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bemerkte, rief fie ihnen, ohne die Zeetasse aus der Hand zu| Gelber aufnehmen follte, und auf ihrem wie auf Sermines und laffen, statt jeden Grußes zu:

" Haben Sie je so ein Unglück gesehen? Zum erstenmal fommt es bei mir vor, daß ein Kind stirbt. Bum erstenmal, so wie ich jetzt Tee trinke. Jetzt sis ich und denke: warum ist es gestorben? Eigene Kinder hab ich nicht, die beiden da find meiner Schwester Kinder. Mein Mann ist Tagelöhner. Ich bin nicht so wie andere, die Kinder haben und selbst in Arbeit gehen. Ich lebe bescheiden, ruhig, wie eine Hausfrau fein soll, habe immer zwei Kinder in Pflege und hüte sie wie meinen Augapfel."

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Warum ist denn das Kind dann doch gestorben?" fragte Gitel lächelnd, denn sie kannte diese Selbstbelobigungen zur Genüge.

Warum es gestorben ist? Sehen Sie sich, das Stehen fällt Ihnen schwer. Und warum ist das andere nicht tot? Sie stellen komische Fragen. Was hab ich von seinem Tod? Meinetwegen fönnte es ruhig leben. Ich nehme ja doch an feiner Stelle ein anderes, was ist da fürn Unterschied?"

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( Fortsetzung folgt.)]

( Nachdruck verboten.)

fabrende Leute.

Bon Anna Reichert.

Aeh" Alfred Eisebein stampfte ärgerlich mit dem Fuße auf. Du bist ja ein Satanskert. Da braucht also bloß was zu pajfieren und weil ich Dir Sonntag in der Betrunkenheit gesagt habe, daß ich die Hermine aus einem besonderen Grunde gern mal wieder in meinem Wagen schlafen lassen möchte, drehst Du mir dann einen Strick. Kannst Dir ja denken, was ich will. Hermine ist ein hübsches Mädel."

Na, na, laß gut sein. Dafür braucht's den Gepäckwagen nicht. Wo läßt Du denn die Auguste?"

Ach was weiß ich laß sich der Teufel mit Dir ein." Alfred Eisebein wandte sich ab.

Sei vernünftig. Entweder Du tust nichts gut, Dein Schade. Dder Du tuft was und dann weiß ich genug, um Dir den Profit zu verfalzen. Du hast vorigen Sonntag eine ganze Menge aus­geplaudert; das kann ich alles beeiden. Also sagen wir: wenn das Geschäft Eisebein statt an die Hermine an Dich fällt kriege ich fünfhundert Mart."

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Was Du red'st. Wenn's Hermine nicht kriegt, behält's eben die Alte. Mach doch ein Ende mit Deinen Alfanzereien. Ich weiß so gut wie Du, daß fie's schon längst gern verpachtet hätte, wenn's ihr nur das Testament gestattet hätte. Sie hat ihr Schäfchen im Trocknen und will sich jetzt zur Ruhe setzen und die feine Dame spielen. Sie hat mir's heut erst wieder erzählt, will nach Berlin und sich eine blinde Sängerin halten."

Was geht's mich an," murmelte Eisebein. Lippschüß zuckte ärgerlich die Achseln. Na, dann spiel also weiter den Dummen. Und binde Dir die Hände."

wenn

Wer sagt mir denn, daß Du mich nicht immer weiter schröpfft,

"

Ich kann Dir's ja schriftlich geben, daß ich Mitschuld habe. Dann bring' ich ebenso mich an den Galgen wie Dich, wenn ich plaudere.

Alfred Eisebein dachte nach.

" Herrje, bist Du schwerfällig," schrie Lippschütz nervös. Her mit Papier . So, ich schreibe: Wenn das Konzertgeschäft Eisebein an mich fällt, so zahl ich an Herrn Ferdinand Lippschüß achthundert Mark bar. Das ist ber eine Bettel, den Du unterschreibst und den ich triege. Dafür Warum denn? Was soll denn das? fragte Fridchen Lippschütz,

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Fridchens Stuhl lagen die kleinen Taschentücher, die die Sängerinnen beim Sigen über den Schoß breiteten, um das Kostüm durch die Meter tiefer als die winzige Bühne lagen die Garderoben, aufliegenden Hände nicht zu beschmutzen. Seitwärts, einen halben zwei Winkel, in deren jedem ein Stuhl zur Aufnahme von Spiegel, Schminkkästen, Mänteln und etwaigen Stequisiten stand. Außen von diesen Garderoben drängte sich Jung und Alt, um durch die Löcher der Zeltleinwand zu sehen, wie Hermine sich noch ein­mal das Geficht überpuderte und mit dem Kohleftist über die blonden Augenbrauen strich, wie Fridchen die vorwißige graue Haarsträhne unter die schwarze Lockenperücke zurückschob und wie Anton Seiffert sich die Nase rot schminkte und den falschen Schmer­bauch unter die gelbe Weste schob.

Frau Eisebein tämpfte aufgeregt mit der Wirtstochter um das Abendbrot. Sie erklärte es für notwendig und ihr gutes Recht, daß sie sich stärkten, ehe sie auftraten. Die Wirtstochter behauptete, daß die Vorräte aus dem Gasthaus noch nicht eingetroffen feien.

Vater Eisebein suchte zu vermitteln. Singt doch schon einen Chor als Anfang. Das spricht sich dann rum und die Leute kommen. Es ist doch auch unser Profit, wenn das Zelt bald voll ist; wir haben doch heute nur Raffiergeschäft."

Frau Eisebein ließ sich endlich erweichen. Damencor 1" fom­mandierte sie. Frau Eisebein, Fridchen, Hermine, Liese und Cäcilie stellten sich in eine Reihe ganz vorn an der Bühne. Emil öffnete das Klavier.

