freundlichkeit und trübem Nebel berkümmern fie. Ich weiß, baß viele Mütter wider ihren Willen und zu ihrem tiefsten Schmerze von der Not gezwungen werden, die Gesundheit ihres Körpers zu bernachlässigen. Aber neben ihnen gibt es noch viele Arbeitermütter, die zu selbstlos sind, die sich selbst für zu gering halten, um an ihre eigene Gefundheit zu denken. Mögen fie bedenken, daß sie es ihren Kindern schuldig sind, selbst gesund zu sein.

Aus ,, Die Mutter als Erzieherin" von Heinrich Schulz, Stuttgart , Berlag von J. H. W. Diez Nachf.

Die gesunde Ernährung unserer Kinder

Gesunde förperliche Entwicklung für ihre Kinder wünscht und erstrebt wohl jede Mutter. Aber jede Mutter versucht es auf andere Weise zu erreichen und oftmals liegt der Mißerfolg biel weniger an der ungenügenden Menge als vielmehr an unregelmäßiger Essenszeit und an falscher Zusammenstellung der Nahrung.

Ohne daß hier näher auf die besonderen Nahrungsmittel, welche für den kindlichen Körper besonders geeignet sind, ein gegangen werden kann, soll nur im allgemeinen gestreift werden, welche Speisen für den findlichen Organismus be sonders zweckmäßig sind. In vielen Haushaltungen findet man, daß lieber die Mutter auf den Fleischgenuß verzichtet, um es den Kinden geben zu können. Die Kinder bis zum 10. oder 12. Jahre können wirklich ganz ohne Fleisch ernährt werden und dabei gesünder und kräftiger sein, als die, denen Fleischportionen genau in der Größe wie für Erwachsene ge reicht werden. Die alte Gewohnheit muß einer neuen Gewohn heit Platz machen.

Das erste Frühstüd besteht am awedmäßigften aus einer Suppe aus Mehl, in Milch, Hafergrüße oder dergleichen.

Das zweite Frühstück, im Sommer trockenes Brot und Obst, oder Brot mit weißem Käse, oder Fett oder Butter im Winter. Das Mittagsmah! muß täglich aus reichlich Gemüse bestehen, welches gut mit Fett, Speck oder Butter geschmälzt wird. Im Sommer ist ja grünes Gemüse frisch in reicher Auswahl zu haben. Jm Winter werden Hülsenfrüchte, Graupen, Reis usw. zu schmackhaften Mittagsgerichten zubereitet.

Wenn wirtschaftlich möglich, ist es sehr zu empfehlen, durch eine Obstsuppe oder geschmortes Obst als Nachtisch das Mittags mahl zu bereichern.

Bum Nachmittagsbesperbrot ist Marmelade als Aufstrich zu verwenden, sofern die Butter noch fnapp ist. Als Abendbrot gibt man Kindern bis zu 6 Jahren am besten auch nur eine fräftige Suppe, wie Hafer- oder Buchweizen oder Gersten­grüße, wenn möglich mit Milch oder geschmortem Obst. Größere Kinder können, falls das Brot knapp ist, noch ein Kartoffelgericht hinterher essen oder auch eine Brotschnitte mit Butter oder Fett oder frischem Obst.

Jedenfalls soll die Abendmahlzeit nie später als 7 Uhr ein. genommen werden, kleinere Kinder müssen sogar um 6 Uhr ihr Abendbrot erhalten, damit ihre Nachtruhe durch den vollen Magen nicht gestört wird.

Eine Hauptsache aber für alle Mahlzeiten ist Pünktlichkeit. Wir müssen unsere Kinder schon frühzeitig daran gewöhnen, daß sie zur bestimmten Stunde mit gutem Appetit essen. Regelmäßigkeit ist in der Ernährung für die Ausnützung der aufgenommenen Nährwerte von größter Bedeutung. Darum dürfen wir findliche Naschhaftigkeit, d. h. außer den festgesetzten Mahlzeiten noch dies und das zu effen, nie dulden, denn der Magen muß von Jugend auf an regelmäßige und bestimmte Nahrungszufuhr gewöhnt werden, dann wird er auch die Ver­dauungsarbeit gut und pünktlich besorgen. Wenn wir aber dem findlichen Verlangen nachgeben zu jeder Stunde die Eß­begierde zu stillen, so kommt der Magen mit seiner Arbeit nie zu Ende und wird die Speisen bald nur noch halb verdauen. Wir leben aber nicht von dent was wir effen, sondern von dem was unser Magen verdaut.

Eine sehr schlechte Gewohnheit ist, den Magen mit sehr großen Mengen von den einzelnen Gerichten zu füllen. In manchen Gegenden Deutschlands , besonders auf dem Lande, gehört es zur selbstverständlichen Auffassung, daß der Mensch, befonders der heranwachsende männliche Sproß und der Mann viel essen müssen. Darauf aber kommt es nicht an, sondern auf die Fähigkeit des Magens, die Nährstoffe dem Blut zuzu­führen. Unverdaute Speisen belasten gleicherweise Magen und Darm und sind oftmals Störenfriede der Gesundheit und des Wohlbefindens.

Obst, Gemüse, Milch und Mehlspeisen sind für den kind­lichen Magen am besten und schnellsten zu verdauen und schaffen gesundes Blut. Darum ernährt eure Kinder dement­fprechend ihr Mütter, und sorgt für regelmäßige Essenszeiten. Fr. Schr.

