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Sonntag, den 11. Oktober:

Flugblattverbreitung in allen Abteilungen Gr.- Berlins

Schwerindustrie und Saargebiet.

Ein Notschrei der Saar- Industrie.

Die Konjunktur- Rorrespondenz veröffentlicht aus Kreisen der Saarindustrie die folgende Zuschrift, die ein Rotschrei und ein, Proteft gegen die Machtansprüche der Schwerindustrie bei den deutsch - französischen Berhandlungen ist:

Mit der Kündigung des seinerzeit zwischen der deutschen , der französischen und der belgischen- luremburgischen Schwerindustrie ab­geschlossenen Luxemburger Abkommens über die französische Eisen­einfuhr nach Deutschland und der Nichtratifizierung des Saar­abkommens fehren die deutsch - französischen Verhandlungen zu ihrem ursprünglichen Ausgangspunkt zurück. Die Verhandlungen beinahe eines Jahres find also nuglos gewesen und haben die für den Abschluß eines Bertrages notwendige Stimmung nicht zu fchaffen vermocht. Es erscheint deshalb angezeigt, offen über die Rolle der deutschen Schwerindustrie in den bisherigen Berhandlungen zu sprechen. Wir Saarländer mußten mit wachsen dem Befremden feststellen, daß troz aller nationalen Beteuerungen seitens der deutschen Schwerindustrie unsere Interessen nicht immer genügend gewürdigt worden sind. Es hat besonders schmerzliche Empfindungen bei uns ausgelöst, daß unser zum mindesten mora. lisches Recht auf Rüdtehr des Saargebietes in das deutsche Reichs3ollgebiet vereinzelt aus Konkurrenz Uns find Aeußerungen in schrift. gründen bestritten wurde. lichen Eingaben bekanntgeworden, deren Kern man etwa wie folgt ausbrüden tann:

Bis zum 10. Januar 1925 litten wir unter faar. ländischer Konturrenz. Es wurde freudig von uns be grüßt, daß die Bestimmungen des Versailler Vertrages uns am 10. Januar von dieser Konkurrenz befreiten und wir empfinden es schmerzlich, daß man uns dieser erfreulichen Wirtung des Versailler Bertrages(!) wieder berauben will. Es handelt sich zwar um zahlreiche, aber doch vereinzelte Stimmen, und man wird sich hüten müssen daraus verallgemeinernde Schlüffe zu ziehen. Man fann ferner mit Genugtuung feststellen, daß zahlreiche andere Wirtschaftskreise gänzlich anderer Meinung find. Wohltuend hat es auch hier berührt, daß eine Industriefirma, deren Berband vielleicht die schärffte Agitation gegen das Saar­abkommen entfaltet hat, in deutlichem Abrücken von dieser Agita­tion schreibt: Kein vaterländisch eingestellter deutscher Geschäfts. mann wird es übelnehmen, daß die deutsche Reichsregierung die Industrie des Saargebietes derjenigen im befezten Deutschland gleichzustellen bedacht ist." Es bestätigt sich leider, daß die Meinung französischer Kreise, die deutsche Schwerinduftrie wolle lieber ganz auf einen Bertrag mit Frankreich verzichten, als ihre autonomen Zollfäße aufgeben, wenigstens für einen Teil der deutschen schwerindustriellen Kreise zutrifft. Wenn in den kommenden Verhandlungen nunmehr wirklich ein Provisorium zustande gebracht werden sollte, so wird man ab­warten müssen, ob dieses Provisorium die wesentlichen Fragen zwischen Deutschland und Frankreich regelt, oder aber ob es inhalt­lich nur so mager ausfällt, daß fast nur der Name und die Form des Handelsvertrages übrig bleibt Wir Saarländer stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß der Ab­schluß eines, sowohl für die innerdeutsche Wirtschaft als auch für die Saarwirtschaft günstigen Bertrages mit Frankreich nur dann möglich ist wenn der deutsche Eisen zoll der deutschen Dele gation als Rompensationsobjett zurüdgegeben und aus den privaten smerindustriellen Berhand. lungen ausgeschaltet wird. Wir im Saargebiet geben die Hoffnung nicht auf, daß es gerade dieser Reichsregierung nicht schwer fallen fann, die deutsche Schmerindustrie zum Nachgeben in der Eisenzollfrage zu bemegen, weil diese Wirtschaftsgruppe zu den parlamentarischen Stüßen des gegenwärtigen Reichstabinetts gehört.

stände.

