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find viele Versuche angestellt worden; Herb felbst gelangte noa bis zu Wellen, deren Länge wenig mehr als einen halben Meter bea trägt, und in den folgenden Jahren wurden elektrische Wellen von Wellenlänge hergestellt. Immerhin ist zwischen den kürzesten wenigen Zentimetern, sehr bald auch von wenigen Millimetern elektrischen Wellen und den längsten ultraroten Wellen eine durch Wellen bisher noch nicht erfüllte Lücke.

fleinen Mädchens, das ihr gegenüber arbeitet Jadvyga Marcinkus war ihr Name. Jadvyga erzählte, wie sie Marija- ihre Arbeit bekommen habe. Sie Marija hatte die Stelle einer Irländerin erhalten, die, so lange man fich erinnern konnte, in der Fabrik gearbeitet hatte, wohl über fünfzehn Jahre, erklärte Jadvyga. Mary Dennis, so hieß sie, war verführt worden und hatte einen Knaben be­Die wissenschaftlichen Untersuchungen, welche sich an die Ara fommen. Er war ein Krüppel und epileptisch, aber das beiten von Herb anschlossen, sind außerordentlich mannigfaltig und einzige auf der Welt, an dem Mary ihre Liebe auslassen für unsere gesamte Anschauung der Naturerscheinungen von den fonnte. Sie wohnten in einem winzigen Zimmer irgendwo weittragendsten Folgen wir brauchen nur an das genauere in Halsted- Street, wo alle Irländer wohnen. Mary hatte die Studium der Kathodenstrahlen und die Elektronenlehre zu er Schwindsucht und huſtete den ganzen Tag. Endlich brach sie schaftlichen Forschungen zeigten sich sehr bald Bestrebungen, die innern. Aber unabhängig von der Weiterentwickelung der wissen­völlig zusammen, und als Marija kam, beschloß die Auf- neuen Entdeckungen über die elektrischen Wellen auch praktisch Aufschaftlichen seherin plötzlich, die Irländerin zu entlassen. Die Aufseherin nukbar zu machen. Wenn die elektrischen Wellen sich mit der un­hatte ja ihren eigenen Vorteil zu wahren und konnte keine geheuren Geschwindigkeit von 300 000 Stilometern in der Sekunde franken Leute gebrauchen, erklärte Jadvyga. Der Um- durch den Raum ausbreiten, so liegt ja der Gedanke nahe, solche stand, daß Mary so lange in der Fabrik gearbeitet hatte, Wellen in willkürlicher Weise zu erzeugen und in bestimmter fonnte da feinen Unterschied machen. Vielleicht wußte es die Richtung fortzusenden, um dadurch Zeichen nach großen Ent­Aufseherin gar nicht einmal, denn die Aufseherin wie der fernungen hin zu übermitteln. Der Gedanke einer solchen Tele­Oberauffeher waren erst seit fürzerer Zeit angestellt, vielleicht graphie mußte schon dadurch einen starken Ansporn bekommen, daß erst seit zwei oder drei Jahren. Jadvyga wußte auch nicht, aur Uebertragung der Wellen und dadurch auch der Zeichen eine was aus dem armen Geschöpf geworden war. Sie hatte nach Telegraphie nicht als notwendig erschien. Auf weite Länderftreden Ueberbrüdung des Raumes mit Drähten, wie bei der gewöhnlichen ihm umschauen wollen, war aber dann selbst krank gewesen. Hin konnte man hoffen, die Kosten für die Einrichtung eines Tele­Sie hätte es immer im Rücken, erklärte Jadvyga und befürchte graphennetes erheblich herabzudrücken, und noch stärker mußte ein Unterleibsleiden. Es wäre ja auch keine Arbeit für eine dies ins Gewicht fallen, wenn es sich um ein Telegraphieren über Frau, alle Tage mit vierzehn Pfund schweren Büchsen han- Meeresarme hinweg handelte, wo das Legen der unterseeischen tieren zu müssen, Kabel noch erheblich schwieriger und kostspieliger ist.

( Fortsetzung folgt.)

( Nachdruck verboten.)

