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" Ja, wahrhaftig, das hat sie gedacht." Die andren Damen lachten gleichfalls.
Liedern, Scenen, Mimiken vorführen, alles von berufenen Dichtern, vor Schulden. Wenn er das Geld von der Frau nicht bekommen Bizlern, Satirifern geschaffen. Das Versprechen war von vornherein hätte, wär' fein Bankgeschäft schon vor einem Jahr verfracht." unerfüllbar, da der deutsche Geist in Sterferluft eingeschlossen ist und" Und die hat gedacht, er nimmt sie aus Liebe!" Fräulein Martha die tapferen Haudegen der Intelligenz und Phantasie, die im Heinze schrie fast vor Lachen. feldzug den feierlichen Schwur ablegten, das Schwert nicht vor dem Siege niederzulegen, längst wieder friedlich ihrem Gewerbebetrieb nachgehen, ohne sich sonderliche Sorgen über die künstlerische PolizeiAufsicht zu machen. Sie schicken ganz ruhig ihre Schößlinge der Sittenpolizei zur Kontrolle zu, und sie meiden auch ohne fremde Nötigung mit Rücksicht auf das zahlungsfähige Publikum jede ernsthafte Barteinahme in den gellenden Gewissensfragen der Beit.
Wenn der lange Waldau aus Liebe hätte heiraten können, würde er wohl auch' ne andre gewählt haben," sagte Fräulein Martha.
" Gewollt hat ihn wenigstens manche," stichelte Herr Mannstädt. Die Damen lachten noch lauter. Es war ein öffentliches Geheimnis, daß Fräulein Martha mit zu den manchen" gehörte. Jezt machte sie ein harmloses Geficht: Den? Du lieber Himmel, wer sollte ihn dem nehmen? Es war doch stadtbekannt, daß er ruiniert war. Jetzt ist er nach Amerika , glaube ich."
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Ja, es wird ein Steckbrief hinter ihm erlassen"- Mannstädt nichte er hat ja auch noch Depots unterschlagen, den Schwiegervater hat er auch noch' reingelegt. Die Frau soll übrigens nicht gewollt haben, daß er fortgeht."
Wie intereffant!"" Furchtbar rührend." Die Damen sprachen
durcheinander.
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Wenn man nur mal was Genaueres hörte!"
Judessen es ist ihnen nicht gelungen, das Variété zu veredeln, fte haben ganz im Gegenteil Erkledliches dazu beigetragen, den Geschmack zu verderben. Der ordinäre Lingeltangel, der gar nichts anders sein will, als eine Amüsierauftalt, arbeitet in den groben Formen, die sein Wesen ausmachen, er verschandelt nichts, eher hebt er durch technische Fertigkeit das Niedrige empor. Dagegen scheuen fich die Uebelbrettimeister nicht, von Haus aus reine Poefie zu plumper Gaffenbauermimit zu erniedrigen. Es heißt, den Nest ästhetischen Empfindens im Publikum ersticken, wenn man Nein, das muß ich Ihnen ja noch erzählen." Fran Mannstädt Liliencronsche 2yrit à la urtomischen Bendix verhungt. Ein richtete sich auf. Das ist ja' ne riesig romantische Geschichte. Denken Musterbeispiel für dieses Schinderhandwerk bietet Liliencrons Sie doch, ihr Dienstmädchen hat es meinem Dienstmädchen erzählt, prächtiges Die Mufit fommt", ein Schelmenlied voll lebendigem, sie soll ihn Iniefällig gebeten haben hierzubleiben, fie wollten fast lärmendem Frohmut, greifbarer, voltsmäßiger Anschaulichkeit arbeiten und alles wiedergeben, er hat sie aber geschlagen, und das und doch imuiger, stiller Stimmung. Lyrik wirkt im Andeuten und Mädchen sagt, sie sci totunglücklich gewesen vor Verzweiflung und Anklingen, ihr Ertrag liegt im Nachhall. Wenn der schwedische hätte