Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Dem Volk mehr Landl

Sundgebung für den Schutz der Kleingärtner.

Die Kleingartenbewegung ist unter dem Einfluß der Not, die der Krieg uns brachte, rascher zu Bedeutung und Ansehen gelangt. Aber noch ist das Daseinsrecht des Kleingartens in der Großstadt nicht gesichert, und Gefahr droht ihm gerade von der dem Kleingartengebanken verwandten Steblerbewe gung und dem begreiflichen Verlangen des siedelnden Großffädiers nach einem Heim in möglichster Nähe seiner Arbeitsstätte.

Millio

Für den Schutz des bedrohten Kleingartens warb eine Rund­gebung in Berlin , die der Provinzialverband, Groß- Berlin vom Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands am Sonntag im Haufe des Reichstages veranstaltete. Es galt, die Forderung Dauernder Erhaltung der bestehenden Kleingärten zu be tonen. Kleingärtner beteiligten sich in großer Zahl, und auch viele Bertreter von Behörden des Reichs, des Staates, der Stadt Berlin und ihrer Verwaltungsbezirke waren erschienen. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten großen Sigungssoal wiejen die ringsum aufgestellten Banner der Pflanzervereine und ein sinniger Schmud mus Blumen und Girlanden auf Anlaß und Zweck der Veranstaltung hin. Der stellvertretende Reichsverbandsvorsitzende Reinhold Berlin erinnerte in seiner Begrüßungsanspraye an das vor fünf Jahren zustandegefonimene Gefeh zum Schutz der Kleingärten, das die Bodenspekulanten am liebsten wieder beseitigt fähen. Der erste Borsitzende des Reichsverbandes, Nettor Förster Frankfurt a. M., forach über den Kleingartenbau als Wirtschafts- und Kulturnotwendigkeit. Zu den Gärten für Arme, die zuerst tie Stadt Stiel 1822 einrichtete, fanten 1864 in Leipzig die von Dr. Schreber gefchaffenen Gärten, die der Jugendpflege bienten und päter Nachahmung in vielen anderen Städten fanden. Die gefund heilliche Bebeutung der Reingärten, für die auch der Name Lauben tolonie auffam, wurde vom Ende des 19. Jahrhunderts ab immer mahr anerkannt. Der Krieg und feine Nachwirtungen führten dazu, daß die Behörden auch den Wert der Laubenkolonie für die Nah rungsbeid affung und sogar für die Linderung des Wohnungsmangels fchätzen lernten. Heute gibt es in Deutschland 1% Milf13 nen Kleingärten, benen ebenso viele Familien mit etwa 6 Millionen Menschen angeschlossen sind. Der Reichsverband fordert Bereitstellung ausreichenden Landes für Rleingärten zu dauernder Benugung und Festlegung einer solchen Pfitcht der Gemeinden durch Gefeh und erwartet davon einen Wiederauf­bau im wahren Sinne. Der Arzt und Reichstagsabgeordnete Genosse Dr. Moses Berlin unterstützte diese Forderung und begründete fie mit der nach den Opfern des Krieges noch dringenderen Not monbigfeit der Menschenökonomie. Durch den Kleingartenbau miro Die Bolksgesundheit gefördert, die mir jetzt mehr als je pflegen müssen. Die Wiedergefundung der breiten Masse des Voltes muß ein Ziel der Kleingartenbewegung sein, und Schutz der Klein­gärten ist ein Gebot vorbeugenber Gefundheitspolitik, für die der Regierung und den Gemeinden und leider auch vielen Merzten noch das rechte Verständnis fehlt.( Lebhafte Zustimmung.) Bobie Sonne hinfommt, braudyt der Arzt nicht hinzufommen. Wenn die Familie einen Reingarten hat, wird den Folgen des Woh nungselends entgegengewirkt. Wer dem Bolt mehr Land gibt, dient der Bolksgesundheit. Pioniere auch für sie sind die Bioniere Der Kleingartenbewegung.( Stürmischer Beifall.) Stabibaurat Berg Breslau erörterte die Möglichkeit von Kleingarten Das Dauertolonien im neuzeitlichen Städtebau. Ideal ist, die Mietfasernen der Großstadt durch Kleinhäuser zu ers fehen und jedem Haus seinen Garten zu schaffen. Aber solange das nicht möglich ist, müssen in den Bebauungsplänen besondere Gebiete für Kleingärten von Dauer vorgesehen werden. Eine folche Be ftimmung haben wir in bem Städtebaugefeg zu erwarten, bas beim Wohlfahrtsministerium in Borbereitung ist.

