seitigt werden könne.

"

Stadt am 13. Mai Landgerichtsrath Greiß( 8.) 10 353,| Parteigenossen von selbst. Eine kämpfende Partet, gleich einem Drittel der Kosten der Verpflegungsflation berongezogen Dr. Franz Lütgenau( S03.) 7366 und Rentner Fritz einem Heere in Krieg, muß auf alles vorbereitet sein und werden. Dieser Antrag wurde mit 11 gegen 9 Stimmen v. Wittgenstein ( natl.) 3887 Stimmen. Es ist somit Stich sich durch nichts überraschen lassen.- abgelehnt, und§ 2 in der Fassung der Regierungsvorlage an wahl zwischen Greiß und Lütgenau erforderlich. genommen. Dem§ 3 wurde in nachstehender Fassung zugestimmt: 1893 waren 89 Bezirke vorhanden, diesmal nur 57, die Zu der neuen Staatsstreichtechnik der Schles. Den Kreisen sind alljährlich nach erfolgter Rechnungslegung ungefähr den Bezirken 1-57 der Eintheilung von 1893 ent- Beitung", die wir in unserer vorgeftrigen Nummer ge- zwei Drittel der ihnen durch die Verpflegungsstationen erwachsenen sprechen. In den letzteren erhielten 1893: Bentrum 11 542, bührend beleuchtet haben, macht heute auch die„ Vossische Kosten zur Hälfte aus Staatsmitteln, zur Hälfte von dem Nationalliberale 8433, Sozialdemokraten 8319, Antisemiten Beitung" einige treffende Bemerkungen. Sie schreibt: Provinzialverbande, in der Provinz Heffen- Nassau von dem Be­455, Freifinnige Volkspartei 386, Freisinnige Vereinigung schworen sei. 3ſt ſie deshalb nicht rechtsverbindlich? Braucht( Kommunalverband) und den Kreisen entscheidet die Provinzial Man beruft sich darauf, daß die Reichsverfassung nicht bezirksverbande zu ersetzen. Ueber Streitigkeiten in der Provinz 198, zersplittert 17, ungiltig 17, zusammen 29 367. Dem fie deshalb ein Fürst oder eine Regierung nicht zu halten? Da regierung.§§ 4 und 5 bleiben unbeanstandet.§ 6 wurde mit nach haben das Zentrum 1189, die Nationalliberalen 4546 will man die Monarchie unter besonderen Strafschutz stellen. 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt.§ 7 bis zur zweiten Lefung und die Sozialdemokraten um 953 Stimmen abgenommen. Aber worauf beruht denn das deutsche Kaiserthum? zurückgestellt.§8 wurde also angenommen: Ueber die Ein­Da während der letzten zwei Jahre 1008 Wähler infolge Nur auf dieser unbeschworenen Berfassung. richtung, Verwaltung und Benutzung der Verpflegungsstationen, Armenunterstüßung das Wahlrecht verloren haben und so kann man mangels des Verfassungseides das Reichs- Wahlrecht be insbesondere über die Wander- und Arbeitsordnung, sowie über mancher Parteigenosse in die billigen Vororte gezogen ist, feitigen, weshalb nicht auch den Kaiserthron? Ja, man drängt die Regelung des Arbeitsnachweises erläßt der Provinzialrath so hält das Wahlresultat den Vergleich mit den„ Erfolgen" huldigen, mit dieser öden Empfehlung des Staatsstreiches geradezu ausschüsse die näheren Vorschriften. In der Stadt Berlin tritt den Kreisen, die das Reich nicht wollen, die dem Partikularismus nach Anhörung des Provinzialausschusses, bezw. der Landes­der Gegner wohl aus. Der Zusammenbruch des National- bie Frage auf, ob nicht eines Tages gaus„ vertragsmäßig" das an die Stelle des Provinzialausschusses der Stadtausschuß.§§ 9 liberalismus iſt das charakteristische Ergebniß auch dieser Kaiserthum der Hohenzollern durch den Willen der Fürsten be- und 10 bleiben unverändert.§ 11 wird gestrichen.