Nr. 19.
Parlamentsberichte.
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Mittwoch, den 24. Januar 1894.
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11. Jahrg.
und
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Auch habe seine Partei in dieser Beziehung nichts gethan. Jede lung und Arbeitslosigkeit: Man organisire allenthalben ArbeitsDiakonissin, jede barmherzige Schwester, welche in das Haus nachweise, und man wird auch eine Statistik der Arbeitslosigkeit eines Arbeitslosen geht, um dort Hilfe zu bringen, habe für die erhalten. Er fordert ferner, daß man dem Arbeiter Arbeits33. Sigung vom 23. Januar 1894, 1 Uhr. Arbeitslosen hundert Mal mehr gethan als die ganze sozial- mittel gewähre, daß man die Arbeiterschuß- Gesetzgebung entwickle, Um Bundesrathstische: v. Bötticher, Nieberding. demokratische Partei.( Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) die Arbeitszeit verkürze, die Löhne erhöhe. Ich wünschte, daß Das Haus seht die Besprechung der Nothstands. Die Kathedersozialisten seien nicht mitschuldig an der sozialdemo- die sozialpolitischen Geheimräthe im Reichsamt des Innern sich Interpellation der Sozialdemokraten fort. fratischen Entwickelung, wie Herr v. Stumm glaube. Auffällig diese Warnung recht angelegen sein lassen. Dann wird es uns Abg. Dr. Kropatscheck( dt.) setzt zunächst auseinander, seien aber einige Anzeichen, daß die Sozialdemokratie sich nicht eine Freude sein, der Regierung bei ihrer Fürsorge für die warum er gestern den Abg. Bebel mehrfach unterbrochen habe. mehr so sicher fühle in ihrem Kosmopolitismus wie bisher. In Arbeiter mitzuhelfen. Allerdings helfen wir bei der Sozialreform Der Grund habe in dem Widerspruch gelegen, in dem der zweite der Wahlbewegung habe sie wiederholt die Fahne der Inter - nur dann, wenn wir das Interesse der Arbeiterklasse darin Theil seiner Rede mit dem ersten gestanden. Im zweiten Theile nationalität die Tasche gesteckt, habe vom deutschen genügend anerkannt finden. Die bisher gemachten Bettelhabe Herr Bebel ein wahres Schauergemälde von den bestehenden Vaterland, von sich als staatserhaltenden Elementen ge- reformen sind nach unserer Auffassung nicht geeignet, Stimmen ( Heiterkeit; Unruhe bei den Sozialdemokraten.) unsere weil bekommen, Zuständen entworfen, eine wirkliche Gespensterfurcht entwickelt; sprochen.( Heiterkeit; Unruhe bei fie zu wenig er fei wie von immerwährender Angst vor Agents provocateurs Serr Liebknecht habe mit Unrecht wegwerfend von dem sozialen geben durch deren Arbeit diejenigen Kreise, und Polizeianschlägen geschüttelt erschienen. An einen solchen Königthum gesprochen. Die Monarchie sei gerade heute in erster Fleiß doch erst die Möglichkeit des allgemeinen Wohl Köhlerglauben des Abg. Bebel habe er( Redner) so wenig ge- Linie berufen, soziale Schäden zu heilen. Die Kreuz- Zeitung " standes gegeben ist. Die Sparkassen Einlagen tönnen bei glaubt, daß er seinen Zweifeln durch Zwischenrufe den gerügten habe nicht Sehnsucht nach einem neuen Sozialistengejez gezeigt; Beurtheilung der Nothlage der Arbeiter feine Rolle spielen. Im Ausdruck gegeben habe. Irgend welche Fehler fämen bei der fie habe seinerzeit sogar die Aufhebung als wünschenswerth und großen und ganzen können die Arbeiter nicht ans Sparen denken. Polizei gewiß vor, aber damit eine etwaige