Es wird uns daher nicht überraschen, daß gleich nach dem Be­kanntwerden der Herzschen Versuche von verschiedenen Physikern mit aller Bestimmtheit die Möglichkeit einer Uebertragung der elektrischen Wellen durch die Luft zum Zwecke der Zeichengebung, also einer drahtlosen Telegraphie, behauptet wurde. Die auch Prinzips, doch tam man anfangs nicht über Entfernungen von 50 Meter hinaus.

Die Internationale Konferenz für fofort angestellten Versuche zeigten wohl die Richtigkeit des

drahtlose Telegraphie.

Von neuem wird gegenwärtig die allgemeine Aufmerksamkeit auf die drahtlose Telegraphie, diesen rasch emporblühenden Zweig des internationalen Verkehrs, gelenkt, welcher berufen scheint, die Verständigung über die weitesten Strecken hin in einer noch vor wenigen Jahren nicht geahnten und vermuteten Weise zu ermög­lichen. Es ist noch nicht zwanzig Jahre her, seit die wissenschaft lichen Grundlagen für diese neueste und modernste Art des Tele­graphierens geschaffen wurden; bei der Gewinnung dieser Grund­lagen handelte es sich um rein wissenschaftliche Arbeiten, die aus dem Forschungs- und Erkenntnistriebe hervorgegangen waren, ohne daß dabei an eine unmittelbare technische Verwertung für die Be­dürfnisse des praktischen Lebens gedacht wurde.

Erst vor zehn Jahren gelang es dem jungen italienischen Elektrotechniker Marconi , der vielen technischen Schwierig­feiten des Problems soweit Herr zu werden, daß für die drahtlose Telegraphie die Möglichkeit erschien, in die Bragis einzutreten, Bedürfnisse des wirklichen Verkehrs zu befriedigen. Im Jahre 1897 wurden die ersten Versuche im großen Maßstabe ausgeführt, und hierbei gelang es, Depeschen über den 14% Stilometer breiten Bristol- Kanal im Süden der Westküste von England zu senden. Dieser Erfolg ermutigte natürlich zu weiteren Versuchen; schon zwei Jahre später war die Tragfähigkeit der Marconi - Stationen bis auf 150 Kilometer gesteigert, und heute, noch nicht ganz zehn Jahre nach den ersten Versuchen Marconis, befindet sich auf der Südwestspike von Endland eine Station, von der aus täglich Tele­gramme bis auf mehrere tausend Kilometer Entfernung gesandt werden, die den auf der Reise nach Amerika befindlichen Schiffen die neuesten Ereignisse mitteilen. Noch sind freilich nicht alle Schiffe mit Apparaten zum Empfangen und Absenden drahtloser Telegramme ausgerüftet; die schnelle Entwidelung des Verkehrs aber läßt vermuten, daß in nicht sehr ferner Zeit jeder Passagier eines Schnelldampfers es als selbstverständlich ansehen wird, nicht nur täglich im Schiff die neuesten Nachrichten zu erhalten, sondern auch für seine persönlichen Bedürfnisse schnelle geschäftliche Dis­pofitionen vom Schiff aus an seinen Wohnort gelangen zu lassen.

