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,, und deinen Nächsten?" entgegnete Petrus, hast du den Leidenden, den Schluchzenden auch nur einmal die Tränen getrocknet? Hast du den Armen auch nur mit einem einzigen hoffnungsvollen Wort getröstet? Hast du den im Dunkel Wandel den geleuch tet?. Ich frage dich: Hast du deinen Näche ften geliebt?..."
I.
Das ist sein Tag: Ein schweres dumpfes Mühen Er ist sein Fröner und ihm untertan. Die Kohle bricht. Die kleinen Lampen glühen. Die vollen Wagen rollen auf und an. Der Abend hebt ihn aus den dunklen Schächten. Er schmeckt die milde Luft, das reife Feld. Dann sinkt er unter in den schwarzen Nächten, Und nichts ist um ihn, das ihn jäh erhellt. Die Jahre wandern, Sommer geht und Winter. Er wird gebeugter, wird ein alter Baum; Und nur im Zeugen seiner blassen Kinder Erhebt er sich und wächst aus seinem Raum.
,, Das Märchen vom Teilen".
Die Frömmlerin schwieg. Sie dachte eine| den Winden davongetragen und im Weltall Weile nach und erwiderte endlich: zerstreut wurde ,, Sie sind der Liebe nicht würdig! Es gab feinen, der so war wie ich!...
Da schloß sich geräuschvoll das Fenster, es donnerte, ein Bliz schlug ein und die Seele der Frömmlerin wurde von den himmlischen Höhen auf die Erde hinabgestoßen, wo sie von
Holzstoß gezerrt, das Holzmassiv mit Bech und Schwefel reichlich begossen und ein brennendes schwedisches Zündholz von meiner Hand in den Haufen geworfen... Hei... wie das Fünkchen zur allumfassenden Flamme wird, zum Autodafé aller Millionäre dieser Erde, ihre Vermögen habe ich beschlagnahmen lassen. denn nun soll geteilt werden... redlich geteilt. Der Hottentotte wie der Eskimo, der Azteke wie der gebildete Mitteleuropäer erhält bis auf den Pfennig- Bruchteil genau das gleiche. Das gleiche Stüd Land und gleich viel Geld. Alles habe ich genau ausgerechnet... jedes Menschen kind erhält 20.000 Mart 25 Pfennige... jage und schreibe in Worten Zwanzigtausend Mart 25 Pfennig Oplomarf. Ist das nicht der Himmel auf Erden? Und also geschah es.
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Eitel Freude herrschte auf dem ganzen Erden
rund.
Der Knecht Johann kauft sich den lange gewünschten Gutshof, die Ballettdame Anna Keusch gründet ein Theater und der Dichter Haarlode
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Am Grabe der Frömmlerin, das nie je mand besuchte, stöhnt nur der Wind, wachsen Disteln und Brennesseln. Und diese Ünkräuter flüstern oft miteinander:
Sie hat keinen Menschen geliebt!..."
Das Teilen," wie er sagte.
Und die spießbürgerlichen Kinder erzählen dieses Märchen vom Teilen", weiter, wie alte Großmütter Märchen in gruseligen Spinnstuben an kalten Winterabenden hinter dem warmen Ofen erzählen.
Wir aber wissen:
Sozialismus ist eine Gemeinschaft der Arbeitenden, nicht der Verzehrenden.
Der Tierbeobachter.
Warum tanzen die Tanzmäuje?
Wie der Spießbürger sich den Sozialismus aua, tann endlich die schon oft geplante schönlitera Die Tanzmäuse haben sämtlich einen durch ge
malt.
Von Fedja.
Der Bei den Gelben" organisierte Werk meister Piepenbruch ist stellenlos. Seinen Heller hat er in der Tasche... kein Brot im Hause
und keine Aussicht auf eine größere Verdienstmöglichkeit.
Der Magen knurrt in bedenklicher BaßgeigenMonotonie. Der Kopf schmerzt vor Hunger und der Körper friert in der ungeheizten Dachstube, Draußen fallen die Schneeflocken, tangen einen
Reigen um die Luke, und das Thermometer zeigt
15 Grad unter Null.
Just die rechte Stimmung zum Fluchen auf den schnöden Mammon und auf alle, die mehr haben als sie verbrauchen können... auf die
Millionäre.
Hunger macht selbst einen Gelben zum Radi
talen.
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Die Mile
,, Der Teufel soll sie holen Honäre," brummte er in sich hinein. Die ungleichmäßige Verteilung des Kapitals st an allem schuld, schreit es in ihm. Aber nicht so laut, daß alle Welt es hören könnte, aus seinem Munde, denn das mehrtägige Muß fasten hat ihn doch etwas zermürbt.
Und über seine Augen geht, je mehr er in ben silbrigen Flockenschwall hineinsicht, ein hyp notisches Flimmern.
Da flammen tief unten auf der Straße die Gaslampen auf und wie eine großmächtige, unendliche Lohe legt sich der Feuerschein auf seine Augen, pflanzt sich weiter fort bis in die tiefste Stelle seiner Seele.
Er wiederholt:„ Zum Teufel mit allen Mil lionären." Ich bin der Richter, der Großinquisitor über alle Millionäre der Welt... ich bin der gestrenge Richter.
