Nr. 99. 31. Jahrgang.
Regierungsgelder für die
die Gelben?
Das Berliner nationalliberale Organ, der„ Deutsche Kurier", hat im Gegensatz zu zahlreichen anderen Blättern seiner Partei eine starke Abneigung gegen die Gelben und sympathisiert mit den christlichen Gewerkschaften. Das mag damit zusammenhängen, daß sein Chefredakteur seinerzeit als nationalliberaler Parteisekretär in Bochum genötigt war, mit den Christen zu techtelmechteln, um mit ihrer Hilfe den Genossen Hue aus dem Reichstag zu verdrängen. Wie dem aber auch sei, jedenfalls bringt der„ Deutsche Kurier" eine außer ordentlich interessante und, so viel wir wissen, bisher noch nicht bekannt gewordene Mitteilung über die hohen Gönnerschaften, deren sich die Wirtschaftsfriedlichen zu erfreuen haben. Er läßt sich von geschäzter Seite" schreiben:
„ Die sogenannte wirtschaftsfriedliche Arbeiterbewegung" ( Gelbe), die die nationale Arbeiterbewegung auf das Schlimmste gespalten hat, findet zurzeit ihre Hauptförderer in den konser vativ- agrarischen Kreisen. In den geheimen Konfe= renzen, die zu diesem Zweck unter Teilnahme faft sämtlicher preußischer Ministerien am 23. November 1912 und am 29. November 1913 im preußischen Abgeordnetenhause stattfanden, spielten der Bundesführer, Freiherr von Wangenheim, und seine Freunde die erste Rolle. Mit einem diesen Kreisen eigentümlichen kategorischen Imperativ forderten sie in diesen Konferenzen von der Regierung die erforderliche finanzielle Unterstüßung für diese Bewegung, und die Regierung gewährt infolge dessen der Bewegung namhafte finanzielle Förderung."
Es ist unbedingt notwendig, daß die Oeffentlichkeit über die hier erwähnte finanzielle Unterſtüßungsaktion der Negierung näher unterrichtet wird. Wenn der Gewährsmann des Deutschen Kuriers" seine Angaben nicht erweitern will, wird man versuchen müssen, durch eine Anfrage an den Reichsfanzler oder auf anderem Wege festzustellen, was an den Behauptungen des Deutschen Kuriers" wahres ist, und ob und mit welchem Recht die Regierung tatsächlich der gelben Bewegung mit öffentlichen Geldern zu Hilfe eilt!
Gewerkschaftliches.
tarifliche Arbeitszeit bleibt."
der Maurer bestehen
Freitag, 10. April 1914.
Die Vertrauensmännerversammlung erklärt, daß nur durch strikte Arbeitsruhe der 1. Mai würdig gefeiert werden kann. Deshalb erwartet die Versammlung, daß die Kollegen auch in diesem Jahre am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen. Ferner beschloß die Versammlung, daß der freiwillige 25- Pf.Beitrag weiter erhoben wird.
