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Nr. 81 47. Jahrgang

1. Beilage des Vorwärts Dienstag 18. Jebruar 1930

Im Zeichen der Not!

Berlins Haushaltsplan für 1930-31.

Der Magiftrat hat zwar seine Beratungen über den Etat des| Jahres 1930/31 noch nicht beendet, aber es ist doch bereits ein Ueber­blid möglich, unter welchen Voraussetzungen das Gleichgewicht im Haushalt wird hergestellt werden können. Wenn man von den Jahlen des Haushaltes 1929 ausgeht und zunächst nur die laufen­den Ausgaben in Betracht zieht, so ergeben sich nach einer Dar­stellung des Städtischen Nachrichtendienstes im wesentlichen die fol­genden Veränderungen.

hinzu, und rechnet man weiterhin, daß sich die allgemeine Erhöhung der Gebühren mit 10,5 millionen auswirken wind, so erhält man eine Gesamtentlastung des Haushaltes gegenüber dem Vorjahre von 23 millionen. Es bleiben also im tommenden Jahre neu zu decken allein für die laufenden Ausgaben 92,3 millioren Da eine weitere Berminderung der Ausgaben nicht möglich er scheint, schlägt der Magistrat dieselben Steuererhöhungen vor, die er bereits zur Dedung des Rachtragshaushalts vorgefehen hatte. Die Erhöhung der Grundvermögenssteuer auf 300 Broz. Die Ausgabenseite ist mit dem Fehlbetrag des Jahres wird 44 Millionen, die Erhöhung der Gemerbeertrags: 1929 in Höhe von 38 Millionen Mark vorbelastet, zu denen noch steuer auf 500 Broz. 18 Millionen, die Erhöhung der Lohn 3 Millionen Mindereinnahmen bei der Kämmereiabgabe der Gas- ummensteuer auf 1150 Bro3. weitere 5,2 Millionen, insgesamt wer: merte treten. Auch in dem kommenden Haushaltsjahr wird die den sich affo 67,2 Millionen ergeben. Auch dann bleibt bei den Kämmeretabgabe der Goswerte um 6,3 Millionen hinter dem An- laufenden Ausgaben noch ein ungedectes Defizit von über 25 mit [ hlag für 1929 zurückbleiben. Die Kämmereiabgabe der Berfionen. Für die einmaligen Ausgaben( Bau von Schulen uim.) fehrsgesellschaft muß auf Grund der Erfahrungen des Vor- maren im Haushaltsplan 1929 rund 50 Millionen eingestellt. jahres um 20 Millionen gesenkt werden ungünstige Veränderungen Infolge des Defizits bei der laufenden Berwaltung würden alfo gegenüber dem Vorjahre ergeben sich weiterhin infolge des Ober in diesem Jahre hier nur 23 Millionen eingestellt merden tömmen, verwaltungsgerichtsurteils betreffend herabfegung des Straßenreini aber felbst diese Summe ist durch die Vorbelasting bereits voll in gungsbeitrages von 95 auf 75 Prozent( minus 3,7 Millionen), durch Anspruch genommen, ja fogar überschritten; denn es find an ein tas neue Bolizeilaftengefeß.( minus 7 Millionen) fowie maligen Ausgaben im neuen Haushalt der Kredit der Girozentrale durch den Mehrbedarf bei dem Unterstügungswesen und der Jugendwohlfahrt( 34,6 Millionen). Wahrscheinlich wird mit 8 Millionen und der Elettrokredit in Höhe von 12 Millionen auch eine Erhöhung der allgemeinen Verwaltungskosten um 3 Mil- abzudecken, und es sind vertragliche Leistungen, die sonst aus der lionen nicht zu vermeiden sein. außerordentlichen Berwaltung zu bestreiten wären( Grundstücs. fäufe, Dauerwald, Reichsbahn ) mit 14 Millionen diesmal in den ordentlichen Haushalt einzusetzen, weil Anleihemittel nicht zu er warten sind.

Alles in allem ergibt sich hieraus eine Berschlechterung des Haushaltes durch Mehrausgaben oder Mindereinnahmen um 115,6 Millionen.

