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als durch eine nationale. Die Großindustrie wird sich auch durch eine nationale Ausstellung in Berlin nicht abhalten laffen, die projektirte Weltausstellung in Paris zu beschiden. Jeder in Deutschland weiß, wo er sich die Erzeugnisse des deutschen Gewerbefleißes beschaffen kann, dazu bedarf es feiner Ausstellung. Eine nationale Ausstellung wird taum viele eine in auswärtige Räufer anziehen, das lann ternationale. Der Sẞflicht Reichshauptstadt ist es, dem Beispiele von Paris , London , Wien u. s. w. zu folgen. Wenn Berlin eine Weltstadt sein wil, darf es vor einer internationalen Ausstellung nicht zurückscheuen. Dazu gehört nas türlich die gemeinsame Theilnahme aller Faktoren, dazu gehört vor allem die Theilnahme des Reichs, die ist aber auch zu einer internationalen Ausstellung nothwendig. Da bis jetzt die Re gierung fich für eine Weltausstellung nicht erwärmt hat, will man wenigftens eine nationale haben. Dieses Auskunftsmittel ift fein glückliches. Der Gedanke, der gefördert werden sollte, wird dadurch geschädigt. Auch bestreite ich, daß die 30 000 M., die wir zu Vorarbeiten bewilligen sollen, uns nicht bindend Man sagt, Berlin wird verpflichten. Durch den haben, ich will mich Frembenzufluß großen Nugen haben, ich auf Wahrscheinlichfeits Rechnungen nicht einlaffen. Aber man hofft in den Kreisen der Interessenten, daß die Stadt einen Zuschuß von 2 Millionen Mart leisten wird. Nun man wird wohl mit fich bandeln laffen. Die Geldausgaben find übrigens in lester Reihe erst Gründe gegen die Ausstellung. Doch wird man das, was man von der nationalen Ausstellung erwartet, nicht erhalten. Es sollten alle Kräfte für eine internationale Ausstellung eingesezt werden. Gegen eine nationale Ausstellung aber erfläre ich mich entschieden.
Nach einer Erwiderung des Oberbürgermeisters und des Stadtv. Löwe werden 30 000 M. für die Vorarbeiten zu einer nationalen Ausstellung in Berlin von der Majorität bewilligt.
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Lokales.
Immer neue und sehr interessante Mittheilungen in den Sizungen des Vereins der vereinigten Berliner Sargs fabrikanten ic. illustriren die Mißstände, welche bei hiesigen A anten häusern und Barochien bestehen. Auch die gestern Abend im Restaurant Alt- Berlin" stattgehabte Verfammlung der Mite glieder des Vereins der vereinigten Berliner Sargfabrt.anten zeigte wiederum, wie sehr es im Interesse des großen Bublikums liegt, wenn hier endlich ein Wandel zum Besseren geschaffen werde. Daß man den durch die Beitungsberichte bekannt werdenden Vorgängen aus den Versammlungen der Sargfabrikanten an interefftrter Stelle die größte Beachtung schentt, beweist das Vorgehen des Dirigenten der fönigl. Ent bindungsanstalt, Herrn Geh. Rath Dr. Schröder, welcher bereits Sargfabrikanten mehrere fich ธน bat ent bieten laffen, um thre in den Beitungsberichten enthaltenen Muslaffungen über die Leichenwäscherin Frau S. Dbgleich die Bewetelaft protofolliren. gegen diese Frau erbrückend ist, leugnet fie Alles hartnädig ab und hat fogar den Sargfabrikanten Schulz aus der Begel Straße vor den Schiedsmann wegen Beleidigung laden laffen. Ueber eine Leichendecke, welche fte von einem Sargfabrikanten ohne Bezahlung entnommen hatte und den Betrag auch nicht von dem Käufer erhalten haben will, liegt eine Quittung von ihr vor, in der fie u. A. den erhaltenen Betrag für die Dede erhalten zu haben bescheinigt. Die Herren E. Raiser ( Borfizender) und dessen Bruder A. Kaiser( Landsbergerstraße) berichten über