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Auf die Dauer fann eine solche Voltsauspressung auch das geduldigste Bolt nicht ertragen. Wie der Brotwucher, so ist auch der Kohlenwucher geeignet, dem Publikum- nicht nur den Arbeitern- die Augen zu öffnen über die Unhaltbarkeit der gekennzeichneten Zustände. Enteignung der Kohlenmonopolisten darf nicht von der öffentlichen Tagesordnung verschwinden, das Volk muß endlich sein unveräußerliches Recht an den Erdschäzen geltend machen. Und sollte zur gegebenen Zeit die Frage der Enteignung der„ Kohlenherren" akut werden, dann dürfte es sehr wertvoll sein, über die Selbstkosten" der Kohlenmonopolisten Näheres zu wissen. 0. H.
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Politische Uebersicht.
Herr Möller ist einer der industriellen Schutzölner des p Westens, die sich für eine Erhöhung der Getreidezölle ausgesprochen haben, aber nicht daran denken, den Agrariern so weit nachzugeben, daß sie die handelspolitischen Beziehungen zum Auslande aufs Spiel sezen wollen. Und eben weil Herr Möller einsieht, daß wir diese Beziehungen nicht abbrechen dürfen, wird er nolens volens( willig oder widerwillig) zu einer Erhöhung der Zölle die Hand nicht bieten können. Denn jede Erhöhung der Zölle setzt die handelspolitischen Beziehungen Deutschlands aufs Spiel. Uns erscheint also die Ueberzeugung des Herrn Möller von der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung unsrer Handelsverträge als ein Moment, welches geeignet ist, mit seiner Zollerhöhungsneigung auszusöhnen, weil es dieser Neigung die praktische Bethätigung berbietet."
Mein lieber Staatsminister Dr. von Miquel!
Ihrem wiederholten Gesuche um Entlassung aus den Aemtern als Vicepräsident meines Staatsministeriums und als Finanzminister habe ich durch Erlaß vom heutigen Tage Folge gegeben. Mit Bedauern sehe ich Sie aus Ihren bisherigen Stellungen scheiden, in welchen Sie sich so große Verdienste um mich, mein Haus und das Vaterland erworben haben. Wenn es bisher gelungen ist, den großen und neuen Aufgaben auf allen Gebieten der Staatsverwaltung gerecht zu werden, so ist dies nicht zum geringsten Teile Ihnen zu danken, der Sie mit sachkundiger und glücklicher Hand eine neue finanzielle Grundlage für den preußischen Staat geschaffen haben, auf deren Festigkeit auch in Zukunft gerechnet und gebaut werden kann. Es ist mir ein herzliches Bedürfnis, Ihnen für Ihre treue und fegensreiche Arbeit und die aufopfernde Hingebung, mit der Sie Ihres verantwortungsvollen Amts gewaltet haben, meinen wärmsten Dank auszusprechen. Um aber Ihre großen Erfahrungen und Ihre hervorragende Auch der Berliner Korrespondent der, Frantf. 8tg.", dessen Kraft dem Staate auch ferner zu erhalten, habe ich Sie als Zeichen demokratischer Bülowglaube alle Thatsachen reaktionärer Politik meines besonderen Vertrauens auf Lebenszeit in das Herrenhaus unerschütterlich überdauert, verherrlicht von neuem seinen Heros durch berufen. In steter Dankbarkeit verbleibe ich Schlik, beschäftigte sich am Dienstag ausschließlich mit Interben Ratschlag, er möge nicht durch zu große Weichheit und LiebensIhr allezeit wohlgeneigter König den 5. Mai 1901. Wilhelm R. pellationen. Die erste Stelle nahm eine agrarische würdigkeit sein ansehnliches Talent und seine gute Absicht schädigen. Interpellation ein, die dem Reichskanzler den Wunsch nahe Dieser liebenswürdige Nat für Herrn v. Bülow, fest zu werden gegen Das huldvolle Schreiben des Kaisers entspricht dem Ceremoniell. legte, daß die Remonten nicht mehr während der Saat- und die konservative Anmaßung, wird reizvoll ergänzt durch den Glauben, Die Thatsache aber bleibt, daß Miquel widerwillig sein EntErntezeit vorgemustert würden. Der Kriegsminister Herr daß die Konservativen doch die Unterlegenen des Kanalkampfs