Gegenwärtig hängt in einem Pavillon der Mailänder Aus stellung eine Landkarte, auf der eine gelbe Linie ganz Dal matien fühn umfassend, als die natürliche Grenze Italiens " angegeben ist, und durch Zeitungen und in Bereinen, in Boltsschulen und auf Universitäten wird von privaten, offiziöfen und offiziellen Stellen ohne Unterlaß der jungen Generation in die Köpfe gehämmert, daß Dalmatien mit Italien eine gottgewollte Einheit bilde, daß Dalmatien an Italien fallen müsse.
Angesichts so bedrohlicher Tatsachen betrachtet das füdslamische Bolt den Bersuch, durch die Konventionen Don Nettuno den italienischen Ausdehnungstendenzen noch ein Sprungbrett hinzuschieben, mit mehr als gemischten Gefühlen. Dieses Abkommen wird ihm um so eher zum Sinnbild für die ewige Bergewaltigung der Kleinen durch die Großen, als auch nach dem Eingeständnis der ,, Times" hierbei der Drud der englischen Finanzleute, von denen Südslawien eine dringend nötige Anleihe erwartet, auf die Belgrader Regierung mirksam geworden ist. Der italienische Faschismus im Bunde mit dem britischen Im perialismus gegen den füdslawischen Kleinbauern so sieht im Grunde das Problem aus, und immer wieder wird es, wie eben jetzt, zu Konflikten, zu Zusammenstößen, zu Be drohungen des europäischen Friedens führen, wenigstens folange Italien ein Irrenhaus mit umgekehrtem Vorzeichen ist, in dem gemeingefährliche Narren die vernünftigen und besonnenen Clemente der Nation unter Berschluß und Terror
haften.
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Koalition?- Opposition? Mußerordentlicher Parteitag oder Entscheidung durch die Frattion?
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Die Prawda" Deröffentlicht den Entimurf eines neuen Bro-! Für Länder mit hoher tapitalistischer Entwidlung, wie die gramms der Kommunistischen Internationale, der am 25. Mai d. J. von der Programmkommission des Etti angenommen worden ist. Der Entwurf, der in der Bramba" nicht weniger als 22 Spalten zu 200 Zeilen füllt, stellt, was Länge betrifft, auch für fommunistische Verhältnisse eine Refordleistung dar.
PT
Dieser Entwurf, für den sechsten Kongreß der Kommunistischen Internationale bestimmt, enthält neben Altbekanntem auch manches Erwähnenswerte. Er bedeutet den Sieg jener Richtung inner balb des ruffischen Stommunismus, die ihre Soffnungen auf die Beltrevolution fest, versucht aber gleichzeitig ein Kompromis, indem er den Bersuch macht, sich den jeweiligen Verhältnissen in den verschiedenen Ländern anzupassen.
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Nach einigen einleitenden Beschimpfungen der Sozialdemofratie ,, die vom Imperialismus forrumpierte und de= moralisierte Spitze der Arbeiterbewegung" wird ausein andergesetzt, daß die Revolution den Bedingungen des Kapitalismus entspringt. Die Ungleichmäßigkeit seiner Entwidlung ist aber ein unbedingtes Gefeß des Kapitalismus . Deshalb tann die inter nationale Revolution des Proletariats nicht als eine ein
malige und allgemein durchgeführte einheitliche Aktion betrachtet werden. Daraus folgt, daß der Sieg des Sozialismus zuerst in wenigen, ja selbst auch bloß in einem fapitalistischen Lande vollzogen werden kann.( Diese Möglichkeit wurde früher geleugnet, die orthodoxen Leninisten in Deutschland leugnen sie auch jetzt noch.)
Im zweiten Abschnitt des Programms wird die allgemeine Krisis des Kapitalismus und die erste Phase der Weltrevolution be fprochen. Die„ Verräterrolle" der Sozialdemokratie wird ausführ, lich dargestellt.