Die drahtlose Telegraphie beruht auf der Ausbreitung elektri­scher Wellen durch den Raum. Das Vorhandensein solcher elektri­schen Wellen war bereits in den sechziger Jahren von dem englischen Physiker May we II behauptet worden, welcher von Faradays Anschauungen über die Natur der elektrischen Erscheinungen aus­gehend, ihren Zusammenhang mit den Erscheinungen des Lichtes darlegte und eine vollständige elektro- magnetische Lichttheorie ent­wickelte, nach welcher auch die Ausbreitung des Lichtes auf Wellen elektro- magnetischer Natur beruht. Aber erst erheblich später, im Jahre 1887( Marwell starb bereits im Jahre 1879) gelang es dem deutschen Physiker Heinrich Herz, das Vorhandensein elektri­scher Wellen wirklich nachzuweisen; gleichzeitig ging aus den Ver­suchen von Herb hervor, daß die elektrischen Wellen von ihrer Er­zeugungsstelle aus, also z. B. von dem Funkenstrom eines In­duktoriums, sich mit der ungeheuren Geschwindigkeit von 300 000 Kilometern in der Sekunde im Raume ausbreiten. Diese Geschwindigkeit ist dieselbe, mit welcher auch die Lichtwellen den Raum durcheilen, und somit war die Gleichartigkeit der elektrischen und der Lichtwellen, wie sie Magwell behauptet hatte, zum mindestens sehr wahrscheinlich gemacht. Eine Reihe weiterer Versuche, an denen sich die verschiedensten Physiker beteiligten, ergaben eine vollständige Uebereinstimmung der elektrischen Wellen und der Licht wellen in bezug auf ihre sämtlichen Eigenschaften, der einzige Unter schied beruht lediglich in der Länge der Wellen. Die Länge der Licht- Strom nicht leitet, sondern ihm einen starten Widerstand entgegen­wellen zählt nur nach Zehntausendstel eines Millimeters( 8 zehn tausendstel Millimeter für rotes Licht, 4 zehntausendstel Millimeter für violettes Licht), während die Länge der elektrischen Wellen, mit denen Herb zuerst arbeitete, mehrere Meter betrug. Die elektro- magnetische Natur der Lichtivellen war damit dargetan, denn der Umstand, daß Wellen von größerer Länge auf unsere Netzhaut und Sehnerven nicht einwirken, hängt sicherlich mit der physiologi­schen Natur unserer Sinnesorgane zusammen, ändert aber nichts an der physikalischen Natur der betreffenden Wellen. Ein Bedenken gegen die elektro - magnetische Natur der Lichtwellen konnte um so weniger entstehen, als es längst bekannt war, daß es noch über die fleinsten violetter und die längsten roten Wellen hinaus Wellen gibt, welche ebenfalls nicht auf das Auge wirken. Freilich wäre es wünschenswert gewesen, erheblich fürzere elektrische Wellen als Herh herzustellen, um zu einem ganz fontinuierlichen System von Wellen bis zu den Lichtwellen zu gelangen. In dieser Richtung

Das Prinzip der drahtlosen Telegraphie ist ein überaus ein­faches. Unsere Berliner Leser können es an einem einfachen Modell in der Urania bequem studieren. Die Wellen werden dort durch die Funken eines Induktoriums erregt, welche im Brennpunkt einer gekrümmten Metallfläche überschlagen; diese wirkt für die elektri­schen Wellen in derselben Weise spiegelnd, wie ein hohlspiegel für Lichtwellen. Von diesem Spiegel werden die Wellen in gerader Richtung auf einen gegenüberliegenden Spiegel gesandt, in dessen Brennpunkt sie sich wieder vereinigen. In diesem Brennpunkt be­findet sich ein sogenannter Coherer oder Fritter, eine kleine fait luftleere mit Metallsplittern angefüllte Röhre. Diese Röhre ist in den Stromkreis einer elektrischen Batterie eingeschaltet, doch ist dieser Stromkreis nicht geschlossen, weil der Coherer den schwachen setzt. In dem Augenblick nun, in welchem elektrische Wellen auf den Coherer fallen, wird er dadurch zu einem guten Leiter, und man erhält einen elektrischen Strom, durch welchen man irgend einen zeichengebenden Apparat, z. B. einen gewöhnlichen Morseschreiber, betätigen kann. Es kommt nun darauf an, den Coherer wieder nichtleitend zu machen, sobald die Wellen aufhören; die Metall­späne behalten nämlich die durch die auffallenden Wellen erhaltene Eigenschaft der Leitfähigkeit. Bei dem Modell in der Urania ge­schicht es in einfacher Weise durch Klopfen mit einem Finger, aber selbstverständlich kann man auch automatisch ein Klopfen durch die Betätigung des Stromes hervorrufen, so daß man mit den auf­fallenden elektrischen Wellen stets nur ganz kurze Stromstöße er­hält, die man in beliebiger Weise aus fürzeren und längeren Stößen( Punkten und Strichen) zu einem Alphabet zusammens sehen fain.

Bey der Anwendung in der Prayis werden die Wellen nicht