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Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig .
Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen des In- und Auslandes an.
Für Leipzig nehmen Bestellungen an:
A. Bebel, Petersstraße 18,
F. Thiele, Emilienstraße 2.
Sonnabend, ven 30. Ceptember
Der Volfsstaat
Erscheint wöchentlich 2 mal
Abonnementspreis: Für Preußen incl. Stempelsteuer 16 Ngr., für die übrigen deutschen Staaten 12 gr. per Quartal. Filialerpedition für die Bereinigten Staaten:
Organ der sozial- demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschaften.
Abonnements- Einladung.
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forderte, sollten gleichfalls im ,, Weg Rechtens" erfolgen, gleichfalls ,, Rechts geſetze" sein. Was scheert uns das Datum? 1850 Wir bitten alle Leser und Parteigenossen, sich zum neuen oder 1871? Und wir haben ja dem Biedermann zugegeben, Quartal, welches mit dem 1. Oktober beginnt, für die weitere daß er die 1850er Polizeigefege Verzeihung Rechts geVerbreitung des ,, Volksstaat" zu bemühen. Das Abonne- feße" richtiger beurtheilt habe als Braß, indem es unmöglich ment erneuere man jetzt schon, um die unangenehmen Verzöge- sei, dieselben ,, präventiver" Verzeihung ,, repressiver" zu rungen, die sonst beim Quartalwechsel eintreten, zu vermeiden. machen.
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Das Postabonnement ist, mit Ausnahme der Orte, wo Filial- Der Biedermann standalisirt sich darüber, daß der Volksstaat" expeditionen bestehen, das beste, und liefert jede Postanstalt gegen erflärt, ein Preß gesetz und Preßfreiheit sei ein innerer ein Bestellgeld von 21, Gr. pro Quartal den ,, Volksstaat" Widerspruch. Hat der Biedermann nie gehört, daß es in frei ins Haus. Kreuzbandsendungen sind also überflüssig, da England, der Schweiz , Amerika 2c., kurz, in den einzigen Ländern, diese bedeutend theuerer. Der Abonnementspreis beträgt, wie wo Breßfreiheit existirt, kein Preß gefese giebt, weil dort bekannt, 12 Gr.; für Preußen incl. Stempelsteuer 16 Gr.. die Presse unter dem allgemeinen Gesetz steht, das zur Verhütung sogenannter ,, Ausschreitungen" genügt? Hat der Biedermann, dem allerdings die Erinnerung an die Vergangenheit unangenehm sein muß, denn etwa vergessen, daß seine Partei und, wenn wir nicht irren, er selber in den guten Zeiten des Liberalismus sich nachdrücklich gegen Ausnahms gefete jeder Art Jausgesprochen haben? Und ist ein Preßgesetz nicht ein Ausnahmsgesetz?
Die Expedition des Volksstaat.
Herr Prof. Biedermann!
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Sie haben sich auf meine Erklärung in der,.Deutschen Allgemeinen Beitung" vom 25. b. M. in einer Weise herauszureden gesucht, die mich zu einer Charakteristik Ihres Verfahrens nöthigen würde, wenn Ihnen nicht bereits in Nr. 78 des Volksstaat" die gebührende Abfertigung zu Theil geworden wäre. Auf eine Bemerkung von Ihnen muß ich aber noch antworten. Sie sagen: ,, schwerlich würde ihm( d. h. Bebel) auch während seiner Haft eine journalistische Abwehr dessen, was er als Beleidigung" oder„ Berleumbung" betrachtet, versagt gewesen sein."
Unzweifelhaft verleitet Sie zu diesem Ausspruch die Erinnerung, daß Sie in den letzten Wochen meiner Haft auf die unausgesetzten Angriffe gegen meine verhafteten Freunde und mich ein Schreiben von mir erhalten haben, worin ich Ihnen auseinanderseßte, daß kein Mann von Ehre sich dazu verstehn würde, durch die Haft mundtodt gemachte Gegner überhaupt anzugreifen, geschweige in so gemeiner Art, wie Sie es thaten. Wir hätten uns auch damals vielleicht herbeigelassen, den Kampf mit Ihnen in der Presse aufzunehmen, aber von Seiten des Herrn Untersuchungsrichters wurde uns bemerkbar gemacht, baß einer Zuschrift an Ihr Blatt voraussichtlich eine Antwort von Ihnen folgen und so ein Schriftwechsel entstehen würde, der unter be wanbten Umständen allerlei Unzuträglichkeiten mit sich führen müßte. Sie begreifen, Herr Professor, was ein solcher Wink unter solchen Umständen bedeutet. Wir unterließen jede Entgegnung.