In einem Schlußwort hob der Borsigende Förster hervor, daß der Kleingarten gewiß eine wirtschaftliche Angelegenheit, aber mehr noch eine Angelegenheit der Kultur ist.

Aufhebung einer Falschgeldwerkstatt.

Es

Cine Falschgelbwertstalt wurde in Fichtenau bei Rahns­ dorf ausgehoben. Krminalbeamte brangen überraschend bei dem 55jährigen Rentier Baul Biadnom ein und entdeckten hier eine polltemmen eingerichtete Falschgelbmerfitatt. Platten, Maschinen, Wafferzeichenpapier und sonstiges Material waren vorhanden. mar beabsichtigt, 10 Rentenmartfcheine in größerem Um fange herzustellen. Piachnom murde verhaftet. Das ganze Ma­terial ist beschlagnahmt worden. Es stellte ich jetzt heraus, daß Biachnow, feine Frau und fein 28 Jahre alter Sohn schon vor einiger Zeit als geitestrant erflärt worden waren und ihnen gerichtlicherseits ein Vormund in der Person eines Schiffsmatlers lein bestellt worden war. Mit diesem und einem Lithographen Stubolf 5) a at aus der Graudenzer Straße zufammen hatte Piachnow Den Gedanken gefaßt, Falschgeld herzustellen. Die ersten Bersuche hatte man in Berlin , später in einem Schuppen des Biachnomschen Grundstüdes gemacht. Man versuchte damals, falsche Dollarschah anweisungen zu 5 Dollar bas Stüd herzustellen. Da aber bele Scheine aufgerufen wurden, stellte man sich um und beschloß in noch größerem Maße zur Verfertigung von falschen 10- Rentenmartscheinen zu fchreiten.

Eine Ehetragödie.

Cheliche Zwiftiteiten hatten die Frau Anna Chubzinssi aus der Stegliger Str. 82 zu dem Versuch verlettet, ihren Ghemann durch Gas zu vergiften. Die Ehe, die feit acht Jahren bestand, ourde zu Anfang dieses Jahres zerrüttet. Während die Frau im Stranfenhause lag, nahm Chudzinsti ein Straßenmädchen zu sich, das ihm die Wirtschaft führte. Er behielt es auch in der Wohnung, aís seine Frau im Juni geheilt zurückkehrte. Die Frau mußte fogar ihrer Nebenbuhlerin das gemeinsame Schlafzimmer einräumen. Das veranlaßte fie, die Wohnung zu verlaffen und nach der Kur fürstenstrake zu ziehen. Am Sonnabend abend erschien Chudzinski dort und überredete fie, mit ihm nach der Stegliger Straße zurüd­zukehren. Sie milligte ein, weil sie, wie sie sagte, boch nicht von ihm lassen tonne. Unterwegs aber fam es schon zu Zwift, ber in Tätlichkeiten ausartete. Als sie nach Hause gefommen waren, ging die Frau noch einmal meg, angeblich, um aus der Wohnung in der Rurfürstenstraße noch Lebensmittel zu holen, die sie zurücgelassen habe. Chudzinfti jah im Halbschlaf noch, daß seine Frau fechs Behnpfennigftüde ben Basautomaten fteďte, bachte sich aber dabei nichts. Er schlief die Nacht durch und wurde gestern morgen durch Klopfen und Klingeln gewedt. Jegt fah er erst, daß seine Frau nicht da war, nahm einen starten Gas­geruch wahr und fühlte sich auch unwohl. Die hähne des Gasherbes und der Bimmeriampe tanben offen. Auf seine Anzeige wurde seine Frau, die wieber nach ihrer Woh nung in der Kurfürstenstraße gegangen war, bort verhaftet. Auf dem Polizeipräsidium leugnete fie erst ganz entschieben, die Gas hähne geöffnet zu haben. Im Laufe des Nachmittags aber erzählte fie unter Tränen, wie ihr Mann fie behandelt habe, und gestand, baß fie ihn mit Gas hatte vergiften wollen. Später madhte fie in der Gefangentenzelle ihrem Leben durch Erhängen ein Ende.

in

Fabrikbrand in der Dresdener Straße.