Hierzu ist noch zu bemerken, daß seit 1911 keine Aufbesserung der Löhne erfolgt ist, während die Lebensweise seit der Zeit eine ganz erhebliche Verteuerung erfahren hat. Auch ist der gegenwärtige Lohn für Steinmezen( 80-90 Pf.) durchaus nicht als zu hoch oder auch nur ausreichend zu betrachten, wenn berücksichtigt wird, Achtung, Klavierarbeiter! In letzter Zeit sind mehrfach in der daß dieser Beruf mit am meisten unter der chronischen Arbeitslosigkeit Beitung Klavierarbeiter nach Glasgow in England gesucht worim Baugewerbe zu leiden hat. Die Löhne der übrigen Steinarbeiter den. Nach den uns zugegangenen Mitteilungen sollen die deutschen bewegen sich zwischen 50 und 78 Pf., Löhne, die gewiß verbesserungs- Kollegen dort als Lohnbrüder auftreten, da ihnen zugemutet wird, bedürftig sind. weit unter den in Glasgow geltenden Lohnsäßen zu arbeiten. Durch allerhand Täuschungen sucht der Unternehmerverband die Ferner sind Klavierarbeiter nach Kristiania in Norwegen Deffentlichkeit für sich zu gewinnen. Baubehörden und Privaten verlangt worden. Die dortigen Kollegen befinden sich in Tarifgegenüber wird behauptet, die Arbeiterschaft fordere durchweg den streitigkeiten; es wird deshalb versucht, in Deutschland ArbeitsAchtstundentag sowie eine 10 bis 12 prozentige Lohnerhöhung. Lügen willige anzuwerben. haben furze Beine. Verschiedene Baumeister usw., welche sich an Wie diese beiden Fälle beweisen, ist es für Kollegen, die nach uns wandten, um Arbeiten in eigener Regie fertig zu stellen, waren dem Auslande gehen wollen, ratsam, recht vorsichtig zu sein. Vor höchst empört über das unlautere Verhalten des Unternehmer- Annahme solcher Stellungen sind stets erst Erkundigungen bei der Bauleitungen nicht Rechnung tragen; mögen sie ihren nicht geringen verbandes. Dennoch konnten wir dem Verlangen der verschiedenen Organisationsleitung einzuzichen. Einfluß nur auf die aussperrenden Firmen geltend machen. Die Branchenleitung der Klavierarbeiter. An Hilfstruppen fehlt es den Unternehmern natürlich auch in Achtung, Gärtner und Gartenarbeiter! Wegen Nichtinnehaltung diesem Kampfe nicht. Unter dem Schuße von Gendarmerie und der in der Handelsgärtnerei üblichen Arbeitszeit von 10% Stunden Polizei, Uniformierten und Nichtuniformierten, gehen Arbeitswillige im Sommer und 10 Stunden im Winter sind die Gehilfen der ihrem Gewerbe nach. Nieder SchönAus den Reihen der Ausgesperrten und Handelsgärtnerei bon H. Fasbender, Streifenden haben sich erfreulicherweise feine„ nüßlichen Elemente" bausen, Blankenburger Str. 21( Blumengeschäft Berlin , gefunden. In erster Linie sind es Poliere, Werkmeister und Posten Schönhauser Allee 21) in den Streit getreten. Herr Fasbender gesellen, welche die notwendigsten Arbeiten zu bewältigen suchen. hat die Durchführung der obigen Arbeitszeit( die selbst vom VorIn den Baugeschäften haben sich leider auch einige Techniker bereit stande des Arbeitgeberschutzverbandes empfohlen wird) wiederholt gefunden, Streitarbeit zu verrichten. An sich fann es durchaus nichts versprochen, sein Wort aber ebenso oft nicht gehalten. schaden, wenn die Herren Techniker und Poliere am eigenen Leibe Der Betrieb gilt darum als gesperrt. versuchen, wie weit die Leistungsfähigkeit eines Arbeiters geht. Eine erzieherische Wirkung für die spätere Behandlung der Arbeiter wird hoffentlich nicht ausbleiben.
Allgemeiner Deutscher Gärtner- Verein. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Deutsches Reich .
Die preußische Regierung gegen die Gewerkschaften.