Polizeiverschwörung zu nothwendig bezeichnet. Die Monarchie allein könne die Arbeiter Auf die Lage der mittleren Schichten der Bevölkerung lassen die begründen und jeden weiteren Beweis bis auf die wunderbare schüßen, sie könne dieses warme Herz aber nur haben, wenn sie Sparkassen- Einlagen eher einen Schluß zu. Uebrigens ist die Unterhaltung der beiden Offiziere dafür schuldig zu bleiben, unter der Devise des Christenthums diese ihre Aufgabe zu lösen Vermehrung der Sparkassen- Einlagen darauf zurückzuführen, daß darüber müsse man bei einem so flugen, flaren und versucht.( Beifall rechts.) die Krankenkassen durch die Gesetzgebung gezwungen sind, flüssige nüchternen Kopf, wie es Herr Bebel sei, sei, doch Abg. Singer: Herrn Kropatscheck haben die Lorbeeren des Gelder an diejenigen Stellen zu legen, wo sie ihrer am leichtesten ftaunt fein.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Herrn Bachem in der vorigen Session nicht schlafen lassen. Ich wieder habhaft werden können. Diese Gelder sind aber nicht Es sei ja nicht einmal neu, immer die Revolution durch die gehe darauf nicht näher ein, es ist nicht unsere Aufgabe, den als Spareinlagen der Arbeiter zu bezeichnen. Auch haben nach Polizei provoziren zu lassen, es sei das eine alte Geschichte, mit Blick des Reichstages und der Regierung von den Niederträchtig- den Bankbrüchen der letzten Zeit Leute ihre Gelder den Sparder man nur kleine Kinder graulich machen könne. Daß die feiten der Gegenwart abzulenken. Herr Kropatscheck hatte die fassen anvertraut, die sonst gar feine Kunden derselben sind. Sozialdemokraten so besonders muthvoll den Anarchisten ent- liebenswürdige Absicht Bebel unter Rosen zu begraben. Ob Bebel Woher hat der Staatssekretär Sie Berichte, daß sich die Steuergegentreten, habe man bisher nicht bemerken können; Vorsicht höher zu stellen ist oder Liebknecht, darüber streite ich mit ihm rückstände vermindert haben? Nach dem Bericht des Berliner fei jedenfalls bisher der bessere und größere Theil dieses Muthes nicht. Beide würden über den Beifall des Herrn Kropatscheck Magistrats für 1892/93, der von den Steuereinziehungsgewesen. Anarchismus und Sozialismus feien zwei ganz ver- betrübt sein. Um nicht der Feigheit geziehen zu wer- Beamten erstattet wird, ist das Gegentheil der Fall. Das Steuerschiedene Dinge; aber der staatenlose Zustand des Anarchismus den, will ich auch das Gebiet des Anarchismus ftreifen. einziehungs- Geschäft habe in noch höherem Maße unter den wirthund der sozialdemokratische Zustand hätten dieselbe Vorauss Der Unterschied zwischen Sozialismus und Anarchismus fann schaftlich ungünstigen Zeitverhältnissen gelitten als im Vorjahre. fegung, daß es in der neuen Welt auch ganz neue sündenlose grundsätzlich nicht schärfer bezeichnet werden als durch den Satz:( Hört! hört Auch an die Armenpflege find in Berlin erhöhte AnMenschen geben werde. Daran könne man nicht glauben; ohne die heutige Gesellschaft ist eine anarchistische, welche die Sozial- forderungen gestellt. Es sind in demEtatsjahr 1892/93 800 000 m. mehr Hilfe des Christenthums werde man keine neuen Männer ohne Selbst- demokratie in ihr Gegentheil verändern will. Wir bekämpfen als 1891/92 für Armenzwecke ausgegeben worden.