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die purpurnen Strahlenkränze, die an manchen Stellen die nieder- als wirksamsten Bestandteil das unterchlorigfaure Natron. Für die geschlagenen Goldtröpfchen umgaben, aus Calciumogyd bestanden, das Verwertung der elektrolytischen Bleiche ist ein sehr wichtiges bon Gold gefärbt war. Auf diese Weise ist ein neuer Burpur gewonnen Moment die Tatsache, daß sich die Bleichsubstanz durch den Bleich worden durch die Verflüchtigung des Goldes im elektrischen Ofen prozeß in Salz zurückbildet. und durch Auffangen der Dämpfe mittels Kalt. Eine besonders Es würde an dieser Stelle zu weit führen, die Entwickelungsa merkwürdige Erscheinung wurde auch noch bei den Experimenten mit geschichte der neuen Methode zu besprechen. Wir wollen daher Legi rungen mit Gold und ginn beobachtet. Wenn nämlich die gleich auf das Verfahren eingehen, das sich jetzt als das volls Mischungen der Dämpfe von Gold und Zinn aus dem Deckel des kommenfte erwiesen und die größte Verbreitung gefunden hat. elektrischen Ofens herbordrangen, fing der Zinndampf bei Berührung Diese Methode der elektrolytischen Bleiche arbeitet nach dem mit der Luft zu brennen an. Der Erfolg war die Bildung von Patenten von Haas und Dertel folgendermaßen: Binnogyd, das aufs innigste mit Golddampf vermischt war. Der so Die Salzlösung wird in dem wannenförmigen Gefäß Bleicha getvonnene Stoff besaß dieselben Eigenschaften wie die Verbindung, elektrolyseur" zwischen besonders präparierten Elektroden dem Eins Sie als der Goldpurpur des Cassius" in der Chemie berühmt flusse des elektrischen Stromes ausgesetzt. Hierbei vollzieht sich die geworden ist und auch eine großartige industrielle Verwertung bei Umwandlung der Flüssigkeit in Bleichlauge. Der Bleichelettro Ser Herstellung der toftbarsten Rubingläser sowie in der Glas- und lyseur ist durch vertikal eingebaute Elektroden in Einzelzellen zers Porzellanmalerei erhalten hat. Seinen Namen hat dieser Stoff übrigens legt. Diese befizen unter sich keinerlei Verbindung; fie haben aber nicht von dem Römer Cassius erhalten, sondern von dem Chemiker am Boden je eine Zulaufröhre und oben ein Ueberlaufrohr. Der Andreas Cassius in Leyden , dem seine Entdeckung zugeschrieben tastenartige Apparat mit den Zellen steht in einem Trog, dem wird. In diesem Puntte werden die neuesten Forschungen von„ Entwicklergefäß", und zwar so, daß der Boden des Elektrolyseurs Moissan zuerst eine praktische Ausnutzung erfahren, da fie neue frei über dem Boden des äußeren Gefäßes liegt. Das Entwicklers Mittel zur Gewinnung dieses Goldpurpurs und außerdem noch ver- gefäß wird jeht mit Salzlösung gefüllt. Diese dringt durch die schiedener anderer ähnlicher wertvoller Farbstoffe darbieten. Wenn unteren Zulaufröhren in die Bellen des Elektrolyseurs. Wird der Aluminium mit Gold zusammen im elektrischen Ofen geschmolzen Apparat nun unter Strom gefeht, so steigt infolge der Entwickelung wird, färbt es sich blaßrosa, und aus den Dämpfen kann man von Wasserstoff die Flüssigkeit in den Kammern und läuft unter wiederum einen mehr oder weniger tiefen Burpur erhalten. Aufschäumen durch die Röhren ständig über. Hierbei wird uns Magnesium, mit Gold geschmolzen, wird durch letzteres violett ge- unterbrochen frische Lauge nachgesaugt. Jm Laugebehälter liegt färbt, und die Dämpfe nehmen die Farbe eines Purpurs an, der auf jeder Seite eine Kühlschlange, durch deren Windungen die mehr nach Orange getönt ist. Zirkon mit Gold gibt Rot oder Lauge fließen muß, bevor sie wieder unten in den Apparat gelangt. Violett und einen lila Purpur. Man sieht, wie außergewöhnlich die Durch diese einfache Anordnung wird die erforderliche Abkühlung Mittel zur Gewinnung von kostbaren Purpurfarben verschiedenster in äußerst billiger Weise herbeigeführt. Das die Kühlschlangen Spielart durch diese glänzenden Experimente erweitert worden sind. durchfließende Wasser bleibt vollkommen rein, so daß es für andere Die Herstellung des Cassiusschen Goldpurpurs ist dabei überhaupt 3wede weiter verwendet werden kann. In dieser Hinsicht ist in all zum erstenmal auf trockenem Wege gelungen. den Betrieben, in denen Bleichprozeffe borgenommen werden, kein Mangel, da hier immer für die mannigfachsten Bedürfnisse Wasser benötigt wird.
