Berbindung zu ungefeglichen 8weden au er. beben, obgleich damals die Staatsanwälte im Sinne der Regierungen ebenso schneldig gegen die nationalen Bestrebungen vorgingen, wie heute gegen die sozialdemokratischen. Dazu tam noch, daß fich der Nationalverein auch äußerlich als Ver bindung in aller Form darstellte, während jest auch das ver urtheilende Gericht die Sozialdemokratie als eine Partei an ertennen muß und genötbigt ist, innerhalb derselben einer be­fonderen Verbindung nachjuspüren.

Daß die Exiftens einer solchen durch die Verband lungen flar dargethan wäre, wird wohl Niemand be haupten. Wir find überzeugt, daß keine Jury auf Grund der Beweis aufnahme die Frage: Sind die Angeklagten schuldig, zum Bwede der Verbreitung eines verbotenen Blattes eine Verbindung gebildet oder an einer solchen Theil genommen zu baben bejaht haben würde, denn, wie schon bemerkt, es fehlte an dem konkludenten Beweise sowohl für das Bestehen einer Verbindung, als für die Theilnahme der Angeklagten an der Verbreitung des verbotenen Blattes. Wie läßt fich nun der gegentheilige Spruch der Freiberger Richter erklären? Die Urtheilsgründe geben Antwort auf diese Frage, der Spruch ist uns wenigftens tein Räthsel mehr, wenn wir da lesen:

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"

" Der Gerichtshof ist der Meinung, daß nach dem Erlag bes Sozialistengeseges eine neue Organisation geschaffen worden ift zu dem Swede, den Sozialdemoktal" und andere verbotene Druckschriften zu verbreiten. Die ganze Art und Weise, wie ber, Sozialdemokrat" in Deutschland verbreitet wurde, das Busammenarbeiten so vieler Vertrauensmänner, die Sendung des Sozialdemokrat" an Dedadreffen u. s. w. führt mit Nothwendigkeit zu der Annahme, daß eine Verbindung be ftanden hat. Es ist undenkbar, daß diese systematische Art der Verbreitung des Sozialdemokrat eine rein aufällige war. Es ist möglich, daß eine Anzahl Personen des bloßen Gelderwerbes halber, oder aus Gefälligkeit sich an dem Vertrieb des Sozial Demokrat" betheiligt haben, ohne der Partei näher zu stehen; Dieser Umstand schließt aber das Vorhandensein einer Verbin bung nicht aus. Es fann leinem Bweifel unterliegen, daß diese Verbindung geschaffen war, um das Gesetz gegen die gemein gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 labm au legen. Der Gerichtshof erblickt das Vorhanden sein einer Berbindung in dem Zusammenwirken der Angeklagten auf längere Dauer bebufs Verbreitung des allwöchentlich anderer erscheinenden Sozialdemokrat" und Druckschriften."

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verbotener

Diese Deduktion hat ein rein subjektives Gepräge, denn mag man auch zugeben, daß die Art der Verbreitung Des

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Angriffen benugt. Der nationalliberale Hamb . Corr." fordert sogar bereits die Staatsanwaltschaft auf, gegen das Urtheil im Freiberger Prozeß bei dem Reichsgericht Revifion einzus legen, weil nunmehr der Nachweis geliefert sei, daß die deutsche legen, weil nunmehr der Nachweis geliefert sei, daß die deutsche Sozialdemokratie in einer gebeimen Verbindung organifirt fet, oder, wie der§ 128 des Strafgefegbuches sagt, in einer Verbindung, beren Dasein, Berfaffung oder Swed vor der Staatsregierung geheim gehalten werden soll" Das von der Denunziationswuth befallene Blatt ist sogar bartgefotten ge nug, alle Kritik des Freiberger Urtheils als Sentimentalitat" zu verfpotten, was freilich nicht hindert, daß es gleich dar auf den von der gerichtlichen Verfolgung betroffenen Familien vätern, schuldlosen Frauen und Kindern" einige Krokodils thränen nachweint. Wir gönnen dem nationalliberalen Mufter blatte seine eble Freude, aber das eine wollen wir ihm be merten: die heute gegen die Arbeiterbewegung beliebte Bragis wird nicht etwa die radikale Strömung unterdrüden, um den Gemäßigten die Oberband zu verschaffen, fie wird vielmehr auch bei den Gemäßigten den legten Funten von Butrauen zu den herrschenden Parteien erlöschen. Dder hofft der Hamb. Corr." vielleicht die gesammte Arbeiterbewegung in ihrem linten und in ihrem rechten Flügel vernichten zu lönnen? Dann bitten wir ihn, uns das Mittel anzugeben, wie man 600 000 Männer, und zwar die nüßlichsten und unentbehrlich ften Manner, im Gefängniß unterbringen lann. Denn solange bas nicht möglich ist, so lange wird auch die Arbeiterbewegung in ihrer heutigen Gestalt bestehen bleiben und auch stetig wachfen.