einen jüngst bei ihnen staftgebabten Besuch der Frau S., welcher zeigt, wie ge- weckt diese Frau ist. Bei einer nachgefuchten ,, verhaulichen Unterredung" verschloß sie hinter fich unbemerft tie Bimmerthür, so daß Niemand mehr das Simmer betreten fonnte. Bufällig entdeckten dies die beiden Ehefrauen und es wäre beinahe zu einer ehelichen Differenz gelommen. In den Unterredungen bat fie die berren, fie doch nicht uns glücklich zu machen" sc. Einen Brief an Herrn Tapezirer Jack unterschrieb fie nur mit dem Buchstaben S. Der Brus der dieses Herrn, der Schneidermeister J., hatte in der Frauenflinit wegen der Frau S. eine Vernehmung, wobei thm von dem ihn vernehmenden Inspektor mitgetheilt wurde, daß es in jener Anstalt ,, Usus" fet, daß jeder anftans dige Mensch" der Leichenwäscherin für Waschen und Anziehen Der Leiche 3 M. bezable. Wohl nicht mit Unrecht bemerkte hierauf Herr Jad, daß also Derjenige unanständig sei, welcher diesen Usus" nicht beachte und daß in einem föniglichen In ftitut doch bestimmten Grundsägen gehuldigt werden müßte. Herr Schulz( Biegelstraße) hielt es unter allseitiger Suftimmung für werthool, wenn Personen aus dem Publikum, die jemals mit der Leichenwäscherin Frau S. in Differenzen gerathen find, ihre Angelegenheiten zur Renntniß des Vor fizenden des Vereins der Vereinigten Berliner Sargfabri tanten sc., Gerin E. Kaiser, in Firma Gebr. Kaiser, Lands bergerftr. 27, bringen würden, der im Anschluß hieran fich bereit erklärte, alle Beschwerden aus dem weiteren Publikum über die Angestellten in Krankenhäusern 2c. In einer Besprechung über eine entgegenzunehmen. Berichtigung der Charitee Direktion, den Küfter Moris betreffend, in welcher dem p. Moris ein ganz uneigen nügiges Verhalten im Interesse namentlich der ärmeren Klaffen nachgerühmt wird, legt der Vorfißende, Herr Raiser, ein Hech nungsformular der fal. Charitee- Staffe über Begräbnißlosten und Gebühren vor. Indem er ein Bild über die primitive innere Ausstattung der Särge, wie bie Einfargung über rechnet haupt giebt, Küfter Moris den Sterbe Anzügen einen Verdienst von 100 Prozent und darüber nach. Bei dem großen Bedarf in der Charitre
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war, heizte das Dienstmädchen den Dfen und verbrannte die darin befindlichen Papiere. Diefelben bestanden aus zwet Oppelner Zement- Attien Nr. 3387 und 919 a 600 M.. Dis. fonto Rommandit. Antheile Nr. 14 769, 21 361 und 21 814 a 600 M., einer Russischen 1884er Anleihe Nr. 5835 a 500 Bfb. und 5 Stüd Russische 1880er Anleihe 4 pCt. Nr. 626 796 bis 800.
Zur Warnung vor einer Schwindlerin sei folgendes mitgetheilt: Vor etwa 10 Tagen erschien in einem am Spittel. martt belegenen Geschäft eine anständig, dunkelgekleidete Dame im Alter von etwa 35 Jahren, welche fich als die Wittwe eines Ingenieur Herzberg vorstellte und unter Ueberreichung eines ärztlichen Atteftes um eine Unterstützung bebufs Errichtung eines Kindergartens bat. Gleichzeitig präsentirte die Dame eine Lifte, auf welcher bereits Beträge von 10 bis 20 Mart, im Ganzen etwa 400 Mart gezeichnet waren. Eine Einzeich nung in diese Liste wurde in dem Geschäft nicht gleich gemacht, weshalb die angebliche H. die Papiere zurückließ. Als später Als später Die Papiere nach der angegebenen Wohnung, Lüzonftr. 21, durch die Poft zurückgeschickt wurden, fonnte die Bestellung des Briefes nicht erfolgen, da Adreffatin im genannten Hause nicht zu ermitteln war. Durch weitere Nachforschungen wurde noch festgestellt, daß das der Bittschrift beigefügte ärztliche Atteft gefälscht war.
