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Nr. 303. 17. Jabrgang. 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Sonntag, 30. Dezember 1900,

Momentbilder sid

Am 30. wurde der Ausstand der Tapezierer durch Vergleich gehalten, und zwar am 18. die Kreiskonferenz für Nieder­vor dem Einigungsamt beigelegt. Am gleichen Tage beging der Barnim in Rummelsburg , am 19. die Parteikonferenz für den Arbeiterveteran Theodor Mesner unter allgemeiner Anteilnahme Wahlkreis Botsdam- fthavelland in Spandau und bie die Feier seines 70. Geburtstags. Parteikonferenz für den Wahlkreis

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aus der Berliner Arbeiterbewegung des Jahrs 1900. Beestow­Der Ostermonat April nahm einen wesentlich ruhigeren Verlauf. Stortow Charlottenburg im Gewerkschaftshaus sowie die Das erste Jahr des neuen Jahrhunderts" war für die Berliner Ein bedeutungsvolles Ereignis war die am 14. erfolgte Er- Kreistonferenz für den Wahlkreis 8auch Belzig Luden Arbeiterbewegung wiederum ein Jahr rastlosen Kampfs und sicht öffnung des Gewerkschaftshauses am Engel- Ufer. walde ebenfalls im Gewerkschaftshaus. Ferner fand am 26. der baren Fortschritts. Sie hat schöne Erfolge aufzuweisen, jedoch auch Dasselbe erhielt seine Weihe durch den an demselben Tage dortselbst Provinzial- Parteitag für die Provinz Brandenburg statt. schwere Verluste zu verzeichnen. abgehaltenen Verbandstag der in Buchbindereien 2c. be- Am Schluß des Monats, am 31., begannen die Lassalle- Feiern Das neue Jahr wurde gleich eingeleitet mit einem Streit, schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. en. Die Oſterfeiertage wurden welche auch und zwar dem der Bauanschläger, welcher am 2. Januar in hergebrachter Weise mehrfach zur Abwickelung ernster Geschäfte be- den Monat September einleiteten. In diesem Monat, und feinen Anfang nahm und die Durchführung eines neuen Lohntarifs mußt. So fand am 15. die erste Generalversammlung des Verbands zwar am 4., wurden auch die Delegierten zum internationalen zum Endzweck hatte. der in Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter und Unter- Songreß in Paris gewählt, zu welchem Zweck im Feenpalast Am 4. fam es im städtischen Parlamente zu lebhaften Debatten. angestellten in den Borussia- Sälen statt, während im Gewerkschafts - eine Parteiversammlung stattfand. Durch die Anträge der socialdemokratischen Fraktion wurde die be- hause die Generalversammlung des Verbands der Sattler und Am 17. begann der Parteitag in Mainz seine Ver­schlossene Erhöhung der Kur- und Verpflegungskosten in den städti- verwandter Berufsgenossen tagte. handlungen, die ja auch für die Berliner Bewegung von maßgebender schen Krantenhäusern zur Sprache gebracht. Die Mehrheit Am 19. hatte sich die Stadtverordneten Ver- Bedeutung find. der Stadtverordneten- Versammlung lehnte die Anträge der Arbeiter- sammlung mit dem socialdemokratischen Antrage auf Einführung Eine Stadtverordneten Ersazwahl wurde am 18. vertreter indessen gewohnheitsmäßig ab. des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts auch bei den erfolgreich in Spandau vollzogen. Am 6. Januar erfolgte in Rummelsburg der Zusammentritt der Gemeindewahlen zu beschäftigen. Der Antrag wurde einem Aus­Kreistonferenz für den Reichstags Wahlkreis Nieder- schuffe zur Vorberatung überwiesen. Barnim . An demselben Tage stand der Maurer Damke, der Der 1. Mai, der Weltfeiertag der Arbeiter, welcher diesmal Grpreffung" angeklagt, vor Gericht, das ihn zu 6 Wochen Ge- auf einen Dienstag, fiel, wurde, von schönem Wetter begünstigt, in fängnis verurteilte. hervorragendster Weise gefeiert. Mit der am 9. erfolgten Eröffnung des Reichstags wie des Landtags nahm auch die gesetzgeberische Thätigkeit wieder ihren Anfang.

