ihren Plänen den allerentschiedensten Widerstand bei uns findet ,, die Tessendorf und Richthofen, ie Köller und Nieberding, I in den Städten bis zu 10 000 Einwohnern dem Landrath so wird sie sich befinnen(! Red.), vor allem werden ihr nicht die Stumm und Guneccerus würden ob der Unverschämt einzureichen. Getrennt von diesen Zählfarten haben die Orts ungezählte Echaaren aus der Jugend zustoßen."( S. 36.) Aber ganz anders würde ſein"( des Bundes der Landwirthe) Aber ganz anders würde sein"( des Bundes der Landwirthe) heit die Hände über den Kopf zusammenschlagen; die" Post" polizeibehörden dem Landrath gleichfalls bis zum 15. Mai d. J. vermiether und Stellenvermittler in schlechtem Leumund Einfluß sein, wenn überall politische Vereine für alle Stände und die" National- Zeitung" würden ob der revolutionären anzugeben, wie viele der in ihrem Bezirk vorhandenen Gesinde organisirt wären und die Mitglieder des Bundes könnten in den Frechheit die giftigsten Leitartikel verbrechen. Der gute stehen. Die Gesammtzahl der in schlechtem Leumund Stehenden Vereinsversammlungen der verschiedensten Parteien ihre Sache preußische Geheimrath aber darf sich das erlauben, seinem ist vom Landrath, in den Städten über 10000 Einwohnern vom vertreten."( S. 49.) Uebereifer für die Sache der Ordnung wird es zu gute ge- Bürgermeister bezw. Magistrat in einer besonderen Labelle zu Interessant ist es, wie der geheimräthliche Plan der halten werden, daß er zu ungesetzlichen Handlungen auf vermerken. Reform unseres Parteiwesens auf eine Demokratifirung fordert. Ein zweites Zähltarten- Formular ist von der Ortspolizeiunferes ganzen öffentlichen Lebens hinausläuft. Er Ist er doch auch ungefährlich! Die Indolenz der behörde den von ihnen sorgfältig zu ermittelnden Vereinen schreibt S. 50: bürgerlichen Parteien wird nicht in Thatkraft übergehen, und sonstigen Trägern der nicht gewerbsmäßigen fonderheit in unseren Tagen. wenn die Bevölkerung die Mit des neuen Testaments mit feurigen Zungen predigen b. J. zurückzusenden. Auch diese Zähltarten sind nach Prüfung " Aber auch die beste Verwaltung kann nichts leiften, in- und wenn selbst die Propheten des alten und die Apostel Arbeits- und Stellennachweis- Anstalten mit dem Ersuchen zu übersenden, dasselbe auszufüllen und spätestens bis zum 1. Mai arbeit versagt. Eine neue Zeit erfordert neue Wege; gehen wir würden. Die herrschenden Klassen haben jede Hoffnung ihrer ordnungsmäßigen Ausfüllung mit den etwa beigefügten nicht vorwärts, so gehen wir rückwärts. Aus dem absoluten auf den Kampf mit geistigen Waffen verloren, sie rufen Drucksachen bis zum 15. Mai d. J. von den Ortspolizeibörden auf Verfassungsstaat sind wir in den parlamentarisch- konstitutionellen übergetreten, jezt müssen wir den weiteren Schritt thun. Wir nach Polizei und Staatsanwalt, nach Verschärfung der dem Lande und in den Städten bis zu 10000 Einwohnern dem Landdürfen die Geschicke des Landes nicht der Regierung und dem Strafgesetze, nach Knebelung des freien Wortes, nach rathe einzureichen. Gleichzeitig haben diese Ortspolizei- Behörden Bailamente überlaffen, wir müssen sie selbst in die Hand nehmen. Vernichtung des Versammlungsrechtes. Darin besteht ein Berzeichniß derjenigen nicht gewerbsmäßigen Arbeits- und Es heißt alle Mann auf Deck. Das Parlament soll der Mandatar ihre politische Thätigkeit, mehr wollen, mehr können Stellennachweis- Anstalten, welche die ihm zugesandten Zähltarten der Nation sein, aber nicht die Arbeit der Nation thun, es soll sie nicht im Kampfe gegen das nach Befreiung ringende nicht rechtzeitig ausgefüllt zurückgegeben haben, unter möglichst