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das waren
Doch gesetzt den Fall, die Polemik mit Ihnen wäre von uns aus dem Gefängniß heraus geführt worden, was wäre unzweifelhaft die Folge gewesen? Sie und Ihre Parteipreffe würden die Denunziantennatur in diesem Fall nicht unterdrückt, sondern im Gegentheil sie nur noch nach einer anderen Richtung hin bethätigt haben, Sie würden aus einer solchen Freiheit, welche der Richter uns gestattet hätte, nur den Schluß gezogen haben, daß für schwere Verbrecher" wie wir und find wir ja in Ihren und Ihrer Freunde Augen die Behand lung eine viel zu milde sei, und Sie würden es sich nicht haben vers fagen können, zu denunziren, daß die sächsischen Richter grade so auf der Seite der Sozialdemokratie ständen, wie Sie dies von der sächsischen Regierung fürzlich zu behaupten albern genug waren. Was die leptere Behaup tung betrifft, so werde ich hoffentlich Gelegenheit haben, mit Ihnen im Bebel und Reichstag noch ein Wörtchen darüber zu reden. Ich werde durch Thatsachen beweisen, daß seit der schwärzesten Reaktionsperiode zu
Der Biedermann huldigt der sonderbaren Schwärmerei, wir könnten es nicht ertragen, daß uns der Biedermann seines Herzens Meinung offen heraussage." Fehlgeschossen. Wir amuſiren uns blos, daß der Biedermann so sehr verschieden artige Herzensmeinungen" heraussagt", und wünschen nur herauszubekommen, welches denn eigentlich die wahre ,, HerzensMeinung" des Biedermann? Doch hiervon mehr in Nr. II. Der Biedermann findet es kurios, daß die Sozialdemokratie die bestehenden Gesetze" benutzt. Sie soll sich wohl selbst vogelfrei erklären? Der Biedermann beklagt sich, daß wir
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Ein Biedermann. Durch unsere so betitelte Charakterstudie Nr. I. in Nr. 75 des ,, Volksstaat", die ihm nicht schmeichelhaft erscheinen mochte, hat Professor Biedermann sich in Nr. 217 seiner ,, Deutschen Allgemeinen Zeitung" zu einer Antwort fortreißen lassen, die wir zur Vervollständigung des Porträts hiermit unverkürzt mittheilen. Sie lautet: ,, Leipzig , 16. Sept. Der Volksstaat" thut uns, beziehungsweise dem Redakteur dieses Blattes persönlich, die Ehre(?) an, eine Reihe von Artikeln( darauf weist wenigstens die I über dem ersten derselben in der heutigen Nummer hin) über ihn und uns zu eröffnen. Was darin geschrieben stehe, wußten wir natürlich im voraus, sobald wir nur die Ueberschrift: ,, Ein Biedermann" gesehen. Für uns und über uns sagt der Boltsstaat" nichts Neues, wenn er uns der Denunziation, der Reaktion und aller sonstigen Schlechtigkeiten beschuldigt. Aber zu seiner eigenen und seiner Partei Charakterifirung liefert dieser Artikel feinen ganz unwichtigen Beitrag. Liebknecht ihn ,, mit zwei Injurientlagen bedacht". Nun, Anfang der fünfziger Jahre keine Partei jo viel Maßrege Wir ersehen daraus( nicht zum ersten mal zwar, aber aufs neue), das geschah, als wir in Haft waren, und der Biedermann Iungen erlitten hat, als die unsere in neuester Zeit, und daß daß diese Partei einen Unterschied zwischen repressiven und diese Gelegenheit benutzte, durch sein Blatt die niederträch speziell die fächsische Regierung und die fächsischen Behörden, präventiven, zwischen Rechts- und Polizeigesetzen nicht kennt tigsten Berleumdungen über uns zu verbreiten, Ber- und insbesondere die liberalen" städtischen Beamten hierin oder nicht kennen will, daß ihr die Verfolgung einer Person leumdungen, deren einziger Zweck sein konnte, die Richter das Aeußerste geleistet. Richten Sie sich, Herr Professor, nur immer auf eine Widerlegung ein! nach dem klaren Buchstaben des