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Nr. 183. 26. Jahrgang.

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Sonntag, 8. August 1909.

Die Hölle von fielczyn und der

Berliner Kommunalfreifinn.

Schar den großen Saal des Etablissements füllte.

G

Ueber den Mielczyner Fürsorgepastor Breithaupt und den ihn schüßenden Berliner Kommunalfreifinn hat am Freitag ein Volks­gericht geurteilt. Eine öffentliche Volksversamm lung, die nach der Germania "( Chausseestraße) einberufen worden ivar, um zu der schmachvollen Affäre Mielczyn Stellung zu nehmen, war besucht von zahlreichen Männern und Frauen, deren Stadtverordneter Genosse Dr. Alfred Bernstein, der an der Aufdeckung der in Mielczyn herrschenden himmelschreienden Zustände einen hervorragenden Anteil gehabt hat, gab das ein leitende Referat. Er erwähnte die langjährigen Bemühungen der im Rathaus ſizenden Vertreter der Sozialdemokratie, die rechten Vorbedingungen für eine vernünftige Durchführung der Er­ziehungsaufgabe zu schaffen, die der Stadtverwaltung durch die Waisenpflege und im besonderen durch die Fürsorgeerziehung ge­stellt ist. Wieviel da noch zu tun sei, das habe jetzt wieder der durch ben Vorwärts" eröffnete Einblick in das Mielczyner Prügel­stift, in die ölle von Mielczyn", gezeigt. Die Angaben des Vorwärts" über die Behandlung, die vielen Böglingen des Pastors Breithaupt widerfahren sei, feien in allem Wesentlichen bestätigt und in vielen durch weitere Feststellungen der nach Miel­czyn entsandten Untersuchungskommission noch überboten worden. Der Vortragende schilderte, wie er durch Vermittelung der Vor­wärts"-Redaktion die erste Kunde von dem Treiben Breithaupts erhielt. Ein entflohener Zögling, der mit Striemen und Wunden bedeckt in Berlin angekommen war, wurde ihm zugeführt. Bern­ stein untersuchte ihn und berichtete sofort an die Waisendeputation, stieß aber hier auf schroff abweisenden Zweifel. Seine Bitte, ihn sofort nach Mielczyn zu entfenden, damit er die Anstalt revidiere, hatte keinen Erfolg. Dann gingen dem" Borwärts" neue Mita teilungen über die Hölle von Mielczyn zu, und nun kam es zur Veröffentlichung jenes Artikels, der wie eine Bombe einschlug. Jetzt mußten die Vertuschungskünstler sich dazu bequemen, eine Untersuchungskommission abzuschicken, zu der auch Bernstein gehörte." Greuel fondergleichen" nannte der Vortragende die Dinge, die da festgestellt wurden.

Die Einzelheiten, die er seinen entsetzten Zuhörern mitteilte, sind im Vorwärts" schon mehrfach besprochen worden. Sollen wir sie hier wiederholen? Sollen wir, gegenüber den verloge nen Ableugnungen der aus dem Rathaus bedien­ten bürgerlichen Presse, erneut fonstatieren, daß Pastor Breithaupt und sein Inspektor Engels sehr schlimme Dinge selber haben zugeben müssen? Sollen wir daran erinnern, daß bis 50 Siebe, ja bis 100 verabreicht wurden; daß darauflos gehauen wurde auch für geringfügige Vergehungen, für Fluchtversuche, ja für die bloße Aeußerung, fliehen zu wollen; daß mit dem Schlagen von neuem angefangen wurde, wenn der geschlagene Junge wider spenstig" war, d. h. sich sträubte; daß geschlagen wurde mit der Reitpeitsche, mit dem Spazierstod, mit dem Gummiknüppel; daß Böglinge tagelang in den Keller gesperrt wurden; daß die regel­rechte Nahrung durch Wasser und Brot ersetzt wurde? Wir wollen einstweilen ganz absehen von noch schlimmeren, durch die Zög­linge gemachten Angaben, die von Breithaupt bestritten worden sind, die aber durch die uns von anderer Seite zugegangenen Mit­teilungen in ganz überraschender Weise unterstüßt wurden. Wie diese Behandlung gewirkt hatte, das hat Bernstein festgestellt durch förperliche Untersuchung von Zöglingen, wobei er offene Wunden und beträchtliche Narben fand. Durch seine Darlegungen vor der Versammlung riß der Referent die Zuhörer mit sich fort au heiß auflodernder Entrüstung. Immer wieder wurde er unterbrochen durch laute Zurufe des Entsehens und des Abscheus. Als er an die Mütter erinnerte und einige im Saal antvesende Mütter von Mielcayner Böglingen in lautes Weinen ausbrachen, ging eine tiefe Erbitterung durch die Reihen.