feien, laffungsgesuch eingereicht hat. Die früheren Gesuche liegen längere b. Goßler äußerte sich sehr entgegenkommend. Die Wünsche denn sie haben ihren flügsten und einflußreichsten Freund Miquel Jahre zurück und jetzt dachte Miquel an alles, nur nicht an Abschied. Aber der Kaiser erwartete von ihm die glückliche Durchder Agrarier sind der Regierung Gesetz und so soll in Zukunft verloren. auch diese Belästigung der Landwirtschaft vermieden werden." Den Den Reformator feines Steuertvejens fann der preußische führung der Kanalfehde. Da dies ihm nicht gelang, benugte Graf Die Agrarier der verschiedenen politischen Schattierungen, die in Staat schon seit Jahren entbehren, aber ob das fonservative Bülow die Gelegenheit, sich des ihm gefährlich leberlegenen zu der Debatte das Wert ergriffen, nahmen dieses Entgegenkommen Agrariertum seinen besten, flügsten und einflußreichsten entledigen. als etwas Selbstverständliches Hin. Herr Hahn benutte Freund entbehren kann, das ist eine andre Frage. Und um Nach einer Darstellung, welche die Rhein. - Westf. 3tg." aus die Gelegenheit, um nach hohen 3öllen auf ausländische die drücken sich die Herren, die seit Freitag frampfhaft guter Quelle erhalten haben will, spielten sich die Vorgänge, die Pferde zu schreien.as versucht haben, fröhliche, sorglofe Kanalsieger zu spielen, recht zum Entlassungsgesuch" Miquels führten, also ab: erbärmlich herum. Sie glauben die Welt darüber täuschen zu Da in der vertraulichen Besprechung der preußischen Staatstönnen, daß sie mit diesem erfindungsreichen Kopf den offenen und geheimen Protektor verlieren, durch dessen Hilfe ganz drei Reichswesentlich das Agrariertum unter und gegen fanzler groß und mächtig geworden ist, weil er nicht nur den Willen, sondern auch die große Fähigkeit und Er= fahrung besaß, um die agrarischen und wirtschaftlich reaktionären Wünsche gefeggeberisch zu formulieren. Zum Sport und bis zur diabolischen Kunst hat Miquel, den Schwieriges reizte, diese Gesezesmacherei getrieben, und Kunststücke, wie das Warenhaussteuer- Gesez, geleistet, an die sich kein andrer gewagt hätte. An agrarischen Wünschen und am Willen zu ihrer Durchführung wird es auch in Zukunft vermutlich nicht fehlen, aber der geniale und verwegene Tausendkünstler, der ihnen gesetzgeberisches Leben zu geben verstand, der fehlt in Zukunft. Und es fehlt der Mann, deffen geheime Bundesgenossenschaft auf mancherlei Schleichwegen dem konservativen Agrariertum erst das hohe Maß von Kourage und von geschidter Tattit im Kampfe gegen die Regierung namentlich in der Kanalfrage verliehen hat. Darin liegt die Bedeutung seines Verlustes für das konservative Junkertum und seiner Anhängsel..."
Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand unsere Griesheimer Interpellation wegen des Unglücks. Genosse Hoch begründete sie in einer sachfundigen Rede, er hat die Unglücksstätte persönlich besichtigt und war im stande, eine Reihe von Thatsachen festzustellen, aus denen hervorgeht, daß bei der Konzessionserteilung an die Fabrik nicht mit der nötigen Vorsicht vorgegangen worden ist, und daß die Betriebsleitung in höchst ungenügender den Schutz Weise für Arbeiter gesorgt hat. der Mit den Arbeiterverhältnissen in Griesheim war es höchst traurig bestellt. Während das Unternehmen den Aktionären glänzende Dividenden in den Schoß warf, wurden die Arbeiter mit sehr niedrigen Löhnen abgespeist. Auch in sanitärer Hinsicht war höchst ungenügend vorgesorgt. Die vorgeschriebene Kontrolle durch die Berufsgenossenschaft fand sehr selten statt. Scharf rügte unser Redner das Vertuschungssystem, das in dem jüngst veröffentlichten Frankfurter Polizeibericht über das Unglück versucht wird, und forderte die Teilnahme der Arbeiter an der Gewerbe- Inspektion als sicherstes Kontrollmittel für derartige Betriebe.