auch beinah Nervenfieber gehabt." Bagant Scholander oder die Yvette Guilbert derartige Lieder vortragen, so begnügen fie fich, mit ein paar simplen, eigenartig stilisierten Gesten eine leichte mimische Scenerie zu schaffen. Anders verfährt das Ueberbrettl- Genie. Es tritt unbarmherzig alle Feinheiten unter die Füße, es ahmt täppisch jebes Wort des Dichters in der Darstellung nach und verwandelt die Poesie in einen Clownult: Die Trommeln müssen hörbar bum bum machen, der Herr Hauptmann marschiert, den ehernen Feldherrnblick martierend, die Lieutenants näseln und wippen und die Grenadiere stampfen hinterpommerisch wuchtig den Boden. Diese den Dichter verhöhnende Verdentlichung und Vergröberung entzückt dann das moderne Publikum ganz unmäßig, und die Musik kommt" wurde dermaßen neben dem lustigen Ehemann zum Schlager der Saison. Bon solchen Roheiten und einigen matten feguellen Verwegen heiten abgesehen, bietet das Ueberbreitl ausschließlich bewährte, völlig harmlose und zeitlose Ware, die niemand verdrießen kann, die der Geheimrat und die höhere Tochter, der Börseaner und der Lieutenant gleichmäßig genießen darf. Das ist die Erfüllung einer Revolutionsankündigung. Sollte diese triste, uneheliche Mode am Ende doch den erwachsenen, und über ihr Vermögen frei verfügenden Leuten widerwärtig werden, die Bretti- Spekulanten brauchen darnm nicht zu verzagen: Sie brauchen es damn bloß mit Kindervorstellungen zu verjuchen. Eine Programmänderung ist dabei nicht von Nöten.
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Ich glaube sie giebt Stunden, sie ist wieder bei ihren Eltern," fagte Frau Meher es stand so ein Inserat in der Zeitung: Waldau in der Kochstraße sucht französische Schülerinnen. Na ja, leben muß sie ja."
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" Ja, glauben Sie, daß sie das ist?" Fräulein Martha wurde lebhaft:„ Ach, wissen Sie, dann werden wir bald alles genau wiffen. Uebermorgen erzähle ich Ihnen alles. Ich mache mir einen Spaß. Ich schreibe ihr, sie soll zu mir fomment, meine Cousinen wollen Stunden nehmen, und wenn sie dann kommt, thu' ich recht teilnehmend und horche sie ordentlich aus."
" Das lassen Sie nur lieber sein." Mannstädt schüttelte mißbilligend den Kopf. Ich glaube, die Frau ist sehr unglücklich, und wenn sie es merit. Ach wo, das merkt die ja nicht."" Das machen Sie, Fräulein Martha."„ Das wird ein Heidenspaß!" Die Damen überschrieen den Warner.
Wovon soll sie es denn auch merken?" Fräulein Martha sah Herrn Mannstädt an:" Ich schreib ihr nachher einfach, meine Cousinen wären abgereist. Ach und denn wissen Sie, die Trude Waldau ist wirklich ein zu gutmütiges Schaf; wenn man der ein paar freundliche Worte sagt, dentt fie gleich, man meint's auch so."
leines Feuilleton. lis Sie faßen im Zoologischen Garten beim Kaffee. Sie waren in sehr vergnügter Stimmung, das Lachen und Schwatzen nahm gar kein Ende. Mitten in das allgemeine Stimmen geschwirr hinein fragte Fräulein Martha:" Was ist dein eigentlich aus Trude Waldau geworden, hat die feiner von Ihnen wiedergefehen?" Die Frage wirfte beinahe verblüffend, die Unterhaltung verstumunte, die Damen sahen einander an:„ Wo soll man sie denn sehen?" Frau Bantier Schulz zuckte die Achseln. Sie ist doch völlig herans aus infern mit wenigen anderen Pflanzen, z. B. den neuholländischen KaStreifen.