Das Gesetz, welches die Feier des Osterfestes auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond legt, wird in diesem Jahre in seinen Wirkungen auf die bürgerlichen Ver bältniffe recht unbequem fühlbar. Durch eine Differenz von 12 Stunden wird eine Verschiebung des Festes um volle fünf Wochen herbeigeführt. Der Frühling beginnt dies Mal am 20. März, Nachmittags 5 Uhr, während an dem Morgen des selben Tages, 5 Uhr 32 Min., Vollmond eintritt. Mithin muß man den nächsten Vollmond abwarten, der aunahmsweise erst nach 29 Tagen und dann wieder an einem Sonntage eintritt, so daß abermals 7 Tage bis zum nächsten Sonntage abge wartet werden müssen, der endlich das ersehnte Oftern bringt. Die Schwierigkeiten, die aus dieser Verschiebung des Osterfestes er. wachsen, machen fich in dem wirthschaftlichen Betriebe in ver schiedener Weise fühlbar. Am empfindlichsten wird der Lehr gang an den niederen und höheren Schulen durch eine starle Verkürzung des Sommerhalbjahrs beeinträchtigt. Treten auch die Nachtheile, welche mit dem Wechsel des Öftertermins verbunden find, glüdlicherweise nur selten so grell heroor wie in diesem Jahre, so erscheint doch gerade gegenwärtig der bereits vor einem halben Jahrhundert gemachte Vorschlag des franzö fichen Aftronomen Arago und des deutschen Chronologen Jdeler, den Dftertermin, ohne Rücksicht auf den Vollmond, auf den ersten Sonntag des April festzusetzen, der Erörterung der weitesten Kreise werth.
Jugendliche Diebe. Gestern Nachmittag wurden in der Neuen Jakobstraße drei Knaben bemerkt, welche vor einem Barbierladen standen und sich ein Thermometer längere Zeit befahen, bis endlich der größere einen der Ileineren Knaben in Die Höhe hob, so daß dieser das Thermometer abnehmen fonnte. Als sich die drei Knaben nach Ausführung der That beobachtet faben, warfen fie das Instrument fort und ergriffen die Flucht. Der Thäter, der 11jährige Knabe K., wurde jedoch feftgenommen und gestand derselbe, daß er von dem größeren Knaben zu dem Diebstahl verleitet worden sei, und daß fie Tags zuvor in der Fischerstraße auch ein Thermometer gestohlen hätten.
Ein bedauerlicher Unglücksfall mit tödtlichem Aus. gange ereignete fich, wie uns mitgetheilt wird, am Mittwoch auf der Berlin Charlottenburger Eisenbahn. Als der Rutscher eines Wagens dieser Gesellschaft vom Bahnhof in Charlotien burg nach Berlin fuhr, bog er fich zu weit über die Schus wand des Vorder perrons, verlor das Gleichgewicht und stürzte vom Wagen. Er kam so unglücklich zu liegen, daß ihm der linte Arm total zerquetscht wurde. Dbgleich dem Verunglückten sofort ärztliche Hilfe zu Theil wurde, ist derselbe bereits am folgenden Tage verstorben.