Thatsächlich verharren die Konserbativen in fühler Ruhe. Wohl wissen sie, daß Plößlich Trumpf ist und daß sie mit allen Staatssekretär Graf Posadowsky suchte die Ver- Möglichkeiten rechnen müssen. Aber sie wissen auch, daß ihre antwortung von der Reichsregierung abzuwälzen, indem er machtstellung in Breußen nicht auf den guten Diensten eines die Zuständigkeitsfrage aufwarf. Die Konzessionserteilung noch so schlauen Ministers ruht und daß es ihnen fürder wie stets liege nach den reichsgesetzlichen Vorschriften in den Händen in der Vergangenheit gelingen wird, die Durchschnittsnummern der Einzelstaaten. Ferner suchte der Minister dann weiter preußischer Regierungsvertreter ihrer Diktatur gefügig zu erhalten. den Nachweis zu führen, daß nach dem Stande der Wissenschaft und Technik teine schärferen Bedingungen für den Betrieb zu erlassen wären, da bisher angenommen wurde, daß feuchte Pikrinsäure nicht explosionsfähig sei. ni dell
Deutsches Reich.
Minister Möller und die 12 000 Mark- Affaire.
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am Donnerstagvormittag feine Meinungsverschiedenheit hervorgetreten war und alle dem Vorschlage des Ministerpräsidenten, den Landtag sofort zu schließen, zugestimmt hatten, so glaubte Minister v. Miquel vorläufig keine Veranlassung zu einem Entlassungsgesuch zu haben. Sein Südtritt war aber gerade die Voraussetzung jenes vom Kaiser persönlich veranlaßten Vorschlags gewesen. Dies dem Minister v. Miquel nahe zu legen, dazu wäre Herr v. Lucanus der Nächste gewesen. Dieser ist aber seit langen Jahren mit Herrn v. Miquel en g befreundet gewesen und es ist demnach begreiflich, daß ihm eine solche Aufgabe im höchsten Maße peinlich sein mußte. So wurde auf seinen dringenden abvon seiner Vermittelung Wunsch in diesem Falle gesehen. Graf v. Bülow sandte am Freitagvormittag den Chef der Reichskanzlei, Herrn Herrn v. Wilmowski, Herrn v. Miquel und ließ ihm mitteilen, daß er, der Ministerpräsident, gern bereit sei, ein Entlassungsgesuch Miquels au Allerhöchfter Stelle vorzulegen und zu befürworten und daß er an dessen Bewilligung keinen Das war deutlich. Augenblickt zweifle. Das war Während sich Herr v. Miquel hinsetzte, um sein Entlassungsgesuch abzufassen und mit„ Gesundheitsrücksichten" näher zu begründen, ver breiteten bereits Ertrablätter auf den Berliner Straßen die Nachricht, daß Minister v. Miquel seine Entlassung erbeten habe und daß sie ihm aller Voraussicht nach gewährt werden würde."
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Nun mag den Gestürzten die Herrenhausberufung trösten, obs schon er diese Ehrung mit manchem teilen muß, der frei ist von jeder politischen Vergangenheit.
