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Parteinachrichten

Einsendungen für diese Rubrit find Berlin   S. 68, Lindenstraße 3,

für Groß- Berlin

frets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten.

2. Streis Tiergarten. Donnerstag, 24 September, 7% Uhr, bei Trimper, Flensburger Str. 3, Sigung aller Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt und Rinderfreunde. Vertretung der Arbeiterjugend ist erwünscht.

7. Kreis Charlottenburg  ( 52.- 58. Abt.). Donnerstag, 24. September, 8 Uhr, Berfammlung des Beamtenwerbeausschusses und parteigenössischer Beamten bei Bogel  , Spreefir.&. Wichtige Besprechung über die nächste öffentliche Beamtenversammlung.

14. Kreis Neukölln. Donnerstag, 24. Geptember, 7 Uhr. in Erbes Festfälen ( früher Aliem), Sasenheide, Mitgliederversammlung. Bericht vom Bartei­tag. Mitgliedsbuch vorzeigen. Die Abteilungsleiter werden gebeten, umgehend Wahlmaterial in Bureau, Nedarftuaße, abzuholen.

19. Kreis Bankow  . Donnerstag, 24. Geptember, 7% Uhr, Kreisbelegierten. versammlung bei Meier, Türkisches Belt", Pankow  , Breite Str. 14. Sämtliche Kandidaten für die Stadt- und Bezirksverordnetenliste müssen aweds Unterschrift anwesend fein.

Ronferenz der Kreisleiterinnen für Agitation Freitag, 25. Gep tember, 7% Uhr, im Gymnasium Rochftr. 13( unweit Friedrichstraße  ). Jeder Kreis muß vertreten fein.

Heute, Mittwoch, den 23. September:

13. Abt. Die für Mittwoch feftgelegte Mitgliederversammlung fällt aus and findet am 30. September statt. 22./23. Abt. Die flie Hagenbed eingeladene Mitgliederversammlung findet wegen Scalfchwierigkeiten in einen Gaal der Phatusfäle, Müller­ftraße 142, ftatt.

24. Abt. 7% Uhr im Gefangsfaal des Ungeums Greifswalder Str. 24/25

Mitgliederversammlung. Bortrag des Gen. Stadtn. Gutekunst: Die Rommunalpolitik der SPD  ."

84. Abt. Lankwik. 8 Uhr Vorstandsfihung bei Runge, Riethenstraße. Frauenveranstaltung: heute, Mittwoch, den 23. September: 1. Abt. 7% Uhr bei Afchiefing. Aderftr. 1, Bortrag der Genoffin Schmik:

..Die Bedeutung der Stadtverordnetenwahlen".

Morgen, Donnerstag, den 24. September:

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82. bt. Staglig. 8 Uhr im Jugendheim Stadtpart, Albrechtstraße, Konferenz der Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde, Arbeiterwohlfahrt, Jugend­und Frauenausschuß. Elternbeiräte find herzlich eingeladen. Bortrag des Gen. Weimann. Besichtigung des Borwärts". Treffpunkt der Genoffinnen 6 Uhr Vorwärtsgebäude, Linden ftz. 3. 85. Abt. Tempelhof  . 7% Uhr in der Linde", Friedrich- Rarl. Ede Berber­freaße, Funktionärsihung. Die Genoffinnen und Genoffen, welche Bähler­Tiften abschreiben, find aleichfalls eingeladen.

Jungfozialisten, Grappe Treptow. 7 Uhr Jugendheim Elsenstr. 3.

des Gen. Dirnbaum: Stadtverordnetenwahlen und die arbeitende Jugend".

Die Löhne in der Landwirtschaft.

Das landwirtschaftliche Lohnkonto vor und nach dem Kriege.