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Polizei Bericht. Am 18. b. Mis., Morgens, stürzte fich in der Gneisenaustraße ein Dienstmädchen, angeblich aus Lebensüberdruß, nachdem es kurz vorher auch noch Budersäure getrunken hatte, aus dem 2 Treppen hoch belegenen Küchenfenster in den Hof hinab. Dasselbe erlitt durch den Fall einen Bruch des linken Unterschenkels und mußte mittelst Rranten Bu derselben wagens nach der Charitee gebracht werden. Zu derselben Beit brach ein Dienstmann vor dem Hause Elfafferstraße Nr. 68 beim Fallen auf dem glatten Bürgersteig das Bein. Er wurde nach dem Lazarus Krankenhause gebracht. Am Vormittage desselben Tages wurde eine Frau in der St. Thomas- Kirche plöglich unwohl und verstarb bald darauf in der Salristei am Bu derselben Beit wurde ein Mädchen in der Herzschlag. Wohnung seiner Mutter in der Friedenstraße und ebenso ein Mann in seiner Wohnung in der Elifabethstraße erhängt vor gefunden. Die Leiche des ersteren wurde nach dem Leichenschaus bause gebracht. Am 18. b. Mis, Abends, wurde der Wächter Biedermann, als er fich zum Antritt des Nachtdienstes meldete, plöglich unwohl und verftarb, nach hause gebracht, gleich nach der Ankunft daselbst am Schlagfluß. Am 18. d. Mts. war in einem Buderwaarengeschäft, An der Stechbahn Nr. 1, ein Thürvorhang in Brand gerathen. Das Feuer wurde von den Anwesenden noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht.In der Nacht zum 19. d. Wits. entstand in dem Bigarrenladen Don Loeser u. Wolff, Dranienstraße Nr. 57, dadurch Feuer, taß Bigarren, welche in der Nähe eines geheizten eisernen Dfens standen, fich entzündeten. Das Feuer wurde von der Feuer wehr bald gelöscht.
muß dieses Geschäft einen guten Verdienst abwerfen. Boris Vereine und Versammlungen.
zahlt teine Gewerbesteuer, hat freie Wohnung und ein festes Einkommen von 3000 m, außer den weiteren Emolumenten. In der vorgedachten Berechnung" ist sub IV die Position Bebühren" aufgeführt und zwar: 11 M. für männliche Leichen, 9'M. 10,50 M. für weibliche Leichen, 9 M. für Leichen von Kindern unter 12 Jabren." Man höre hierüber die von Herrn Kaiser gegebene Erklärung, welche von bohem allgemeinen Intereffe ift. Ver unglüdt Jemand oder wird ein Kranfer nach der Charitee gebracht und stirbt dort, so gehört er dem Kirchspiel der Charitee an, welche einen eigenen Begräbnißplaß befigt. Die Leiche muß, wenn fie auf einem anderen Kirchhof beerdigt werden soll, bier erst ausgelauft werden und dafür werden vorstehende Gebühren berechnet. Eine derartige Eins richtung besteht bei feinem anderen Krankenhause. Daß übrigens der Küster Doris von der Charitee ein wenig Respett Antlagen ihn in den Versammlungen Der vereinigten Berliner Sargtischler erhalten hat, beweist eine viel Heiterkeit erregende Mittheilung des Sargfabrikanten Schulz( in Firma Schulz und Nobert), Chariteelüfter in nach welcher ber verstorbenen Unterredung wegen der Beerdigung eines Kindes ihm gegenüber vor einigen Tagen geäußert hat: Sch will Ihnen was sagen, seitdem die Sargfabrikanten die große Lippe ristiren, sage ich gar nichts mehr. Bringen Sie mir Die Fuhrwertsquittung, dann will ich Alles besorgen." Auch von anderen Instituten tommen ähnliche Beweise zur Kenntniß der Versammlung, daß die Agitation der Sargfabrikanten fchon Vortheile zeigtigt. Auf die weiteren, ebenfalls sehr inter effanten Vorgänge in der Versammlung tommen wir noch zurüd.
