Die Leber besteht aus einer ungeheuern Anzahl kleiner durch Bindegewebe vereinigter Bläschen, den Gallen- oder Leberzellen, welche einen Durchmesser von 1/1000 bis 2/1000 Millimeter haben und eine gallenähnliche Flüssigkeit, sowie einen oder zwei Kerne und Fetttröpfchen enthalten. Mit ihren Flächen sind die Leberzellen zu den Leberzellenbalken, das sind einfache oder doppelte Reihen, verbunden, welche miteinander ein Nez bilden, worin die Kapillargefäße enthalten sind. Die Kapillargefäße und die Leberzellen zusammen bilden die Leberläppchen oder Leberinselchen; ihr Durchmesser beträgt etwa zwei Millimeter, sie haben eckige Gestalt und unregelmäßige, zackige, braunrote Flecken in hellbrauner oder hellgeblicher Um­gebung; eine Doppelfärbung, welche von dem Blute der Leber­gefäße und der in den Gallengefäßen ausgeschiedenen Galle herrührt.

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Die Gallengefäße nehmen als außerordentlich feine Kanälchen ( canaliculi biliferi) in der Außenfläche der Leberläppchen ihren Anfang und umspinnen die Leberläppchen in Gemeinschaft mit den feinsten Aestchen der Pfortader( vena porta), des dunkles Blut führenden, dünnwandigen, großen Gefäßes, welches die Venen der meisten Bauchhöhlenorgane aufnimmt, nämlich außer den Venen der Leber noch die der Milz durch die Milzvene, die des Magens durch dessen obere Kranzvene, die des Darm­kanals durch die große und kleine Gekrösvene und die der Bauchspeicheldrüse.

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Die Pfortader ist die einzige Vene im ganzen Körper, welche aus einem Kapillarsystem gespeist noch ein zweites Kapillarsystem bildet. In der Leberpforte teilt sich die Pfort­ader gabelförmig in zwei Aeste, von denen der rechte sich im rechten und im viereckigen Leberlappen verteilt, während der linke Ast in den linken und in den Spigel'schen Leberlappen eingeht.

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Die Pfortaderäste teilen sich dichotomisch( zweiteilig) immer weiter und dringen mit ihren kapillaren Enden in die Mitte der Leberläppchen ein, wo sie sich in zentrale Venen ver­cinigen, welche die Anfänge der Lebervenen bilden, die ihrer­seits das Blut in die große Hohlvene führen, damit es dem rechten Herzventrikel übermittelt wird.

Wie die Pfortader teilt sich auch die Leberarterie, das der Leber frisches Herzblut zuführende Gefäß, vor seinem Eintritt in die Leber in zwei Aeste, die sich dem Laufe der Pfortader äste anschließen und das Gewebe sowie den serösen Ueberzug der Leber mit ernährendem Kapillarnez versehen. Die sich aus diesem Kapillarnez sammelnden Venenanfänge münden nun merk­würdigerweise auch in die kleinen Pfortaderästchen und nicht in die Lebervene, so daß das Blut der Leberarterie gewissermaßen auch einen doppelten Kreislauf durch zwei Kapillarsysteme hin­

aufzuweisen hat. Ihre Aufgabe, welche noch bis in die aller neueste Zeit herein unbekannt und der Gegenstand vielfältiger Streitigkeiten war, dürfte nunmehr als in der Nenbildung farbloser und farbiger Blutkörperchen*) richtig erkannt sein und vielleicht außerdem auch darin noch bestehen, ältere unbrauchbar gewordene Blutzellen untergehen zu lassen.

Die Farbe der Milz ist dunkelbraunrot, ihr Gewicht beträgt ungefähr 250 Gramm und ihre Größe ist etwa die einer Faust von 4½½ Zoll Länge, 3 Zoll Breite und 12 bis 2 Boll Dice . Ihre obere Fläche liegt im linken Hypochondrium( der Gegend unter den Rippen) dem Rippenteil des Zwerchfells an, indes die untere dem Magengrunde zugekehrt ist und an die Bauch speicheldrüse stößt. In der Mitte dieser unteren Fläche befindet sich eine senkrechte Furche, durch die die Blutgefäße ein- und ausgehen.

Ueberkleidet wird die Milz vom Bauchfell, dem innen eine weißliche derbe Faserhaut anliegt, von der Fortsäze in der Form eines balkenartigen Gerüstes und in der von Gefäßscheiden in das Innere der Milz hineingehen. Zwischen diesen befindet sich das eigentliche Drüsengewebe der Milz, eine dickliche, blauröt liche Masse, pulpa lienis genannt, in der Kerne, Zellen, spindel förmige Kernfasern und Blutkörperchen in verschiedenen Um wandlungsphasen eingebettet sind. Auf den Scheiden der feinsten Arterien sizen traubenförmig gruppirt die sogenannten Malphigi schen Körperchen auf, die ein mit Blutkapillaren durchseztes Nezwerk darstellen, dessen Maschen mit lymphkörperartigen Zellen ausgefüllt sind.