Im gesamten Unternehmerlager wird über die angebliche Ueberlastung des Produktionstoftentontos durch die Arbeitslöhne Klage geführt. Die Ueberlastung sei jezt eine viel stärfere wie in der Borkriegszeit. Nun trifft das ja nicht zu. wie jeder Lohnempfänger an der geringen Kauffraft seiner Lohn bezüge spürt, aber trotzdem hört die Forderung der Unternehmer nach einem Verzicht auf Lohnsteigerungen oder gar nach einem Lohn abbau nicht auf. Ganz besonders in der Landwirtschaft er tönt dieser Ruf, obgleich die Löhne der Landarbeiter die niedrig. ften im Reiche sind, das Untostentonto des Betriebes also am geringsten belasten. Während sonst das Unternehmertum sehr schnell dabei ist, mit Sahlen( richtigen oder aus der Luft gegriffenen) seine Behauptungen zu beweisen, hütet es sich, Berechnungen über die Belastung des Lohnfontos in der Vor- und Nachkriegszeit aufzuzuführen. machen, weil es sehr wohl weiß, daß es damit die Unrichtigkeit seiner Behauptungen selbst dartun würde.

Wie hoch war die Belaffung in der Borkriegszeit?

In den Erhebungen, die die Landwirtschaftskammer für die Proving Ostpreußen   über die Landarbeiterverhältnisse in der Bor friegszeit durchführte, stellt Professor Dr. B. Stalweit fest, daß in der Provinz Westpreußen   die Arbeitslöhne um das Jahr 1900 40 bis 60 mart je Heftar betrugen. Dabei betont er aber ausdrücklich, daß die Intensität der Bewirtschaftung durch niedrige Preise herabgedrückt wurde, denn er schreibt:

perbandes liegen Arbeitsverträge vor, nach welchen Deputanten ohne Hofgänger 6 bis 12 Zentner Getreide und bis 100 Marf Bar­Lohn in der Borkriegszeit mehr erhielten als nach dem jetzt bestehen­den Tarifvertrage. Professor Gerlach führt in den schon genannten Erhebungen eine Untersuchung Paul Schüzes an, nach welcher im Kreise Gerdauen  eine Arbeiterfamilie mit einem Hofgänger im Jahre 1908 insgesamt 1117 Mart an Lohn erhalten hat. Nach dem jetzt geltenden Larif beträgt der Gesamtlohn 1171 Mart, während er unter Berüd­fichtigung der gesunkenen Kauftraft des Geldes um mindestens 40 Broz. höher sein, also 1563,80 Mart betragen müßte, um dem Reallohn des Jahres 1908 zu entsprechen. In der Hauptsache ist die Senfung des Arbeitslohnaufwandes aber auf die Beschäftigung einer erheblich größeren 3ahl billi­gerer Arbeitsträfte, nämlich der Hofgänger, zurüd­Profeffor Gerlach stellt fest, daß auf 300 Deputantenarbeitstage entfallen: Hofgänger Frauen­Arbeitstage Arbeitstage

auf Güter von:

1000 ha und darüber 500 bis 1000 ha. 200

500

"

150

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100

200 150

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22428

285

278

32

243

46

189

72

132

90

Also einschließlich der Frauenarbeitstage tommt mur in Be­trieben über 500 Heftar auf jeden Deputanten eine zweite " Bei den folgenden Angaben aus mir bekannten Koppelwirt billigere Arbeitstraft, während in der Nachkriegszeit unter schaften ist jedenfalls zu berücksichtigen, daß gerade zur Zeit der der Auswirkung des Arbeitsmangels in den gewerblichen Berufen vorliegenden Erhebungen um die Jahrhundertwende besonders faft allgemein auf jeden Deputanten zwei billigere Ar­niedrige Preise herrschten, die den Landwirt nicht zur Erbeitskräfte( Hofgänger oder Frauen) entfallen. Das ist auch höhung des Betriebsaufwandes ermutigten, sondern thn zur die Meinung des Gutsbesitzers Brandes Krausenhof, denn er stellt in äußersten Sparsamteit zwangen." feiner Rentabilitätsberechnung die Gestellung von zwei Hofgängern als Regel hin.

Einige Zeilen vorher führt er an, daß die Bra che durchschnitt­Bortraglich 10,76 Broz. der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche betrug, wodurch felbstverständlich der Arbeitslohn je Heftar um faft ben gleichen Prozentjah gesenft wurde, so daß in einem gleichartigen, ohne Brache arbeitenden Betriebe mit Unfosten für Arbeits­löhne von 44 bis 46 Mart oder im Durchschnitt aller Betriebe 55 Mart je Hektar gerechnet merden muß.

