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nds, sondern die Sozialdemokraten aller Länder, im Gegensat| ben berrschenden Klaffen, mit denen wir uns grundfäßlich einem unaufhörlichen Kampf befinden. Die Bastet in utschland bat beftanden auch ohne ein spezielles Organ und ein solches durchaus nicht unbedingt nothwendig. Es bierauf eine längere Baufe ein.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlung werden einige tikel aus dem„ Sozialdemokrat" verlesen, in welchen den arteigenoffen ganz besondere Vorficht bei Abtaffung von tiefen und wo es angeht, die Benütung von Dedadressen pfohlen wurde. Bebel: Die titel find in der immften Beit abgefaßt worden, zu einer Beit, wo Briefgeheimniß vielfach verlegt wurde und tausende Haussuchungen gegen unsere Parteigenoffen vor mommen wurden und zwar ohne alle und jede dficht auf die Bestimmungen der Straf Prozeßordnung. it welcher Rücksichtslosigkeit man vorgegangen ist, erhelli . aus der Thatsache, daß, als ich mich im vergangenen ahre auf einer Geschäftsreise befand, meine Anfunft von Drt Drt avifirt wurde. Sowohl als ich in Karlsruhe , als auch i in Mannheim anlam , wurde ich von Polizisten fangen und auf fast allen meinen Bängen begleitet. In Dannheim, wofelbft ich einen großen Kundenkreis habe, wurde Don Runde zu Kunde von einem Bolizisten begleitet. Diefer blieb selbstverständlich vor der Thür stehen, erkundigte 14 i politische Gespräche geführt habe sc. Daß mich das ge. tennat lich geschädigt hat, wird einleuchten, wenn man erwägt, meine Kunden fast sämmtlich nicht auf meinem politischen Standpuntte stehen.
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In Chemnitz wurden im vergangenen Jahre während meiner Abwesenheit meine Roffer aus meinem Hotel auf die
egab, wurden mir noch auf's Eingehendste meine Taschen unter fucht. Als ich nach der Ursache dieser Maßregel fragte, wurde mir bedeutet, man suche nach verbotenen Schriften. Wenn Daß einem Manne von meiner Stellung pasfirt, wie dürfte e
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Präs.: Es
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Präfident, wir hatten bisher alle Ursache, sowohl mit dem Ver. halten des Herrn Oberstaatsanwalt, als auch mit der Leitung Der Verhandlung aufrieden zu sein. Die Frage, die aber jest an mich gerichtet wird, in der ich nicht über Handlungen, son bern über meine Gesinnung Austunft geben foll, erinnert doch lebhaft an Inquifition. Ich weiß nicht, ob der Herr Präfident berechtigt ist, eine solche Frage zu stellen. Bräs.: Herr Viered, laut Straf- Brojeßordnung bin ich wohl berechtigt, diese Frage zu stellen; Ihr Recht ist es, die Antwort zu verweigern. Ich muß jedoch behufs Aufklärung der Sache auf der Frage ftellung beharren. Biered: Dann verweigere ich die Ant wort. Bräs.: Herr Bebel, wünschen Sie die Berbreitung bes, Sozialdemokrat"? bes Sozialdemokrat"? Bebel: Ja. Bras.: Herr Dies, wünschen Sie die Verbreitung des Sozialdemokrat"?- Diet: Mir ist es einerlei. Heinzel verweigert auf diese Frage die Antwort. v. Bollmar antwortet mit Ja, während alle übrigen Angeilagten die Frage ebenso wie Dies beantworten. Es wird hierauf eine Reichstagsrede Hasenclevers verlesen, in welcher diefer sagt: Wir haben weder einen Parteivorstand noch eine Drganisation. Präs.: Diese Neußerung Hafen clevers ftimmt nicht mit Ihrem Bugeftändniß, daß wohl eine Bartelvertretung existirt? Bartelvertretung existirt?- Bebel: Hasenclever hat insofern Recht, als diese Bartelvertretung aus den jeweiligen Reichs tagsabgeordneten besteht, diese aber doch bisweilen wechseln.
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Der Oberstaatsanwalt beantragt, das Erlenntniß aus einem im Juni d. J. zu München stattgefundenen Prozesse zu ver lesen, wonach eine Anzabl Münchener Sozialdemokraten auf Grund der§§ 128 und 129 des Straf- Gesezbuches verurtheilt worden find. Bertheidiger Rechtsanwalt Mundel protestirt gegen die Verlesung, da er das Erkenntniß nicht lenne, even tuell beantrage er, eine Frift zu gewähren, damit er vorher in das Erkenntniß Einsicht nehmen und sich alsdann mit seinem Mitvertheidiger und den Angeklagten besprechen
tönne.