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Ueber eine foftspielige Simmerheizung wird uns geschrieben: Ein in der Bergmannstraße wohnhafter Fubiherr bat am 17. b. M. Abends beim Verlassen seiner Wohnung feine Werthpapiere im Betrage von 16 700. angeblich zur befferen Sicherheit in den Dien gesteckt und am andern Mor gen vergessen, dieselben wieder herauszunehmen. Am folgenden Lage, während der Fuhrherr seinen Geschäften nachgegangen
Menschen find. Eine solche wirkliche Sozialreform herbeizu fübren, set vorzugsweise die Aufgabe der arbeitenden Voltsflaffen. Die nächste Etappe auf dem Wege, der zum Ziele führt, sei die Drganisation der Arbeiter in Fachvereinen. Ber einzelt sei bei den gegenwärtigen Produktionsverhältnissen der Arbeiter macht und rechtlos; eine Vereinigung sämmtlicher Arbeiter einer Branche, z. B. aller Schneider Berlins , habe aber die Macht, fürzere Arbeitszeit, höhere Löhne und was sonst zur Befferung der Lage der Arbeiter erforderlich ist, berbeizuführen. Die Arbeiter feien aber auch verpflichtet, fich am politischen Leben zu betheiligen und dahin zu wirken, daß die Anzahl ihrer Vertreter in den Barlamenten eine größere werde und die Macht geminne, auf die Gesetzgebung einen entscheidenden Einfluß auszuüben. Zur Distuffton nahmen die Herren Pfeiffer, Täterom, Jmme, Echwerin das Wort, um ihre Zustimmung zu den Ausführungen des Referenten auszusprechen. Die Herren Bafforte und Bilm versezten dadurch, daß sie ihre alten. Anschuldigungen gegen die frühere Lohntommiffion von Neuem anbrachten, die erstgenannten zwei Herren in die Nothwendig feit, das, was fte zu ihrer Vertheidigung schon oft gefagt, von Neuem fagen zu müssen. Es wurde schließlich eine Resolution angenommen, in welcher fich die Versammlung mit den Audführungen des Referenten einverstanden erklärt und anerkennt, daß es nur auf dem Wege der Organisation möglich ist, der heutigen Produktionsweise wirksam entgegenzutreten. In einer weiten Resolution erklärte die Versammlung, daß fie in An betracht, daß die Sublommission der Aufforderung des Schieds gerichts in der Angelegenheit der Lohnfommission nicht nachges fommen ist, jede Anschuldigung als unwürdig verwerfe.
Im Fachverein der Rohrleger sprach am 14. de. Mits. Herr Michelsen über ,, Streits". Referent wies nach, wie schäde lich ein Streit für die Arbeiter ausfallen lönne, wenn dieselben nicht gehörig organifirt find. Nur durch festes Zusammenhalten der Gewerksgenossen sei auf diesem Wege etwas Ersprießliches zu erreichen. Redner bemerkte, weil der Bauarbeiter nur im Sommer Arbeit habe, da sein Geschäft im Winter Darnieder liegt, müßte sein Lohn ein derartiger sein, daß er auch im Winter nicht zu darben brauche. Bur Diskussion sprachen die Herren Redner und Schweizer im Sinne des Referenten. Herr Frisch stellte den Antrag, bie reftirenden Mitglieder nicht zu streichen; der Antrag wurde einstimmig angenommen. Dann sprach der Metallschleifer Herr Knoppe über den Streit bei Wolter, Dresdenerstraße 38. Für die streifenden Schleifer wurde eine Tellersammlung veranstaltet und der Betrag Herrn Knoppe übergeben. Dann wurde die Verlegung des Vereinslokals beschloffen und ein Vergnügungse Komitee zum Stiftungsfest gewählt, welches im Mai statt finden soll.