§§ 12, 13, Nachwahl. Damit war die erste Lesung Sie brauchen nur zusammenzukommen 14 werden nicht beanstandet. Der Bundesrath hat in feiner Sigung vom Donnerstag aufzuheben und dann einen neuen Bund zu schließen, in dem es für eine Stunde oder für fünf Minuten, das Reich beendet. Die zweite Lesung soll Freitag stattfinden.- den Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren einen Raiser giebt. Wer aber nicht zugeben will, daß das Den Berathungen der in Berlin zusammengezogenen Sachvers Billiger Kredit für Landwirthschaft und Handwerk. Wettbewerbes, sowie die Reichstagsbeschlüsse zu den Gesetz- Staiserthum entwürfen, betreffend die privatrechtlichen Verhältnisse der Binnen- Kaiserthum durch Beschluß der Fürsten abgeschafft werden könne, ständigen- Kommission, die über die bessere Organisation des schifffahrt und betreffend die privatrechtlichen Verhältnisse der der wird sich zu dem Bekenntniß bequemen müssen, daß auch das Kredits für die Mittelstände berathen soll, liegt folgendes Pro­Flößerei, den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Einer Vor- Reichs- Wahlrecht auf diesem Wege nicht zu beseitigen sei. Die gramm zu grunde: lage über die steuerliche Behandlung der Abraumfalze wurde die Berreißung der Verfassung auch nur auf fünf Minuten bedeutet 1. Die Zweckmäßigkeit der Errichtung, die Organisation und Zustimmung ertheilt. Ferner wurde beschlossen, den vom Reichs- Die Bertrümmerung des Reichs, aber für unabsehbare Zeit. Den der Geschäftstreis einer Zentral- Kreditanstalt; 2. die Begrenzung tage bei der Berathung des Reichshaushalts- Gtats für 1895/96 heutigen Bundesstaat könnte man zerstören; ihn wieder aufzu- des Kreises derjenigen Verbände und Jaßitute, deren Kredit­gefaßten Refolutionen, betreffend die Erhöhung der Gehaltsstufen bauen, dazu gehörten andere Männer, als heute am Ruder sind. bedürfniß die Zentralfaffe dienstbar gemacht werden soll; 3. die für diejenigen Klaffen von Reichspoſt- und Telegraphenbeamten, Parteien" zählt, der muß mit Blindheit geschlagen sein, wenn er währenden Kredite; 4. die Höhe der erforderlichen Bedarfé Wer sich guter Gesinnung" rühmt und sich zu den nationalen Voraussetzungen, Bedingungen und die Dauer der ihnen zu ge welche durch die Einführung des Dienstaltersstufensystems in ihren Gehaltsverhältnissen geschädigt werden, und betreffend die den Staatsstreich predigt und damit einer Lehre Vorschub leistet, summe; 5. die Beschaffung der für die Geschäftsthätigkeit des Forderung einer Pauschalsumme durch einen Nachtragsetat zur die auf die Auflösung des Reichs und den Ümsturz des Kaiser Bentral- Instituts sonst nöthigen Mittel( Depofitengeschäft, Giro­Gewährung von Zulagen an die durch das System der Dienst- throns hinausläuft. Verkehr, Annahme von Spareinlagen, sowie von überflüssigen alterszulagen besonders geschädigten Beamten, teine Folge zu Die bodenlose Beschränktheit der Kreuz- Zeitung " tritt Beständen der genossenschaftlichen Verbände, Ausgabe von geben, und außerdem über eine Reihe von Eingaben Beschluß uns in dem Leitartikel von heute Abend, betitelt Freifinn und Schuldverschreibungen 2c.); 6. etwaige weitere zur Hebung des gefaßt.­Sozialdemokratie" entgegen. Aus der Thatsache, daß Dr. Barth Personalkredits vom Staate in Aussicht zu nehmende Maß­Die Unsicherheit der Lage spiegelt sich in der Presse sich die Mühe genommen hat, die Sozialdemokratie und ihr Pro nahmen.