Die Sparmaßnahmen im laufenden Haushalt bringen gegenüber diesen Riesenziffern nur geringfügige Erleichte rungen. Der Magistrat rechnet damit, bei den Vorbehaltsmittein 1,6 Millionen, bei der baulichen Unterhaltung 0,7 Millionen, um Schulwesen 3,6 Millionen, bei der Park- und Gartenverwaltung 1.2 Millionen, beim Gesundheitswesen 1,2 Millionen und bei der Sugendwohlfahrt 0,6 millionen einfparen zu fönnen. Nimunt man die Mehreinnahmen an Steuern, die sich im nächsten Jahre ohne Eteuererhöhung schäßungsweise ergeben werden, mit 3,6 Millionen

Die vorstehenden Zahlen, die natürlich nur eine ganz überschläg. fiche Berechnung darstellen, fich im einzelnen noch mannigfaltig ver­schieben werden, insgesamt aber ein bereits jetzt fefiftehendes, zu­treffendes Bild ergeben, zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, daß die Einschränkungen in der laufenden Verwaltung in dem bisherigen Maße unter allen Umständen bestehen bleiben müffen, daß die einmaligen Ausgaben auf ein bisher noch nicht ge­fannfes Mindestmaß herabgedrüdt werden müssen und daß das Gleichgewicht im Haushalt ohne Schaffung neuer Ein­nahmequellen überhaupt nicht herzustellen ist.

der Fassade erstreckten sich die Worte: Juda vertede! Jubas den Tod! Die Rachenaht!" Die Empörung über das Bubenstüd ist eine allgemeine, Keiner geht vorüber, ohne seiner Entrüftung über die Tat laut Ausdrud zu geben. Es ist zu hoffen, daß die Täter bald gefaßt werden.

*** Bei der Eisfischerei ertrunken.

Reun Zodesopfer.

Memel , 17. februar.

Auf dem Plateliaj- See, etwa 30 Kilometer von Elfauisch­Krottingen entfernt, hat sich gestern ein schweres Unglüd ereignet. Am frühen Morgen war eine größere Anzahl Fischer aus Plate­fial und der Umgegend mit Schlitten auf den vereiſten See hinaus­gefahren, um dort zu fischen. Gegen 5 Uhr nachmittags fehrten 3mel aneinandergebundene Schliffen, die von einem Pferd gezogen wurden, über das Eis zurück. Auf den beiden Schlitten befanden fich insgesamt 20 perfonen. In der Mitte des Sees brach der erste Schlitten ein und riß den zweiten mit sich in die Tiefe. Mit großer Mühe gelang es einem der Fischer, sich zu retten und noch einen zweiten aus dem Waffer zu ziehen, der im nächsten Dorf Hilfe holfe. Jusgesamt tonnten elf Personen gerettet werden. Acht Männer und eine Frau sind er­

frunten.

Reichswehr und Bombenattentäter.

Rofe Fahne" fneift wieder einmal.

Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte fand die zweife Verhandlung im Beleidigungsprozeß des Reichswehr­minifters gegen die" Rote Fahne" statt.

Das Kommunistenblatt hatte in fünf Nummern hinter­einander den Borwurf erhoben, die Reichswehr stände hinter den Bombenattentätern. In der Nr. vom 7. Dezember nahm der Lügen­feldzug feinen Anfang. Der Reichswehrminister stellte Strafantrag und die verantwortlichen Redakteure Firl und Steinide hatten sich nun zu verantworten. Der als Zeuge herangeholte Untersuchungsrichter Mafur sagte aus, daß die Unterfudying gegen die Bombenattentäter abfolut feinen Anhalt hinsichtlich irgendeiner Beteiligung der Reichswehr , an den Bombenattentaten ergeben habe. Der Sprengstoff stammte teils aus den Dresdener Dynamitwerfen, teils mar er in Mühlheim gestohlen. Auch ron einer Beteiligung der D. C. fönne feine Rede sein. Trotz dieser eindeutigen Aussage des Untersuchungsrichters tonnte sich der Ver­teidiger Rechtsanwalt Dr. Apfel nicht zu einer Erklärung ent Berhandlung murde vertagt. Der Reichswehrminister Groener folke befragt merden, mle er fich zu einem Vergleich stellen würde. der gestrigen Berhandlung erklärt Rechtsanwalt Dr. Apjel, das er sich mit dem Reichswehrminister in Verbindung gelegt habe und dieser grundsäßlich nicht abgeneigt sei, ben Etrafantrag zurüd­zunehmen, falls die Rote Fahne eine befriedigende Er flärung abgeben würde. Dr. Apfel bat um eine Bertagung.

