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getpöhnlichen Anlaß auf eine Kraftprobe zu ver­

zichten und einen Mann zu wählen, der aus sei­ner freiheitlichen Weltanschauung, aus seinem demokratischen Bekenntnis, aus seiner sozialen Gesinnung nie ein Hehl gemacht hat. Reine Machtpolitit, reine Parteipolitik hätte wohl mit dem Gedanken spielen können, alle Chancen zu nüßen, um das hohe Amt und mit ihm entschei­denden Einfluß auf den Gang der Staatsge­fchäfte an eine Partei zu binden, ohngeachtet der verderblichen Auswirkungen, die eine Ablehnung Dr. Beneš', des Kandidaten Masaryks, des Re­präsentanten der Republik vor dem internationa­len Forum, hätte nach sich ziehen müssen. Was immer die Parteien der tschechischen und slowaki­schen Rechten bewogen hat, den Gedanken einer Gegenkandidatur fallen zu lassen, ihr Entschluß bezeugt auf jeden Fall politische Reife und, man darf wohl sagen, auch eine sittliche Höhe, die nicht

Donnerstag, 19. Dezember 1935

Die Spekulation der Hen| Mann eigener Prägung, eine Per

Nr. 295

einleute ist fehlgegangen. Die fönlichkeit von scharf umrilienen Bodenbacher Arbeiterschaft leeren Stimmzettel der SdB , die nicht einmal se on tur e n. Aber Prägung und Konturen an Beneš den Mut zu einer sichtbaren Demonstration ge- zeigen einen Europäer, einen Demokra funden hat, sondern sich um eine flare Entscheiten, einen Mann von sozialem Ver- In einer gestern in Bodenbach stattgefunde dung drückte, symbolisieren nur die Ratlosigkeit it ändnis und sozialem Wollen. nen gemeinsamen Sizung soziali­einer Bewegung, die sich verrannt hat, die eine Wir konnten uns keinen besseren wünschen. Wir stischer Körperschaften wurde folgendes Tele­Politit des Hasses und der blinden Demagogie be- vertrauen ihm und versichern auch an diesem gramm an Präsidenten Dr. Beneš beſchloſſen: treibt, die dem Vertrauensmann Masaryks die Tage, daß Präsident Benes auf die Stimmen verweigert, weil er sich der antirussi- sozialistische deutsche Arbei schen Politik der Herren Goebbels und Rosenberg terschaft des Staates zählen kann, nicht anschließt, die zwei Drittel des Deutschtums wann immer, wo immer, wie immer er für das in einer geschichtlichen Situation zu einer beschä- Erbe und die Gründung Masaryks, für die tsche­menden Rolle verurteilt hat. choslowakische Demokratie, für den Frieden und Wir haben einen neuen Präsidenten. Das die Sicherheit der Republik wirken und kämpfen neue Staatsoberhaupt ist ein wird.

in jeder Ration des seitgenöffichen Europa Beneš mit 340 von 440 Stimmen gewählt

zu

M

Das verpflichtet.

( Fortsehung von Seite 1)

Sehr geehrter Herr Präsident! Die fort­schrittlich gesinnte Bevölkerung des Bezirkes Tetschen a. E., die in den unterfertigten Orga­nisationen vereinigt ist, entbietet Ihnen die besten Glückwünsche zu Ihrer Wahl zum Prä­sidenten unseres Staates und gelobt, mit ihrer ganzen Kraft gemäß den großen Traditionen des Präsidenten- Befreiers T. G. Majaryf am Aufbauwerk für die Tschechoslowa­kische Republik unter Ihrer Führung mit= zuarbeiten.

Bezirksorganisation Bodenbach der Deutschen fozialdemokratischen Arbeiterpartei,

Bezirks- Gewerkschaftskartell

Gewerkschaften Bodenbach ,

der

Republikanische Wehr Bodenbach, Okresní odborová rada

Okresní výbor česk. soc. dem. strany dělnické

Freien

Českosl. obec legionářská, Podmokly Okresní výbor českosl, strany národní socialist.