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Angellagte: Biered proteftirt ebenfalls in seinem persön lichen Intereffe gegen die Verlesung, da er jegt in München wegen beffelben Bergehens angeflagt sei. Nach noch länge. rem Disput zwischen dem Oberstaatsanwalt und dem Rechts anwalt Mundel steht ersterer seinen Beweisantrag zurüd.- Es wird hierauf eine Stelle aus dem Kopenhagener Kongreß
und nicht gefeßeskundig find. Dieser Artikel, in dem Vorsicht empfohlen wurde, war daher wohl geboten. handelt fich wesentlich um die Stelle, wo es heißt: Die Protokoll verlesen, wonach ein Antrag angenommen wurde, daß Bertreibung verbotener Schriften muß mit aller Bo: ficht be
trieben werden."
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botener Schriften befaßt, muß selbstverständlich vorfichtig zu Werle
Bebel: Wer fich mit der Vertreibung ver
geben.
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Bräf.: Wenn das selbstverständlich ist, dann wäre doch
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nur diejenigen an der Abstimmung theilnehmen tönnen, die ein beftimmtes Mandat haben."
maren.
Die Barnung nicht nothwendig gewesen? Bebel: Angesichts De vorgelommenen Unzuträglichleiten find solche Warnungen niemals überflüffig. In einem weiteren Artikel bes Sozialdemokrat" wird ben Parteigenoffen gefagt: das wohl die Bertreibung, nicht aber der Beft verbotener Schriften ver Bebel: Diese Bemerkung ist jedenfalls geschehen, da felbft mußten deshalb einen solchen Beschluß faffen. Das Wort
boten fet.
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In den Kreisen meiner Reichstags Kollegen, also den Geset gebern des Deutschen Reiches, in dieser Beziehung bisweilen bollständige Untenntnis herrscht. Ich habe die Erfahrung ge macht, daß selbst Reichstags- Abgeordnete nicht wußten, daß das Abonnement verbotener Beitungen gefeglich erlaubt sei. In finem weiteren Artikel des Sosialdemokrat" wird über die Berlegung des Briefgeheimnisses und das Verschwinden von Briefen Klage geführt und der Vorschlag zur Etablirung einer Higenen Barteipofi" gemacht, beren erfte Anfänge bereits Borhanden seien". Auer: Ich habe zunächst zu bemerken, Daß der Artikel im Auslande erschienen ist und jedenfalls nur
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Huer: Wie auf allen Kongreffen, so finden sich auch auf ben unfrigen sogenannte Kongresbummler ein. Go tamen 3. B. plöglich auf den Kongres zu Wyden ein Bankier aus Ulm und ein Advokat aus Köln angereift. Es waren das be tannte Parteigen offen, die in der Schweiz auf Sommerfrische Da fie nun hörten, daß wir auf dem alten Schloß Wyden waren, tamen fie bin; selbstverständlich fonnten diese beiden Leute nicht an der Abstimmung theilnehmen. Wir ,, Mandat" ist durchaus nicht so wörtlich zu nehmen. Es ist ja möglich, daß einige Genoffen Delegirte gewählt haben, wie das geschehen ift, wissen wir nicht. Es wird ja Manches ohne weitere Ueberlegung in dem Kongres Protokoll niedergeschrie ben. Wenn man wüßte, daß man für jedes darin enthaltene Wort zur Verantwortung gezogen werden wird, dann würde man ja vorsichtiger sein.
