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Kleines feuilleton.

segung fast immer dieselbe bleibt, ob man eine Luftprobe von einer Bergspige oder auf dem Meer, vom freien Lande oder aus der Stadt

1k. Pfingstblühen. Was Ostern an Naturfreuden uns heuer nimmt. Die Chemie scheint also keine Erklärung für den Wert zu schuldig blieb, das scheint uns Pfingsten, wenn nicht alle Zeichen liefern, den eine Luftveränderung besitzen kann, ebenso wenig für die trügen, in Hülle und Fülle entgegenzubringen. Nicht mehr zögernd Milde und Frische der Luft am Morgen, deren angenehme Eigen und tastend lugen die Knospen aus schützenden Hüllen, längst viel- schaften mit dem Fortschreiten des Tages verschwinden. mehr haben sie sie im warmen Regen und Sonnenschein trußiglich Auch die Morgenluft ist nachweislich nicht anders Bu

weil

von sich geworfen. Was in den Knospen eng zusammengefaltet und sammengesetzt als die Luft während einer anderen Beit. zerknittert lag, ist fast über Nacht zu einem endlosen Blatt- und Dennoch muß man in Rechnung ziehen, daß währen des Blütenmeer herangewachsen. Nirgends im Jahre sonst bietet das Ueberganges von der Nacht zum Tage und vom Ta zur junge Laub einen so prächtigen Anblick wie um Pfingsten herum: Nacht verschiedene Vorgänge Plaz greifen. Beim Sonnenuntergang in den zarten, kaskadenartig herabwallenden Laubgehängen der tritt ein Sinken der Temperatur ein und bei Sonnenaufgang wieder Birken, in den domartigen Waldgewölben unter Buchen und Eichen ein Steigen, und infolgedessen wird die Feuchtigkeit abwechselnd und selbst im starren Kiefernlaube, das von gelben Blütenähren niedergeschlagen und wieder aufgenommen. Diese Wechsel sind belebt ist. In den Alleen hängt von der Roßtastanie schwer und bekanntermaßen begleitet von elektrischen Erscheinungen und auch saftig das breite Laub herunter, überall durchleuchtet von den auf- von gewissen chemischen Aeußerungen. Die Bildung von Tau rechten, weißen Blütenpyramiden, und auch die schönen Kronen hat wahrscheinlich viel tiefere Wirkungen als die bloße Be­der Linde rüsten sich zur Blüte. feuchtung der Gegenstände mit Wasser. Der Tau wirkt Erst um die Zeit der Sommersonnenwende erreicht die Blüten- belebend, nicht nur weil er aus Wasser besteht, sondern pracht in Norddeutschland ihren Höhepunkt in der Zahl der blühenden Gewächse. Aber schon jetzt reicht die Farbenpalette der Natur für den schönsten Strauß. Hier locken uns die gelben Büsche des Ginsters, die durch die Waldränder schimmern, dort auf den Wiesen, neben dem anspruchslosen Gänseblümchen und dem Löwenzahn, die roten Aehren des Knabenkrautes, die hängenden Glöckchen der Nelkenwurz und, an nassen Stellen, die weißen Flocken des Woll­grases und die stattlichen gelben Blumen der Wasserschwertlilie. An Weg- und Wiesenrändern machen sich die weißen Schirme des wilden Kerbels und andrer Doldengewächse breit, mit den blauen Trauben des Ehrenpreises und allerlei Grasrispen dazwischen. Für die Gräser ist Pfingsten die Auferstehungszeit. Das unscheinbare Grün kann den erstaunlichen Formenreichtum ihrer Rispen nicht verbergen, und das Zittergras mit den an langen, dünnen Stielen hängenden Aehrchen legt in jedem Strauße Ehre ein.

Quakende Frösche lenken unsre Schritte zum Seerande. Weit hinab gegen den Spiegel des Sees neigen sich die Weiden , Ulmen und Erlen, starke Aeste erreichen fast das Wasser, um dann parallel wie durstend über den Spiegel hinzustreichen. Was am Grunde des Wassers sich langsam entfaltete, hat inzwischen die Oberfläche erreicht, zahlreiche Blätter von Seerosen und Laichkraut breiten sich aus und dazwischen blüht hier und da die Wasserfeder und der Bitterklee.