Sosialdemokrat" unmöglich eine aufällige fein tann, so bleibt doch immer von dieser Ueberzeugung bis zu der Annahme, daß fie das Produkt einer eigenen Berbin bung innerhalb der Partei sei, ein Sprung in's Ungewisse der Konjelturen. Sft nicht eher anzunehmen, daß die fyftematische Art der Verbreitung des verbotenen Blattes eine Folge der frog bes Ausnahmegefeges noch vorbandenen Organisation der Partet und ihrer Disziplin ift? Wie wenig die richterliche Ansicht durch die Berufung auf die Kongreffe zu Wyden und Kopenhagen verstärkt wird, haben wir oben bereits betont und wollen noch bemerken, daß die Verhältnisse des Sozialdemo­Irat" bort ficherlich nicht öffentlich zur Sprache gekommen wären, wenn es fich darum gehandelt hätte, die strafbare Ver. breitung des Blattes zu organifiren, denn die Theilnehmer würden fich ja damit dem Straftichter überliefert haben, und solcher Untlugbeit wird man Personen, denen die Staats. anwaltschaft ftets auf den Fersen ist, nicht für fähig halten Tönnen.

Das Verbot der Singer'schen Versammlung in Nürn berg ist mit dem Hinweis auf das auf der Tagesordnung ftebende Thema überhaupt( Wirthschaftspolitit und Arbeiter fcbusgefezgebung) begründet, daju fomme, daß der Referent erft jüngst aus Berlin wegen Gefährdung der Ruhe und Ord nung ausgewiesen worden sei und gelegentlich seiner Aus weisung aus Berlin ein Flugblatt aur Berbreitung bringen ließ, das wegen seines aufreizenden Inhaltes verboten werden mußte. Ferner set noch hervorzuheben, daß der Einberufer der Versammlung ein bekannter fojialdemokratischer Agitator sei, bas in Ausficht genommene Verfammlungslokal meist von den Sozialdemokraten als Drt ihrer Versammlungen gewählt werde und die in Rede stehende Versammlung nur in der Frank. Tagespoft", dem Organe der Sozialdemokraten, angefündigt worden set. Gründe find belanntlich wohlfeil wie Brom beeren.

Wie man aber auch das Urtheil des Freiberger Gerichts ansehen mag, so tommt man doch über ein Anderes nicht leicht hinweg, über das gegen die Angeklagten zur Anwendung ge brachte Strafmaß, das nabe an das Magimum der gefe lich angedrohten Strafe, ein Jahr Gefängniß, heranreicht. Die Borgeschichte des Projeffes, die Burüdweisung der gleichen Antlagen in Elberfeld , Kiel und Leipzig und der Ausgang der Chemnißer Verhandlung bätte doch wohl den Richtern den Bebanten nabe legen müssen, dem der Angeklagte Bebel mit den Worten Ausdrud gab: Wenn hervorragende Richter und Sonstige Juristen über den Begriff Verbindung" eine so grundverschiedene Auffaffung baben, rann lann der Gerichts hof unmöglich verlangen, daß wir als Laien genau wissen, wo Die Grenzen der Verbindung zu suchen find." Die Verbän gung geringer Strafen unter Bubilligung mildernder Um ftände würde den peinlichen Eindrud des Urtheitsspruches ge mildert haben; neben dem harten Strafmaß tritt die Schwäche Der Motioirung des Schuldig recht grell beroor und nament. lich innerhalb der Sozialdemokratie wird dieser Gegensatz Ge banken hervorrufen, die zwar zollfrei, aber nicht drud frei find.

