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Nr. 23. 22. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt

Freitag, 27. Januar 1905.

Berliner Partei- Angelegenheiten. nach dem Verwaltungsbericht des Magiftrats gegen das Vorjahr erhängen. Während seine Wirtin, die ihn daran gehindert hatte,' zut

erwartet

Klassenkampf."

Tischler 1559 M.

Die Aufwendungen für das Gefellen- und Herbergswesen find einiger Zeit am Verfolgungswahn und wollte sich gestern nachmittag zurückgegangen bei den Sattlern 2c. um 52 M., bei den Schornstein- einem Arzte lief, war er allein in der Wohnung, nahm sein Messer Zweiter Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß am fegern um 172 M. und bei den Juwelieren um 201,60 m. Die und brachte sich einen langen Schnitt in den Bauch bei, so daß die Sonntag ein Vereinsvergnügen im Tempelhofer Tivoli, Kupferschmiede haben nicht einmal die geringe Leistung des Vor- Eingeweide heraustraten. Der Unglückliche wurde nach der Charitée Berlinerstr. 50, stattfindet. Näheres im Inserat. Zahlreichen Besuch jahres( 21,75 M.) mehr aufzuweisen. Ebenso haben nichts für die gebracht, wo er schwer daniederliegt. Der Vorstand. genannten Zwecke aufgewendet die Drechsler, Schmiede, Steinsetzer Wegen Verbrechens gegen das keimende Leben ist der Drogist Sechster Wahtkreis. Schönhauser Vorstadt. Sonntag, abends und Zeugschmiede. Mehrleistungen gegen das Vorjahr haben zu 5 Uhr, findet in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28, eine berzeichnen die Schuhmacher 108 M., die Glaser 746,60 M. und die Friz Kullmann aus der Oldenburgerstraße 8, ein junger Mann von 25 Jahren, verhaftet worden. Kullmann war in einer Drogerie in Volksversammlung für Männer und Frauen statt. Vortrag der Genossin Frau Kiesel über: Die Stellung der Frauen im feger 50 Mart, die Schmiede 67,35 Mart, die Steinfeger 82,80 Mart Betty Walther aus der Schwarzkopffstraße 1 in einem Friseurladen Für Fachschulzwecke haben weniger verausgabt: die Schornstein- der Brücken- Allee angestellt. Ihm gegenüber war die 19 Jahre alte Diskussion. Nachdem gemütliches Beisammensein und die Schneider 446 Mart. Mehrleistungen haben zu verzeichnen: machten, entwickelte sich ein Liebesverhältnis, das Folgen hatte. Das tätig. Aus der Bekanntschaft, die die jungen Leute als Nachbarn und Tanz. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. die Tapezierer 48,70 Mark, die Kupferschmiede 120 Mark, die Töpfer Mädchen blieb seit dem 15. Dezember zu Hause. Am 4. d. Mts. Zur Lokalliste. Der Ortsverein der Bauhandwerker" hält 384 Mart, die Glaser 931,80 Mart, die Tischler 1059,50 Mark und erkrankte es. Am 19. verschlimmerte sich ihr Zustand plötzlich so sehr, Sonnabend einen Maskenball in den Unions Festfälen", die Juweliere 3645,50 Mart. Die Tischlerinnung wurde bekanntlich daß sie nach dem Moabiter Krankenhause gebracht werden sollte, aber Greifswalderstr. 121/23, ab und sucht in Arbeiterkreisen Billetts ab- seinerzeit erst durch Beschluß der Gewerbedeputation des Magistrats schon auf dem Wege dorthin starb sie. Morgens hatte sie ihrer zujeßen. Da das Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen usw. angehalten, 1000 Mart mehr als in früheren Jahren als Beitrag Mutter gestanden, daß Kullmann Mittel angewandt habe, um die nicht zur Verfügung steht, so weise man die Billetts zurüd. zur Unterhaltung der Tischlerschule zu zahlen. Die Zahl der diese Folgen zu beseitigen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und bei ihr Die Lokalkommission. Schule besuchenden Lehrlinge betrug 2230. Keine Aufwendungen fand man einen Brief, in dem Kullmann die Krante bat, nichts für Fachschulzwecke haben wie im Vorjahre gemacht die Drechsler darüber zu sagen, was er mit ihr vorgenommen habe. Der Vater und Zeugschmiede. Im ganzen find von den 18 Zwangsinnungen der Verstorbenen machte Anzeige und Kullmann wurde daraufhin in 22 377,15 Mart für Fachschulzwecke aufgewendet worden. Untersuchungshaft genommen. Bei einer Durchsuchung seines Durchschnittlich für jeden Lehrling haben aufgewendet: Die möblierten Zimmers fand man allerhand Sachen, die zu derartigen Juweliere, Gold- und Silberschmiede 34,31 M., die Schornstein­Tegel. Montag abend 8 Uhr findet in Trapps Festsälen eine feger 13,42 M., die Korbmacher 12,50 M., die Stell- und Nade- Handlungen wohl verwendet werden. Die gerichtsärztliche Deffnung Boltsversammlung statt. Reichstags Abgeordneter Dr. macher 10,81 M., die Steinfeger 10,01 M., die Bofamentiere und der Barfusstraße beerdigt wurde, bestätigte ebenfalls die Angaben der der Leiche, die gestern nachmittag auf dem Golgatha- Kirchhof an - der Leiche, die gestern nachmittag auf dem Golgatha- Kirchhof an David spricht über Gemeindepolitik. Handzettel- Verbreitung Seidenknopfmacher 8,33 M., die Schuhmacher 7,77 M., die Glaser der Barfusstraße beerdigt wurde, bestätigte ebenfalls die Angaben der Sonntag frith. 6,73 M., die Maler 5,23 M., die Schneider 5,11 M., die Sattler , Verstorbenen. schmiede 2,61 m., die Schmiede 2 M., die große, unter Leitung des Riemer und Täschner 4,76 M., die Töpfer 4,54 M., die Kupfer­Obermeister Rahardt, Reichstags- Kandidat für Calbe - Aschersleben , 1,54 M. und die Tapezierer- Innung 98 Pf.