Um 11.20 Uhr teilten die Skrutatoren, Ab­geordneter Dubický und Senator Pich I, ge­meinsam mit dem Barlamentssekretär Dr. Riha dem Präsidium das Ergebnis der Abstimmung nenschüsse. mit.

finden ist. Als Deutschen , deren Schicksal von der Ehrlichkeit und Einsicht der tschechoslowakischen Politik im Staate wesentlich mitbestimmt wird, muß uns diese Entscheidung ebenso freuen wie wie das Volk in seiner Findlichen Anhänglichkeit geschüttet, der unterhalb der Vorsitzenden- Tribüne als Demokraten und Sozialisten, denen sie eine ihn zu nennen pflegt von dem Väterchen Abschied stand. Gewähr dafür scheint, daß hierzulande nach wie nehmen. Die Liebe, Achtung und Dankbarkeit aller Während die Strutatoren die Stimmzettel vor der Boden nicht aufnahmsbereit für den Bewohner der Republik erfahren dadurch weder forfierten und zählten, bildeten die Mitglieder der Fascismus ist. Dabei erfüllt es uns mit beson- Schmälerung noch Aenderung. Präsident Mafaryt Nationalversammlung im Wladislaw- Saal Grup­derer Genugtuung, daß die eindeutige und feste hat seinem Volte a II e 3, was er hatte und was pen, in denen die Ereignisse der beiden letzten Haltung der tschechischen sozia er konnte, gegeben. listischen Parteien und Gruppen den Tage lebhaft diskutiert wurden. Gedanken eines schwächlichen Kompromisses oder eines Ausweichens vor der Entscheidung nicht aufkommen ließ und den verantwortungsbewuß­ten, besonnenen Männern im Lager der bürger­lichen Parteien den Sieg über jene Kreise er leichterte, die nicht von allem Anfang den Ernst der Stunde und das Gebot der Staatsnotwendig keit begreifen wollten. Als Mittwoch mittags die Wahl Dr. Benes' im ersten Wahlgang verkündet wurde, als huldigend die Geschwader der tsche­choslowakischen Luftflotte über Prag und dem ehrwürdigen Hradschin kreuzten, durften ehrliche Demokraten und aufrichtige Träger des Staats­gedankens sich sagen, daß der tschechoslowakischen Demokratie, eine, Schlacht gewonnen wurde, nicht nur, weil Dr. Beneš Präsident ist, sondern auch deshalb, weil seine Wähler die Gesinnung und den Mut wahrer Patrioten erwiesen hatten.

Der Traum Jiří Stříbrnýs aber, feinen Gegenspieler im öffentlichen Leben, den Demokraten und sauberen Menschen Beneš, zu Fall zu bringen, ist ausgeträumt. Resigniert muß die Jingopresse des Tempo- Verlages melden, daß Beneš das Erbe Masachts antritt und daß eine gewaltige Mehrheit ihn auf diese Stelle beru fen hat.

Ich kann ihm sicherlich in voller Uebereinstim­mung mit Ihnen, die Sie hier das gewählte Volk repräsentieren, versichern, daß wir den Brinzipien seiner staatlichen Weisheit tren bleiben werden, baß wir mit diesem seltenen Pfand, das er uns erobert und übergeben hat, gut wirt. fchaften werden, so daß er in Ruhe, Sufrie­denheit und Freude das Aufblühen und Gedeihen seines Lebenswertes wird verfolgen können, das so Gott gibt alle Zeitalter überdauern wird. Auf seinem Wege ins Privatleben begleitet ihn unser aufrichtigster Wunsch, daß uns noch lange, lange erhalten bleibe Thomas Garrigue Masaryk , unser erster Präsident- Befreier,

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Der Wahlakt

Malypetrs Worte wurden von allen An­wesenden stürmisch applaudiert.

tönten vom Geschützstand am Petřin 21 Kano­

Die Estrade erhellte sich im Scheine der Als die Kundgebungen im Sißungssaal der Reflektoren. Die Glocke erklang, und Vorsitzender Nationalversammlung verebbten, teilte der Vor­Malypetr teilte unter allgemeiner Spannung das jizende mit, daß er über die durchgeführte Wahl Abstimmungsergebnis mit: den Borsitzenden der Regierung und mit einem besonderen Schriftstück, das diese Wahl beglau tigt, den gewählten Präsidenten der Republik mit dem Ersuchen verständigen werde, er möge vor der Nationalversammlung erscheinen, um das durch die Verfassungsurkunde vorgeschriebene Gelöbnis abzulegen.

