graf Westarps Pressereptil. Die Dentschnaiionalen haben immer wieder behauptet, die erdrückend« Mehrheit de» Belkes hinter sich zu haben. Je näher aber der Wahstag kommt, desto größer wird ihre Sorge, woher sie dieerdrückende Mehrheit" nehmen sollen. Sie scheinen mit ihrer bisherigen Propaganda kläglichen Schissbruch erlitten zu haben und gehen jetzt mit dem verzweifelten Plan mn, ein« besonders bil- l ig e Zeitung zu gründen, um di«erdrückend« Mehrheil Volkes", die sich durch Phrasen nicht cinsongen ließ, auf diesem nicht mehr ungewöhnlichem Wege zu gewinnen". Einige Sorge macht ihnen allerdings die Finanzi?rung des Unternehmens. Auf Grund einer fachn'l.-ru'.schen Berechnung geben sie selber an. daß, um ein oerblüsfcrb billiges Blatt zu schaffen und um es drei Monate lang zu halten, 800 000 Goldmark er- forderlich feien! 1 Million müßten sie demnach haben für sechs Mo. no« und 2 Millionen Mark für ein Jahr! Außerdem haben sie sich kalkulieren lassen, daß ein einmalizer Betrag von 300 000 G old- mark als Ei n f ührun g s k o sten beschafft werden mußten. Daß die Urheber des Planes hoffen, diese gewaltigen Summen auf- treiben zu können, zeigt wieder einmal, wie sich die d« u t s ch n a t i o- nalen' Steuerbekämpfer, die nicht müde werden, ihren nahenden Bankerott infolge Steuerbelastung zu beklagen, selbst ein- schätzen. Für alles andere haben die deutschnationalen Patrioten Geld, für.F'urschutz". illegale Kampsbünde. Preßreptile, nur nicht für den Staat. Der beabsichiiiten Zeitung soll«ine Auflage von erner Million zugruntegelagt werden. Nach Meinung der Treiber um Westarp würde eine solche Zeitung, täa.ich herausgebrocht, genügen» .um täglich alles zur Erweckung de» deutschen Notionalgeiste? Rai. wendig« in knopper und dadurch besonders wirksamer Form zu bieten"! Tie Leute um Westarp vertreten die Ausfassung, daß schleunigstvaterländische Kreise" handeln müßten,da anderer- teils sicher zu erwarten ist. daß die rührigen und umsichtigen jüdisch- demokratischen Presse-Verlagshäuser Blosse nnd Ullstein ihnen znvor- kommen würden". Um den. Geldgebern bje Rentenmark aus.der Tasche zu ziehen, gehen- si« mit-dem March«' krebsen, daß di« Auj- lag«. des sozialdemokratischen ZenttalovSanzP p r w ä r t s" so minimal geworden sei, daß daraus der»D'i d er'w ilte gegen die rote Hetzpresse" geschlußfolgert werden könne, und prophezeien, die deutschnationalen Reichstagssitz« würden sich auf 100 bis 120- erhöhen! Um auf alle Fälle sicher zu gehen, muß auch wieder einmal derBefreiungskrieg" als Werbemittel herholten. Graf Westarp läßt mitteilen, daß er die Führung in der Angelegenheit zu übernehmen gedenke. Man sieht, die Deutschnaüonalen lassen alle Minen springen, um ans Ziel zu kommen. Dabei passiert rhnen aber das Malheur, allzu offenherzig zu fem. In einem der Schrwrrerbrief«, die die

