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Nr. 5

Die Gleichheit

Kranken aus dem gleichen Grunde wieder eine Aufbesserung er­fahren müssen.

Der Borstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes .. Th. Leipart.

Der Vorstand des Allgemeinen freien Angestelltenbundes. Wilhelm Stähr.

Den Fraktionen der sozialdemokratischen Parteien im Reichstag ist die Forderung gleichfalls unterbreitet worden mit dem Wunsche, daß auch die Parteien alles tun, um die unbedingt notwendige Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung durchzuführen.

Das Reichsarbeitsministerium hat demzufolge nunmehr in einem Rundschreiben vom 8. Februar an die Regierungen der Länder erklärt, daß die Unterstützungsfäße für die Erwerbslosen und ihre Angehörigen um durchschnittlich 25 Prozent, für die Jugendlicher und Ledigen um durchschnittlich 15 Prozent erhöht werden sollen.

Die Versicherungsgrenze der Angestellten

Einige Zeitungen brachten die Mitteilung, dem Reichswirtschafts­rat liege zurzeit ein Gefeßentwurf des Reichsarbeitsministeriums zur Begutachtung vor, der die Grenze für die Versicherungspflicht in der Angestelltenversicherung auf 28 000 Mt. feftfeize. Diese Mit teilung ist wegen anderweiter Festsetzung der Verdienstgrenze nicht mehr richtig. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde schon im Juni 1921 fertiggestellt und sah damals die Begrenzung der Ver­ficherungspflicht allerdings bei einem Jahresarbeitsverdienst von 28 000 Mt. vor. Inzwischen ist aber bereits ein Teil dieses Gesetz­entwurfs, nämlich die Erhöhung der Versicherungsgrenze, durch ein Gesetz vom 23. Juli 1921 vorweg erledigt und die Versicherungs­pflicht auf 30 000 mt. begrenzt worden. Infoweit ist daher der gegenwärtig dem Reichswirtschaftsrate vorliegende Gesetzentwurf überholt.

Aus der Frauenbewegung des Auslandes

Amerika . Ein neues Gesetz des Etaates Arizona stellt die unehelichen Kinder den ehelichen vollkommen gleich. Es enthält 3. B. die Bestimmung: Jedes Kind ist das legitime Kind feiner natürlichen Eltern und hat alle Rechte auf völlige Versorgung und Erziehung." Dieses Gesetz sollte uns zum Vorbild dienen.

In Louisiana hat der Generalanwalt erklärt, daß in diesem Staate die Frauen dasselbe Recht auf jedes öffentliche Amt haben wie die Männer. Dieses Recht ist auch in der Verfassung des Staates festgelegt.

Holland . Hier wird gegenwärtig durch die Zweite Kammer die Berfassungsrevision durchberaten. Man hat auch die Absicht, in die neue Verfassung den Grundsatz des Frauenstimmrechts hineinzu nehmen.

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scheidung wird in dem Entwurf behandelt. So soll eine Ehe schon getrennt werden können, wenn die Eheleute eine gewisse Zeit ges trennt leben. Eine neue Ehe kann nach den neuen Bestimmungen innerhalb 18 Monaten eingegangen werden, gegen bisherige drei­jährige Wartezeit.

Aus unserer Bewegung

Bezirk Franken. Auf Veranlassung des Bezirksvorstandes der SPD. , Franken, wurde am 15. Januar in Nürnberg eine Kon ferenz der an der Spitze der Frauenbewegung des Bezirks stehen. den Genossinnen abgehalten.

Von den 9 Unterbezirken Frankens waren 45 Genofsinnen er­schienen. Das weibliche Mitglied des Bezirksvorstandes, Genossin Füllbed, Nürnberg , war mit der Leitung der Konferenz be traut. In ihrem Vortrag behandelte sie den Stand der Frauen­bewegung im Bezirk; sie bemängelte, daß von den 432 Ortsvereinen nicht einmal die Hälfte dieser Bereine weibliche Mitglieder auf weisen. Heute zählen wir im Bezirk 4000 weibliche Mitglieder. Diese Zahl fann noch bedeutend erhöht werden, wenn alle Ge­nossinnen in den Betrieben für unsere Partei agitieren. Sie gab die Richtlinien des Parteivorstandes bekannt, die dahin gehen, daß das weibliche Mitglied des Bezirksvorstandes mit den Vertrauens personen der Unterbezirke und diese wieder mit den Genossinnen der einzelnen Ortsvereine in Verbindung stehen. An diese Aus­führungen schloß sich eine rege Aussprache. Alle Genossinnen er klärten sich mit den Richtlinien einverstanden und hielten es für notwendig, daß in erster Linie an die in den Betrieben tätigen Arbeiterinnen mit der Agitation herangetreten wird. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß solche kleinen Konferenzen des öfteren abgehalten werden sollen, um die gemachten Erfahrungen auszutauschen und neue Wege zu finden. Lucie Joseph.