Beamtenbank wird aufgelöst. infen verlangt. Von einem Redner wurde verlangt, die Be: ſchließen, in der die Rote Sahne ihren Schmindel zugibt. Die

Darlehen in Höhe von 2500 Mart auf zwei Monate 17% Prozent hörden follien regreßpflichtig gemacht merden. Sie hätten auf bargeldlosen Zahlungsverfehr gedrängt und den Beamten empfohlen, ihre Gehälter auf die Bant überweisen zu lassen,

Eine

Der Bergleichsvorschlag angenommen. Nachdem in der gestrigen Riesen Gläubigerversamm. lung der Bank für Deutsche Beamte die Bertrauensleute ihre Be­Ilm 13 Uhr wurde die Debatte beendet und die genauen Auf­richte erstattet haften, wurde von den Gläubigern über den vor- ftellungen der Gläubiger herangezogen. In acht diden Büchern gelegten Bergleichsvorschlag erregt debatfiert. find die Gläubiger verzeichnet. In vier roten Büchern die Ge­Schließlich rourde der Bergleich, über deffen Inhalt wir schon berichteten, an- nossenschafts- und vier grünen die reinen Gläubiger. Im Anschluß genommen. Der erforderliche Prozentjah von 50 Prozent der an die Stimmobgabe trat eine Bouie ein um die Auszahlung Genossen und 75 Prozent des Sapitals wurde wesentlich überschritten. vorzunehmen Um 16 Uhr wurde das Resultat vertündet. Die Gläubiger haben fich in fünf dusverbände 3 flare Mehrheit hatte für den Bergleid geftfimmt fammengeschloffen. Diese Schutzverbände hatten auch in den Bor­rerhandlungen Borschläge für die Besetzung der Liquidationsous­shiffe gemacht, die lebhaften Widerspruch fanden. Immer wieder murden Abänderungsnorfdläge vorgetragen, die aber femez­Ici Berücksichtigung mehr fanden. Ein großer Teil der Redner plädierte für Ablehnung der Vergleiche Aus der Versamm­lung wurde auch die Anrufung der Gerichte gegen die Bucher geschäfte der Bant verlangt. Ein Gläubiger gab den anmefen den Beamten zu verstehen, daß fie selbst auch Schuld an dem Zu­fammenbruch der Bant trügen. Sie hätten zugesehen, daß durch die Bant große Buchergeschäfte getätigt wurden. So murden für ein

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Rita fümmerte fich unermüdlich um den Kranken. Sie stürzte fort, um Medizin und Bandagen zu holen, diente dem Doktor als Assistentin und fungierte als Pflegerin des Opfers. Biele von den anderen besuchten Jeronymo, um ihre Symphatie und ihr Interesse zu befunden, aber Rita Bahiana war es, die feine Sefunde von seiner Seite mich, nachdem der Daftor gegangen war. Piedades Zustand gestattete ihr wenig mehr zu tun als zu meinen und die Hände zu ringen. Die Mulattin weinte nicht, obgleich ihr Gesicht tiefen Kummer ausdrückte. Sie murde fich allmählich Bar, daß ihr dieser große, so freundliche und gütige Mann, dieser harmlose Riese, jehr teuer mar. Es wurde ihr marm ums Herz, als sie daran dachte, daß diefer stille Herkules. der Firmo mit einem Schlag hätte töten tönnen, um ihretwillen fast sein Leben gelassen hätte. Ihre weibliche Natur war von diesem blutigen Beweis feiner Ergebenheit vollständig gefangen und sie war tief gerührt, als sie ihn troh seiner Schmerzen lächeln fah, weil er sich über das Unglüd freute, das ihm ermöglichte, ihre Hand auf seiner Stirn zu fühlen. Ohne ein Wort zu sprechen, jagte er mit seinen beredten Augen und dem zärtlichen Drud jeiner Finger wieder und wieder, daß er sie liebte. Und Rita erwiderte diese stillen Liebesbeweise ohne den geringsten Strupel, glättete fein wirres Haar und fam oll seinen Bün­fchen zuvor. Selbst hier vor feiner Frau versuchte sie nicht ihre Liebe zu verbergen und gewährte ihm jede Art von Zärt lichkeit, bis auf einen Kuß.

