25. September 1921.

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Sozialdemotzat

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Die deutsche Reaktion.

Schuß dem Stahlhelm. Berlin , 23. September. ( Tsch.-P.) Ein Er

gen die gerechte Besteuerung der Kapitalisten Forderungen auf dieser Grundlage aufgebaut daß es in Europa 75 Millionen Deutsche und zu erleichtern. Die Zinsen für die Industrie- werden müssen. Sie dürfen daher nicht: 1. die nur 9 Millionen Tschechen gibt, oder daß anleihe müßten auf Grund des alten Steuer- Stellung des Staates schwächen und das not- Prag , nach dem bekannten Ausspruche Ric­ſyſtems eingetrieben werden, d. H. die Arbei- wendige Maß der Einheit der Staatsvertal- gers, zwischen Wien und Berlin liegt, damit terschaft würde einen großen Teil dieser Zinsen tung stören; 2. die wirtschaftliche Einheit und die Deutschen nicht daraus Vorteil ziehen". Taß des Ministers des Innern an den Polizeis bezahlen. Damit würde ein gerüttelt Maß der andere Maßnahmen, welche im Interesse der Ferner bespricht Lederer die Meinung vieler präsidenten von Berlin beschäftigt sich mit der Reparationslast auf die Schultern der Arbei­ter abgewälzt werden. Die Massen des deut- Bewohner des Staatsganzen und der einzelnen feiner Nationsgenossen, wonach die Tschechen Bekämpfung der Landfriedensbrüche in der schen Boltes haben 5 Jahre lang geblutet, ictzt Länder sind, unmöglich machen; sie dürfen das erste Wort sprechen dürfen, weil sie die weist darauf hin, daß es nicht zulässig ist, in der Verständigung mit den Deutschen nicht umgegend von Berlin . Minister Dominicus follen sie noch die verbrecherische Politik der den Einfluß des Staates von keinem Punkte Sieger sind. Wenn wir auch gefiegt versammlungen und Feiern nur deutschen Besitzllasse bezahlen. des Staatsgebietes ausschließen, was schon mit haben", sagte er, dann vergeben wir Der Kampf um die Art der Aufbringung selbstverständlich ist." Wenn die Narodni Muster Sladkovskys Rücksicht auf den Schutz der Minderheiten uns damit nichts, wenn wir nach dem deshalb zu verbieten, weil sie polis der Reparationsmilliarden, ob Anleihe der Industrie im Auslande oder Erfassung der Listy" schreiben, daß die Tschechoslowakei ein weißes Blatt Papier reichen, Wenn die Narodni Muster Sladkovskys den Deutschen ein tisch anders gerichteten Volkstei damit len Anlaß geben könnten, zu stören. Es Sachwerte, sowie kräftige Besteuerung der Nationalstaat ist, was die Ableugnung des Be- sie darauf ihre Forderungen aufschreiben, die heißt weiter: Die Veranstalter genießen den Vermögen und Kriegsgewinne ist ein& I a s- stehens der Nationalitäten nicht ausschließt, so wir doch nicht ohne weiteres annehmen Schutz der Gesetze und die Teilnehmer haben [ enkampf zwischen Arbeiterschaft und ist das ein Herumlaufen der Kaße um den müssen, sondern über die wir mit ihnen ver- Anspruch darauf, daß die Behörden, insbeson Bürgertum. Es handelt sich in letzter Linie heißen Brei. Einen Staat, den mehrere Böl- handeln fönnen". Zum Schlusse betont Le- dere die Polizei, gewaltsame Beein darum, wer die entsetzlichen Folgen des Ver- ter bewohnen, fann man nach allen Gesetzen derer, daß die allnationale Koalition, die inträchtigungen der Verfassungs. brechens von 1914 jahrzehntelang tragen soll: der Logik nicht als einen Nationalstaat be- der neuen Regierung zum Ausdruck kommt, mäßigen Vereins- und Versamm­die deutsche Bourgoisie oder die deutschen Ar- zeichnen. Auch wenn in die Verfassung der durchaus nicht das Allheilmittel sei, den Aus Iungsfreiheit mit allen Mitteln ver. beiter. Wenn die Verteilung der Lasten nicht Republik die Worte aufgenommen würden: gleich mit den Deutschen überflüssig zu machen. so erfolgt daß die deutschen Unternehmer den Die tschechoslowakische Republik ist ein Natio- tung der tschechischen Nationaldemokraten hat Sauptanteil daran haben, dann ist mit einer nalstaat", würde es nicht um einen Deutschen beschlossen, sich für die Durchführung der Gau­Um die Gauverfassung. Die Parteivertre- hindert. dauernden Senkung der Lebenshaltung der tung der tschechischen Nationaldemokraten hat Der bayrische Ministerpräsident in Berlin . deutschen Arbeiterklasse zu rechnen. Was das Berlin , 24. September. ( Drahtbericht des in der Republik weniger geben. Die Na- verfassung in der Slowakei einzusetzen, woran Sozialdemokrat".) Heute ist der bayrische bedeuten würde, wollen wir nur an ein paar rodni Liſty" sind ja selbst so freundlich, die weiter nichts bemerkenswertes ist. Sie hat aber Ministerpräsident Graf Lerchenfeld in Zahlen flarstellen. 