Wg. Dr. Liebknecht(Soz.):' �' Ich bedaure, durch den Schluß der Debatte verbindert zu sein, eine Reihe sehr wichtiger Beamtenwünsche bei diesem Etat vorzutragen. Durch den beamtenfeindlichen Beschluß diese? Hauses (große Unruhe rechts) bin ich verhindert, dies zu tun, behalte mir aber bor, mit verstärkter Energie im nächsten Jahre diese Wünsche vorzubringen. Präsident Graf Schwrrin-Lüwih: Gegenüber den wiederholten Klagen der Sozialdemokraten, nicht genügend zum Worte zu kommen, möchte ich Ihnen einige Daten mitteilen. Wir haben zur Etatsberatung 77 Sitzungen mit einer Gefamtredezeii von 444 Stunden gebraucht. Die Sozialdemokraten haben in diesen 77 Sitzungen 72 Stunden gesprochen, jeder einzelne also 7,2 Stunden. Das ist etwa siebenmal so viel als die übrigen Mitglieder des Hauses. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit einer Verringerung der Längs und der Zeit der Reden. Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Nach außen hin mag die Statistik des Herrn Präsidenten viel- leicht den Eindruck machen, daß die 72 Stunden, die wir hier beim Etat gesprochen haben, sehrwenigsei.(Große Heiterkeit.) Ja, Sie dürfen nicht vergessen, daß Sie(nach rechts) alle Ihre Wünsche entweder direkt bei den Herren der Regierung oder in der Budgetkommission vorbringen können, während wir gezwungen sind, alles im Plenum vorzutragen. Die Statistik beweist, daß wir genau den sechsten Teil der Zeit für uns in Anspruch ge- nommen haben. Das kommt daher, daß wir hier nur 1l) Mann sind, die sich für verpflichtet halten, die Wünsche der Wählerschaft zum Vortrag zu bringen. Wir müssen eben die große Zahl der Wähler tzerücksickitigen, die hinter uns stehen. Von diesem Standpunkt aus tzbrfen Sie(nach rechts) überhaupt nicht reden. Die Rechnung des Präsidenten ist überhaupt recht merkwürdig. Ziffernmäßig käme danach auf jeden Abgeordneten eine Stunde, durchschnittlich find aber bielleicht nur 100 Abgeordnete anwesend.(Sehr richtig! links.) Da sollte man doch lieber nachprüfen, wie viel Redezeit von de» Anwesenden gebraucht worden ist. Das würde ein wesentlich andere? Ergebnis haben.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Präsident Graf Schweriv-Löwitz: Ich habe meine Mitteilungen nur aus Anlaß der immer wiederkehrenden Klagen der Sozialdemokraten wegen Beschränkung der Redefreiheit aus eigener Initiative gemacht. Abg. V. Pappenheim (f.) beantragt Schluß der GeschästSordntmsSdebatte.(Zurufe bei den Sozialdemokraten: Feigheit!. Stürmische Rufe rechts: Zur Ord- nung!) Präsident Graf Schwerin-Löwitz ruft die Abgg. Hirsch(Soz.) und Hoffmann(Soz.) wegen der Zwischenrufe zur Ordnung. Der Antrag auf Schluß der Geschästsordnungsdebatte wird mit den Stimmen der Rechten und des Zentrums gegen die Stimmen der Linken einschließlich der Nationalliberalen angenommen. (Zuruf recht?: Die Nationalliberalen, feine Gesellschaft!) Der Etat der GenossenschaftSkasse wird angenommen. Beim Etat der Verwaltung der direkten Steuern beantragen die Nationalliberalen die Wiederherstellung der in der zweiten Lesung gestrichenen sechs Steuerkommiflare. Nachdem einige Redner gesprochen haben, entspinnt sich über einen Schlußantrag eine GeschäftSordnungsoebatte, in deren Verlauf Abg. Ad. H o f f m a n n(Soz.) einen zweiten Ord- nnngSruf erhält. Der Antrag Friedberg wird von der aus der Rechten und JE«.Zentrum besehenden Mehrheit abgelehnt, der Etat der di- rekten Steuern und eine Reihe weiterer Etats angenommen. Nächste Sitzung: Sonnabend 10 Uhr. Rest des Etats(Kultus- etat). Die Besoldungsnovelle soll an erster Stelle auf die TageS» Ordnung der Montagssitzung gefetzt werden. Schluß<% Uhr.