Politische Uebersicht.

Noch ist nichts Sicheres über die Hamburger Ber haftungen befannt geworden, und schon werden fie von der wohlgefinnten Presse au allerband Verdächtigungen und

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Frau Guilleaume- Schadt hat gegen ihre Ausweisung aus Heffen beim heiftschen Staatsministerium Beschwerde er hoben. Dieselbe wird, wie wir erfahren, seitens der Schweizer Behörden eine entschiedene Befürwortung erfahren. Trogdem dürfte natürlich ein Erfolg derselben nicht zu erwarten stehen.

fprechens Ihnen große Sorgen und Unannehmlichkeiten be reiten fönnte, so würde ich es nicht annehmen," sagte fie leife zögernd; um feinen Preis der Welt möchte ich Ste veranlassen, mir Dpfer zu bringen, die Verlegenheiten für Sie im Gefolge haben."

Und wenn ich für Sie mein Leben hingeben sollte, ich würde es freudig thun," erwiderte er mit zitternder Stimme.

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bahnen naturgemäß in allen Beziehungen auf einen leichteren und gesicherter en Berkehr zwischen den Nationen hin, und diese Wirkung lann selbst da ni vollständig vertilgt werden, wo die Bahnen vielfach zu einem Werkzeug im Dienste thörigter zollpolitischer Tendenzen berab gebrüdt werden. Die Fortschritte in Wissenschaft und Techni in Recht und Sitte fümmern fich eben nicht um Bollschla bäume, fte dienen auf dem Gebiete des Berlehrswesens ein und allein dem 3wede der Kultur, der nicht in der handel politischen Verhegung der Nachbarvöller, fondern in the Stüdgü wirthschaftlichen Annäherung mittelst friedlicher Arbeit fuchen ist. Hier findet auch feine Stelle ein einheitliches inter nationales Eisenbahnfrachtrecht, das an seinem Theile, ebenfall über aller internationalen Handelsfeindseligkeit stehend, wie bedauern Ausfuhr, die man fördern will, so der Einfuhr, die man hemmen will, unparteiisch dienen wird.

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Dem jugendlichen Verbrecherthum wird in der S minalstatiftit aus leicht erklärlichen Gründen besondere B achtung gefchentt, insbesondere werden alle noch nicht 18 Jah alten Berurtheilten besonders gezählt. Die Voff. Stg." ent nimmt dem neueften ,, Stat. Jahrb." barüber folgende Angaben: Die Bahl der wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reid gefege verurtheilten noch nicht 18 Jahre alten Berfonen awar abfolut im Steigen begriffen, indem fte für 1884 31 34 machen, für 1883 29 966 und für 1882 30 719 betrug. Der relative theil diefer jugendlichen Uebelthäter an der Besammtjabl all national Verurtheilten ist jedoch gefunken, da 1883 9,31, 1884 9,08 1883 9,06 pt. aller Verurtheilten unter 18 Jahren war Das größte Kontingent ftellen die Jugendlichen mit 15,0 bei den Delitten gegen das Vermögen, während ihr Anthe bei den Deliften gegen die Person nur 4,7 und gegen Stad öffentliche Dednung und Religion 1,7 pct. beträgt. Von einzelnen Berbrechen ac. fteben obenan der Diebftabl Bachbeschädigung mit 1662 Unterschlagung mit 1436 und 17 957, die gefährliche und schwere Körperverlegung mit 3293 trug mit 1153 unter 18 Jahre alten Verurtheilten. Rela war das jugendliche Verbrecherthum am meisten betheiligt der Brandstiftung mit 240 pCt. aller Verurtheilten, bei Unzucht und Nothzucht mit 22,3, dem Diebstahl mit 18 dem Raub bezw. der räuberischen Expreffung mit 148, Sachbeschädigung mit 13,4, der U- fundenfälichung mit 10 der Hebleret mit 9,4 und dem Betruge mit 9,1 pt. aller urtheilten.