Was geschieht gegenüber diesen Taten eines Pastors, der den Erzieher spielen wollte? Zunächst wollte der Magistrat nichts tun! So gut wie nichts! Die schlimm sten" Jungen wollte man dem Pastor Breithaupt nehmen, er selber aber sollte auf seinem Posten gehalten und gestüzt werden und an den anderen Zöglingen mit mäßigeren Hieben weiter feine Kunst probieren dürfen.( Inzwischen hat der Magistrat feine Tattit ein klein wenig geändert; wir berichten darüber an anderer Stelle unseres Blattes.) Der Vortragende fragte, wie man fich wohl diese bisherige Haltung des liberalen Berliner Ma­gistrats zu erklären habe. Hinter Breithaupt steht Pastor von Bodelschwingh, fein Lehrer und Berater, der nicht nur in unserem Rathaus, sondern noch weit höher hinauf seine Freunde habe und

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Kleines feuilleton.

Mittelalter.

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Mein Professor ist ein Mann mit weißem Bart, lugen Augen und gebeugtem Nacken. Den ganzen Tag, ja oft noch spät nachts figt er im Studierzimmer inmitten von Büchern und Folianten. Manchmal, wenn es gelingt, ihn herauszulocken, oder wenn er zur sieht man, Stadt muß in die Universität und die Bibliotheken wie schwer es ihm ankommt, sich von dem Zimmer zu trennen: er macht ein wehmütiges Gesicht, denkt ständig über etwas nach und trippelt, ist er einmal fertig, in größter Eile daher, um nur mög­lichst bald heimzukommen. Da wirft er sich auf die Arbeit, als gelte es nicht Stunden, sondern Jahre einzuholen.

Mein Professor ist ein alter Mann. Aber sein Blid jung, sein Urteil scharf. Es ist ihm nicht gegangen wie so mancheni, den der Bücherstaub erstickte. Sein Empfinden ist wach. Sein Rat ist tief durchdacht, seine Erfahrung ein ganzes Leben. Er tennt nicht Dünfel, nicht Strebertum, im Gegenteil: jeder Erfolg macht ihn be­scheidener. Jeder regt ihn an, zu fördern, weiter zu schaffen.

Eines Tages bekam ich einen Brief. Er war von ihm. Könnten Sie nicht einmal kommen? Es müßte allerdings bald sein. Ich hätte eine Arbeit für Sie."

Nachmittags ging ich hinaus. Ich fand ihn im Studierzimmer; es war blau. Die Pfeife dampfte.

"

Guten Tag, Herr Professor!"

Guten Tag!"

Er erhob sich, schlug das Buch zu.

Ich hätte eine Arbeit für Sie. Nämlich ein Verleger wünscht ein Buch Soziale Zustände im Mittelalter. Wenn Sie das schreiben könnten?"

Das fonnte ich.

"