Bon Mitternacht an blieben nur noch Rita und Biedade bei dem Kranken. Man hatte beschloffen, ihn morgens ins Krankenhaus der Bruderschaft von Santo Antonio zu schaffen, denn Jeronymo war Mitglied diefes Ordens. Daher wurde Jeronymo am folgenden Tag( während ein Teil der Haus bewohner Joao Romas auf das Polizeirevier begleitete und die übrigen wie emsige Bienen arbeiteten um ihre zerstörten Häuser mieder bewohnbar zu machen), begleitet von der Frau, die er geheiratet hatte, und der Frau, die er liebte, im Krantenwagen ins Hospital transportiert.

Die beiden lehrten erst bei Anbruch der Dunkelheit tod müde heim. Eigentlich mar das ganze Haus in demselben er­

Bölkische schänden Synagoge.

Das ganze Haus mit Hafenfreuzen beschmiert.

Alis" Gehilfe Pipet"

Der Mittäter beim Ueberfall festgenommen.

Der Polizeipräsident feilt mit: Die weiteren Xach­forschungen der politischen Polizei zur Aufflärung des Ueberfalls auf den Studenten Wejjel haben nun auch zu der Ermittlung und

In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde die Syna- Festnahme des unter dem Spitznamen Piper befanntgeworde­goge Softbuffer Tor von bisher unbekannten Tätern in einer Weise befudelt, wie es bisher weder in Berlin , noch irgendwo im ganzen Reiche der Fall war. 3 wanzig saten­Freuze in Höhe von einem meter bededten die ganze Front des Hauses and feine Türen. Ueber die ganze Breite

schöpften Zustand. Tagsüber hatten sie fieberhaft gearbeitet; die Tagelöhner hatten den Frauen geholfen Waffer zu pum pen, und Mannen, Fäffer, fa sogar Kannen und Konserven büchsen hatten als Buzeimer dienen müssen. Aber trog Müdigkeit und harter Arbeit stockte die Unterhaltung nicht. Der Kampf vom Abend zuvor wurde hin und her besprochen. Manche hielten sich bei der Roheit der Polizei auf, andere rühmten überschwenglich Einzelheiten ihrer Berteidigung. Alle hatten sie entweder an ihrem Eigentum oder an ihrer Person Schaden gelitten und prahlten empört mit ihren be­schädigten Möbeln oder ihren Wunden.

Aber um neun Uhr war teine Menschenseele mehr auf dem Hof, die abgespannten Hausbewohner hatten sich zur wohlverdienten Ruhe zurückgezogen. Selbst die Benda" schloß früher als gewöhnlich, und Bertoleza fiel wie ein Sad auf ihr Bett. Joao Romao legte sich neben sie, fand aber feinen Schlaf. Er fröstelte und hatte Kopfschmerzen. Also medte er seine Gefährtin auf und bat sie unter Stöhnen, ihm etwas zum Schwigen zu geben, denn er hätte bestimmt Fieber.

nen Mittäters des Ali Höhler geführt. Pipel, der mit dem mehrfach vorbestraften 28 Jahre alten Arbeiter Josef Kandul­ti personengleich ist, wurde heute morgen im Hause Linienstr. 219 feftgenommen. Kandulffi ift geständig und wird nach beendeter Vernehmung dem Untersuchungsrichter zugeführt werden.

,, Du hast gestern bei Madame zu viel Eis gegeffen. Ich habe dir gleich gejagt, es würde dir nicht bekommen. Das beste für dich wäre ein heißes Fußbad." Nein, nein, um's Himmels willen; in ein paar Minuten steh' ich auf."