In der Dresdener Straße brach heute vormittag im Betrieb der Galvanischen Anstalt von Faulheber u. Co. ein Brand aus, der durch das lleberspringen eines Funtens in einen Benzinbehälter verursacht wurde. 3 mei Stod werte, in denen mertoolle Maschinen und sonst ges Material untergebracht waren, murben zerstört.' n Arbeiter erlitt leichte Berlegungen. Am Sonntag abend fam in Schönfließ bei Hermsdorf Feuer aus. Dort stand eine mit Ernteporräten gefüllte Scheune in Flammen. Diese gefährdete auch andere Gebäude. Der Feuerschein war weithin fichtbar und veranlaßte das Ausrüden

Republikaner - Sonntag in Potsdam .

Glänzender Verlauf. Störungsversuche der Hakenkreuzler.

Der Republikaner - Sonntag in Potsdam hat, von herrlidyem Serbstweiter begünstigt, den erwarteten glänzen ben Berlauf genommen. Schon in den frühen Vormittagsstunden fete der An marsch der verschiedenen Kameradschaften des Gaues Berlin- Branden­ burg nach Potsdam ein. Die Berfiner Schuhpolizei hatte durch Bereitstellung größerer Abteilungen Sorge geiragen, daß auf dem Wege nach dem Potsdamer Bahnhof der Marsch der Reichsbanner abteilungen ohne Zwischenfall verlief. In Botsdam stand gleich am Bahnhof ein größeres Polizeiaufgebot bereit, um jebe Etörung zu verhindern. Die eintreffenben Kamerabschaften des Reichsbanners marschierten unter Borantragung zahlreicher schwarzrot goldener Fahnen und vielfach mit Musikkorps an der Spike über die Lange Brücke, an deren Eingang von zwei riesigen Masten die Fahnen der Republik wehten. zum Konzerthaus in der Kaiser Wilhelm- Straße, wo eine interne Begrüßung der auswärtigen Gäste durch die Leiter der Ortsgruppe Botsdam stattfand. In der Stadt zeigten sich während des Durchmarsches der Reichsbannerleute wieder holt auch Gruppen völkischer Verbände mit großen Hafenfreuzbinden, die sich in der Nähe des Lustgartens fammelien. In fleineren Trupps waren auch die Angehörigen der Kommunistischen Jugend vertreten, ohne sich sonderlich bemerkbar zu machen. Der Bassinplay, auf beffen füblicher Hälfte eine Rebneriribüne, gefchmidt mit schwarzrot goldenen Farben, errichtet mar, mar gewiß schon lange vor Beginn des Festakts in weitem Unfreise von einer großen Menschen menge umfäumt. Nach einiger Zeit mußten die den Anmarsch des Feftzuges erwartenden Ehrengäste die Feststellung treffen, daß ber ganze weite Blag mit Stintbomben vergast" wurde. Dieser Gasangriff" dauerte fast ohne Unterlaß während der ganzen Ver­anstaltung auf dem Bassinplay an, ohne daß es gelang, die Stint­bombenwerfer in der Menge ausfindig zu machen.

