«bzeichcn getragen, am linken Aermel sind die Führer- und Priifungs- zeichen, eine Kopfbedeckung wird nicht getrogen. Die Roten Falten begrüßen einanocr durch Erheben der rechten Hand, die Hand- fläche dem Begrüßten gegenüber, mit dem Gruße Freundschaft. Da- bei lst der Körper strass. Der Gruß ist für alle gleich. Das sind dieRoten Falten", sie durchstreijen Feld und Wiese, kampieren in Zelten, sind immer hilfsbereit und tätig. Es ist noch nicht lange her, als die erste Horde sich zusammensand, aber schon Sid es ihrer viele. Wie Pilze nach dem Regen erstehen sie allerorts. ie Abenteuerlust, der Bewegungstrieb, der Hordcngemeinschafts- aetst des Jugendalters von 12 bis 15 Jahren finden hier ihre beste Ausdrucksmöglichteit. Selbstgewollte Zucht, Disziplin, Pflichttreue, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit und andere fürs Leben wertvolle Eigenschaften nennen sie ihr eigen. Sie wollen Kämpfer werden, um dann auch in der jozialistischen Arbeiterjugend und später im Leben ihren Mann zu stehen. Geistiger Voter dieser Rote-Falken-Bewegung ist einer der Führer der österreichischen Kinderfreunde, Genosse Tesarek. Er ließ sich von dm Gedanken leiten, daß die zwölsjährigen Jungen und Mädel in der Kindersreundebewegung ebensowenig auf ihre Kosten kommen wie die Vierzehnjährigen in der Sozial stischen Arbeiter- fügend. So wollte er im Rahmen der Kindersreund« den einen wie den anderen eine dem Eigenleben dieses Alters angepaßte Organi- iationsform schassen. Cr lehnte sich hierbei an die bürgerliche Pfadfinderbewegung an, erfüllte diese aber mit dem Geist der Aktivität des kämpfenden Proletariats, dessen Buben und Mädel die Roten Falken sind. In Wien hat sich vor kurzem bereits ein Kreis von Roten- Falken-Führern zusamniengefunden, die den Versuch unternommen haben, ein«' Reihe von Lestllnien für die einzelnen Gruppen au»- zuarbeiten.__ Leo R o s e n t h a l. Der Ruf an öie Gesetzgebung. Seit der Kasseler Tagung des Reichsausschusie» der deutschen Lugendverbänd« hat die Bewegung für die Freizeit der Jugend»ine immer größer« Ausdehnung angenommen. In ein- dringlichster Weise kam das auf einer Kundgebung zun, Ausdruck, die der Reichsausschuh der deutschen Iugendverbände Ansang Februar im Vorläusigen Reichswirtschostsrat in Berlin in Gemeinschaft mit annähernd 30 Reichsorganisationen der Wohlfahrtspflege, der Frauenbewegung, des Gelundheitswesens, des Berussschulwesens, der sozialen Reform und der Jugendwohlfahrt veranstaltete. Der Dorsigende des Ausschusses betonte in seiner Begrüßungsrede, daß es der Zweck der Kundgebung sei, die Forderung weiter kreise der Bevölkerung auf gesetzliche Regelung der Freizeit für die Jugend zum Ausdruck zu bringen. Es sprachen dann in diesem Sinne für das Gesundheitswesen Professor Dr. L e w a n- dowski, für die Wohlfahrtspflege Graf Lerchenfeld, für die Frauenbewegung Frau Oberin v. Illing, MdL., kür das Berufsschulwesen Gewerbeoberlehrer Heinrich, tür die sozial« Reform Fräulein Israel, für die Jugendwohlfahrt Iugcndsekretör Ollenhauer. All« Redner betonten vom Standpunkt ihres Fachgebiets die Dringlichkeit der vom Reichsausschuß erhobenen sozialpolitischen Forderungen und verpslichteten sich, an der Durchführung der Forderungen mitzuwirken. Die Kundgebung schloß mit der ein- stimmigen Annahme folgercher Entschließung: Die unterzeichneten Organisationen haben sich in Berlin am 4. Februar 1926 im Plenarsitzungssaale des Vorläufigen Reichs- wirtschaftsrates zu einer gemeinsamen Kundgebung für die Freizelt der Jugend