- wieder. Daß ein Blatt, wie die Boffische Beitung", die gramm zu studiren, und deshalb nicht mehr auf uns schimpft, Wielgeplante Wähler sind die des Wahlkreises Bomft. Möglichkeiten und Folgen eines Staatsstreiches faltblütig sieht das unterblatt den Schluß, daß die freiſinnige Vereini: Meseriz. ſollen jest ſeit 1898 ſchon zum fünften Male diskutiren kann, ist für sich allein schon ein bedeutsames versuchen will, auf" dem einen oder anderen Wege aus den geschickt hat. Bei den allgemeinen Wahlen 1893 errang erst gung, dieses kleine Offiziertorps ohne Soldaten", es nunmehr wählen, nach der Reichstag den Herrn v. Dziembowsti heims Zeichen der Zeit. In den Reihen der Regierungsparteien Kreisen der sozialdemokratischen Bevölkerung sich eine nach zweimaligem Wahlgange Frhr. v. Unruh- Bomst das Mandat. und der Regierung selber ist man offenbar noch nicht zu genügend 3 a hlreiche Gefolgschaft, eine Soldtruppe Wenige Monate darauf legte er dieses nieder auf Drängen der einem flaren Programm und festen Entschluß gelangt. Alle( wörtlich!), zu schaffen, die ihr Rückhalt gewähren und nach dortigen Anhänger des Bundes der Landwirthe, weil er für den möglichen Pläne- vom nackten oder verhüllten Staats- außen hin imponiren soll." österreichischen Handelsvertrag gestimmt hatte. Bei einer neu ftreich bis zum fatalistischen Lauern auf irgend ein rettendes Man traut wirklich seinen Augen nicht, wenn man der anberaumten Wahl fonnte der bisherige Vertreter Herr v. Dziem­Ereigniß wirbeln wild durcheinander, und wir wollen artiges lieft. Erheuchelt kann das nicht sein dazu if's zu bowski auch erst wieder bei der Stichwahl durchbringen. Allem abwarten, worüber man sich schließlich einigen wird. Eins dumm. Es ist voller Ernst. Wie muß es aber in einer Partei Anschein nach steht jetzt der fünften Wahl ein äußerst heftiger Kampf bevor. Da der Bund der Landwirthe in dem Grafen der Staatsgewalt, denen die Vollstreckung der Umsturz- Staatsmann, der jetzt als Chefredakteur der„ Hamburger Nach­aber können wir schon jetzt als sicher annehmen: die Organe aussehen, die sich solche geistige Roſt bieten läßt.- Nichts gelernt und nichts vergeffen hat der schiffbrüchige beabsichtigt und auch die Antisemiten selbständig vorgehen, ift Dohna- Hiller- Gärtringen einen eigenen Kandidaten aufzustellen vorlage zugedacht war, werden das äußerste thun, um auf dem Boden des gemeinen Rechts richten" seinen Beruf verfehlt. Er führt heute in seinem Blatt eine Stichwahl wahrscheinlich, bei der die Polen unter allen und der bestehenden Vereinsgesehe das und Machtmitteln unterdrückt werden fann – und zwar schlägt wenigen, wo die Sozialdemokratie noch nicht hat festen Fuß wieder einmal aus, daß die Sozialdemokratie nur mit Gewalt- Umständen mit in Frage kommen. Der Kreis ist einer der zu leisten, was mit dem Umsturzgesetz bezweckt war. er jezt mit dürren Worten die Maßregelung, der faffen können. Sie erhielt dort 1893 überhaupt erst zum erſten Wir haben wiederholt dargelegt, daß in den Paragraphen& ührer vor, die auf die eine oder andere Weise aus dem Male Stimmen, und zivar 167.­der Umsturzvorlage nichts ausgesprochen war, was nicht weg geschafft werden müßten- ob todtgeschossen, findige Staatsanwälte und scharfsinnige Richter- nament lich in Sachsen in das gemeine Recht bereits hineininterpretirt hätten zum theil in den­felben Worten, deren die Umsturzvorlage sich bediente.