99. Abt. Brik. Rinderfreunde. Somming, 27. Geptember, 18 Uhr, follen in der 1. Gemeindeschule, Chauffeeftr. 137, Gefang, Mufit, Bolkstanz und Schattenspiele- Borfilhrungen unserer Rinder Freude zeigen. Eintritt 25 Pf. Die Genofinnen und Genossen find eingeladen.

Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation

84. Abt. Lankwik. Gen. Rudolf Schulze, Quifenfte. 9a, in verstorben. Beerdigung heute, Mittwoch, nachm. 3 Uhr Steglißer Friedhof, Bergstraße.

Jugendveranstaltungen.

Funktionärverfammlung im Sigungsfaal des Preußischen Staats vabes, Leipziger Str. 3. Ohne Ausweis tein Zutritt.

Ferner führt Professor Stalweit an, daß sich der Kunst­düngerperbrauch durchweg unter 5 Mart pro Hettar gestellt habe. Hierdurch entstanden im Regierungsbezirt Königsberg   Durch schnittsernten von nur 15,5 Doppelzentner Weizen je Heftar gegen über 26,3 Doppelzentner im Regierungsbezirt Magdeburg, wo der Kunstdüngerverbrauch 50 bis 60 mart je Hettar betragen habe. Dieser Umstand benachteiligt das Bild des oft preußischen Lohnfontos, mas sich am besten aus der Tatsache ergibt, Heufe, Mittwoch, den 23. September, abends 7% Uhr: taz Brofeffor Stalweit die Lohnuntoften im Regierungsbezirt EFECTELEFFETELEEFTIELEFET[ Magdeburg   mit 140 bis 160 mart veranschlagt. Man geht mit der Annahme nicht fehl, daß bei der Intensität, die heute durchschnittlich in der Provinz Ostpreußen   üblich ist, der Lohnaufwand um min destens 20 bis 30 Broz höher gewesen wäre, also 65 bis 70 Mart betragen hätte. Der Berechnung Professor Stalweits sind Getreide­fich bet seinen Angaben wohlgemerkt um die Zeit des Jahres 1900, wodurch die bis zum Ausbruch des Krieges erfolgten ahnsteige­rungen unberüdsichtigt geblieben find. Diese sind aber ganz erheblich und betragen, wiederum nach den Angaben Stalweits, 3. B. vom Jahre 1889 bis 1908 im Kreise Insterburg   100 Broz fomohl des Barlohnes als auch des Gesamtlohnes. Durch die Steigerung des Barlohnes ist bewiesen, daß die Steigerung des Gesamtlohnes nicht nur auf die höheren Naturalienwerte zurüd zuführen ist. Wie hoch ist nun der

Webbing: Schule Ruheplat Ede Antonffraße. Bortrag: Sind wir Ge­meinschaftsmenschen?" Baltenpies: Rigaer Str. 102/103. Distuffionsabend: preise von 6 Mart je Zentner zugrunde gelegt. Dann handelt es Reformtleidung". Friedrichshain  : Große Frankfurter Str. 16, Bortvog: SAJ. und Naditultur". Warschauer Viertel: Tilsiter Str. 4. Bortrag: ,, Das Mädel in der Gemeinschaft". Lankwig: 1. Gemeindeschule, Schulstraße. Distuffionsabend: Reichspräsident und Reichsverfaftung". Ertner: Bolts fiche. Bortrag: Wirtschaftsentwicklung". Werbebezirk Reinickendorf: Jugendheim Tegel. Mädchenabend Donnerstag, 24. September.

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Dorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin   G. 14. Gebaftianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Wilmersdorf. Rug Sud. Mi., b. 23., Uhr, Antreten Bittoria­garten, Wilhelmsque, zum republikanischen Abend( Saalfchuk). Die übrigen Rüge nehmen ohne Bannerkleidung teil. Fr., d. 25., 8 Uhr, Boll­nerf. bei Rroibs, Holsteinische Ede Gasteiner Straße. Bid tenberg. Do., d. 24., non 8-10 Uhr, Antreten untere Turnhalle Holteischule, Bödlinstraße. Turnen im Winterhalbjahr regelmäßig wie angegeben. Untergruppen haben zu er abend. Diensteinteilung nach Hermsdorf  .