Dem Abschluß gingen langwierige Berhandlungen voraus. Er ist im Interesse des deutschen Exportes zu begrüßen. Die Ruffen begründen die Notwendigkeit des Kredites damit, daß der Bedarf der Landwirtschaft an Geräten und an Textilien groß ist, daß aber der Auftauf der Ernte zu langsam vor sich geht, als daß man fofort Baren importieren fönnte. Zur Ueberbrüdung der Zeitspanne bis bis zum Auftauf der Ernte dient dieser Kredit, der auf den deutsch - russischen Warenverkehr von großem Einfluß sein wird.

stabilität scheint Dr. Schacht danach höher einschätzen zu dürfen als| In der Woche ist ein großer Teil dieser Kinos sehr schlecht besucht

die mancher Kreise in Deutschland die die Währung verdäch tigen, um von der selbst veranlaßten Teuerung abzulenten. Die sonstigen Veränderungen des Bilanzbildes der Reichsbanf gegen über der Vorwoche entsprechen im wesentlichen der zum Monats­wechsel gewohnten stärkeren Inanspruchnahme der Mittel der Reichs­bant. Besondere Erwähnung verdient nur die Zunahme des Best andes an Dedungsbevisen um 34,3 Mill, die in der Bestandes Hauptsache aus den Dollardevisen stammt, die die Rentenbant. trebitanstalt aus ihrem amerikanischen Kredit bei der Reichs bant eingewechselt hat.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man den Abschluß vom 30. September als Quartals abschluß dem letzten Monats­abschluß den beiden vorhergehenden Quartalsabschlüssen gegenüber ftellt:

Noten und Schulden

Reichsbanknotenumlauf.. Giroeinlagen der Wirtschaft Kredite an d. Wirtschaft Lombardkredite Wechselkredite Notendedung durch Gold durch Devisen zufammen.

3. Quart. Ende Aug. 2 Quart. 1 Quart. ( in millionen Mart) 2649 2595 2474 2315 620 743

701

564

56 1717

33 1765

46

1 691

27 1578

1175

319

1138 357

1494

1 496

1061 354 1415

1004 884 1338

56,4

57,7

57,2

57,8

?

5.000 5227 5 351

und nur am Sonnabend und Sonntag fönnen sie, wenn sie etwas Butes bieten, mit einem vollbesetzten Hause für alle drei Vorstellun­gen rechnen.

In den Kinos der Konzerne werden auch die Filme der aus= ländischen Gesellschaften vorgeführt. Man spielt jetzt mindestens zu 50 Proz. amerikanische Filme in deutschen Theatern. Die deutsche Filmproduktion ist einmal auf ausländische Filme an­gemiesen, weil sie gar nicht in der Lage ist, den Filmbedarf der deutschen Theater zu befriedigen und außerdem weil sie selbst ge= nötigt ist, ihre Filme im Ausland abzusetzen, denn nur der Absatz im Ausland macht die Filmproduktion rentabel.

Wie schon erwähnt, besteht infolge der hohen Theaterpreise eine starke Kinofreudigkeit; sie würde noch größer sein, wenn die Eintrittspreise des Rinos erschwinglicher für die große Masse mären. In Borfriegspreiszeiten war der Durchschnittspreis für einen Kinoplag 20 Pf. Nimmt man einen Teuerungsfaktor von 50 Proz. hinzu und dazu 15 Proz. Bergnügungssteuer, so ergibt das einen Preis von ungefähr 35 Pf. Es gibt heute aber in Deutschland kaum ein Kino, in dem nicht der Eintrittspreis mindestens das Doppelte beträgt. In den eleganteren Theatern bezahlt man für den schlechte­ften Platz mindestens 1 M. Das ist natürlich viel zu teuer und bringt die große Menge der Kinos um erhebliche Einnahmen. Es find eben die Verleihgebühren für die Filme noch zu teuer, und wenn die Herren Berleiher uns noch so viel vorrechnen werden, daß für sie die heutigen Verleiherpreise Berlustpreise sind, so wird man ihnen das doch nicht glauben fönnen.