Strafgefeßes für gerade so und Geschwornen zu unsern Ungunsten zu beein= Noch ein Wort habe ich Ihnen zu entgegnen: unrecht und verwerflich gilt wie die polizeiliche Ausweisung flussen. Der Biedermann begreift natürlich nicht die Ehreiner andern oder das polizeiliche Verbot von Versammlungen. Tosigkeit einer solchen Handlungsweise, allein, da er sich so Stelle, um zu beweisen, wie die konservative Bartei der Sozialdemokratie Neu, wie gesagt, ist uns das nicht. Hat doch unlängst auch gerne mit seiner Kenntniß englischer Verhältnisse brüstet, wollen Borschub geleistet, folgendes: Herr Bebel hat sich( auf einer Reise im Erzgebirge ) öffentlich dessen der Boltsstaat" geäußert: ein Preß gesetz und Preßfrei wir ihm doch ins Gedächtniß rufen, daß es in England nach berühmt, daß der( feitdem verstorbene) Geheimrath von Friesen auf heit sei ein innerer Widerspruch. Freiheit ist ihm blos da herrschendem Gebrauch für infam gilt, wenn bei obschweben- Rötha , Präsident der ersten Kammer, ihn in Leipzig besucht habe." verhanden, wo jeder absolut thun darf, was ihm beliebt. den Prozessen, namentlich Kriminalprozessen, ein Blatt die Jeder? Nein! Wehe dem, der sich die Freiheit nehmen will, öffentliche Meinung gegen die Angeklagten, und handelte es sich auch frei zu sein und über die unfehlbaren Päbste der Sozial- um die gemeinsten Berbrechen, aufzuheben sucht. Und hier demokratie feines Herzens Meinung offen herauszusagen! Er eine Frage an den Biedermann: Durch seine Denunziationswird nicht etwa blos in den Blättern dieser Partei auf das Artikel wollte er wohl unsere Präventiv- Verzeihung gröblichste behandelt( bas ist ihr Recht und ihre Natur, wider Repreſſiv- Haft, nein doch Präventiv- Haft verkürzen? Erliches Instrument in den Händen der preußischen Regierung, den Norddie sie nicht können), sondern und das ist allerdings furios haßt ja die Präventiv- Maßregeln so!
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In der oben angezogenen Nummer sagen Sie an einer andern
Leute Ihres Schlages finden dies natürlich bedenklich. Ich will Ihnen das Geheimniß meiner Begegnung mit Herrn von Friesen im Bertrauen mittheilen:
Im Winter 1867 wurde ich, wie Sie sich, Herr Professor, erinnern werden, in den konstituirenden norddeutschen Reichstag gewählt. In jener Session sprach ich gegen die in Berathung vorliegende Nordbundsverfassung. Ich brandmarkte sie als ein reaktionäres volksfeindbund bezeichnete ich als eine große Kaserne. er wird von den Betheiligten auf Grund der bestehenden Wir kommen nun zu dem Histörchen von den 30 Injurien- Wenige Monate nachher und zwar im Mai kam eines Tages Strafgeseze(!) vor Gericht verklagt. Also für sich die Gesetz- Prozessen, die einer der sauberen" Sozialdemokraten ange- Herr v. Friesen, den ich bis dahin nur dem Namen nach gekannt, in mein Arbeitslokal, frug, ob ich der ,, Reichstagsabgeordnete" Bebel losigkeit, gegen andere das Gesetz: Uns selbst haben die Her- strengt haben soll. Unsere Leser wissen bereits, wie der„ sau sei und, als ich dies bejaht, erklärte er, meine Rede habe ihm sehr gut Her- strengt ren Bebel und Liebknecht mit zwei Injurientlagen bedacht, bere" Biedermann mit seiner sauberen" Biedermanniade aufs gefallen und sagte mir noch einiges andere für die norddeutschen Zuwährend sie in ihrer Presse und in ihren Versammlungen uns, Eis gerathen ist. Wir haben heute noch Einiges beizufügen. hände und die leitende Regierung wenig Schmeichelhafte. Nach zehnden Redakteur dieses Blattes, und wen sonst noch alles, fast Als Biedermann in der bekannten Notiz( S. vor. Nr.) Bebel minütiger Unterhaltung empfahl