1913 betrug der Verbrauch Existenz der Nationalitäten nicht abstreiten zu zugleich beschlossen, darauf hinzuwirken, daß Berlin eingetroffen, um mit der Reichsregie. in Deutschland pro Kopf und Jahr 52 Kilo- wollen, sie sind also wenigstens zu der Erkennt das Gesetz über die Gauverfassung in Böhrung die künftigen Beziehungen zwischen gramm Fleisch, 1920 20 Kilogramm, 1913 is gekommen, daß es Deutsche in der Re- men, Mähren und Schlesien nicht durchge- dem Reich und Bayern zu besprechen. Im 125 Kilogramm Mehl, 1920 83 Kilogramm, publik gibt, was wahrscheinlich ein Fortschritt führt wird. Angesichts dieses eigenartigen Be- Interesse der inneren und äußeren Politif 1913 19.2 Stilogramm Zuder, 1920 14.1 Rilo- in der tschechischen chauvinistischen Geistigkeit schlusses fragt die Tribuna" mit Recht, nach hat man auf beiden Seiten den Wunsch, die grammt, 1913 7.2 Kilogramm Baumwolle, sein soll. Was der Hinweis darauf, daß die den Gründen der zwei sich widersprechenden noch bestehende Mißstimmung so schnell wie 1920 2.3 Kilogramm. Wenn der deutsche Ar- Deutschen in Europa zwei Nationalstaaten Entschließungen. Das Blatt hält dem entge- möglich zu beseitigen. Aus diesem Grunde beiter also aus seinem färglichen Lohn noch haben, bedeuten soll, ist uns unerfindlich. Das größere Laſten bestreiten soll, als bisher, noch Bestehen der deutschen und deutschösterreichi- gewisse Einheitlichkeit in der Staatsverwal- tages, der sich heute wieder mit der bahri gen, daß die Tschechen darnach streben, eine ist der Ueberwachungsausschuß des Reichs­mehr Steuern dem Reich wird entrichten müf- ſchen Republik kann doch keinesfalls ein Grund ng herbeizuführen, was die eigentliche Auf- ſchen Frage beschäftigen sollte, auf nächſie sen, dann wird seine Lebenshaltung erneut fin­ken, die Zukunft der breiten Massen des deut- sein, den Deutschen , sagen wir vor Gericht, gabe des Unifitationsministeriums sei. Diese Woche vertagt worden. schen Volkes wird ernstlich bedroht sein. Es anders zu behandeln, als wenn es diese beiden Bestrebungen werden aber von einem derarti­ist daher die Pflicht aller proletarischen Par- Staaten nicht gäbe. Die Bemerkung schließ- gen Beschluß durchkreuzt. Vermutlich wün­teien in Deutschland , den Kampf um die Erlich, daß die Forderungen der nationalen Min- fchen die Nationaldemokraten mit Rücksicht auf fassung der Sachwerte einem siegreichen Ende derheiten in Einklang mit den Bedürfnissen die Schaffung zweier deutscher Gaue in Böh- Tageblatt" mitteilt, nehmen die Verhand zuzuführen, die Durchführung der geplanten des Staates gebracht werden müssen, ist ein men die Gauverfassung nicht. Dem hält jedoch Steuerreform zu betreiben, denn es handelt sich sehr dehnbarer Begriff und im übrigen ein hier um nichts weniger, als um das Wohl und Gemeinplay. In dieser Hinsicht scheiden sich Wehe der deutschen Arbeiter. Verliert die Ar- eben die Geister. Auf der einen Seite diejeni beiterschaft den Kampf, dann geht sie einer gen, die glauben, daß die Bedürfnisse des fortschreitenden Verelendung entgegen. Die Staates am besten gewahrt werden, wenn der Arbeiterklasse Staat allen seinen Staatsbürgern in gerechter Deutschlands ist keine taktische Frage mehr, sondern eine Lebens- Weise entgegenkommt, und die andere Auffas­frage geworden. sung, die glaubt, es bestehe ein Gegensatz zivi­schen den Bedürfnissen des Staates und seiner Staatsbürger. Darüber werden wir uns wohl mit den Narodni Listy" nicht so leicht ver­ständigen können.