Lohnaufwand in einem landwirtschaftlichen Betriebe in der Nachkriegszeit?

Es sind bisher feinerlei gleichartige Erhebungen veranstaltet worden, so daß es nicht leicht ist, einen Bergleichsmaßstab zu finden. Um nun nicht den Anschein mangelnder Objektivität zu erweden, foll nur von Arbeitgebern flammendes Material bei Feststellung des Lohn

fcheinen. Weißenfee. Do., d. 24., Grüner Baum Sport und Uebungsaufwandes eines landwirtschaftlichen Betriebes als Grundlage ge­

Berein der Freibenker für Feuerbestattung, Bezirk Stealth, Santmis, Bidderfelbe. Mitgliederversammlung am Donnerstag, 24. September, 7 Uhr, bei Schellhafe, Ahornftr. 16. Bezirk 5 Friedrichshain  . Sente abend 7% Uhr Mitgliederversammlung in Heinrichs eftfälen, Große Frankfurter Str. 30.

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Tagesordnung: 1. Bortrag bes Gen. Roth: Gegenseitige Silfe in der Tier.

und Menschenwelt. 2. Bericht über den Urnenhain. 3. Bereinsangelegen

heiten. Mitgliedsbuch legitimiert.

Mieterverband Rupenid. Mittwoch, 23. Geptember, 18 Uhr, im Stadt­mahl und Referat: Wie urteilt das Amtsgericht öpenick in Miets. angelegenheiten?"

theater außerordentliche Generalversammlung. 11. a. Borstands Ergänzungs

Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag, 25. September, im Reichen faal ber 6. Ereptower Gemeindeschule, Wildenbrud ftraße 58 III, 8 Uhr: Das Rechtsbewußtsein der Jugendlichen( Amtsgerichts rat S. Frande). Cintritt fret.

Der Verein für Sprachpflege Demosthenes  " hat am 24. Geptember einen Einführungswerbeabend. Der Berein erteilt, an Sprachgeftörte( Stotterer) unentgeltlichen Unterrigt aur Seilung ihres Leibens. Die Uebungen finden regelmäßig jeden Dienstag und Donnerstag, abends& Uhr, in der Schule Berlin   C, Niedermallstr. 7, ftatt. Zentralverband der Wohnungssuchenben, Mieterverband Große öffentliche Boltsversammlung am Freitag, 25. Geptember, 8 Uhr, in den Kammerfälen( großer Gael), Teltower   Gte. 1-2. Thema: Wohnungs not und Stadtverordnetenwahlen. Referent: Adolf Herzog. Stadtverordneten aller Parteien find eingeladen.

Groß- Berlin.

Reidsbund Deutscher Mieter E. B., Drtsverein Neukölln- Brik. Monats­versammlung Freitag, 25. September, 8 Uhr, Restaurant Balewski, Boddin­froaße 57. Tagesordnung: 1. Die Organisation und die Aufgaben des Reichs­bundes Deutscher Mieter( Neferent: Otto Thäle). 2. Aussprache. Gäste willkommen.

Arbeitersport.

Unsere nächste Sigung findet am

Freie Nanufahrer Berlin e. B., Gruppe Tegel  - Seiligensee, Gefchäftsstelle: Freitos, 25. Geptember, 8 Uhr, im Lokal von Otto Ginlow, Pantstr. 27, ftatt.

Mar Braune, Berlin  , Wolliner Str. 12.

Cäite willkommen.

ropagandaturnen ber Jugendlichen. Am nächsten Sonntag veranstaltet die Freie Turnerschaft, Groß- Berlin ein öffentliches Turnen der männlichen Jugend in der Turnhalle des Leibniz- Gymnasiums( au der Thomaskirche  , Köpenider Brüde). Das Programm ist recht vielseitig: Allgemeine Frei­Kürturnen, Handball übungen, Mannschaftshochsprung, Riegenturnen, Die Trainingsübungen. Benbelstafetten, Spiele, Tauziehen, Byramiden usw. Freie Turnerschaft fordert alle Jugendlichen auf, diese Beranstaltung zu befuchen. Seute, Mittwoch, Turnratshaung in der Geschäftsstelle, Bunft

