BV rei INTERNATIONALE UNION DER HOLZARBEITER TÄTIGKEITSBERICHT über die Jahre 1929-1932 vorgelegt dem VIII, Ordentlichen Internationalen Holzarbeiterkongress Brüssel, August 1933 Int instituut Soc. Geschiedenis Keizersgracht 264 Amsterdam- C. TATIGKEITSBERICHT über die Jahre 1929- 1932, vorgelegt dem Int 1883 fol 51 VIII. ORDENTLICHEN INTERNATIONALEN HOLZARBEITERKONGRESS Brüssel, August 1933. DGB Archi Exemple Bundes 3 AM 0-15449 INHALTSVERZEICHNIS. 2. Seite Das Exekutivkomitee Unsere Toten Einleitung Die Verwaltungsorgane der I.U.H. Der Ausschuss 3 5 10 10 10 Das Sekretariat 11 Delegationen Informationsdienst Organisatorisches Angeschlossene Verbände 11+ 12 16 16 Verschmelzungsbestrebungen 17 Propaganda 19 Verhältnis zu den Kommunisten 21 Verhältnis zu anderen Organisationen 22 Verhältnis zum I.G.B. 22 Verhältnis zu den I.B.S. 23 Verhältnis zum I.A.A. 25 Sonstiges 26 • Lage und Tätigkeit der.der I.U.H. angeschlossenen Verbände 1929- 1932 Mitgliederzahlen der angeschlossenen Verbände am 1. Januar 1930 Kassenbericht( 1. Januar 1929 - 28 1933. 35+ 15. Juli 1933) I V.+ Adressenverzeichnis der angeschlossenen Verbände. + +++ + ++ UNSERE TOTEN Mit ehrfurchtsvoller Trauer gedenken wir aller jener Kollegen, die unsere Holzarbeiterbewegung in dieser Berichtszeit verloren hat. Die meisten von ihnen, die auf oft schwierigem, wenn auch bescheidenem Posten standen, sind in der internationalen Kollegenschaft namenlos geblieben. Nur einigen wenigen, die sich durch ihr Wirken an der Spitze über die Grenzen ihrer Heimat hinaus einen Namen geschaffen haben, können wir hier einen persönlichen Nachruf widmen. August Svensson. Am 22. Juli 1929, wenige Tage vor dem Zusammentreten des Kongresses unserer I.U.H., erlag Kollege August Svensson, der langjährige Führer der schwedischen Sägewerksarbeiter in Heidelberg einem Schlaganfall. Seit dem Kopenhagener Kongress vom Jahre 1910 hatte er in treuer Kameradschaft an allen unseren internationalen Tagungen teilgenommen. Iwan Tokan. Am 2. Januar 1931 starb in Llubljana( Laibach) im Alter von 57 Jahren Kollege Iwan Tokan, Vertreter des Verbandes der slowenischen Holzarbeiter in Jugoslawien. Mit unermüdlicher Hingabe hatte er sich nach der Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, wie Jugoslawien offiziell heisst, für die Vereinigung der freien Holzarbeiterverbände in den einzelnen Teilen des neuen Staates eingesetzt. Insbesondere den Teilnehmern an unserem Heidelberger Kongress wird der Verstorbene in freundlicher Erinnerung sein. Karl Jahn. Nach langem Siechtum starb am 28. März 1931, kaum 49 Jahre alt, Kollege Karl Jahn, der im alten Deutschen Holzarbeiter- Verband den Posten eines Vorstandssekretärs bekleidet hatte. Durch seine Teilnahme an unserem Brüsseler Kongress vom Jahre 1925 und verschiedenen Verbands tagen ausländischer Bruderverbände hatte sich Kollege Jahn auch ausserhalb seiner Heimat viele Freunde erworben. Wilhelm Dammer. Am 6. Oktober 1931 starb in Berlin Kollege Wilhelm Dammer, Vorstandssekretär des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes, im Alter von 64 Jahren, nachdem er erst wenige Wochen vorher wegen eines Leidens in den Ruhestand hatte treten müssen. Alle, die diesen liebenswürdigen Menschen gekannt haben, werden ihm ein gutes Andenken bewahren. Adolf Pech. Im 65. Lebensjahr starb am 5. November 1932 in Wien Kollege Adolf Pech, Vorsitzender des Verbandes der Holzarbeiter Osterreichs und stellvertretendes Mitglied der Exekutive unserer I.U.H. Kollege Pech hat an verschiedenen unserer Kongresse teilgenommen, zuletzt noch an dem in Heidelberg. Sein unermüdliches wirken sichern ihm ein ehrendes Andenken. Johann Gross. Am 24. Februar 1933 verschied in wien, 68 Jahre alt, Kollege Johann Gross, der langjährige Sekretär des Verbandes der Holzarbeiter Osterreichs. Seit zwei Jahren lebte er im wohlverdienten Ruhestand. Er war lange Zeit stellvertretendes Mitglied der Exekutive der I.U.H. und hat seit 1910 allen unseren internationalen Tagungen beigewohnt. Mit ihm ist ein bewährter Veteran aus unserer Mitte geschieden. IN LITU NG 5. Seit dem letzten Kongress sind vier Jahre vergangen. Damals schon wurde aus verschiedenen Ländern über die Ungunst der ökonomischen Lage und die drückende Arbeitslosigkeit berichtet. Heute erscheinen uns jene Zeiten als das verlorene Paradies einer Hochkunjunktur. Seitdem hat sich über die ganze zivilisierte Welt eine wirtschaftliche Krise ausgebreitet, wie sie mit gleicher Heftigkeit und Hartnäckigkeit noch nie erlebt worden ist und die zu einer sozialen Katastrophe von gigantischem Ausmass geführt hat. Selbst amtliche Stellen schätzen die Zahl der sichtbaren Arbeitslosen in den Kulturländern auf 30 Millionen, nicht eingerechnet diejenigen, die nur noch teilweise beschäftigt sind. SODie von unseren Verbänden organisierten Berufe und Industrien sind wohl in allen Ländern noch schwerer von der Arbeitslosigkeit betroffen, als der Durchschnitt der gesamten Arbeiterschaft. Die statistischen Berichte, die wir darüber bekommen haben, enthüllen ein verzweifeltes Bild von Elend und Hunger. In zahlreichen Ländern ist es nur noch eine Minderheit der Mitglieder, die in Arbeit und Verdienst steht. Die nachstehenden Zahlen sind den Berichten der unserer I.U.H. angeschlossenen Verbände für das Jahr 1932 entnommen, weit diese Berichte schon eingegangen sind. Der angegebene Prozentsatz bezieht sich in der Regel auf den Jahresdurchschnitt, wobei zu berücksichtigen ist, dass in einzelnen Monaten die Arbeitslosigkeit noch viel grösser war. Nicht mit eingerechnet sind die Kurzarbeiter, deren Zahl in manchen Ländern sehr gross ist, wobei die Arbeitszeit oft so stark gekürzt wird, dass der Verdienst nicht grösser ist als die Unterstützung der Arbeitslosen. Arbeitslosigkeit im Holzgewerbe im Jahresdurchschnitt 1932. ( In Klammern die Ziffern von 1930) ! arbeiter! auf Grund von Ange! ! ben der Gewerk! schaften. ! Holz-! amtl. Statistik: Australien ! Holz-! amtl. Statistik ! ! Belgien ! ! ! Dänemark ! arbeiter! durch staatl. aner! ! kannte Arbeitslosen! ! ! ! 