Einigung

Inland.

Die wirtschaftlichen Sanktionen. Berlin , 24. September. ( Drahtbericht des Sozialdemokrat".) Wie das Berliner

die Tribuna" entgegen, daß es auch in der lungen zwischen der Reichsregierung und Slowakei Gaue mit bedeutendem magyarischen schaftlichen Santtionen einen günstigen der Entente über die Aufhebung der wirt­Einschlag geben wird. Es sei eigentümlich, daß Dr. Kramarsch seinerzeit als Ministerprä- Darauf ab, die Befugnisse der beabsichtigten Einschlag geben wird. Es sei eigentümlich, Verlauf. Die Besprechungen zielen sident für die Gauverfassung eingetreten ist, französischen Kontrollkommiſſionen so auszu­während seine Partei jetzt gegen die Durch gestalten, daß sie für die deutsche Regierung führung des Gaugesetzes Stellung nimmt. annehmbar sind. Die Beratungen dürften in furzer Zeit zu einer Einigung und zur Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen führen.

Ausland.

Der Selbstschuh in Oberschlesien .

LAE ADAY

Die Narodni Listy" und die nationale Aufhebung der Rheinzoligrenze. Frage. In ihrer gestrigen Nummer nehmen die Zur Diskussion über das Berhältnis zu den Die deutschen Patentpatrioten benützen un- Berlin , 24. September. ( Tsch. P.-B.) Dic " Narodni Listy" Stellung zu der jetzt geführten Deutschen ergreift im Cas" der befannte entwegt die schwersten Gefahren, die ihrem Blätter berichten aus Paris : Die Verhandlun Diskussion über die Möglichkeiten eines deutsch - tschechische Schriftsteller Dr. Edvard Lede- Vaterlande drohen, um selbst allerlei Vorteile gen zwischen der englischen und der franzöſi. tschechischen Ausgleichs. Das Blatt schreibt: rer das Wort. Eingangs seiner Ausführung zu ernten. Der Besitz Oberschlesiens entschei- fchen Regierung über die neu zu errichtende Es ist fein Zweifel, daß die Einigung mit den gen betont er, daß es hoch an der Zeit fei, bet über Wohl und Wehe der fünftigen deut- Kontrollkommission zur Ueberwachung der nationalen Minderheiten, also auch mit den über die Dringlichkeit des deutsch - tschechischen schen Wirtschaft. Für die Orgeschleute aller Ein- und Ausführlizenzen Deutſchlands in der nationalen Minderheiten, also auch mit den Ausgleich3 ohne Furcht vor der patriotischen Firmen, cb sie sich Frontfämpfer. Selbstschutz haben ihre Forderung betreffend das Beto Rheinzollgrenze sind beendet. Die Franzosen Deutschen notwendig ist. Wir wünschen ihn Gasse zu reden. Die Kardinalfrage beim oder Stahlheim nenuen, liefert diese Schidfals- recht gegen die Erteilung solcher Lizenzen auch wahrhaftig. Auch wenn der tschechoslowa- deutsch - tschechischen Verhältnis", so schreibt lische Staat ein National staat ist, bedeu- Lederer, lautet schlicht: Ist unfere tschechoslo- frage den willkommenen Anlaß. eine neue fallen gelassen. Nach Abschluß dieser tet dies nicht das Leugnen des Bestehens der watische Republik ein Nationalstaat oder ein Stoßtruppe der Reaktion zu formen, das Besprechungen erklärte der englische Botschaf Nationalitäten und ihrer Rechte. Sein Cha- Nationalitätenstaat? Unsere Nationalisten be- reiforps Oberland". Der polnische Aufstand ter, der deutschen Regierung, daß die englische dem deutschen rakter ist durch seine Entstehung und die Sorge haupien, daß sie ein Nationalstaat ist. Ich bin hat abgeflaut, der Völkerbundsrat prüft das Regierung dem vom Briand um seine Sicherheit gegeben. Und gegen diese so frei zu behaupten, daß ein Staat, von dem oberschlesische Problem. dem Land ist eine Botschafter in Baris gegenüber vertretenen Tatsachen sollen sich ant allerwenigsten die ein Drittel der Bevölkerung nicht tschechoslo- Atempause gegönnt. Oberland" aber organi- Standpunkte beipflichte und daß der Beschlußz Deutschen stellen, welche in Europa bereits ihre watisch ist, ein Nationalitäten staat fiert sich unentwegt weiter. Leute, denen in des Obersten Rates nunmehr zur Durchfüh Nationalstaaten haben, freilich auch mit Mino- ist und