Auf Antrag der Angeklagten wird tonftatirt, daß nach Schluß des Wydener Kongreffes vor dem Landgericht au Elber feld gegen Oppenheimer, Hillmann und Genossen ein Verfahren
einer späteren Bersammlung am 17. Januar d. J. wurde nun besonders die Firma Niemer start fritifirt und nach Aussage des Polizeilieutenants. sowie des Schußmanns, welche die Bersammlung überwachten, soll hauptsächlich dermol Angeklagte Müller in aufreigender Weise aufgetreten und bie Worte gebraucht haben: Unser Fleisch und Blut haben uns die Herren genommen, fegt möchten fte auch noch unfere d Knochen haben." Diese Redensart hatte der Angeklagte Wasner, wenn auch in etwas abgeschwächter Form wiederholt; gegen beide stellte die Firma C. Riemer den Strafantrag wegen Be leidigung. Außerdem waren Wasner und Baulsen angeklagt ber Nöthigung refp. Bedrohung. Die Kriterien fanden sich in folgendem Thatbestand:
Die Streiftommiffion ließ einen Revers vervielfältigen, nach welchem die Streifenden fich verpflichteten, erstens Berlin zu verlaffen, zweitens nicht bei einem Meister unter dem von Der Streillommiffton festgefesten Tarif zu arbeiten, und drittens ebenfalls diejenigen Arbeitsstätten zu melden, in welchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fich in Differenzen wegen des Lohnes befanden. Ein vierter Paragraph endlich enthielt die Merkmale der Nöthigung, denn der Unterzeichner des Reverses erklärte ausdrücklich, daß er vom Staatsanwalt wegen Betruges zur Verantwortung gezogen werben lönne, wenn er eine ber vorstehenden Bedingungen nicht erfülle.
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Ein Handschuhmacher Scheidner meldete sich bei der Lohn Tommiffion mit seinem Entlassungsschein von Stiemer und er hielt nach Unterschreiben des Revcifes 12 M. Unterstügung. ba er angab auf Wanderschaft gezen zu wollen. Derselbe lamai auch bis Brandenburg . Da er der Sache aber überbrüffigt wurde, lehrte er nach Berlin zurüd, trosdem ihm in Branden burg Arbeit angeboten worden und nahm bei Stiemer die red beit zu dem niedrigen Lobnsas wieder auf. Darauf erhielt er misd eine von Baulsen unterzeichnete Buschrift, in welcher er mit der Anzeige wegen Betruges bedroht wurde, wenn er nicht sofort bie erhaltenen 12. Unterstützungsgelder zurückgable. Der Gerichtshof fand in der Faffung des erwähnten vierten Baragraphen sowohl, wie in dem an Skeidner gerichteten Briefe die Ausübung eines unberechtigten Bwanges, bielt auch die inkriminirten Ausbrüde ber beiden ersten Angeklagten für außerordentlich gefahrbrohend und aufreizend und erlannte gegen Wasner und Müller auf je 6 Wochen, gegen Baulsen auf 14 Tage Gefängniß. Soweit der Thatbestand und das Urtheil. Es find darnach drei Un richtigteiten in den Beitungsberichten enthalten. Die Hand schuhmacher der Firma Riemer wollten teine Lohnerhöhung. sondern nur, daß der Fabrilant sein Versprechen innehalte. Reiner der Angeklagten hat den Ausdrud gebraucht: Die Fabrikanten wollen Leim aus unseren Knochen lochen"," bies ftand auch nicht einmal in der Antlage und brittens hatte ber 2c. Scheibner Arbeit in Brandenburg gefunden, wie er felbft vor Gericht zugab.
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London , 24. Juli. Vor dem Affisengericht in Cor! ftand gestern die nur zwanzigjährige Mary Brophy, angeklagt, ihren einige Jahre älteren Bruder in der greulichsten Weise ermore bet zu haben. Die angeklagte Schwefter lebte mit ihren vier Brüdern in einem Kleinen Häuschen außerhalb Cort. Während bie beiden älteren Brüder als Träger arbeiteten, besorgte die Schwefter das Hausmesen und beaufsichtigte die jüngeren Brüder. Sie scheint fich mit ihrem ältesten Bruder off gegantt zu haben und am Tage vor dem Mord erhielt sie von ihm einen Schlag mit dem Sürelsen über das Geficht. Nachts 11 Uhr hörte man fie in das Schlafzimmer des Bruders geben, und bald nachher tam fte beraus und schleppte etwas Schweres die Treppe hinunter. Man hörte lein Handgemenge, als aber der zweite Bruder nach Hause kam, fand er seinen Bruder bewustlos, mit einer llaffenden Kopfwunde und den