39%( 24,1) ! ! kassen unterstütz-! ! te Vollarbeitslose! 25%( 5,3). ! Tischler! Verbandsstatistik! 44%( 14,7) ! Holzind. ! arbeiter! ! Drechsler! ! Bürsten-! 11 11 ! macher ! ! Böttcher! ! Vergolder! fi ! Bildhaer! ti ti ! Stell-! macher! ! ! 34%( 14, 1%( 14,0) "! 43%( ===! ! 21% - 24,0 ! 43%( 24,0 ! 36% 1 80%( 30,0) ! 1 1 34%( 9,1) 6. ! ! ! Schiffs-! ! ! ! zimmerer!.Verbandsstatistik! 41%(-) ! Kork! ! Deutschland ! schneider! Holzarb. 11 Tapezie-! i fi ! 16% ( 15,3) ! 11 ! 68% ( 33,2) ! ! rer ! fi ! 69% ( 40,3) Finnland Grossbritannien! Holzarb.! ! Holzarb.) ! 22% (-) " ! 19% ( 8,7) Holland Jugoslawien ! Möbelarb.! fi ti 11 ! 39% ( 9,4) ! Holzarb.! Norwegen ! SägewerksSchätzung ! arbeiter! Verbandsstatistik: 57%( 31,5) ! Bauholz-! ! 68% (-) ! ! ! arbeiter!" " i fi ! 35,%( 29,1) Holzarb. ! ! ti ! ! Rumänien ! Schweden ! ! ! ! Holzindu-! ! 30% ( 17,1) ! Bauholz-! ! 11 ! arbeiter! ! Wald- u.! ! Flösserei-! ! arbeiter! amtl. Statistik 11 11 ! 48% ( 25,0) ! ! 59% ( 41,1) !( Prag) Schweiz Tschechoslowakei Holzarb. ! Holzarb.! ! Verbandsstatistik! 27% ! Holzarb.! Verbandsstatistik ! 11% ( 3,1) ! (-) !( Reichbg! ! Tapezie-! ! rer ! Ungarn U.S.A. ! Holzarb.! " 1 11 ! fi f1 ! 29%( 15,1) Pi ff ! 25% (-) ! 50% ( 37,2) ! ! Bauholz-! ! arbeiter! Schätzung ! 80%(-) - ! ! Osterreich Polen ! Holzarb.! Holzarb. amtl. Statistik(!)! 19% ! Sägewerks! amtl. Statistik auf! ! arbeiter! Grund von Angaben! ! der Ortsgruppen für! ! ca. 60% der Mitglie! ! derzahl d. Verbandes! 44%( 31,1) ! striearb.! Verbandsstatistik 1 30% 11 11 ! 57% ( 29,7) li 1f! 80% ( 85,0) (-) Bemerkung: Die in der obenstehenden Tabelle zusammengestellten Ziffern über die Arbeitslosigkeit im Jahre 1932 sind in der Regel ungewogene Durchschnitte der monatlich oder vierteljährlich festgestellten Prozentsätze der arbeitslosen Holzarbeiter bezw. Verbandsmitglieder. Die entsprechenden Prozentsätze für 1930 sind dagegen meist gewogene Durchschnitte. Eine Zusammenstellung der gewogenen Durchschnitte für 1932 hoffen wir später im Rahmen unserer aus dem" Bulletin" bekannten Arbeitslosenstatistik nachzuholen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das Wirtschaftssystem, von dem die Kulturwelt beherrscht wird, den Untergang verdient, dann wird er durch solche Ziffern erbracht. Es ist ganz offenbar, dass diese furchtbare lendswelle, die durch die welt stürzt, nicht auf einem natürlichen Mangel an Lebensmöglichkeiten beruht, sondern im Gegenteil gerade darauf, dass die Fähigkeit, Güter zu er 77. zeugen, zu schnell gewachsen ist. Die kapitalistische Organisation der Wirtschaft verwandelt jedoch den zuwachs an Lebensmöglichkeiten in einen grauenhaften Verlust an Wohlstand und erzeugt jenen wahnsinnigen Zustand, der in der ganzen Welt als" Mangel aus Uberfluss" bekannt ist. In London sind seit Wochen die Vertreter von 66 Staaten auf der weltwirtschaftskonferenz versammelt, um nach einem Ausweg aus der Krise zu suchen. Wohl hat jedes Land hervorragende Autoritäten für diese Aufgabe mobilisiert, aber trotzdem liegt bereits ein tiefer und hoffnun_sloser Pessimismus über den Londoner Beratungen. Im Ernst glaubt schon niemand mehr daran, dass es dort gelingen wird, den rettenden weg aus der Krise und eine Verständigung der Staaten darüber zu finden. Wenn aber die Konferenz an ihrer Aufgabe scheitert, liegt es gewiss nicht daran, dass es überhaupt keine Möglichkeiten gibt, den überquellenden Reichtum der Natür für die Wohlfahrt der Menschheit dienstbar zu machen. Aber den in London versammelten Staatsmännern und Wirtschaftspolitikern ist die Aufgabe gestellt worden, das ökonomische Problem im Rahmen des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu lösen und daran müssen sie scheitern. Immerhin würde auch in dieser Beschränkung wenigstens eine Abmilderung der Krise und der Arbeitslosigkeit zu erzielen sein. Durch eine verständnisvolle Zusammenarbeit der Völker, durch planmässige Förderung des internationalen Güter- und Kapitalaustausches, Uberwindung der Währungsanarchie und nicht zuletzt durch eine grosszügige internationale Sozialpolitik und Arbeitsbeschaffung mit dem Ziel, die Kaufkraft der breiten Massen wieder herzustellen und zu vergrössern, könnte das Ubel verkleinert werden. Das sind die Forderungen, die seit langem von der internationalen Arbeiterbewegung in die Weltöffentlichkeit hineingetragen worden sind. Es kann festgestellt werden, dass diese Aufklärungsarbeit nicht ganz ohne Erfolg war, denn in wachsendem Masse bekennt sich die öffentliche Meinung bereits für die Notwendigkeit solcher Massnahmen. Aber die praktische Politik der Regierungen folgt nur zögernd und mit geringer Energie diesen Erkenntnissen und gibt sic lieber der Hoffnung hin, durch einen natürlichen Umschwung der Konjunktur von dem lästigen Zwang zu eigener Initiative befreit zu werden. So verlief auch der Versuch, durch eine internationale Vereinbarung die Arbeitszeit zu verkürzen, völlig im Sande. Die internationale Arbeitskonferenz in Genf, die nach grossen Vorbereitungen in diesem Jahre dieses Problem regeln sollte, ist durch den Druck der Sabotage, die planmässig von den Unternehmervertretern geübt wurde, zu keinem anderen Beschluss gekommen, als dem einer neuen Ausschussberatung. Damit ist die Angelegenheit zunächst auf ein Jahr vertagt, wobei die Unternehmervertretung es für nötig hielt, noch ausdrücklich die Erklärung abzugeben, dass ihre Bereitwilligkeit, an der Ausschussberatung teilzunehmen, nicht etwa so ausgelegt werden dürfe, als habe sie ihre grundsätzliche Gegnerschaft gegen die Verkürzung der Arbeitszeit irgendwie aufgegeben. Vertagung ist die sichtbare Ausdrucksform der Hilflosigkeit. Vertagt worden ist die Abrüstungskonferenz, vertagt worden ist die Arbeitszeitverkürzung und Vertagung hat man auch bereits auf der Weltwirtschaftskonferenz in London beschlossen. Während die Fülle der angehäuften Lebensmittel und Rohstoffe ungenutzt verdirbt, die Maschinen verrosten, die Millionenheere der Arbeitslosen verzweifeln und die breiten Volksmassen in allen Landern hungern und verderben, beschliessen die ökonomischen und politischen Machthaber, eine Änderung dieses Zustandes zu vertagen. 