genauer Bezeichnung der Vereine, welche Träger dieser Anstalten nicht seinen Willen, sondern denjenigen der Nation zur Geltung Proletariat. bringen. Dazu ist es nothwendig, daß die Nation einen Willen hat, daß sie Entschlüsse faßt, in denen sie diesen Willen kund Anklang finden und Polizei und Staatsanwalt ganz nach theiligten Behörden, und dann heißt es weiter: Würden aber auch Massow's Vorschläge bei ihnen sind, dem Landrathe mitzutheilen. Es folgen dann einige Ausführungsanweisungen für die begiebt, vor allem aber, daß sie, um einen Willen zu haben, den ihren Willen auf uns gehetzt werden, so werden sie doch Mit der Stellenvermittlung für weibliche Dienstboten und für das Schicksal des Vaterlandes wichtigen Fragen that bald eines unrühmlichen Todes enden, während die Sozial Ammen befassen sich vielfach auch Frauen. Die Gesinde, träftiges Jnteresse zuwendet." Massow giebt an einer Reihe von Stellen die von ihm demokratie trotz der ungleichen Vertheilung der Kampfmittel, vermiethung wird oft in ganz geringen Unfange, zuweilen nur als e von ibm empfohlenen Mittel der Wiedergeburt der Parteien der trotz Umsturzgefeß, trotz Vereins- und Versammlungsgesetz, Nebengewerbe, dagegen hier und da auch in umfassenden Geschäften betrieben. Die kleinen Betriebe wissen sich häufig der polizeiherrschenden Klassen an. Sie bestehen in einer Orgas trop Polizei und Staatsanwalt wachsen und gedeihen und, lichen Kenntniß und Weaufsichtigung zu entziehen. Mit der Annisation derselben in Parteileitung, Landesverein, früher als die Geguer erwarten, auch siegen wird. Und Wahlkreis- und Ortsverein. Er hat auch( S. 53-57) eine dies kann nicht anders sein: Die herrschenden Barteien verStizze für Parteiftatute ausgearbeitet. Auf dasselbe hier treten trotz aller ihrer Machtfülle die absteigenden Klassen, näher einzugehen ist nicht erforderlich. Blos ein Punkt sei das Proletariat, und ihr wirthschaftlicher Ausdruck die hervorgehoben. Während die von Herrn Massow so ge- Sozialdemokratie ist die aufsteigende Klasse. haßte und doch gleichzeitig als Muster hingestellte SozialDas zu ändern vermögen nicht Roß nicht Reisige! demokratie bei ihrer Organisation alle Fallen unserer 26 Landes- Vereinsgesetze genau berücksichtigen muß und
berücksichtigt hat, fordert dies der königliche geheime Stellenvermittelungs- Statistik.
Regierungsrath von den bürgerlichen Parteien nicht. Er meint wohl die Auslegungskünfte eines Tessendorf, die Praris sächsischer Behörden, die Strenge des Berliner Polizeipräsidenten, die mögen die Sozialdemokratie treffen, die bürgerlichen Parteien branchen sich um dies alles nicht zu scheren, sie organisiren sich, als ob in allen 26 Vaterländern es politischen Vereinen nicht untersagt wäre, mit anderen in Verbindung zu treten( S.§ 8b des preußischen, § 22 des königl. sächsischen,§ 17 des bayerischen,§ 4 Abs. 2 des braunschweigischen Vereins- und Versammlungsgesetzes u. f. w. u. f. w.). Aus den zahlreichen Stellen, in denen Massow zu ungesetzlichen Handlungen gegen die bestehenden Vereins- und Versammlungsgesetze auffordert, seien blos die folgenden angeführt:
Die Minister für Handel und Gewerbe und des Innern haben eine Statistit:
werbung landen fichter, sowie von Arbeitern für
Agenten entsenden. Eine gesonderte Stellung nehmen die Stellenvermittler für Kellner und Kellnerinnen und die Theateragenturen ein. Die Schlaf- und Heuerbaase in den Seestädten, welche die Arbeitsvermittelung für die Schiffsmannschaften besorgen, sind nicht in die Zählfarten und Tabellen aufzunehmen, da für sie auf Veranlassung des Reichskanzlers besondere Erhebungen stattfinden werden.