"

internirt" oder in Gefängnisse gesperrt, das läßt der alten Raketentiste Höflichkeit unausgesprochen.-

-

Kein Staatsstreich! orakelt die„ Kreuz Zeitung " beiläufig eine sehr verdächtige Autorität in bezug auf diesen Wir wissen aus den Zeiten des Sozialistengesetzes, daß Punkt und sie folgert dies aus der ableugnenden Er­die Behörden, als dasselbe seine Wirkungslosigkeit zu zeigen flärung, die Herr v. Bötticher in der Neichstagssigung des begann, mit Hilfe des gemeinen Rechts und der 11. Dezember v. J. auf eine Anzapfung Eugen Richter 's Vereinsgefeße uns abgesehen von den persönlichen gab. Gewiß, das damalige Dementi des Hrn. v. Bötticher Chikanen und Schädigungen durch den kleinen Belagerungs- war scharf und bündig. Aber wer bürgt uns für den zuftandweit mehr zu schaffen machten, als Herrn v. Bötticher, d. h. dafür, daß er morgen noch Minister mit dem Sozialisten geseh. ift?

-

-

-

"

Die Reform des Militärstrafverfahrens harrt noch ihrer Erledigung und wird ihrer noch lange harren. Wohl um die Frage nicht ganz in Vergessenheit gerathen zu lassen, hat das Zentrum in der württembergischen Kammer an das Ministerium die Anfrage gestellt:

dahin zu wirken, daß die zur Zeit in Bearbeitung befindliche Ob das fönigl. Staatsministerium geneigt ist, im Bundesrath Militärftrafprozeß Ordnung für das Deutsche Reich nach den erprobten Grundfäßen der bürgerlichen Strafprozeß- Ordnung für das Deutsche Reich ausgearbeitet, insbesondere hierbei, soweit nicht für die Verhältnisse im Krieg eine Modifikation dieser Die Trennung der Aufgaben des Anklagers, des Vertheidigers Grundfäße unumgänglich ist, die Ständigkeit der Militärgerichte, und des Richters, die Freigebung der Vertheidigung in allen Straffällen, die Mündlichkeit und Deffentlichkeit der Haupt­verhandlung und die Einführung ordentlicher Rechtsmittel gegen die ergangenen Urtheile gewährt werde?"

Viel helfen wird diese Anfrage freilich auch nicht. Die Fragesteller werden nur erfahren, daß die Verhandlungen über diese Angelegenheit, wie seit dreißig Jahren, noch immer schweben."-

"

"

Das wissen natürlich auch die Organe der Staats­gewalt, und und wir müssen uns Ein Erfolg des Herrn v. Köller. Man schreibt uns: auf alles gefaßt Die neuliche Reichstagsrede des Herrn v. Köller hat eine machen, was ohne offenen und flagranten Gesetzesbruch Ant'l age gegen den Redakteur des Sozialistischen Akademikers", gegen uns nur irgend gethan werden kann. Die Praxis, Genossen Sassenbach zur Folge gehabt. Es handelt sich um die wie sie zur Zeit des Sozialistengesetzes herrschte, wird Nummer vom 15. März; der darin enthaltene Artikel Zum wiederkehren, und die Parteigenossen haben sich dem 18. März" soll eine Verlegung des§ 130 enthalten. Am 9. Mai entsprechend zu verhalten. Die Umsturzvorlage ist gefallen, hielt Herr v. Köller seine Rede, am selben Tage noch fand sich die Sozialisten hat aber, die sie einleiten sollte, ein Staatsanwalt, der gegen den faft zwei Monate alten Artikel tann auch ohne Umsturzgeset die Strafverfolgung einleitete." Wie die Zentralstelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrich vor sich Wir gratuliren Herrn v. Köller!- tungen die soziale Frage löst. Auf grund der Beziehungen gehen. Und unsere Gegner werden durch ihr beispiel­loses Fiasko uns sicherlich nicht freundlicher gestimmt wettbewerbs liegt nunmehr in etwas veränderter Gestalt vem Zentralftelle, wurde versucht, das Interesse der Arbeiter Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung des unfauteren mit den Berliner Arbeiterkreisen, schreibt die Beitschrift der auch auf ein anderes Gebiet zu lenken und ihnen für auch auf ein anderes Gebiet au lenken und ihnen für Bundesrath vor. Der ursprüngliche Entwurf war im Reichs- einen ihrem Einkommen entsprechenden Rostenaufwand die Die praktischen Konsequenzen ergeben sich für jeden Anzeiger" veröffentlicht worden, um die öffentliche Kritik zu er- Antheilnahme an edleren geistigen Genüffen zu ermöglichen. Die möglichen. Der Vorwärts" hat in seiner Nummer vom 9. Januar Bildung eines Arbeiterkomitees zu diesem Zweck ift gelungen. nicht, dem man einen verhängnißvollen Einfluß auf über den Entwurf berichtet. Der jetzt dem Bundesrath vor: Mit Hilfe opferbereiter musikalischer Kräfte war es möglich, am den schwankenden Charakter seines älteren Bruders, des liegende Gesetzentwurf ist in den meisten Paragraphen mur ganz Balmsonntag und am Charfreitag in der Garnisonkirche bie Königs, zuschrieb. unwesentlich verändert. Ganz umgestaltet ist nach Form und Nu zieht er ja ab," hörte Hans Hartung jemanden Betriebsgeheimnissen betrifft und am meisten an- beiter nicht zufrieden sind mit ihren Verhältnissen, dann ist ihnen Inhalt der§ 7, der den Verrath von Geschäfts- und Bach'sche Matthäuspassion mit einem unerwartet günstigen Er­folge zur Aufführung zu bringen." Wenn nun die Berliner Ars in seiner Nähe sagen, heut Morgen soll er von den gefochten worden war. Truppen Abschied genommen haben, um an den Rhein zu Die Bestimmungen über den Verrath von Geschäfts- und überhaupt nicht zu helfen.- gehen."