hv. Besenpfriemen und Ginster. Wer jetzt den Grunewald durchstreift, findet überall niedrige Sträucher mit leuchtend gelben Blumen. Es ist dies Sarothamnus scoparius( audy Spartium scoparium genannt); der gemeine Besenpfriemen, ein Strauch aus der Familie der Schmetterlingsblütler, welcher auf magerem Boden, speciell auf der Heide, häufig in großen Mengen auftritt. Sehr auf fallend zeigt er fich z. B. an der Eisenbahnstrecke Berlin - Potsdam auf den Bahndämmen und längs des Waldrandes. Es erreicht eine Höhe von über 1 Meter. Die dünnen zahlreichen Zweige sind mit fchmalen, lebhaft grünen Blättchen bedeckt, von welchen sich die großen," goldgelben Blumen, welche einzeln stehen, hübsch abheben. futarinen hat der Besenpfriemen eine merkwürdige Einrichtung gemein. Es find nämlich seine Atmungsorgane, die Spaltöffnungen, in luftgefüllten Fürchen des Stempels untergebracht, welche sich in das Stempelgewebe überall einfenten und aus welchen das Waffer die Luft nicht zu verdrängen vermag. Diese Vorrichtung findet sich hauptsächlich bei Pflanzen, welche durch ihren Standort hier der eines Schußes gegen zu reichliche Befeuchtung bedürfen; diese luftführenden, wasserficheren Kanäle ermöglichen jederzeit ein unbehindertes Atmen und Transpirieren.
War fie da überhaupt schon einmal drin?" wigelte Frau Mannstädt. Ich habe sie nie dazu gerechnet." mogne at Die übrigen stimmten bei: Ich auch nicht," sagte Frau Meyer mit einem verächtlichen Nasenrümpfen. Warum denn? Weil der lange Waldan sie geheiratet hat? Lieber Himmel, das war aber auch alles. Wer war sie denn sonst? ne ganz gewöhnliche Schuster- Feuchtigkeit haltende Waldboden tochter, bloß daß ihr Vater' n paar Groschen Geld verdient hatte." Gewöhnlich war Frau Waldau aber wirklich nicht," wehrte Herr Manustädt ab.„ Soviel examen gemacht." Aljo, was built hatte sie doch auch ihr Lehrerinnenwollt Ihr,' ne ganz gebildete Frau!" „ Na ja, wenn Du es so nimmſt!" seine Frau warf ihm einen Blick zu „ Aber' ne Schustertochter bleibt ste doch, und went fie nicht gerade Geld gehabt hätte, hätte Balbau sie gar nicht genommen."
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no„ Schnell genug alle gemacht hat er es... in einem Jahr... danke schön." slund ein atus junte anchi " Ja, es war ein rechter Staudal." Frau Schulze feufzte. Er soll nicht einmal die Möbel bezahlt haben. Wissen Sie, der Schwiegervater hatte ihm das Geld gegeben, um die Einrichtung au faufen, so' n alter Schuster hat doch keinen Geschmack die Frau denkt natürlich, es ist alles bezahlt, eines schönen Tags fommen die Möbelwagen und holen den ganzen Kitt. Er hatte das Geld berjubelt, bis auf' ne teine Anzahlung, und dann noch nicht mal die Raten innegehalten."
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" Unglaublich!" Die Damen schlugen die Hände zusammen. Ich habe auch schon ähnliches gehört," bestätigte Frau Meyer. Sogar die Hochzeitsgeschente soll er versilbert haben. Gott , was follte er denn auch sonst thun? Er wußte ja nicht aus noch ein
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Sarothamnus gehört auch zu den„ explodierenden Pflanzen". In dem sogenannten„ Schiffchen", das von zwei Blättern der Schmetterlingsblüte gebildet wird, liegen die Staubgefäße und Stempel. lebt man in von oben einen Druck aus auf diesen Teil der Blüte in der Natur geschieht dies durch die auffliegenden Insekten so biegt sich das Schiffchen nach unten und giebt die Staubgefäße frei. Diese schnellen federnd daraus hervor und be Stäuben den Hinterleib des Insekts mit einer Wolfe von Pollen. Vom Wild wird der Besenpfriemen im Winter begierig gefressen, daher mag die an manchen Orten dafür übliche Bezeichnung Hafenfraut" stammen.
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Dem Sarothamnus sehr nahe verwandt und ebenfalls zu den Schmetterlingsblütlern gehörig ist der Ginster; sie blühen beide zu derselben Zeit in genau derselben Farbe und haben auch denselben Standort. Der Giuster( Genista tinctoria) ist aber viel zierlicher, er bleibt meist niedrig. Seine Blüten stehen in endständigen Bültentrauben. Die meisten Arten und es giebt deren ungeheuer viele find gegen Kälte empfindlich, man findet daher an den Pflanzen in diesem Jahre auch meist die oberen Teile der Zweige abgestorben.-