Von den Geschlechtskrankheiten

er. In den letzten Jahren ist uns Frauen im täglichen Leben so vieles Unangenehme und Häßliche begegnet, daß viele manch mal versucht sein mögen, die Augen zuzumachen, um nichts mehr von all' dem Schmutz zu sehen und zu hören. Diese Vogel- Strauß- Politik ist jedoch nicht am Blaze. Es gilt, dem Leben, so wie es ist, ins Auge zu schauen.

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Wir sehen vielfach Vorträge angezeigt, wir hören von Aus. stellungen, von Gesellschaften, die es sich zur Aufgabe machen, über die Volksgeißel" der Geschlechtskrankheiten aufzuklären und davor zu warnen. Behörden haben besondere Beratungs stellen eingerichtet, die der Vorbeugung und Heilung dienen sollen. Unsere Großmütter, ja auch unsere Mütter, wußten vielfach nichts von der Existenz dieses furchtbaren übels. Wenn früher die Unwiffenheit der Frau auf diesem Gebiet im allgemeinen feine schweren Schäden zur Folge gehabt haben mag, so ist es bei der heutigen ungeheuren Verbreitung der Geschlechtskrank heiten, die unvermerkt fast in die Familien eindringen und an ihrem Lebensmark zehren können, unabweisbare Pflicht unserer Frauen und Mütter geworden, sich darüber zu unterrichten. Sie müssen die furchtbaren Gefahren kennen, um ihnen im Kreis der Ihrigen und im weiteren Kreise der Allgemeinheit begegnen zu können.

Da hilft unser fleines Büchlein Der Feind im Hause", das im Auftrage des deutschen Vereins für ländliche Wohlfahrts. und Heimatpflege und der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten herausgegeben und von Ökonomierat F. Lembke bearbeitet wurde. Es ist zum Preise von 1.80 M. zu beziehen.

Als ein Versuch, auf die ungeheuren Gefahren aufmerksam zu machen, ist auch noch folgendes zu bemerken:

Die deutschen Standesbeamten find laut Erlaß vom 6. Juli 1920 berpflichtet, ein Merkblatt für Eheschließende" den Verlobten vor dem Aufgebot auszuhändigen. Es wird darin auf die Krankheiten hingewiesen, welche das Eheleben vergiften und die Kinder zugrunde richten können, und es wird verlangt, daß jeder Teil, die Frau wie der Mann, sich vor der Verehe lichung ärztlichen Rat einholen sollten, ob ihre Gesundheit das Eingehen der Ehe erlaubt.

Helfen wir alle im Kampfe gegen die Geschlechtskrankheiten, bei denen die eigene Gesundheit und die der Familie, das häusliche Glück und die Wohlfahrt und der Bestand des ganzen Volkes auf dem Spiele stehen. Geschlechtskrankheiten und ge schlechtliche Entartung zehren an seinem Marke. Wir werden ein absterben des Volt, wenn wir den Kampf gegen diese Feinde im eigenen Hause nicht mit aller Straft aufnehmen und sieg reich durchführen."

Die geistige Tätigkeit ist auch gefund! sowohl wie die Tätig­feit der Gliedmaßen und der inneren Organe; es werde alles zusammen in Bewegung gefeßt, so daß es leiste, was es könne, ohne irgend eine Kraft zu erschöpfen. Nur was ohne Intereffe lange fortgetrieben wird, das verzehrt Geist und Körper; doch auch dies nicht so schnell, daß man die ersten Schwierigkeiten dessen, was bald interessieren wird, zu überwinden sich scheuen dürfte. Man gewöhne an Arbeitsamkeit aller Art."

Herbart ( 1776-1841)

Algemeine Pädagogit, aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet.

Laßt Gonne herein!

Trotzdem die gütige Sonne unfere größte und beste Helferin im Leben ist, hat sie es doch nicht vermocht alle Menschen­herzen so zu erleuchten, daß man sie überall als selbstioseste Helferin anerkennt.

Wieviele Menschen wohnen doch im Dunklen, im Schatten und wieviele kleine Kinder möchten gern im Sonnenschein spielen. Unsere Wohnungen müßten alle ihre Fenster an der Sonnenseite haben, damit die wärmenden Strahlen recht zum Fenster hereinfluten und alle schädlichen Bakterien, welche im Staub herumfliegen und unsere Bunge vergiften, töten können. Die Spielpläge für unsere Kinder müßten ebenso die Sonne als Helferin haben.

Laßt Sonne in eure Wohnungen, laßt Sonne in euren Körper fluten. Bei vielen Erkältungskrant heiten besonders aber bei Erkrankungen der Atmungsorgane wie der Lunge verordnen die Ärzte Bestrahlungen mit künst licher Höhensonne.

Viel besser und viel richtiger ist es, wir sehen unseren an fälligen Körper mit den besonders empfindlichen Atmungs­organen rechtzeitig der natürlichen Sonnenbestrahlung aus. Die hindernde Kleidung muß fortbleiben, wenn die Sonne unseren Körper mit neuer Kraft durchströmen soll. Aber auch im Zimmer bei Sonnenschein und offenem Fenster ist ein Sonnen- und Luftbad schon recht heilsam. Besser ist es wir tun es im Freien, nur mit einem leichten Lufthemd bekleidet.

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