Dedungsverhältnis burch Gold und Devisen(%) GesamtgeIdumlauf Die erste Verbindung mit ausländischen Konzernen in größerem Reichsbanknoten, Rentenbank fcheine, Br.- Banknoten, Münzen Umfange und von längerer Dauer war das Zusammengehen des Dann zeigt sich nämlich, wenn man die im ganzen sinkende efti. Konzerns mit der bekannten französischen Filmfirma Dann zeigt sich nämlich, wenn man die im ganzen sintende Pathé Frères . Westi ist eine Filmfirma, die aus der Zu­Kurve der Giroeinlagen der Wirtschaft der st ei genden Kurve sammenarbeit von Wengeroff, einem russischen Eisenkaufmann, und der Kreditgewährung an die Wirtschaft gegenüberstellt, eine ständig Stinnes entstanden ist. Sie operiert gemeinsam mit der Hugenberg zunehmende Beanspruchung der Reichsbankmittel. Diese Tendenz nahestehenden Deulig, sie schloß mit der Paladin in Ropen­wird verschärft durch die Abnahme der bei der Reichsbank depo- hagen eine Arbeitsgemeinschaft ab und übernahm die Herstellung nierten öffentlichen Gelder einerseits und der von öffent lichen Stellen aufgenommenen Reichsbankwechsel andererseits Ob es erlaubt ist, daraus schon den Schluß einer Anspannung des Reichsbankstatus zu ziehen, wie es naheliegt, ist fraglich. Der Schluß würde erst berechtigt sein( da die Reichsbank nicht nur Kredit, sondern auch Notenbant ist, die sich durch Notenausgabe Luft schaffen darf), wenn die Vermehrung der Wirtschaftskredite eine unsolide wäre, auf die hin die Mehrausgabe von Noten erfolgt.

Die Steigerung des Notenumlaufs, die gegenüber dem 1. Vierteljahresabschluß immerhin 334 mill, oder 14 Broz. be­trägt, ist auf jeden Fall eine Folge der erweiterten rebit. gewährung. Auch wenn man den steigenden Anteil des Ab­rechnungs- und bargeldlosen Zahlungsverkehrs mit in Rechnung setzt, dürfte die zweifellos steigende Tendenz der Umfäße in der deutschen Volkswirtschaft die ersichtliche Vermehrung der Zahlungs­deutschen Volkswirtschaft die ersichtliche Bermehrung der Zahlungs. mittel noch rechtfertigen.

Die Notendedung durch Gold ist sowohl gegenüber dem Bormonat als auch gegenüber dem 2, und 1. Quartal verstärft. Die Devisendecke ist verkürzt. Die Gesamtbedung bleibt jedoch mit 1494 Mill. um 79 Mill. höher als am zweiten, und um 156 Mill. höher als am ersten Vierteljahresabschluß. Das Deckungs. verhältnis beträgt 56,4 Proz. Es ist an sich sehr hoch, aber doch niedriger als an den vorhergehenden Quartalsschlüffen.

Aus der Filmindustrie.