Dieser Behauptung trat Genosse Wurm als Chemiker Herr Geh. Kommerzienrat Möller, Handelsminister in Preußen, entgegen. Er verwies darauf, das Pikrinsäure auch im überVerstimmte Unterstaatssekretäre. Der bisherige Inter higten Zustande außerordentlich leicht explodiere und daß die spielte, wie die Leipziger Boltszeitung" mitteilt, auch bei der Fabrif deshalb den strengen Vorschriften hätte unterworfen| 12 000 Mark- Affaire eine bedeutende Rolle. Das Mitglieder staatssetretär im Reichs- Bostamt Fritsch hat dem werden müssen, die für Dynamitfabriken vorgesehen sind. verzeichnis des Centralverbands führt ihn auf als Vertreter des Vernehmen nach seinen Abschied nachgesucht. Zu seinem Nachfolger Unfre Redner fragten vergeblich danach, wie es zugelassen Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen soll der bisherige Ministerial- Direktor der zweiten Abteilung des werden konnte, daß ungeheure Mengen Benzin in nächster von Rheinland und Westfalen . Ob er auch Vorsitzender dieses Reichs- Postanits Sydow in Aussicht genommen sein. Herr Fritsch Nähe der Pikrinsäure- Fabrikation lagerten. Ein Regierungs- Vereins mit dem langen Namen ist, ist augenblicklich nicht fest- fühlt sich offenbar durch die Beförderung des Direktors Krätte fommissar behauptete nur, daß alle Vorsichtsmaßregeln ge- zustellen; auf alle Fälle wird letzterer aber thatsächlich von ihm übergangen. Auch Herr Lohmann, Unterstaatssekretär im preußischen und nach seinen Intentionen geleitet. an diesen Handelsministerium, beabsichtigt seinen Abschied zu nehmen. Herr troffen gewesen wären. Von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, daß Verein mit dem langen Namen ist auch einer jener erfolg- Lohmann war unter Herrn v. Berlepich der Anreger jener milden der Bundesrat auf jeden Fall besondere Vorschriften zum reichen Bueckschen Bettelbriefe gelangt, in denen um eine Beis Socialpolitik, die zum Sturze des Freiherrn v. Berlepsch führte. Herr Schutz für Gesundheit und Leben der in solchen Betrieben steuer zu dem etwas eigentümlichen" 12 000 Mark- Trinkgeld für Lohmann blieb unter Brefeld, auch nach dem berühmten Besuche des Generalsekretärs Bue c. Wie die Kreuz- 3tg" mitteilt, will der Social beschäftigten Arbeiter auf Grund der Gewerbe- Ordnung er- das Reichsamt des Innern ersucht wurde. lassen müsse. Die Regierung gab kein bindendes Versprechen, Als nun seiner Zeit die Leipziger Volkszeitung" diese inter - reformer Lohmann, auf den dringenden Wunsch des Ministers fagte aber weitere Erwägungen zu. effante und peinliche Trink geldgeschichte enthüllte, konnte man eine Möller, auch unter dieſem bisherigen Ausschußmitglied des stand überzutreten, einstiveilen noch Abstand nehmen.- Im weiteren Verlauf der Debatte war Herr v. Kardorff eigentümliche Beobachtung machen. Eine Reihe von bürger- Centralverbands der Scharfmacher von seiner Absicht, in den Ruhegeschmacklos genug, einen komischen Ton in die ernsten Ver- lichen Blättern, die unter dem ersten Eindruck der Enthüllung Reichstagedispositionen. Im Seniorentonvent ist am handlungen hinein zu bringen, indem er mit einem kühnen das Barzahlungsverhältnis zwischen Regierung und Centralverband Salto mortale auf die Gefahren zu sprechen fam, die der höchst bedenklich fanden, bekannten sich nach einiger Zeit zu Dienstag auf Vorschlag des Präsidenten beschloffen worden, vom 14. d. M. bis zum 4. Juni Pfingstferien eintreten zu lassen. Bis elektrische Straßenbahnbetrieb in Berlin für die Passanten andren Ansichten und fanden die Geschichte nunmehr höchſt dahin foll von dem in Stest befindlichen Material soviel wie möglich aufgearbeitet werden. Im Seniorenkonvent war man übereinstimmend mit sich bringt. Singer erteilte ihm die gebührende moralisch und korrekt. Was war wohl inzwischen geschehen? der Meinung, daß neben den bereits in Angriff genommenen Gegens Antwort. Den Schluß des Tages bildete die Verhandlung über Die Sache ist sehr einfach. Ein