nis, da sie die meisten Karten gefälscht hatten, auf den dritten tamen drei Monate und auf den mehrfach Vorbestraften vier Monate. Doch wurde allen eine Bewährungsfrist bis zum 30. September 1931 auerfannt, da fämtliche heute in Dauerarbeitsstellungen sich befinden. Man wird mit dieser Art, die zunächst wohl aus Not wegen ArbeitsIofigfeit angefangenen, dann aber aus Freude über den gelungenen Betrug fortgesetzten Vergehen zu bestrafen, einverstanden sein können. Besonders erfreulich ist, daß kein Beamter an diesen Dingen teilgehabt hat.
Die Folgen eines Zusammenstoßes.
Gieben Verlegie.
Ein Motorradfahrer, der 26jährige Feuerwehrmann Kurt Sucker aus der Triftstraße 44, wurde beim Ueberfahren der Straßenfreuzung von einem Privatauto erfaßt und in eine Gruppe von Passanten geschleudert, die gerade den Fahrdamm überichreiten wollte. Der Motorradfahrer und sechs Bassanten wurden dabei erheblich verlegt und mußten ins Birchow Krankenhaus gebracht werden. Während Suder im Krankenhause verbleiben mußte, fonnten die übrigen Berlegten nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung..
Die Neuköllner Abteilungen der Sozialdemo fratischen Partei nahmen am Montag abend in einer Mit gliederversammlung zum Bau des Panzerfreuzers Stellung. Der große Saal von Kliems Festsälen in der Hasenheide war bis auf den letzten Platz gefüllt.
dort ist es eine Frage von Macht auf meite Sicht. Bir sind eingeschworene Gegner des Militarismus, und darum durfte es feine Ausnahme geben. Wenn wir diese Frage vor die Deffentlichkeit getragen hätten, wäre sicher das Echo so start gewesen, daß der Machtwille der Volkspartei sich nicht hätte durchsetzen können. hätten, wäre es doch keine Niederlage der Partei geworden. Im Selbst wenn wir aber in dieser Frage eine Niederlage erlitten Gegenteil, mir hätten stärkeres Vertrauen in den Massen erworben.
Wir können nur in einer Regierung fizzen, in der wir uns durchsetzen. Wir wollen, daß wir Politik machen, nicht, daß die anderen mit uns ihre Klassenpolitif machen. Wir fordern darumt den Parteitag und eine feste Bindung der Fraktion und Minister, daß sie gegen die zweite Rate stimmen. Die Argumente der KPD . machen auf uns feinen Eindruck. Diefe Partei hat mit ihrer Aufrüftung in Rußland das Recht verwirkt, über den Friedenswillen anderer zu urteilen. Trog aller Kritik wollen wir alle Kräfte zusammentragen, um den Machtwillen zum Ausdruck zu bringen. Keine Lauheit! Troh Opposition die eine Parole: Alles für die Partei, damit sie mächtig werde.