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Der 6. war der Todestag des Tischlers Emil Hinz( zweiter Wahlkreis). Die Beerdigung erfolgte am 9. anf dem Neuen Jakobi­Kirchhof zu Nixdorf.

Der 21. brachte die Gewerbegerichtswahlen in Berlin . Die Kandidatur für das durch das Ableben Liebknechts erledigte Reichstagsmandat für den 6. Wahlkreis wurde am 26. unfrem Genossen Georg Ledebour übertragen. Die Wahlagitation wurde im Monat Oktober mit Eifer betrieben. Am 7. veranstaltete die Arbeiter Bildungsschule für ihren Gründer Wilhelm Liebknecht eine Gedächtnisfeier. Eine große Protest- Kundgebung der baugewerblichen Arbeiter Die Berichterstattung vom Parteitage und der Partei­gegen die Aufnahme der Streitklausel in die Bauverträge der konferenz für die Bronvinz Brandenburg wurden am 9. in ents Unternehmer mit der Stadt Berlin erfolgte in Form von vier gleich- sprechenden Parteiversammlungen in allen fechs Wahlkreisen entgegen­zeitig abgehaltenen Protestversammlungen am 9. Mai. genommen. Gleichzeitig erstatteten die Vertrauensleute, die Preß­Der Streit der Straßenbahner, welcher ganz Berlin fommission, die Lokalkommission und die Agitationskommission der Der Monat Februar nahm einen recht bewegten Verlauf. in Aufregung verfezte und so zahlreiche unheilvolle Begleit- Provinz Brandenburg Bericht über ihre Thätigkeit, auch fanden die. Am 4. tagte der vierte Verbandstag des Verbands der Steinerscheinungen und Nachspiele hatte, tam am 19. zum Ausbruch. Neuwahlen dieser Körperschaften statt. feter( Pflasterer) und Berufsgenossen Deutschlands bei Nümann in Durch Bermittelung des Oberbürgermeisters Kirschner erfolgte am Am 11. wurden die Stadtverordneten Erfahwahlen der Brunnenstraße. 22. die Wiederaufnahme des Betriebs. in Rigdorf zum zweitenmal vollzogen, nachdem das Ober­Der 21. brachte dem Redacteur des Handels- Verwaltungsgericht die socialdemokratischen Mandate für ungültig Angestellten" wegen Beleidigung eines Kaufmanns eine Geld- erklärt hatte. strafe in Höhe von 100 m.

Den Schluß der bemerkenswertesten Ereignisse im Monat Januar bilden Gewerbegerichts- Wahlen, welche am 15. in Charlottenburg und am 20. in Schöneberg , an beiden Orten mit dem üblichen Erfolge für die socialdemokratischen Arbeiter, stattfanden.

Gegen die Flottenvorlage veranstaltete die Arbeiter­schaft am 7. eine große Kundgebung durch gleichzeitige Abhaltung von 19 Protest versammlungen in Berlin und den Vor­orten; ant 8. erfolgte eine gleiche Protestkundgebung in Char­Tottenburg.

Der 14. brachte Ergänzungswahlen zur Berliner Stadtverordneten Versammlung und zwar im 35. und 44. Kommunal- Wahlbezirk. Während im 35. Bezirk der social­demokratische Kandidat gewählt wurde, gelangte er im 44. Bezirk in die Stichwahl. An demselben Tage hielt Frau Klara Bettin­Stuttgart in einer Volksversammlung in Sanssouci Vortrag über ,, Arbeiterinnenschuß und Frauenrecht".

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Am 15. hatte der Redacteur John( Vorwärts") vor dem Radi zu erscheinen. Ihm wurde eine Beleidigung des Magistrats von Spandau zur Last gelegt. Diese Frevelthat wurde mit 2 Monaten Gefängnis geahndet.

Am 19. brach der große Aus stand der Möbeltischler aus, der in seinem Verlauf so weite Kreise zog und zur Aus­Sperrung zahlreicher Arbeiter führte.