Der aus der Frankfurter Friedhofsaffäre bekannte Polizeikommissar Meyer wurde nunmehr begnadigt, ebenso nach dem Berl. Tabl." der Schußmann Schweiger; den Schuß leuten Wingeleib und Homann, die gleichfalls au Gefängniß verurtheilt waren, wurde die Strafe in eine Geldstrafe von je 80 und 40 Mart umgewandelt.

Die Baronin hatte sich rasch erhoben, fie lehrte an ben Flügel zurüd und blätterte in den Noten.

Ferdinand folgte ihr, er stand hinter ihr, sein schwär merischer Blid ruhte auf ihren schönen Händen.

Bürnen Sie mir?" fragte er leise.

Aus der Proving Sachsen schreibt man: Faft jede ein berufene Arbeiter oder Fachvereinsversammlung wird jest in unserer Broving sogleich verboten. So z. B. Mittwoch Abend in Aschersleben eine Arbeiterversammlung, in welcher über den Niedergang der Industrie und das Handwerk gesprochen werden

sollte.

Die Internationalität im Eisenbahnwesen. Das nach langjährigen Borarbeiten und Verhandlungen auf einer Dritten Ronferenz in Berlin ausgearbeitete internationale Ueber einkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr wird, wenn es Demnächst, wie zu hoffen steht, von den betbeiligten Staaten Definitio angenommen wird und in Kraft tritt, einen wichtigen Fortschritt in den Verkehrsbeziehungen besonders der mittel europäischen Länder einführen. Jede Verschiedenheit und Un ficherheit in den Rechtsverhältnissen der Transportwege, welchen heute eine so große und nicht selten eine entscheidende Rolle im internationalen Waarenverkehr zugefallen ist, wirkt als eine Hemmung des Handels, und die Einführung gleicher, fefter Rechtsnormen wird umgekehrt auf eine wesentliche Erleichte rung des Handelsverkehrs von Land zu Land hinaustommen. Erscheint aber nicht, wird man mit Recht fragen, in einer Belt, wo faft alle Länder durch immer höhere Bollschranken die fremden Erzeugnisse von ihren Märtten fernzuhalten suchen, eine solche Reform, welche dirett der Sicherung und Förderung des internationalen Waarenaustausches zu dienen bestimmt ist, geradezu als ein Anachronismus? In der That reichen auch Die Vorbereitungen zu dem nach so vielen Mühen und Unter brechungen endlich zu Stande gebrachten Wert in eine Beit zu

" Nein, mein Freund," erwiderte fie, aber solche Worte bürfen Sie nicht sprechen."

Ihre Hände glitten leicht über die Laften des Instru mentes, und mit schmelzender Stimme sang fte ein kleines Lieb voll heißer Liebessehnsucht.

Die Wirthschaft im Chemnißer Vorschußver

( System Schulze- Deligich) muß unverantwortlich gewefen

Fein

Der Amtsrevisor Fritsche bemerkte darüber in der zur Liq

bation einberufenen Generalversammlung: Die Hypoth felen nicht auf ihre Güte geprüft worden. Von Wed ständen feien größere Boften nicht bantfähig gewesen, man bei einer nur oberflächlichen Brüfung bätte erle müffen. Am 31. Mai 1883 sei ein Reingewinn von 18 323 43 Bf. herausgerechnet und eine Dividende von 5 pet. ge worden, während in Wirklichkeit gar feine Dividende gewährt werden dürfen, denn man habe leine Abschreibu bewirkt. Hier habe man offenbar unsolid und gegen das gehandelt. Die unbedingten Verlufte betrügen 367 6 18 Pf., voraussichtlich würden sich aber die Gesammt auf 500 000 m. steigern. Betreffs des Bayerischen welches mit über 154 600 M. belastet ist, habe man f dingt der Verschleierung und der Täuschung der M Ichuldig gemacht. Der Vorstand des Vereins set in