In der Versammlung des Fachvereins der Posamentiere und Seidentnopfmacher vom legten Montag er regte nach Erledigung verschiedener geschäftlicher Mittheilungen besonders ein Schreiben der in der Bofamentier. Waarenfabrik von Jean Arold in Nürnberg beschäftigt gewesenen Gehilfen allgemeines Interesse. Dieselben theilen mit, daß sie auf Grund verschiedener ehrenrühriger Reden, welche fich Herr Arold gegen fte erlaubt hätte, die Arbeit niedergelegt haben und ersuchen den Buzug nach Nürnberg möglichst fernzuhalten. Die Versammlung beschließt demgemäß. Hierauf theilt der Vorsitzende mit, daß sich in Offenbach a. M. ein Fachverein der Bosamentiere und Seidenknopfmacher gegründet habe. Die Bersammlung nimmt freudig hiervon Kenntniß, umſomehr, als Dies leider erft der einzige Fachverein in der Posamentier Branche ist, welcher außerhalb Berlins in Deutschland besteht. In der ficb bier anschließenden Diskussion wird jedoch der Vors schlag der Offenbacher Kollegen, welche einen Verband gründen wollen und den Berliner Verein zur Theilnahme einladen, von der Versammlung abgelehnt. Bwar nicht aus prinzipieller Gegnerschaft gegen einen etwaigen Verband, sondern weil, wie die meisten Redner befürchteten, die Zeit zur Gründung eines solchen aus verschiedenen politischen und anderen Gründen teine günstige fei. Der Vorstand wird beauftragt, unter Bes tonung des freundschaftlichsten Entgegenkommens in anderer Beziehung, diesen Beschluß der Versammlung den Offenbacher. Kollegen zu übermitteln.
Eine Generalversammlung der Maurer Schönebergs und Umgegend, von mehr als 100 Personen besucht, fand am 15. März in Heckendorf's Salon, behufs Gründung eines Fach vereins, statt. Herr Regierungsbaumeister R Bler hielt einen mit vielen Beifall aufgenommenen Vortrag über Bwed und Biele der Fachver eine." Redner betonte hauptsächlich, daß die heutige ungünstige Lage der Arbeiter durch Gründang von Fachvereinen, durch Organisation sämmtlicher Arbeiter wefents lich gebeffert werden könne. An der Diskussion betheiligten fich mehrere Redner, welche alle die Gründung des Vereins empfahlen; ein diesbezüglicher Antrag wurde einstimmig anges nommen und zeichneten fich sofort 40 Mitglieder ein. Bum provisorischen Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Herr Bärdig zum ersten, Herr Albrecht zum zweiten Vorsitzenden, Herr Hagen als Schriftführer.
* Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Maler und verwandten Berufsgenossen( E. H. Hamburg ). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Theilung Berlins in 4 Filialen am 14. Februar begonnen hat, und werden diejenigen Mitglieder Der Kaffe, welche nicht im Süden oder Südoften wohnen, ersucht, sich spätestens bis 1. April an der alten Stelle abzus melden und in den Filialen, denen sie dann angehören, spätestens bis dahin einschreiben zu laffen, da sonst im Er tranfungsfalle Weiterungen entstehen und auch die Bücher nicht in Ordnung gebracht werden fönnen. Die Raffenstunden find in sämmtlichen Filialen Sonntag, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, und Montag, Mittwoch und Freitag, Abends von 7 bis 8 Uhr. Ferner werden die Mitglieder ersucht, in den Quartals ftatt: für Filiale I Nord am 6. April im Vorstädtischen Rafino", derfir. 144; für Filiale II Dft am 13. April im Restaurant Hildebrand, Weberstr. 17; für Filiale III Süd am 20. April im Café Reiher , Mite Jatobftr. 83; für Filiale IV Weft am 20. April in der Anhaltschen Refsource", Mödern und werden dieselben seiner Zeit noch im Annongentheil dieses Blattes bekannt gegeben.