( Hört! Hört) sucht erlangen, wie sich auch die Bildung steigern mag! Anarchisten die anarchistische Weltanschauung, wenn sie auch, eben weil sie 1893/94 ist der Armenetat bis jetzt um weitere 280 000 Mart und Sozialisten thäten genau dasselbe, fie predigen unausgesetzt eristirt, das Recht hat, für ihre Anschauungen zu kämpfen, aber überschritten. Nach den Mittheilungen der betr. städtischen Kreise Unzufriedenheit und Klassenhaß. Nach 1874 hat Herr Liebknecht wir sind nicht so polizeiwüthig wie die Konservativen, um ihnen wird vermuthlich der Armenetat dieses Jahr gegen das Vorjahr in einer Broschüre direkt ausgesprochen, die Frage des Sozia mit der Polizei das Lebenslicht ausblasen zu wollen. In der ca. 1/2 Million Mark mehr Mittel brauchen, um den Anforde= lismus werde auf dem Schlachtfelde gelöst werden; heute, wo sozialistischen Organisation werden die Forderungen des An- rungen zu genügen. Und dabei bekommen die Unterstützten nur die Partei sich gemaufert" hätte, tommen sie mit solchen Redens- archismis von selbst aufhören. Wir haben vor den Anarchisten 6-10 Mart monatlich. Welche Verhältnisse müffen da eingetreten arten nicht mehr. Die heutigen Anarchisten aber seien der alten keine Furcht und wir haben sie in Literatur und Agitation nie sein! Ein Nothstand der Arbeiter soll nur in den großen Auffassung treu geblieben. Marat und Robespierre waren auch anders behandelt als heute. Nur der Unverstand kann das Städten vorhanden sein. Aber wer die Presse aufmerksam verzwei Männer ganz entgegengesetzter Richtung, aber im Blut- Gegentheil behaupten. Wir werfen uns heute nicht zu Schüßern folgt, wird finden, daß auch in den mittleren und fleineren vergießen haben sie um die Palme gewetteifert. Wenn die der Anarchisten auf, sondern wir protestiren dagegen, daß gegen Städten die öffentliche Unterstützung mehr in Anspruch genommen Sozialdemokraten auch auf die Anarchisten schimpfen, sie em- irgend einen Bürger irgend welcher Parteirichtung Brutalitäten wird als früher. Allerdings tritt in den großen Städten der pfinden doch eine Art Konkurrenzneid, sie machen ihnen ihre verübt werden. Man will aber die Sozialdemokraten zugleich Nothstand am meisten in die Erscheinung und den ästhetischen Boltsversammlungen nach. In den Zusammenstellungen über die mit den Anarchisten treffen. Daß wir an der mangelhaften Geistern der Regierung ist es nicht angenehm, die Noth und Etrafen, welche unter dem neuen Kurs gegen die sozialdemokratischen Ausbildung der sogenannten qualifizirten Arbeiter schuld das Glend vor Augen zu sehen. Die großen Städte Führer in Presse u. f. w. erkannt worden sind, werden die gegen seien ist Schuld sind die sozialen Ver- find unrichtig. der Brennpunkt des öffentlichen Anarchisten verhängten Strafen gewissenhaft mitaufgeführt. hältnisse, welche die jungen Leute zwingen, in die Die Zentren der Industrie. Nach den Berichten des StaatsEine Arbeitslosenstatistit sei um so schwieriger, als zu den bei Fabriken zu gehen, um für die Familie den nothwendigen sekretärs existirt ein allgemeiner Nothstand nicht. Wir verzichten den schwer auseinander zu haltenden Kategorien der Arbeitslosen Lebensunterhalt zu verdienen. Das ganze heutige Handwerker- auf ein Spiel mit Worten. Mögen Sie den Nothstand an und Arbeitsscheuen noch eine dritte sehr große Kategorie hinzu- thum ist ja auch nichts weiter, als ein Theil des Großbetriebes. erkennen oder nicht, helfen