570
,, Aha, Du willst fe aus em Haus habe!" Der Mann wurde zornig. Er trat dicht auf die Frau zu. ,, Nein, Vater!" sagte die Luis.
geh auch!"
Ich will geh, und ich
Und was wird aus meim Haushalt?" " Du hast doch en Frau!"
Da lachte der Mann. Eine wie die!" Bitternd stand die Marie, sie war totenbleich im Gesicht. Wenn ich gesund wär!" stöhnte sie, aber so isch's, wenn mer bom Wochebett was zurückbehält, daß mer nit mehr ordentlich schaffe kann, dann wird mer nit mehr estimiert!"
Wenn Du nit mehr ordentlich schaffe kannst, dann soll es Luis im Haus bleibe!"
" Ich kann ja schaffe, aber
10
" Für die Wasch kann se jemand nehme! Ihr kriegen dann doch auch mein Geld," riet die Luis.
Mir is lieber, Du bleibst derheim!" beharrte der Mann.
Da richtete sich die Luis auf.
" Ich bleib nit, Vater!"
So, da hör einer an! Und warum nit?"
,, Weil's doch kein gut tät, die Mutter und ich, mir tönnen uns nit vertrage!"
hr gebt Euch e bissel Müh!"
Die Luis schüttelte den Kopf.„ Es geht nit," sagte sie. Du willst nit!" schrie der Mann.
Da zuckte die Luis die Achseln und ging in die Kammer, um sich anzuziehen.
Müting aber wandte sich an seine Frau: Hast er was getan, daß se gehn will?" fragte er.
" Ich? Kein Krümmelche! Aber so is se immer, wenn se was will? Du hast's ja nie glaube wolle! Jetzt siehst es, es is nit mit er auszufomme!"
Müting schüttelte den Kopf- sollte die Marie recht haben? Er wollte es nicht glauben, sein Herz war auf Luisens Seite. Aber wenn sie immer so eigenwillig war? Und das mußte sie doch wohl sein!
" Ich will ihr nochmal zurede!" sagte der Mann, auf und folgte der Luis in die Kammer.
stand Seine Stimme flang weich, als er fragte:" Sag mal, Luis, warum meinst denn, daß de Dich mit em Marie nit vertrage fannst?"
Wenn ich ganz hier wär, Vater, dann müßt alles gehn wie ich's habe wollt, und das, das gibst doch zu, das tät die Marie nit. Wenn ich hü sage tät, tät se hott sage wie ging denn das?"
-
Müting fragte sich hinterm Ohr- fie hatte ja am Ende recht aber all seine frohen Hoffnungen! Die wollte er nicht scheitern sehen.
-
Und er überlegte, ob kein Ausweg zu finden sei. Bater!" rief da der Christian. In seiner Stimme zitterte die Aufregung, er trat unter die Kammertür.
,, Die Frau Pfarrer und das Fräulein sind da!" Mit gesenktem Kopf trat der Mann zu den Damen. Die Frau Pfarrer saß bereits auf dem Stuhl, den ihr die Marie hingerückt hatte.
Lätitia aber, nachdem sie den Christian begrüßt hatte, kniete am Boden vor der Emma und versuchte das kleine Kind, das sie hielt, zum Lachen zu bringen.
,, Wie alt ist es?" fragte sie das Mädchen.
"
Vier Monate!"
,, Ei! Und was es schon für hübsche Löckchen hat!" In einiger Entfernung von dem Fräulein stand der Johann und hatte ein paar Finger im Mund..
Die Frau Pfarrer aber sprach mit Müting wegen der Quis, als diese in die Stube trat.
Das ist das Mädchen!" sagte die Pfarrersfrau zu Lätitia, und die sprang auf.
" Luise Müting, die Schwester von Christian," sagte sie und gab ihr die Hand. Und Du willst zu uns kommen? Wir lernen Dich als Zimmermädchen an!"
Wenn's em Vater recht is!"
Lätitia wandte sich nach dem Mann um. Der hatte große Lust, eine abschlägige Antwort zu geben. Wenn sie schon nit im Haus bleiben wollt, dann sollte sie doch wenigstens im Ort bleiben! Sie konnte des Sonntag nachmittags doch mal nach dem Rechten sehn!
Aber wie er in Lätitias schöne, bittende Augen jah, da stieg etwas wie ein Dankesgefühl in ihm auf, dafür, daß die Luis zu so guten Leuten kommen konnte, und er sagte sich, daß er dem Glück seines Kindes nichts in den Weg legen dürfe, and gab seine Einwilligung.
-
,, Sie is ja noch arg jung und keine von de Stärkste, aber puze kann se und auch sonst de Hausarbeit!" Und er feufzte. Gern geb ich se nit her, aber--!" er zuckte die Achseln.
11
So wurden sie einig.
Acht Tage später gab der Christian seiner Schwester bis zum Bahnhof das Geleite.
,, Vergiß nit, die Blumen zu gieße, gelt!! Die Marie denkt nit dran und die Emma auch nit!" sagte sie.„ Und es Emma soll nit so viel die Kinner rumschleppe, es wird ganz schief davon! Und Du machst Dein Aufgabe bei's Kampe, da haste Ruh, gehst von der Schul aus einfach immer gleich nauf. Ich hab's ene gesagt! Und es Minche tut schon derfür forge, daß Dich niemand stört."