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7 Uhr. Urbeiter- Radio- Klub e. B., Bezirk Brenzlauer Berg  , Donnerstag, 24 Sep

tember, 7 Uhr, Treffpunkt zur Generalprobe Ropenhagener Str. 9. Büntt Freitag, 7 Uhr, Chönhauser feftfäle. Schönhauser Tichkeit ist Ehrenpflicht. Frei Allee, Erscheinen aller Funffreunde zu den lekten Vorbereitungen. tag,& Uhr, Sende- Abend" mit großem Programm.

nommen werden.

Somit ist der Beweis erbracht, daß das Unfostenkonto' eines land­wirtschaftlichen Betriebes in der Nachkriegszeit auch nicht an­nähernd jo start belastet ist wie in der Borfriegszeit. Alles Geschrei der Betriebsinhaber von den hohen, untragbaren Arbeits­löhnen ist deshalb eitel Heuchelei.

Dabei wundert es die Kenner der oftpreußischen ländlichen Ber­hältnisse gar nicht, daß die Ab wanderung der gesündesten und fräftigsten Landarbeiter immer größeren Umfang annimmt. Sie ziehen troh ihrer Heimatliebe die nicht rosigen Berhältnisse der west­lichen Industriegegenden Deutschlands   dem ostpreußischen Suntereldorado mit den erschreckend niedrigen Löhnen vor. die Großlandwirte holen sich polnische Arbeiter und tragen dadurch lieber zur Polonisierung der Provinz bei, als daß sie den eigenen Profit etwas schmälern ließen.

Reichsverband gegen Kartellbekämpfung.

Und

Der geschäftsführende Ausschuß der Kartellstelle des Reichs­verbandes der deutschen Industrie hat sich bekanntlich fehr eingehend mit den Maßnahmen der Reichsregierung gegen die Rartelle beschäftigt. Die ernsten Bedenten, die dort zum Aus­druck gebracht wurden, haben nunmehr den Vorstand des Reichs­perbandes veranlaßt, an den Reichstanzler ein Schreiben zu richten, worin die Stellungnahme des Reichsverbandes in dieser Angelegenheit deutlich und prägnant zum Ausdruck gebracht wird. Wie die Konjunktur Korrespondenz mitteilt, wird in diesem Schreiben auf den Widerspruch aufmertfam gemacht, der zwischen dem bekannten Rabinettsbeschluß zur Kartellfrage und der Busage des Reichswirtschaftsministers vom 20. Auguſt besteht, wonach man erst einmal abmarten wollte, welchen Erfolg die von der Wirtschaft selbst getroffenen Maßnahmen haben würden. Es war damals ausdrüdlich betont worden, daß erst nach diesen freiwilligen Aftionen nötigenfalls die Kartellperordnung in Anwendung gebracht werden sollte. Die Kabinettsbeschlüsse, die unmittelbar nach jener Erklärung des Reichswirtschaftsministeriums gefaßt wurden, tündigen aber ein sofartiges Boraehen auf Grund der Kartellver­

Schließlich wird in dem Schreiben der Reichstanzier darauf auf­mertsam gemacht, daß das Borgehen gegen die Kartelle eine gewisse Gefahr für die Wirtschaft bedeute.( 1) Besondere Misstimmung ist offenbar beim Reichsverband dadurch entstanden, daß die Regierung in der Frage der Goldmartfatturierung heute einen anderen Standpunkt einnimmt als vor wenigen Wochen,

Der Bruder des Präsidenten der ostpreußischen Landwirtschafts- ordnung an. fammer, Herr August Brandes zu Krausenhof, veröffentlichte fürzlich eine Rentabilitätsberechnung eines landwirtschaftlichen Be­triebes in der Georgine", dem Organ der Landwirtschaftskammer Citpreußen, in der er den Arbeiterbedarf bei 250 Settar auf 11 Deputanten, einschl. eines Kämmerers, 20 Hofgänger und 300 Frauenarbeitstage angab. An diese Arbeitskräfte märe nach dem Tarifvertrage für die oftpreußische Landwirtschaft an Bar- und Naturallohn zu zahlen:

Barlohn( einschl. Gespannzulage) an Deputanten und Kämmerer

Barlohn an 20 Hofgänger( je B AL. A, B, C weibt., und D.)

