i % y fi« � die Ladenkaff« und ein Protest zieht eventuell mÄ&Ä � attJi t* genauer Roth ist in der Nacht zum Sonntag ein «liendahnunglück in unserer Stadt vermieden worden und zmar m einer Gegenv, wo man dies am wenigsten veimuthen sollte. «IS am Sonntag frllb 2 Uhr der mU zwei Lokomotiven de« giHnb Kohlenzug von dm stadtischen Gasanstalten dmch die �lantzerstrake fuhr und hier das Kottbuser Thor passtrte, wollte ein vollbesetzter Kremser diese Stelle des Geleises kreuzm. der Kutscher d'S Fuhrwerks geschlafen hat, oder ob von dem «ufstchtSpersonale des Zuges nicht die nöthige Aufmerksamkeit angewendet ist, ist schwer ,u entscheiden, genug, in einem Mo« «ent standen die Pferde deS Kremsers so hart vor der «sten Lokomotive, daß ste von derselben zur Seit« gedrängt wurden. Sofort gaben die Führer der beiden Maschinen Kontre« �ampf und der Zug kam zum Stehen. Den Schrecken, den bllse Szene bei allen Passanten und nammtlich bei den Ja« Nffen des Kremsers hervorrief, kann man fich denken. Der *3er Kremser k-hrte von einer Landpaitie zmück und war Ja» Reg ms wegen nach allen Seiten geschlossen, weshalb auch »an den Insassen die Gefahr garnicht bemerkt wordm war. IT" Hoffentlich giebt der Vorfall Veranlassung, für diesen nächi« «chen Eisenbahn- Verkehr in unserer Stadt auf westere Sicher« hmivorkehrungcn zu denken, die nammtlich in der gegen- wältigen Jahreszeit nöthig find. Gegm 12 Uhr NachlS, wenn «r Kohlenzug nach den Gasanstalten fährt, herrscht nicht Wen gerade in jmer Gegend ein lebhafter Fußgänger« und Ziagen« Verkehr, der fich von den Vcrgnügungslokalen der Hasmhaide nach dem Innern der Stadt zieht. Milte» durch diesen Verkehr rollt nun der oft vierzig und m-hr Waggons Zahlende Kohlenzug mit keinen anderen SicherheitSvorlehrungen als einer sehr laut tönenden Glocke an der Lokomotive und (kern laternetragenden Beamten, der zu Fuß dem Zuge einigt «dritte vorausgeht. Em Fuhrwerl mit einem ermüdeten Kutscher ist hier der größten Gefahr ausgesetzt. Möge dieser wunde Punkt in unserem Lokalverkehr baldigst Erwägung an Zuständiger Stelle finden. Der hier geschilderte Vorfall mahnt eindringlich genug dazu. Lieber todt als ein Krüppel. Freitag gegen Abend warm in der LandSdergerstraßr Aibetter damit beschäftigt, von einem Rollwagen größere dehauene Sandsteinschwellen abzu« laden, als der auf dem Wagen stehende unverheirathete Arbeiter Hildebrandt in Folge einer ungeschickten Wmdung das Gleich. ltewicht verlor und vom Wagen auf das Straßenpflaster fiel, wobei der bereits halb aufgerichtete Sandsteinblock nachstürzte und dm H. so unglücklich traf, daß er ihm den linken Fuß total zerschmesterte. Der Bewußtlose ward in eine Droschke gebracht, um nach dem städtischen Krankenhau» im Friedrichs. Hain überführt zu werden. UnterweaS erhielt er das Bewußt. sein wieder und sagte zu seinen Begleitem, daß er lieber sterben möchte, wie als Ktüppel weiter leben; während ihn Jfke Begleiter trösteten und fich namentlich um lein verletztes Bein zu schaffen machtm, zog H. ein große» Taschenmesser auS «er Tusche und stieß fich dasselbe blitzschnell durch die leichte A'.betttblouse zwischen dm Rippen in die Brust. Ein mächtiger Blutstrom ergoß fich in den Wagen und H. sank mit einem Aufschrei in fich zusammen. Ein deS Wege» kommender Arzt wnstalirte den Tod, der sofort durch Verletzung des Herzens eingetreten ist. & Dmch Ueberfahre« getödtet. Durch unfinnig schnelles Fohren hat