sich Herr von Friesen und ich habe seit jener Zeit von ihm nichts mehr gesehen noch gehört, ausgenommen Tag um Tag auf das allerärgste beleidigen und verleumden, genannt hatte, schrieb dieser an die D. A. 3.": so daß der Stoff zu Klagen gegen sie nie ausginge, wenn ichen Allgemeinen Zeitung mich als denjenigen bezeichne, welcher laut belieben, ist mir nie eingefallen, wohl aber habe ich keinen Anstand Soeben wird mir mitgetheilt, daß bie heutige Nummer der Deut- bas, was zeitweilig die sächsischen Zeitungen über ihn berichteten. Mich dieser Begegnung zu ,, berühmen", wie Sie sich auszudrücken man sie mit den Waffen bekämpfen wollte, welche sie wider einer Notiz in der Nummer vom 17. b. M. ,, sich unlängst öffentlich genommen, sie mehrfach im Kreise meiner Gesinuungsgenossen privatim ihre Gegner anwenden. Einer dieser saubern Herren hat sich gerühmt: er verfolge jede ihm in der Preſſe widerfahrene Beleidigung zu erzählen, und ich denke dies, so wie der Umstand, daß Sie dieselbe unlängst öffentlich gerühmt: er verfolge jede ihm in der Presse auf gerichtlichem Wege und habe bereits wohl 30 Injurienprozesse an- erfahren haben, wäre wohl der beste Beweis für ihre Harmlosigkeit. widerfahrende Beleidigung auf gerichtlichem Wege und habe ganzen Umfange nach als eine unwahrheit bezeichnen. Ich habe bis famer Konspiration gegen Ihre Partei. Ich laffe Ihnen das Vergestrengt". Ich muß diese mir in den Mund gelegte Aeußerung ihrem Sie fleinlich nörgelnder Geist erblicken darin einen Att gemeinbereits wohl 30 Injurienprozesse angestrengt. Man sieht, zum Schlusse des vorigen Jahres trop der vielen Verleumdungen und gnügen, dies zu glauben. Wir wissen, daß Ihre Partei und die diese falschen Freiheitsapostel spielen mit den Begriffen von Beleidigungen, welche von seiten der Presse infolge meiner öffent- fonservative sich hundert Mal um den Hals fallen und ein Freiheit und Gesetz wie Gaukler mit den Kugeln, die sie bald lichen Wirksamkeit seit Jahren gegen mich geschleudert worden sind, Herz und eine Seele sind, wenn es der Sozialdemokratie an nie ein Blatt verklagt, und würde auch die jetzt schwebenden fünf In- den Kragen gehen soll. Jeder Tag bringt hierfür Beweise. erscheinen, bald verschwinden lassen. Will das Gefeß ihnen zu furienprozesse nicht angestrengt haben, wenn es sich hier nicht um BeLeipzig, den 27. Sept. 1781. A. Bebel. Leibe, weil sie es verlegt haben, so ist das Gesetz willkührlich leidigungen handelte, welche während meiner breimonatlichen Untersu Für heute verabschieden wir uns von dem Biedermann. und despotisch; thut aber ein anderer gegen sie etwas, flugs chungshaft gegen mich begangen wurden, d. h. zu einer Zeit und unwird dasselbe Gesetz zum Schuß angerufen! Bedient sich ein ter Umständen, wo mir jedes andere Mittel der Vertheidigung abgeschnit- Halt. Noch Eins! Im Schlußsatz seines Nothschreis ruft er anderer der Freiheit, ihnen die Wahrheit zu sagen, so wird er Nummer Ihres Blattes. ten war. Ich ersuche Sie um Aufnahme dieser Erklärung in die nächste uns mit Bezug auf unsern Artikel in Nr. 75 zu: Schimpft, verleumdet, lügt und lästert immer frisch zu!" Es freut wie ein Verbrecher von ihnen behandelt; ihnen aber soll freiuns, einmal mit dem Biedermann übereinstimmen zu können: stehen, nicht blos die Wahrheit( was jeder Verständige sich gern gefallen lassen wird), sondern die baare Unwahrheit, die iener Artikel in Nr. 75 enthält ja im Wesentlichen nur Eitate aus- Biedermann. schamlosesten Lügen über andere zu sagen. Wohlan denn! Schimpft, verleumdet, lügt und lästert immer frisch zu! Es ist das einzige, was ihr könnt."
