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bor ihrem Manne etivas berbarg. Wenn man Geheimnisse hat, I deren Eröffnung andren wehe thun würde, so muß man sie in sich verschließen. Die Ehre gebot, daß sie bei dem Entschluß, Philipp aus ihrer Seele zu tilgen, felsenfest verharrte. Als sie sich daher des Versprechens erinnerte, welches Pete bei der Hochzeit von Philipp gefordert hatte, ihr Haus zu seinem Heim in Ramsey zu machen, und einsah, daß Philipp kommen müsse, wenn auch nur, um den Schein zu retten, so fragte fie sich, ob es nicht besser wäre, ihn daran zu hindern. Doch nein! Sie nahm sich vor, die Leidenschaft zu besiegen, die feine Gegenwart zu einer Gefahr machte. Die Trennung bot feine Sicherheit. In ihrem Verhältnis zu Philipp glich sie dem entlassenen Sträfling, der sein Leben neu beginnen will. Der einzige Ort, wo er sich mit Sicherheit eine neue Laufbahn gründen kann, ist gerade der, wo sein Vergehen bekannt ist. Philipp soll nur kommen," dachte sie und richtete für ihn eine Stube ein.
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Sie war verheiratet. Es war ihre Pflicht, ein gutes Weib zu sein. Pete liebte sie seine Liebe würde es leicht machen. Sie saßen zusammen beim Frühstück im Wohnzimmer, und sie sagte: Ich möchte meinen Haushalt gern selbst führen, Pete."
Ganz recht!" sagte Pete.„ Sei Du Herrin in Deiner eignen Wirtschaft, Schah; mache Frau Gorry nicht zu Deiner Haushälterin, sondern zu Deinem Dienstmädchen."
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Von allen weiß ich es nicht. Manchmal muß ich ins Wörterbuch sehen," sagte Käthe.
Sie zeigte ihm das Buch und erklärte ihm den Gebrauch desselben.
,, Und da siehst Du, wie man jedes Wort schreiben soll, Kitty?" fragte er.
" Jedes gewöhnliche Wort."
,, Alle Wetter!" rief Pete, indem er das Buch mit Ehrerbietung berührte.
Den nächsten Tag saß er eine Stunde lang ganz vertieft über dem Wörterbuch; als er endlich aufblickte, spiegelte sich Zweifel und Verdruß in seinen Zügen.
" Aus diesem Buchstabierbuch lernt man rein nichts, mein Schatz," sagte er.
,, Wirklich nicht, Pete?"
,, Nein, gar nichts," fuhr Pete fort. Ich habe nach einem gewöhnlichen Wort gesucht einem sehr gewöhnlichen Wort, und es ist nicht einmal drin."
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Welches Wort ist das?" fragte Käthe, und fah ihm über die Schulter. ,, Liewe" sieh!" sagte Pete, mit seinem großen Zeigefinger hinweisend.„ Da sollte es doch stehen, aber wo ist's?" ,, Ei, Liebe wird mit b, und nicht mit w geschrieben, Siehst Du, hier ist es ,,, Liebe".
Pete ließ einen langen Pfiff hören, fiel dann zurück auf feinen Stuhl, blickte mit schlauer Miene auf und sagte bedächtig:" Man muß also schon vorher wissen, wie sich das schreibt, nicht wahr, Kitty?"
" Ja wohl," erwiderte sie.
Um ihren Geist von unrechten Gedanken abzuziehen, ging fie unverzüglich ans Werk und beschäftigte sich mit kleinen Pflichten, kleinen Ersparnissen, kleinen Sorgen und Nöten. Allein sie verstand nichts von der Führung eines Haushalts. Ihre erste Hammelfeule kam so zusammengeschrumpft aus dem Bratofen, daß sie nicht größer war wie eine magere Schulter, und ihr erster Pudding glich an Farbe und Be- brett stellen." schaffenheit einem schlecht gebrannten Ziegelstein. Sie wurde nicht rasch eine gute Köchin, doch Pete aß von allem, was feine untadelhaften Zähne zermalmen konnten, und machte
Aber, Schak, dann ist man ja ebenso klug wie das Buchstabierbuch; da wollen wir's lieber wieder auf das Bücher( Fortsetzung folgt.)
feinen Appetit dafür verantwortlich, wenn seine Verdauung Ein Roman der naturalistischen
schlecht war.