ein Postillon, welcher den schwer be« laden«« Pvstpacketwaaen Nr. 181 führte, einem Menschenleben *n Eiidr bereitet. Vorgestern Abend um Vi 10 Uhr fuhr der- in Karriere um die Ecke der Kastanien Allee und �chwedterstraße so knapp an der Rinnsteinbiücke vorbei, daß der SBiütfe stehende Frau Willer, Schönhauser Alle 48 S�noafl, � Straßendamm pasfirm wollte, von den �? oifaßt wurde. Letztere gingen der schon ziemlich alten grau so unglücklich über dm Kopf, daß ste mtt gebrochenm n ste«en blieb. Während einige Passanten die Oh«. Machtio« in da» nächste Han» trugen, versucht« der Postlllon ZU entfliehen, wurde aber an der(Äriebenowstrage eingeholt. Unterdessen war zum Betstand der Verunglückien«in Arzt her- b-igerufm, der die Uedrrführung nach dem Lazarus Kranken« haut sofort anordnete. Ein Roffelenker, der zum Transport herbeigeholt war, suchte da» Weite, um die stark Blutende nicht aufnehmen zu brauchen, bis schließlich eine andere Droschke die Fahrt übernahm. In da» Krankenhaus einge« ltrfert. oerstarb Frau W. bald an den«>littenen Ver- letzungm. GmcktS-UettMg» ?. St« Tänzchen so passant unter den Theilnehmern Arer aus dem Grunewald von einer Landpartie Heimkehrenden Mstllschast war die Ursache gewesen zum E laß eines polt, et, liehen StrafbefeblS gegen den Restaurateur Heinrich Rietz ftvelcher in der Nähe des Charlottenburger Pseivemalktes ein Lokal befitzt), wegen Veranstaltung einer Tanzlustbarkeit ohne polizeiliche Gmehmtgung. Ein in dem qu. Lokal aufgestelltes da» Fenster geworfm hatte,„das wird aber auch Zeit, sonst wäre ich wirklich ernstlich böse auf ihn geworden." Hans halte allerding» da» Hau « betreten, aber er lam nicht herauf, sondern war auf sein eigenes Zimmer Seganaen, wo er eine Zigarre anzündete und sich dann in pnie Hängematte warf, au» der er den Rauch kräuselnd « die Luft blies. „Das ist wirklich ein unausstehlicher Mensch ge- wordm," sagte Franziska»ach einer Weile, in der sie ihn Ungeduldig erwartet hatte—,„wo er nur wieder bleibt I Aus mir scheint er sich nicht so viel mehr zu machen.— Wo ist mein Bruder?" ftagt« sie jetzt da» Mädchen, das «erade wieder mit eine« Arm voll Wäschestücken in» «nnmer trat. «Der gnädige Herr sind gleich auf seine Stube ge« Sang«»." „Er ist zu abscheulich." rief die Braut,„ich glaube wahrhaftig, er raucht; aber dann kann er fich vor mir in «cht nehmen," und ohne Weiteres eilte sie nach Hans' 'tiunmer hinüber. „Aber, HanS, schämst Du Dich nicht? Gester» den j�nzen Tag habe ich Dich beinahme nicht gesehen, heute bist 5» schon früh mit Tagesanbruch fast fortgegangen, und»i, 'Bu zurückkommst, bietest Du mir nicht einmal eine» Gruß >».1. nnlaff« ick Euch auf immer I" „i"»«»» b* beschäftigt. „Mit mir, Hans?" _»Ja, mein Herz, nur mit Dir, und»»ll Dir auch "wrge» Abend sage«, inwiefern." ..Aber da» begreife ich nicht." „Würde Dir auch schwer werden," lächelt» der Bruder; tworg«, aber wirst Du e» begreif«»»»«ir dann glaube», ich heut» vom vielen Herumlaufe» ei» bisch«««üd« ..Und willst Dn nicht jetzt mit zu«ir herüber Klavier hatte vorerst daS Verlangen der Thellnehmer jmer Ge« fellkchaft nach einem mufikaltschen Vortrag erregt und ein von dem Lokalbefitzer beschäftigter, de» Klavierspiels kundiger junger Mann war dem lediglich auf Zeitvertreib berechneten Verlangen der Gäste nachaekowmm. Die Klänge eine» lustigen Walzer«, der alSbald ertönte, verfehlten ihr« Wirkung auf die Füßchen und Füße deiderlei