werden.

Die armen Kölner ," versetzte eine zweite Stimme, ,, wenn der sie in die Mache kriegt, wird's ihnen schlecht gehen."

Die beiden Stimmen tamen Ferdinand bekannt vor. Er wandte sich um und erblickte seinen Meister Frizze

Grams und Herrn Fisch, die eben aus den Belten zurück tehrten, wo sie angeblich auf irgend etwas" gewartet hatten. Morgen", hieß es, sollte wieder eine große Bolksversamm­Tung stattfinden. Herr Plüddemann hatte sich an dem ge­fährlichen Ausflug nicht betheiligt: er war nicht ganz wohl", wie Frau Muckenich dem ihn abholenden Grams mitgetheilt hatte.

Na, Junge, auch mit draußen?" begann Friße Grams freundlich, nachdem Ferdinand ihn begrüßt hatte.„ Du mußt natürlich überall dabei sein!"

"

„ Gewiß doch, Herr Meister", antwortete Ferdinand fect ohne uns gehts mal nicht, und wenns auch jemandem nicht recht ist."

Friße Grams hatte einen guten Ruf unter den Jungen seines Viertels: er fütterte seine Lehrlinge gut, be­handelte sie menschlich und sprach mit ihnen wie mit Er wachsenen", was ihn bei seinen Innungsgenossen zwar arg in Berruf brachte, dafür aber bei den Jungen um so größeren Beifall fand.

Mit nicht geringem Stolze ftellte Ferdinand seinem Meister den Bräutigam seiner Schwester vor.

Betriebsgeheimnissen lauten nun folgendermaßen:

Mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder mit Ge­fängniß bis zu einem Jahre wird bestraft:

1. wer als Angestellter, Arbeiter oder Lehrling eines Geschäfts­betriebes Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse, die ihm ver­möge des Dienstverhältnisses anvertraut oder sonst zugänglich

geworden sind, während der Geltungsdauer des Dienst

vertrages ,

2. wer Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse, die ihm als An­gestellten, Arbeiter oder Lehrling eines Geschäftsbetriebes gegen die schriftliche, den Gegenstand des Geheimnisses aus­drücklich bezeichnende Zusicherung der Verschwiegenheit anvertraut worden sind, dieser Zusicherung entgegen nach Ablauf des Dienstvertrages unbefugt an andere zu Zwecken des Wettbewerbes mittheilt. Gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher Geschäfts- oder Be­triebsgeheimniffe, deren Kenntniß er durch eine der unter 1 und 2 bezeichneten Mittheilungen oder durch eine eigene rechtswidrige Handlung erlangt hat, zu Zwecken des Wettbewerbes unbefugt Derwerthet oder an andere mittheilt.

Der Thäter ist außerdem zum Ersage des entstandenen Schadens verpflichtet. Die zum Schadenersage Berurtheilten haften als Gesammtschuldner.