nicht verlegt werden solle. Hinter der Anstalt Mielcayn aber stehe Der 15. sächsische Reichstagswahlkreis( Mittweida - Limbach ) der Evangelische Verein für Waisenpflege in der Ostmark, stehe hat, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, am Ende des Bes die Germanisierungspolitit, bei deren Förderern der richtsjahres 27 Lokalorganisationen( 3 mehr als im Vorjahre), noch immer vom Blockgedanken erfüllte Liberalismus nicht an- 3335 Mitglieder( 293 mehr als im Vorjahre), 141 Gemeindever­stoßen wolle. Daher die Bemühungen, den Skandal von Mielczyn treter( 8 mehr als im Vorjahre). An den Parteivorstand wurden zu beschönigen und zu vertuschen! Eine Umkehr zu besseren 1750 M. abgeliefert. In der Generalversammlung kam es Grundsäßen der Fürsorgeerziehung sei von dort aus taum zu bei dem Punkt Presse" zu einer Aussprache über die" Chem­erwarten, sie müsse herbeigeführt werden durch die Sozial nißer Volksstimme". Die Genossen von Mittweida brachten eine demokratie, die im Kampf gegen die Verwahrlosung der Resolution ein, in der sie sich mit der Haltung des Blattes einver­Jugend den rechten Weg zu gehen wisse. standen erklärten. Genosse Heim- Limbach dagegen erklärte sich mit folgte eine sehr ausgedehnte Diskussion. Sie gab gleichfalls Machwert wie das Buch des Dr. Arthur Schulz hätte nicht fo Dem mit stürmischer Zustimmung aufgenommenen Vortrag der prinzipiellen Haltung der Zeitung nicht einverstanden: Ein so Beugnis von der gewaltigen Erregung, die durch die Aufdeckung freundlich besprochen werden dürfen. Auch die persönlichen Spizen des Mielczhner Treibens und durch die Vertuschungsmanöver des gegen die Leipziger Volkszeitung" wären beffer unterblieben. Der Berliner Kommunalfreisinns hervorgerufen worden. Die Mög- Bericht über die letzte Kreisversammlung sei nicht objektiv gewesen. lichkeit solcher ungeheuerlichen Zustände, wie sie in Mielczyn vor- Die Genossen Alban Landgraf- Limbach, Ehrlich- Limbach- Ober­gekommen sind, wurde von mehreren Rednern und Rednerinnen frohna und Winkler- Limbach schlossen sich diesen Beschwerden an. daraus erklärt, daß die meisten Erziehungshäuser noch immer Die Genossen Engelmann- Frantenberg, Raturow- Frankenberg, unter der Fuchtel von Pastoren stehen. Es wurde emp- Behmann- Mittweida und Redakteur Heilmann- Chemnik tratea fohlen, daß die unbemittelte Bevölkerung durch völlige Lossagung den Vorwürfen entgegen. Genosse Mehner- Hartmannsdorf ist von der Kirche bekunden möge, wie sehr ihr der Einfluß der mit der Haltung der Redaktion einverstanden, bittet aber, feine Schwarzen auf das Erziehungswesen als schwere Gefahr gilt. Die persönlichen Polemiken mit anderen Parteiblättern zu führen. Auf Lehren, die aus der Affäre Mielczyn sich im besonderen für die Antrag des Genoffen Heilmann wurde einstimmig beschlossen, über Frauen ergeben, wurden von der Genossin Matschke hervor- die Resolution von Mittweida nicht abzustimmen. gehoben, desgleichen die Nubanwendung, die bei den bevorstehenden Stadtberordnetenwahlen gegenüber dem Koms munalfreisinn zu machen ist. Von Gegnern wagte ein Die Berufungsinstanz beschäftigte sich am Donnerstag mit dem einziger sich hervor, ein Herr Scholl. Er behauptete feck, daß die Urteil des Schneeberger Amtsgerichts gegen die Genossen Redakteur Beschuldigungen gegen Breithaupt übertrieben und eigentlich nichts Bartels von der Chemnizer Volksstimme" und Geschäftsgehilfe bewiesen sei, und er pries Pastor Bodelschwingh, bei dem Herr Rülke in Schneeberg . Wegen angeblicher Beleidigung des Breithaupt seine Ausbildung zum Erzieher" sich geholt hat. Dieser Bürgermeisters Dr. v. Wohdt in Schneeberg war Rülte zu der un­Verteidiger des Prügelsystems überging mit Stillschweigen, daß geheuerlichen Strafe von 3 Monaten Gefängnis, Bartels zu 200 Breithaupt selber, wie schon gesagt, nur zu viele der gegen ihn Mark Geldstrafe verurteilt worden. Beide hatten Berufung gegen vorgebrachten Beschuldigungen als zutreffend hat eingestehen das Urteil eingelegt, desgleichen die Staatsanwaltschaft, der die müssen. Und er wußte nicht, daß Breithaupt sich zu entschuldigen Strafen noch zu gering erschienen. Das Urteil der Berufungs­gesucht hat mit einer Andeutung, die dahin aufgefaßt wurde, auch fammer lautet auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils bezüglich bei Bodelschwingh sei nicht zu knapp geprügelt worden. Genosse Nülke, der zu 300 Mart Geldstrafe verurteilt wurde; bei Bernstein sagte in feinem Schlußwort, aufs neue sei durch das Bartels soll es beim Urteil der ersten Instanz sein Bewenden haben. Verhalten des Berliner Kommunalfreisinns zur Affäre Mielczyn gezeigt worden, daß in unserer Stadtverwaltung nur von der Sozialdemokratie wie auf allen Gebieten, so auch im Erziehungswesen eine Förderung zu erwarten sei von der Sozialdemokratie, die allein auch das Hemmnis jedes Kulturfort­schrittes, das die moderne Gesellschaft beherrschende System des Rapitalismus beseitigen wolle.