Noch zwei weitere Drüsen befinden sich in der Bauchhöhle es sind dies die Nieren. Dieselben haben die Aufgabe, den Harn aus dem Blute auszuscheiden. Sie sind**) 3wei 3 beiden Seiten der Lendenwirbelsäule in der Bauchhöhle sym metrisch gelegene, bohnenförmige Drüsen, welche bei dem Men schen etwa die Größe einer kleinen Fauft haben. Durchschneidet man eine solche Niere der Länge nach, so sieht man, daß sie aus zwei wesentlich verschiedenen Substanzen zusammengesezt ist. Nach außen zeigt sich eine dunklere weiche Lage von Rinden substanz, von unbestimmt kernigem Ansehen, die nach innen hin in die blaßrötliche, streifige Marksubstanz übergeht, welche in etwa 12-15 kegelförmige Abteilungen, die sogenannten Pyra miden, geteilt ist. Die Spizen der Kegel oder die Nieren wärzchen sind alle nach innen, gegen den Mittelpunkt der Niere gerichtet, und enden frei in einem Hohlraume, dem sogenannten Nierenbecken, welches sich unmittelbar in den röhrenförmigen Harnleiter fortsezt, der jederseits nach unten läuft und in die Harnblase sich öffnet. Untersucht man die Struktur der Niere genauer, so sieht man, daß die Rindenmasse aus einer Unzahl vielfach hin und her gewundener Harnkanälchen besteht, welche allseitig von den Blutkanälchen umsponnen werden. Allmälich sammeln sich diese Harnkanälchen nach innen zu, wobei sie zugleich einen gestreckteren Verlauf annehmen und so das streifige Ansehen der Pyramiden der Marksubstanz erzeugen. Mehr und mehr zusammenmündend öffnen sich endlich die Harntanälchen an der Spize der Nierenwärzchen und lassen hier den Harn i das Nierenbecken austreten, von welchem er dann durch den Harnleiter in die Blase abfließt. Die Harnleiter haben ring gehefteten Gallenblase verbindet, in der die nicht sofort zur förmige Muskelfasern, durch deren wurmförmig nach unten fort Außer der Galle wird in der Leber noch Traubenzucker Es kommt zuweilen vor, daß bei Individuen mit fehlerhafter schreitende Bewegung der Harn in die Blase geschafft wird Ausbildung der Bauchdecken, infolge ursprünglicher Mißbildung eine dem Stärkemehl sehr ähnliche, sogenannte glykogene die Vorderwand der Blase fehlt, so daß man in dieselbe hinein schauen und die Deffnungen der Harnleiter unmittelbar beobachten Dieser Traubenzucker wird durch die Lebervenen zum Herzen kann. Man sieht dann, daß die Flüssigkeit aus diesen Deff stoffs verbrannt wird und den Körper erwärmen hilft. Wo der Strahle bei stärkeren Zusammenziehungen der Harnleiter her nungen tropfenweise in Absäzen oder zuweilen auch in feinem Zucker nicht vollständig verbrannt wird, da geht der Ueberrest vortritt und sich in der Blase ansammelt, aus der sie bei ge

durchmachen muß.

Die in den Leberzellen mit Hilfe des Pfortaderblutes ge­bildete Galle geht durch die anfangs sehr engen Gallenkanät

chen in immer größere Röhren ein, welche sich in einen einzigen großen Schlauch, dem Gallengang, vereinigen, der da, wo die Pfortader in die Leber eintritt, diese verläßt und sich dann

in zwei Kanäle spaltet, deren einer in den Zwölffingerdarm

führt, während der andere die Leber mit der unter ihr an­

Verwendung gelangende Galle aufbewahrt wird.

bereitet, und zwar indem aus der Lebersubstanz sich zunächst

Substanz bildet, welche durch Gährung in Zucker übergeht.

und von da in die Lungen geführt, wo er mittels des Sauer­

in den Harn und es entsteht die unter dem Namen Zucker­haruruhr bekannte Krankheit.

sundem Zustande nur von Zeit zu Zeit entleert wird.

*) Funke, a. a. D. I, 193.

Zu den Anhängen der Verdauungsorgane gehört in lezter Linie die Milz( lien, splen). Dieselbe ist ein weiches, sehr gefäßreiches drüsenartiges Organ, das teinen Ausführungsgang Kürze der Schilderung wegen gebe ich sie wörtlich wieder.

**) So wie im Folgenden unter Anführungszeichen angegeben schildert sie Bogt, a. a. D. S. 154. Der Anschaulichkeit, Präzision und