Die Redner.

rotgoldenen Fahne. Sie ist das 3eichen der deut­fchen Einheitsbewegung seit hundert Jahren. Unter diefer Fahne grüßen wir hinüber zu unseren Brüdern in Deutsch - Defter reich. Nur unter diesem Zeichen lebt der großdeutsche Gedanke Das Betenntnis zum Deutschtum bedeutet nicht, baß wir mit Haß oder Berachtung auf andere Bölfer blicken, wir erkennen ihre Leistun gen an, wir wollen auch nicht mit ben anderen Völkern in Feind­haft leben, sondern einstehen für den frieblichen Ausgleich. Wenn Herriot vorgestern gefagt hat, er molle sich bemühen, daß wir ais frictliche Nachbarn nebeneinander leben, so nehmen wir dieses Brogramm auf, weil wir wissen, daß wir damit unserem Lande am beften tienen. Die große Frage, die am 7. Dezember zur Ent ideibung steht, läßt sich in zet Worte fleiden: Herriot oder Boin=. care. Wir fämpfen gegen die, die mit dem Pappschwert in der Hand, den Geist Botsdams vertreten. Wir sind Gegner des Boincarismus, wo wir ihn treffen. Wir hoffen, baß unsere Arbeit zur innerpolitischen Gesundung führt und zu einer außenpolitischen Feftigung. Wir fönnen immer wieder darauf hinweisen, daß nicht die Stahlhelmíeute und ihre Politiker Rhein und Ruhr befreien, sondern daß das, was bisher geleistet worden ift, von unferer Seite gefchah. So wollen wir uns zusammen­schließen und in den Wohlkampf gehen."

Dann übergab Prof. Bergfiräffer bas enthüllte Banner dem Führer der Ortsgruppe Botsdam. ber es mit folgenden Worten übernahm: Wir übernehmen das Banner, das alle zusammen führen möge, die für das Groß- Deutschland und die Zukunft eintreten wollen. Das deutsche Bolt und die Deutsche Republit, fie leben hoch!" Unter stürmischem Beifall wurde folgendes

verlesen:

Begrüßungstelegramm des Reichspräsidenten

Ihr Gelöbnis der Treue zur Republik und zur Reichsverfas fung begrüße ich auf das Herzlichste. Möge die Kundgebung in Poisdam mit bestem Erfolg der Festigung und Bertiefung des repu blikanischen Gebankens dienen."

Die gekränkten Hakenkreuzler.

Einige fleinere Zusammenstöße zwischen Hakenkreuzlere und Mitgliedern des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold haben der re­aktionären Presse, besonders dem tieferschütterten ,, Bofal- Anzeiger", zu starten Uebertreibungen Anlaß gegeben. Richtig ist, wie mir von zuverlässiger Seite erfahren, daß, abgesehen von ganz fleinen Reibereien, insgesamt drei Zusammenstöße erfolgten, die zum Einschreiten der Bolizei führten. Sämtliche Verwundete dieser Zusammenstöße wurden mit Ausnahme einer einzigen Berson nach Anlage von Rotverbänden und erfolgter Bernehmung bis auf metteres mieber entfaffen. Das im Basarett zurücgebliebene