Gegen diejenigen Gesindevermiether und Stellenvermittler, welche Stellungsuchende beherbergen und beköstigen, wird viel fach der Vorwurf erhoben, daß fie für Herberge und Kost I. aller gewerbsmäßigen Gesindevermiether und Stellenvermittler, übertriebene Preise nehmen, und daß insbesondere weibliche Dienstboten und Arbeiterinnen in solchen Herbergen II. aller übrigen Arbeits- und Stellen- Nachweis- Anstalten nach dem Stande vom 31. Dezember 1894 angeordnet. Eine und Kosthäusern zur Unfittlichkeit verleitet werden. folche Statistik fann, wenn sie nicht tendenziös bearbeitet wird, Gegen manche Stellenvermittler richtet sich ferner der auch von unserem Standpunkt ans nur begrüßt werden, da sie Vorwurf, daß sie die in Arbeit Befindlichen durch Vorüber eine der wichtigsten Fragen im modernen Erwerbsleben der spiegelung befferer Stellen zum Stellenwechsel unter Vertragsbruch Arbeiter, die Arbeitsvermittelung, Aufschluß zu geben berufen ist. gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber oder der Dienstherrschaft Durch eine solche Enquete können besser als durch jedes verleiten. Solche Klagen richten sich namentlich gegen Unterandere Mittel die unzweifelhaft vorhandenen Mißstände nehmer und Agenten, welche landwirthschaftliche Arbeiter aus den dieses Gebietes aufgedeckt und Anregungen zu Verbesserungen östlichen Provinzen für den Rübenbau oder für Beschäftigung in gewonnen werden. Alles natürlich nur dann, wenn Aufnahme, der Industrie, im Bergbau oder bei Bauten in den mittleren Weise geschieht und durch keine parteiische Boreingenommenheit Verarbeitung und Darstellung der Statistik in wissenschaftlicher und westlichen Provinzen anwerben.
getrübt wird.
Den in der Berliner Korrespondenz" enthaltenen Mit theilungen über diese Enquete entnehmen wir die folgenden
" Die Lokalvereine entsenden Delegirte in den WahlkreisBerein, die Wahlkreis- Vereine einer Provinz oder eines kleinen Staates, desgleichen in den Landesverein, die Landesvereine Angaben: schließlich in den Zentralverein. Lokal, Streis- und Landesvereine haben ihre Vorstände, dem Vorstand des Zentralvereins liegt die Leitung der Gesammtpartei ob."( S. 19.)
"
" Hat er sich im Lokal- und Kreisverein die Sporen verdient, wird er dann als Delegirter in den Landesverein entsandt... ( S. 23.)
Es ist ein großer Unterschied, ob in irgend einem Verein irgend eine Resolution gefaßt wird, oder ob dieser Verein das Glied einer großen Partei- Organisation ist, und diese Resolution gleichzeitig tausend anderen Vereinen im Lande zur Beschlußfaffung vorliegt..."( S. 50.)
Das königliche Statistische Bureau ist beauftragt, allen Bandräthen und allen Bürgermeistern der Städte von mehr als 10 000 Einwohnern direkt die nöthigen Tabellen und Zählfarten zu übersenden.
Was die Erhebungen zit II betrifft, so find Träger der nicht gewerbsmäßigen Arbeits- und Stellennachweis- Anstalten entweder Vereine der organisirten Arbeitgeber und Arbeiter oder religiöse, gemeinnützige und Wohlthätigkeits- Vereine oder Kommunalverbände und Behörden.