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Fällen das Dpfer der Wechselretteret geworden; im e aber habe er mit den Mitteln des Vereins ein bazar dip trieben. Der Vorstand sowohl als der Auffichtsrath felen cinen großen Theil des Verluftes verpflichtet, aufsutom Dem Aufsichtsrath sei deshalb auch mitgetheilt worden, d zum Erfaz berangezogen werden solle, und es jei ibm nabe legt worden, in entsprechender Weise fich zu erflären und bindlich zu machen. Um den Konkurs zu verhüten, feien noch haftpflichtigen Mitglieder aufgefordert worden, Nachzahlungen zu bewirten. Werde der Konturs nicht bütet, so lönnte fich der Gesammtoerlust des Vereins( Roften) auf 700 000. erhöhen. Selbst unter den S schen Schöpfungen dürfte ein berartiger Krach selten sein.

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freim

die B

Ueber ein eigenartiges Wahlfuriosum berichtet Lübinger Boltsfreund", indem er schreibt: Daß man mand mal im Eifer der Rede zu weit geht und der Bunge schießen läßt, wem fann das nicht pafftren? Bei einem Rel tagslandidaten aber ift's balt etwas anderes, das hat Dr. Adä, der nunmehrige Vertreter des V. Wabllreife Tage erfahren müssen. Um fich von dem Verdacht zu

reinigen

als ftrebe er gleich so manchen seiner Vorgänger ebenfall

entgegens

rüd, in welcher eine nicht immer zunehmende Abschließung, Ehren und Würden, nach Orden und Titeln, fagte er i

fondern eine ftetig fortschreitende wirthschaftliche Annäherung Der Nationen als eine im Intereffe Aller gelegene Handelspoli til angesehen wurde. Diese Anschauungen find heuzutage Diese Anschauungen find heuzutage großentheils verleugnet, aber immer wieder bricht die dem Eisenbahnwesen einmal innewohnende Tendenz der Berkehrs erleichterung durch. Wie die anderen von der modernen Technit

geschaffenen gewaltigen Verkehrsinstrumente drängen die Eisen

Baron v. Raven gab ihnen das Geleit bis zur Hausthüre, bann fehrte er in den Salon zurüd.

Paula hatte das Haupt auf den Arm gestützt, Schatten des Mißmuths ummöllten ihre Stirne.

Der Baron burchmaß ein paar Mal das 3immer mit großen Schritten und blieb vor dem Tische stehen, um sein Glas noch einmal zu füllen.

Was haft Du erreicht?" fragte er, während sein Blid voll ungeduldiger Erwartung auf ihr ruhte.

geugungsvollstem Tone, man möge die Versicherung

nehmen, daß er feineswegs, ein solcher Efel Drden und Titel zu erstreben. Darob verschiedene Herren aus Herin Dr. v. Leng' Befolaldalt

bereits ihre Liebe auf Herrn Adä übertragen hatten,

fid

Fraktionsgenoffen des Herrn Adä im Reichstag gefränit. beleidigt gefühlt haben. Hoffentlich fühlen fich nicht aud

ablehnen wird!"

Der die Bitte um ein so großes Darlehen entf Berbrechen wir uns darüber den Kopf nicht, ber Herr hat's versprochen, er wird sein Versprechen erf und wenn uns wieder einmal ein Glüdstern leuchtet, soll er die Summe famint den Zinsen zurückerhalten.

Unb wann lönnte dieser Zeitpunkt kommen nisch, während er langsam auf und abwanderte. Bielleicht schon bald, wer weiß es! erwiderte er ohne aufzuschauen, fofort war er zu dem Opfer bereit." ,, Er will mir das Geld verfchaffen," erwiderte fie, in der letzten 3eit am grünen Tisch tein Glüd gehabt 3weitausend Thaler?"

Diese Summe nannte ich ihm."

Bergau hat mir tausend Thaler geliehen, hält der Re ferendar sein Wort, so können wir wieder aufathmen." Und wie lange wird's bauern?"

