fijo!)!*?aHke 5t uiib zog ias Federbett von 5em Kopf des Schlafenden weg. Eine fremde Stimme fing an zu schimpfen. »Ist das denn nicht Lasse?" sagte Pelle; die Knie schlotterten unter ihm. „Lasse—?" rief der neue Kuhhirte aus und richtete sich ouf.„Sagtest Du Lasse? Kommst Du. um das Gotteskind noch abzuholen. Du Teufel? Sie sind schon aus der Hölle hier gewesen und haben ihn mitgenommen, bei lebendigem Leibe haben sie ihn dahingeführt. er war zu gut für diese Welt, weißt Tu. Der aste Satan war selbst hier und hat ihm Frauenzimmermaß genommen; ja. da mußt Du ihn denn woll aufsuchen. Geh man immer geradeaus, bis Du zu des Teufels Urgroßmutter kommst, nachher brauchst Du Dich denn bloß bis zu dem Zottigen weiter zu fragen." Pelle stand eine Weile in dem unteren Hof und überlegte. Also durchgebrannt war Vater Lasse!— Und wollte sich der- heiraten, oder war er am Ende schon verheiratet. Und mit Karma, das konnte er verstehen! Er stand kerzengerade da und versank in Traulichkeit; der große Hof lag im Mondlicht getaucht da— in tiefem Schlummer; und rings umher spannen die Erinnerungen alles liebkosend in Schlaf— mit diesem gemütlichen Schnurren aus seiner Kindheit, wenn die kleinen Katzen auf seinem Kopfkissen schliefen, und er die Wange gegen den weichen, zitternden Körper legte. Pelles Sinne hatten tiefe Wurzeln. Einmal bei Oheim Kalles hatte er sich in die große Zwillingswiege gelegt und sich von den anderen Kindern wiegen lassen, er war damals wohl neun Jahre alt. Als sie ihn eine Weile gewiegt hatten, Gewann die Situation Macht über ihn; er sah eine räucherige Balkendecke, die nicht zu Kalles Haus gehörte, hoch über seinem Kopf schlingern und hatte das Gefühl, daß eine ein- gemummelte ältere Frau wie ein Schatten hinter dem Kopfende saß und die Wiege trat. Die Wiege humpelte mit argen Stößen, und jedesmal, wenn der Fuß von den Kufen glitt. schlug er mit dem Geräusch eines gesprungenen Holzschuhes auf den Fußboden auf. Pelle sprang auf,„sie humpelte ja," sagte er verwirrt.—„So? Das hast Du gewiß geträumt." Kalle sah lachend unter die Kufen.„Humpelt," sagte Lasse. „Das sollte doch erst recht was für Dich sein! Damals, als Tu klein warst, konntest Du nicht schlafen, wenn die Wiege nicht humpelte, wir mußten die Kufen ganz viereckig machen. Sie war beinah nicht zu treten, Bengta trat manch schönen Holz- schuh kaput, um Dir und Deiner Laune zu Willen zu sein." Der Hos hier war auch wie eine große Wiege, die in dem unsicheren Mondlicht ging und ging, und als Pelle sich erst ganz dahineingegeben hatte, wollte alles das. was aus den Kindheitsjahren dort aufstieg, kein Ende mehr nehmen. Das ganze Dasein mußte vorbei und über seinem Kopf hinwackeln wie damals und die Erde mußte sich überall, wo nur ein dunkler Fleck war. zu Abgründen auftun. Und das Weinen sickerte heraus— schicksalsschwanger— und übergoß das Ganze, so daß Kongsdrup wie ein begossener Pudel von dannen schlicht und die anderen sich zu Mus und Grus prügelten. Und Lasse— ja, wo war Vater Lasse? Pelle stand mit einern Sprung in der Braustube und klopfte an die Tür zu der Mägdekammer. JBist Tu es. Anders?" flüsterte eine Stimme von drinnen, und dann tat sich die Tür auf und ein paar Arme umfaßten ihn warm und zogen ihn hinein. Pelle stieß um sich, seine Händ� sanken in einen nackten Busen, es war ja wohl die blonde Marie! „Ist Karna noch hier?" fragte er.