Bezirk Mittelschlesien. Im Breslauer Gewerkschaftshause fand am 29. Januar eine Frauenkonferenz für unseren Bezirk statt. Der Besuch war sehr gut. Die Zahl der Delegierten bewies die wachsende rege Teilnahme der bis heute vielfach so passiven Frau am Leben der Partei. Der Parteivorstand hatte die Genossin Juchacz zu dieser Tagung entsandt. Wir nahmen das als einen Ausdruck des Interesses, das der Parteivorstand der Frauen­bewegung in Mittelschlesien entgegenbringt, entgegen. Genossin Juchacz entwickelte in großzügiger, klarer Weise ein Bild der Zu­stände der letzten Jahre, unter denen die Frauen leben. Sie schilderte die völlige, durch den Krieg veranlaßte Umgestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse, des Arbeitsmarktes. Es sei ungerecht und hart, immer noch die Frauen als Geduldete in den Betrieben zu betrachten. Schroffheiten in den Demobilmachungsbestimmun gen seien zu verstehen, aber es müsse von uns alles daran gesetzt werden, der Forderung, die im Görlitzer Programm aufgestellt worden ist, nun auch Anerkennung zu verschaffen. Das Recht der Frau auf Erwerb muß selbstverständlich werden. Der Einfluß der Frau muß überhaupt durchweg stärker zur Geltung gelangen, auf allen Gebieten des öffentlichen und sozialen Lebens

Kanada hat bereits den zweiten weiblichen Minister, Frau Irene macht sich unabweisbar die Notwendigkeit weiblicher Mittätigkeit Parbly.

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Einen weiblichen Unterrichtsminister hat die femalistische Angora­regierung eingestellt. Gewiß eine staunenswerte Tatsache in An­betracht der in der Türkei kaum eben zum Leben außerhalb ihres Hauses erweckten Frau.

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Schweiz . Der schweizerische Zweig der Internationalen Frauenliga für Friede und Freiheit hat anläßlich der Budgetvor­beratungen für 1922 an den Nationalrat in Bern eine Zuschrift gerichtet, in der die Frauen lebhaft gegen die beabsichtigte Er­höhung der Militärausgaben um 5 Millionen Frant protestieren. Sie halten diese Mehrbelastung für militärische Ausgaben in einer Beit, wo jede soziale Berbesserung an den mangelnden Mitteln Scheitern muß, für unverantwortlich, dringen vielmehr auf Ab­rüftung. Die Frauen fühlen sich, auch wenn sie durch die Gesetze des Landes als politisch Unmündige behandelt werden, für das Wohl des Landes ebenso verantwortlich wie die Männer.

Dänemark . Das dänische Justizministerium fündigte einen Gesetz­entwurf zur Reform des Eherechts an, der vielerlei Aende= rungen enthalten soll. So ist vorgesehen die Vorlegung eines ärztlichen Attestes seitens beider Ehekandidaten, eine Erweiterung der Verwandtschaftsgrade, innerhalb deren Ehen überhaupt ge­schlossen werden können. Besonders die Vereinfachung der Ehe­

und Hilfe bemerkbar. Im Kampf gegen Teuerung, Hunger, Wohnungselend, Tuberkulose und die verheerenden Geschlechts­frankheiten müssen alle Kräfte eingesetzt werden. Die Erkenntnis dieser großen Aufgaben und der Erfolge, die erreicht werden können, soll in den Frauen allgemein gewedt, fie müssen dazu er­zogen werden. Das Ziel ist die Befreiung und Erlösung der Menschheit durch den Sozialismus ,.

Genoffin Parteisekretärin Clara Zils sprach über die praktische Arbeit zur Gewinnung und Schulung der Frauen. Die Dis fussion brachte manches bemerkenswert Verheißungsvolle und Gute. Die Teilnehmerinnen haben den Eindruck, daß diese Frauen­konferenz als ein tüchtiger Schritt vorwärts bezeichnet werden darf. Cl. 3ils.

Wohlfahrtspflege

Aus der Arbeit der Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt II.

Aus der. Weihnachtszeit liegen eine Reihe von Berichten vor, aus denen man sieht, wie die Hände sich regen, wenn es gilt, not­leidenden Klassengenossen und ihren Kindern über die schwerste Zeit des Jahres hinwegzuhelfen. Keine großen Feiern mit armen, elenden Kindern und Müttern und sich warm und wohlig fühlen­den Gebern im Hintergrund sollen dabei veranstaltet werden, son­dern schlichtes Helfen von Mensch zu Mensch. In den Orten, wo