Von Sibirien, von den Cordilleren, aus allen Erdteilen lasse ich die mächtigsten Stämme des 11rwaldes herbeiholen und einen unendlichen, quadratmeilengroßen Scheiterhaufen zusammensragen auf die weite, freie Heide.
rische Halbmonatsschrift„ Das Ideal" herausgeben.
Tausende Millionen Wünsche können so erfüllt
werden.
Wer Japan bereist hat, kennt auch die japanischen Tanzmäuse, jene kleinen zierlichen Tierchen, die beständig in ihren Käfigen herumrajen und keine Sekunde still sind. Bei diesem Herumwirbeln, das als Tanzen bezeichnet wird, zeigen die Tiere auch einen sonderbar schiebenden Gang, Gindrud auf den Beschauer hervorrufen. Diese so daß sie wirklich einen ganz eigentümlichen Tanzucht der Mäuse ist nun feine natürliche Erscheinung, sondern ein Zuchterfolg der Japaner. fchickte Züchtung hervorgebrachten Defekt int Wahrnehmungen von Drehungen im Raume Labyrinth des Ohres, durch das bekanntlich die vermittelt wird. Bei den Tanzmäusen, die überdies taub sind, sind die Nerven, die zu den Bogengängen führen, degeneriert und funktioTiere jeden Gleichgewichtssinn und auch den nieren nicht in normaler Weise, weshalb die Richtungssinn im Raume verlieren. Sie werden daber trotz ihres beständigen Herumrasens nieUnd wie hier... so in vielen anderen Fällen. steht auch eine gewisse Muskelschwäche im Zu Und wie hier... jo in vielen anderen Fällen. mals schwindlig. Mit dieser Nervendegeneration Jeder hatte ja 20.000 Mart 25 Pfennig. Das sammenhang. Tanzmäuse sind immer viel mus mußte gefeiert und begossen werden. Eine Festtelschwächer als normale Mäuse. Eine ähnliche lichkeit folgte der anderen. Die Restaurants sind Erscheinung hat man auch bei Tauben beob Tag und Nacht bis auf den letzten Platz besetzt. achtet, bei denen, sobald man das Labyrinth des Die Wirte, die Bäcker, die Fleischer machen un- Chres funktionsunfähig macht, ebenfalls starke geahnte Geschäfte. Und ihre 20.000 Mart ver Muskelschwäche eintraf. mehrten sich ungezählte Male.
Ist das nicht das reinste Schlaraffenland?
Aber... aber
Der Knecht versteht nicht zu wirtschaften, das Theater der Statistin findet keine Schauspieler und noch weniger Zuhörer und die Halbmonats schrift teine Abonnenten und Inserenten.
Zwei Monate herrschte das tollste Leben. Da wurde der Gutshof zwangsenteignet und das Theater geschlossen. Die Halbntonatsschrift entschlief fanft usw.
in funkelnagelneuen Autos. Die anderen aber Die Wirte, die Zuckerbäcker aber fahren progig müssen wieber graben und schürfen und schaffen und schuften Tag und Nacht im Frondienst der
anderen.
Sahl der Millionäre hatte sich nach den großen Und es wurde schlimmer denn zuvor. Die Scheiterhaufenbrand in der Heide verdoppelt. Das Prozentum der plötzlich zu Millionären gevordenen Gastwirte und Zuckerbäcker und Fleischer machte sich breiter denn je.
Sie hatten eben, während alles feierte, die Konjunktur zu nüßen verstanden. Nur so kann man Millionär werden.
Die anderen aber gaben froß ihrer bitteren Erfahrungen ihr Hoffen auf die Schlaraffia nicht auf und sie gingen hin und gründeten eine neue Partei.
So etwa malt sich der gute Spleßbürger den Sozialismus den Vergesellschaftlichungs
Alle Millionäre dieser Erde werden auf den prozeß" aus.
Vererbung erworbener Eigenschaften bei Ranarienvögeln.
Seit Jahren geht in der Biologie der Streif, ob erworbene Eigenschaften sich auf die Nach tung glaubt, diese Frage auf das entschiedenste tommen vererben können oder nicht. Eine Rich verneinen zu müssen. Ende vorigen Jahres ging durch amerikanische Zeitungen die Nach richt, daß der Bremer Kanarienzüchter Kavl Behrmeister gegeben habe. Die männlichen NachReich„ jungen Kanarienhähnen Nachtigallen als fommen jener Stanarienhähne aber, die den Nachtigallenschlag erlernten, hätten schon von selbst und von Anfang an wie Nachtigallen gesungen." Der bekannte Biologe Dr. Paul Kammerer bezweifelte die Richtigkeit der Nachricht, trotzdem er ein Anhänger der Vererbung erworbener Eigenschaften ist, mußte sich aber, wie er in den Monatsheften berichtet, durch einen Besuch bei dem Züchter eines besseren belehren lassen. Kantmerer hatte geglaubt, daß alte und junge Vögel in Hörweite beieinander gelassen worden waren, so daß nicht Vererbung, sondern nur Nachahmung in Frage gekomment wäre. Jedoch war es anders gehandhabt worden. Die alten angelernten Vögel waren vom Züch