Nach kurzen Eröffnungsworten durch den Kreisvorsitzenden, Im Norden Berlins , an der Ede See- und Afrika - Landtagsabgeordneten Harnisch, nahm Reichstagsabgeordneter nischen Straße, ereignete fich gestern abend ein folgen- 2öwenstein das Wort zu seinem Referat. Er führte aus: schwerer Unfall, bei dem sieben Personen Ber - Nie ist der Wille zum Frieden in der Partei stärker zum Ausdruc legungen erlitten. gefommen, als in dem Augenblic, wo durch Zustimmung sozial demokratischer Minister der Panzerfreuzer A gebaut wird. Die Sozialdemokratie hat jezt die Aufgabe, unter Klarster Herausftellung der Dinge, die geschehen sind, unsere zukünftige Bolitit eindeutig zu bestimmen. Wir haben gegen die Bürgerbled regierung gefämpft mit dem Ziel, an deren Stelle eine zu sehen, die soziale Aufgaben löst und nicht Panzerfreuzer baut. Bir wollen auch keine Regierung, die das Programm der Bürgerblod regierung durchführt. Bei der Frage des Panzerfreuzers hätten die von der Wählerschaft in den Reichstag entsandten Abgeordneten nicht ausgeschaltet werden dürfen. Solche Taten müssen getragen werden nicht von der Verantwortung einzelner, sondern von der Verantwortung der Parteiführung. Wir wissen, daß die Preisbildung und die Lohngestaltung von politischen Faktoren abhängig ist. Darum haben wir uns das Zial gesezt: viel Macht im Staat und über den Staat zu gewinnen. Die Partei war einig, daß nach einem Wahlsieg, den die Sozialdemokratie errungen hatte, wir auch die Regierung mitübernehmen müssen. Wir sind für den Eintritt in die Regierung gewesen, weil wir glaubten, dann am besten die Aufrüftung der Reaktion bekämpfen zu können. Wir wollten auch eine Regierung von Dauer, aber nur dann, wenn wir uns in ihr mit unserem Programm durchsetzen könnten. In der Frage des Panzerfreuzers haben die Minister den Rückzug nicht vor einer Niederlage, sondern alle Folgen hin, felbft für den Fall einer Regierungstrije. vor einem Siege angetreten. Mit den Stimmen der DemoPraten wäre auch im Kabinett eine Mehrheit gegen den Panzerfreuzer vorhanden gewesen. Die Stellungnahme der Sozialdemo= frafischen Partei zum Panzerfreuzer ist anders als die der DeutIch en Volkspartei. In der Sozialdemokratischen Partei gibt es feinen, der aufrüsten will. Anders ist es in der Volkspartei,
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Ein tödlicher Straßenunfall ereignete sich gestern rachmittag vor dem Hause Soldiner Straße 96. Dert wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes der Gjährige Werner Grotte aus der Wriezener Straße 36 von einer Autodroffe erfaßt und überfahren. Man brachte das schwerverletzte Kind zur Rettungsstelle 16, wo es bald nach seiner Einlieferung st arb.
Bor einem neuen Fememordprozeß. Oberleutnant Reim und Hauptmann Guffnecht angetlagt.
Wie wir erfahren, hat jeht die Staatsanwaltschaft III dem Oberleutnant a. D. Reim, der seit etwa 2 Jahren in dem Fall Legner in Untersuchungshaft fitzt, die Anklage zugestellt, die auf mittäterschaft am Morde Legners gemeinsaftlich mit unbefannien Tätern lautet. Mit Oberleutnant a. D. Reim ist Hauptmann a. D. Gutknecht unter der Beschuldigung der Mordanstiftung angeflagt. Diefer Jemeprozeh, der nach der Entstehende Kinderchor( Leitung: Walter Hänel) des Bolts- Chors, fcheidung des Juftizminifteriums nicht unter die Reichsamnestie fällt, da bei Erlaß der Amnestie noch feine Antiage und feine Berurteilung der Befchuldigten erfolgt war, wird bereits im Offober in der Schwurgerichtsperiode des Candgerichts III zur Verhandlung fommen.
Oberleutnant a. D. Reim wurde, wie man sich erinnert, unter dem Verdacht der Mittäterschaft an der Ermordung des Feld mebels Regner. die em 31. März 1923 erfelgt ist und bei der auch der Feldwebel 23 iijching eine Rolle spielen soll, ant 12. August 1926 in Taormina auf Sizilien auf Ersuchen der deutschen Untersuchungsbehörden verhaftet und ausgeliefert und befindet sich feit dieser Zeit in Untersuchungshaft. Der Mitangeklagte, Hauptmann a. D. Gutknecht, den man in der Anklage der Anstiftung zu dieser Mordtat beschuldigt, mar 1923 bei der Schwarzen Reichswehr in Döberitz Rommandant und hält sich gegenwärtig als Farmer in Südwestofrifa im Mandatsgebiet auf. Ob dieser Angeklagie bei der Verhandlung anwesend sein wird, ist zweifelhaft, da noch die Auslieferungsverhandlungen mit der englischen und südafrikanischen Regierung fdyweben.