Durch andre Arbeiten trachtete sie, das Gefühl ihrer Pflicht als Hausfrau in sich wach zu erhalten. Sie kaufte den achtziger Jahren bis nahe an die Schwelle des zwanzigsten Die Geschichte der modernen deutschen Litteraturbewegung von Rollen von Tapeten beim Tapezierer und beklebte alle Säfulums ist noch nicht geschrieben worden. Die Gründe hierfür Rammern im Hause damit. Die Muster paßten aber nicht liegen teils darin, daß noch immer zu viel Gärung, aber fast gar aneinander und der Kleister haftete nicht. Sie zeichnete die keine Klärung herrscht, weshalb sich das Endziel, zu dem jener be bon Grannie gesandten neuen wollenen Bettdecken mit den rechtigte Austurin schließlich führen soll, noch gar nicht voraussehen verschlungenen Buchstaben P. Q. und K. Sie sah das Leinen- läßt. Zum andern wird abzuwarten sein, was jene ersteren Talente, zeug immer aufs neue durch, räumte alle Stuben zweimal die mun freilich beinahe zu den„ Alten" gehören, noch zu bieten die Woche ganz aus, um sie gründlich zu puzen; sie bestrich haben, und ferner, was der junge Nachwuchs für die Zukunft ver
die Küchenschränke und alles hölzerne Hausgerät mit Delwegung während ihres zehnjährigen Beitraumes spricht. Soviel aber wissen wir heute, daß die ganze Be
verschiedene
farbe, die sie aus Sparsamkeit selbst mischte, und die nicht Ringe, die immerhin einer Art von Entwicklung nahe= trodnen wollte, weil sie den Terpentin vergessen hatte. Pete kommen, durchlaufen hat. An der Berechtigung der einstmals war bei allen ihren Mißgriffen nur immer voll Be- so grenzenlos verlästerten, selbst von Fürstenthronen in Acht und wunderung. Sie hatte es für so leicht gehalten, einem guten Manne ein gutes Weib zu sein. Es ist aber schwer schwer für jede Frau, die zu viel Nachsicht findet, am schwersten für sie.
Sie konnte bei nichts lange aushalten, eine Woche lang aber gab sie Pete jeden Abend Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen. Das Lesen machte ihm Mühe; bei der Recht schreibung galt für ihn keine Regel; beim Rechnen zählte er die Summen an seinen dicken Fingerspitzen ab; wenn er schrieb, machte seine Zunge jede Bewegung mit, und er drückte den wuchtigen Daumen fest auf die Feder.
Was für ein Buchstabe ist das, Pete?" fragte Räthe und deutete mit der Stricknadel auf die Seite eines offen vor ihr liegenden Gedichtbuchs.
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Pete blickte erstaunt auf. Das fragst Du mich. Kitty? Wenn Du es nicht weißt, wie soll ich's wissen?" Es ist ein großes M."
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,, Wirklich?" sagte Pete, und sah den Buchstaben verwundert an. Du lieber Himmel! Das steht ja so gerade wie das Gitterthor auf der langen Wiese."
,, Und das ist ein großes A."
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Der Naturalismus war
Aberacht gethanen Moderne" zweifeln heute wohl bloß noch centrümliche Giftnicel und protestantische Moralprediger. Das Gros der Gebildeten, soweit es für die richtige Wertschägung litterar Künstlerischer Produktion in Frage kommt, hat längst zu deren Gunsten entschieden. Namentlich darf die socialistische Arbeiterschaft nebst einigen studentischen Korporationen vollsten Anspruch auf den Umschivung der Kunstmeinungen erheben. Denn hier fand die jung deutsche Litteraturbewegung wohl vorbereiteten Boden, in welchem fie feimen, wurzeln und blühen konnte. Der Socialismus hat die Geifter befruchtet! Was sie hervorbrachten, war die Konsequenz aus jenem, in dichterische That umgesetzt. ebenso notwendig, als die spätere Abwendung von revolutionären Neigungen ein Stünstlerisch allenfalls ließe sich der nachfolgende Impreffionismus" Merkmal der Charakterschwäche gewesen ist. mit allen späteren„ Jsmen" rechtfertigen, obgleich auch hierbei Brotkorbinteressen und der völlige Mangel an einer gefestigten Kunst- und Weltanschauung den Ausschlag gaben. So ist die „ Moderne" gegenwärtig nahe am Bankrott, aus dem sie nur eines retten taun: die Lehre, die allein die internationale Macht des Socialismus giebt, und das Ziel, das dieser der Menschheit weist. Man fönnte nun also schon von einer sich zum Abschluß rüstenden Litteraturperiode reden. Und so erscheint es denn beinahe selbstverständlich, wenn im eigenen Lager der jüngeren Schriftsteller ein früherer Mitstreiter den Versuch macht, jene Principientämpfe und
" Wahrhaftig, das sieht aus, wie der Dachsparren am Strömungen wenigstens im Spiegel des Romans aufzufangen und Wagenschuppen."
Und das ist ein B."
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,, Wirklich im Ernst? Aber das gleicht ja ganz Huf eines Bullen."
dem " Und MAB wird Mab ausgesprochen, die Königin Mab," fagte Räthe weiter strickend.
Bete sah sie mit weit aufgerissenen Augen an. Ich glaube wahrhaftig," sagte er stolz, Du weißt, wie alle Wörter geschrieben werden."
für einen breiteren Interessentenfreis zu firieren.
Wilhelm v. Polenz, der Verfasser der socialagrarischen und „ Der Büttnerbauer" Romane " Der Grabenhäger" hat in seinem neuesten zweibändigen Roman Wurzelloder*) diesen Versuch gewagt. Der Titel des Werkes täuscht vorerst. Man
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