Ein besonderes Kapitel in der Bewegung nimmt die Grabsteinbranche ein. Diese wollten die Unternehmer aus guten Gründen aus dem Spiele lassen. Sogar zu einigen Zugeständnissen Der Grund für dieses Ent verstanden sie sich für diese Branche. gegenkommen ist in der beginnenden Saison zu suchen. Nachdem die Grabsteinbranche den Winterschlaf hinter sich hat, winter ihr jetzt Die Verfügung des Berliner Polizeipräsidenten, wonach unsere einige„ fette Wochen". Den Nugen derselben möchten die Unter- gewerkschaftlichen Zentralverbände für politische Vereine erklär nehmer für sich allein in Anspruch nehmen und nach beendeter werden, ist nicht, wie vielleicht zuerst anzunehmen war, eine der Saison hätten sie leichtes Spiel, die tariflichen Bestimmungen einseitig festzusetzen. Auf den Leim trochen die Grabsteinarbeiter bekannten impulsiven Polizeitaten des Herrn v. Jagow, sondern sie nicht. Sie werden die günstige Konjunktur zu ihren Gunsten aus ist die Einleitung einer großen Aktion gegen die Gewerkschaften, die zunuzen wissen. Sie viel fann das faufende Bublifum aus Arbeiter von der preußischen Regierung vorbereitet wird. Herr v. Jagow freisen zur Förderung der Bewegung beitragen, indem es auf Dent- ist anscheinend nur der Eilfertigste in der Ausführung der Weisung mälern von Schrifthauern gehauene Schrift verlangt. Die Unter einer höheren Staatsbehörde. Regen Anteil hat er sicher an nehmer empfehlen nämlich jetzt geblajene Schrift als halt dieser neuesten reaktionären Tat, denn aus seinem Gutachten an barer und besser. Diese Behauptung entspricht nicht der Wahrheit das Oberverwaltungsgericht war schon bekannt, daß er und ist lediglich geeignet, die Handarbeit( das Schrifthauen) beim Minister wegen dieser Sache Vortrag gehalten hat. durch Maschinenarbeit( das Sandstrahlgebläse) zu ersegen. Im übrigen wird in den nächsten Tagen eine Liste der Geschäfte ver- Bei Herrn v. Dallwig wird er gewiß ein verständiges Ohr öffentlicht werden, welche den neuen Steinmestarif anerkannt haben. Wir gefunden haben, so daß jezt vom preußischen Ministerium aus dieser würden schon heute mit der Veröffentlichung beginnen, wenn die in reaktionäre Schlag gegen die gewerkschaftlichen Zentralverbände geBetracht kommenden Geschäfte, etwa 30, nicht zurzeit noch den führt wird. Terror des Unternehmerverbandes bezw. der Innung fürchteten. In Kürze dürfte sich die Zahl der Firmen verdoppelt haben, welche den Zum Kampf in der Berliner Steinindustrie. Tarif bewilligten, und der Terror illusorisch geworden sein. An alle Maurer und Bauarbeiter richten wir das dringende ErSeit Ende März tobt in der hiesigen Steinindustrie ein heftiger Kampf zwischen der organisierten Arbeiterschaft und ihren nicht ſuchen, uns in unserem Kampfe durch strikteſte Verweigerung aller minder gut organisierten Unternehmern. Derselbe ist von den Unter- in unser Fach schlagenden Arbeiten au unterstützen. nehmern eröffnet worden, weil diese nicht in eine tariflose Beit Zentralverband der Steinarbeiter. hineinkommen wollten. Sie verlangen von den Arbeitern die un- Ortsverwaltung Berlin , Engelufer 15 L. Fernspr. A. Morigpl. 11871. Veränderte Berlängerung der bisherigen Tarife auf weitere zwei Jahre, während die Arbeiter gewillt sind, das Tarifverhältnis nur dann zu verlängern, wenn ihre Forderungen Berücksichtigung finden. Dieselben lauten in ihren Hauptpunkten:
Die Bureaus der Berliner Gewerkschaftskommission und des Arbeiterfekretariats sind am Dienstag, den 14. April ( 3. Feiertag), geschlossen. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend.
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Verkürzung der Arbeitszeit von 9 auf In einer am Donnerstag abgehaltenen Versammlung jämt 8 Stunden und 5 Pf. Stundenlohnerhöhung licher Vertrauensmänner des Holzarbeiterverbandes empfahl Glocke ats Ausgleich für die täglich ausfallende halbe namens der Ortsverwaltung, den 1. Mai in gewohnter Weise auch in diesem Jahre durch Arbeitsruhe zu feiern und sich nicht beirren Ausgenommen von der Verkürzung der zu lassen durch die Bestrebungen der Unternehmer, welche den Ohne DisArbeitszeit bleiben die Versezer( mit Ausnahme Arbeitern die Maifeier illusorisch machen möchten. der Marmorverfezer), für welche nach wie vor die tussion wurde mit großer Mehrheit beschlossen:
Stunde.