Interessant in diesem Prozeß, bei dem mieder die Vorgänge bei hen Döberiger Arbeitsfommandos ausführlich zur Sprache gebracht werden dürften, ist auch die Tatsache, daß man die Leiche des ermordeten Feldwebels Legner bisher nicht gefunden hat, obwohl seinerzeit während der Ermittlungen der Politischen Bolizei und der Staatsanwaltschaft in Döberih auf dem Schießplaz umjangreiche Ausgrabungsarbeiten vorgenommen wurden, die jedoch zu feinem Ergebnis führten,
Oberleutnant a. D. Reim, der von Rechtsanwalt Dr. Sa& verteidigt wird, hat bisher jede Schuld bestritten. Der Mitangellagte, Hauptmann a. D. Gutknecht, der sich schon seit längerer Zeit in Südwestafrita als Farmer aufhält, hai fid) bisher zu der ihm zur Last gelegten Straftat nur furz geäußert. Er fcheint auch nicht die Absicht zu haben, sich vor seine Untergebenen zu stellen.
Die Verkehrsdeputation stimmt zu.
leber den gestern von uns besprochenen Plan einer 3= fammenfassung und Bereinigung der drei städtifchen Verkehrsunternehmen( Schnellbahnen, Straßenbahn, Omnibus) hat die städtische Berkehrsdeputation in ihrer geftrigen Gigung beraten und beschlossen. Stadtrat Ge noffe Reuter legte den Plan vor und führte in begründenden Erläuterungen aus, daß diese Zusammenfassung zu einer einheit lichen Berkehrs- A.- G. der meitere Schritt auf dem feit Jahren eingeschlagenen Weg der Ber= fehrsvereinheitlichung und
der
Berkehrs
politit der Stadt Berlin ist. Seine Ausführungen fanden, wie das Nachrichtenamt des Magistrats meldet, den un geteilten Beifall der Deputation. Sie beschloß, daß die Vorlage so im Magistrat vorgetragen werden soll, der bann zu ihr Stellung zu nehmen hat. Danach wird, wenn er thr zustimmt( woran nicht zu zweifeln ist), die Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung gehen. Das wird, wie man annehmen darf, schon in etwa 14 Tagen möglich werden.
der jeden Donnerstag von 5%-7% Uhr in der Aula, Andreas. Straße 16a fingt, nimmt noch Kinder von 8-16 Jahren auf. Der Rinderchor hat bereits eine Ronzertreise ins Riefengebirge unternommen und fährt in den Herbstferien ins Erzgebirge , um dort zu fonzertieren. Auch der Volls- Chor, der im vergangenen Jahre in Wien einen großen Triumph feierte, plant eine große Konzertreise nach Paris , an der alle neu eintretenden Mitglieder teilnehmen fönnen. Die A capella Bereinigung des Bolfs. Chors( lebungen jeden Montag, Koppenstraße 76) nimmt nur notensichere Sängerinnen und Sänger mit guten Stimmen auf.
Eine neue Schnellbahnlinie.
Bon Steglitz nach Lichtenberg .
An der Erweiterung des Schnellbahnnetzes von Berlin wird mit Umsicht und Tatkraft gearbeitet. Zu den Erweiterungsplänen, die bereits in Ausführung oder in Borbereitung find, fommt ein neuer. Eine Schnellbahnlinie soll von Steglit durch Schloßstraße, Rheinstraße, Hauptstraße, Potsdamer Straße , Bots damer Platz, Leipziger Platz, Spittelmarft, Gertraudenstraße, Moltenmartt, Rönigstraße zum Aleranderplaß geführt werden und dort Anschluß an die Linie nach Lichtenberg erhalten. Der Plan wird schon seit langem erwogen und hat Aussicht auf Verwirklichung. Aber die Zeitungsnachricht, daß noch in diesem Winter mit dem Bau begonnen werden könne, eilt den Tatsachen sehr voraus. Beschlüsse liegen noch nicht vor und die Frage der Geldbeschaffung durch Anleihen wird noch einige Schwierigkeiten bereiten.