die Folgen hievon ergeben sich von vier Jahren Krieg Mord zum Handwerk und rung gebracht werden könne. Sobald durch citäten. Wir wollen nichts, was uns nicht ge- selbst. Ich bin mit dieser Ansicht nicht ver- Lust geworden ist, strömen massenhaft in Schle- ein Defret die Zustimmung der Deutschen Re­bührt und wollen niemanden bedrücken. Aber einzelt, aber es sind viele Leute bei uns, wel- sien zusammen. Auf den großen Gütern haben gierung vorliegt, soll die Zollgrenze am Rhein jede Forderung der nationalen Minderheiten che, obzwar sie meine Ansichten teilen, furcht sie ihre Waffenlager, hier stolzieren sie in Uni- fofort aufgehoben werden. sam um sich blicken und flüstern: Das ist frei­im Staate muß in Einklang gebracht werden lich wahr, aber man darf es nicht öffentlich form, mit Orden behängt, umher und pfeifen mit den Bedürfnissen des Staates. Auch un- fagen, damit die Deutschen daraus feinen auf die gegenteilige Verordnung des Reichs­jere Deutschen müssen einsehen, wenn sie eine Vorteil ziehen.- Das ist dieselbe Behutsam- fanzlers, hier haben sie ihre geheimen Regi­sernünftige Politik machen wollen, daß ihre keit, als ob man öffentlich nicht zugeben dürfte, mente, Divisions- und Korpsstäbe, die nur cines Wines bedürfen, um zu marschieren. Ge Berlin , 24. September. ( Drahtbericht des sen Taltstock noch niemals anders als zur Weihe warm und ruhig der volle Baß des biederen Ster- brauchen nicht eben die Polen zu sein. Die chen Meldung ist im Auswärtigen Amte eine gen wen, ist den Desperados gleichgiltig. Es Sozialdemokrat".) Nach einer halbamtli­ausikalischer Schöpfungen und zur Begeisterung fermeisters. Die Szenen im Gefängnis waren der Leiblieder der braven Weißgardisten: Seil Dir Note der interalliierten Militärkontroll= der Hörer schwang, diesmal sein Bestes hergab Auftakt zu dem Erhabensten. Mit der unvergäng im Siegesfranz und Wir wollen feine Ju- fommission eingelangt, die sich gegen die and so sich und die Kunst am schönsten ehrte, lichen dritten Leonoren- Ouvertüre riß Zemlinsky nögen auch die Ehrungen durch die anderen noch auch den Letzten mit in seinen Vann. Wenn wir denrepublit" geben über das Marschziel genü- zentrale Organisation der Schußpolizei o ſehr dem dankbarsten, aufrichtigsten Empfinden sagen, daß er es damit Felix v. Weingartner gend Auskunft. Das mehrheitssozialistische mendet, weil diese durch diese Organisation ntsprungen sein. Von Bild zu Bild, so wie die gleichgetan, mögen das beide als Ehrung empfin- Hamburger Echo", das mit diesem Ober- einen militärischen Charakter erhalte. Das ramatische Handlung und die Beethovensche den. Stürme von Beifall umtosten Zemlinsky, land" ein neues Baltikumabenteuer auf dem verstoße gegen die Entwaffnungsbestimmun Musik, steigerte sich auch die Bedeutsamkeit der che fich der Vorgang zum letzten Bilde hob. Im Horizont der deutschen Geschichte ausziehen gen des Versailler Vertrages. Die Regie­Wiedergabe. Die, die droben sangen, und jene, ganzen Hause, diesseits und jenseits der Rampe, sieht, veröffentlicht zum weiteren Ueberfluß rung befaßt sich augenblicklich mit der Note. die unten spielten, verband ein Wille, dem größ- war die edelste Feſtſtimmung vorbereitet zu dem einen ihm zugeflogenen Drohbrief des wohl Sie glaubt, daß es darüber zu einer Ver­en Tonkünstler aller Zeiten nach Möglichkeit ge- Ensemble Wer ein holdes Weib errungen..." neugegründeten Deutschen Faszistenbundes". ständigung mit der Entente kommen werde. recht zu werden, um so auf ihre Art Meister Zem- In der Feier der triumphierenden Liebe feierten All diesen dunklen Anzeichen zum Trotz ver- Zurückziehung der amerikanischen Truppen. linsky aufs Würdigste zu feiern. Vom Auftreten alle, Künstler und Hörer, den Triumph der teidigt es den Beschluß des Görlizer Partei­des Finsterlings Pizarro, der seine schnöde Rache London , 23. September. ( Tsch. P.-B.) Die

Gegen die Schutzpolizei.