Einstimmig wurde dann folgende Resolution angenom­men:" Die am 6. August in den Germaniasälen tagende Versamm lung hat mit Entrüstung Kenntnis genommen von den zum Simmel schreienden Zuständen in der Anstalt Mielczyn, der bis­her eine große Anzahl Berliner Fürsorgezöglinge in Pflege ge­geben war. Angesichts der vom Referenten angeführten sonnen­flaren Tatsachen protestieren die Versammelten gegen die fläglichen Vertuschungsversuche des liberalen Magistrats der Stadt Berlin , fie protestieren ferner gegen den die Bevölkerung auf das tiefste empörenden Beschluß desselben, einen Teil der Böglinge in dem Prügelstift zu belassen, ohne daß von dem Anstaltsdirektorium ein Personenwechsel auch nur versprochen worden ist. In Ueberein­stimmung mit dem Referenten sind die Versammlungsbesucher der Ueberzeugung, daß die Interessen der Berliner Einwohner von den städtischen Behörden gegenüber den Greueln in der Mielczhner Anstalt nicht im geringsten geschützt werden. Sollte der Magistrat seinen der Gerechtigkeit ins Gesicht schlagenden Beschluß nicht in Kürze rückgängig machen, dann wird es Sache der Berliner Be­bölferung sein, mit der fäumigen, die Mielcahner Verhältnisse be­schönigenden Behörde ein ernstes, nicht mißzuverstehendes Wort zu sprechen."

Aus der Partei.

Aus den Organisationen.

Die Parteibewegung im Reichstagswahlkreis Hanau- Geln­hausen- Orb hat nach dem Jahresbericht für die Zeit vom 1. Juli 1908 bis zum 30. Juni 1909 außerordentlich gute Fort schritte gemacht. Während der Organisation am 1. Juli 1908 3820 Genossen angehörten, waren am 30. Juni 1909 in 64 Filialen 5928 Mitglieder organisiert( darunter 784 weibliche)! Die Ein­nahmen und Ausgaben des Kreiswahlvereins schließen mit 20 784,11 Mart ab. Die Gemeindevertreter nahmen im April d. J. in Hanau an einem Lehrkursus über Kommunalpolitik teil, in dem als Lehr­träfte die Genossen Hoch und Dr. Wagner fungierten.

"

Was studieren? In Rußland ? Natürlich das " Genügen denn die Bücher nicht?"

" Sie sind farblos."

" So sprich doch mal mit dem Professor!"

Das leuchtete mir ein. Wenn niemand Rat wußte- der wußte welchen. Der fand schon das Rechte. Ich mache mich auf und fuhr

hinaus.

Er faß im Studierzimmer. Vor ihm lagen Bücher. Die Pfeife dampfte. Guten Tag, Herr Professor?"

"

Guten Tag! Na, wie weit sind Sie denn?"

"

Polizeiliches, Gerichtliches ufw.

Soziales.

Kinderauktion.

Als Beweis für die Tatsache, daß einzelne Behörden, denen das Gesez die Fürsorge für Kinder zuweist, dazu völlig ungeeignet sind, wird in dem mit großer Sorgfalt verfaßten, von der Zentrale für private Fürsorge herausgegebenen dritten Jahrgang des Jahrbuchs der Fürsorge" u. a. leider ohne Nennung der Orte folgender Beschluß eines Bürgermeisteramts mitgeteilt, der die Versteigerung eines Säuglings an den Mindestfordernden anordnet:

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" Der Armenpflegschaftsrat hat in seiner heutigen Sibung die Uebernahme des Kindes N. beschlossen. Dasselbe soll in M. abgeholt und sodann in E. öffentlich an den Wenigstbietenden bergeben werden. C., den 7. Juni 1907. Das Bürgermeisteramt." Ein ähnliches Inserat veröffentlichte dieser Tage eine Schweriner Zeitung. Es lautet:

Am Montag, den 9. d. M., mittags 1 Uhr, sollen im Schulzen. Hause zu Sutow bier Kinder( Waisen), drei Mädchen von 2 bis 5 Jahren und 1 Knabe von 2 Jahr, gegen Entschädigung vergeben werden. Der Gemeindevorstand."