Kleines Feuilleton.
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Das
folgerung ist, wie die Naturwissenschaften" in einer kurzen Zusammenfassung bemerken, von Professor Lummer während einer nächtlichen Ballonfahrt und beim Anblick des Sternenhimmels auf ihre Richtigkeit geprüft worden. Es ergab sich, daß nur die hellen Sterne auf Stäbchen und Zäpfchen Eindruck machen, während die schwächeren Sterne uns hauptsächlich durch die Stäbchen zum Bewußt
Theater.
Die brotlose Kunst. Aus Paris wird uns geschrieben: Antoine, der einstige Stürmer des ,, Théatre Libre", hatte längst Wasser in seinen Wein gegossen, als er vor acht Jahren die Direktion des zweiten nationalen Schauspielhauses, das Odeon übernahm. sein gebracht werden. Er brachte sogar den süßen Kitsch Alt- Heidelberg" mit, und wenn er mit einigen Inszenierungen Shakespeareicher Tragödien beDeutsches Theater: Scheiterhaufen, Kammerspiel deutende künstlerische Arbeit vollbrachte und an den Nachmittagen von August Strindberg . Das Stück hinterließ in der von des Sonnabend manches ernste ältere und moderne Werk vorgeführt hat, so hat er auch dem Geschmack des schlappen, nur durch eine erotisch- Reinhardt vor geladenem Publikum veranstalteten Matineevorstellung raffinierte Mischkunst aufzuweckenden Bourgeoispublikums reichlich wesentlich denselben Eindruck, wie vor Jahren in der Berliner Ersts Rechnung getragen. Und nun ist er doch pleite. Zwar hat ihm das aufführung durch Direktor Lang. Die Szenen bedrücken, doch sie Parlament vor furzem einen Subventionsvorschuß von 125 000 Fr. erschüttern faum; sie häufen so absichtsvoll das Widerwärtige, bewilligt, aber die Gläubiger haben auch schon Pfändungsantrag schwelgen in so leidenschaftlich anklagendem Hasse, daß das darauf gestellt. Die Gesamtschulden betragen 300 000 Fr. und Uebermaß feinen rechten Glauben an dies Schicksal und diese 40 000 Fr. hat noch das Personal zu fordern. So mußte der Unter- Menschen aufkommen läßt. Auch dieses Strindbergstück, eines aus späterer Zeit, ist die Abrechnung mit einer Frau: diesmal einer richtsminister Antoines Demission zur Kenntnis nehmen. älteren, der Mutter zweier erwachsener Kinder, die ihre ehelichen Odeon ist das einzige große Theater auf dem linken Ufer. Es liegt Bosheiten, Tücken und Untreue noch durch mütterliche Niedertracht im Zentrum der Intelligenzbezirke. Fünfzehntausend Studenten wohnen da und Tausende Professoren, höhere Beamte, Intellektuelle und ganz berrückten Geiz steigert. Der junge Liebhaber, den sie sich verschiedener Berufe. Aber die einen haben kein Geld für Theater- hielt, ein Ausbund skrupelloser Roheit, hat in Hoffnung auf eine besuch übrig, die anderen besuchen lieber die Boulevardtheater mit hohe Mitgift das blind in ihn verliebte Töchterchen geheiratet. ihren stärkeren Reizungen. Die Jugend aber bevorzugt die Bars hofft die Mutter ihn auch später in ihrer Nähe zu behalten. Nach dem Tode des Vaters bricht über sie und ihrem morschen Stamm und die Kientöppe, die sich immerzu vermehren. das Verhängnis zusammen. Der franke, im Trunk Betäubung Die Regierung wird voraussichtlich das suchende Sohn, der immer zu dem Vater hielt, und die dem mütterAntoines nicht annehmen. lichen Einfluß unterworfene Tochter finden sich in ihrem Schmerz Wie man in der Sternennacht sieht. Man weiß seit