Der Bebante eines sehr phantaftereichen Menschen ist. Die geschwebt, jedoch niedergeschlagen worden sei und bei dem Land. Unmöglichkeit der Bildung einer Parteipoft düfte allgemein gericht in Kiel gegen mehrere Angeklagte die Untersuchung nach einleuchten. Merkwürdigerweise plaudert der Erfinder dieser Rückkehr vom Kopenhagener Kongreß eingeleitet, und auch Körper an vielen Drten mit einem Meffer durchlöchert auf dem Boft fein Projelt ganz öffentlich aus. Wenn der Ober. Wacht niedergeschlagen worden sei. Gegen Bebel set sogar die Unter
neifter Döbler noch hier wäre, dann würde er befunden, daß Ser von Stephan immer noch feine volle Schuldigkeit thut. Ich lehne also die Verantwortung für diesen Artikel auch im tamen aller meiner Mitangeflagten ab. Bräs.:
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ft Jhnen der Verfaffer dieses Artikels bekannt? er: I babe teine Ahnung, jebenfalls ist es ein Mann mit ausgebildeter Phantafie. In einem weiteren tilel des Sosialdemokrat" beißt es: Weiteres über nere Bartetverhältnisse zu berichten, verbieten uns taftische tünde." Bebel: Taktische Gründe, über gewiffe Parteiber Iiniffe Schweigen zu beobachten, hat jede Bartel.- An her Stelle des Ropenhagener Rongregprotokolls heißt es: Der Kongres beschäftigte fich alsdann mit der Verbreitung Bartel Organs. Huer: Das Wort Berbreitung" ist neswegs mit dem Wort„ Bertrieb" au verwechseln. Es ist alich Bericht erstattet worden über die Bahl der Verbreitung Blattes in den verschiedensten Beairten. Weine verren Bichler Wir waren auf dem Kongreffe 60 Mann und wenn auch beim Zusammentritt sehr vorsichtig waren, so fonnten angesichts der Ausbildung des Spigelthums in Deutsch
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fuchung wegen Hochverrath, Majestätsbeleidigung und wegen Berlegung ber§§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches eröffnet, aber sehr bald eingestellt worden. Auf Antrag Bebels wirb noch ein Schriftftüd verlesen, in welchem das preußische Mini fterium des Innern alle Bolizeibehörden Deutschlands auffor bert, das Thun und Treiben der Sozialdemokraten zu beob achten und dem Berliner Polizeipräsidium regelmäßig Bericht au erstatten.
Boden der Küche liegend. Die Schwefter stand neben ihm und behauptete, man habe den Bruder so augerichtet ins Haus getragen. Doch waren die Blutspuren im Bett und bie Nacktbelt des Körpers mit dieser Ausrede unvereinbar, und das Todesurtheil wurde ausgesprochen, obschon der Bertheidiger fich bemühte, die That nicht als Mord, sondern als Todtschlag barzustellen.
Bebel: Das Landgericht zu Mannheim , vor dem ich mich Vereine und Versammlungen.
auch vor einiger Zeit zu verantworten hatte und zu 50 Mart Geldstrafe verurtheilt worden bin, hat ebenfalls das Berliner Polizeipräsidium um Auskunft über meine Person ersucht. Ich war erstaunt, wie sehr gut das Berliner Polizeipräsidium über meine Person unterrichtet ist. Angesichts dessen ist die unterbaltung geheimer Berbindungen geradezu unbenkbar.- v. Vollmar: Ich will nur noch fonstatiren, daß der Reichstag die Verhaftung von mir und Frohme in Stiel als eine flagrante Verlegung der Verfassung erklärt und der Bundesrath einfach bavon Kenntnis genommen hat.
Danach ist die Beweisaufnahme erschöpft und wird nun mebr die Verhandlung gegen 7 Uhr Abends auf morgen ( Mittwoch) Bormittag 8 Uhr vertagt.