Nach dem Bericht der Schriftführer wurden 440 gültige Stimmzettel ab gegeben. Hievon waren 76 leer, 340 lauteten auf den Namen Dr. E du ard Bene š.

"

Die übrigen Worte des Vorsitzenden der Na­tionalversammlung Malypetr gingen in dem stür­Nach einigen formalen Mitteilungen gåb dermischen und langanhaltenden Beifall, der durch den ganzen Saal rauschte, vollkommen unter. Vorsitzende bekannt, daß auf Grund der Präsenz­liften 292 Abgeordnete und 144 Senatoren, also wurden 24 Stimmzettel abgegeben." Auf den Namen Dr. Bohumil Němec insgesamt 436 Mitglieder der Nationalversamm­lung( zwei Abgeordnete und zwei Senatoren fans den sich noch später ein) anwesend sind und die Sigung daher befähigt ist, die Wahl vorzunehmen.

Wladislaw- Saal, als der Vorfiyende dann be­Stürmischer Beifall erklang neuerlich im kanntgab, daß infolgedessen

Die weiteren Ausführungen des Vorsitzenden zum Präsidenten der Republik Dok­waren den Details der Wahl und dem formalen tor Eduard Beneš gewählt wurde. Vorgang hiebei gewidmet. Er teilte mit, daß für den Die Abgeordneten und Senatoren, ebenso

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Um 11.30 Uhr unterbrach der Vorsitzende die Sizung. Das Präsidium der Nationalbers sammlung und der Vorsitzende der Regierung begaben sich hierauf in die sogenannte alte Land­tagsstube, wo die die Wahl beglaubigende Ur­funde ausgefertigt und unterzeichnet wurde.

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begleitet vom Sektionschef des Ministerrats Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodža, präsidiums Bartos, fuhr dann in das Czernin Palais, um dem neugeivählten Präsidenten seine Wahl mitzuteilen.

Im ersten Auto der Begleitung fuhr Polis zeipräsident Dr. Dolejš.

Dr. Hodža gab dem neuen Präsidenten der Republik seine Wahl bekannt und ersuchte ihn, vor der Nationalversammlung zur Ablegung des Eides zu erscheinen.