Ein mächtiger Ruck, ein gewaltiger Energieverbrauch steckt in dieser Kraftleistung der Natur zwischen Ostern und Pfingsten! Alles was Baum und Strauch im Herbste nach thätiger Sommer­arbeit in ihrem Marke an Reservebaustoffen aufgespeichert hatten, das ist nun triumphierend fast wie auf einen Schlag ans Licht ge­stiegen. Billionen grüner Blätter breiten ihre Flächen im Luft­mcere aus, ein jedes Blättchen eine chemische Fabrik im kleinen. Durch zahllose Poren in Form sogenannter Spaltöffnungen ab­forbieren sie aus der Luft die Kohlensäure, zerlegen sie in ihren grünen Zellen mit Hilfe der Energie des Sonnenlichtes in Stoblen­stoff und Sauerstoff und atmen letzteren wieder aus, umgekehrt ivie Tier und Mensch. Der Kohlenstoff trifft in den Blättern mit Wasser zusammen, das die Wurzeln in die Höhe schaffen, und mit den Nährstoffen, die in dem Wasser, infolge der Arbeit der Wurzeln, enthalten sind. Hier entstehen die neuen Verbindungen, aus denen die Pflanze sich aufbaut, und so geht der verwickelte Lebens­prozeß der Pflanze in seinem wichtigsten Teile, in den Blättern vor sich. Sie erlahmen nicht eher, als bis sie die ausdauernde Pflanze versorgt haben auch für das kommende Frühjahr.

Durch die Wipfel huſcht das Eichkäßchen, hüpft der Häher. Verschiedene Laubsänger zirpen melodisch; nur der Kundige weiß zu ermitteln, wes Nam' und Art der einzelne sei. Am Waldrande steigt aus den Baumkronen der Baumpieper ein Stückchen in die Luft, um dann tirilierend in weitem Bogen auf seinen Standort zurückzukehren und das Spiel zu wiederholen. Auch der Pirol, Der letzten einer aus der vagabundierenden Schar der Sänger, ist erschienen und ruft in wohlbekannter Weise von hohem Sitz herab. Das Konzert der Waldsänger ist vollzählig geworden.

er einen fräftigenden Einfluß besitzt, der zum Teil seiner Sättigung mit Sauerstoff zuzuschreiben ist, und man hat auch festgestellt, daß während seiner Bildung Wasserstoffsuperoryd entwickelt wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die eigentümlich erfrischende und angenehme Eigenschaft der Luft am frühen Morgen ihren Ursprung in diesem Vorgange hat. Sicher ist, daß ihr Ber­lust an Frische daher stammt, daß der Sauerstoff, das Dzon oder das Wasserstoffsuperoxyd, welcher von diesen belebenden Stoffen nun vorhanden gewesen sein mag, aufgebraucht wird. Man hat die Beobachtung gemacht, daß Gras unter einem vollbelaubten Baum schwer zum Blühen zu bringen ist, und diese Thatsache wird im allgemeinen durch die Annahme erklärt, daß der Baum die Nährstoffe aus dem Boden an sich zieht oder daß er das Sonnenlicht und den Regen vom Gras abhält. Ob eine dieser Erklärungen das Richtige trifft, ist zweifelhaft, vielmehr liegt der wahre Grund höchst wahr­scheinlich darin, daß sich auf den Gräsern unter einem solchen Baum der belebende Tau nicht bilden kann, während Regen und Licht sie in der Regel doch erreichen. Der Tau ist vermutlich für das Wohl­befinden von Pflanzen und Tieren in viel größerem Maße wesent­lich, als man bisher geglaubt hat.

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Humoristisches.

8wei Kolleginnen. Malerin: Meine Malerei nimmt mich so in Anspruch, daß mir nicht die geringste freie Zeit übrig bleibt! Das ist eben der Fluch der Kunst, daß, wer ihr dient, ihr ganz dienen muß!"

Hausfrau:" Sie, da hab'n S' recht! Mir geht's genau so! Seit drei Tag bring' i'' n Pemsel nimmer aus die Händ'! Vorgestern hab' i' d' Kuch'l g'weißt, gestern d' Fußböden g'strichen und heut' muß i' d' Kommod' lackier'n!"