V
Unter den Arbeitgeber Vereinen haben insbesondere die Innungen sich der Arbeitsvermittlung angenommen und zwar hauptsächlich bei denjenigen Gewerben, in denen Gehilfen und Lehrlinge meistens noch Kost und Wohnung im Hause des Eine Zählfarte ist von der Ortspolizeibehörde für jeden ge- Meifters haben, wie bei den Bäckern, Meßgern, Wirthen, Küfern werbsmäßigen Gefindevermiether und Stellenvermittler mit Aus- und Friseuren. Seltener sind die Arbeitsnachweise der Gewerbe schluß derjenigen, welche nur für Schiffsmannschaften thätig sind, vereine und noch vereinzelter die der landwirthschaftlichen auf grund der Geschäftsbücher, welche die Gewerbetreibenden Vereine; umfassender und häufiger dagegen die von Arbeit dieser Art nach der Polizeiverordnung vom 18. März 1885 zu geber- Verbänden der Industrie und des Handels errichteten Nachführen haben, und welche zu dem Zwecke sorgfältig zu revidiren weise. find, ferner auf grund direkter Befragung der betreffenden Ge- Zu den Arbeitervereinen, welche Arbeitsnachweise werbetreibenden, sowie auf grund der bei der Polizei befindlichen eingerichtet haben, gehören die Hirsch Dunter'schen und Strafregister auszufüllen. Alle diese Zählkarten sind bis zum die sozialdemokratischen Fach- und Gewertvereine 15. Mai d. J. von den Ortspolizeibehörden auf dem Lande und welche Arbeiter desselben Berufs oder verwandter Berufe um
M
Die Mitgliedschaft im Wahlkreis- Berein ist von derjenigen in einem Ortsverein unbedingt abhängig."( S. 55.) Würde ein Sozialdemokrat derartige Vorschläge machen, Die ohnedies kurz bemessenen Spaziergänge im Ge- In der Angelegenheit des Todtschlags Versuches fängnißhof( unter Bewachung von Soldaten mit auf- war das Zeugniß des Knechtes Olitti, als eines gepflanztem Bayonnet!) wurden ihm noch mehr ver notorisch der Trunksucht ergebenen, vielfach vor türzt. Seine Gesundheit gerieth zusehends ins Schwanken. bestraften Menschen für unglaubwürdig erachtet worden. Seine Frau, über sein langes Schweigen aufs höchste Umsomehr als Kendelmann, wie festgestellt wurde, beunruhigt, reiste vom Wohnsiz seines Bruders, wo sie sich bei dem Zusammenstoß mit einer scharf geladenen Doppelmit Annchen noch immer aufhielt, nach Allenfeld , um ihn flinte bewaffnet war, während Schwarh ihm ohne jede im Gefängniß zu besuchen. Das Mädchen brachte sie nicht Waffe gegenübertrat. Es wäre Wahnsinn gewesen, anmit; es sollte den traurigen Eindruck nicht haben. zunehmen, daß Schwarz einen ihm derartig überlegenen Gegner ohne Provokation angegriffen hätte. Und Schwartz wußte ja obendrein seine Arbeiter in nächster Nähe, die von seiner Mordthat sofort hätten Kenntniß nehmen
Sie durfte eintreten, aber der Oberauffeher kam mit. In Gegenwart des mürrisch dreinblickenden Beamten war ihr der Mund wie verriegelt. Ein schwerer Alp lag auch auf ihrem Mann. Sie sprachen nur ein paar ziemlich müssen. gleichgiltige Worte.
Ewig tann es ja so nicht weiter gehu!" seufzte
Schwarz.
〃
" Soll ich Dir warme Unterjacken schicken?" fragte sie. Ja. Und grüß' Annchen! Ich täme bald wieder." Dann drückten sie sich ergriffen die Hände und schieden mit einem langen, stummen Blick.
Er war also jetzt frei.
Schön. Aber weshalb hat der Staatsanwalt fast ein halbes Jahr gebraucht, fragte er sich, um zur Erkenntniß meiner Unschuld zu kommen, die ja doch für jedes Kind auf der Hand liegt?!"