Nach dreitägiger Verschüttung lebend geborgen.
Auf der Grube Maria bei Hoengen ( Alsdorf ) wurde der seit dem 29. August verschüttete Bergmann Kaßmanns. huber nach dreitägigen Bemühungen in der Nacht zum Sonntag endlich befreit und ins Krankenhaus eingeliefert. Abgesehen von verhältnismäßig unbedeutenden Beinquetschungen befindet er fich wohlauf.
Sprechchor für Proletarische Feierflunden. llebungsstunde am Donnerstag, dem 6. September, in der Schule Weinmeisterstraße 16-17. Kinder um 7 Uhr, Erwachsene um 8 Uhr.
Funkwinkel.
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Es wird in der letzten Zeit wieder zuviel Musik gesandt. Geiß ist die Musit, mindestens heute noch, die geeignetste Kunst für die Rundfunksendung; doch das gesprochene Wort, die Rezitation, darf nicht völlig unterdrüdt werden. Wenigstens war das Musikprogramm der letzten beiden Tage einigermaßen abwechslungsreich gestaltet. Aber der werktätige Mensch, der nur abends Zeit hat, wurde mit zuviel schwerer Mufit belastet. Brudners Große Der Berliner Bolts- Chor, Berlins größter gemischter Arbeiter- Messe" gehört außerdem zu jenen Musikwerken, die unbedingt Chor, flagt in seinem 24. Jahresbericht über die allgemeine Notlage einer guten Einführung bedürfen, wenn sie einem großen aller zur Pfiege von Kunst und Wissenschaften berufenen Körper Tell der Funkhörer Werte geben sollen. Die medizinisch- hygieniKörpersche Plauderei von Sanitätsrat Dr. Paul Frank streifte das schaften und Bereine Großberlins. Der Besuch der Chorkonzerte aftuelle Thema der griechischen Fieber- Epidemie. Der Vortragende hat in den letzten Jahren sehr nachgelassen, weil die Mehrzahl der Arbeiterhörer sich mit dem ärmlichen Surrogat der Rundfunkmusik betonte, daß ein Uebergreifen der Seuche die übrigens durch aus nicht so lebensbedrohend ist wie im allgemeinen bei uns anbegnügt und einem wirklichen fünstlerischen Genusse völlig entgenommen wird auf unseren fühleren Landstrich so gut wie wöhnt wird. Dieser tief bedauerliche Kulturrückgang hat auch die sonst überfüllten Voltschortonzerte schwer geschädigt und bei jedem Krankheit verbreitet wird, lebt nur in tropischen und subtropischen ausgeschlossen sei. Denn die Mückenart, durch deren Stich allein die großen Chorkonzert( mit Orchester und Solisten) ein beträchtliches Gebieten. Der Bedeutung der Rachitisbekämpfung widmete SaniDefizit zur Folge gehabt, das der Volks- Chor nur mit vieler Mühe tätsrat Frank ebenfalls einige Worte. Leberiran und Höhensonne durch Mitwirkungen, Schenkungen usw. decken konnte. Es ist find die wichtigsten Heilmittel bei Rachitis, deren Gefährlichkeit Ehrenpflicht der organisierten Berliner Arbeiterschaft, dafür zu forleider noch von manchen Eltern unterschätzt wird. Ein sehr großer gen, daß die künstlerisch auf bedeutender Höhe stehenden großen Teil der Kinder, die im Alter bis zu zwei Jahren sterben, sind Bolkschorkonzerte besser besucht werden und ihr Fortbestand ver- direkt oder indirett Opfer der Rachitis geroorden. Luft und Sonne, bürgt wird. Der Bolfs- Chor ist bisher der einzige Arbeiterchor, gesunde Lebensbedingungen und hygienische Wohnräume für die der aller Ungunst der Zeit trohend große Konzerte für die Ber - gesamte Bevölkerung wären am sichersten geeignet, diese Krankheit liner Arbeiterschaft regelmäßig verenstaltet und auch jetzt erst beim der Armut auszurotten. Wird die Bureauarbeit durch MechaniHannoverschen Sängerfeste seine hohe Leistungsfähigkeit gezeigt fierung entgeistigt?" Die Frage warf Reichsbahnrat Dr. Couvé hat. Der Chor nimmt jederzeit Männer und Frauen der Arbeiter auf. Er sah in den zahlreichen Maschinen, die heute einen großen flaffe in seinen allgemeinen Proben, die jeden Freitag 8-10 Uhr Teil der Bureauarbeit erledigen, nur nühliche Hilfsmittel, um geiftin der Aula Koppenstraße 76 stattfinden, auch ohne Noten lose, mechanische Handarbeit zu ersetzen. Damit hätte der Vorfenntnisse auf. Anfänger müssen an den unentgeltlichen Roten tragende bis zu einem gewissen Grade recht. Heute aber ist auch und Gesangskursen teilnehmen. Auch der seit einem Jahr be in den Bureaus die Maschine der Herr des Menschen.
