Hutksi? ftnS mit GräS gedeckt, bei deki Bergbetvohnern im Innern mit Matten oder Laub. Im Innern haben die Häuser in der Regel nur einen größeren, ziemlich finsteren Raum, in dem eine dumpfe, schlechte Luft herrscht. Vielfach gibt eS im Kaiser,- Wilhelmsland recht geschmackvolle Pfahlbauten. Ter häufigen Regengüsse und des Ungeziefers wegen steht das Haus in der Regel auf b— 10 Fuß hohen Pfählen, ein schräg aufgelegter, bisweilen stufenartig gekerbter Baumstamm dient als Treppe. Das Gerippe des Hauses bilden Pfeiler, den Fußboden dünne Planken, gewöhn- lich aus Palmholz oder Mangrove. Die außen oft bunt bemalten Seitenwände— Vorder- und Hinterwand fehlen nicht selten— werden aus Mattengeflecht, Gras und dergleichen hergestellt, und die Sago- und Nipapalme liefern vorzügliches Material zum Dache, dessen Form der Papua(nach Kinsch) mit einer Schildkrötenschale vergleicht. Vielfach weisen die Häuser nach dem Dorfplatze zu eine durch das Ueberragen des Daches geschützte Veranda auf, die den beliebtesten Aufenthalt während des Tages bildet. Neben diesen Bauten treffen wir eine eigene Art von Häusern hier und da am Huongolf und in den Kaidörfcrn nördlich vom Finschhafen an. „Hoch oben in den Bäumen," sagt Dr. Krieger in seinem Werke „Neu-Guinea ",„sind dort auf den abgeschnittenen kahlen Kronen Wohnstätten in Gestalt wirklicher Häuser mit Plattform errichtet, jedenfalls haben sie vor anderen den Vorzug, daß sie den herrlich- sten Fernblick gewähren; zugänglich sind sie mittels einer Strick- leiter, die leicht aufziehbar ist. Europäische Vorbilder finden auch bereits beim Hausbau im Kaiser-Wilhelmsland Nachahmung, so auf der Insel Tarawai und neuerdings an der Astrolabebai." Fast in jedem Dorfe finden wir in der Mitte oder an anderer hervorragender Stelle ein die übrigen an Größe und Ausdehnung weit überragendes Haus, das Versammlungshaus. Ferner trifft man nicht selten in den Dörfern ein einfaches, auf 4 Pfühlen ruhendes, etlva 1% Meter hohes Gerüst an, das bald den Geistern geweiht ist, bald auch nur den Männern als Ruhe- und Etzplatz dient, wo sie unbehelligt von ihren vierfützigen Haustieren ihre Mahlzeiten einnehmen können. Die Frauen haben nur das Recht, darunter zu hocken. Sehr primitiv ist der Hausrat. Außer Schüsseln und Näpfen aus Holz, Töpfen aus Ton, Röhren aus Bambus zum Holen und Aufbewahren des Wassers), finden wir in den Häusern Kürbis- schalen, geflochtene Körbe und als Dielenbelag Matten. In der Regel befindet sich in der Mitte des Hauses die Feuerstätte, ein mit Sand gefüllter Kasten, in dem einige Kohlen glimmen. Die Feuerstätte dient hier nicht selten weniger zum Kochen, was messt außerhalb des Hauses geschieht, als zum Unterhalten des Feuers; in manchen Küstendörfern kennt man nämlich die Kunst, Feuer zu wachen, noch nicht; das vorhandene muß deshalb andauernd genährt werden; geht es unversehens aus, so müssen die Bergvölker, die diese Kunst verstehen, mit Feuer aushelfen. An der Astrolabebai hat man an den meisten Häusern an den Seiten erhöhte Bänke aus gespaltenem Bambus und mit Kokosnuß - matten belegt, die bei Nachtzeit als Bett und am Tage als Büfett dienen. Am mittleren Ramufluß schläft man in Schlafsäcken, die in hängender Lage im Innern des Hauses angebracht sind. Sie find aus weichem Faserstoff geflochten, etwa 3 Meter lang und 2 Meter breit, bald größer, bald kleiner und werden an dem spitzen Ende so aufgehängt, daß der Sack zum größeren Teil auf dem Boden schleift. Die so häufig in Holländisch-Neuguinea vor- kommenden Kopfruhebänke finden sich im deutschen Gebiet Haupt- sächlich an der Brandenburgküste und am Dallmannhafen. Hier bestehen sie aus einem 29 Zentimeter langen und 9 Zentimeter breiten Holz, sind an beiden Enden