Johannisthal . Die Versammlung des Wahlvereins findet Sonn­abend, abends 81, 1hr, im Restaurant Lindenhof", Friedrichstr. 61, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. der zweite Vortrag des Ges noffen Böste über das Parteiprogramm.

Mühlenbeck. Wahlverein Bezirk Bankow . Sonntag nachmittag 5 Uhr ist die regelmäßige Mitgliederversammlung im Gasthof" Zur Sonne" von Baersch, in der Genosse Jacob Bankow über:" Der Klaffenkampf im Ruhrgebiet " referieren wird.

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Alt- Glienicke. Der Wahlverein hält seine Mitglieder- Versamm Lung Sonnabend abend 8 Uhr bei Saß ab. Genosse Arends spricht über Arbeiterversicherung". Wir ersuchen die Mitglieder, zahlreich zu erscheinen. Der hiesige Radfahrverein 1897 versucht zu feinen am 4. Februar in dem gesperrten Lokal von Bohne statt­findenden Maskenball Billetts in Arbeiterkreisen abzusetzen; wir er­suchen, die Billetts zurückzuweisen.

nicht.

Lokales.

Der Vorstand.

Von den freien Innungen hat sich die der Konditoren im Berichtsjahre aufgelöst. Ihr Vermögen von 1766,18 m. wurde zur Berichtigung der vorhandenen Schulden verwendet, der Rest unter die Mitglieder verteilt.

Prinzen Eitel Friedrich find Tafel und Gala- Oper im königlichen Zu Wilhelms II. Geburtstag. Wegen der Erkrankung des Schloß zu heute abgesagt worden. Ein Krankheitsbericht von gestern morgen besagt übrigens, daß der Brinz eine ordentliche Nacht verbracht" habe. Sollten aus Anlaß der Erkrankung auch die Hof­lieferanten und folche, die es werden möchten, mit Jüuminationen zc. zurückhaltend sein, so wäre das sehr schicklich. Wollen die in diesem Fall in Betracht kommenden Geschäftsleute das er­sparte Geld dennoch für einen guten Zweck opfern, so können sie es

geraten zu sein. Gleich beim Beginn des Ausstoßes machte er Urkräftig scheint dieses Jahr der Bock der Brauerei Königstadt gestern morgen um 6 Uhr in der Schönhauser Allee tolle Sprünge. Auf dem Hofe der Brauerei hatten Arbeiter einen Wagen mit 70 Fässern beladen. Als sie sich umwandten, um die Pferde zu holen, setzte sich der Wagen auf der etwas abschüssigen Bahn plötzlich von selbst in Bewegung, lief zum Tor hinaus quer über die Schöns hauser Allee hintveg, rannte auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig einen Laternenpfahl um und drang durch den herabgelassenen Roll­Nr. 177 c ein, wo er arge Verwüstungen anrichtete. Der Sattler vorhang in den Laden des Sattlermeisters Heller in dem Hause meister war von diesem Frühbesuch des Ueberbocks ebensowenig erbaut wie die Brauerei, die ihn losgelaffen hatte.