Juternationaler Bimetallismns. Wie englische Blätter melden, hätte zwischen der englischen und deutschen Regierung bereits ein Meinungsaustausch bezüglich der Münzreform statt­gefunden. Die deutsche Regierung soll danach bereit sein, den Bimetallisten bedeutende Konzessionen zu machen. Nach den geftrigen Erklärungen des Reichstanslers im Herrenhaus, wonach Regierung sich aber nicht auf die Doppelwährung einfchwören lassen will, scheinen diese englischen Meldungen doch der Wahrs heit nicht ganz zu entsprechen.-

war eine internationale Busammenkunft stattfinden soll, die

Die Herren Bimetallisen fönnen sich fretten. Die amerikanischen Silberinteressenten, die trotz der Entwerthung des Silbers über ungezählte Millionen verfügen, haben auf einer Ronferenz in Salt Lake City , City, der alten Mormonenstadt, beschlossen, Silber die Verfechter der Prägung und Doppelwährung zu unterstüßen". Da giebt's was bruch von Doppelwährungs- Zeitungen, Schriften und Reden zu fischen und wir werden nächstens mit einem wahren Wolken­überschwemmt werden.-

Die Lösung der ungarischen Ministerkrifis. Die Gr nennung des Grafen Agenor Goluchowski zum Minister des Aeußern ist bereits vollzogen. Am Sonnabend soll die amts Wer es unternimmt, einen anderen zu einer Zuwiderliche Veröffentlichung erfolgen. Kalnoty erhält zum Abschiede handlung gegen die Vorschriften des§ 7 Absatz 1 zu verleiten, ein besonderes Zeichen des faiserlichen Wohlwollens. Der neue wird mit Geldstrafe bis Gintausend fünfhundert Mark oder Minister des Aeußern ist 46 Jahre alt. Er war 1872 Botschafts­mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft. attachee in Berlin, später in Paris . Die von ihm angestrebte Ernennung zum Botschafter in Paris unterblieb mit Rücksicht darauf, daß seine Gemahlin eine gebürtige Französin ist.

Die Strafverfolgung für die obigen Vergehen tritt nur auf Antrag ein. Die Zurücknahme des Autrages ist zulässig. Der Gesetzentwurf über Verpflegungsstationen, über Das Defizit ist todt, es lebe bas Defizit! ist die Losung ft heute von Paris angekommen," fügte er leise den der Leitartikel unserer Mittwochsnummer handelte, ist vom in Frankreich . Kaum istvier Monate nach der Zeit­hinzu. preußischen Abgordnetenhaus zur Vorberathung an eine Kom- das Budget für das laufende Finanzjahr, mit mühsam verstopftem Ephraim Fisch spitte die Ohren und ließ sich die mission verwiesen worden. Diese Kommission hielt am Mittwoch Defizitloch zu ftande gekommen, so wird auch schon angekündigt, Neuigkeit noch einmal wiederholen. Sie schien ihm wichtig die erste Lesung ab. Bu§ 2 hatte Frhr. v. 3edlitz- Neukirch den daß das nächste Budget ein sehr großes Defizit aufweisen werde, neue Steuern bewilligt würden, und ber genug, daß er nach einem furzen, leise geführten Brie Antrag gestellt,§ 2 folgendermaßen zu faffen: Die Einrichtung, wenn nicht gespräch mit Grams den Buchdrucker aufforderte, sich abends Unterhaltung und Verwaltung der Verpflegungsstationen ist Ministerpräsident Ribot stellt fogar binnen weniger Monate cin Sache der Provinz( Kommunalverband). Die Provinzen( Kom An Iehen von anderthalb Milliarden, das heißt am Stammtisch der„ Silbernen Ente" einzufinden. munalverbände) fönnen nach Maßgabe näherer Vereinbarung anderthalbtausend Millionen in Aussicht. Nun Sie brauchen nichts zu fürchten," meinte Fisch ge- diese Aufgaben auf diese Weise übertragen. Kreise, in denen unsere Lefer sind durch die Briefe unferes Gallus über die heimnisvoll beim Abschied wir werden dafür sorgen, noch 6 Berpflegungsstationen errichtet sind, können vom Finanzlage Frankreichs unterrichtet. Die Bourgeois- Republik treibt daß wir unter uns find." ( Fortsetzung folgt.) Provinzial- Landtage zu einer Vorausleistung bis zu höchstens ebenso sicher in den Staatsbankrott, wie im vorigen Jahrhundert die

99