† Wegen Führung eines falschen Titels batte fich geffern der Bahntechniker Behl vor der fünften Straflammer bes Landgerichts I zu verantworten. Auf seinem Schilde, das an dem Hause Dessauerstraße 9, wo er wohnte, befestigt war, fteht telter von Friedrich Vebl, Dentist". Ebenso hatte er fich in Annonzen im Berliner Lolalanzeiger" bezeichnet. Bor einiger Zeit war er bereits zu einer Geldstrafe von 30 M. ver urtheilt worden, weil er fein Atelier einzahnärztliches" ge
land, boch nicht sicher sein, ob nicht räubige Schafe unter uns And. Es ist außerdem zu erwägen, daß der Verhandlung eine Bange Reihe dänischer Parteigenossen beiwohnten, bie wir weiter während im Kongreßlotale aus und eingingen. nicht fannten und bag Reliner und Kellnerinnen fort Daten ja frant gewesen, wenn wir angesichts dieser Sach lage über die Berbreitung des Sozialdemokrat" berathen batten. Bräf.: Aus welchem Grunde baben fie dann die ngelegenheit auf die Tagesordnung gefegt?- Auer: Wir batten selbstverständlich ein wesentliches Interesse an dem Sosialdemokrat", da es das einzige Blatt ist, in dem wir eine nannt hatte, ohne die Approbation au befigen. Aber auch der Rundgebung erlaffen tönnen. Insofern ist es allerdings unser fistelles Drgan. Trosdem haben wir nicht den mindeften
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Titel„ Dentist", ben er fich iegt allein beilegte, wurde ihm bestritten. Das Schöffengericht war au einem freisprechenden
Dentist sowohl Bahnarzt als auch Bahnkünstler bedeute, nach biefigen Verhältnissen unter Dentist
Die allgemeine Stuhlarbeiter Vereinigung Berlins hielt am Montag bei Hildebrandt, Weberftraße 17, unter Bor fitz des Herrn Albrecht, ihre monatliche Mitgliederversammlung ab, in welcher zunächst einige interne Angelegenheiten ihre Er ledigung fanden. Alsdann gelangte eine Lotalnotis der Freitags nummer der Bolls- 8tg", welche eine Schilderung" der Lohn und Arbeitsverhältnisse der hiesigen Weber enthielt, aur Be sprechung; dieselbe wurde in allen Theilen als erfunden bezeichnet. Daß die Meister versuchen, mit den Gesellen Hand in hand au geben, set wahr, doch bedauerten die erfleren, daß die leg teren in die dargebotene hand bis jegt noch nicht eingeschlagen bätten. Der lettere Umstand, so wurde behauptet, widerlege auch die Behauptung, daß durch die Einigung beider Jnter effentenkreise die vorjährige Lohnbewegung einen raschen und befriedigenden Abschluß" gefunden babe. Uebrigens hätten die bieftgen Weber im verfloffenen Jahre gar teine Lohnbewegung zu verzeichnen gehabt. Abgesehen von der diesjährigen Innungsbewegung babe die legte Lohnbewegung awei Jahren, und war in der Schnittbranche, ftatt gefunden, dieselbe fet aber nicht von der Innung fondern von der Stublarbeiter Vereinigung, welche allerdings aus Meistern und Gesellen besteht, ausgegangen und zu Gunften ber Arbeiter durchgeführt worden. Bon unter sosialdemokratischem Einfluß von den Gesellen gestellten Forde rungen" wußte Niemand etwas; im Gegentheil wurde allseitig lonstatirt, daß die Gesellen seit mehr als einem Jahrzehnt teine Forderungen gestellt haben, deren Bewilligung dem Die Behauptung des Berichterstatters, daß Meister und Ge fellen mit den in diesem Jahre getroffenen Vereinbarungen aufrieden seien, rief denn auch die höchste Verwunderung ber
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influß auf die Redaktion oder Expedition des Blattes. Der Urtheil gelommen. Es ging hierbei von der Ansicht aus, daß Artikel, in dem wir über unsere Haltung im Reichetage be Niglich der Frage der Dampfersubvention im ,, Sozialdemokrat" daß aber gegriffen wurden, unterstügt meine Behauptung vollständig. immer nur ein Bahntechniker verstanden würde. Denjenigen Charakter der Einigung beider Stände entgegenstehen lönnte.
In welcher Weise der Sozialdemokrat" verbreitet wird, wie biel und wo derfelbe überall bonnenten hat, wiffen wir nicht und tonnen wir nicht wissen. Ich gebe zu, daß der Vertrieb
Leuten, die einen Dentisten aufsuchen, so hieß es in der Be gründung weiter, müsse man die Bildung, zutrauen, zu wiffen, daß unter dieser Bezeichnung in Berlin fein geprüfter Bahnarzt
Des Blattes auf dem Wege des Schmuggels geschicht. Wie verstanden werde. Gegen dieses freisprechende Urtheil hatte vor. Eine grelle Beleuchtung erfuhr der Paffus der Notia Dieser Schmuggel bewerkstelligt wird, lann ich selbstverständlich nicht wiffen, ba ich schon seit mehreren Jahren nicht in Bürich begleitet war. Der Gerichtshof gelangte au der Anficht, daß halten fünnten und dabei auf Schnittarbeit 8-10 Thaler und
gewefen bin.