Von Pferdehufen zerstampft. Einen entsetzlichen Tod fand gestern nachmittag der 58 Jahre alte Almosenempfänger Strofched aus Berlin auf der Chaussee zwischen Karlshorst und Ober- Schöneweide. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Dort war das Gespann eines Brauerwagens durchgegangen und Das Kaufmannsgericht für Berlin müßte ia den ausständigen Bergarbeitern im Ruhrrevier zuweisen. raste nach Ober- Schöneweide zu. Mitten auf dem Fahrdamm eigentlich schon fertig sein und seine Tätigkeit bereits begonnen Berliner Sterblichkeit im Jahre 1904. Die Sterbefälle haben schleppte sich K., welcher verkrüppelte Beine hat, mühsam vorwärts. haben aber so schnell arbeiten unsere städtischen Behörden sich in Berlin im Jahre 1904 wieder um reichlich 1509 vermehrt, Bergeblich bemühten sich vorübergehende Fußgänger, den Alten auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Der Almosen Diesmal trifft die Schuld allerdings weniger die nachdem schon das vorhergehende Jahr eine Zunahme um empfänger, welcher durch Kälte und Hunger schon ohnehin ge­Stadtverordneten- Versammlung als den Magistrat, der zu 31882 Sterbefälle vorgekommen( ohne die Totgeburten), 1100 Sterbefälle gebracht hatte. Im Jahre 1903 waren hier im schwächt war, vermochte den rettenden Bürgersteig nicht mehr recht­spät an die Ausarbeitung des Drisstatuts für das zu errichtende Jahre 1904 aber find, nach den vorläufigen Meldungen, rund zeitig zu erreichen. Im nächsten Augenblick hatten ihn die heran­Kaufmannsgericht herangegangen ist. Der Ausschuß, den die Ver- 33 400 Personen gestorben( ohne die Totgeborenen). Die im legten rafenden Tiere erreicht, warfen ihn zu Boden und zertrümmerten ſammlung im Dezember den Entwurf des Statuts zur Vorberatung Jahre eingetretene Vermehrung der Sterbefälle beläuft sich auf etwa im durch Huftritte Kopf und Brust. Man wollte den Verunglückten überwies, hat sich mehr beeilt und hat zu seinen sechs Sigungen nur 48 Prozent. Das ist erheblich mehr als die gleichzeitige nach einem Berliner Krankenhause überführen, er verstarb jedoch ebenso viele Wochen gebraucht. Was er zustande gebracht hat, Bunahme der durchschnittlichen Bevölkerungszahl Berlins , die wenig bereits auf dem Transport, ohne die Besinnung wieder erlangt zu wurde gestern dem Plenum der Versammlung vorgelegt und über 2 Prozent betragen wird. Diese Erhöhung der Sterblich­

wird.

über ein Jahr alten Personeit von 22 430 auf rund 23 600.

haben.