In verschiedenen sächsischen Parteiblättern wird an dem Leitauffaz des„ Borwärts" vom letzten Sonntag lebhafte Kritik geübt. Die Kritiker glauben aus diesem Auffah herauslefen zu können, daß wir den Eintritt der Partei in eine Re- Aus dem dritten Abschnitt, der von dem Endziel der Kommugierung der Großen Koalition ohne Bedingunnistischen Internationale handelt, erfährt man, daß der Kommu= gen befürworten. Sie unterliegen damit einer Suggestion, nismus als geschichtliche Boraussetzung des Stadiums des So die von der demokratischen Bresse ausgeht, für die der Bor- zialismus bedarf. Hier entsteigt die kommunistische Gesellmärts" aber nicht verantwortlich ist. Dieser hat schon am schaft erst der kapitalistischen Weltordnung und ist mit allen Malen 23. Mai davor gewarnt, die Große Koalition als die, Patent diefer alten Gesellschaft bededt, sowohl in wirtschaftlicher als molösung" zu proklamieren und damit die Vorstellung zu er- ralischer und geistiger Hinsicht. zeugen, als stände alles, was wird oder nicht wird, im Belieben der Volkspartei. Inzwischen hat auch der Reichstags präsident Genosse Löbe in seiner gestrigen Besprechung mit dem Reichspräsidenten den gleichen Standpunkt vertreten. Die Große Koalition ist eine der vorhandenen Möglichkeiten, aber nicht die einzige. Selbstverständlich sind wir der Meinung, daß man der Sozialdemokratie, die zur Füh rung bei der Regierungsbildung berufen ist, nicht eine von vornherein gebundene Marschroute mitgeben darf.
Ebenso mißverständlich ist die Auffassung, wir wollten einen bedingungslosen" Eintritt in eine fünftige Roalitionsregierung. Man muß sich doch vorstellen, wie sich solche Dinge in der Wirklichkeit abspielen: Selbstverständlich wird der Sozialdemokrat, der den Auftrag zur Regierungsbildung übernimmt, und der daran verschiedene Mitglieder bürgerlicher Parteien zum Mittun auffordert, sagen müssen, mie er sich das Regieren vorstellt. Man wird versuchen, sich darüber zu verständigen, was zunächst einmal zu tun und was zu unterlassen ist. Aus diesen Be sprechungen wird sich dann ergeben, welche Koalition und ob überhaupt eine gebildet werden kann. Wovor wir warnten, das war der Versuch, in weitausgesponnenen Berhandlungen von Fraktion zu Fraktion ein allumfassendes Programm auszuarbeiten, das die Parteien für unbegrenzte Zeit festlegen soll. Wenn man aus Angst, es tönnte sonst zu einer Krise fommen, alles im voraus regeln will, regelt man in Wirklich feit gar nichts, und alles bleibt in allgemeinen Redens arten stecken. Abschreckende Beispiele gibt es da wahrhaftig genug!
Wenn ab und zu die Meinung vertreten wird, die Sozialdemokratie müsse, solange sie nicht allein regieren fönne, unter allen Umständen in der Opposition bleiben, so ergibt sich sofort die Frage, gegen men Oppofition gemacht werden foll? Dazu gehört doch unter allen Umständen eine Regierung, gegen die man Opposition machen fann! Wenn aber die nicht zu finden ist was dann? Kann feine Regierung gebildet werden, dann haben wir den Berfall der parlamentarischen Demokratie und spielen das Spiel der Diftatur und des Faschismus. Daß die deutsche Arbeiterklasse schließlich auch damit fertig werden kann, bezweifeln wir nicht; nur wieviel Opfer auf einem solchen Umweg liegenbleiben könnten, und wie weit er uns zurückwerfen würde, weiß feiner.
Bon einigen Parteibezirken und Parteiblättern wird ein außerordentlicher Parteitag gefordert, um diesen ganzen Fragenkompler zu besprechen. Aller Wahrscheinlich. feit nach würde dieser außerordentliche Parteitag zu dem Schluß kommen, daß er der neugewählten Fraktion der 152 ihre Verantwortung nicht abnehmen kann. Dies um so meniger, als ber 3eitpunft, zu dem die Verhandlungen soweit sein werden, daß ein entscheidendes Ja oder Nein gesprochen werden tann, fich im voraus gar nicht absehen läßt. Die Fraktion wird also dieses Ja oder Nein zu sprechen haben, und auch bei dieser Entscheidung wird nichts anderes bestimmend sein, als der Wunsch, ben arbeitenden Maffen mit allen Kräften zu dienen.
Das Zentrum berät.