8. Okonomische Krise ist soziale Krise, und soziale Krise lähmt auch die Aktionskraft der Gewerkschaften. Sie werden in die Defensive gedrängt, verlieren durch die Arbeitslosigkeit an Mitgliedern und werden erschüttert in ihrer finanziellen Grundlage. Von diesen bedauerlichen Auswirkungen der Krise sind auch die unserer I.U.H. angeschlossenen Verbände nicht verschont geblieben. In einigen weniger entwickelten Ländern ist dabei die Organisationstätigkeit fast zum Erliegen gekommen. In anderen Ländern ist aber der Organisationsstand trotz der ungünstigen Verhältnisse überraschend gut behauptet worden und einige unserer Verbände haben in den Krisenjahren sogar eine ansehnliche Steigerung der Mitgliederzahl zu verzeichnen. Hierbei handelt es sich ausnahmslos um Länder, in denen die Verwaltung der staatlichen Arbeitslosenunterstützung zu einer Funktion der Gewerkschaften gemacht worden ist, und dieser Zusammenhang ist sicher sehr bemerkenswert. Neben der Massenarbeitslosigkeit äussert sich die Krise in einem gefährlichen Anwachsen der politischen und sozialen Reaktion, die in einer ganzen Reihe von Ländern den Kultur zustand, die sozialen Rechte, die Freiheit und das Staatsbürgertum der Arbeiterklasse weit zurückgeworfen hat. Uberall dort, wo die parlamentarische Kontrolle und der Einfluss der Arbeiterbewegung auf die Regierungen verloren oder zurückgegangen is t, zeigt sich auch mit absoluter Regelmässigkeit, dass die Freiheit der Gewerkschaften verloren geht und dass die arbeitenden Massen das mit einem Verlust in ihrem Lebensstandard bezahlen müssen. Im besonderen über die deutsche Arbeiterklasse und ihre politischen und gewerkschaftlichen Organisationen ist eine Katastrophe der politischen Reaktion hereingebrochen. Der Faschismus hat sich der Staatsgewalt bemächtigt und versucht alles zu vernichten und auszurotten, was seinem Ungeiste nicht gleich ist. In erster Linie richtet sich sein fanatischer Hass gegen die sozialistische und gewerkschaftliche Arbeiterbewegung. Zehntausende ihrer Führer, Funktionäre und einfachen Mitglieder sind von den braunen Folterknechten Adolf Hitlers bestialisch misshandelt, viele Hunderte in den Tod geprügelt worden. Durch die ganze Kulturwelt geht ein Aufschrei des Entsetzens über ein solches Rasen der Barbarei, in dem das finsterste Mittelalter wieder lebendig wird. Nachdem die Hitler- Banden zur innigen Freude des Unternehmertums schon dazu übergegangen waren, zahlreiche Gewerkschaftshäuser zu zerstören, haben sie am 2. Mai d.J. die Verbandszentralen gestürmt, die alten Führer in die Gefängnisse geworfen und sich der Gewerkschaften bemächtigt. Mit diesem Tage haben die deutschen Gewerkschaften aufgehört, der organisierten Gemeinschaft der internationalen Arbeiterbewegung anzugehören. Aber nicht aufgehört hat das Gefühl der geistigen Verbundenheit zwischen der deutschen Arbeiterschaft und ihren Brudern in den anderen Ländern. Die organisierten deutschen Arbeiter haben sich der brutalen und übermächtigen Gewalt äusserlich beugen müssen, sie sind wehrlos gegen den Terror, der sie zwingt, den Gewerkschaften auch unter der tödlich gehassten faschistischen Leitung weiterhin anzugehören. Aber keine Gewalt wird sie zwingen können, sich geistig und seelisch einem Regime einzuordnen, das ihnen alle Selbstbestimmung genommen hat, alle Kulturideale der Arbeiterbewegung roh zerstört und sich, allen Propagandaphrasen zum Trotz, mit jedem Tage deutlicher als Vorkämpfer der schlimmsten sozialen Reaktion enthüllt. wenige Wochen Hitlerregime haben genügt, um breiten Schichten auch derjenigen die Augen zu öffnen, die verblendet genug waren, vom" Dritten Reich" die soziale Erlösung zu erhoffen. 9. Die deutschen Arbeiter, die durch die Schule der Gewerkschaften gegangen sind, verzehren sich heute in Sehnsucht nach der Stunde der Befreiung und der VerGeltung, Dass diese Stunde bald schlagen möge, ist der heisse Wunsch der Millionen Klassengenossen in allen Kulturländern, die der internationalen Arbeiterbewegung angeschlossen sind. Wenn unsere Internationale Union der Holzarbeiter die deutschen Kameraden heute nicht in ihrer Mitte sieht, so glauben wir aber doch zuversichtlich, dass es kein Abschied für immer ist. Die deutsche Katastrophe ist ein Alarmruf für die Arbeiterklasse aller Länder. Politische Erschütterungen von solcher Gewalt wären nicht denkbar ohne gewaltige Veränderungen der ökonomisch- sozialen Fundamente, auf denen der gesellschaftliche Uberbau ruht. Hier aber handelt es sich um kein deutsches, sondern um ein Weltproblem. Es ist die Hilflosigkeit des altersschwachen kapitalistischen Wirtschaftssystems, das die politischen Wirren hervorruft. Tine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung steht vor den Toren der Geschichte. Die Tatsache, dass die kapitalistischen Kreise sich dem Faschismus in die Arme werfen, obwohl dieser auch die bürgerlichen Freiheiten und das liberalistische Kulturgut zerstört, kennzeichnet die faschistische Diktatur eindeutig als den letzten und verzweifelten Versuch zur Rettung des kapitalistischen Systems. Gleichzeitig scheitern aber alle Bemühungen, in diesem System die wirtschaftliche Ordnung auch nur einigermassen wieder herzustellen und das politische Gewaltregime des Faschismus steigert nur noch fortgesetzt die ökonomische Verwirrung. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit noch grössere Umwälzungen bevorstehen, die nicht nur im Politischen stecken bleiben. In uns lebt die sichere Überzeugung, dass der Kapitalismus nur durch den Sozialismus abgelöst werden kann. In dieser Zuversicht dürfen uns Niederlagen an einzelnen Frontabschnitten nicht erschüttern. Sie müssen uns aber eine Mahnung sein, die Arbeiterorganisationen unserer Weltanschauung im nationalen Rahmen zu stärken und in der internationalen Gemeinschaft zu festigen. ****+ DIE VERWALTUNGSORGANE - - DER I.U.H Das Exekutivkomi tee. um Auf dem im Juli 1929 in Heidelberg abgehaltenen 7. Kongress wurden die bisherigen Mitglieder des Exekutivkomitees mit Ausnahme des als Sekretär zurückgetretenen Kollegen C. Woudenberg wiedergewählt. Ausserdem bestätigte der Kongress den im Januar 1926 provisorisch zuerkannten Sitz des Kollegen Wm. L. Hutcheson, Vertreter des Ameri kanischen Verbandes, und räumte dem holländischen Verband als Anerkennung für seine Verdienste die I.U. H. einen besonderen Sitz ein, wofür Kollege C. Lammers und als dessen Stellvertreter Kollege J. Spaltman bestimmt wurden. Die stellvertretenden Mitglieder wurden in Heidelberg ebenfalls wiedergewählt. Von ihnen trat Ende Januar 1931 Kollege Johann Gross( Wien) aus Altersgründen zurück; an seine Stelle ernannte der österreichische Verband auf Ersuchen des Exekutivkomitees den Kollegen Adolf Pech, der im November 1932 starb. Durch den Ausschluss des britischen Möbelarbeiterverbandes im Dezember 1929 schied Kollege Alex. Gossip als Stellvertreter aus; der britische Holzarbeiterverband wurde ersucht, im Falle der Verhinderung des ordentlichen Mitgliedes selber einen Stellvertreter zu bestimmen. Das Exekutivkomitee setzt sich demnach zur Zeit aus folgenden Personen zusammen: Mitglieder: W. Hauwaert,( Brüssel) Wm. L. Hutcheson( Indianapolis) M. Petersen( Kopenhagen) Fritz Tarnow( Berlin) F. Wolstencroft( Manchester) C. Lammers( Amsterdam) Stellvertreter: L. Chiron( Paris) - Nils Linde( Stockholm) J. Spaltman( Amsterdam) In der Berichtszeit trat das Exekutivkomitee fünfmal zusammen: einmal in seiner alten Zusammensetzung am Tage vor der Eröffnung des Heidelberger Kongresses zur Besprechung der Tagesordnung, die übrigen vier Male wie folgt: am 4. Oktober 1930 in Berlin( s. Bulletin, Oktober/ November 1930); am 12. Dezember 1931 in London( s. Bulletin Januar/ Februar 1932); am 12. April 1933 in Berlin und am 6. Juni 1933 in Amsterdam. Von den beiden letzten Sitzungen sind die wichtigsten Beschlüsse den Vorständen der angeschlossenen Verbände durch Rundschreiben bekanntgegeben worden. Mit Ausnahme des Kollegen Hutcheson, der nur der Sitzung im Jahre 1929 beiwohnen konnte, nahmen alle Mitglieder an den erwähnten Sitzungen teil. In verschiedenen Fällen erteilte das Exekutivkomitee auf schriftlichem Wege seine Zustimmung zu besonderen Schritten des Sekretärs. Insbesondere war dies der Fall bei Neuaufnahmen und bei Gewährung von Unterstützung an angeschlossene Verbände. Der Ausschuss. Der im Artikel 23 des Statuts genannte Ausschuss setzte sich in der Berichtszeit nur aus dem Sekretär und dem Kassierer, Kollegen Emil Lehmann( Berlin), zusammen. 11 Das Sekretariat. Auf dem Heidelberger Kongress trat Kollege C.Woudenberg infolge seiner Ernennung zum Sekretär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Hollands als Sekretär der I.U.H. zurück. Für seine zehnjährige fruchtbare Tätigkeit wurde ihm aufrichtiger Dank gezollt. An seine Stelle wurde einstimmig Kollege Fritz Tarnow, Vorsitzender des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes, gewählt und als Sitz der I.U.H. Berlin bestimmt. Die Ubersiedlung des Sekretariats erfolgte am 1. Januar 1930. Als nach dem nationalsozialistischen Wahlsieg am 5. März 1933 klar zu sehen war, dass eine Weiterführung der Geschäfte in Berlin unmöglich sein würde, beschloss das Exekutivkomitee in seiner Sitzung vom 12. April, das Sekretariat bis zur endgültigen Entscheidung eines möglichst bald einzuberufenden Kongresses nach Amsterdam zu verlegen und den Hilfssekretär, Kollegen Jan Schuil, mit der vorläufigen Fortführung der Arbeit zu beauftragen. Bekanntlich folgte bald darauf die Besetzung der Zentrale des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes und die Verhaftung des Kollegen Tarnow. Nach seiner Freilassung hat Kollege Tarnow sich ins Ausland begeben, so dass die am 6. Juni in Amsterdam abgehaltene Sitzung des Exekutivkomitees, in der eine Reihe von Massnahmen im Interesse des Weiterbestehens der I.U.H. beraten wurden, unter seiner Leitung stattfinden konnte. "> +++++ DELEGATIONEN. - Tagungen: 1929 ! ! Vertreter: ! ! Verbandstag des Norwegischen Sägewerks-! arbeiter- Verbandes, Oslo, 11.- 13. März! 1929 • Verbandstag des HolzindustriearbeiterVerbandes Dänemarks, Kopenhagen, 28.- 30. Juni 1939 . ! Woudenberg ! Verbandstag des Schwedischen Sägewerks-! arbeiter- Verbandes, Sundsvall, 11.15. August 1929 1930 Verbandstag der österreichischen Holz! M.Petersen ! Tarnow ! ! ! arbeiter, Wien, 29.- 31. Mai 1930...! Tarnow Verbandstag der tschechischen Holzarbei-! ter, Prag, 20. und 21. April 1930...! Tarnow Verbandstag der belgischen Bau- und ! Holzarbeiter, Brüssel, 8. und 9. Juni! 1930 Ausschusssitzung des I. G.B., Stockholm, 5. Juli 1930 Konferenz des Vorstandes des I.G.B. mit ! Tarnow den Internationalen Berufssekretaria- M. Petersen ten, Stockholm, 6. Juli 1930 ... V. Internationaler Gewerkschaftskongress, Stockholm, 7.- 11. Juli 1933 Verbandstag der schwedischen Bauholzar-! beiter, Stockholm, 14.- 18. Juli 1930....! M. Petersen Verbandstag der schweizerischen Bau- und! Holzarbeiter, Bern, 18.- 21. September! 