„Kann ich nicht mal mit Karna sprechen?" Sie freuten sich, ihn wieder zu sehen, die blonde Marie faßte ihn ganz warm um die Wangen, es war kurz davor, daß sie ihn auch küßte. Karna konnte sich gar nicht von ihrer Ueberralchung erholen, solche städtische Haltung, wie er ge- kriegt hatte.„Und jetzt bist Du also Schuster in der größten Werkstatt der Stadt-- ja, wir haben es gehört. Schlachter Jensen hat es auf dem Markt zu wissen gekriegt. Und groß bist Tu geworden und stadtfein I Tu hältst Dich gut! Karna aoa sich an. lLortsetzung folgt.7 fliegenäe filcbe. Von C. Lchenkling. Ave älteren Sckriftstellcr, die sich mit den Naturwissenschaften defaßten, wie alle Reisende der neueren und neuesten Zeit, die das viittetmeer durchkreuzten, wissen von Fischen zu erzählen, die fich plötzlich aui ihrem©lernen' erheben, hundert und mehr Meter über den Wasserspiegel dahinschieden, um dann in der Flut wieder zu verschwinden. Es sind Daclylopterus-Arten, Flughähne, die sich zu» folge ihrer wie ein Fallschirm wirkender Brustflossen eine Zeitlang schwebend zu erhallen vermögen. Dieselbe Kunst ist noch einer anderen Fischgattung eigen, den Exocoews-Arten, Hochflugfischen. Bewohnern der tropischen und subtropischen Meere, die ihrer Achn» lichkeir halber von den Seeleuten„fliegende Heringe" genannt werden. Auch für sie kann als Haupicharakteristlk angeführt werden: außerordentliche Entwickelung der Flossen, insbesondere der zugespitzten Brustflossen, deren Länge etwa% und deren Breite ungefähr Vg der Gesamtlänge des Körpers ausmacht, und die sich auf einem sehr starken, unter dicken Muskeln ruhenden Knochen- ring freier als bei anderen Fischen bewegen. Ohne Rücksicht auf Luft- und Wasserströmung schießen die Fische pfeilschnell aus der Flut heraus und zwar immer unter einem kleinen Neigungswinkel. In parabelähnlichem Fluge legen sie in einer Höhe von einem bis zu vier Meter eine Strecke von 200—300 Meter zurück. Sobald sie fich über dem Wasserspiegel erheben, spreizen sie die flügelartigen Brustflosien zum Fluge, wobei in nächster Nähe ein deutliches, raschelndes Flattern hörbar ist. Nach einzelnen Be» obachtern find die fliegenden Fische sogar imstande, während deS Fluges die Richtung ihrer Bahn zu ändern, Kurven zu beschreiben und ihren Kurs den Bewegungen des Wasierspiegels, also den Wellenbergen und Wellentälern, anzupassen. Seitlich einwirkenden Winde» vermögen die Fische gegen das Ende der Flugbahn hin nicht mehr zu widerstehen, werden vielmehr durch diese aus der ein» geschlagenen Richtung verdrängt und zuletzt von der Windströmung getrieben, auch senkt sich die hintere Körperhälfte allmählich abwärt». so daß.idie Längsachse des Körpers mit der Fluglinie einen immer größer werdenden Winkel bildet. Die Frage, ob die Flugbewegung altiv oder passiv ist, mit anderen Worten, ob die Brustflosien während der Dauer des Fluge» ausgespannt in der Ruhe verharren, also einem' Fallschirm gleichen, oder ob die fliegenden Fische gleich anderen Fliegern Flügelschläge damit ausführen, ist vielfach erörtert und umstritten worden. Alle Autoren stimmen darin überein, daß die Flugfische blitzschnell au» dem Waper aufschießen und daß sie diese große Geschwindigkeit be» reits im Wasser durch kräftige Wrickbewegungeu des Schwanzes er» reichen. Beim Erheben über den Wasserspiegel werden die bis dahin dem Körper dicht anliegenden