571 8entner Getreide à burchihnittlich 9 m., 154 rm Bolz= 770 8tr. Briketts à 1,40 2. Freie Kubbaltung für 11 Familien à 144 m. 11 Morgen Aderland à 54 m. 11 Wohnungen à 60 M.

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2085,-. 4643,60 m. 5139,- 1078,

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1584,

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594,

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660,-" 360, 500,-

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300 Frauenarbeitstage à durchschnittl. 1,20 m. Arbeitslohn f. Schmiede u. Stellmacherarbeiten Sa. 16648,60 W. Insgesamt Arbeitslohn für 250 ha=.. 66,57 oder je ha Der Lohnaufwand in der Nachkriegszeit entspricht somit nominell dem unteren Durchschnitt der Borkriegszeit. Stellt man aber den Geldwert der Naturalien einander gegen. über, so ergibt sich ein wesentlich anderes Bild. Es wurde schon gefagt, daß Professor Stalweit der Errechnung des Arbeitslohnauf wandes pro Hettar einen Getreidepreis von 6 Mark je Zentner zugrunde legte. In vorstehender Berechnung sind dagegen 9 Mart, also ein um 50 Broz. höherer Preis, angenommen. Das selbe Verhältnis dürfte bei den Preisen aller Naturalien herrschen, so daß bei zugrundelegung der heutigen Naturalienwerte der Ar. beitslohnaufwand in der Borfriegszeit fast 50 Broz. höher gewesen wäre, als er es jegt ist, wobei, wie gesagt, Lohnsteigerungen von 1900 bis 1914 unberücfichtigt geblieben find. Die Senkung des Arbeitslohnaufwandes ist in erster Linie auf die Sentung des Reallohnes

Wie die genannte Korrespondenz weiter mitteilt, ist die Kartell­stelle des Reichsverbandes der deutschen Industrie mit der Bor­bereitung einer größeren Dentschrift zur Kartellfrage befchäftigt.

Konzentration in der Kunstfeideindustrie. Bon gut unterrichte­ter Seite wird mitgeteilt: Zwischen der Intereffengemein­schaft der deutschen   Leerfabriten einerseits und der Bereinigten Glanzstoffabriten A.-G. und der J. P. Bemberg A.-G. andererseits find Berständigungen auf dem Gebiete der Kunstseide getroffen worden. Die Interessengemeinschaft und die Bereinigten Glangstoffabriken A.-G. haben gemeinschaftlich eine G. m. b. 5. unter dem Namen Aceta G. m. b. 5. zur Her­stellung von Kunstseide aus Acetyl- Bellulose( Acerat- Seide) gegrün­det. Die Fabrik wird in Lichtenberg   bei Berlin   errichtet. Auf dem Gebiet der Kupferfeide geht die Verständigung dahin, daß die J. B. Bemberg A.-G. als mitgesellschafterin in die Hoelfen- Seide G. m. b. H. eintritt, an der die Intereffengemeinschaft in erheblichem Umfange beteiligt ist.

Baumarkt und Ziegeleigewerbe. Die von den Unternehmern des Baugewerbes provozierte Lohnauseinandersetzung, die dieses Ge­merbe lange Zeit zum Stilliegen zwang, wirkt jetzt auch auf die Biegefeien start über. Im August blieb der Ablaß   an Mauer­ziegeln nach dem Bericht der Ziegelverkaufsvereinigungen um 20,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück; eine große Bahl der geplanten Bauten fonnte nicht in Angriff genommen wer den, so daß auch dadurch der Absatz litt. In den Ziegeleien und auf den Lagerplzen der Händler haben sich bereits starte Bestände an­gehäuft, die nicht so leicht mehr in diejer Saison zu verfaufen sein bürften, obwohl die Industrie sich in diesem Frühjahr nur auf die 45-50 prozentige Ausnuzung ihrer Anlagen

zurückzuführen. Dem Gau Ostpreußen   des Deutschen   Landarbeiter eingestellt hat!

Maggi Würze

altbewährt