Auch andere Wunschträume müs­fen einer i ä hen Ernüchterung wei­chen. Die Partet Henlein& hatte sich wie die Stimmen ihrer Provinzpresse noch Mitt- ersten Wahlgang Stimmzettel und Umschläge wie das Publikum auf der Galerie, erheben sich in weißer Farbe, für den eventuellen zweiten von den Sitzen und applaudieren bei der Bekannt­woch früh verrieten in der Hoffnung gewiegt, Wahlgang in blauer Farbe und für eine gabe des Namens des zweiten Präsidenten der fie werde bei einer Kampfabstimmung die Ent­scheidung zwischen Dr. Beneš und einem natio- eventuelle engere Wahl solche in orange Tschechoslowakischen Republik und begleiten die roter Farbe bestimmt sind. Das Amt der Ankündigung seiner Wahl mit herzlichen und nalistisch rechtsstehenden Kandidaten fällen. Sie Um 12 Uhr 05 Minuten passierte der Prä­dachte nicht daran, diese Entscheidung etwa vom Schriftführer versehen die Abgeordneten it, langanhaltenden Ovationen! Gesichtspunkt des nationalen Interesses der Deut- ibát, de Witte und Dubicky sowie Als die Wahl des neuen Präsidenten ver- fident der Republik Dr. Beneš den Burgvorhof. schen aus zu fällen, ihr war die Empfehlung die Senatoren Pi ch 1, Kar a 3 und Kianička. fündet wurde, wurde auf dem Gebäude, in dem Im Wagen saß zu seiner Linten Dr. Hodža. Als die Autos den dritten Burghof erreich Masaryks, obwohl sie diesen mit ihren Loyalitäts - Um 10.55 Uhr erklärte der Vorsitzende: sich der Wladislaw- Saal befindet, die Staats­fundgebungen überschüttet hatte, nicht maßgebend. Wir schreiten nunmehr zur Vornahme der Wahl fahne gehißt. Im gleichen Augenblid wurde auf ten, leistete die Ehrenrotte die Ehren­Sie wollte parteipolitische Macht gewinnen, auf und er forderte die Strutatoren auf, die dem Gebäude des Ministerpräsidiums die Prä bände und Korporationen ehrten den Präsidenten bezeigung. Die dort versammelten Ver­Stoften anderer deutscher Gruppen sich ausbreiten, Stimmzettel einzusammeln. Die Strutatoren fidenten- Standarte eingezogen und die militäri- burch Senten der Fahnen und auch das Publikum bände und Korporationen ehrten den Präsidenten und sah in dem wichtigen Staatsatt einen Anlaß schritten dann, begleitet von Parlamentsbedien- sche Ehrenwache vor dem Gebäude abberufen. zu strupelloser Nazipolitik. Noch Sonntag hat steten, die Bänke der Nationalversammlung ab, Bei der Hiffung der Staatsflagge oberhalb begrüßte ihn herzlich. einer ihrer Redner den Preis genannt, um den und sammelten die weißen Umschläge mit den der Wladislaw- Saales erscholl das Kommando fie feil ist: Ausschaltung des Marrismus, also Stimmzetteln in die vorbereiteten Urnen. Als des Kommandanten der Ehrenrotte zur Ehren­Aufopferung der Arbeitenden an das Bank- und sämtliche Stimmzettel eingesammelt waren, be zeugung mit der Waffe. Die Startell Sapital. wurden sie auf den großen 3 ä h I ungstisch Militärmusik spielte die Staatshymne und es er

UNSER GESICHT

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Roman von Karl Stym Copyright by Eugen Prager- Verlag, Bratislava

Ich balanciere über Beine und Schlafende zum Jungen. Er liegt auf einem Wagenbrett zusammengekrümmt und schläft. Schierer Karl ist noch sehr jung, fast zu jung für harte Kohle und hat weiche, blonde Haare. Er könnte fast ein Mädchen sein. Eigentlich sollte man ihn nach Hause schik­ken. Vor einem Monat war er noch Roẞjunge und jetzt ist er Lehrhäuer. Zweimal ist ihm schon beim Schrämen das Blut aus Mund und Nase gekommen. Seine dünnen Lungen ver­tragen den Kohlenstaub nicht. Vom starken Wagenschieben hat er noch Plattfüße bekommen. Er ist eines jener armen Geschöpfe, denen der Krieg schon bei der Geburt seinen ver­urteilenden Stempel aufdrückte.

Ich streife ihm die Socken über die blaugefrorenen Hände. Wecken mag ich ihn nicht.

Auf dem Weg zum ,, Nagele- Schacht" treffe ich die Tag­schicht bei der Arbeit. Sie sind schon fünfundzwanzig Stun­den in der Grube und nahe am Erfrieren. Sie machen die Erhaltung. Das ist gut, denn in einer ersoffenen Grube kön­nen wir später nicht arbeiten.

Der Nagele- Schacht ist zirka hundert Meter hoch und mündet ins ,, Eden".

Eben kriecht Hell aus der Wetterluke.

,, Er ist schon draußen! Ich wollt' ihn gerade fassen, da sah ich einige Soldatenhelme und retournierte!" ,, Soldaten? Zu was!"

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,, Wir sind gefangen! In der eigenen Falle!" Wir sehen einander an, Hell lächelt dünn. ,, Schau nicht so dumm, das war doch vorauszusehen!" Etwas wie würgender Ekel steigt in mir auf. Ekel vor

der Verständnislosigkeit der Welt draußen. Sie schicken Sol­daten gegen unsere Angst und unseren Hunger! Ein Licht kommt eilig vom Westfeld her. Einige Schritte vor uns schwenkt es ab und will verschwinden. Wir setzen ihm nach. Es ist der fuselige Schick.