"
Sie sehen, mein Lieber, die Gerichte sind doch keine solchen Hyänen, wie Sie glaubten!" sagte der Gefängniß In der Belle hatte die Frau ihren Jammer bezwungen, direktor begütigend, als er ihm sein Unverdächtigkeits- Attest um ihren Mann nicht damit anzustecken. Kaum war sie aushändigte.( Er bedauerte, den Mann damals grob anheraus, da mußte sie sich an die Wand des Korridors gefahren zu haben und wollte es wieder gut machen.) lehnen, mit beiden Händen gegen die kalte, gefalkte Wand. Ich danke sehr!" Schwartz steckte das Papier ein. Sie schluchzte so herzbrechend, daß es durch die dicke Ich darf wohl erwarten, daß man mich für die verThür zu ihrem ihrem Mann hineindrang. Und er warf lorenen 5/2 Monate einigermaßen entschädigen wird? Eine fich gegen die Thür, tlemmte die Finger in völlige Entschädigung ist nämlich ganz unmöglich. Denn finnloser Wuth zwischen ihre Fugen, als wollte er sie troß ich bin dadurch, daß diese Haft in eine für mich entder schweren Schlösser aufreißen. scheidungsvolle Beit fiel, wahrscheinlich für zeitlebens zu grunde gerichtet. Aber irgend eine, verhältnißmäßig kaum nennenswerthe Abfindungssumme wird mir der Staat doch wohl zahlen?!"
Weshalb saß er denn eigentlich hier? Weshalb nur, in aller Welt, weshalb?! Warum wurde seine Sache nicht endlich einmal entschieden? Hatte der Staat so wenig richter liche Beamte, daß man auf einen ganz vagen Verdacht hin Ich sehe aus Ihren Papieren," erwiderte der Direktor, einen unbescholtenen Mann Monate lang in Untersuchungs- Sie haben schon einmal unschuldig eine Untersuchungshaft haft halten mußte?! durchgemacht. Erhielten Sie denn da etwas?" Und mit Schrecken dachte er an die damalige Aeuße- Ja, das waren auch nur ein paar Wochen--" rung des Bezirksrichters in Allenfeld , unschuldige Unter-" Sie sind doch ein sehr naiver Mensch, lieber suchungsgefangene hätten keinen Anspruch auf Entschä- Schwarz," sagte der Direktor mit überlegenem, wohlwollendigung. dem Lächeln.
Ach was! Er glaubte das einfach nicht. Ja, für ganz furze Friften mochte es allenfalls stimmen?
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Literarisches.
Refler, Gustav, Abschaffung des Submissions.
wesens für die stäblichen Bauausführungen
in Berlin . Denkschrift zu der Petition des Kartells der Baus Arbeiter an die städtischen Behörden. Im Auftrage des Kartels der Bau- Arbeiter ausgearbeitet von Gustav Keßler. Preis 25 Pf. Berlin 1895. Kommissionsverlag von H. Baake. 64 S. 80.
Die vorliegende Schrift sollte nicht bloß von Berliner Baus Arbeitern, sondern auch von anderen Arbeitern und auch außerhalb Berlins gelesen werden, schildert sie doch den Verlauf eines interessanten Feldzuges einer Gewerkschaft gegen das Submissions wesen der städtischen Behörden. Dem Leser wird es ermöglicht, aus dem vorgelegten Materiale zu einem selbständigen Urtheile zu ge langen, um Gründe und Gegengründe zu prüfen. Da der Raum es uns nicht gestattet, hier im Rahmen einer literarischen Besprechung auf den Inhalt des Schriftchens näher einzugehen, muß sich der Referent begnügen, die Ueberschriften der Kapitel hier mitzutheilen. Sie lauten: Die Petition der Maurer vom Jahre 1889, die Verhandlungen über die Petition in der Berliner Stadtverordneten- Bersammlung, Kritik der Verhandlungen in der Stadts verordneten- Versammlung, Auslohnung der Arbeit, die neue Petition. Wir können die Arbeit bestens empfehlen.