__ Mus Ser Partei. Aus den Organisationen. Der Wahlverein Randow-Greifenhagen hielt am Sonntag seine 11. Krciskonferenz in Frauendorf bei Stettin ab. Der Jahresbericht, der ihr vorgelegt wurde, konnte kein günstiger sein, weil die verunglückte Werstorveiterbewegung auch dem Partei- verein schweren Schaden zugefügt hat. Einmal weil während der zwei Monate Streikdauer zahlreiche Mitglieder von der Beitrags- leistung befreit waren, zum anderen, weil die über die Taktik ider Gewerkschaftsführer ungehaltenen Werftarbeiter� überhaupt zum Teil alles Vertrauen zur Arbeiterbewegung verloren und wie aus der Gewerkschaft, so auch aus dem Parteiverein austraten und den Bezug der Parteipresse einstellten. Es war deshalb fast in allen Abteilungen des Vereins ein Rückgang eingetreten, der erst in den letzten Monaten einem erneuten Aufstieg Platz machte. D« Mitgliederzahl des Vereins ist von 44S6 im Vorjahr auf 4299 am Schluß des Berichtsjahres gesunken. Die Zahl der Partei. Matt-Abonnenien ist 5131, steht also in gar keinem Verhältnis zu der großen Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter des KttiseS, die trotz eifrigster Agitation nicht für die Arbeiterpresse zu gewinnen sind. Hätte nicht die rote Woche 606 neue Mitglieder und 576 Abonnenten gebracht, wäre das Resultat noch ungünstiger gewesen. Dabei ist fleißig gearbeitet worden. ES wurden 55 öffent- liche und 172 Mitgliederversamimlungen veranstaltet und 221 000 Flugblätter verbreitet. Der prinzipiellen Aufklärung dienten dann 140 000 Nummern des vom Verein herausgegebenen„Sozialdemo- krat", außerdem dienten 28 000„Pommersche Bolkskalenver" und 2000„Arbeiberführer" der Propaganda. Für die weiblichen Mit- glieder werden alle 14 Tage besondere DiSkufsionsabeüde abge- halten, die sich gut bewährten. In dreizehn Gemeinderatswahlen wurden 17 Kandidaten des Vereins gewählt, der jetzt insgesamt in 17 Gemeinden 39 Vertreter in die Kommunalparlamente ent- sendet. Die LandtagSwahl hatte 2362 sozialdemokratische Stimmen und 79 Wahlmämier ergeben. Das Vermögen des Vereins sank infolge der widrigen Umstände auch von 3299,44 M. aus 1543,68 M. Die Genossinnen erhielten bisher die.Gleichheit" auf Vereins- kosten geliefert, da man aber angesichts des schlechten Kassenergeb- nisses sparen will und nicht glaubt, die Beiträge erhöhen zu dürfem so beschloß die Kreisgcneralverscunmlung nun, die obligatorische unentgeltliche Lieferung der.Gleichheit" vom 1. Juli ab einzu- stellen und unsere Frauenzeitung zum Breis von 5 Pf. pro Exemplar an Abonnentinnen zu vertreiben. Einen wichtigen Be- schluß saßt« die Versammlung dann noch in bezug auf die Mai- feier, die in diesem Jahre in Stettin und Vororten völlig bedeu- tungSloS verlief. Nachdem Genosse Hanisch, der Vorsitzende des Vereins, und Genosse K ö r st e n, der Reichstagsabgeordnete des Kreises sie eingehend begründet hatten, wurde mit allen gegen 6 Stimmen folgende Resolution angenommen: .Die KreiSgcneralversammlung deS Wahlvereins Randow- Greifenhagen erklärt: Der bisherige Verlauf der Maiseier hat bewiesen, daß unter den gegebenen Verhältnissen die Arbeits- ruhe nicht durchzuführen ist. Es wird deshalb beschlossen, beim Deutschen Parteitag in Würzburg zu beantragen: Der Partei- tag wolle dem nächsten internationalen Kongreß empfehlen, die Maifeier