Gine Note der interafliierten Militär­Kommission.

burd) grause Mordtat nehmen will, bis zum großen Schöpfung und der meisterlichen Gestaltages, gegebenenfalls mit der Deutschen Volts- Blätter melden aus Washington: Von der Re­Siegessang der befreienden Liebe im Schlußbild tung mit. Wir können unsere Stritit nicht partei eine Stoalition einzugehen. Glauben die gierung wurde erklärt, daß die amerika­wuchs unter den Händen Zemlinskys das Meister- schließen, ohne den Fernando des Herrn u d- Genossen von rechts wirklich ernsthaft, daß nischen Truppen aus Deutschland zu vert Stüd um Stüd ins Riesenhafte. Drei rawit und die Marceline Steffi Medlers lo- ein Bund mit Stresemann die Gefahr des rückgezogen werden würden, sobald der Aus­Jende Säulen vor allem stützten den Bau: die bend zu nennen. Kleine Unebenheiten, unbedeu­Beonore der Frau Jicha, der Gouverneur tende Mängel der Aufführung sollen die Erinne- neuen Baltikums irgendwie bannen fann? tausch der Ratifitationen mit Deutsch , Rrieners und der Rocco Sterned 3. Schörung an sie nicht trüben und nur unsere Pflicht zieht nicht das Herz Herrn Stresemann zum land erfolgt sei. ner konnten sich die Stimmen nicht zusammen- zur Wahrheit zwingt uns, zu sagen, daß wir dem" Oberland"? Die Erkenntnis einer Gefahr inden, zugleich aber könnte auch der Kontrast im Neuen Deutschen Theater einen anderen, besseren verpflichtet, die richtigen Mittel zu ihrer Ab­geistigen Gehalt dieser Partieen nicht besser wirk. Heldentenor wünschen. Im übrigen aber stimmen stellung zu suchen. Da aber versagt die Partei am werden als durch Darstellung und musika- wir mit in den Jubel ein, der auf der Galerie des Hamburger Echos" in betrüblicher Weise. lische Wiedergabe insbesondere des Pizarro und und im Parkett ausprach, als ich za letzten es Fidelio. Wie ein wüstes Wetter wehte der Mal der Vorhang senkte zum letzten Mal sen­

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therne Bariton des Herrn Striener gewaltigen en wollte. Bemlinsky nahm minutenlang die

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paß, seine ganze Haltung, sein Gesang, feine Spenden und den Beifall entgegen, die ihm so Maste lieken erschauernd den Sieg des bösen reich entgegengebracht wurden. Ihm, den Sän­Dämons fürchten aber wie reines Gold flang gern( Solis und Thoris), dem Orchester und der mmer lauter, immer mächtiger dieser prächtige Bühne ih rhaupt fei es gedankt, daß sie uns einer Fidelio hervor. Süßeste Frauenliebe ward Siege- Fidelio aus einem Guß geschenkt haben. in über den brutalen Saß eines finsteren Män serherzens. Und zwischen Saß und Liebe tönte

--dt..

Busammenkunft Benesch- Banffy. Prag , 24. September. Das Tsch. P. B. era fährt, daß nächster Tage Minister Dr. Be­efch mit dem magyarischen Miniſter des Aeußern Grafen Banffy zum Zwecke der Verhandlung der westungarischen Angelegen heit eine Zusammenkunft haben wird.

Die oberschlesische Frage.

Eine Sachverständigenkommission. Paris , 24. September. Nach einer Meldung des Echo de Paris" aus Genf hat der Aus­schuß des Völkerbundes eine Sachverständigen­

tommission nach Oberschlesien zu ent senden beschlossen. Zwei Sachverständige, dar­unter ein Spanier, hätten sich schon zwei Tage in Oppeln aufgehalten und seien nach Genf zurückgereift, um vor der Abreise der Sach­verständigentommission einige Auskünfte aur erteilen.( Der Beschluß bedeutet wohl eine neue Berzögerung der Entscheidung...)