دو

, Was suchst du da?"

Schick ist verlegen und will loskommen.

,, Ich wollt' nur nachsehen, ob die Wetterluke offen ist. Wir haben hinten so schlechte Luft."

Das ist natürlich gelogen. Es verlangt nur wenig Scharf­sinn, um Schamback dahinter zu erkennen.

,, Und deine Wetterluke werd' ich versorgen!"

Ulme sind hart, besonders dann, wenn ein Kopf nicht sehr langsam dagegenfällt. Schicks Schädel mag möglicherweise jetzt ein Liedchen von dieser unangenehmen Eigenschaft

brummen.

Schick blutet aus dem Mund, aber im Handumdrehen hat er ein Messer in der Hand und springt damit auf nich los. Der Kerl muß wohl betrunken sein. Hell reißt ihm die Hände nach rückwärts und drückt ihn zu Boden. Ich fasse die strampelnden Füße und so legen wir Schick längelang in den Wassergraben. So oft er schreien will, taucht ihm Hell den Kopf ins Wasser.

Nach einer Weile haben wir genug an dieser Unterhaltung und Schick präsentiert sich als urechter, aus einem Mär­chenbuch gerutschter Wassermann. Daß das Wasser neben dem Naẞsein auch eine unangenehme Farbe an Schick zu­rückgelasen hat, ist nicht unsere Schuld. Wir wollten ledig­

lich kühlen.

,, So, jetzt kannst du gehen und dem Schamback sagen, er bekommt noch mehr von dieser Art!"

In herrlichem Bogen fliegt der gute Mann in die Wetter­luke.

,, Nennt sich auch Kamerad!" Hell spuckt kräftig nach.

Es ist eine traurige Tatsache, daß der Arbeiter seinen schlimmsten Feind eben wieder nur im Arbeiter hat,

Das Präsidentengelöbnis

Um 12 Uhr 05 Minuten ertönten im Wladislaw Trakt der Prager Burg wiederum die Beinahe hätte ich das altkluge Kindergesichtchen am Mundloch draußen vergessen.

Wir gehen zur Tagschicht zurück. Der Häuer Saurer ver­tieft eben eine Wasserrösche. Saurer ist ein typischer Berg­arbeiter, hochschenklig und engbrüstig. In dem kantigen Gesicht glühen heiße Augen, aus denen man die verkohlte Lunge zu sehen vermeint.

,, Saurer", sag ich ,,, bei dir zu Haus' ist was los!" Der Mann sieht auf. Sein Gesicht wird noch kantiger. ,, Lebt's?"

,, Ja und' s ist ein Junge!"

Der Saurer sieht an uns vorbei. Sein strenger Mund zuckt. ,, Der Achte! Jetzt ist aber Schluß damit!".

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Gesagte unterstreichen, in die Rösche. Hell legt die Hand auf Er nimmt die Tegelhaue und haut kräftig, als wolle er das

seine Schulter,

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,, Wenn du willst, geh' nach Haus'!" ,, Wollen tät' ich schon aber ich glaube ich nütze meinem Jungen mehr, wenn ich das Brot erhalte!" ,, Kamerad!"

So weich und gut hörte ich Hells Stimme noch nie. In unserem Lager ist es mittlerweile ganz ruhig geworden. Zwischen und über die Schlafenden huschen Ratten. Röh­lings Stubenmädchenhaube ist ihm ins Gesicht gerutscht. Seine Hände umfassen den Teekocher. Der mag noch ein bißchen warm sein. Statt des üblichen Schnarchens gibt er diesmal ein Geräusch von sich, das stark an Knurren eines wütenden Hundes erinnert. Vielleicht träumt er von seinem Mädchen, das ihm gleich ein Dutzend kleine Röhlings auf einmal schenkt.

Hell und ich holen uns ein Wagenbrett und legen uns dicht nebeneinander darauf. Es ist zwar nicht herkömmlich, daß Männer Arm in Arm schlafen. Aber hol der Henker alle Her­kömmlichkeiten, wir sind arme Hunde und uns friert.

Doch auch der Schlaf ist keine Gnade, Ein dummer Traum quält mich,

S