auf den ersten Sonntag im Mai zu verlegen." Die schwarze Reaktion in Bayer«. Wie in Preußen geht man jetzt auch in Bayern mit der Politischerklärung von unpolitischen Arbeitervereinigungen vor. In NeustadtanderAisch(Mittelfranken ) ist der Bezirksamtmann Frhr. v. Auffeß gegen den Arbeiterturnverein Vorwärts in dieser Weise vorgegangen; er verbot ihm das Schülerturnen mit der Bc- gründung, daß der Verein vom Gewerkschastskartell gegründet und dieses eine politische Organisation sei. Die Gründung bei Turnvereins durch das Gewerkschaftskartell wird mit dem Hinweis.be- wiesen", daß die Mitglieder des Turnvereins ausschließlich dem Kartell angehören. Mit einer an Gewißheit grenzenden Wahr- scheinlichkeit sei anzunehmen, daß die Schüler nach der Schul- entlassung dem Gewerkschastskartell zugeführt werden. Dabei wird auf den bürgerlichen Männerturnverein aufmerksam gemacht, der nur das Turnen und die vaterländische Gesinnung pflege. Die .Zweiteilung" durch den Arbeiterturnverein sei nicht begrüßens- wert. Bayern wird bald gleich Preußen ein Musterland der Reaktion sein._ Würdigung deS 1. Mai in neu» Sprache«. Aus Montreal (Canada ) wird uns geschrieben: Die dirS- jährige Maidemonstration der Sozialisten Montreals war wohl die imposanteste von allen, welche fie bis jetzt organisiert haben, so lautete das einstimmige Urteil der bürgerlichen Xagcspresse.(Eine sozialistische Presse existiert leider noch nicht.) D,e Zahl der im Zuge Demonstrierenden wird auf 6000 geschätzt. Eingeleitet wurde der Tag durch ein« gewaltige Arbeitslosendemonstration. 3000 Arbeitslos« durchzogen, von der Polizei unbelästigt, die Verkehrs- reichsten Straßen der Stadt. In der.Auditorium-Halle" mußte eine zweit« Versammlung iuiprovifiert werden. Mit fliegenden Fahnen, Musik an der Spitze begann gegen 7 Uhr abends die.Haupt- Manifestation. In dem Festzuge waren alle Sprachgruppcn vertreten. Die beiden englischen Parteien, Franzofen, Letten, Russen, Polen , Ruthenen, Juden und zum ersten Male als Organisation auch die deutschen Sozialdenwkraten. In Stärke von 50 Genossen und Genossinnen marschierten sie hinter dem neuen Banner deS fojiorhemolratifckjen Bildunflsoerein-"�"'ch dem Massenmeeting ausgfgl»Ehamp de MarS" tra�»} den, Ruckweg an zur sschiedenen Sprachen '"fQTOi»Ehamv de MarS" trat „Alfllvl m-Halle", wo nochmaltj die�. Dung des 1. Mai gewürd ' Jf mußte jeden Ausländer ar.Aiiebm berühren: das war das korrekte Verhalten der Montrealer Polizei. In den Straßen ebnete ein starke» Schutzmannsaufgebot den Demonstranten den Weg._ Di«.Order vv« Berlik". Wülterthur, ZV. Mai.(Eig. Ber.) Gestern meldete der.Vor- wärts" den sozialdemokratischen Sieg im Nationalrats- Wahlkreis Jura-Süd(Kt.Bern ). Der heftige Kampf, der um das Mandat getobt hatte, zeitigt feine Nachwehen in einem frei- sinnigen Wahlkommentar, aus dem unsere Berliner Genossen zu ihrem Erstaunen erfahren mögen, welch innigen Anteil fie an einer schweizerischen Nationalratswahl genommen haben. Der freisinnige „Demokrat" schreibt: „Im Bezirk Münster fiel die Mehrheit des freifinnigen Kandidaten von 602 auf 300 Stimmen. Der sozialdemokratische Kandidat hat also in vierzehn Tagen 531 Stimmen gewonnen. Die Zunahme ist besonders in den llhrmacherzentren erheblich. Arbeiter haben uns bestätigt, daß die Arbeiterunion von Berlin aus Order bekommen hat, für den sozialdemokratischen Kandidaten Ryser zu stimmen, um sich erkenntlich zu zeigen für die bedeutenden Geldunterstützungen, die. jenseits