Die Sigung des Zentrumsparteivorstandes beschäftigte sich gestern abend mehr mit inneren Barteifragen als mit der politischen Lage und der Koalitionsbildung. Man war der Meinung, daß die Entscheidung über die Regierungsbildung im Reiche im wesentlichen der Reichstagsfraktion, in Preußen der preußischen wesentlichen der Reichstagsfraktion, in Preußen der preußischen Landtagsfraktion des Zentrums überlassen werden müsse. Die Beratungen werden heute gemeinsam mit den Fraktionsvorständen der Reichstags und der preußischen Landtagsfraktion sowie mit den Reichs- und Landesparteisekretären fortgesetzt werden. Nach Abschluß der Beratungen ist ein parteioffiziöses Kommuniqué zu erwarten.
Adolf Köfter verläßt Riga . Der deutsche Gesandte Genosse Dr. Röfter hat gestern bem Staatspräsidenten sein Ab= berufungsschreiben überreicht.
Saftbefehl gegen Straffer. Der Oberstaatsanwalt in Mannheim hat gegen den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Gregor Strasser einen Saftbefehl erlassen. Strasser mar vor dem Mannheimer Schöffengericht wegen Beleidigung der Reichsfarben angeflagt, ohne jedoch zu erscheinen,
Der vierte Abschnitt ist der llebergangsphase vom Kapitalis mus zum Sozialismus und der Diktatur des Proletariats gewid. met. Es folgt eine detaillierte Aufzählung der hauptsächlichsten Aufgaben der proietarischen Diktatur. Es werden hier behandelt die Industrie, der Transport, Telegraph, Telephon, Radio, die Landwirtschaft; der Handel und Kredit; die sogenannte geistige Produktion; der Wohnungsfonds; der Arbeitstag und die Ueber nahme der Wirtschaftsführung durch die Arbeiter. Hier verwerten die Autoren des Programms die schlimmen Erfahrungen, die die Somjet regierung während der zehn Jahre ihres Bestehens gemacht, und die Rückschläge, die sie insbesondere in be zug auf die Bauernschaft erlitten hat. Hier macht man
Bereinigten Staaten Ameritas, Deutschland und England, wird die Forderung des diretten lleberganges zur„ Diftatur des Proletariats" gestellt. In Ländern mit mittlerer fapita liftischer Entwicklung, wie Rußland bis vor 1917 oder Polen , wo noch Reste feudaler Berhältnisse in der Landwirtschaft bestehen und nur eine geringe Industrie vorhanden ist, wo die bürgerliche Demo frafie ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, tann sich je nachdent eine schnelle Umwandlung der bürgerlich- demokratischen Revolution in eine sozialistische Revolution vollziehen oder
auch eine längere Zeit dazu erforderlich sein. In den kolonialen und halbkolonialen Ländern ist jedoch der lleber gang zur Diftatur des Proletariats mur über eine Reihe von vor bereiten den Stadien zu erreichen.
Es folgt der fünfte Abschnitt: Von der Dittatur des Prole tariats in Sowjetrußland und der internationalen fozialistischen Revolution. Rußland, so wird auseinandergesetzt, wird unter der Bedingung der allgemeinen Krisis des Kapitalismus zum mäch tigen Hebel für die internationale Revolution. Zu gleicher Zeit
ist es aber gezwungen,
Die Chaht
durch geschicktes Manövrieren die wirtschaftlichen Beziehungen mit den fapitalistischen Staaten auszunutzen. Die Gefahr der militärischen Intervention wird als sietig wachsend dargestellt. Aber der militärische Angriff auf Sowjetrußland werde uncusbleiblich zu einer mächtigen revolutionären Explosion führen, die berufen ist, den Kapitalismus in einer Reihe non sogenannten zivilisierten Ländern zu begraben. Die Frage, wie sich die Dinge gestalten werden, wenn der Kapitalismus auf die Intervention und damit auf seinen militärischen Selbstmord verzichtet, wird offent gelaffen.