Ein Intereffe, in wie viel Exemplaren und in welchen wählt worden sei, um das Publikum in den Glauben zu ver
bings, nicht aber an der Art des Vertriebes. Man darf uns
setzen, es habe mit einer geprüften Medisinalperson zu thun. Seine Einrede, er habe den Titel" Dentist" wegen der Rürze
boch auch nicht die Unvorsichtigkeit autrauen, etwas gewiffer des Wortes verglichen mit ,, Bahnlünstler" gewählt, um Unnonzen
gelber zu sparen, verdiene feinen Glauben. Eine Geldstrafe Don 40 M. erscheine mit Rücksicht auf die Vorftrafe als anges
magen öffentlich zu verhandeln, was uns unter Umständen eine 88 128 und 129 des Strafgesetzbuches, wenn auch nicht in meffen.
feiner heutigen Auslegung, so doch bereits zur Genüge
Präs. Sie haben doch aber den Wunsch für die mög- Referat über eine Gerichtsverhandlung gegen die Leiter der
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noch weit darüber wöchentlich verdienten. Wie mehrere Rede ner übereinstimmend versicherten, bilde die zwölfftündige Are beitszeit die Regel, bei welcher auf Schnittarbeit im Ganzen 27 Mart wöchentlich verdient würben, wovon 20 Mart auf den Gesellen entfielen. Dieser Lohn werde aber nur während zweier, im günstigsten Falle breier Monate im Jahre erreicht: brei Viertel des Jahres ergeben nur die Hälfte desselben. Ein Berdienst, wie der in der fraglichen Notis angegebene, werbe felbft in der Saison nur von einigen sehr leistungsfähigen
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ich nicht so ohne Weiteres jagen. Jedenfalls haben nicht alle Unrichtigteiten enthält. Es handelt fich um folgende That Versammlung gab fich der Hoffnung bin, daß die Redaktion ifte Berbreitung des Sozialdemokrat"?- Auer: Das lann diesjährigen Handschuhmacherbewegung, welches verschiedene der Arbeitszeit, welche oft 14-15 Stunden betrage.
Demofrai" zu wünschen. Mein Freund Viered dürfte z. B. Diefen Wunsch nicht begen. Bum Beweise hierüber verweise i auf einen Artikel im Sosialdemokrat", den ich zu verlesen
th feine weitefte Verbreitung.
eine geringe Lohnerhöhung durchgefegt, welche von faft allen biefigen Fabrikanten als geredt anerkannt und vom 1. Nov. Dor. Js. auch unter der Bebingung bezahlt wurde, daß auch in anderen Drten die Handschuhmacher einen höheren Lohn
Sozialdemokrat" etwas beffer redigirt wäre, dann wünschte durchseßen würden. Der erhöhte Lohn sollte in Berlin min Sozialdemokrat" enthaltener Artitel, de dato München 1885, Diese Bedingung ftellten einige größere Fabrilen, darunter
bestens drei Thonate bindurch, alfo bis Februar, gezahlt werden.
der Bolts Beitung" Berichten, welche, wie der besprochene, Unwahrheiten enthalten, in Bulunft feinen Raum gewähren werde. Die Vereinigung begeht am 21. Auguft im ,, Berliner Prater" ihr viertes Stiftungsfeft.
Die Kranten und Begräbnißkaffe des Vereins fämmtlicher Berufsklassen Berlin I ( Eingeschriebene Hilfs taffe) hält Sonnabend, den 31. b. M., Abends 8 Uhr, Münz ftraße 5, feine regelmäßige Versammlung ab. Diese Kaffe, welche dem§ 75 des Krankenversierungsgefeßes vollständig
Arbeiter Versammlung gehaltenen Rede heftig angegriffen 24. Dezember v. J. leptere in ihren Geschäftsräumen jedoch ein genügt, nimmt Mitglieder ohne Unterschieb des Berufes und
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auch die Firma C. Riemer. Als Weihnachtspräsent schlug am Blatat an, des Inhalts, daß der Lohnfat wieder auf das alte Niveau herabgefeßt sei. Daraufhin fand am 4. Januar d. J. eine Streit oder Streit einzutreten und partiellen Streif
ginge, bann milde dieser, der ein menschlisches Fühlen in seiner eine Versammlung ftatt, in welcher beschloffen wurde, in einen
Bräf.: Jd frage Sie, Herr Viered, ob Sie die Ber Lohntommission zu wählen, au der auch die Angeklagten
Gefchlechtes vom 14. bis 45. Sabre in jeder Versammlung, fowie beim Staffter Schilling, Koppenftr. 48, auf. Säfte find in den Versammlungen fiets gern gesehen.
Eine Versammlung der vereinigten Glaser und Glasmaler findet am Sonnabend, der 31. Jult, Abends
breitung des Sosialdemokrat" wünschen?- Viered: Herr Dtio Wasner, Ludwig Müller und Baul Baulsen gehörten. In 8% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20, statt.