Fehlt freilich der ausdrückliche Hinweis auf das Mindest­gebot. Derartige Fälle zeigen, wie notwendig auch zur Ver­hütung behördlich begünstigter, wenn auch nicht beabsichtigter Engelmacherei die von sozialdemokratischer Seite so oft be­tonte Schaffung großer Unterstützungsverbände ist, die aus Männern und Frauen auf Grund des allgemeinen gleichen Wahlrechts gewählt sind.

Bereitelte Prozeßverschleppung.

Ein gewisses Interesse, die Prozesse, die von ihren Angestellten gegen sie angestrengt werden, zu verschleppen, scheint die Berliner Nachtwache- Gesellschaft G. Goede n. Co. zu haben. Zwei bis vor furzem bei ihr als Wächter tätig gewesener Angestellte klagten beim Gewerbegericht auf Zahlung rüdständigen Gehalts und Rückzahlung der Kaution. Im vorigen Termin ließ sich die alleinige Inhaberin der Gesellschaft, Frau Clara Goede, vertreten. Jedoch konnte sich Mittelalter! begriffen ist. Nach einer Beschreibung, die in der Wochenschrift " Engineer " von diesem einzigartigen Fahrzeug gegeben wird, hat es bei einer Größe von 5000 Tonnen abgeschlossene Laderäume von 100 000 kubikmeter und fann im ganzen 65 000 Kubikmeter Früchte aufnehmen. Diese Laderäume sind aufs sorgfältigste mit gemahlenem Stort isoliert, der sie in einer Schicht von etwa 20 Zentimeter Dice umgibt. Die Behälter sind so gebaut, daß die Fruchtbündel während der Schiffsbewegung nirgends in Be­rührung mit metallnen Oberflächen kommen können. Soweit über­haupt solche in der Nähe sind, haben sie eine Schußkleidung von Holz oder Hanftauen. Die wichtigste und schwierigste Vorrichtung in dem Schiff ist eine sorgsame Anlage von Luftkanälen, die der Ladung dauernd kalte Luft zuführen und sie ganz damit durch­dringen. Die Abkühlung der Luft wird durch eine besondere Maschine bewirkt, wie sie zur Bereitung von flüssiger oder fester Kohlensäure benutzt wird. Auf diese Weise wird im Laderaum eine gleichmäßige Temperatur von 13 Grad erhalten, was für eine Fahrt, die sich größenteils in tropischen Meeren vollzieht, in An­betracht der großen Ausdehnung des Laderaums, als eine erhebliche Leistung zu bezeichnen ist. Trotzdem wird die Beschaffenheit der Ladung noch einer häufigen Prüfung unterworfen. Auf diese Weise ist alles dafür geschehen, um die Früchte in tadellosem Zu­stande bis nach ihrem Bestimmungsort Manchester zu schaffen. Die Bananen werden ohne jede Bedeckung verfrachtet. Die ebenso nahr­haften wie wohlschmedenden Bananen, die jetzt schon in England sehr beliebt und billig sind, werden durch diese Verfrachtungs­methode zweifellos noch wohlfeiler werden. Hoffentlich profitieren wir auch bei uns davon.

" Es will nicht recht," sagte ich. Die Bücher sind farblos." " Ja, das sind fie."

" Ich will nun nach Rußland ." Nach

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Rußland?"

Er sah erstaunt über die Brille.

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" Ja, es ist doch immerhin an der Quelle-" " Rußland!" fagte er. Rußland an der Quelle!" Dann sette er sich. Er sah mich an, schien etwas nicht zu ver­stehen Er wiegte den Kopf. Aber Herr Larsen! Soziale Bustände im Mittelalter! Bücherstudium? Da Knechtung, Ausbeutung! Und da Rußland? Mittelalter! das können Sie doch in Preußen haben!..." 2. P. Larsen.