Schließlich der letzte Abschnitt: Die Strategie und die Taftif der Kommunistischen Internationale ". Ser setzt man sich eingehend mit dem Anarchismus, dem revolutionären Syndikalismus, den tonftaut tiven Sozialismus, dem Gildensozialismus und mit der Sozialdemo fratie auseinander. Die„ linfen " Sozialdemokraten werden übrigens für noch viel schlimmer erflärt als die ,, rechten". Tattisch gesehen, so wird weiter ausgeführt, muß die Kommunistische Partei in jedem einzelnen Falle die konkreten inneren und äußeren Verhältnisse in Rechnung ziehen. Angesichts eines revolutionären Aufschwunges, wenn die herrschenden Klassen desorganisiert sind, wenn die Massen fich im Zustande der revolutionären Gärung befinden, wenn die Mittelschichten zur Seite des Proletariats hinneigen, wenn die Massen bereit sind zur Aktion und zu Opfern, da stellt sich vor die Kommunistische Partei des Proletarials die Aufgabe, es in die dirette Attade auf den bürgerlichen Staat zu führen. Die Massen müssen aber an die revolutionären Pofitionen in einer Weise herangebracht werden, daß sie aus eigener Erfahrung sich von der Richtigfeit der Partellinie überzeugen. Die Nichterfüllung dieser Forderung führt unausbleiblich zur Loslösung der Massen von der Führung, zum Puffchismus und zur ideologischen Ausartung in linken Doffrinarismus
Konzeffionen an das Eigentumsbewußtsein der Bauern und trägt den mangelnden organisatorischen Fähigkeiten des Bro letariats, wie sie sich in Rußland zeigten, Rechnung. Um die fleinbürgerlichen Elemente nicht vor den Kopf zu stoßen, soll der freie handel in gemiffen Grenzen aufrechterhalten bleiben. und fleinbürgerlichen ultralinten Avanturismus( Abenteuerfinn). Die technischen und wirtschaftlichen Vorteile der sozialisierten Broehlt der revolutionäre Aufschwung, fo find die kommunistischen duftion und die Sentralisierung aller wichtigster leitender Wirtschafts Barieien verpflichtet, von den täglichen Bedürfnissen ber stellungen in den Händen des proletarischen Staates usw. führen Arbeitenden ausgehend, Teilparolen aufzustellen. Die Absage port bei einer richtigen Politit der proletarischen Diktatur zum ständigen solchen Teilforderungen ist mit den taktischen Grundsäzen des Komund systematischen Hinausdrängen der Reste des Privatfapitals. munismus unvereinbar, da sie die Partei zur Paffivität perurteilt dheinbar tapitalistische( 1) Formen und Me. und die Massen von ihr loslöst. thoden der Wirtschaftstätigteit werden in Wirt. lichkeit zu Hebeln der fapitalistischen Umwälzung. Was für Reformisten" diese Revolutionäre!
Kirche oder Parteifiliale?
Die evangelische Kirche putscht gegen die Behörden auf.
Die evangelische Kirche in Pommern scheint den Boden der politischen Neutralität endgültig und ganz offen verlassen zu wollen. Der Wahlbeeinflussung von höchster Stelle folgt jetzt ein zweiter Uebergriff. Mitte Juni finden in Breußen Elternbeirats mahlen statt. Es stehen sich der Hauptsache nach zwet Richtungen gegenüber: die Schulfortschrittler und die Schulreaktionäre. Die Reaktionäre, hinter denen sich vor allem die Deutschnatio nalen verstecken, haben auch ihre Methoden den Deutschnationalen entlehnt. Sie nennen sich, indem sie auf die Gedankenlosigkeit der Eltern spekulieren, dhristlich- unpolitis. In Stettin wer ben mun die Eltern schulpflichtiger Kinder mit einem pfarramt It en Rundschreiben beehrt, in ben die Parole ausgegeben wird: Wählt christlich- unpolitisch!" Ein neuer Versuch, auch hier die Wähler unter Mißbrauch der Kirche in das deutschnational- reattio: nare Lager zu preffen!
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Das Schreiben ist auch noch in anderer Hinsicht interessant. Es beginnt mit der Versicherung, daß die evangelische Kirche durch die veränderten Verhältniffe genötigt wird, fich nun noch um die Schulen besonders zu kümmern". Beiter heißt es: Es ist leider nicht mehr fo, daß Eltern, gleichzeitig oder vertrauensvoll den Behörden alle kommenden Geschehnisse überlassen können."
Der Entwurf läuft aus in die Schlußjäße des Kommunistischen Manifests von Marg und Engels, die beide leider nicht mehr imftande sind, fich gegen diesen barbarischen Mißbrauch zu mehren.
daß der Erlaß des Innenministers notwendig war, es läßt es auch als wünschenswert erscheinen, daß derartige Nachprüfungen an möglichst vielen Orten angestellt werden.