Nummer 22."

Emil haute in die Tasten und die Damen schmetterten Ios. Water Eisenbein hatte gut geraten. Beim dritten Vers strömte es in Scharen in das gelt. Die meisten setzten sich auch schon und bestellten Bier. Einige Sparsame freilich blieben im Gange stehen, um, sprangen, fluchtartig zum Ausgang zu streben. sobald Hermine und Liese mit den Tellern von der Bühne herab­

bringen zu lassen", mahnte Frau Eisebein leise ihren Mann. Aber, " Daß Du nicht vergipt, mir von Zeit zu Zeit ein Glas Bier daß der Kellner nicht sagt, daß es von Dir ist. Du weißt, es ist nicht wegen Trinken, es ist von wegen der Reputation. Hermine soll sich nicht zuviel auf ihre Trattemente einbilden."

fonnte sich am Büfett eine fünf Zentimeter dicke Schnitte Brot und Die Vorräte trafen ein. Jedes Mitglied der Truppe Eisebein eine ganze Blutwurst holen. Vater Eisebein und die Komiter zogen sich mit ihrem Part in eine der Garderoben zurück; die weiblichen Mitglieder mußten auf Frau Eisebeins Befehl ihr Essen auf der Bühne berzehren das Brot in der einen, die Wurst in der andern Hand, damit sich das Publikum beim Anblick der leeren Bühne nicht wieder verlief.

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Hermine entdeckte den blonden Provisor am Zelteingang. Sie lächelte ihm zu und winkte ihn eifrig heran. Da," sagte fie, Liefe großmütig ihren Brot- und Wurstreft in die Hand drückend und stand auf. Schönster Dstar, ich will was Warmes zu essen haben." Er nidte, reichte ihr die Hand beim Abspringen von der Bühne und setzte sich mit ihr an einen der roh zusammen­gezimmerten Tische.

" Das ist ein feiner Mann," sagte Frau Eifebein, neidisch hinübersehend. Der hat voriges Jahr der Hermine zwanzig Mark gefchenti."

Cäcilies Gesicht zog sich schmerzhaft zusammen. Da," sagte fie und gab nun auch ihre Reste an Liefe.

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Bilde Dir man nicht ein, daß Du auch Essen spendiert triegit," meinte Frau Eisebein. Da muß man ein and'res Gesicht machen als Du immer machst." Cäcilie starrte mit weiter, traurigen Augen ins Leere.

"

"

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Du bist selbst schuld. Warum gibst Du Dir nicht wenigstens Mühe, so den rechten Schick und Bli zu kriegen? Liese tann's ja schon besser wie Du. Aber wenn Du nicht rumgehen willst, ein­fammeln und Dich ans Publikum ranmachen, und ein bißchen zu Scharwenzeln und nett zu tun und beliebt zu machen winkte ihn näher. Water, nicht wahr, ich brauche nicht einsammeln Cäcilie stand hastig auf. Sie hatte ihren Vater entdeckt und gehn?" die unhörbar über den Rasen herzugekommen war. Nein, nein," " Teufel Sakrament," schrie Lippschütz zurüdfahrend, 3orn- wieber. immer auf der funkelnden Auges. Alfred Eisebein stieß einen schrecklichen Fluch aus. " Ich bitte um Entschuldigung, ich wollte die Herren nicht er- Couplet. Ihr von dem furzen, wüst geträufelten Haar umwalltes Liefe sang mit faftiger, ausgiebiger Stimme ein nedisches schrecken." sagte Fridchen demütig. Ich sollte nur Fräulein Hermine Bofaunenengelgesicht fah toternst dabei aus und ihre Arme weiteten sich holen; wir fangen an. Und da hörte ich die Wette. Die acht bei jeder zweiten Beile in einer langsamen, pastoralen Bewegung hundert Mark wirst Du aber wohl nie kriegen, Ferdinand. Fräulein wie segnend auseinander. Hermine ist Gott sei Dant so gesund. Und freiwillig gibt sie das Geschäft nicht her."

" Halt den Schnabel!" brüllte Lippschütz und holte mit der Fauft " Halt den Schnabel!" brüllte Lippschütz und holte mit der Fauft zum Schlage aus. Fridchen wich entfeßt aus und flüchtete in den Wagen.

" Reine Angst", fagte Lippschütz zu dem finster dastehenden Gise­Bein. Die tut uns nichts. Die tut und läßt, was ich will. Ist ja ihr eigener Nutzen. Na, gehen wir ins Helle und machen die Geschichte perfekt?"

Das Belt war noch fast leer, als Friedchen und Hermine ein traten. Cäcilie und Liese faßen in ihrem Flitterstaat bereits als Locmittel auf der Bühne. Unter Frau Eisebeins Stuhl stand die große eiserne Kassette, die die gesammelten

sagte er erschroden, das will ich nicht. Bleib Bühne, hörst Du?" Beruhigt fette fie fich

Die Vorträge der Sängerinnen und Komiker jagten fich. All mählich wurde die Stimmung im Belt animiert. Die Tische füllten sich. Hermines schlimm gewürzte Couplets und drastische Bewegungen entfesselten fohlende Beifallsstürme. Der Platz zu ihren Füßen

wurde nie leer von Biergläsern und Kaffeetabletts. Was willst Du haben?" fragte der Provisor, der mit anderen jungen Herren den Honoratiorentisch dicht vor der Bühne bildete. Bier hast Du nun genug, Hermine."

" Du fannst mir Schokolade kaufen und einen Liför. Und hör der fleinen Schwarzen, die jetzt einkassieren geht, spendierst Du einen Kaffee. Mit Kuchen."

Wie Du wünschest. Berdient hat sie ihn zwar nicht; fie zirpt