Sie nur, ihn zu beseitigen; dann ist fomme, derer, welche nicht arbeiten können, d. h. arbeiten nicht Daß die Einführung des Achtstundentages eine Mebreinstellung es uns egal, welche Grenzen Sie dem Nothstand ziehen. Der gelernt haben, welche nicht qualifizirte Arbeiter sind. Die von unbeschäftigten Arbeitern zur Folge haben müßte, würde Abg. Möller hat wie der Staatssekretär das Kapitel von den Arbeitslosigkeit werde zunächst nicht abnehmen, sondern in dem- selbst dann zutreffen, wenn eine Vermehrung der Intensität der faulen Arbeitern berührt, die angebotene Arbeit nicht annehmen. selben Maße zunehmen, wie die Großindustrie sich weiter ent- Arbeit einträte, denn so groß kann diese nicht sein, daß sie die In Hamburg habe man teine Kanalarbeiter, feine Straßenwidele. Man tönne nun zwar nicht die Großindustrie aufheben, Differenz von 12 zu 8 Stunden ausgliche. Einen Arbeitsnach- reiniger finden fönnen. Aber diese Erzählung bekommt einen aber man dürfe auch nichts thun, um ihre Entwickelung zu beweis anders als auf Grundlage eines polizeilichen Schubs ganz anderen Anstrich dadurch, daß sie aus der Cholerazeit schleunigen, wie es u. a. durch den russischen Handelsvertrag ge- scheint sich ein Konservativer gar nicht denken zu können. Und stammt. Ein Unternehmer verlangte Kanalarbeiter, die er viel schehen würde. Es sei jedoch ein abgethaner manchesterlich wissen die Herren denn gar nicht mehr, daß die Arbeitgeber geringer lohnen wollte, als es dort üblich ist. Können Sie es freifinniger Standpunkt, ber die Landwirthschaft als ich erinnere nur an die Machinationen des Verbandes der den Hamburger Arbeitslosen verdenken, daß sie fich geweigert eine überwundene Periode, als ein absterbendes Wesen Metallindustriellen- es für eine Verlegung ihrer Würde be- haben, in das offene Grab hineinzusteigen? Diese Leute sollte betrachte, und Herr Rickert neulich und Herr Richter zeichnet haben, ihre Arbeitskräfte von Arbeitsnachweisestellen man hier im Reichstag nicht als Faulenzer, Tagediebe u. f. w. gestern hätten in dieser Beziehung die Situation gleich der Arbeiter zu beziehen? Es ist also ein ungerechter Vorwurf, hinstellen. Als Bebel gestern das Schneeschippen als eine mäßig falsch beurtheilt. Es sei nicht einfach damit abgethan, daß die Arbeiter etwas unterlassen hätten, was auszubauen schwere Arbeit bezeichnete, brachen die Herren drüben in daß an die Stelle des alten Grundbesizers ein neuer trete. Mit ihnen Arbeitgeber und Polizei unmöglich gemacht haben. ihr gewohntes Gelächter aus. Aber die Behauptung ist richtig. dem alten gehe ein ganz hervorragendes Kapital an Autorität Die Sozialdemokratie hat ihre Kräfte fchon längst Rönnen Sie sich nicht denken, daß schlechtgekleidete, schlecht und monarchischer Gesinnung von der Scholle fort. Die heutigen in den Dienst der freiwilligen Krankenpflege gestellt. genährte, aus anderen Berufen stammende, durch Noth und Zustände in Italien erklärten sich vor allem daraus, daß man Wir können ihnen da aus den letzten Jahren ein so leuchtendes Glend heruntergekommene Leute nicht im stande sind, dort mit dem Körnerbau längst aufgehört habe. Welche furcht- Beispiel von Hilfsbereitschaft entgegenstellen, daß alles, was Sie diese Arbeit zu leisten? Wie reint sich diese Auffassung mit bare Schädigung würde für unsere auswärtige