1930.. Einigungskonferenz der jugoslawischen Holzarbeiter, Zagreb, 1. und 2. Novem-! ber 1930 ! Tarnow ! ! Tarnow 1931 Ausschusssitzung des I.G.B., Madrid, 27.30. April 1931.. ! Konferenz des Vorstandes des I.G.B. mit den Internationalen Berufssekretariaten, Madrid, 30. April 1931... Verbandstag der finnischen Holzarbeiter, Helsingfors, 24. und 25. Mai 1931.. Verbandstag der holländischen Möbelarbei ter, Amsterdam, 6.- 8. Juni 1931 Kongress des Landeskartells der Verbände! baugewerblicher Arbeiter in Grossbri-! tannien und Irland, weston- super- Mare 16.- 19. Juni 1931 Verbandstag der schwedischen Wald- und Flössereiarbeiter, Gävle, 28. Juni 2. Juli 1931 Tarnow ! M. Petersen Tarnow Wendel ! - Tarnow ! 1932 Ausschussitzung des I.G.B., Bern, 16. und 18. März 1932 Konferenz des Vorstandes des I.G.B. mit den Internationalen Berufssekretariaten, Bern, 17. und 18. März 1932 Verbandstag der deutsch- sprachigen Holzarbeiter und Drechsler in der Tschechoslowakei, Reichenberg, 26.- 28. März 1932 Verbandstag der dänischen Tischler, Kopenhagen, 25.- 29. Juni 1932 Verbandstag der deutschen Sattler und Tapèzierer, Stuttgart, 8.- 10. August 1932 Verbandstag der schwedischen Sägewerksarbeiter, Sundsvall, 20.- 25. November 1932 ! ! Tarnow Tarnow Tarnow ! Tarnow ! ! ! Tarnow ! An verschiedene Verbandstage, zu denen Einladungen erfolgt waren, wurden Begrüssungsschreiben gerichtet, weil aus Zeitmangel oder ähnlichen Gründen ihre Beschickung unterbleiben musste. INFORMATIONS DIENST 12. Die informatorische Tätigkeit, die das Statut dem Sekretariat als eine seiner Hauptaufgaben auferlegt, beschränkte sich in der Berichtszeit im wesent- lichen auf die Berichterstattung durch das in deutscher, englischer, französischer und dänischer Sprache erschienene" Bulle tin". Der Charakter eines beruflichen Informations blattes wurde wiederum streng gewahrt. Das war schon deshalb nötig, weil der Zwang zum Sparen eine Beschränkung des" Bulletins" auf 60 Seiten pro Jahr und Sprache erforderte. Den Umfang des" Bulletins" in der Berichtszeit zeigt folgende Tabelle, in der die einzige im Jahre 1933 erschienene Nummer mit berücksichtigt ist. Jahr- Einzel-! Doppel-! Seitenzahl! gang! nummern! nummern! pro Sprache! 1 ! 1 Beilagen !( 4 Seiten Bilder vom ! ! 1929! ! 00 8 2 ! 48 !( Heidelberger Kongress ! 1930! ! 4 4 ! 60 ! ! 1931! ! 6 60 ! ! ! ! 1932! ! 1 ! 5 1)! 60 ! 1 ! 1933! - ! 1 2); 8 ! 1) Davon eine Nummer für drei Monate; 2) Jan./Febr. Musste auch der Umfang des" Bulletins" aus finanziellen Gründen recht bescheiden sein, so glauben wir doch, in der technischen und stofflichen Gestaltung Beachtliches geleistet zu haben. Durch sorgfältiges Sichten und kurze, präzise Fassung des zur Verfügung stehenden Materials war es trotz der enggesteckten Grenzen möglich, die unser Gewerbe betreffenden Fragen und Vorgänge ziemlich eingehend zu behandeln. Im Hinblick darauf, dass das" Bulletin" nur zweimonatlich erscheinen und folglich kaum aktuell sein konnte, haben wir das Rückschauende und Dokumentarische in unserer Berichterstattung noch betont, wobei wir auch eine gewisse Kontinuität der Darstellung angestrebt haben. Die Verwendung eines guten Glanzpapiers gab uns die Möglichkeit, häufiger als früher die Aufsätze zu illustrieren. Durch diese Bilder, die viel zum gefälligen Aussehen der einzelnen Hefte beigetragen haben, hat unser Blatt sicher erhöhten Anklang in seinem Leserkreis gefunden. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass, seitdem die I.U.H. mit gutem Beispiel vorangegangen ist, immer mehr Fachblätter angeschlossener Verbände dazu übergehen, ihre Spalten von Zeit zu Zeit mit Bildern zu beleben. Im Jahrgang 1929 erschienen 10, 1930 21, 1931 19 und 1932 14 Bilder, von denen eine Anzahl von verschiedenen Redaktionen zur Reproduktion angefordert wurden. Es ist unsere Absicht, mit der Sammlung von Photographien fortzufahren, um sie den Redaktionen leihweise überlassen zu können. 13. Ausser den geschäftlichen Mitteilungen des Sekretärs und Aufsätzen allgemeinen Charakters erschienen Berichte über die nachstehenden Länder.( Die Ziffern stellen die gesamte Zahl der Berichte dar, davon eingeklammert die der unter" Verschiedenes" veröffentlichten Notizen.) Es ist zu beachten, dass die Jahresberichte der angeschlossenen Verbände jeweils in unseren Tätigkeitsberichten für die einzelnen Jahre zusammengefasst sind, die in dieser Tabelle nicht berücksichtigt sind.: Land Afrika Ägypten Argentinien Asien 1929 1930 1931 1932 1933 Insge Jan. samt Febr. s.auch: - 2 1( 1) - 3( 1) Agypten, S.Afrika. 1 1 2( 2) 1( 1) 1( 1) 1( 1) 1( 1) 6( 6) S. Amerika 2 1 3 ( China, Ja( pan, Nied. ( Indien, Palästina, Philippinen, 2 2 1 3( 2) 4( 4) 1 1 4 2( 1) 2( 2) 1 1 1( 1) 1 2( 2) Türkei. Australien Baltikum Belgien 4 - Bulgarien IQI 1 1( 1) 11( 1) 6( 1) 1( 1) Lettland 3( 2) 3( 1) 5( 4) 3( 1) 14( 8) 1( 1) 1( 1) China 1 1 Asien Dänemark Deutschland 3( 1) 3( 3) 2( 2) 6( 5) 12( 5) 6( 3) 5( 1) 8( 3) 15( 11) Skandinavien 35( 15) Estland - Baltikum Finnland Frankreich Griechenland 1221 Grossbritannien Holland Indien 1 1 Italien Japan Jugoslawien 1-4 Kanada 1( 1) Lettland Litauen तुन होता । 1 4( 3) 1 1( 1) 1 8( 1) 9( 6) 2 2( 1) 5( 2) 13( 4) 1 6( 5) 1( 1) 11( 8) +) 1 ( Asien, Nie- ( Indien. 