gewisser Herr befolgte den ständen die Geschentwürfe betr. die Gewerbegerichte und die eine Interpellation des Belfen v. Hodenberg , die über Grundsatz eines berühmten Komödianten, der einst erklärte: Scheemanns- Ordnung ihre Verabschiedung in dieser Session die Behandlung der deutschen Missionare in Süd. besuche jeden Recensenten und wenn der Hund auch vier Treppen finden sollen. Hierzu sowie zur Erledigung des Saccharin, des afrifa seitens der Engländer Klage führte. Der Staats- hoch wohnt." So sah man denn auch diesen gewissen Schaumweinsteuer- und des Branntweingefeges sekretär des Auswärtigen, Frhr. v. Richthofen ,. versicherte, errn eine Zeitlang die Stiegen zu allen politischen Recensenten wird der Reichstag nach Pfingsten wieder zusammentreten müssen.- Militärischer Schutz für den Kaiser. Um dem Kaiser bei Es foftete ihn freilich viel Mühe und Zeit daß die Regierung mit Erfolg zu Gunsten der Missionare hinaufklettern. interveniert hätte, soweit sie deutsche Staatsangehörige sind. nämlich. Aber er flog nie die Treppe hinunter, und ein gewisser seinem Aufenthalte auf seiner Gutsherrschaft Cadinen militärischen In der sehr belanglosen Debatte ließen die Herren Teil der guten bürgerlichen Presse hatte wirklich einsehen gelernt, Schuß zu gewähren unter Entlastung der Thätigkeit von Gendarmerie M. stationiert werden. Jezt ist durch die Militärverwaltung dem Dr. Oertel und Hasse ihrem Engländerhaß wieder ein- daß solch eine Kleinigkeit von 12 000 m. wirklich nicht so viel Auf- Polizei, sollen in der Nähe von Cadinen mebr Truppen regung und Entrüstung wert sei. Magistrat zu Braunsberg die Anfrage zugegangen, ob die mal die Zügel schießen. bereits mit einem Bataillon Infanterie belegte Mittwoch: Dritte Lesung des Weingesezes, Diätenantrag Stadt in der Lage und auch geneigt wäre, für die beiden und Gewerbegerichte. andern Bataillone des Regiments Kasernements zu errichten. Die Stadt wolle sich dazu bereit erklären, so daß dann die erforder= lichen Sicherheitskommandos gelegentlich der Anwesenheit des Kaifers in Cadinen von Braunsberg aus nach dorthin tommandiert werden sollen.
Liberale Glaubenskraft.
Der gewisse Herr aber foll Herrn Kommerzienrat Möller verzweifelt ähnlich gesehen haben.
Minister Möllers Verdienst um die Monarchie.
Das Zurückweichen der Regierung im Kanalkampf und die Im Dezember 1898 fand vor dem Berliner Landgericht ein reaktionäre Ergänzung des Minifteriums hat nur einen kurzen Majestätsbeleidigungs- Prozeß gegen einen Amerikaner statt, in dem Augenblid die liberalen Hoffmungsseeligkeiten gehemmt. Schon Herr Möller als 3euge auftrat. Der Amerikaner war in der brechen sie wieder ungestüm und durch keine Erinnerung an frühere Rerschen Weinstube in der Mauerstraße verhaftet worden; über hundertfältige Enttäuschung gemildert hervor. Die" Boifische die Vorgänge, die zur Verhaftung führten, sagte Herr Möller Zeitung" sieht schon nicht mehr die Kläglichkeiten der wirklichen folgendes aus: Gegenwart, sie erläutert bereits den neuen ernstlichen Kanalkampf und den„ festen Willen" einer Regierung gegen die konservativen
Rebellen:
Es weht ein scharfer Wind gegen die kanalfeindlichen Konservativen, und der neue Herr v. Hammerstein, der Jugendfreund des Grafen Bülow, wird zu zeigen haben, Iv a s er bermag.. Daraus folgt, daß für die Annahme der Kanalvorlage nach der Neubildung des Ministeriums alle Aussicht vorhanden ist, selbst bei der jetzigen Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses, noch mehr, wenn nach etlichen Monaten plöglich die Auflösung erfolgt und Neuwahlen ausgeschrieben werden, sobald die Regierung fertig zum Gefecht" ist. Und dann fann die Verhandlung in drei Wochen abgeschlossen sein, da schwerlich noch einmal die Minister Herrn v. Zedlig auf seine Reden antworten werden. Die Angelegenheit ist geklärt, sie ist spruchreif. Wo der feste Wille ist, wird auch der Weg zur Durch setzung der Vorlage fich finden."