zusammengeschlossen. Die unterzeichnete» Organisationen haben es als ihre Pflicht betrachtet, das deutsche Volk, seine Reichsregicrung und seine Landes- regierungen, alle Träger der öffentlichen und freien Volkswohlfahrt owie die deutsche Arbeiterschaft nachdrücklich und einmütig aus die chweren gesundheitlichen, erzieherischen und volkswirtschaftlichen Ge- ahren hinzuweisen, die der erwerbstätigen Jugend aus dem Mangel an Freizeit erwachsen. Sie halten es zur Abwehr der Gefahren für dringend notwendig, daß alsbald gesetzliche Maßnahmen erarissen werden, dl« den erwerbstätigen und in der Berufsausbildung stehen- den Jugendlichen eine ausreichende tägliche Freizeit und einen aus- reichenden jährlichen Urlaub gewähren. Ueberzeugt von dem Rechte der Jugend auf ein jugcndhaftes Leben und überzeugt von der Tatsache, daß eine unzureichende Freizeit der Jugend die Erhalwng der deutschen Volkskraft gefährdet und«inen Raubbau an dem volksteile darstellt, von dem wir erst in Zukunft Leistungen er- warten müssen, überzeugt von diesen Tatsachen ersuchen wir die Reichsregierung, die Landesregierungen» die deutschen politischen Parteien und die deutsch « Oeffentlichkeit. sich für eine gesetzliche Er- füllung der folgenden Forderungen einzusetzen: 1. Grundsätzliche Ausdehnung der Schntzbestimmungen für die Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter und Angestellten auf das Aller vom 14. bis zum vollendeten 18. Jahre. 2. 8 Wochen bezahlle Ferien für erwerbstätige Jugendliche (einschließlich Lehrlinge) unter 16 Jahren und 2 Wochen bezahlle Ferien für erwerbstätige Jugendliche(einschließlich Lehrlinge) zwischen 16 und 18 Jahren. I. Festsetzung einer Arbeitswoche von höchstens 48 Stunden -(einschließlich des Fachunterrichts und der Zeit, die für die Auf- räumungsarbeiten beansprucht werde» könnte). 4. Beginn der sonntäglichen Arbeitsruhe mit Sonnabend- mittag oder Gewährung eine» freien Nachmittag» in der Woche. 5. Festsetzung ausreichender Arbeitspausen. 6. Verbot der Nachtarbeit für Jugendlich«. Wir sind überzeugt, daß die Erfüllung dieser Forderungen der deutschen Volkswir tschast nicht zum Nachteil«, sondern vielmehr zum Vorteile wirkt, da eine ausreichende Freizeit die Jugendlichen an Leib und Seele zu trästigen und dadurch ihr« Arbeitssreudigkeit und Leistungen zu heben vermag. Wir unterzeichneten Organisationen werden uns mit allen Mitteln und durch Schaffung geeigneter Einrichtungen dafür ein­setzen, daß die Jugendlichen ihre Freizeit förderlich verbringen." Es folgen die Unterschristen von 28 Reichsorganisationen.- Der Knabe, öer öas Gute suchte. Den Anlaß hotte eigentlich der Pfarrer gegeben, der den drei- zehnjährigen Beruhard des Tagelöhners Bath aus seine Frage,was ist denn das Gute", zur Antwort gab:Wir alle sind sündige Menschen, der Einzige, der Gute, der Sündenlose, ist Ehristiis, der für uns am Kreuz gestorben ist. In dieser Welt ist nichts Gutes» das Böse hat hier seine Herrschost, aber wer in Christus lebt, wird von seinem Guten überdeckt, und wird einmal die Seligkeit haben, und frei von der Sünde sein." Das wollte dem Jungen nicht in den Sinn, daß alle Menschen voll Sünde sind und daß nur das Böse herrscht. Denn wenn er mit seinen großen fragenden Augen durch den Wald ging, und sah, wie die Sonne mit ihren goldenen Strahlen den Rachttau. der aus den Gräsern und Blumen lag, wie kostbare Perlen, die er einmal in der Stadt gesehen hatte, schimmern ließ, und den Morgengesang der Vögel hörte, dünkte ihm, es könne nichts Größeres und