Der deutsche Kredit für Rußland . Benn die Filmindustrie unter der Stabilisierungsfrise erheblich Nach einer Meldung von ruffischer Seite ist das geplante mehr gelitten hat als viele andere Gewerbe, so liegt das in erster Rreditgeschäft zwischen der ruffischen Staatsbant und einer Linie an der langen Umschlagsfrist, die ein Film durch­Linie an der langen Umschlagsfrist, die ein Film durch Gruppe deutscher Großbanken zum Abschluß gekommen. Zur Finanzumachen hat. Es dauert eine geraume Zeit, im Durchschnitt zierung der Einfuhr deutscher Waren nach Rußland gibt das Ron- 3 Monate, che ein Film fertigestellt ist; die Kapitalinvestierungen, fortium 75 millionen Mart, die eine Wareneinfuhr in Höhe die für einen derartigen Film gemacht werden müssen, müssen in von 100 Millionen Mart ermöglichen sollen. Zum Import nach bar erfolgen, denn ein großer Teil der Kosten der Filmprodut. Rußland bestimmt sind vor allem Maschinen und Gebrauchsgegen- tion fällt auf die Löhne und Gehälter derjenigen, die bei der Pro­duktion eines Films beschäftigt sind. Aus diesem Grunde ist es begreiflich, daß ein großer Teil der Filmproduzenten in der Stabili fierungskrisis ihr Dasein beendet hat und daß noch ein weiterer Teil der in der Inflation entstandenen Firmen ihr Leben wird lassen müssen. Aber auch die übrigen sind nicht auf Rosen gebettet. Um sich die für die Filmherstellung notwendigen Mittel zu ver­schaffen, haben sie sich nach ausländischen Geldgebern umsehen müssen, und zwar geschah die ausländische Finanzierung gewöhnlich durch Amerika . Die amerikanischen Filmproduzenten schlossen mit den Leihfirmen, die an eine deutsche Produktionsfilm gesellschaft angegliedert war, Leihverträge. Den Filmprodu­zenten Deutschlands stand aber noch eine andere Geldquelle zur Verfügung. Die Idee der Produktionsgesellschaften, sich Theater an­zugliedern, die ihnen einmal die Möglichkeit gaben, ihre Filme der breiten Deffentlichkeit zu zeigen, außerdem ihnen damit ein gewiffes Absatzgebiet verschafften und ihnen ferner erhebliche Einnahmen in bar erbrachten, machte immer mehr Schule. Die Ufa verfügt über eine Reihe von Aufführungstheatern nicht bloß in Berlin , sondern auch in der Provinz, ebenso hat sich der Phöbus- Konzern eine Reihe von Uraufführungstheatern in Berlin und in der Pro­ving gesichert. Auch die Terra bedient sich derselben Mittel und neuerdings versucht sich auch die National- Filmgesellschaft auf diese Weise Absatzgebiete für ihre Films sich zu verschaffen. Allerdings ist es sehr zweifelhaft, ob diejenigen Konzerne, die über nur wenige Theater verfügen, in der Lage sein werden, die recht beträchtlichen Untoften herauszuholen. Man darf nämlich nicht übersehen, daß die Filmtheater, besonders diejenigen, die mit den über dem Durchschnitt stehenden Eintrittspreisen arbeiten und dazu zählen fast alle Filmtheater der Konzerne fich nicht bloß damit begnügen tönnen, ihren Film abrollen zu laffen, sondern, daß sie, um das Publikum heranzuziehen, in einer Bühnenschau artistische Dar bietungen, Rabarettporträge oder fleine Theaterstücke bieten müſſen.

Daß bei seinem Zustandekommen handelspolitische Gründe mitgewirkt haben, liegt auf der Hand. Zum mindesten mar von großem Einfluß die Tatsache, daß beide Länder bemüht find, ihre Handelsbeziehungen wieder aufzubauen und einen Handels­vertrag abzuschließen, der in feinen großen Umriffen bekanntlich bereits feststeht.

Die russische Staatsbant ist bemüht, auch mit den großen Finanzgruppn anderer Länder- Italien , Frankreich , Tschecho flowatei ähnliche Kreditverträge zustande zu bringen.