langem, zusammen. Ein hinterlassener Brief des Verstorbenen bekräftigt sie daß die eigentlichen fehenden Bestandteile der Netzhaut des Auges in ihrem Bund. Der Schwiegersohn, der in der Hinterlassenund nun seine Wut an der Alten die sogenannten Stäbchen und Zäpfchen sind, die in großer Auswahl schaft kein Geld findet vorhanden sind. Die Stäbchen, von denen ganze Gruppen an einem ausläßt, wird abgeschüttelt; und furchtbar entlädt sich dann die Nervenstrange sitzen, sind über die Nezhaut verteilt, mit Ausnahme durch ein ganzes Leben lang zurückgehaltene Empörung der Kinder Stäbchen, sondern nur rund auf der Mutter Haupt. Sie streitet ab, sie lügt. Und dann, als der Netzhautgrube, Diese Nezhautgrube spielt alles das nicht hilft, scheints einen Augenblid, als rege sich etwas 4000 Säpfchen vorhanden sind. beim Sehen eine besondere Rolle, da das Bild eines ins wie reuige Scham in ihrer Seele. Doch schon im nächsten AugenWährend blick ist diese Regung der Weichheit weggespült, ist sie wieder die Auge gefaßten Gegenstandes gerade dorthin fällt. nun der Bau der Netzhaut längst bekannt war, haben erst vor jeder Selbstbestimmung gefeite freche Lügnerin. Der franke Sohn, halb die neueren Untersuchungen über die verschiedene Tätigkeit von trunken, legt Feuer in die Wohnung. Mag alles untergehen, das ist Räpfchen und Stäbchen beim Sehorgane Aufschluß gegeben. Die einzige Rettung! In Wahnsinnsangst stürzt sich die Mutter aus Sohn und Tochter aber harren im ertasischen Anknüpfend an die physiologisch- optischen Untersuchungen Lummers dem Fenster.
voraussichtlich das Entlassungsgesuch
wo feine
So
Die„ Ostsee- Zeitung" will nämlich aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die preußische Regierung die Unter stellung der sozialdemokratischen Gewerkschaften unter das Reichsvereins geses beschlossen habe. Die erste Folge dieses Beschlusses sei das Vorgehen des Berliner Polizeipräsidenten gegen die Zentralverbände der Gewerkschaften in Berlin . Gleiche behördliche Maßnahmen durch die übrigen Polizeiverwaltungen Preußens ständen unmittelbar bevor.
Eine ganz gleiche Meldung wie die Ostsee- Zeitung" bringt die ,, Braunschweigische Landeszeitung". Sie weiß zu melden, daß auch die übrigen Polizeiverwaltungen Preußens in allernächster Zeit dem schaftlichen Zentralverbände für politische Vereine erklären werden. Borbilde des Berliner Polizeipräsidenten folgen und die gewerk. Schon wissen die Scharfmacherblätter jubilierend zu verkünden, daß die sozialdemokratischen Gewerkschaften zwangsweise ein Fünftel ihrer Mitglieder verlieren durch den Ausschluß der jugendlichen Fenster hineinwehen ließ, erwies sich auf die. Dauer weniger stimmungsvoll als störend.
Humor und Satire. Das Beichtschema.
dt.
In Steele hat ein katholischer Jugendbildner achtjährige Kinder ein Beichtschema mit zweiundzwanzig Sündenrubriken abschreiben lassen. Darunter Punkte wie
4. Ich habe zweimal geflucht.
13. Ich habe Unteusches zweimal freiwillig gesehen.
16. Ich habe Unteusches einmal allein getan.
18. Ich habe Geld gestohlen. Wieviel? Und so lieblich weiter.
Wir empfehlen dieses erzieherische Dokument zur Nachahmung auch für das öffentliche und politische Leben und schlagen deshalb folgende Schemata für Erwachsene vor:
Für einen nationalliberalen Parteiführer. Dies ist meine Wochenbeichte:
1. Ich habe viermal im Dunkeln gemunkelt.
2. Ich bin siebenmal umgefallen".
3. Ich habe viermal Reaktionäres freiwillig geduldet.
4. Ich habe fünfmal eigenhändig Gegensäge" verkleistert. Für Minister:
Dies ist meine Wochenbeichte:
1. Ich habe einmal freiwillig die Volksvertretung beschwindelt. 2. Ich habe siebenmal bewußt an meinem Stuhl geklebt.
3. Ich habe zwei und ein halbes Mal Schriftstüde unterzeichnet, ohne sie zu lesen.
4. Ich habe dauernd gegen nicht homogene Kollegen„ geschoben". 5. Ich habe vierzehnmal auf das" Volt" gehuſtet.
Für einen modernen Staatsanwalt: Dies ist meine Wochenbeichte:
1. Ich habe zweimal flaffische Gemälde„ unfittlich" durchschnüffelt.
2. Ich habe viermal unbewußt nach meinem Klassenbewußtsein beantragt.
3. Ich habe zwei moderne Dramen positiv mißverstanden.
4. Ich habe sechs Kabinettsorders und drei Polizeiverordnungen aus der Schwedenzeit ausgegraben.
5. Dafür habe ich freiwillig einen Drden bekommen.
Notizen.
Anag
über das Sehen bei Sternenlicht, macht F. Linke im„ Weltall " Todesdrang der Glut entgegen, sinten im feurigen Qualm erstickt zu hierüber Mitteilung. In erster Linie nehmen die Sehelemente der Boden. Frau Rosa Bertens spielte die Rolle der Alten mit gleicher Netzhautgrube das vom optischen Apparate des Auges entworfene Bild genau auf, und man betrachtet daher einen figierten Gegen- Meisterschaft, wie in der Langschen Aufführung. Das franthaft -Runstronit. Der Kunstsalon von Paul Caffirer bleibt stand hauptsächlich mit den dort vorherrschenden Zäpfchen. Im dunklen Gebundene, Bornierte, die hysterische Furcht, das ganze Heer verwunderbar plastisch zum Ausdrud. am Freitag sowie an beiden Ostertagen geschlossen. Dämmerlichte arbeiten aber die Räpfchen schlecht, und das Auge stockter Leidenschaft fam wunderbar plastisch Theaterchronit. In den Kammerspielen des verlegt deshalb im Dunkeln das Bild unwillkürlich außerhalb der Auch Abels ausgezeichnete Leistung als Schwiegersohn ist schon Dunkeln von damals her bekannt. Neu war Else Bassermann in der Deutschen Theaters findet am Dienstag eine öffentliche Wiederholung Nezhautgrube, wo die Stäbchen liegen, die im besser sehen können, als die Zäpfchen. Nach den Lummerschen Figur der Tochter, eindrucksvoll in den Momenten des Affekts, doch von Strindbergs, Scheiterhaufen" statt. Schachnachrichten. Am 1. und 2. Dsterfeiertag findet im Versuchen sehen die Stäbchen zwar im Dunkeln besser, aber im Geflüster der intimen Szenen vielfach schwer verständlich; neu es fehlt ihnen in hohem Grade an Farbenunterscheidung. Im all endlich Moissi als Sohn. Ein ergreifend schlichtes Bild sich still Leipziger Volkshause ein Schach wettkampf statt, in dem Berlin gemeinen tann man danach sagen, daß die Zäpfchen den farben verzehrenden, manchmal im wilden Ausbruch auffladernden Leidens, gegen Leipzig, Chemnik, Dresden und Dönschten spielt.- Gäste Abfahrt am 1. Feiertag früh 5.85 Uhr tüchtigen Hellapparat und die Stäbchen den jehtüchtigen Dunkel mit Rosa Bertens der Mittelpunkt des Interesses. Der ewige Sturm, fönnen daran teilnehmen. apparat im menschlichen Auge darstellen. Diese interessante Schluß- den Reinhardts Regie nach Strindbergs Vorschrift zum offenen vom Anhalter Bahnhof , für Nachzügler 7.10 Uhr.
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