mit reicher Schnitzerei ver- sehen und ruhen auf einem 15 Zentimeter hohen Fuße. Die Schnitzerei stellt Menschcngesichter dar und läuft an jedem Ende in einen Krokodilkops aus. Die primitivsten Kopfkissen sind den Ein- geborenen einfache Holzscheite, deren sich die Wodsaeingeborenen im Innern der Astrolabebai beim Schlafengehen bedienen oder Palmblattscheiden, die man überall im Kaiser-Wilhelmsland als Kopfunterlage antrifft. ' Die Holzschüsseln, die Man in den Häusern findet, sind oft mit hübscher Schnitzerei versehen und tragen das Bild einer Eidechse, eines fliegenden Hundes oder gewöhnliche Zickzacklinien. Tongeschirre findet man gleichfalls in den meisten Häusern, kolossale Tontöpfe als Sagobekälter in der Nähe des Dallmannhafens. In Wodsa am Elisabethflutz sind die Tontöpfe von sehr dicker Wan- dung und länglicher Form. Von den Bewohnern des Bismarckarchipels sind am besten die Kanälen der Gazellehalbinsel bekannt. Diese leben nicht in Dörfern, fondern in zerstreuten Gehöften. Verschiedene Ver- suche, sie in geschlossenen Dörfern anzusiedeln, sind fast gänzlich gescheitert. Ihrem mißtrauisch-furchtsamen Charakter entspricht mehr die im Waldesdickicht verborgene Wohnung. Um das Land zu erschließen und die Verbindung zwischen den Anfiedlungen der Europäer zu erleichtern, legte das Gouvernement breite Wege an. Aber nur ungern sehen es die Kanaken , daß die neuen Straßen in unmittelbarer Nähe ihrer Hütten vorbeiführen; sie setzen alle Hebel in Bewegung, den Wegebau zu verhindern. Gelingt ihnen dies nicht und sind ihre Gehöfte den Blicken der Vorübergehenden ausgesetzt, so verlassen sie ihren Gunan, uu abseits vom Wege ein neues Heim zu gründen. Zu ihren Wf'-plätzen suchen sie sich hochgelegene kleine Plateaus aus. Den und Einrichtung dieser Häuser schildert Missionar Kleintitschen auf Grund langjährige! Beobachtungen so: Nachdem die Kanaken den Busch ausgeschlagen, bauen sie sich ihre niedrige Hütte inmitten des freien Platzes, der mit Kokos- Palmen und anderen Fruchtbäumen bepflanzt wird. Die jungen Kokosnüsse liefern ihnen später den erfrischenden Srank, auf den sie sonst wegen der spärlichen und weit entlegenen Quellen ver. zichten müssen. Weder hervorstehende Wurzeln noch Unebenheiten des Bodens werden beseitigt. Selbst das Innere der Hütte, die Schlafstätte ist nicht einmal eben. Aber das scheint den Schläfern keine Unbequemlichkeit zu bereiten. Da der innere Hof durch fleißiges Fegen sehr reinlich gehalten und mit bunten Krotonen und anderen Ziersträuchern bepflanzt ist, macht die ganze Anlage einen freundlichen Eindruck. Die Eingeborenen umgeben ihre Ge- Höste mit einer lebenden Hecke oder einem Bambuszaun. Nachts und bei Abwesenheit verrammeln sie den schmalen Eingang mit Stöcken, die sie mittels Lianen aneinanderbinden, ko daß es nicht leicht ist, hineinzudringen ohne Geräusch zu machen und die Aufmerksamkeit zu erregen. Selbst mit einer Art Hausschelle haben sie den Eingang versehen: an dem obersten Ende der hohlen Bambusstäbe sind klappernde Muscheln, leere Flaschen und Petroleumtinen angebracht, die bei der geringsten Bewegung gegen» einanderschlagen. Der Weg führt nicht direkt zum Eingang hin. Bevor man zu ihm gelangt, muß man von außen her um die ganze Umzäunung gehen. Während dieser Zeit beobachtet der Haus- besitzer seinen Gast. Gefällt ihm der Besuch nicht, so verschwindet er im nahen Dickicht und wartet dort, bis sich der ungelegene Be- sucher wieder entfernt hat. In kurzer Entfernung von der einen Hütte läßt sich ein zweiter Buschmann nieder. Zuweilen bauen auch mehrere Fa» Milien ihre Hütten innerhalb der nämlichen Umzäunung ohne Ge» fährdung des häuslichen Friedens durch die weiblichen Familien- Häupter. Selten hört man von