Geschlecht» nicht. Die Pärchen, die fich wahrend des TageS gefunden, fandm sich wieder beim Walzer- Takte. Zumeist aber, da daS schönere Geschlecht nm in geringer Anzahl vertreten war. bestanden die wenigen tanzenden Paare au! Herren, welche fich bis zur Ankunft des nächsten Ring« bahmugei mtt diesem Ulk die Zett zu vertreiben gedachtm; das Erscheinen eines Schutzmannes bereitete dem Vergnügm ein jähes Ende und hatte dt« Anzeige de« LokalbesstzerS, der eine Genehmigung zu der nach der Anficht de» Schutzmanns staltgefundenm Tanzlustbarseit nicht nachwies, zur Folge. DaS Schöffengericht ,u Charlottenburg hatte eine Tanzlustbarkeit im Sinne der Polizei-Vorschriftev in dem Verhalten der Gäste erblickt und p. Rietz wegen nicht nachgesuchter Genehmigung zu 10 Mk. Geldbuße eoent. 2 Tagen Haft veruttheilt. Entgegen- gesetzter Anficht war jedoch die Strafkammer des Landgerichts ll, welche unter Aufhebung veS schöffengerichilichen Urlheils auf Freisprechung erkannte. Die StaatSanwallschaft hatte gegen dieses letzter« Urthell Reviston beim Kammergericht eingelegt und daS Kammergericht die Sache zur anverwettigm Emschei» dung an die Strafkammer V des Landgerichts I verwiesen. Im Audienztermin vor diesem Gerichtshof erhob nun der Ange- klagte durch seinm Vertheidiger. Rechtsanwalt SchmiltnSky, unter Darstellung deS ob'gm Sachverhalt» zuguterletzt den Einwand, daß er, während die Gesellschaft fich ihrem Vergnügen überließ, in einem entlegenen Zimmer seines Lokal» gewesm sei. Die Strafkammer verwarf diesen Einwand als irrelevant und erkannte auf Bestätigung des fchöffengertchtlichen UitheilS in Höhe von 10 Mark event. 2 Tagen. Der Angeklagte erklärte, daß er gegen dieses Urthell da» Rechtsmittel der Revision ein- legen werde. RetchSgerichtSeutschetdung. Wegm Bestechung auS§ 832 de» Strafgesetzbuch» ist«in Beamler in Folge der Forderung von Geschenken für eine pflichtwidrige Handlung nach einem Urtheil des Reichsgericht«, IV. Strafsenats, vom 13. März 1885 nur dann zu bestrafen, wenn der Beamte da» Geforderte als Ge« schenk und nicht al»«ine ihm zustehmde Gebühr gefordert hat. „Der Thatbestand ver passtven Bestechung nfordett, daß da» van dem Beamten für die Amtshandlung Geforderte als Geschenk gefwdert sei. Auch der Geber muß in dem Bewußt- sein, er habe keine Verpflichtung zur Gewährung der Forderung, d-s Geforderte aus Liberalität dem Beamten zuwenden, es ihm also schenkm wollen. Der erste Richter hat nun seine An- nähme, daß ver Angeklagte Geschenke gefordert und angenommen hat, auf die von ihm festgestellte Thatsache gegründet, daß der- selbe, beziehentlich in seinem Auftrage und in seiner Amvesenhett sein Schreiber, von dm Petenten den Betrag für die Aus- stcllung oder die Vervollständigung de» Attestes gefordert hat und zwar, wie in verschiedenen Fäll-n besonders festgestellt wordm ist, nachdem diese gefragt hatten, waS eS toste. Diese Thatsache läßt jedoch, da oaS Urtheil fich darüber nicht auS- spricht und ein« Feststellung darüber nicht trifft, daß die Zahlenden die Unentgeltlichkeit der Amtshandlung gekannt haben und fich die Nichtberecktigung der Forderung bewußt gewesm find, die Möglichkeit offen, daß dteselbm die Zahlung in dem Glauben einer ihnen obliegenden Pflicht geleistet, also nicht haben schenkm, sondern den gefordettm Betrag als eine Schuld entrichten wollen." August der Verbrecher. Die Uhr zeigte auf Sieden. Nur wenige Sekunden später ertönte die