Schönere» sein. Auf diesen Streifen, die er de« Morgens, bevor er zur Schule ging, schon tat, als er noch mit Echtesertafel und Grissel die ersten Buchstaben malte, waren es die Worte seines Vaters, der eine» Abends, als er müde nach Haus» kam, zur Mutter sagt«:Der gut« Mensch findet seine Ruhe In sich selbst, die ihn nicht rasten ließen, hinter ihren Sinn zu kommen. Sein Empfinden wußte wohl Gute» und Schlechtes zu trennen, aber sein Knabenhirn strengte sich an, den Begriff zu klären, und als er damit nicht zu Ende kam, und in dem Pfarrer den Menschen sah, der es doch wissen müßte, wagt« er die Frage. Daß es schlecht« Menschen gibt, hatte er oft gesehen, denn wenn der reiche Merken seine Hunde so toll schlug, daß sie schreiend und winselnd in die entsernteste Ecke des großen Met keuschen Hose» liefen, um möglichst weit von ihrem Peiniger zu sein, war da» schlecht, und er tonnte kein guter Mensch sein. Aber daß es über- Haupt keine guten Menschen gab, tonnte er nicht glauben. Und als er eines Tages dabei war, wie der Dorschullehrer dl« kleine Enkelin der alten Kate, die sich zu weil in den Fluß gewagt hatte, und nun vergeben» versuchte, das Ufer zu erreichen, so ws« er war, mit allen Sachen, in den Fluß sprang, und das Kind herausholte, wurde sein Empfinden noch fester, es muß Gutes geben. Gut ist alles, was den Menschen Hilst," schrieb er aus der letzten Seite seines Schulheftes. Er atmete aus, als er glaubte, die ihn so lange gepeinigte Frage beantwortet zu haben. Als er aber am anderen Tage in der Schule sah, wie Johann, des reichen Merkens Sohn, einem anderen armen Mitschüler sein Frühstücksbrot gab, nur um zu zeigen, wie mildtätig er war, stand er von neuem vor seiner Frage. Nicht ob inan Hilst, sondern wie man Hilst ist entscheidend," setzte er unter den ersten Satz. Wenn nun aber ein Mensch helfen will, und so arm ist, daß er nicht helfen kann?" fragte etwa» in ihm. Das mühsam erbaute Gebäude begann zu wanken. Der alt« Schäfer, zu dem er in seiner Ratlosigkeit ging, sagte Ihm,das Gut« kann man überhaupt nicht in Worte fassen, es ist da, oder es ist nicht da, in den Augen der Menschen kann man es manchmal schimmern sehen". Damit konnte er sich natürlich nicht zufrieden geben. Wenn das Gute etwas ist, da« Im Menschen vorhanden ist, muß man auch genau sagen können, wa» dieses ist. Immer toller wurde sein Begehren. Jedem Bekannten, von dem er annahm, daß er ihn nicht auslach«, legte er die Frage vor. I« öfter er ober fragte, um so unbefriedigender erschien ihm di« Antwort. Und eines Abends, als die Eltern schon schliefen, zog er sich wieder an, schlich leise zur Tür hinaus und hoffte dort in der großen Stadt, wo eine Schwester seiner Mutter wohnte, Antwort aus sein« Frage zu finden. Doch al» er eine halbe Stunde auf dem Landweg, der zur Chausiee, die zur Stadt führt«, gelaufen war. und der Mond so hell durch die Schatten der Bäume glänzt«, seine Aufmerksamkeit von der ihn so bewegenden Frage ablenkte, überkam ihn die Still« dieser Sommernacht wie»in großes befreiendes Ausatmen. Aus einem riesigen Stein, der abseits vom Weg lag. ließ er sich nieder. Ruhiger geworden legte er sich noch einmal die Frage vor: Was ist das Gute?" Das Gute ." und er lachte dabei,Ist das warme Herz de« Menschen, der mit allem Lebenden mitfühlt, und so weit er tan« anderen hilft." Am anderen Morgen ging er wieder zur Schule, und sein« Augen glänzten, wie der Tau der Gräser und Blumen, der am Morgen von den Strahlen der Sonne wie blinkende Perlen anzu» sehen ist. H a n» E ck.