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Das Vierteljahrsende bei der Reichsbank. Der Wochen ausweis der Reichsbant zum 30. September zeigt in einem Bosten eine starke Veränderung. Man darf sie als Rom­mentar auffassen zu einer Rede des Reichsbantpräsiden ten Dr. Schacht am 5. Oktober in Karlsruhe , in der er die Stabili. tät der Reichsmartwährung nachdrücklich unterstrich. Aus dem Gold­depot, das im Auslande, hauptsächlich in London , von der Reichs­bant unterhalten wird, wurden für 30 Millionen Reichsmart Gold in die Berliner Tresors übergeführt, so daß bei ausländischen Zentralnoten banten nur mehr 98,6 mill. Golddepots aus. gewiesen werden. Die Zuversicht des Auslandes in die Währungs­

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der bekannten Pat und Bautachon Filme. Die Westi vereinigte sich mit der Vita- Filmgesellschaft in Wien , diese verfügt über die besten österreichischen Fabrikationsanlagen und besitzt ein gut organisiertes Bertriebsnetz auf dem Weltmarkt. Mit dem Bathé Film gründete sie die Dachgesellschaft Pathé Wefti; durch diese wurde die Verteilung der beiderseitigen Produktion auf dem internationalen Markt geregelt. Die Westi geriet in Schwierigkeiten, ihr wurden die Kredite gefündigt, ihre deutsche Produktion mußte sie zeitweise still­legen. Bei der Ufa lagen die Dinge ähnlich. Sie erwarb von der tion und erhielt damit eine moderne großzügig ausgestaltete Kopier­Landlicht A.-G. die Majorität der Aktiengesellschaft für Filmfabrika­anſtalt. Die Züricher Helvetia - Film A.-G., an deren Gründung sie sich beteiligte, war dazu bestimmt, den Filmvertrieb im europäischen Auslande zu propagandieren. Die Ufa traf Abmachungen mit einer Reihe amerikanischer Gesellschaften, mit der Famous Players Lasty, mit der Metro- Goldwyn , mit der Firma Warner Brothers und der First National Film Com pagnie, um auf diese Weise den deutschen Markt vor Ueber­flutungen mit amerikanischen Films zu schützen. Die Ufa erhält das Recht, die Gesamtproduktion der amerikanischen Gruppen in Deutsch­ land zu verteilen. Die Terra Film A.-G. hat mit der United Artist in New York einen Vertrag geschlossen, der den Film vertrieb der beiden Firmen gemeinsam organisiert.

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Aus alledem ist ersichtlich, daß es auch den Firmen darauf antommt, die Regelung des deutschen und ausländischen Film­marttes in ihrer Hand zu haben, und wenn vorerst auch die Ansäge 34 Truft- und Konzernbildungen in der Filmindustrie, weil sie noch zu zersplittert ist, sehr schwach sind, ähnlich wie in allen anderen Industrien, wird diese Entwicklung in dem Maße ihren Fortgang finden, in dem die kleinen und fleinsten Filmunternehmungen in­folge ihrer ungünstigen finanziellen Boſition verschwinden. Dann ist der Weg auch in der Filmindustrie für größere Konzern- und Truftbildungen frei.

Allgemeine Bau- Afiengesellschaft. In der Generalversammlung dieser Gesellschaft, die eine Dividende von 8 Proz. zur Verteilung bringt, wurde mitgeteilt, daß die Aussichten des Baumarktes zurzeit günstige seien. Die Gesellschaft sei mit Aufträgen von Behörden und von der Großindustrie reichlich versehen, so daß auch für das laufende Geschäftsjahr ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erwarten sei. Eine Schmälerung könnte das Ergebnis durch den Bauarbeiter. streit erfahren, der zu einer langen Bause in den Arbeiten des Unternehmens geführt habe, Arbeiten, die jetzt nachgeholt werden müssen. Es ist interessant, daß eine Gesellschaft des Gewerbes, das fich über die hohen Arbeiterforderungen betlagte und erst durch einen langen Streit gezwungen werden mußte, ihren Arbeitern bessere Arbeitsbedingungen zu gewähren, in der Lage ist, im Gegensatz zu den meisten anderen Aktiengesellschaften eine immerhin ganz beträcht­liche Dividende zu zahlen. Also scheinen doch die Bauarbeiterlöhne trop Erhöhung nicht so hoch zu sein, daß sie das Gewinnergebnis ungünstig beeinflussen könnten. Das zeigt wieder einmal deutlich, was von dem Geschrei der Unternehmer über Lohnforderungen zu halten ist.

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