Tes.
Das Referat fand starten Beifall. In der Diskussion schlossen sich die Parteifreunde dem Standpunkt des Referenten an. Einige Diskussionsredner betonten, daß die Partei überhaupt einmal ihre grundsähliche Stellungnahme Zu den Wehrfragen herausschälen müßte. Mit übergroßer Mehrheit wurde eine Resolution angenommen, die schärfften Protest gegen die Zustimmung der sozialdemokratischen Minister zu der Inangriffnahme des Panzerfreuzerbaues ausspricht. Die Neuköllner Mitglieder fordern die baldige Einberufung eines außerordentlichen Parteitages. Sie verlangen auf alle Fälle, daß weder Minister noch Abgeordnete der zweiten Rate für den Panzerfreuzer zustimmen. Sie verlangen diese Ablehnung auf Die fommunistischen Anbiederungsversuche weist die Bersammlung mit Berachtung zurüd. Ste betont demgegenüber ihre un berbrüdliche Treue zur Sozialdemokratie. Eine Resolution, die eine grundsätzliche Klärung der Stellung der Sozialdemokratie zur Wehr politit verlangt, wurde gleich. falls angenommen.
Nur ein Proletariermädchen.
Die Opfer der Arbeit stumm und namenlos! Gieben Zeilen in der Lokalpresse über einen Unglüdsfall in Reutlingen :
Als die Sei der Firma XP. beschäftigte 15jährige Lina L an der Stanzmaschine arbeitete, brachte sie die Finger in diese. Bor Schreck fiel sie in Ohnmacht, eine Verlegung an der Hand hafte fie aber nicht erlitten. Ins Bezirkskrantenhaus gebracht, starb das Mädchen nach einigen Stunden und zwar, wie die Geftion ergab, infolge Blagens einer Blutader im Kopf."