3( 3) 3( 3) 8( 7) 1 1( 1) 2( 1) Asien 6 1 4( 3 N. Amerika 1( 1) 1( 1) Baltikum Baltikum Luxemburg 1( 1) 1( 1) Neuseeland 2 Osterreich Palästina Panama Philippinen 1 1 1 Niederl. Indien Nordamerika Norwegen 4( 2) 7( 6) 9( 7) 5( 4) 4( 4) 1 5( 5) 4( 3) 3( 1) 5( 3) 2( 2) 3 1( 1) 1( 1) 1( 1) 1( 1) 1( 1) 1( 1) 313) 1 - 2( 1) Asien 29( 23) Kanada 2 5 Skandinavien 19( 14) 1 1 1 4( 1) Asien - 171) 1 1 Asien Polen 2( 1) 3( 3) 1 1( 1) 2( 2) 9( 7) Rumänien 1( 1) 1( 1) - 2( 2) Russland - Schweden NI 1 - 342) 4( 2) Schweiz 2 2( 1) 2( 2) 3( 1) 2 3( 2) 2( 1) 11( 4) 3( 2) Skandinavien Skandinavien 2 - 1 I 1 8( 5) 3 Dänem., Nor( weg, Schwed. Spanien 1 Südafrika 1( 1) Südamerika 1 Tschechoslowakei 2( 2) 5( 2) Türkei 2 Ungarn U.S.A. IIINIIN 2 2 5 1( 1) तत 4( 2) 1 2( 2 1( 1) 2( 1) 1 1 2( 2) 1 13( 6) 5( 2) 3( 2) Argentinien Asien N. Amerika 14. Besondere Aufmerksamkeit haben wir vor allem der bisher noch wenig erörterten Frage der Berufskrankheiten im Holzgewerbe und deren Entschädigung gewidmet. Hierüber ist 1931/1932 eine Reihe von 7 eingehenden, illustrierten Artikeln erschienen. Die Tatsache, dass diese sehr viel, auch ausserhalb Europas( u.a. zum Teil in der Monatsschrift des amerikanischen Arbeitsministeriums), nachgedruckt worden ist, dürfte ein Beweis dafür sein, dass für diese Frage wirkliches Interesse vorhanden ist. Zu der in vielen Ländern akut gewordenen Jugendfrage erschienen in der Berichtszeit etwa 10 grössere und kleinere Berichte. Grosse Beachtung haben auch unsere an die allgemeinen Feststellungen des I.A.A. angelehnten Statistiken über die Arbeitslosigkeit im Holzgewerbe in den Jahren 1926- 1931 gefunden. Diese sollen laufend fortgeführt werden. Die Untersuchungen über die Lage der Wald- und Holzarbeiter in tropischen Ländern, über die wir dem Heidelberger Kongress ausführlich berichtet haben, sind in mehreren, unter dem Titel" Kapital und Arbeit im Tropenwald" erschienenen Aufsätzen fortgeführt worden, und zwar im Rahmen einer eingehenden Darstellung der Entwicklung und der Möglichkeiten der tropischen Holzwirtschaft überhaupt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass 1930- 1931 im Auftrage des Vorstandes des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes ein Lichtbildervortrag mit 85 Bildern und Karten unter dem gleichen Titel zusammengestellt wurde, der viel gezeigt und auch von einigen anderen Verbänden käuflich bezw. leihweise erworben ist. Die Gesamtauflage des" Bulletins", das auch in dieser Periode in allen Weltteilen weite Verbreitung fand, betrug etwa 6.500 Exemplare, wovon allein 5.900 auf die angeschlossenen Verbände entfielen. Jedem abgeschlossenen Jahrgang wurde wiederum ein Inhaltsverzeichnis beigegeben, um ihm auch als Nachschlagewerk grösseren Wert zu verleihen. Die einschneidende Verschlechterung unserer finanziellen Lage infolge der bekannten" reignisse im Mai dieses Jahres hat uns gezwungen, das kostspielige" Bulletin" mit der Nummer für Januar/ Februar 1933 einzustellen und durch einfache, maschinenschriftlich. vervielfältigte Presseberichte zu ersetzen. Bisher sind drei solcher Berichte erschienen, wovon einer noch von Berlin aus zum Versand gelangte. Gegenüber dem" Bulletin" haben die mit der Schreibmaschine verfertigten Presseberichte den Nachteil, dass sie nicht in so grosser Auflage hergestellt werden können und auch weniger bleibenden wert haben; dafür ermöglichen sie aber eine schnellere, aktuelle und gelockerte Berichterstattung. Es ist unsere Absicht, neben den bisher üblichen Ausgaben( deutsch, französisch, englisch und dänisch) nach Möglichkeit wiederum eine spanische erscheinen zu lassen, da es dringend erwünscht ist, die bereits geknüpften Verbindungen mit Spanien und Latein- Amerika enger zu gestalten. Leider wird es uns jetzt nicht mehr möglich sein, allen Ortsgruppen der angeschlossenen Verbände ein Freiexemplar unseres Informationsblattes zu liefern. Wir geben aber dem Vertrauen Ausdruck, dass die Redaktionen uns dafür in unserer Aufgabe mehr als je unterstützen werden, indem sie die Presseberichte der I.U.H. in ihren Zeitungen möglichst vollständig zum Abdruck bringen. Für Anregungen über Art und Aufmachung unserer Berichte sind wir nach wie vor dankbar. Dabei wiederholen wir jedoch unsere bereits verschiedentlich ausgesprochene Bitte an die in Frage kommenden Kollegen, uns über alle wichtigeren Vorgänge in ihrem Verbandsleben- wichtige Tarifabschlüsse, Lohnbewegungen, neue Initiativen usw. schnell und knapp - 15. zu berichten, auch ohne dazu besonders aufgefordert zu sein. Jenen Kollegen, die uns in dieser Berichtszeit als Mitarbeiter zur Seite standen, sei hier unser bester Dank ausgesprochen. Unsere Absicht, dem Anfang 1927 veröffentlichten 2. Bericht über Löhne und Arbeitsbedingungen( mit Stichtag am 1. Oktober 1926) einen dritten dieser Art( mit Stichtag am 1. Oktober 1930) anzureihen, haben wir fallen gelassen, weil die zu diesem Zwecke durchgeführte Erhebung zeigte, dass die inzwischen eingetretenen Veränderungen nicht erheblich genug waren, um den mit einem solchen Bericht verbundenen Kostenaufwand zu rechtfertigen. Das gesammelte Material wurde je doch zum Teil im " Bulletin" verarbeitet; ausserdem leistete es uns gute Dienste bei der Beantwortung der Anfragen, die uns wiederholt von einzelnen Verbänden oder auch Kollegen ( letztere meist im Zusammenhang mit Auswanderungsabsich ten) erreichten. Die Erfahrung hat uns auch gelehrt, dass es zweckmässiger sein dürfte, statt allgemeinen Erhebungen für das gesamte Holzgewerbe Finzel umfragen für die verschiedenen in unserer I.U.H. vertretenen Branchen durchzuführen, weil damit den praktischen Bedürfnissen unserer Verbände mehr gedient ist. Anlässlich des 25- jährigen Bestehens der I.U.H. wurde im Jahre 1929 eine gutausgestattete Denkschrift herausgegeben, die auf 48 Seiten eine mit zahlr eichen Bildern und graphischen Darstellungen belebte Schilderung der geschichtlichen Entwicklung der Internationale bringt. Ferner erschien im März 1929 der 71 Seiten starke Tätigkeitsbericht 1925/1928 an den Heidelberger Kongress, der später mit dem Protokoll desselben, den verschiedenen Referaten, usw. zu einem 112 Seiten starken Band vereinigt wurde. Weiterhin erschien im Jahre 1930 noch eine Neuauflage der vom Heidelberger Kongress revidierten Statuten. +++++ ORGANISATORISCHES 16. Angeschlossene Verbände Auf die erfreuliche Entwicklung der I.U.H. in der vorigen Berichtsperiode ist- selbst wenn man von den Ereignissen in diesem Frühjahr absieht- eine rückläufige Bewegung gefolgt. Unsere Mitglieder zahl, die am 1. Januar 1929 1.025.299 betrug, sank in der eigentlichen Berichtszeit, d.h. bis 1. Januar 1933, um 209.949 ( 20,5%) auf 815.350. Dieser Rückgang ist allerdings fast ausschliesslich auf die starken Verluste der beiden grössten Mitgliedsverbände, nämlich der Holzarbeiterverbände in Nordamerika( um 123.414= 35,7%) und Deutschland( um 80.700= 25,8%) zurückzuführen. Beunruhigende Verluste hatten zwar auch die Organisationen in Polen ( 32,1%), Ungarn( 55,6%), Osterreich( 42,8%) und Frankreich( ca. 40%) zu verzeichnen; aber dem steht die Tatsache gegenüber, dass eine ganze Reihe anderer, insbesondere die belgische( 60,2%), die holländische( 40,5%) und die schweizerische( 30,6%) Organisation wie auch die der schwedischen Holzindustriarbeiter( 26,7%), der schwedischen Bauholzarbeiter( 41,7%) und der deutschsprachigen Holzarbeiter in der Tschechoslowakei( 57,6%) trot z der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse ihre Mitgliederzahl wesentlich haben erhöhen können. Hinzu kommt, dass die am 1. Januar 1932 erfolgte Verschmelzung des ehemaligen kommunistischen Verbandes in der Tschechoslowakei mit der tschechischen Organisation in Prag und natürlich ebenfalls die verschiedenen neuen Anschlüsse uns einen kleinen Zuwachs gebracht haben. Aber leider haben die vielen Gewinne der Kleinen die Verluste der beiden GrosAmerika und Deutschland bei weitem nicht aufwiegen können. sen - Ist auch die Mitgliederzahl zurückgegangen, so hat sich die Zahl der angeschlossenen Organisationen und Länder erhöht. Am Jahresschluss 1929 war unser Organisationsbereich infolge des vom Heidelberger Kongress beschlossenen Ausschlusses des Britischen Möbelarbeiter- Verbandes, des Finnischen Holzarbeiter- Verbandes und des Norwegischen Bauarbeiter- Verbandes, die einen Gegenseitigkeitsvertrag mit den Russen abgeschlossen hatten, auf 47 Verbände in 26 Ländern zurückgegangen. Der Ausschluss des norwegischen Verbandes konnte aber bereits um die Mitte des Jahres 1930 rückgängig gemacht werden, weil diese Organisation durch Abbruch ihrer Beziehungen zum russischen Verband die Bedingung für Wiederaufnahme in die I.U.H. erfüllt hatte. Der kommunistische Verband in Finnland wurde Ende 1930 durch die Regierung aufgelöst, und der im Mai 1931 unter freigewerkschaftlicher Führung neugebildete Verband trat am 1. Juli desselben Jahres der I.U.H. bei. Von den drei ausgeschlossenen Verbänden befindet sich also nur noch der der britischen Möbelarbeiter ausserhalb unserer Reihen. Der im April 1930 gegründete Landesverband der Holzarbeiter Spaniens vollzog am 1. Juli desselben Jahres seinen Beitritt, wodurch die Einzelmitgliedschaft der örtlichen Föderation der Holzarbeitervereine Madrids erlosch. Am 1. Juli 1931 trat ferner die Holzarbeitersektion des Jüdischen Gewerkschaftsbundes in Palästina der I.U.H. bei, 17. durch deren Anschluss wir heute in allen Weltteilen Mitgliedsorganisationen umfassen. Dann schlossen sich am 1. Januar 1932 noch die französischen Böttcher und am 1. Januar 1933 die tschechoslowakischen Tapezierer an. Infolge dieser Veränderungen in ihrer Zusammensetzung umfasste die I.U.H. am 1. Januar 1933 52 Verbände in 28 Ländern gegenüber 47 Verbänden in 26 Ländern am 1. Januar 1930 und 50 Verbänden in 27 Ländern am 1. Januar 1929. Mitte 1933 hat sich dann noch die etwa 8.000 Mitglieder zählende Waldarbeitersektion des Norwegischen Wald- und Landarbeiter- Verbandes für die Mitgliedschaft angemeldet; dieser Anschluss gilt rückwirkend vom 1. Januar 1933. Im Mai 1933 traf unsere Internationale Union der Holzarbeiter, wie die ganze internationale Gewerkschaftsbewegung überhaupt, der fürchterliche Schlag des Ausscheidens der unter die faschistische Herrschaft gepressten deutschen Organisationen. Obwohl weder der Holzarbeiter noch der Sattler- und Tapezierer- Verband nach der Ubernahme durch die Nazis die Mitgliedschaft bei der I.U.H. gekündigt haben, kann es für uns keinen Zweifel darüber geben, dass nach den Ereignissen vom 2. Mai diese beiden Organisationen nicht mehr Mitglied der Internationale sein können. Uber ein Viertel ihrer Mitgliederzahl hat unsere internationale Organisation durch das erzwungene Ausscheiden der deutschen Kollegen mit einem Schlage eingebüsst. Zu dem Ansturm der Reaktion gesellt sich für sie die Auswirkung der wirtschaftlichen Krise. Die Mitgliederzahlen schwinden, das Interesse der durch die Sorgen des Augenblicks ganz in Anspruch genommenen Funktionäre droht manchmal zu erlähmen. Aber gerade in Zeiten der Bedrückung erweist sich die Zugehörigkeit zur Internationale, das Bewusstsein der Schicksalsverbundenheit mit den Kollegen in den anderen Ländern als eine nie versiegende Quelle der Hoffnung und Zuversicht. Noch immer gehören der I.U.H. in 50 Verbänden und 27 Ländern weit über eine halbe Million Mitglieder an- noch immer ist sie, mit ihren Mitgliede organisationen in allen fünf rdteilen, die Weltinternationale der Holzarbeiter. Dieser Gedanke hebt unseren Mut und lässt uns hoffnungsfreudig in die Zukunft blicken. Verschmelzungsbestrebungen. - Jugoslawien Unsere Hoffnung, dass bereits in dieser Berichtszeit der Zusammenschluss der in den verschiedenen Landesteilen Jugoslawiens bestehenden Organisationen unseres Berufes erzielt werden würde, hat sich nicht erfüllt. Die am 1. und 2. November 1930 unter Mitwirkung des internationalen Sekretärs in Zagreb abgehaltene Konferenz der vier Holzarbeiterverbände mit dem Allgemeinen Arbeiter- Verband( A.A.V.) dessen Sägewerksarbeitersektion unserer I.U.H. am 1. Januar 1929 mit dem ausgesprochenen Zweck angegliedert wurde, eine Annäherung an die übrigen Holzarbeiterverbände anzubahnen führte zwar zu dem Beschluss. alle Grenzstreitigkeiten einzustellen und einen geeinigter zentralen Verband anzustreben; aber daraus ist nichts geworden. Im Gegenteil, die schon damals bestandenen Differenzen zwischen dem A.A.V. und der Landeszentrale, die sich gerade aus den vom A.A. V. dauernd verursachten