Stellung, für anführen dagegen verblaßt. Während der Hamburger Epidemie Ihrer Sozialpolitik zusammen? Professor Herkner will, daß unser Militärwesen aus der Depossedirung der Landwirthschaft find sozialdemokratische Arbeiter in die Wohnungen gegangen, man dem Mann, der von den öffentlichen Körperschaften Arbeit entstehen! Wenn die ländliche Bevölkerung erst ganz in die haben Verhaltungsmaßregeln gegeben und dafür gesorgt, daß die begehrt, unter Ausschluß jeder entehrenden Bedingung Arbeit Städte gezogen ist, werden in der Stadt die Löhne so gedrückt, Kranken in die Krankenhäuser überführt wurden; sie haben sich gebe und in der Weise gebe, welche die erworbene Geschicklichkeit daß eine Umwälzung unausbleiblich ist. Dann wird die zuverlässige in den Dienst der Barmherzigkeit gestellt, obwohl sie eben der feiner Hand, sein höchstes wirthschaftliches Gut, nicht beein Armee fehlen, dann ist nur noch eine Masse da, der man nicht Fuchtel des Sozialistengesetzes entronnen waren, nicht blos für trächtigt. Dem Seher, Runsttischler, Weber, dürfe man feine mehr gewachsen ist; dann werden Sie oben auf sein.( Lachen links.) ihre Genossen sondern auch für die Bourgeoisie, deren nicht ge- fchwere Arbeit überweisen. Das ist ein gesunder sozialpolitischer Vorschläge zur Abhilfe seien von den Interpellanten nicht ringer Theil in Seebädern der Ansteckungsgefahr sich entzog. Gedanke. Bezüglich der Vorgänge am Friedrichshain stellte sich gemacht worden, jedenfalls fein einziger, der der augenblicklichen( Buftimmung bei den Sozialdemokraten.) Mit Gemeinpläßen Herr v. Bötticher auf den Standpunkt: Was nicht in den Atten Noth steuern könnte( Sehr richtig! rechts). Die Vorschläge auf wie dem des Staatssekretärs: Jeder bessere an sich, dann steht, ist nicht in der Welt. Er hat gewiß teine Beit gefunden, Kolonisation der Lüneburger Haide feien wohl nicht ganz ernst würden auch die allgemeinen Verhältnisse sich bessern, kann man eine Beitung zu lesen. In allen Blättern stand übereinstimmend gemeint; die Lüneburger Haide enthalte Landstriche, die an den Nothstand nicht aus der Welt schaffen. Aber warum fängt das Urtheil, daß das Auftreten der Polizei am vorigen Schönheit und Tragfähigkeit des Bodens ihres Gleichen suchen. der Staatssekretär nicht mit feinem eigenen Reffort an und Donnerstag ein durchaus unmotivirtes, gegen die Bürgerschaft Die Sozialdemokraten aber warnen doch vor der ländlichen bringt die sozialpolitische Gesetzgebung in Fluß? Ganz zugeben ein herausforderndes, ein brutales gewesen ist.( Zustimmung links.) Arbeit und nun wollen sie die Arbeiter doch in die Haide ver- fonnte freilich der Staatssekretär nicht, das wäre ja gleichbedeutend Ist es nicht der blutigste Hohn, daß dieselbe Bürgerschaft, aus schleppen; sie sollten doch ein wenig mehr Mitleid haben( Heiter mit der Verurtheilung der bürgerlichen Gesellschaft überhaupt. deren Steuern die Polizei unterhalten wird, die Schläuche, Säbel teit). Das Verlangen großer Bauten u. f. w. erfordere doch auch Darum sind Sie bemüht, den Nothstand als Ursache der heutigen und Pferde beschafft werden, die dort in Attion getreten find, große Mittel, von deren Bewilligung schweige aber die Bered Gesellschaftsorganisation zu leugnen. Das Auftreten des Staats- so trattirt wird? Nach dem Polizeikoſtengesetz ist die Stadt famfeit der