Hausglocke der Druckerei und während man sonst in dem großen Setzersaal nur jm«S aeheimnißvolle, klappernde Geräusch der„Winkelhaken" zu hören gewohnt war, sener kleinen Instrumente, in welche der Setzer Buchstabe an Buchstabe reiht, um, wenn es gefüllt ist,„auszuheben" und wieder mit neum Zeilen zu füllen, jetzt, als die Hausglocke ertönte, ward es lebendig. Die Sitzer tn ihren langen, blauen Kitteln oder auch in ihrm weißm HemVSäimeln, fie legten ihr kleines HandweikSzeug auf vie Seite und eilten zu den Wafchtoilettm, in die Kleiderstuben, und hinunter ging eS die Treppe, immer drei bis vier Stufen auf einmal, bis fie auf der Straße angelangt warm und un- willkürlich einen Moment stehen blüben, um vie stische Luft einzuathmen. In größeren und kleineren Trupps wandten fie fich rechts und links, die einen den Weg nach Hause zu, die anderen den nach einer Restauration einschlagend. Unter dm „anderen"defanv fich ausnahmsweise heute„August", der von Vorgesetzten und Genossen gleich geachtete, immer fiöhliche, vor. zügliche Arbeiter. Die kleine Truppe war heule besonders fidel, und herzliches Lachen ertönte, wenn„August" wieder einmal eine seiner meist witzigen, trockmm Bemerkungen gemacht hatte, mit denen er blitzschnell stets mr Hand war. Man war unter lauter Fiöhlichkeit in der Restauration angelangt und unbe- kümmert darum, daß zu Hause sttne brave Gattin mit dem Avmdbrod auf„August" wartete, saß dieser vergnügt zwischen seinen Kollegen und zechte. Schon mehrere Male hatte August seinen Nachbar zur Ruhe ermahnt, weil dieser eS nicht lassen kommen? Sieh, e» fällt so auf und die Leute rede» darüber." „Wer ist drübm, mein Schaß?" „Niemand al« Bertha von Noltje, Marie von mit ihrer Schwester Klara, Gleichen von Boßwitz Leopold." „Rauten?" „Er verfichert, er hätte Dich seit einer Ewigkeit nicht gesehen." „Seit einer Ewigkeit? Ja, ganz recht, seit gestern Morgen, und mir kommt es fast so vor, als ob eine Ewig- keit zwischen gestern und heute läge." „Was hast Du nur, Han»?" sagte die Schwester, ihn ängstlich anschauend.„Ich weiß gar nicht. D« bist seit kurzer Zeit so merkwürdig ernst— al« Du von Deiner Reise zurückkamst, warst Du Lust und Leben selber." „Ja; aber, mein liebe« Kind, wir«erde» mit jedem Tage älter und vernünftiger." „Aber doch nicht so rasch, Han», den« da liege« ja kaum Wochen dazwischen I Hast Du etwa» auf dem Herzen, Han«? Vielleicht irgend«ine Sorg«? Laß fie mich wessen, und wen» ich oder Leopold fie von Dir nehme» könnten, so sollte es ja mit Freuden geschehen." »Ich glaube es Dir von ganzem Herzen," sagte der Bruder gerührt, indem er fie wieder an fich zog,„und ich verspreche Dir auch, daß da», was mich gegenwärtig wirk« lich beschäftigt und zerstreut macht oder trübe stimmt, morgen Mittag Dir kein Geheimniß bleiben soll, wenn es bi» dahin nicht vollständig gehoben ist. Bist Du damtt zu- friede»?" „Ja, Hans, vollkommen," lächelte Franziska;„dann mußt Du«ich«der auch jetzt begleiten und ei« freundliche« Geficht mache«, nicht wahr? Sieh, es find so viel« hübsche Mädchen drüben bei mir, und ein alter Junggeselle, wie Du denn doch nun einer bist, darf fich nicht zu grämlich zeig«,, oder er«acht fich ganz verabscheuungswerth." „Also werde ich liebenswürdig sei« müssen," sagte Han« mtt eine« doch etwa» erzwungene» Lächeln, indem er sein«, Schwester de»»r« reicht,—„so komm, Fränzchen." konnte, ihm in seinem Barte herumzuspielen.