Diefelbe ungeheuerliche Verkennung der politischen Machtverhältnisse bekundet das Berl. Tageb I.", indem es auf Handelsminister Möller große zollpolitische Hoffnungen fetzt:
# 1
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Chriftliche Gewerkvereinler gegen den Brotwucher. In Günigfeld bei Wattenscheid ( Westfalen ) fand am 5. Mai eine Versammlung des christlichen Gewerkvereins statt. Der Referent sprach sich mit Entschiedenheit für die Getreidezölle aus; dann trat In einer Nische sei eine Unterhaltung in so lautem Tone jedoch ein Mitglied des christlichen Gewerkvereins auf, welches aus geführt worden, daß die allgemeine Aufmerksamkeit darauf gelenkt führte, er fei ein Kind des agrarischen Ostelbiens und habe als werden mußte. Er habe gehört, daß in der Nische ein Herr von Landarbeiter bei den Rittergutsbesizern genügend Hunger gelitten; der erbärmlichen deutschen Nation" und in beleidigender er sei Gegner dieser Zölle, indem er aus praktischer Erfahrung wisse, Weise über die hohenzollern und den deutschen daß die Getreidezölle den Kleinbauern und den Landarbeitern nicht Kaiser sprach. Da habe er sich nach der Nische begeben, in zu Gute fämen, denn der Lohn steige infolge des Zolls keines welcher der Angeklagte mit seiner Begleiterin jaß. Er habe ihn wegs. Die große Majorität der Versammlung erflärte sich mit voller Entrüstung unterbrochen: Ich verbitte mir, daß Sie in dem Diskussionsredner einverstanden und gegen den Referenten; solchem Zone von Sr. Majestät, den Hohenzollern und dem zugleich sprach man sich mißbilligend gegen Bruſt aus, der eit deutschen Volk sprechen, Sie sollten sich schämen, hier so auf weiteres Zusammengehen der beiden stärksten Bergarbeiter- Organi zutreten. Ich tönnte Sie prügeln, und wenn Sie nicht fationen bei Knappschaftswahlen 2c. Hintertreibe. Die anwesenden innerhalb fünf Minuten das Lokal verlassen haben, lasse ich Sie Ausschußmitglieder des christlichen Gewerkvereins machten sehr vers hinausbringen, und wenn es durch die Polizei ist!" dugte Gesichter und zogen schweigend ab.- Der Amerikaner wurde vom Gerichtshof freigesprochen, Finanz weil er sich nicht in normaler Geistesverfassung befunden habe. Für Herrn Möller aber war das Erlebnis nicht unbeträchtlich. Es verlautet, der Kaiser sei bei dieser Gelegenheit besonders auf ihn aufmerksam geworden.-
Ichute
Württemberg. Eisenbahnfragen in Die am fommission der Abgeordnetentammer Dienstag, wie aus Stuttgart telegraphiert wird, den Antrag der deutschen Partei, den Ständen Erhebungen über den Anschluß an die preußisch hessische Eisenbahngemeinschaft vorzulegen, mit 9 gegen 5 Stimmen a b. Mit demselben Verhältnis wurde ein Antrag des Centrums angenommen, der sich aus wirtschaftlichen, politischen und tonstitutionellen Gründen gegen Der Reichs- Anzeiger" veröffentlicht das Handschreiben, das der das Aufgeben der Selbständigkeit der württembergischen Kaiser dem scheidenden Miquel sandte: Eisenbahnen ausspricht.
Der Kaiser an Miquel.
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