Brust- und Bauchflossen gespreizt und der Flug beginnt. Alexander». Humboldt, der übrigens als erster auf die an» sehnlich« Größe der Schwinnnblas« dieser Fische aufmerksam machte, versichert, daß man trotz der ausnehmend raschen Bewegung während deS Fluges deutsich wahrnehmen könne. wie die Fische ihre Brustflossen abwechselnd ausdehnen und zusammenziehen..Auch der Kapitän_ de Frsminville spricht die Ueberzeugung aus, daß die Fiiche bei der Länge ihrer Flugbahnen aktiv und„bian veellement" fliegen mußten und keines« weg» so große Strecken zurückzulegen vermöchten, falls sie ihre Flossen lediglich als Fallsrbirine gebrauchen würden. Dem entgegen meinte Benne, daß die Hochflugfische nur beim Erheben unter vernehm» barem Rascheln Brust- und Bauckflossen spreizen und daß während des Fluge« nur eine zitternde Bewegung, nicht aber ein Ausbreiten und Zusammenlegen der Flossen wahrnehmbar sei. Roch diesem Forscher ist die Bewegung der Fiiche außerhalb des Wasser» kein Fliegen, sondern ein Springen. Die bereits erwähnte Aendemng der Fluglinie wird nach ihm dadurch verursacht, daß die Fische schnell auf» einander folgende kleine Sprünge von etwa Meterlänge ausführen und nach dem jedesmaligen Einfallen die Nichtimg entsprechend ändern. Dieser Anschauung, namentlich in ihrem letzten Teil, wider» spricht Agassiz , nach dem die veränderte Flugrichtung wie die Höhe de» Fluges nicht durch Bewegungen der Brustflosien, sondern infolge Beeinflussung der gesamten Oberfläche des Körpers durch Muskeln bewirkt wird. Das Beschreiben von Kurven in der Flugbahn werde den Hochflugfischen ermöglicht durch den eigenartigen Bau der Schwanzflosse, insbesondere durch die Ungleichbeit ihrer Lappen. Durch die größere Länge des unteren Lappens werden die Wrick« bewegungen, die den Fischkörper über die Oberfläche des Waper» und durch die Luft schleudern, erleichtert und die Ausdehnung der Brustflossen demgegenüber während des DahineilenS in dem dünnere» Mittel nur zur Stütze. Möbius endlich hält nicht(wie die meisten Autoren) die Bewegung der Flugflossen für aktive MilSkeltätigkeit, sondern erklärt sie passiver Natur und durch den entgegenwirkenden, relativen Wind veranlaßt; seine Annohme sucht er durch Hinweis auf das ungünstige Gcwichtsverhältnis der Brust» muskeln zum Gewicht de» Gesamtkörpers zu begründen. Man weiß, wie ökonomisch die Natur im Bau des Vogels vor» gegangen ist, un, ihm„die Poesie der Bewegung", wie Pettigrem so schön sagt, zu verleihen, wie sie gespart hat am Rumpfe unk» hauptsächlich am Kopse, und wie sie namentlich die Brustmuslnlatur ausbildete, damit ein den Flug ermöglichende» günstige» Verhältni» zustande lam. Während dieses hier 1: 6,22. beträgt, ist eS bei den fliegenden Fischen 1: 32.4. Selbst der beste Flieger unter den Vögeln würde sich durch Flügelschläge nicht zu erheben vermögen, wenn er wie die Flugfische belastet wäre, also das Fünfsache seines Körper» gewichtS tragen müßte. Könnten die in Rede stehenden Fische wirk» lich die reißend schnellen Flügelschläge ausführen, so müßten sie in der Reihe der Flngtiere auf einer ziemlich hohen Stufe stehen. Ferner ist durch Mareys Beobachtungen bekannt, daß sich beim Vogel die Zahl der Flügelschläge mit der Fluggeschwindigkeit auf-
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28 (08/06/1911) 108
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