Dr. F.
( Nachdrud verboten.)
Elektrolytisches Bleichen.
Die Verarbeitung roher, vegetabilischer Fasern für die Swede der Textil- und Papierindustrie seht eine gründliche Reinigung voraus, die allgemein als das„ Bleichen " des Rohmaterials bezeichnet wird. Die Fasern müssen von den ihnen durch den Gewinnungsprozeß, Transport usw. anhaftenden Unreinlichkeiten und Farbtönen befreit werden. Dann fönnen sie entweder als schneeweiße Produfte auf den Markt gebracht werden, oder sie haben die erforderliche Vorbereitung zur Aufnahme prachtvoller Farben erhalten. Bekanntlich wurde früher ganz allgemein die Rasenbleiche angewendet. Man versteht darunter das Verfahren, die zu verarbeitenden Fasern auf dem Rasen zur Bleiche auszubreiten. Unter dem Einfluß von Sonne, Luft und Feuchtigkeit werden die zu bleichenden Stoffe dann nach und nach weiß, weil die das Rohmaterial berunreinigenden und färbenden Substangen zerstört
werden.
Die Anordnung der für diese elektrolytische Bleiche erforders lichen Apparate ist sehr übersichtlich und die Reinigung fann ohne großen Zeitaufwand und ohne Herausnahme einzelner Teile jedera zeit bewirkt werden. Zu den Elektroden wird ein tohlenähnliches Material verwendet, das gegenüber den früher bei gewissen elettros Ihtischen Bleichverfahren benutten Platinelektroden den Vorteil der Billigkeit, langen Haltbarkeit und schneller Auswechslungsmöglichkeit hat. Die Schaltungsweise des Systems der doppelpoligen Elek troden ist sehr einfach, da nur zwei Kontakte in Ordnung zu halten sind.
Nachdem der Strom eine Anzahl von Stunden gearbeitet hat, wird er ausgeschaltet, und die bollständig flare Bleichlauge von hoher Konzentration gelangt in die Sammelbehälter, von wo sie alsdann für die Bleichprozesse entnommen wird. Bei der Cellulose oder Papierstoffbleiche leitet man die gewonnene Lauge meist direks zu den Stellen des Verbrauches. Der Apparat zur Erzeugung des Bleichmittels kann nach Vollendung der ersten Charge sofort wieder in Benutzung genommen werden.
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Die mit der Natur- oder Rasenbleiche verbundenen Umständ- Die elektrolytische Bleichlauge ist vollkommen frei von schäde lichkeiten haben schon vor einem Jahrhundert zur chemischen lichen Salt- oder Magnesiafalzen, so daß die behandelten Fasern Das Verfahren oder Kunst bleiche geführt. In dieser Hinsicht hat das 1798 bon eine weiche und angenehme Griffigkeit bekommen. Ch. Tennand ausgearbeitete Chlorfalfverfahren die größte Ver- bringt auch gegenüber der Chlorkaltbleiche eine wesentliche Schonung breitung gefunden. Aber auch der Kunstbleiche durch Chlorkalt der Faser mit sich, was sich für den Konsumenten so gebleichter Stoffe haften Uebelstände an. Die Herstellung der erforderlichen Bleich angenehm durch längere Haltbarkeit derselben bemerkbar macht. flüssigkeit hat ihre nicht zu verkennenden Schwierigkeiten, und die Die Schonung der Faser zeigt sich schon daraus, daß bei der neuen Abwässer können, weil nie ganz ausgenußt, nicht einfach in die Methode gegenüber der Chlorbleiche 2 Prog. Gewichtsverlust era Flußläufe geleitet werden. Der größte Nachteil diefer chemischen spart werden. Die meisten Fasern werden elektrolytisch wunders Bleiche besteht aber darin, daß sich auf der behandelten Faser meist bar flar und rein gebleicht. Manche Stoffe erhalten auch durch eir feiner Niederschlag aus fohlenfauerem Kalt bildet. Dieser über- das Verfahren einen feinen Schein ins Bläuliche, der als blauzieht