Osnabrüd zählt 83 Wahllofale. Die Sozialdemokratische Partei erzielte in 58 von diesen 83 Lokalen die höchste Stimmen zahl, darunter in 11 bie absolute Majorität. Daneben konnte das 3entrum nur in 15, die Deutsche Volkspartei mur in 10 Lotalen die höchste Stimmenzahl auf sich ziehen. Die absolute Majorität erhielt von allen anderen Parteien mur noch das Zentrum in zwei Lofalen. Sozialdemokratische Wahlvorsteher fonnten aber trot forgfältiger Rachforschungen nur in zwei, höchstens drei Wahllokalen festgestellt werden! Weiter ergab sich, daß in einem Teil der Wahllokale, darunter solchen, in denen der Sozialdemokratie die absolute Mehrheit zufiel, unter dem Wahlvorstand nicht ein einziger Sozialdemokrat war. Die Ausrede, daß man den Wahlausfall nicht habe Doraussehen tönnen, verfängt nicht, da die Sozialdemokratie im Dezember 1924 14 079 Stimmen( gegen 15 522 Stimmen bei ber jezigen Wahl) hatte, so daß sie unter Zugrundelegung dieser Wahlen nach der amtlichen Anweisung Anspruch auf 27 der 83 Wahlvors steherposten erheben durfte.
Es heißt also auch in dieser Hinsicht: Augen auf! Bielleicht laffen fich auch andernorts noch dementsprechende Feststellungen machen. Sie werden für fünftige Wahlen Fingerzeige geben.
Oskar Gecks Beisehung.
Mannheim , 31. Mai. ( Eigenbericht.) Der am Pfingstmontag an den Folgen einer Gallensteinopera Ged murde am Donnerstagnachmittag unter großer Anteilnahme weiter Bevölkerungsfreise zur letzten Ruhe bestattet. Für den
Selbst wenn der Keudelische Entwurf Gesez geworden märe, hätte die Kirche nicht das Recht gehabt, sich um die Schule zu fümmern". Auch nach diesem Entwurf wäre die Schule Sache des Staates und der Erziehungsberechtigten gewesen, wobei auf ein Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Erauf ein Bertrauensverhältnis zwischen Staat und Ertion verstorbene sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Ostar ziehungsberechtigten besonderes Gewicht gelegt wurde. Das pfarr amtliche Rundschreiben fündigt nicht nur eine Einwirkung über den nicht zum Gesez gewordenen Entwurf hinaus on, sondern es macht auch den direkten Versuch, die Erziehungsberechtigten gegen den Staat aufzuheßen.
Der Staat wird diese Entwicklung einer Kirche mit größerer Aufmerksamkeit als bisher verfolgen müssen!
Barteivorstand sprach er mann Müller am Sarge des Berstorbenen die legten Abschiedsmorte; außerdem widmeten ihm der Oberbürgermeister der Stadt Mannheim , Bertreter des badischen Landesvorstandes, des Ortsvereins sowie der Gemertschaften herzliche Borte des Gedenkens. Auch das Reichsbanner beteiligte sich an der Trauerfeier auf der Freitreppe des Krematoriums. Der
Parteistärke und Wahlvorstand. Sarg war in rates Fahnentuch eingeschlagen und mit roten Kränzen
Notwendige Nachforschungen. 1522
Der preußische Innenminister hat vor den Wahlen die Un weifung gegeben, bei der Besetzung der Wahlborstände in den einzelnen Bahllokalen die Stärke der Parteien zu berüd. fichtigen. In Osnabrüd ist nun von sozialdemokratischer Seite nachgeprüft worden, wie der Magistrat diese Anweisung befolgt hat. Das Resultat der Nachprüfung ist überraschend. Es zeigt nicht mur,
und Blumen bedeckt.
Die effländische Regierung erklärt sich bereit in einer Note an den deutschen Gesandten mit ben enteigneten Großgrumb befizern über ihre Entschädigung zu verhandeln.
Ungarische Reform. Das neue ungarische Militärstrafgesetz wird als große Reform des seit Maria Theresia bestehenden jezigen Rechts ausgegeben: statt auf Sinrichtung fann bei Fahnenflucht im Kriege auf Stod prügel erkannt werden.