Interpellanten. Die Sonntagsruhe sei leider in den sekretärs mag durch die Rücksicht auf die finanzielle Noth des Berlin verpflichtet, die sächlichen Kosten der Polizei zu tragen; gewerblichen Betrieben noch nicht durchgeführt; aber die strifteste Reichs beeinflußt sein. Er durfte den Herren, welche dem Reich dafür wird die Bürgerschaft von derselben Polizei niedergefnüppelt Durchführung würde nicht einem einzigen Arbeiter zur Mehr neue Einnahmen verschaffen sollen, das Geschäft nicht zu sehr bei einer Gelegenheit, wo nicht der leiseste Anlaß zum Eineinstellung verhelfen. Wenn Herr Bebel sich auf die Kreuz- erschweren. Herr Posadowsky und Miquel haben in der Stempel- schreiten der Polizei ist. Der Aufgabe, Hüterin der öffentBeitung" berufe, so habe er den Artikel des englischen steuer- Kommission mit dürren Worten zugegeben, daß die gewerblichen Ruhe und Sicherheit zu sein, steht das Auftreten Korrespondenten mißverstanden, dessen Schlußsatz selbstverständlichen Verhältnisse im letzten Jahre dauernd zurückgegangen sind. der Polizei am vorigen Donnerstag diametral gegenüber. lich ironisch gemeint gewesen sei. An und für sich hält Redner Dann ist die Behauptung gerechtfertigt, daß in der Arbeiterklasse Jch will es in diesem Augenblick dahingestellt sein laffen, ob das den achtstündigen Arbeitstag weder für unmöglich, noch für un- ein Nothstand vorhanden ist. Der Staatssekretär hat von der Berliner Polizeipräsidium die Arbeitslosen zum Widerstande hat bedingt schädlich; in England werde man vielleicht in der That günstigen Lage der Arbeiter in der Zuckerindustrie gesprochen. provoziren wollen. Wenn es aber irgend ein Mittel gegeben jest schon mit acht Stunden fertig; aber in Deutschland sei Sein Bericht stammt, wie Bebel bereits gestern bemerkt hat. aus hat, einen Zusammenstoß herbeizuführen, so ist es das Auftreten feine Einführung für jetzt unmöglich. Wenn in acht Stunden einer für die Zuckerindustrie günstigen Periode. Dann werden der Polizei gewesen. Die Arbeitslosen sind überfallen worden in genau so viel gearbeitet werde, wie jetzt in zehn Stunden, wozu die Herren uns helfen, die Zuckerprämien im Interesse der Zucker- einer Weise, wie es sonst nur bei Straßenräubern geschieht. Es follte die Industrie auch nur einen einzigen neuen Arbeiter ein- industrie beiseite zu helfen. Die Herren von der Regierung werden mußte also das Vorgehen ein geplantes gewesen sein. Wer die stellen? Wenn diese Voraussetzung aber unrichtig sei, dann würde doch nicht in einer Zeit wirthschaftlicher Depression Geld mit vollen gestrige Rede des Freiherrn v. Stumm hörte und seine vorman wohl mehr Arbeiter einstellen können; aber das würde wieder Händen an eine Industrie wegwerfen wollen, von der sie überzeugt jährige, dem kann gar kein Zweifel darüber entstehen, daß sie auf den Lohn drücken, und der Vortheil für die Arbeiterklasse sind, daß ihre Lage auch für die Arbeiter nicht ungünstig ist. ein neues Sozialistengesetz begründen sollte. Er hat gemeint, wieder verschwinden. Die Klagen über die Ersparnißpolitik des Wenn Herr v. Bötticher behauptet, daß Arbeitgeber mit schweren die Arbeitslosen seien behandelt worden, wie sie es garnicht preußischen Eisenbahnministers würden berechtigt sein, wenn diese Opfern ihre Arbeiter halten, so möge er doch auch den Berichten anders verlangen