„Weest de," sagte er endlich ganz gemüthlich,„wenn Dir mei Bart Int Wege ist, dann nehm' merk lieber runter I"„Jawohl." riefen darauf die Genoffen„famoser Spaß" und wenige Minuten später war der Barbier da und unter allgemeiner eeiterkett war Auaust'S G-stckt glatt rastrt. Kaum aber hatte er fich abgetrocknet und seinen Genossen sein gla t raärtes Geficht zu« gewandt, als dies« im ersten Schreck einen Moment stumm blieben, dann aber wie aus einem Munde riefen:„August, nu stehst de aus wie e Verbrecher!" Das war ihm nun gerade nicht angenehm zu hörm, aber harmlos wie er ist» achtet« er nicht weiter darauf, sondern ging, al» er noch ein Seidel getrunken, stillvergnügt nach Hause. „Gesten Abend I na, Du hast wohl lange gewart, nu bring' aber daS Essen," rief er, als er in sein Zimmer trat, in dem der Tisch schon gedeckt stand. Die Angeeedete, seine Frau, wollte etwas erwwern, als ste aber ihrem Manne in'» Geficht schaute, blieb ihr, wie man zu sagen pflegt, da« Wort im Mund« stecken. Met ängstlichen Bi,ck<n musterte ste sein so verändertes Geficht und endlich fand fie die Sprache wieder. „Aber um Hemmeltwillen, wie stehst Du denn aus, Mann?" August erzähtte ihr nun daS Vorgefallene, aber wie er eS auch erzählen mochte, seine Frau wird immer stiller und stiller und nach einem nochmaligen, schier entsetzten Blick auf sein Geficht, wandte ste fich endlich auf da» Tiefste betrübt von ihm ab, und als ste zu Bett gegangen waren, hörte er sein« so gute Frau tief und schmerzlich schluchzen. Am anderen Morgen packle ste ihm wie gewöhnlich sein Frühstück ein, aber noch immer hatte st« keines der freundlichen Worte, die fie ihm sonst zum Abschied gab, wenn er zur Arbeit ging. DaS begann de« braven, fe tedfettigen August aufzuregen und zum ersten Male dachte er daran, daß er doch eigentlich mit dem Bartabnehmen «inen dummen Streich gemacht habe.„Nu, sag« mal," Hub er endlich an,„wenn wrrscht de denn nu endlich mal ee'n Ton reden I waS ist denn da« für«in Gezerre." Die Frau aber redete nicht, denn eS wollte ihr schier daS Herz abdrücken, wenn fie ihrem Manne in da» Antlitz sah. Sein sonst so gute» Gesicht, wie war es umgewandelt! Wie ein Verbrecher, ja so muß ein Mörder autsehm, dachte ste bei fich mtt Entsetzen, als ste end- lich die Stube verließ, um nicht länger den schrecklichen An- blick zu sehen. August nahm sein Frühstück und trottete höchst mißvergnügt von bannen. Ja der Arbeit, unter seinen Genossen, würde er den Aeeger schon überwinden, dachte er, aber er hatte fich geirrt- Seine Kollegen, welche gestern Abend zu- gesihm, wie ihm der Batt abgenommen wurde, waren schon vor ihm tn der Druckerei erschienen und wie ein Lauffeuer hatte fich die Nachricht von dem schrecklichen Aussehen August'» im ganzen Hause verbrettet. Kein Wunder also, daß ein surchtdaees Halloh entstand, alS er den Saal betrat.„Wie ein Verbrecher, August, stehst- aus," hieß«S von allen Setten — und fie hatten so Unrecht nicht. DaS alattrafirte Gestcht mit den hervortretenden Backenknochen, nieoriger Stirn, es hat!« in der That etwa» ganz Unheimliche». Ein Jever macht« nun seine Witze, der Eine brachte eine Zeichnung, welche einen Galgen vorstellte, der andere eine, welche einen Einbruch zum Gegenstände hatte k. Ein Jever hatte eben etwas boShafteS für August, aber alle waren darüber einig, daß er wie ein Verbrecher aussah. August hatte sonst eine Lammsgeduld, aber heute, wo die Sticheleien gar kein Ende nahmen, ging fie ihm in die Brüche. Noch chatte er fich bezwungen, allen höhnischen Bemerkungen ein überlegenes Lächeln entgegen zu hallen, als aber ein Setzer aus dem Akstdenzsaal heraufkam, um mtt lästiger Neugierde fich„August, den Verbrecher" anzusehen. war seine Gesuld erschöpft.