Under Borantritt der Mufit und der Fahnen formierte fich 7000 Reichsbannerleute marschierten unter den Klän­gen der Musik auf und bildeten ein den ganzen Baffin Blat bann von neuem ein Jeftzug, ber durch die Brandenburgische umfassendes Biered. In die Mitte des freien Plages vor der Straße am Eingang von Sanssouci vorbei nach Charlottenhof und Rednertribüne marschierte zum Schluß die Ortsgruppe Botsdam auf zurüid zum Brandenburger Tor marschierte, wo sich der Zug auf läste, und von wo aus jid, die Teilnehmer auf verschiebene Rotate und danady hielten die Fahnen an der Spitze des umhüllten verteilten, mo Vorträge und Konzerte stattfanden. Die Banners der Ortsgruppe Potsdam ihren Einzug. Nachdem die ersten Shadymittagsstunden verliefen dann, von fleineren Steibereien ufit abgebrochen hatte, hielt Dr. Mischler die Begriabgesehen, ruhig. Am späten Nachmittag som es jedoch zu Reibe­reien und Schlägereien, die durch das provozierende Auftreten der Sungsrede, in der er folgendes ausführte: Boisbam ist der Boden, auf dem der Republikaner für feine Hafenkreuzfer hervorgerufen murben. Der größte Teil der aus­Ueberzeugung fämpft und Opfer bringen muß. Das Reichswärtigen Kameraben hatte jedoch gegen Abend bereits Potsdam banner hat Achtung vor dem Boltsstaat und den verlassen. Glauben an zukünftige Freiheit und Frieden. Den Gegnern, die den Bolfsstaat hassen und bekämpfen, muß der heutige Tag ein Zeichen fein, daß das neue republikanische Deutschland den Kampf auch in Potsdam aufnimmt." Darauf ergriff Ministerpräsident a. D. Stelling das Wort und wies einleitend darauf hin, daß das Fest der Bannerweihe eine symbolische Feier begrüßt würde durch den herrlichen Sonnenschein, aber auch durch Stintbom­ben der Anhänger des sogenannten Geistes von Potsdam . Diefem Geist, der sich verkörpert im Obrigkeitsstaat, in der Unduldfamfeit, in Rache und Kostengeist und in der Reaftion, stellen wir entgegen den Geist von Weimar . In ihm vertörpert sich die nächsten, die Menschenliebe, die Kultur, der Boltsitaat und das gleiche Recht für alle. Für diesen Geist mollen wir fämpfen mit allen uns zu Gelieb des Reichsbannars Schwarz Rot- Gold bat durch einen bote stehenden Mitteln. Wir wollen werben, um die Seele und die Herzen der Mantenden und wollen uns til sten zur Ab. rednung mit den Feinden bes Fortiorities unb der Kultur. Der Tag der Abrechnung ist der Mahltag am 7. Dezember. Durch ben Stimmzettel mollen mir demonstrieren für die Republik und sie terart festigen, daß niemand mehr es magen wird, fie anzutasten. Diesem Biel müssen fich alle Stepu­blitaner meihen." Als Vertreter der Sentrumspartei sprach in Vertretung des durch Werbelagung verhinderten Reichsfanglers Birth, Dr. Sammerich. Bannerweihen hat es schon öfters gegeben, aber Bannerweihen der Republit zu Potsdam , das ist etwas Neues. Ich begrüße Schwarz- Rot- Gelb, denn es ist das Beichen einer neuen Zeit, daß der Geist von Weimar ben Geist von Potsdam aus dem Felde geschlagen hat. Der Geistoon Bots dam bedeutete Gemalt mit Blut und Eisen. Heute richten wir das neue Reich auf der Grundlage der Liebe auf und find nicht gewillt, uns die beutsche Republit von irgendeiner Reaktion aerstören zu lassen. Zwar unser Baterland ist arm, aber wie einst Arndt uns gelehrt hat, wollen wir es gerne in diefer Armut und Dürftigkeit lieben. Schwarz- Rot- Golb heißt Liebe zum Bolt. Wir sind die Jünger der neuen Zeit, von uns foll ausgehen ein neuer, deutscher Geist, der Geist der Böltetverständigung und des Völker friedens. Als britter Redner trat fobann Reichstagsabgeordneter Brof. Dr. Bergsträffer auf. der folgenbe bemerkensmerte Aus­führungen madhie: Um ein Befenntnis abzulegen für den deutschen Boltsstaat sind wir hier zusammengefommen unter der schwarz­

48

-

Das

bie Behren von Hermsdorf , Schilbow, Lübars , Waidmannsluft, Mühlenbed ufw. Die Scheune brannte vollständig n'eber. Bieh fonnte gerettet und die Wohngebäude geschützt werben. Man vermutet Brandstiftung .

Sechs Perfonen durch Gas getötet. In Halle ereignete fich in der Burgftraße ein Gasrohrbruch. Das ausströmende Gas brang Don der Straße aus durch das Fenster in eine Barterrewohnung. Die Familie des dort wohnenden Bauarbeiters Bettmann, im ganzen sechs Personen, tamen dadurch ums Leben.

Groß- Berliner Parteinachrichten.

lung ab.