das Material mit einer feinen Kruste, die dann ein vollweißer Teint" der Stoffe für verschiedene Swede sehr erwünscht ständiges Durchbleichen verhindert. Trotz allen Nachwaschens ist. Allen Fasern ist nach der elektrischen Bleiche aber ein schöner bleiben auch fleine Staltieile an den Fasern haften und führen das Glanz gemeinsam. Demnach müssen Waren, die als elektrolytisch mit Recht so berhaßte Nachgilben der Stoffe herbei. Schließlich gebleicht" auf den Markt kommen, als besonders gute und haltbare muß auch noch darauf hingewiesen werden, daß die nach dieser Produkte angesprochen werden. Die Annahme mancher Käufer, Methode gebleichten Fasern den sogenannten harten Griff" auf- daß diese Erzeugnisse weniger haltbar" find als die nach der weisen, also leicht brüchig werden. Auch der Färber weiß ein Lied Chlorkalkmethode gebleichten Stoffe, ist also durchaus verkehrt davon zu singen, daß die chemisch gebleichten Fasern vielfach große Dieses Vorurteil macht sich besonders gegen jene Waschanstalten Schwierigkeiten bei der Behandlung mit Farbstoffen bereiten. geltend, welche, auf der Höhe der Zeit stehend, die zum Reinigen Unter dem Einfluß der großartigen Entwidelung der modernen übernommene Wäsche elektrolytisch bleichen. Aber gerade hier hat Elektrotechnik ist nun ein anderes Bleichverfahren herausgebildet die um ihr Linnen besorgte Hausfrau die allerbeste Garantie, daß worden, das sich den alten Methoden als wesentlich überlegen er- ihr Stola glänzend weiß gereinigt wird, ohne daß jenes befürchtete wiesen hat. Die elektrolytische Bleiche" hat natürlich auch ihre Berchloren" auftreten kann, das beim Chlorverfahren die bea Kinderkrankheiten durchzumachen gehabt. Diese, fast jedem ganz fannten, besonders weißen und schnell entzwei gehenden Stellen neuen Verfahren anhaftenden Schwierigkeiten sind aber im Laufe mit sich bringt. der letzten Jahre in so vollkommenem Maße überwunden worden, Für die Papierindustrie ist diese neue Bleichmethote ebenfalls daß jetzt die Anwendung des elektrischen Bleichprozesses schnelle von großer Bedeutung, da sie die lästige und ungesunde Auflösung und ständige Zunahme zu verzeichnen hat. Dieser Siegeszug der großer Chlorkalkmengen in Fortfall bringt und natürlich auch nicht elektrolytischen Bleiche, der sich in aller Stille vollzieht, ist wichtig die große Last der Beseitigung der Kalkrüdstände bedingt. Zm genug, um auf ihn die Aufmerksamkeit weiterer Streise zu lenten. Sommer brauchen die Bleichbäder nicht erwärmt zu werden, so Es werden nämlich der neuen Methode in den Kreisen des nicht daß auch der Arbeiter weniger unter der Hiße des Arbeitsraumes aufgeflärten Publifums oft ganz irrige Vorurteile entgegengebracht. zu leiden hat. Die Abwesenheit von Altalien und der geringere Betrachten wir, um vom Wesen und der Wirkung des neuen Angriff der Papierfaser durch das elektrische Bleichen erleichtert Bleichverfahrens die erforderliche Vorstellung zu gewinnen, zunächst wieder die Leimung des Papiers bedeutend. Ta endlich die Dara das Prinzip: Durch die chemische Zersetzung einer Salzlösung mit stellung der elektrolytischen Bleichflüssigkeit nicht die beim Chlora Hülfe des elektrischen Stroms erzielt man eine äußerst kräftig verfahren gesundheitlich so bedenkliche Entwickelung von Chlorgafen wirkende Bleichflüssigkeit. Diese vollständig flare Bleichlauge hat mit sich bringt, so sprechen auch wichtige hygienische Gesichtspunkte
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