bei Rheins für den Streik in Grenchen geflossen sind." Unsere schweizerischen Gewerkschafter anerkennen dankbar die internationale Solidarität, welche die deutschen Metallarbeiter an- läßlich der Aussperrung der Grenchener Uhrenarbeiter an den Tag gelegt haben. Wenn aber auch der politische Ein- flutz von„jenseits des Rheins" ein so gewaltiger ist. wie ihn der freisinnige Wahlkommentar ausmalt, mögen unsere �Berliner Parteigenossen mit ihren.Orders" künftig ja nicht zurückhaltend fein._ Ein p«rt«gisisch.spa»isches BerbriiderungSfest fand am Sonntag in Vianna do Castello(Spanien ) statt. Es war von den Genoffen der beiden Länder deranstaltet worden. Die Genossen der portugiesischen Städte Porto und Braga sowie der spanischen Städte Pontevedra , Vigo , Marin und Porrigiw kamen zusammen. Drei Extrazüge brachten mehr als 3000 Männer, Frauen und Kinder nacb Vianna, wo sie von der Bevölkerung begeistert empfangen wurden. Nach Ankunft der Gäste fand eine von 12 000 Personen besuchte Versammlung mit nachfolgendem Umzug statt. Die Versammlung diente dazu� gewissen Hetzern zu zeigen, daß das Proletariat Portugal » und Spaniens sich einig fühle. Sie war eine herrliche Friedensdemonstration und ein Wink an jene, welche glauben, durch einen Krieg wieder das Königtum in Portugal einführen zu konneu. polizeiliches, Gerichtliches ufw. Göttin Justitia mit der versch«bene« Augenbinde. Das Verhalten des herzoglich coburgifchen Chauffeurs, der mit erheblicher Geschwindigkeit und ohne Hupensignale abzugeben im Auwmobil durch das Ländchen gerast war, ferner dessen Frei- sprechung vor dem Landgericht hatte unser Coburger Parteiblatt kritisiert. Dabei war die Bemerkung gebraucht worden, man müsse sich bei diesem Freispruch die Binde der Göttin Justitia etwas vcr- schoben denken. Der Staatsanwalt stellte gegen den Verantwvrt- lichen, Genossen Florschütz, Strasantrag. In der Verhandlung, die am Montag vor der Strafkammer in Coburg stattfand, beantragte der Staatsanwalt zwei Monate Gefängnis, da den Meimngcr Richtern der Vorwurf bewußter Rechtsbeugung gemacht worden fei. Das.Gericht erkannte auf 300 M. Geldstrafe. Eine nicht erlaubte Versammlung. Die Strafkammer in Halle bestätigte ein Urteil de» Schössen- gerichts in Wettin (Saalkreis ), wonach der Parteisekretär Genoge Hildebrandt wegen AbHaltens einer nicht erlaubten Versaimn- lung unter freiem Himmel zu 30 M. Geldstrafe verurteilt worden war. Genosse Hildebrandt hatte der Polizei in Wettin rechtzeitig angezeigt, daß er auf einem besrimuiten Grundstück ein« Volks- Versammlung abhalten werde. Der Bürgermeister schickt« keine Bestätigung und als Genosse Hildebrandt sich erkundigte, legte man ihm ein Protokoll vor, wonach der Besitzer des Grundstücks erklärte, das Grundstück zur Abhaltung der Versammlung nicht zur Verfügung zu stellen. Unser Genosse konnte sofort feststellen. daß das in Aussicht genommene Grundstück dem betreffenden Ein wohner gar nicht gehört. Obwohl ihm keine ausdrückliche Bescheinigung zugestellt worden war, glaubt« Hilde brandt sich berecb- ttgt, die Versammlung abhalten zu können. Einen Bescheid über die erfolgte Anmeldung der Versammlung hat Genosse Hildebrand: nicht erhalten._ Streikbrecherschutz. Vom Schöffengericht in Eisenberg(Sachsen-Menburg, wurde der Verantwortliche der Altenburger.VolkSzeitung", Genosse Schmidt, wegen Beleidigung eine» Streikbrecher» zu 25 M. Geldstrafe und den Kosten verurteilt. Iugenöbewegung. „Fürsorge" für