Um acht Uhr stand sie wirklich auf und musch sich schläfrig Geficht und Hände vor dem fleinen eisernen Waschtisch. Dann tämmte sie sich langsam ihr Haar und hatte keine Kraft mehr für tewas anderes übrig. Ihr Spiegel sagte ihr, daß fie un­gewöhnlich blaß sei. Ihr Lächeln war eine rührende fleine Mundbewegung ohne alle Fröhlichkeit wirklich, wenn sie ihre Lippen ansah, mußte fie an eine Geschichte denken, die fie einmal gelesen hatte, an die Geschichte eines armen fleinen Blümchens, deffen zarte, weiße Blütenblättchen ganz so wie ihre Lippenweltten und starben, weil ein großer liebender Schmetterling sie vergeffen hatte. Auf alle anderen Blumen warf er feinen Blütenstaub, und sie gingen auf und entzückten die Herzen der Kinder im Garten, aber weil er an ihm vorbeiflog und ihm nichts von dem fostbaren Blüten­staub( chentic, mußte das arme weiße Blümchen melten und vergehen.

Der Besuch bei Leonie hatte sie nicht befriedigt. Die Umarmungen und Küffe der Kokotte hatten das empfindliche junge Mädchen mur erregt, und sie war froh, als es zum Aufbruch fam. Die Französin hatte einen Diamantring auf ihren Finger gestreift, ein Geschenk, das Bombinha energisch ablehnte und schließlich nur auf beharrliches Drängen Dona

Die Negerin legte sich erst nach vielen Stunden zur Ruhe, als sie die Sachen des Bubiters gewechselt hatte und er ein­geschlafen war. Aber ihre Raft war nur von furzer Dauer. Bald mar es Zeit für sie, aufzustehen, Feuer anzuzünden, Baffer für den Frühkaffee der Tagelöhner aufzusehen, Manoel zum Fischmarkt zu schicken, die hunderterlei Obliegen heiten zu besorgen, die sie täglich erledigte, und fich obendrein noch um das zu fümmern, was fonft zu Joao Romaos Pflich abels annahm. Dann waren die entnervenden Ereignisse ten gehörte. Keinen Augenblid aber vergaß sie den franten der Nacht gekommen, der Kampf auf dem Hof und die Gefährten ihrer Freuden und Leiden ging auf leisen Sohlen Schlacht mit der Polizei und danach die Angst, ihr fleines und machte io wenig Lärm als möglich, um ihn nicht aufzuhäuschen abbrennen zu sehen. Die Nachricht von Florindas meden. Flucht und Marciannas traurigem Zustand wirften eben­falls niederdrückend auf bas zartfühlende Geschöpfchen.

Draußen begann das Leben des Hauses mit Tagesan bruch von neuem, und der endlose Kampf murde da mieder aufgenommen, wo er am Abend zuvor abgebrochen worden war. Nach der nächtlichen Ruhe waren alle wieder in befferer Laune.

Bombinha jedoch erwachte an diesem Morgen bedrüdt und nervos und hatte teine Luft, aufzustehen. Sie bat ihre Mutter um Kaffee, trant ihn und ließ sich wieder in die Kissen finten.

Fühlst du dich heute nicht wohl, mein Kind?" fragte Dona Jiabel und legte ihre Hand auf des Mädchens Stirn. ,, Fieber scheinst du nicht zu haben."

,, Nein, ich bin nur ein bißchen schwach, aber es wird schon vergehen. Gleich bin ich mieder ganz wohlauf."

Der Morgen rüdie vor, aber ihr war immer noch nicht wohler zumut, und bei Tisch rümpfte sie die Nase über das einfache Mahl, das die alte Jfabel bereitet hatte. Zum Nähen war sie zu nervös, und das Buch, das sie zu lesen versuchte, fiel ihr vom Schoß. Nachmittags bedrückten sie die engen. Wände von Nummer fünfzehn so sehr, daß sie es nicht länger im Zimmer aushielt und ihrer Mutter sagte, fie molle auf dem Feld hinter dem Hause spazierengehen. Dona Isabel wandte ein, fie tönne boch im Augenblid ihre Arbeit nicht im Stich laffen, aber zu ihrem Erstaunen teilte ihr ihre Tochter mit, daß sie ihrer Gesellschaft nicht bedürfe, sondern allein sein wolle.

( Fortsegung folgt.)