tönnten und hat auf die holländische Polizei Politik auf Stoften der Arbeiter und unteren Beamten geschehe. der Fabrifinspektoren seine Aufmerksamkeit zuwenden, aus denen hingewiesen. Daß eine solche Behandlung dem Jdeal des Frei Wo soll aber das Geld herkommen für die Mehrkosten, welche sich das Gegentheil ergiebt. Abg. Battermann hat bei der Be- herrn von Stumm entspricht, ist mir in feinem Augenblick die Erfüllung der Wünsche der Interpellanten in dieser Be- rathung der Tabatsteuer vom Standpunkt des Manchesterthums zweifelhaft gewesen. Er hat in seiner Rede dann auch einen ziehung erfordern würde? Im Laufe der Jahre werden die treffend und offen erklärt: Die Humanität hat ihre Grenze am Artikel benutzt, welcher von den Verwendungen der Millionen Anforderungen an den Staat immer größer und infolge dessen Geschäftsinteresse. Wenn Arbeitgeber in einzelnen Fällen Arbeiter handelte, welche die Sozialdemokratie den Arbeitern angeblich die Steuern immer höher werden, gegen diese Thefen läßt sich mit schweren Opfern halten, so ist es ein flassischer Beweis für auspreßt. Es wird ihm von Interesse sein, daß dieser Artikel Vernünftiges nicht einwenden. Das Verlangen eines Arbeits- den Charakter unferer ganzen Produktionsweise, welche von der Nationalliberalen Correspondenz" herrührt und daß nachweises sei berechtigt, aber von Reichs- und Staatswegen ihm eherner Nothwendigkeit gebietet, damit fogar behauptet wird, daß das Manuskript auf Reichstagspapier laffe sich das nicht machen. Das sei wohl im Zukunftsstaate ihm zu Zeiten der Prosperität die Arbeiter nicht fehlen, mit geschrieben war.( Heiterkeit.) Die Herren dort drüben können möglich, da tönne es wohl vorkommen, daß, wenn bei einem denen er dann feinen Profit erzielt. Sind irgendwo Arbeiter es sich gar nicht denken, daß jemand für fein Jdeal sein Geld Chauffeebau einige Steinklopfer fehlen, die Spitzen dieses Zukunfts- aus der Arbeit gegangen, fo find sie gewiß schnell aus opfert, weil bei ihnen alles, das Hurrahrufen u. f. w. bezahlt amtliche wird. Gesellschaftsstaates einfach dekretiren, die Genoffen Bebel und der industriellen Reserve Armee ersetzt. Was die Sozialdemokratie in ihrer Agitation groß Kropatscheck haben sich dieser Arbeit zu unterziehen.( Große Arbeitslosen- Statistit ist von uns stets gefordert worden. macht, das ist die Opferwilligkeit und die Ueberzeugung jedes Heiterfeit.) Ein Dirigiren von brotlos gewordenen Arbeitern Mein Kollege Molkenbuhr wird sehr gern bereit fein, Mitgliedes, daß es kein Opfer und feine Arbeit scheuen darf, durch das ganze Reich Reich von Behörde wegen sei eine in der Kommission für Arbeiterstatistik dafür einzutreten, um feine Pflicht zu erfüllen. Ferner hat Herr v. Stumm Utopie, denn ein solches Unternehmen würde einen Sturm der und, daß die Aufgabe des Reichs inbezug auf den Arbeitsnach- gemeint, daß die Ausgaben für die Militärvorlage gar nicht so Entrüstung im ganzen Lande hervorrufen. Herr Bebel babe weis in größeren Fluß kommt. Professor Herkner in Freiburg unproduktiv seien, wir hätten nur für diese und für die Steueralso nichts vorgeschlagen, was wie eine positive Abhilfe aussieht. fagt in einem feiner vortrefflichen Aufsäge über Arbeitsvermitte- vorlagen stiminen sollen. Wenn Sie glauben, daß durch die
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