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* Fachverein der Tischler. Die Versammlung am Mon tag, den 22. b. M., in Jordans Salon, Neue Grünstraße 28, fällt aus, dafür findet am Dienstag, den 23. März, Abends 8 Uhr, in dem genannten Lokale eine außerordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung fiehe Inserat. Die Bablstellen des Vereins befinden fich: 1) Blumenstraße 56 ( Tischlerherberge), 2) Staligerstraße 18 bei Stramm, 3) Belles Allianzeplay 6 bei vilicher, 4) Bionslirchplay 11 bei Hohn, 5) Müllerstraße 184 bei Hähring. Dafelbft werden jeden Sonne abend, Abends von 8 bis 10 Uhr, Beiträge entgegen und neue Mitglieder aufgenommen.
hr. In einer öffentlimen Versammlung der Schnet- versammlungen recht zahlreich zu erscheinen; diefelben finden der, welche am Donnerflag Wilhelmstraße 118 unter dem Vor fige der Herren Pfeiffer und Täterom stattfand, hielt der Reichstagsabgeordnete Herr Pfannluch einen beifällig aufges Reichstagsabgeordnete Herr Bfannluch einen beifällig aufge nommenen Vortrag über: Die beutige Produktionsweise und ibre Erscheinungsformen." Der Vortragende besprach in ein gehender Weise die mit der modernen fapitalistischen Produtstraße 114. Alle Versammlungen beginnen Abends 8 Uhr tionsweise verbundenen Erscheinungen, die bis zum Aeußersten gehende Theilung der Arbeit, die an Stelle der Lohnarbeit getretene Altordarbeit, die dem Dienste des Kapitals verfallene, von Kaufleuten und Fabrikanten nach Möglichkeit ausgebeutete Arbeitskraft der Handwerker, nicht allein der Gesellen, sondern auch der Kleinmeister, die das zum fabrikmäßigen Betriebe ihres Gewerbes nöthige Kapital nicht befizen, die infolge der Einführung und Vervollkommnung der Maschinen stets mach fende Reservearmee arbeitsloser Arbeiter, welche genöthigt find, ihre Arbeitskraft au billigeren Preisen anzubieten und da Durch die Löhne herabzudrücken, die in Folge der planlosen Maffenproduktion von Beit zu Beit mit Nothwendigkeit eintretenden Krisen, burch welche die Nothlage des Handwerter standes mehr und mehr gesteigert wird. Der Redner wies dann auf das aussichtslose Streben Derjenigen bin, die unter den heutigen Produktionsverhältnissen das Bunstwesen des Mittelalters neubeleben und dadurch eine Besserung der Lage des Handwerkerstandes herbeiführen wollen. Er führte dann aus, daß das Biel einer gründlichen Sozialreform nur dies sein könne, an Stelle der jeßigen fapitalistischen Produktionsweise, deren naturgemäße Wirtung die Anhäufung von Reich thümern in den Händen einer tieinen Minderheit und die mehr und mehr zunehmende Verarmung der großen Maffen der Handwerker und Arbeiter ist, welche durch ihre Arbeit alle Werthe und alle Reichthümer schaffen, eine andere ber Gerechtigkeit mehr entsprechende Produktionsweise, nämlich die genoffenschaftliche Produktionsweise herbeizuführen, bei welcher bie Arbeiter nicht mehr Werkzeuge zur Bereicherung der Unter nehmer, sondern freie, lediglich in ihrem Intereffe arbeitende
Gesangverein Sängerluft", Ballifadenstr. 9, jeden Sonnabend Abend 9 Uhr.
* Vereinigung der deutschen Schmiede( Mitglied schaft Berlin ). Heute Abend 8% Uhr Versammlung in Gratweil's Bierballen, Kommandantenftr. 77-79.( Näheres fiebe Inserat.)
Generalversammlung der Kisten- und Koffer macher Berlins Sonntag, Vormittags 10%, Uhr. Tagesa ordnung: 1. Stellungnahme zum Streit bei Simon u. Müll r. 2. Verschiedenes.
Die Versammlungsanzeige zu der Volksversammlung, in welcher gestern der Herr Reichstagsabgeordnete August Bebel in Keller's Salon, Andreas str. 21, sprach, bat in unserer geftigen Nummer durch ein bedauerliches Versehen eines Segers im redaktionellen Theil unseres Blattes leider teine Aufnahme gefunden.