" Daß Du auch grad es lezt Jahr nit da bist!" sagte der Christian
( Fortsekung folgt.)
( Nachdruck verboten.)
In der Südbretagne.
( Schluß.)
Durch die Salzfelder ist die Luft so stark mit Salz getränkt, Daß man nach den ersten Tagen des Aufenthalts trant wird. Es ist eine schmerzhafte, kolikartige Krankheit, die drei bis acht weniger auf. Wenn man sie überstanden, ist man richtig allimati Tage dauert. In manchen Jahren tritt fie mehr, in anderen fiert. Man verträgt die Luft, das Meer und die Kost. Es gibt sehr viel Fisch, besonders auf der Grille gebratene Sardinen find hier Spezialität, Krabben, Muscheln, Geflügel aus Nantes und Eier, dreizehn Stück noch das Dutzend. Birnen und Feigen, und sehr hübsche bretonische Kuchen, angenehm gesüßt.
Auf der Höhe des Dorfes erhebt sich die Kirche, deren hoher Turm weithin sichtbar ist. Sie ist sehr alt, war ursprünglich eine Abteikapelle und wurde im 15. und 16. Jahrhundert erweitert, nur zwei Pfeiler stammen noch aus dem 13. Jahrhundert. Interessanter sind die Ruinen einer zweiten Kirche, auf dem Wege nach dem Meere gelegen: la chapelle Notre- Dame du Mûrier( unsere liebe Frau vom Maulbeerbaum). Die Ruinen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und haben hübsche Details in der Bildhauerarbeit. Die Kapelle ist nie fertig gebaut gewesen. Ein Herr Rieur de Renrouet hat der Jungfrau während einer stürmischen Meerfahrt die Kapelle gelobt. Und richtig, die Jungfrau half, durch die Blätter eines Maulbeerbaums strich ein Leuchten, schwand und behielt sich, und das Schiff fand den Kurs zur Bandung . Landung.( Es gibt viele solcher Erzählungen hier in der Gegend.)
Vom Meere aus sieht Baz wie eine Festung aus. Die hohen dunklen Felsen bewirken das, die es vor dem Meere schützen. Gewaltig schäumt die Flut in die Höhlen und Grotten und schlägt über die Blöcke und Zacken. Ihr Tosen erfüllt die Luft. Und dann kommen die Sturmtage. Die Fischer fahren nicht aus, es ist ein Wetter im Anzug. Von den vornehmen Badepläten der Küste kommt die vornehme Welt, das Schauspiel zu sehen. Auf den Felsblöcken oben viel gaffendes Volt. Der Ton des Meeres ist dumpf und hohl. Der Wind peitscht die Wogen. Der Himmel wird schwarz. Und stärker und stärker schwillt es an. Wir stehen hoch oben, die Wellen schlagen über uns. Weit hinaus ins Meer ist die Mole gebaut. Die Wellen brechen sich an ihr, schlagen in weißen Säulen hoch, haushoch, fallen dann und werfen sich über die Mole in die Badebucht hinein. Es ist ein gewaltiger, wunderbarer Anblic. Wir sind pudelnaß. Aber wer möchte seinen Platz verlassen! Die Flut schwillt, der Sturm heult, und wilder tobt das Meer. Wohin sich das Auge wendet, dasselbe, und doch ein anderes Schauspiel. Hier die Schaumsäulen. Dort die flachen schlagenden Wellen. An anderer Stelle die stürzenden Kastaden, wenn die Welle von den zackigen Felsen zurückläuft. unter uns ein Donnern. Wo eine Höhle zwischen den Felsen freigelassen ist, stürzt das Wasser wild hinein. Drei Tage Sturm. Man wird völlig ermattet davon. Man ist ständig in Geräusch und Regen, auch wenn man zu Hause im Trocknen fizzt. Und dann kommt ein wunderbarer Nachklang. Das Meer hat sich bes ruhigt. Die Nacht ist schwarz. Kaum ein Stern. Meerleuchten. Der atlantische Ozean hat ein wunderbares, großartiges Meerleuchten. Das Meer ist noch bewegt. Die Wellen träufeln und schäumen. Und dieser Schaum funkelt und glibert, wie er nach dem Ufer heranrollt. Wir verbringen die halbe Nacht am Meere. Man sieht sich nicht fatt. So tief und intensiv hat es die Nordsee nicht. Auch weiter nach Norden, an der Küste von Finistère , war es nicht so voll und leuchtend. Im Kanal haben wir es gar nicht gesehen.
Man geht um die Halbinsel am Strande herum, über Felsen, klippen und Sandbuchten, zum Teil mit gefährlichen Unterströmungen, nach dem äußersten Orte der Halbinsel, nach Le Croific. Sinter uns liegt die Bucht der Salzfelder, vor uns der Hafen. Er ist bunt belebt. Die Fischer lieben es hier, farbige Segel zu haben, braune, gelbe, blaue, grüne, rote. Besonders schön macht