zur Annahme empfohlen. Den sozialdemokratischen feit ist nur zum Teil darauf zurückzuführen, daß im letzten Jahre Auf der Polizeiwache erschossen hat sich gestern abend der Mitgliedern des Ausschusses war es gelungen, mancherlei Ber - die Säuglinge in größerer Zahl als im vorlegten Jahre dahin- 19 Jahre alte Buchhalter Richard Lehmann , der Sohn eines besserungen des vom Magistrat aufgestellten Statut gestorben find. Die Sterbefälle vermehrten sich bei den Kindern Ziegeleibefizers aus Schlesien . Der junge Mann kam vor einem entwurfes durchzusehen; manches andere aber hatte dort leider des ersten Lebensjahres von 9452 auf etwa 9800, aber bei den Jahre nach Berlin , war seitdem in dem Kommissionsgeschäft von Wislaug u. Muhra in der Linienstr. 199a angestellt und bewohnte feinen Beifall gefunden. Einige dieser abgelehnten Vorschläge In der Frrenpflege der Stadt Berlin befanden sich am Schluß in der Chorinerstr. 72 ein möbliertes Zimmer. Er lebte flott, wurden im Plenum wiederholt, doch vermochte auch hier die des Jahres 1904 insgesamt 6840 Personen. Davon hatten nur ſpielte den Hausgenossen gegenüber den Bornehmen und liebte den freisinnige Mehrheit nicht, sich zu einer freieren und höheren 3834 in den eigenen Anstalten der Stadtgemeinde Aufnahme ge- entdeckten die Geschäftsinhaber einen nicht geringen Fehlbetrag, Verkehr mit Mädchen. Vor vier Wochen verlobte er fich. Gestern Auffassung der ihr durch das Kaufmannsgerichts- Gesetz gestellten funden, 1327 in Dalldorf, 1236 in Herzberge, 1271 in Wuhlgarten. dessen Höhe noch nicht genau festgestellt werden konnte. Sie sandten Aufgabe durchzuringen. Der Abneigung und dem Haß der selb. Die übrigen 3006 Personen waren in den zur Aushülfe mitbenutzten nach dem 12. Revier, von dem ein Wachtmeister und ein Schuy ständigen Kaufleute gegen die Einführung von Kaufmanns- Brivatanstalten oder bei Familien in Privatpflege untergebracht, mann den ungetreuen Buchhalter nach der Wache brachten. Während gerichten wurde wenigstens die kleine Genugtuung zu teil, 2387 in Privatanstalten, 619 bei Familien. Ende 1903 war die daß man den Wünschen der Gehülfenschaft nicht gar zu weit Gesamtzahl der in städtischer Jrrenpflege befindlichen Personen 6525. Revolver, schoß sich eine Kugel in die rechte Schläfe und brach auf man ihm hier die Taschen durchsuchte, nahm er plöglich seinen entgegentam. Sie hat also im Laufe des Jahres 1904 wieder um 315 zu­Die Debatte über die erneut eingebrachten Anträge der genommen, d. H. um ziemlich 5 Broz. Im Laufe des Jahres 1905 der Stelle zusammen. Die Leiche wurde noch in der Nacht nach dem Schauhause gebracht. fozialdemokratischen Fraktion war nicht groß und verlief ruhig. dürfte das siebente Taufend voll werden. Die Anträge wurden begründet von unserem Genossen Lieb­Zu unserem Bericht über den Eisenbahnzusammenstoß auf dem der Schauspieler Georg Ballisch aus der Langenbergstraße zu Wien , Selbstmordversuch eines Künstlers. Den Tod im Wasser suchte Inecht, der der Mehrheit vorhielt, daß das Drtsstatut in der Nordring( Nr. 18) erhalten wir von der Eisenbahnbehörde eine vier ber sich ohne Beschäftigung und Wohnung in Berlin aufhielt. Er vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung dem sozialen Charakter Seiten lange Berichtigung. Der größte Teil der Buschrift enthält des Kaufmannsgerichts- Gesetzes noch feineswegs voll gerecht jedoch lediglich einen Bericht über die Vorgänge beim Zusammen- prang an der Fruchtstraße in die Spree, wurde aber gerettet und Doch es blieb bei der Ablehnung. Für die vor- richtigung verwahrt sich schließlich gegen unsere Darstellung, nach stoß. Hierauf einzugehen, haben wir keine Veranlassung. Die Be- in ein Strankenhaus gebracht. geschlagene Personalunion zwischen Gewerbegericht und Kauf- der die Eisenbahnverwaltung an dem Unglücksfalle mitschuldig sei, Simmerbrande drei Kinder in der Langenbedstraße 3. Dort hat der In Erstickungsgefahr schwebten gestern vormittag bei einem mannsgericht, die in ein und demselben Vorsitzenden eine ge- da von Lokomotivführern schon seit langer Zeit darüber Klage ge- Stoclaternenfabrikant Karl Grundke mit seiner aus fünf Stöpfen meinsame Spize haben würden, stimmte außer der fozial- führt sei, daß die Signale auf der Strecke Wedding - Putligstraße bestehenden Familie eine kleine Hofwohnung inne. Während nun demokratischen Frattion fast niemand. Dem Antrag, Gebühren zu nahe beieinander ständen und so leicht zu Berivechselungen Herr G. gestern früh seiner gewohnten Beschäftigung nachgegangen, freiheit festzusehen und so beim Kaufmannsgericht führten. Dies wird von der Eisenbahnbehörde unter folgender Be- war, hatte sich gegen 9 Uhr auch seine Frau aus der Wohnung ent­eine tostenlose Rechtsprechung einzuführen, erging es gründung bestritten: Von einer Häufung von Signalen in der Nähe fernt, um in der Nachbarschaft Aufwartedienste zu verrichten. Ihre der Brücke könne nicht gesprochen werden, da nur zwei neu auf drei Kinder, ein zweijähriges Mädchen und zwei Knaben