Also der Biedermann. Betrachten wir kurz, was er ges sagt hat.
A. Bebel."
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Berichtigung. In der Notiz ,, Biebermann hat gelogen" in voriger Nummer wurde das Wort ,, ward" durch ein Bersehen mit
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Zur Beachtung.
Hätte Biedermann diese Berichtigung einfach afzeptirt, wie er als ehrlicher Mann hätte müssen, und seine Behauptung noch nachträglich zurückgenommen, so würden wir uns für verpflichtet gehalten haben, auch das Wort Lügner!, das wir ihm in letter Nummer ins Gesicht schleuderten, zurückzunehmen. In fetter Schrift gedruckt. deß Biedermann ist Biedermann, und schrieb ,,, sich selbst getreu ,,*): Was wir über ihn schrieben, wußte er natürlich im ,, Wir haben dem Verlangen des Herrn Bebel sofort entsprochen Möglich, daß wir falsch berichtet worden, oder daß unser Gedächtniß Voraus." Natürlich, denn der Biedermann ist flug und weise uns getäuscht hat und uns ein anderer Name als der des Herrn Bebel Unter heutigem Datum ist von uns ein Cirkular an die und hat genügende Selbstkenntniß, um zu wissen, daß, wenn genannt worden ist. Uns interessirte an dieser Notiz nicht das, ob es Vertrauensmänner der sozial- demokratischen Arbeiterpartei verman von ihm die Wahrheit schreibt, nicht geschrieben werden gerade Herr Bebel, sondern daß es überhaupt einer der sozialdemokra- fandt worden. Die Empfänger sind verpflichtet, dasselbe den kann, er sei kein Denunziant, fein Reaktionär und wie die tischen Agitatoren war.(!) Der von Herrn Bebel für seine neuern Juju- Parteigenossen in einer in fürzester Zeit zu berufenden Parteiepitheta ornantía sonst lauten mögen. rienprozesse angeführte Grund scheint uns übrigens schwach: schwerlich würde ihm auch während seiner Haft eine journalistische Abwehr dessen, Bersammlung vorzulesen, oder sonst in geeigneter Weise zur Der Biedermann meint, wir ,, fennten nicht den Unter- was er als Beleidigung" oder ,, Berleumdung" betrachtet, versagt ge- allgemeinen Kenntniß zu bringen. schied zwischen repressiven und präventiven, zwischen Rechts- wesen sein." und Polizeigefeßen." Der Biedermann hat Recht, den Unter- ,, Uns intereffirte in dieser Notiz-- daß es über schied, welchen er macht, fennen wir nicht. Es ist uns höchst haupt einer der sozialdemokratischen Agitatoren war." Man gleichgiltig, ob man uns repressiv oder präventiv einsperrt, ob sieht: der Biedermann lügt fort!
die bestehenden Polizeigefeße, die er gegen uns anruft, von Bebel hat in Folge der obigen Unverschämtheit an den ihm, weil sie bestehen, Rechtsgesetze genannt werden, ooer sauberen" Herrn folgenden offenen Brief gerichtet, in dem auch nicht. Eine Rose duftet, auch wenn sie nicht Rose heißt." noch eine andere Lüge des Biedermann abgefertigt ist: Ein Polizeigesetz ist reaktionär, auch wenn es Rechtsgeset"
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heißt. Die Maaßregeln, die Braß in der ,, Norddeutschen" gegen uns!*) Sein Motto, wovon gelegentlich mehr.
Sollten an irgend einem Orte( etwa in Folge mangelnder Adressen) Parteigenossen dies Schriftstück nicht erhalten haben, so wolle man sofort bei Unterzeichnetem unter Angabe der Adresse reklamiren.
Hamburg , den 30. September 1871. Der Ausschuß der sozial- dem. Arbeiter- Partei. i. A.: Theodor York, Schulzweg 23, St Georg.
G. A. Müller.