Streitigkeiten zwischen Familien, die innerhalb eines Zaunes wohnen. So liegen denn die Gehöfte im Walde zerstreut. Von Dörfern oder Städten kann also keine Rede sein. Trotzdem haben sich an gewissen Stellen die Kanaken zahlreicher niedergelassen, und zwar um die Gehöite der größeren Häuptlinge. Die Leute siedeln sich gerne in ihrer Nähe an, um vor feindlichen Ueberfällen geschützter zu sein und beim ersten Kriegs- ruf unter der Führung des Häuptlings zu kämpfen. Die Hütte des Eingeborenen ist grundverschieden von unseren Wohnungen, weil er an sein Hans ganz andere Anforderungen stellt. Der Kanake wohnt beständig in der frischen Luft, und als freies Naturkind hält er sich am liebsten in der freien Natur auf. In seine Hütte kriecht er nur des Nachts, um zu schlafen. Er stellt mithin an seine Wohnung keine andere Anforderung, als daß sie eine gute Schlafstätte sei. Erfüllt sie diesen Zweck, dann entspricht sie völlig seinen Bedürfnissen; erfüllt sie ihn nicht mehr, dann steckt er sie in Brand oder reißt sie nieder und baut sich eine neue. Da die Eingeborenen sehr empfindlich sind und die gewöhnlich kühlen Nächte nicht vertragen können, bevorzugen sie kleine. niedrige, luftdicht verschlossene Hütten. Diese haben den Vorteil, daß sie nicht viel Arbeit beanspruchen und in einigen Tagen er> richtet werden können; das hat für einen Kanaken viel zu be- deuten, denn er liebt wohl etwas Beschäftigung, sie darf aber niemals in Arbeit ausarten. Die Hütte ist oval gebaut. AuK kurzen Pfosten ruht das dichte Strohdach, so daß man im Innern kaum stehen kann, ohne mit dem Kopf überall anzustoßen. Dia Seitenwände sind aus Bambusstäben gebaut und werden mit KokoS- matten oder Stroh bedeckt. Natürlich gibt es keine Fenster; sie wären ja auch zwecklos. Die einzige Oeffnung ist ein kleiner Eingang, durch den man in die Behausung hineinkriechen muß. Diese wird mit einer doppelten Kokosmatte dicht verschlossen, damit des Nachts kein kühles Lüftchen hineindringen kann. Fortschritt» liche Kanaken bringen es sogar bis zu einer verschließbaren Brettertür. Auf einigen Stäben, die unter dem niedrigen Dach angebracht sind, liegen allerlei Kleinigkeiten, wie Messer, Beile, Spaten, Rudet, Handtrommeln, Fischnetze, Körbe mit Mandeln usw. Zuweilen stehen auch einige Kisten im Hintergrund, in denen Kleider und sonstige Habseligkeiten aufbewahrt werden. Einige Rollen Muschel» geld hängen verborgen in einer dunklen Ecke, damit sie dem Ein» tretenden nicht gleich auffallen. In der Mitte der Hütte ist die Feuerstelle, auf der des Nachts das wärmende Feuerchen unter- halten wird. Rund herum schlafen die Familienmitglieder bunt durcheinander auf der bloßen Erde. Ihr ganzes Nachtlager besteht aus einer Kokosmatte ohne Kopfkissen und ohne Decke. Da die Kanaken möglichst nahe beim Feuer schlafen, kommen sie oft mit demselben in unangenehme Berührung. Es verkohlen ihnen dabei nicht nur die Kleider am Leibe, sondern sie wälzen sich auch manch, mal ins Feuer hinein. Manchmal ist die Hütte mit einer kleinen, ein Meter tiefen Veranda umgeben. Eine Rinne, die ringsum gegraben wird, leitet das Regenwasser ab und schützt das Innere der Wohnung von einer etwaigen Ueberscbwcmm» ng, die infolge des häufigen und starken Regens leicht eintreten könnte und besonders des Nachts sehr ungelegen käme. In dem Gehöft befinden sich auch gewöhnlich einige schmale, hohe Häuschen, in denen auf einem kleinen Boden unter'dem Dach Uamswurzeln aufbewahrt werden, die sich nur in dieser luftigen Lage längere Zeit halten. Die vielen Frucht- unS Kokosbäume geben den nötigen Schatten für die ab. die tagsübev
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26 (02/07/1909) 126
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