Darüber mache ich mir jetzt noch feine Sorgen," fagte er mit spörtischem Lächeln, kommt 3eit, kommt Rath; Deine

Reife

bas Blatt muß sich einmal wenden, und dann ho bas Verlorene rasch wieder ein. Sobalb ber Refer uns das Geld gebracht hat, werben wir unsere treten-*

Du bist noch immer entschloffen, Dein Glüd Nichts kann diesen Entschluß erschüttern!" Du wirft alles verlieren!"

Spielbant zu versuchen?"

" Nicht doch, so sehr können meine Berechnungen

hoffentlich bring

Das Lieb war noch nicht verklungen, als die Thüre beiden Berehrer werben wohl noch einmal ihre Börse öffnen, trügen, ich habe zu diesem Zwecke eingehende Stubics

geöffnet wurde und die beiden Herren zurüdlehrten.

Baron v. Raven schien die Verwirtung des Referendars

nicht zu bemerken, er holte aus dem filbernen Kühleimer eine

Flasche Champagner und füllte die Gläser.

Was wir lieben!" sagte er.

man muß es nur richtig anzufangen wiffen."

macht doch nun genug davon-

-

Die Baronin erhob das Haupt, ein herber, verächtlicher Referendar das Gelb schon morgen; je eher wir ab

Bug umzudte bie Lippen der schönen Frau. Und wie wird es enben?" fragte fie.

tönnen, besto lieber ist es mir."

Après nous lo déluge, liebes Rind, Sorgen machen abzuwarten, verließ er den Salon; ben finfteren, Er hatte eine Rerze angezündet, und ohne eine An ferendar an, und der Blid, ber ihn dabei traf, schien ihn häßlich, und Du mußt fchön bleiben, Deine Stimme allein achtungsvollen Blid, den seine Gattin ihm nachfanbi

baran erinnern zu sollen, daß er Verschwiegenheit gelobt hatte.

Werner brachte im Laufe der Unterhaltung die Rebe auf den Rentrer Gottschalk, er erfundigte sich nach den Ein. zelheiten des Einbruchs, ber Referendar fonnte ihm barüber

fann Deine Verehrer nicht feffeln." Ernst!"

Berstehe mich nicht falsch, Paula, Du weißt, daß ich Dich anbete und daß nur der Glaube an Deine Treue mich vor ben Regungen der Eifersucht bewahrt, die mich rafenb

merkte er nicht.

Ein feltsamer Wuns.

Der Rentner Gottschalt hatte keine Anzeige ihm bringend bazu riethen.

DON

feine Mittheilungen machen, da ihm selbst dieser Vorfall machen könnten, ich forbere nichs weiter von Dir als ein Einbruch gemacht, trotzdem Neft, Hugo und der Meda

noch unbekannt war.

Werner äußerte den Wunsch, den alten Herrn kennen zu lernen; der Referendar erbot sich, diesen Wunsch zu er füllen, und knüpfte baran über den mißtrauischen Charakter und die Launen seines Onkels einige Mittheilungen, bie ben Baron v. Bergau in hohem Grabe zu intereffiren Schienen.

Mitternacht war schon nahe, als die Gäste aufbrachen,

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" Und daß dieses Verlangen mich nicht nur von den beden, meinte er; bie einzige Spur, die er hinterlaffen Freunden, sondern auch in meinen eigenen Augen erniedrigt, gebe keinen sicheren Anhaltspunkt, ihm felbft aber entfla bas berücksichtigft Du nicht! Herr v. Gottschall wird selbst durch die gerichtliche Untersuchung Scherereien unb

bas Geld leihen müssen, er darf seinen Bater nicht darum reien, bie er lieber vermeiden wolle.

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Ich bente, bas lönnen wir getroft ihm überlassen, er hat das Glück, einen reichen Onkel zu besigen

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Dann fürchtete der alte Herr auch wohl, bas werbe in seiner Wohnung alles burchstöbern und auch bem Inhalt des Geldschrankes genaue Renntniß m

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