Der Monat März stand unter dem Zeichen der Gemeinde­bertreter Wahlen in den Vororten. Solche fanden statt: Am 5. in Friedrichshagen , am 9. in Groß- Lichterfelde , am 12. in Adlershof , Steglit und Erkner , am 13. in Stralau und Reinicken­ dorf , am 14. in Dalldorf , am 15. in Treptow - Baumschulenweg , am 17. in Weißensee, Johannisthal , Bankow , Deutsch- Wilmersdorf, Ober­ Schöneweide , Briz, Friedrichsberg- Lichtenberg, Nieder- Schöneweide , am 19. und 20. nochmals in Bantow und Friedrichsberg- Lichtenberg. am 21. in Nowawes- Neuendorf und am 22. in Mariendorf , Südende und Tempelhof . Diese Wahlen hatten in den meisten Fällen für die Arbeiter einen schönen, teilweise sogar glänzenden Erfolg. Bon sonstigen Ereignissen im Monat März sind noch besonders bemerkenswert:

Die Berichterstattung vom internationalen Kongreß in Paris erfolgte am 16. in einer bei Keller( Koppenstraße) stattgehabten Barteiversammlung.

Am 24. trat bei Blaurock in Pankow ein Kongreß der durch Vertrauensmänner centralisierten Gewert schaften Deutschlands zu seinen Beratungen zufammen. Am 20. wurde eine Kreiskonferenz für den Reichstags- Wahlkreis Aus dem Monat Junt ist im allgemeinen wenig zu berichten. Nieder- Barnim im Café Bellevue zu Rummelsburg ab­Am 12. erfolgte Schluß des Reichstags, nachdem die gehalten. Am gleichen Tage fiel Genoffe nüpfer dem§ 153 Flottenvorlage glüdlich unter Dach gebracht worden war. der Gewerbe- Ordnung zum Opfer. Er wurde mit 14 Tagen Ge­Der drohende Ausstand der Bäckereiarbeiter wurde durch fängnis belegt. die am 14. erfolgte Annahme des Einigungsvorschlags des Gewerbe­gerichts abgewendet. Auch der Monat Juli nahm, abgesehen von gewerkschaftlichen von gew Kämpfen, einen ziemlich stillen Berlauf. Am 14. verstarb zu Asch in Böhmen der aus Friedrichsberg ausgewiesene langjährige Vertrauensmann des Kreises Niederbarnim Anton Kopp.

Am 16. begann der 4. internationale Textilarbeiter Kongreß im Gewerkschaftshause seine Beratungen, auf welchen Liebknecht seine legte größere Ansprache hielt.

Der Monat schloß mit der am 30. vollzogenen Ersazwahl zum Reichstage im 6. Wahlkreise. Gewählt wurde Georg Ledebour .

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Im Monat November beschäftigten sich am 7. zehn Volts­versammlungen mit der Wohnungsnot und Kohlen­teuerung und faßten entsprechende Beschlüsse und Resolutionen. Ebenfalls am 7. wurde die Arbeiterin Schleich wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung mit 1 Woche Gefängnis belegt. Am 14. fand die Eröffnung des Reichstags statt. Einen Cyklus von Vorträgen zur Frauenagitation begann am 19. Frau Käthe Duncker- Leipzig .