im Alter ebenso; auch er wurde bon der Mehrheit gegen gestellte Dedungssignale in ihrer unmittelbaren Nähe vorhanden von breiviertel und drei Jahren, eine mur geringe Minderheit abgelehnt. Damit erübrigte sich seien. An der Unfallstelle habe außerdem in der Nähe des Signals und Tagen noch im Bett schliefen. Vor einem Kachelofen, der bereits Feuer dann die von unseren Parteigenossen vorgeschlagene Resolution ein besonderer Posten gestanden, der mit der Handlaterne dem vom enthielt, hatte Frau G. Wäschestücke zum Wäschestücke zum Trocknen auf zugunsten der Einführung der Gebührenfreiheit auch beim Wedding her kommenden Zuge 8960 durch fortwährendes Schwenken gehängt und war dann fortgegangen. Als sie gegen 11 Uhr Gewerbegericht. Selbst gegen die vom Ausschuß akzeptierte noch besonders das Haltefignal gegeben habe. Es sei auch unzu- zrüdtehrte und die korridortüir aufschloß, drang ihr dichter Rauch Verbesserung, daß die Wahl der Beisitzer an einem Sonntag treffend, daß Beschwerden der Lokomotivführer über die mangelhafte entgegen. Erschredt rief sie die Hausbewohner zu Hülfe, die erfolgen soll, wurden im Plenum noch einmal Bedenken Anordnung der Signale laut geworden seien, daß sie aber feine schleunigst für die Alarmierung der Feuerwehr forgten. Diese holte geltend gemacht, doch erfreulicherweise ohne Erfolg. Berücksichtigung gefunden hätten. Weder bei der Direktion noch bei die drei fast regungslos im Bette liegenden Kinder jofort heraus und den beteiligten Inspektionen seien dergleichen Klagen angebracht. behandelte sie mit Sauerstoff. Während sich bei dem Mädchen und Den russischen Studenten in Berlin traut man in Spigel- Hätte man dies getan, wäre man ihnen auf das sorgfältigste nach dem drei Jahre alten Knaben bald Erfolge zeigten, gab das 3/ jährige Kind trotz der forgfältigsten Behandlung nur schwache Lebenszeichen freifen, wie wir aus sicherer Quelle erfahren, eine Torheit zu, Wenn hiernach die Bahnverwaltung bestreitet, daß seitens der von sich. Es wurde daher schleunigst nach der Charité geschafft, die der Polizei einen vielleicht willkommenen Anlaß zu Gewalt in Frage kommenden Lokomotivführer jemals Stlage über die wo man indes wenig Hoffnung hegt, es am Leben zu erhalten, da maßnahmen gäbe. Anrüchige Elemente sind nämlich mit häufung der Signale auf der fraglichen Stelle vorgekommen wären, es sich um eine schwere auch vergiftung handelt. Der Eifer dabei, in der hiesigen russischen Kolonie für eine so müssen wir leider auf Grund unser nachträglich veranlaßten entstandene Brand konnte mit Leichtigkeit erstickt werden. Demonstration vor der russischen Botschaft Stimmung zu Recherchen doch hervorheben, daß die Lokomotivführer bei ihren Zu machen. Die in Petersburg von der Autokratie verübten Ver- fammentünften feit langer Zeit über den von uns angedeuteten Miß­brechen, so falkuliert man, werden die in Berlin lebenden stand geklagt haben. Jedenfalls wird das gerichtliche Verfahren, Russen zu einer solchen Demonstration mit leichter Mühe ge- bas gegen den unglücklichen Lokomotivführer, der den Busammen neigt machen; und den auf ein solches Ereignis präparierten stoß verschuldete, eingeleitet ist, bie streitige Frage Harftellen.- Herren am Alexanderplatz erwüchse dann die Aufgabe, unter Nach Unterschlagung einer gräßeren Summe flüchtig geworden den Demonstranten mit aller Gründlichkeit aufzuräumen. ist ein Buchhalter Karl Müncheberg, der in einem Laboratorium Allerdings denkt man unter den hier wohnenden Studenten befugt war, einzufassieren, zog am 18. d. M. bei Kunden des in der Chauffeestraße angestellt war. Der junge Mann, der nicht und Arbeitern russischer Nationalität nicht daran, der Reaktion Laboratoriums Beträge von 500 bis 600 m. ein und reiste am brannte es in der Königsbergerstr. 30 in einer Tischlerei. waren. Beide Tiere find bald darauf verendet. Bur felben Zeit in der gewünschten Weise gefällig zu sein; immerhin aber anderen Morgen ab. Seiner Mutter spiegelte er vor, daß er ge- Gerümpel und alter Hausrat hatte dann in der Beuffelstr. 51 in halten wir uns verpflichtet, Unkundige davon zu unterrichten, schäftlich verreifen müsse, während er an das Geschäft schrieb, er auf wessen Betreiben für eine solche Demonstration Stimmung fönne eines Fußleidens wegen nicht zum Dienſte tommen. Als einem Steller Feuer gefangen, das indes bald unterdrückt werden tonnte. Ein zweiter Kellerbrand beschäftigte später den 13. Lösch­gemacht wird. man sich später bei der Mutter nach seinem Befinden erfundigte, zug in der Linienstr. 52. Die übrigen Alarmierungen, die noch tam der Schwindel und die Veruntreuungen an den Tag. Münche in den letzten 24 Stunden aus der Seibelstr. 4, Breitestraße und berg hatte auch von der Flucht noch an seine Mutter geschrieben, noch aus einigen anderen Orten einliefen, waren auf blinden Lärm" daß es ihm gut gehe und daß er geschäftlich guten Erfolg habe. zurückzuführen. Durch diese Kniffe hat der Ungetreue vor seinen Verfolgern einen großen Vorsprung gewonnen.