Staatsbibliothek die Handschriften, die Hoffmann gefunden hatte, er- worden- Im Jahre 1903 ist dann vom Dohne Franz Hossmann, dem Maler, der Staatsbibliochek der Nachlaß überlassen worden. Dazu komme, was an Erstausgaben und weiteren Büchern vorhan­den ist. Es dürft« kaum irgendetwas von Belang fehlen, von den vielen vielen kleinen lyrischen Bändchen an bis zu den wichtigen Ediülmen und Kommentare«. Auch von dem. was dies« Persönlichkeit aus seiner Zeit angezogen hat. ,st mancherlei vorhanden- Am meisten interessieren aber natürlich«in paar handschriftlich« Blätter. Da ist vor allem ein Doppeldlatt mit den aus Helgoland 1841 entstandenen Gedichten, unter denen an erster Stelle das Deutschlandlied steht. Ob dieses Doppelblatt die erste Niederschrift de»Deutschland . Deutsch - land über alles" ist. muß allerdings bezweifelt werden. Neben manchem anderen fallen die zwei StOmmbuchblätter der Brüder Grimm an den Schüler auf, beide datiert vorn 8. September 1818. Wilhelm schrieb dem jungen Freunde eine Stelle aus Konrad�von Würzburqs«Trojanischem Kriege" auf. Jakob zitiert ausFrey- dancs Bescheidenheit" den Spruch:Ein ieglich mansche engehat darnach als ime sin herzs stet". Sehr schön ist auch ein« Stiftzeich- nung von E. Fröhlich, di« die ganze gesunde Frische und Natürlich» keit de» asten Wanderers und Zechers festhält. Unter sie Hot Hoff- mann mit eigener Hand den Vers geschriebein Und bist du nur ein Möcktein( frisch auf. frisch auf. mein Sang! Es stürzt auch die Lawine von eines Glöckleins Klang." Gelehrter wie Dichter wie Politiker ist gleichmäßig vertreten. Es lohnt, sich in dies« Bücher, Bilder und Manuskripte zu vertiefen. Der Dust einer Zeit, in dar in Deutschland um Ideen gekämpft wurde, die heute frischer als je sind, steigt auf: der Duft auch einer zarten Kultur der Alltäglich keit. die uns das Zeitalter der Schreib- maschin« und der Rotationspresse geraubt hat. e. Die Deutsche Aorschungsanssalt für Psychiatrie, die vor kurzem in München begründet wu-rde, hat jetzt ihr neues Heim am Bavaria- Ring bezogen. Das Institut wurde hauptsächlich durch die Energie Kraepelms gesibafen. und die Gelder dafür stellte hauptsälblich der omeritanische Pyysinioge Dr. James Loeb zur D-rfüaung- Wie«in Bericht derDeutschen Medizinischen Wochenschrist" hervorhebt, konnte die Anstalt nicht im ursprünglichen Ausmaß geschaffen wer. den, aber immerhin ist mit ihrer Gründun a eine erhebende Tat voll- bracht worden, die groß« wissenschaftlich« Bedeutung hat. vl» tfraffnangsfoiijert der volkb'-hee in der Over bot«SnigSvl-Iz wird(im Sonniao. deu 27. Inminr, normitlaoS. unter Skeiluno von(Bentrat- vmiikdirektor Trick» Kleiber von Soliden, K adelte und Chor der TtaatSoper Veetdsven» IX Sintonte zur tenffühnma gebracht. ricktterebende derovboltet die Humioldt-Hochschnle D!en«t-m. nbend» 8 Ubr. foioldeenftr. 19. An« ik-ren Werken tragen dar: ffraa E.ie iteSk-r-T-diüer. Dr.«itred Dublin . Vi. Hermann Wrihe). ft. W. Goldtchm bt. Heber«tue«« Goldleglerona. die in»wem LbeM-Ider t'aboratortnm Sergedellt würde, berichte«.Manchester Guardian». Die Legierung würde der(Bolbwarntinbuftrie einen Srtatz(ur Platin bieten. Si» sei weih wie Platin und werde insolze ihrer Sigenschasten mit dem amtlichen gtembel verleben werden. Sie koste nur etwa 10 Pro,, de« Platwpreise». Die nSberen Einzelbeiien über die Zusacraensefcmra der Lezicrurrg würden streng geheimgehalten.