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- In der Sommerfrische. Warum schlachten Sie denn

dieſe alten Hühner nicht, Bäuerin?.. Die können doch unmög­lich noch frische Eier legen!"

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Auch ein Grund. A: Hören Sie' mal, warum wird denn nicht Alarm gemacht, damit mehr Feuerwehrleute sich einfinden?" B: Ja wissen S', wir friegen immer für's Löschen nur einen Hektoliter Bier, und wenn's so viele sind, trifft einen zu wenig!" ( Fliegende Blätter ".)

Notizen.

- Otto Goriz, der frühere Baritonist der Morwiß- Oper, ist vom Herbst an auf sechs Jahre an die Wiener Hofoper engagiert worden. Im Kunstgewerbe- Museum( Schlüter- Zimmer) ist gegenwärtig eine Ausstellung neuer englischer Buch­einbände zu sehen.-

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Während der Pfingstwoche wird auf der Treptow­Sternwarte von 2-834 Uhr abends die Venus, von 834 bis 12 Uhr der Mond mit dem großen Fernrohr gezeigt. An den beiden ersten Pfingsttagen wird außerdem noch ein interessanter Doppel­stern in der Jungfrau von 11-12 Uhr nachts beobachtet. es. Früh morgens, wenn die Hähne kräh'n. Es ist eine alte Eine Gradmessung wird jezt von den Engländern in Sitte, gerade in den Pfingsttagen zu einer ungewöhnlich frühen Südafrika ausgeführt. Die Messungen, die bereits vor dem Morgenstunde fich ins Freie zu begeben. In den Städten feiert Boerenkriege begonnen hatten, sind von Kapstadt ausgegangen, zogen man Frühkonzerte oder macht Ausflüge aufs Land hinaus, und wer sich die Ostgrenze von Südwestafrika entlang gegen den Zambesi um die Sommerszeit noch nie die Sonne hat aufgehen sehen, der hin und sollen bis zum Süden des Tanyanjika geführt werden. wird in diesen Tagen am ehesten dazu kommen. Auf dem Lande Dr. Rubin aus Upsala leitet die Messungen, die in zwei Jahren steht man ja gewöhnlich früh auf, aber für den Städter beendet sein sollen. ist diese Gewohnheit, wenn ihn nicht sein Beruf dazu c. Eine Bimsstein- See. Von einer merkwürdigen Natur­zwingt, wohl nur eine seltene Ausnahme. nun erscheinung wird aus Melbourne berichtet: Die französische Barke über den Wert des Frühaufstehens denken, wie man Vincennes " tam etwa 18 Meilen südlich von der Pylstarri- Insel, will. Eines Vorzugs beraubt man sich jedenfalls dadurch, daß man südlich von der Tongagruppe, durch eine See von Bimsstein, die in den Tag hinein schläft, nämlich des erfrischenden Genusses der sechs englische Meilen breit war und so lang, wie das Auge reichte. Morgenluft. Jeder wird schon die Erfahrung gemacht haben, daß Die Tiefe der Steine betrug etwa drei Fuß und die ganze die Luft in den frühen Morgenstunden viel frischer erscheint, als zu schwimmende Masse war durchweg von gleichmäßiger Dice . Die andern Zeiten des Tages. In manchen Gegenden scheint dies Be- Steine unterschieden sich in der Größe fehr; einige waren zwei wußtsein in den Volkskreisen ziemlich weit verbreitet zu sein, denn Quadratfuß groß, aber die Mehrzahl war fleiner. Die Pylstarri in Ostpreußen z. B. erachtet man es als besonders gesund, in die Insel ist von vulkanischer Formation; es waren jedoch keine Spuren " Frühluft" zu gehen. Worin kann denn nun aber diese Eigenschaft von einem Ausbruch, der vor kurzem stattgefunden hätte, sichtbar, Man der Morgenluft begründet sein? Die Chemiker haben uns seit langem nimmt daher an, daß die merkwürdige Naturerscheinung das Er­berichtet, wie die Luft zusammengesetzt ist, auch daß diese Zusammen- gebnis einer unterseeischen Störung ist. Verantwortlicher Redakteur: Carl Leid in Berlin . Drud und Verlag: Borwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW

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Man mag