„Nu, Sie Affe, waS wollen Sie denn? Gucken Sie mir in den Rücken und bekümmern Sie fich um Ihre eigene Visagel" mit diesen klasfischen Watten schrie er den Zudringlichen an. Dieser aber war unvernünftig genug, seine Sticheleien fortzusetzen, bis August ganz außer sich gerteth und mtt schneller Wendung jenem den mit Lettern gefüllten Winkelhaken an den Kopf warf, und daS war da» Signal zur Brlgerei. Schnell aber war der Faktor zur Hand um Ruhe zu steften und befahl jenem Setzer, daß er hinunter an feine Arbeit gehen tolle, di«ser aber weigerte fich dessen unter einer für den Faktor beleidigenden Aeusjerung und des- balb ward der renitente Setzer sofort entlassen. Daß der Faktor zur Entlassung sein gutes Recht hatte, wollte vem Be» troffenen nicht einleuchten und er klagte deshalb auf Erstattung d,s Lohne » für 14 Tage. Noch ehe«S aber zur Haupt- Verhandlung kam, besann er fich eines Besseren und nahm seine Klage zurück.(Leip. Ger .. Z lg.) M»les WÄ ArbeüerwÄWtmg. Zum allgemeine« Maurerstretk in Berlin . Nach Nr. 48 der„Baugewerks-Zcttung" vom 17. Juni d. I. hat die Innung, Bund der Bau, Maurer« und Zimmermeister zu Berlin in einer am 13. Juni d. I. eir berufenen Versammlung von JnnungSmitgliedern und außerhalb der Innung stehmden Inhabern von Baugeschäften folgend« Resolution einstimmig gefaßt:„Die n-uerdingS von den Mmrergesellen B-rltnS ge- fordette Lohnerhöhung deS bisher für lOstündig« A bettSzeit „Und mit der Zigarre im Mund« willst Du mich hin» überführe«?" „Ja so," seufzte Hans,„daran hätt' ich beinah' nicht gedacht—«vd ich habe fie eben erst angezündet!"— Er legte fie auf seinen Schreibtesch. „Es ist nur«in einzige» Glück, daß Leopold nicht raucht!" sagte das junge, fröhliehe Mädchen. Hau» nickte, erwiderte aber nicht« darauf und schritt mit seiner Schwester hinüber, wo ihn die kleine Gesellschaft schon erwartere und fteundlech begrüßte. „Aber, Hans", sagte Rauten, ind«« er ihm die Hand reichte,„wo hast Dn eigentlich die letzte Zeit gesteckt? Ma» bekommt Dich ja gar nicht mehr zu sehen l" „Du weißt, was vorgefallen ist..." „Ja, mit Dürrbeck— Du lieber Gott des Menschen Wille ist sein Himmelreich! Er hätte es besser habe« können, aber er hat eben nicht gewollt." „Was ich Dich fragen wollte: Du sollst an mich eine» letzten Brief von ihm übernommen haben?" „Ich erzähle eben den jungen Dame« die Geschichte; ich hatte ihn natürlich in«ein« Brieftasche gelegt, und mit ein« Frechheit, die mir wahrhaft unbegreiflich ist, wurde mir die# sel e lau« eine Viettelstunde später aus der Brusttaschc gestohlen." „Das wäre«in ganz neue, Jndustriezweig für Rhodenburg, den» ftüher wußte«an hier von nicht» der« gleichen." „Ach doch. Hm von Solberg," fiel Bertha ei«, ist in neuerer Zeit schon m-hrfach vorgekommen! Denke» Sie, nur, meiner Mama haben sie da« Porte» «onnaie in der Kirche au» der Seitentasch« ihres Kleide» gestohlen!" „In der That?" „Ja." rief Mari« Hasting,„und dem Herr« Oder« Serichtsrath Schutte« haben fie neulich die Uhr mit der !ett« im Theater abgezwickt— fie wissen es s» schlau an» znfangen.. (Fortsetzung folgt.)
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