z«»anber«de Jugend. Schon jetzt besteht eine wesentlich« Agitationsarbeit der christlichen Jugendvereine darin, daß ihnen von den Meldebehörden die Adressen der zugewanderten Jugendlichen bekanntgegeben werde y. Eines Tages rückt ihnen dann ein Stadtmff'sionar„der Gemeinde- Pfleger auf die Bude, der das RettungSwerk an ihrer Seele beginnt. Diese Tätigkeit wird nun in Düsseldorf i« eine System ge« bracht werden. Es ist dort vor einigen Tagen unter dem Borsitz des Beigxordncten Dr. Most eine Zentralstelle zur Für- sorge für zuwandernd'- Jugendliche gegründet Worten. Mitglieder dieser Zentralstelle find alle Fürforgevereine in Düssel dorf und sonstige Organisationen, die mit jugendlichen Zuwanderern in Berührung kommen. Begründet wird die neue Einrichtung mit der großen Zahl zuwandernder Jugendlicher und den sittlichen Gefahren, denen sie ausgesetzt seien. So wird behauptet, in Berlin wanderten jährlich an hunderttausend Jugendliche zu. In Düffel- dorf werden die zuwandernden Jugendlichen auf 16 000 geschätzt darunter etwa zwei Drtttel weibliche. Die Fürsorgearteit in Düsseldorf soll zunächst in einer Meldezentral« bestehen, die die zuwandernden JÜgendlichen den für sie in Betracht komm'enden Stellen und Beregnen zuweist und umgekehrt letzteren möglichst die Adressen, die A r b e i t» st e l l« n usw. der zugewanderten Jugendlichen mitteilt, damit an ihnen die nötige Fürsorgearteit geleistet werden könne. Selbstverständlich wird sich unter den„in Betracht kommenden Stellen" niemals die frei« Jugend oder die freie Gewerkschafts- bewegung befinden. Die neue Fürsorge ist nichts andere» als«in Teil der raffiniert sich ausbreitenden bürgerlichen Jugendpflege. Man beachte besonders, daß den bürgerlichen Jugendvereinen auch die Artcitsstellen der jungen Leute bekanntgegeben werden sollen, so daß nötigenfalls auch der Arboitgeber mobil gemacht werden kann, ein in der Werbearteit religiöser Jugendvereine nicht selten angewandtes Mittel. Die Gewerkschaften werden gut tu«, ibre wandernden jungen Mitglieder auf diese neue Art der.Fürsorge' aufmerksam zu machen. Die Einrichtung segelt unter der Flagge de» �jugendschutzes'. ES ist aber merkwürdig, daß dieser Jugendschutz sich nur immer aus das sittliche Gebiet erstreckt. Gerade im Düsseldorfer Industrie- gebiet wäre eS vielnotwendiger, die Jugend vor der schrankenlosen Ausbeutung zu schützen. Sind doch in den Walzwerken gemäß den gesetzlichen Ausnahmebestimmungen Knaben von vierzehn Jahren mit Nachtarbeit beschäftigt. Interessant ist auch, daß man sich gerade in Düsseldorf so sehr um den Jugendschutz bemüht, wo die Polizei der freien Jugendbewegung die Kehle zuschnüren will, und wo nicht einmal ein Vortrag über die Gefahren des MccholiSmus vor der Jugend gehalten werden darf. Einmal- nie wieder bieten wir Ihnen Gelegenheit, die besten und modernsten Erzeugnisse In Herren- und Knaben Bekleidung jeder Art zu fabelhaft billigen Preisen einzukaufen. Unser Ausverkauf wegen Auflösung dauert bis zur gänzlichen Räumung fort, die frQheran regulären Verkaufspreise sind durchweg mindestens 30 pCt. ermBssigt. An besonderen Ständern offerieren wir folgende Waren postem Herren- Sahko-flnzme In allen Stoff arten und Formen Sori# I reguläre Verkaufspreise 28 bis 43 Hark jetzt durchweg 15 Hörk Serie il reguläre Verkaufspreise 43 bis 75 Mark jetzt durchweg 32 HttriC Ulster und Paletots leicht und halboehwor, in allen Farben u. 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