gegangen.

"

Bom Berliner Jnnungswesen. Am 30. April 1904 bestanden in Berlin 62 Jnnungen( gegen 63 im Vorjahre), und zwar 44( gegen 45) freie und 18 Zwangsinnungen. Den freien Junungen gehörten ( am 31. Dezember 1903) insgesamt 11 648( gegen 11 744 am gleichen Tage des Vorjahres), den Zwangsinnungen im ganzen 17 105 ( 17 949) Mitglieder an, darunter 16 190( 17 096) 3wangsmitglieder Jmparitäts- Schmerzen. Das Fachblatt der Confektionär" be­und 910( 853) freiwillige Mitglieder. flagt sich darüber, daß bei dem letzten Ordensfeste von 2903 Orden Was die Zwangsinnungen betrifft, so ist der Mitgliederbestand nur 25 auf Kaufleute und Industrielle entfielen, also noch nicht ein­nur bei dreien gestiegen, und zwar bei den Töpfern um 44, bei den mal ein Prozent. Die Konfektion ist diesmal ganz leer aus Malern um 87 und bei den Tapezierern um 107. Eine Verminde gegangen. rung der Mitgliederzahl ist eingetreten bei den Tischlern um 41, bei den Sattlern, Riemern und Täschnern um 63 und bei den Schneidern fogar um 933.

Selbstmord auf japanische Art. Durch Bauchaufschlißen verfuchte fich gestern nachmittag der 47 Jahre alte Schloffer Dominitus Klapper aus der Parkstr. 51 das Leben zu nehmen. Der Arme leidet feit

Feuerbericht. In der Nacht zum Donnerstag wurde die Wehr nach der Gerichtstr. 23 gerufen, wo in einem isoliert stehenden Pferdestall Feuer ausgekommen war. Als der erste Löschzug eintraf, hatten die Flammen schon sehr an Ausdehnung gewonnen, da Heu, Stroh usw. überreiche Nahrung geboten hatten. Es mußte daher tüchtig Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu beseitigen. Zwei in dem Stall untergebrachte Pferde konnten leider erst gerettet werden, als sie bereits über und über mit Brandwunden bedeckt

Allerlei

Großfeuer fam gestern abend gegen 10 Uhr in der Schönlein­straße 5 aus noch nicht ermittelter Ursache aus und beschäftigte die Feuerwehr mehrere Stunden. Das vierstödige Quergebäude enthält verschiedene Fabrikbetriebe, und zwar befindet sich im dritten und vierten Stod die Holzbearbeitungsfabrik von O. Lange. In dieser war das Feuer im dritten Stock ausgekommen und hatte so schnell um sich gegriffen, daß die Mieter des angrenzten Seiten flügels anfangs gefährdet waren. Auf die Meldung Mittelfeue rüdten sofort jechs Löschzüge an, die in der Schönleinstraße u Boekhstraße Aufstellung nahmen. Brandinspektor Reinhard