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Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang, eint Mädchen tot, Ursache festgestellt, ein uninteressanter Fall, fertig. Wenn Sensationsgier einen Menschen über den Ozean in den Tod treibt, wird sein Name in der Bresse der ganzen Welt verherrlicht, die Namenlose von Reutlingen nennt niemand. Menschenleben haben eben nicht den gleichen Kurs. Diese sieben Zeilen aus Reut lingen , was sagen sie nicht alles! Mit der hand in die Stanzmaicine: wo waren die Schutzvorrichtungen, wo die Uleberwachung eines Betriebes, der 15jährige Mädchen an nicht genügend gesicherten Stanzmaschinen beschäftigt, wo der Jugendchug? Ein Mädchen von 15 Jahren, in der Blüte der Jugend, in der Mitte zwischen Kindheit und Jungfrauenalter und at der Stanzmajchine. Das Schicksal der Proletarierjugend. Die Un glückliche hat gewußt, daß die Maschine der Feind ist, der ihren Körper, ihre Gesundheit, ihr Leben bedroht. Ein falscher Griff und in diesem Augenblick, dem letzten bewußten ihres Lebens, fiel das Entseyen über fie: nun hat mich die Maschine erfaßt, meine Sand, mein Arm, mein Leben. Fünfzehn Jahre, elit halbes Kind, sie hat dem Ansturm des Entjeßzens nicht standgehalten. Der Schreden vor der Maschine hat sie ge= tötet. Ein Proletariermädchen ist tot, eine von den vielen. Eint Opfer der Arbeit, des Systems, das halbe Kinder an die Maschine zwingt. Wer hört die stumme, aber furchtbare Anklage, die aus diesen sieben Zeilen spricht? Hier ist fein Halbgott der Luftfahrt gefallen, fein Bolarforscher und fein Handelsminister nur ein namenloses Mädd; en aus der Arbeiterschaft. Die Opfer der Senfationsgier haben den Nachruhm, um ihre Hinterbliebenen drängen die Opfer der Arbeit fich die Reporter der Weltpresse wort. Sieben Zeilen in der Lokalpresse, und die Akten um das Grab fallen stumm, namenlos, ohne Ruhm und ohne Nachhaben sich über einer zerstörten Lebenshoffnung geschlossen.
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Ein fünfzehnjähriger Luftmörder.
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Aus Dortmund wird gemeldet: Der 15 Jahre alte Bäderlehrling Brodhagen, der den achtjährigen Schüler Plitschke in Brambauer ermordete, legte ein umfassendes Geständnis ab. Der Mörder hatte sein Opfer in den Oberhunschenbusch gelockt unter dem Vorwande, ihm dort etwas zeigen zu wollen. Dort hat sich der Mörder an dem Knaben sittlich vergangen. Als der Junge dann drohte, seiner Mutter Mitteilung von dem Borgefallenen zu machen, hat Brockhagen den Jungen aus Angst so lange ge. würgt, bis er still war. Außerdem brachte er ihm noch Messersti che in den Leib, an der Brust und am Hals bei
Jur Reichskonferenz des Arbeifer- Radio- Bundes Deutschlands werden für die nach Berlin delegierten Genossen zum nächsten Sonnabend und Sonntag tostenlose Unterkunftsmöglichteiten gesucht. Genossen, die bereit sind, einen Delegierten aufzunehmen, werden um Adressenangabe an den Reichsvorstand, Berlin SD. 36, Dranienstr. 182, gebeten.
ihr neues Geschäftshaus in der Leipziger Straße geoffnei. Unter Eröffnung der„ Opag". Die Orient Teppich A.-G. hat gestern Beitung von Architekt Schaut ist hier in verhältnismäßig furzer Zeit ein Bau entstanden, der die Probleme von Raum und Licht in durchaus modernem Sinne gelöst hat. Schlichte, gerade Linien bringt warme Farbtöne in die Räume. Besonders hervorzuheben beherrschen die Stodwerté. Die Verwendung polierter Edelhölzer ist der Blick vom zweiten Stodwerk hinab in den Mittelraum und in die geschmackvollen Auslagefenster des Erdgeschosses. Orientalische Teppiche, Diwandecken. Kiffen, Halbftores, Dekorationsstoffe find in allen Preislagen zu sehen. Das letzte Stodwert enthält in der Hauptsache Läufer, Daunendecken und Stoffe. Die von Licht und Luft burchfluteten hellen Räumlichkeiten bedeuten nicht nur für das Bublifum, fondern vor allem für die anstrengend arbeitenden Verkäufer und Verkäuferinnen eine freudig zu begrüßende Annehm lichkeit.
Berantwortlich für Politit: Dr. Curt Geyer ; Wirtschaft: G. Klingelhäfer; Gewerkschaftsbewegung: D. Schirbler; Feuilleton: R.$. Döscher; Lotales and Sonstiges: Fris Karstadt : Anzeigen: Zb. Glede. fämtlich in Berlin . Verlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin Drud: Vorwäris- Buchbrurteret und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co.. Berlin SW 68 Lindenstraße& Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen*.