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Mugdan Otto, Die freie Arztwahl in Berlin . ( Ihre Entstehung, Entwickelung und Einrichtung.) Im Auftrage des Vorstandes des Vereins der frei gewählten Kassenärzte dargestellt. Berlin 1895. Verlag von Emil Schilfe. 30 G. 80. Verhandlungen der Aerztekammer für die Provinz Brandenburg und den Stadtkreis Berlin . III. Wahlperiode. Im Auftrage des Vorstandes herausgegeben von den Schriftführern Professor Dr. Posner und Dr. A. Leppmann, Berlin . Viertes Stück. Berlin 1895. Norddeutsche Buchdruckerei. GG. 93-117 40.
Die Frage der freien Arztwahl ist durch das Eingreifen der Gewerbedeputation des Berliner Magistrats zu einer brennenden geworden, das Interesse weiter Kreise ist ihr sicher, und zwar nicht blos in Berlin , sondern im ganzen Reiche, ja über dessen Grenzen hinaus. Wo eben die obligatorische Krankenversicherung durchgeführt ist, wird die Organisation der ärzt lichen Hilfeleistung eine der wichtigsten Fragen sein. Selbst verständlich spielt bei der Beurtheilung der mannigfach vorgeschlagenen und zur Anwendung gekommenen Systeme der Standpunkt der verschiedenen Interessentenkreise, wie der Versicherten, der Aerzte, Krankenkassen- Verwaltungen, Aufsichts behörden u. f. w. eine große Rolle. Die Verschiedenheit des Standpunktes ist die Ursache der heftigen Befehbungen der ver führte oft dazu, daß der Streit sich lediglich zwischen Aerzten und Krankenkassen Verwaltungen abspielte.
Glauben Sie denn, daß das System unserer Geseh gebung ganz der Logik entbehrte? Und daß der Staat vom Aber, wenn ein Mann für monatelange Beiträume materiellen Gefichtspunkt ausginge, und nicht vielmehr vom feinem Beruf durch Schuld des Staates entzogen würde, humanitären?! Wenn das Justizminifterium für ein Jahr so wäre der Staat ja ein Dieb, wenn er nicht dafür auf Untersuchungshaft Entschädigung gewährte, so würde es das täme. Er fonnte und konnte das nicht glauben. Unsinn! auch für einen Tag thun, ja für eine Stunde. Der fchiedenen Interessenten; die Theilnahmslosigkeit der Versicherten Endlich, endlich bekam er die Nachricht daß der preußische Staat ist immer tonsequent, human und vor Termin nahe wäre? Nein daß er frei sei! allen Dingen gerecht."
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Die Staatsanwaltschaft hatte nach genauer Prüfung Also teine ich soll feine Entschädigung bekommen?" der Angelegenheit überhaupt keine Anklage erhoben. rief Schwarz außer sich. Ich lasse mir das nicht gefallen! Die, Aeußerung des Schwarz, auf welche Rendelmann Ich gehe durch alle Instanzen!" seine Denunziation gründete es tann auch brennen, wenn Machen Sie sich keine unnüze Mühe und Kosten. man nicht zu Hause ist" wurde als ein nicht genügendes Unsere Geseze können Sie doch nicht umstoßen." Berdachtsmoment erachtet. Und das Alibi des Schwart Und das nennen Sie human, wenn der Staat mich und seiner Familie zur Zeit des Brandausbruches war ja auf's allerschwerste schädigt, ohne mir den Schaden zu vervollständig nachgewiesen. güten?" ( Fortsetzung folgt.)
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Dem Eingreifen der Gewerbedeputation ist es wider thren Willen zu danken, daß nun auch weitere Kreise, vor allem die Versicherten der Organisation der ärztlichen Hilfeleistung ge= bührende Aufmerksamkeit schenken. In den beiden hier angezeigten Schriften wird der Standpunkt der Aerzte, die die freie Arztwahl vertheidigen, in geschickter und wirkungsvoller Weise vertreten. Auch den Gegnern des Systems der freien Arztwabl find die beiden Schriften schon wegen des reichhaltigen that fächlichen Materials zu empfehlen.gs
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