6. Streis Strensberg. Sente, Sontag abend. treffen fich ble Mitglieder bes erweiterten Kreisvorstandes um 6%, Uhr im Gaalbou Friedrichshain. Jede Ab­tetung muß vertreten fein Jede Abteilung holt am Dienstag, nadm. 4 Uhr, im Gefretariat, Lindenstr. 3, Platattlebeftreifen für die öffentliche Bersamm 17. Kreis Lichtenberg . Mittwoch, den 29. Oftober, abends 6 Uhr pünktlich, ge­meinfame Cihung des Kreisvorstandes mit ber Frattion im Simmer 25 des Rathaufes. Die Abteilungsleiter haben bafür au forgen, baß zu dieser Gigung fämtliche Abteilungstaffierer erscheinen. Anschließenb 8 Uhr Ronferenz fämtlicher Kreisfunktionäre. Wichtige Tagesordnung.

Sport.

Rennen zu Grunewald am Sonntag, den 26. Oktober. 1. ennen. 1. Briga II(. Stafper), 2. Segenpring, 3. Bump. Foto: 24:10. Blas: 14, 22, 18: 10. Ferner liefen: Baba, Cantusza, Sollunder, Rachegott, Ebel.

2. Rennen. 1. Olifant ( B. Ludwig), 2. Dioscur, 3. Gantt Thomas. Zoto: 63: 10. Blag: 22, 19, 44: 10. Ferner lesen: Bellac , Le Gerfaut, Sanguinifer, Habicht, Bendeig, Cabinet Noir.

3. Rennen. 1. Maira( D. Schmidt), 2. Nubia, 3. Calabari. Toto: 17:10. Blat: 13, 38, 18: 10. Ferner liefen: Marienburg , Bythia, Goncza Gora, Geisenheim , Leto, Zante Lotte, Maid, Nordlicht, Hanum.

4. Nennen. 1. Ban Robert( A. Bleuler), 2. Bornbori, 3. Sanelon. Zoto: 2248: 10. Blah: 125, 22, 13: 10. Ferner liefen: Fundin, Träumer, Zdomeneus, Berifles, Sobe Bforte, Claudius , Notung, Jean de France, Ditrea. 5. Stennen. 1. Melantho( D. Schmidt), 2. Rosenfeldh, 3. Hania. Toto: 33: 10. la: 16, 80: 10. Ferner liefen: Alhambra , Carl Heinz, Roliva. 6. Rennen. 1. Staffelei( B. Tarras), 2. Bescaro, 3. Erabalunie Zoto: 98: 10. Plat: 21, 15, 16:10. Ferner liefen: Sulbo, Calderon,

Savitry, Brüderschaft, Labh Grey, Segentanz, Morgenröte, Kiti, Chane

7. Nennen. 1. Messina ( S. Albers), 2. Roderich, 3. Citate. Loto: 175: 10. Bia: 48, 93, 44: 10. Ferner liejen: elfenriede, Aufllärung, Balamon, Sarazener, Chriftfchmud, Sternberg, Lenor, Mira II, Stubel, Gijenritter, Höhenraujo, Soto.

Sieb mit einem Eichenstod, ber von einem atenfreuz­ler ausgeführt wurde, nach Auffassung des Arztes eine leichte Behienerschütterung davongetragen. Jar Zusammenhang mit ber Raufereien wurden insgesamt 10 Saten treuzler verhaftet, bie nach erfolgter Bernehmung wieder auf freien Fuß gescht worden find. Kleinere Ueberfälle tamen auch in anderen Leifen der Stadt ppt. Die Polizei ist damit beschäftigt, burch zahlreiche Bernehmungent bia Gouldfrage an den verschiedenen Zusammenstößen zu flären. Weiter bemüht man sich, die Stid bombenwerfer Dom Baffinplak ausfindig zu machen, die nach Ansicht der zuständi­gen Stellen im fommunistischen Bager zu suchen sind.