Ein Todesfall ist vom 22. zu verzeichnen. An diesem Tage starb im fechsten Wahlkreise der Steinmetz Walter Mesch, der Tags darauf, am 20. begann unser Parteigenoffe, der ehemalige Schöpfer des Grabdenkmals für Agnes Wabnik. Die Beerdigung| Pastor Göhre, eine Reihe von Vorträgen über das Thema: erfolgte am 25. auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde. Christentum und Socialdemokratie" Der Monat August ist reich an denkwürdigen Ereignissen. Am 22. fanden zum drittenmale Ersazwahlen zur Stadtverord­Gleich das am 5. bei Sterneder in Weißensee stattgehabte neten- Versammlung in Rigdorf statt. Sängerfest des Arbeiter Sängerbunds weckt traurige Er In Monat Dezember tagte am 9. im Gewerkschaftshause eine innerungen durch den mit ihm in Verbindung stehenden Unglücks- Kreiskonferenz für den Wahlkreis Teltow Beestow Stor­fall. Es ertranten drei Personen im Weißen See , der Maurer tow Charlottenburg. Roth, der Arbeiter Kretschmer und der Arbeiter Meißner. Am 12. fand die Beerdigung des verstorbenen Vertrauensmanns An demselben Tage wurde eine Prestonferenz für die für Bankow und Umgegend, Witglied des dortigen Arbeitervereins, deutschen Partei- und Gewerkschaftsblätter ab- Schockel, statt. Ein Fachkongreß der Gastwirtsgehilfen Deutschlands trat gehalten. Der 13. war der Tag, an welchem die Mehrheit der Stadt­am 7. bei Dräsel in der Neuen Friedrichstraße zu seinen bedeutsamen Einen Nachtklang zur Maifeier bildete die am 6. erfolgte ge- verordneten- Versammlung den Antrag Singer und Genossen ab= Beratungen zusammen. Dem Kongreß folgte am 9. eine Maffen- richtliche Verurteilung des Bauarbeiters Schmidt zu 30 W. Geld- lehnte, an den preußischen Landtag das Ersuchen zu richten, protestversammlung der Handelsangestellten beiderlei Ge- strafe wegen Nötigung. daß bei der bevorstehenden Abänderung des Kommunalwahl- Gesetzes schlechts im Feenpalaft gegen die Besteuerung( Umsatzsteuer) der Der 7. ist der Todestag Wilhelm Liebknechts. Unser Freund die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts Warenhäuser. Am 10. wurde der erste Verbandstag des Verbands und Führer starb zu Charlottenburg . Das Leichenbegängnis auch für die Gemeindewahlen beschlossen werden möge. Deutscher Handlungsgehilfen in den Arminhallen abgehalten. erfolgte am Sonntag, den 12., auf dem städtischen Friedhof in Am 18. fand wiederum Stadtverordnetenwahl in Rig­Der Gedenktag des Boltstampfs, der 18. März, welcher Friedrichsfelde unter einer Beteiligung, wie sie noch keinem Fürstendorf statt. diesmal auf einen Sonntag fiel, wurde tros des herrschenden au feil geworden. Bei der Feier, erlag der Genoje sto ht einem Der 27. und 28. vereinigte socialdemokratische Gemeinde­Regenwetters von der proletarischen Welt in imposanter Weise ge- Herzschlage. Die Beerdigung erfolgte am 16. ebenfalls auf dem vertreter der Provinz Brandenburg zu einer zweiten feiert. städtischen Friedhof in Friedrichsfelde . Konferenz im Gewerkschaftshause. Wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten verschiedener Bevölkerungs- Am 14. fanden in allen sechs Wahlkreisen öffentliche Partei- Der zweite Weihnachtsfeiertag wurde vom ersten Gau des Klaffen gegen einander wurde am 21. der Schuhmacher Groß- versammlungen statt behufs Erledigung von Anträgen und Buchbinder Verbands zur Abhaltung eines Gautags im mann mit einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten belegt. Wahlen zur Brandenburger Konferenz sowie Wahl der Gewerkschaftshause benutzt. Nach fünfeinhalbwöchigem Kampfe erfolgte am 27. Friedens- Delegierten zum Parteitag in Mainz am 17. September. Im Zu- Ebendaselbst trat ani 27. der Gautag des Deutschen Holz­schluß in der Holzindustrie. Durch Vergleich vor dem sammenhang mit diesen stand auch die Bolksversammlung am 16. im arbeiter Verbands für die Provinz Brandenburg zu­Einigungsamt erreichte die Aussperrung der Holzarbeiter ihr Ende. Gewerkschaftshaus, in welcher Frau Klara Bettin( Stuttgart ) über die sammen. Eine angebliche Bedrohung eines Streitbrechers hatte am 28. Weltpolitik der gepanzerten Faust und die Intereffen des Proletariats" Damit hatte die Flucht der bemerkenswerten Ereignisse des der Sattler Albert Schneider mit einer Geldstrafe von 50 M. zu und der Pariser Kongreß und die Frauenkonferenz in Mainz " referierte. Jahrs 1900 ihr Ende erreicht. föhnen. Im Anschluß hieran wurden verschiedene Parteikonferenzen ab­

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