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Humor und Satire.

Die Deutsche Gesellschaft für Vorgeschichte eröffnete ihre erste Hauptversammlung, die zugleich die erste deutsche Tagung für Vor­geschichte ist, am Sonnabend in Hannover . Die Gründung der Ge­daß auch in der wissenschaftlichen Welt der Grundsatz der Arbeits­fellschaft, die im Januar dieses Jahres in Berlin erfolgte, zeigt, teilung bei zunehmender Entwickelung der Forschung sich immer Mielcahniana. Der Pastor Breithaupt, der Leiter der mehr Geltung verschaffen muß. Bisher ist in Deutschland Fürsorgeerziehungsanstalt in Mielczyn, ist ein lieber Herr. Um feine die Vorgeschichte und vorgeschichtliche Forschung allzusehr " Nun denn einige Ratschläge. Studieren Sie die wirtschaftliche als Anhängsel der Anthropologie und Böglinge im Rechnen zu üben, mußte einer immer die Hiebe zählen, und der anthropologischen die ein anderer aufgezählt bekam. Ausbeutung. An Hand der Feudalherrschaft. An Hand der Kirche. Forschung betrachtet worden und neben dieser daher immer erst 29 zählte, der Gehauene aber behauptete, er habe schon 30 be­Als der Zähler eines Tages Die systematische Bollstnechtung. Die Inquisition , die Raubritterin zweiter und dritter Linie gekommen. Deshalb hat Profeffor tommen, entschied Breithaupt mit gütigem Lächeln:" Ich weiß nicht, Er hielt einen ganzen Vortrag. Sein erstaunliches Wissen schaffte für alles Belege, gestaltete alles bedeutungsvoll, 30g aus Dr. Kossinna, der den ersten Reichsdeutschen Lehrstuhl für Archäologie wer von Euch beiden Recht hat, fangen wir also mit den Peitschen. inne hat, und zwar an der Universität Berlin, sich schon längere Zeit hieben noch einmal von vorn an." allem Schlüffe. Als ich nach einer Stunde ging, hatte ich die Ge- bemüht, die vorgeschichtliche Forschung von der anthropologischen wißheit, die Aufgabe zu lösen. im Januar dieses Jahres die deutsche Gesellschaft für Vorgeschichte liebe. Ein Bögling wurde durch ihn zu drei Tagen Kartoffelfeller­etwas mehr loszulösen; es ist ihm und seinen Schülern gelungen, Pastor Breithaupt ist von einer unerschütterlichen Gerechtigkeits­zu gründen. Dieses Borgehen fand in den Streifen der archäolo­Dieses Vorgehen fand in den Kreisen der archäolo- arrest verurteilt. Der Jnspektor sperrte ihn, da der Kartoffelfeller gischen Forscher ungeteilten Beifall, so daß die Gesellschaft in dem schon auf Monate hinaus besetzt war, in den Kohlenfeller. Als Breit­halben Jahre ihres Bestehens rasch auf rund 300 Mitglieder an- haupt dies nach Verbüßung des Arrestes erfuhr, wurde er sehr böse, da der Kohlenfeller kleiner, dunkler und feuchter war als der Kartoffel­

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Auf meinem Tisch häuften sich Bücher, Chroniken, Tabellen, Weltgeschichten. Notizen lagen umher. Ich las nur vom Mittel alter, dachte nur aus Mittelalter vier Wochen lang. Dann sah ich, daß es so nicht ging. Es war farblos. " Ich muß nach Rußland ," sagte ich. Meine Frau erschrat.

Ja," sagte ich. Man muß an der Duelle studieren." Was studieren?"

"

Ich war ärgerlich. Den ganzen Tag schon war.ich ärgerlich.

gewachsen ist.

Das Bananenschiff. Eine große schottische Werft hat ein ganz teller. Er befahl deshalb, daß der Aufenthalt im Kohlenteller neuartiges Schiff gebaut, das eigens zur Verfrachtung von Bananen dem Zögling nicht als Strafe angerechnet werden solle, daß dieser eingerichtet ist und jetzt auf seiner ersten Fahrt nach West- Indien vielmehr die drei Tage im Kartoffelfeller absigen müsse. Jugend".)