Bereits in den ersten Nachmittagsftunden hatten sich vor dem Bahnhof Gruppen von Hafenfreuzlern, meist Halbwüdfige, aufge­pflanzt, um einzeln abfahrenbe Reichsbanner eute zu belästigen. Auch auf dem Bahnsteig patouillierte ein solcher Trupp, offenbar nur in provokatorischer Absicht, benn er benutte die abfahrenben Züge nicht. Bei dieser Gelegenheit fonnte man auch den Heldenmut dieser Jung­linge bemunbern. Mit dem 3-11hr Schnellzug fuhren gange 4 ober 5 Reichsbanner- Kameraben nach Berlin . Solange sie auf dein Bahn­steig stenben, hilien fich die Satenfreusler in respektvoller Ent fernung. Raum aber hatten sie den Zug bestiegen, so pflanzten fich die Hafentreuzjünglinge gegenüber dem Abteil auf. Als sich dann der Zug in Bewegung fegte und die Reden somit vor jeder Gegenwirtung gesichert maren, ent'ub fich nun endlich ihr deut­ Scher Mamesmut in einem Hagel unfiätiger Beschimpfungen. Bor folchem Löwenmut wird Frankreich erblassen!

Kehraus auf der Olympiabahn.

Nun hat auch die Olympiabahn ihren Stehraus- Tag gehabt. Sawall, Saldom, Miquel und Ganey follten am Start er. scheinen. Der Franzose Ganen tam troj festen Engagemeris night. offier follte einspringen, hielt sich jedoch ebenfalls fern. Eine bittere Enttäuschung für die Besucher.

Als vierter Fahrer wurde Schubert- Breslau zugelassen. Auch eine Enttäuschung. Trog der Borgaben, bie hm zugebrigt wurden, vermochte er nichts auszurichten, ebenso Miquel, der im Kampfmoment immer die Rolle verließ. Dafür lieferten Galbom und Samall recht schöne Kämpfe. Den 20- Kilometer- Lauf, best reis der Jungfernheide, holte fich alter", ber vom Auch bas Rennen Start bis zum Ziel die Führung inne hatte. über 30 Kilometer, ben Preis Don Carlshof, holte er sich. war toftete es Gamall einigen Kampf, ehe er den führenden Galbim verdrängen fonnte. Durch einen Zufall fonnte Solbow das Hauptrennen des Tages, den Großen Abfchiebspreis", über 50 Silometer für sich bestimmen.

"

Im Fliegerkampf Lorenz- Hahn, Stabe- Arend war Lorenz der Tüchtigste. Nachstehend die Resultate:

Großer

Breis bon Carlsbof. 20 Sm. 1. Sa to a II 16 min., 22 Gef., 2. Salbom 200 Meier, 8. Miquel 2440 Meter, 4. Schubert( 1 stb. Borg.) 2930 Meter gun id. Breis ber Sungfernbeibe, 30 m. 1. Samall, 24 min., 87 Cel., 2. Salbom 110 Meter, 3." Miquel 550 Meter, 4. Schubert( 2 No. Borg.) 350 Meter zurück. Abfiebs- reis, 50 m. 1. Saldow 40 min., 17.1 Get. ( Bahnreforb), 2. Gatal 350 Meter. 3. Miquel 7050 Meter zurüd, 4. Schubert ( 8 Rd. Borg.). 3m Berlauf des Rennens aufgegeben. Flieger fampt, 1200 Meter. 1. Sauf: 1. Lorenz, 2. Sain, 3. Stabe, 4. Strend. 2. 2 auf: 1. ahn, 2. Lorens, 3. Stabe, 4. rend. 2. Stabe, 3. Sabn, 4. Arend. Staffe 8. auf: 1. 2oreng, ment: 1. 2orena 4 Punkte, 2. Sabn 6 P., 3. Stabe 8 B., 4. Arenb 12 3. ramientabren über 15 Stunden. 1. rüger, 2. Behrendt, 8. Schmidt, 4. Qoffmann. 3 weifiber auptfahren, 2000 Meter. 1. offmann Otto Sies, 2. Hahn- Straßner, 8. Freitalb- Linsener 4. Mader- Alb. Meher.

Geschäftliche Mitteilungen.

444

Das feit 1806 begründete Svezialhaus für Damen und Mädchenbekleidung Ostar Bolburg, Brunnenste 56/57. fabrigiert felbft in eigenen Bertilätten uns bietet babura) außerordentliche Breisporteile, fo baß es jebeur ermöglicht wird, fich bas gewünschte Bekleidungsstüd für den Serbst zu beschaffen.