Grenzstreitigkeiten erklären, haben sich seitdem noch vertieft und im Mai 1931 sogar zum offenen Bruch gefüht. Wohl fand Ende - 18. desselben Jahres unter Leitung des I.G.B. noch einmal eine Konferenz statt, doch auch diese hat kein grösseres Ergebnis gezeitigt. Im Bericht des I.G. B. an seinen Brüsseler Kongress heisst es in diesem Zusammenhang: " Die ablehnende Haltung des Vorstandes des A.A.V. gegenüber Einheitsbestrebungen wird übrigens auch von einem Teil der eigenen Mitglieder des Verbandes verurteilt. So beschloss z. B. eine Konferenz der Ortsgruppen des Verbandes in dem slowenischen Teil Jugoslawiens, aus dem Verband auszutreten, und sich der Landeszentrale anzuschliessen, falls der Verband nicht bis zum 1. März 1933 den Anschluss an die Landeszentrale vollzogen hat." Die uns angeschlossenen Verbände in Zagreb, Ljubljana und Serajewo bemühen sich um die Verschmelzung, aber weil die Zugehörigkeit der Sägewerksarbeiter, die das weitaus grösste Kontingent der Holzarbeiterschaft Jugoslawiens stellen, lebenswichtig ist für das Zustandekommen eines Einheitsverbandes, ist Aussicht auf Erfolg kaum vorhanden, solane die Einigung zwischen dem A.A.V. und der Landeszentrale nicht erfolgt ist. Die 1.U.H. wird jedoch die weitere Entwicklung im Auge behalten und alles daran setzen, um die Einheit der jugoslawischen Holzarbeiterbewegung zu verwirklichen. Grossbritannien: Dem britischen Kistenmacherverband, der seit dem 1. Januar 1923 der.U.H. angehört, war es vor vielen Jahren unter beträchtlichen finanziellen Opfern gelungen, einen gewissen Zusammenschluss mit den übrigen in diesem Gewerbe bestehenden Organisationen in die Wege zu leiten. Bedauerlicherweise ist dieser Zusammenschluss im Jahre 1932 in die Brüche gegangen, weil es bei der bestehenden Verschiedenartigkeit der Unterstützungseinrichtungen nicht gelang, ihn in eine regelrechte Verschmelzung umzuwandeln, und die Beibehaltung des alten Zustandes für die grösseren Verbände finanziell untragbar geworden war. Erfreulich ist jedoch, dass der schottische Verband sich mit dem uns angeschlossenen verschmolzen hat, wodurch die Mitglieder zahl von 2.500 auf 3.500 gestiegen ist und die organisierten britischen Kistenmacher jetzt fast restlos unserer I.U.H. angehören. Spanien: Nach gründlicher, in stetem invernehmen mit der 1.U.H. durchgeführter Vorbereitung kam es auf einer Anfang April 1930 in Madrid stattgefundenen Konferenz zur Gründung eines Landesverbandes der Holzarbeiter Spaniens, der am 1. Juli desselben Jahres der I.U.H. beitrat, WOdurch die Einzelmitgliedschaft der am 1. Januar 1928 beigetretenen lokalen Föderation der Holzarbeiter Madrids erlosch. Ein Hindernis für die junge Organisation bilden die leider noch immer fortbestehenden Grenzstreitigkeiten mit dem Bauarbeiterverband über die Zugehörigkeit der Zimmerer und Maschinenarbeiter, die durch den allzu kompromisslerischen Schiedsspruch des 1930 abgehaltenen Gewerkschaftskongresses nicht beseitigt worden sind. Dies ist nicht nur bedauerlich, weil dadurch grosse Verwirrung gestiftet worden ist, die der Anziehungskraft der Zentralverbände auf die zahlreichen örtlichen Organisationen Abbruch tut, sondern auch weil dem Holzarbeiterverband die rechtmässige Vertretung sämtlicher Branchen des Holzgewerbes einschliesslich des Zimmererberufes in den gesetzlichen Arbeitsschiedsgerichten übertragen worden ist. Die Verhandlungen mit dem kleinen Böttcherverband über Verschmelzung, zu denen der ausserordentliche Kongress vom Oktober 1931 den Vorstand beauftragt hatte, 19. sind bisher ergebnislos verlaufen. Die Beziehungen zwischen den beiden Verbänden sind jedoch sehr rege und durchaus freundschaftlicher Natur, seitdem der Vertreter der Holzarbeiter im zentralen Arbeitsschiedsgericht gleichzeitig die Interessen der Böttcher wahrnimmt. Tschechoslowakei: Die organisatorischen Verhältnisse zwischen Prag und Reichenberg haben sich seit unserem letzten Bericht nicht geändert und die Verschmelzungsbestrebungen haben keinen Fortschritt gemacht. Es ist geblieben bei den gemeinsamen Ausschüssen, deren Funktionieren überdies kaum befriedigend genannt werden kann. So bedauerlich diese Tatsache ist, teilen wir doch die Meinung des I.G.B., dass die angestrebte völlige Verschmelzung nur auf dem Wege freiwilliger Vereinbarung zwischen den betreffenden Organisationen selbst erfolgen kann und irgendwelcher Druck von seiten der Internationale vermieden werden muss. Erfreulicher ist die in dieser Berichtszeit zustande gekommene Wiedervereinigung des ehemaligen kommunistischen Holzarbeiterverbandes mit der tschechischen Organisation in Prag. Dieser Verschmelzung, die am 12. Oktober 1931 besiegelt wurde und der freigewerkschaftlichen Bewegung 7.000 Mitglieder zuführte, war im Jahre 1929 der Austritt der einsichtsvollen Elemente aus der kommunistischen Landeszentrale und ihrer im September 1930 mit der tschechischen Landeszentrale erfolgte Einigung vorangegangen. Propaganda. Infolge der vielen Anschlüsse in der vorigen Berichtszeit nicht weniger als 13 Organisationen in 8 neuen Ländern- war der Raum für unsere Propaganda diesmal natürlich entsprechend einge engt. Hinzu kommt, dass wir in den Fällen, in denen uns schon in der vorigen Berichtszeit klar geworden war, dass nicht einmal für vorbereitende propagandistische Arbeit die Voraussetzungen gegeben waren, unsere Tätigkeit bis auf weiteres eingestellt haben. Immerhin gelang es uns, in den vergangenen vier Jahren vier neue Anschlüsse zu erzielen ( davon einer in einem Lande, Palästina, das in der Internationale noch nicht vertreten war) und darüber hinaus nüpfen, die in der Zukunft Früchte neue Beziehungen tragen dürften. - In Argentinin kam es im September 1932 zur Verschmelzung der zwei wichtigsten Holzarbeiterorganisationen dieses Landes, nämlich der der Möbelarbeiter und der der Zimmerer und Tischler in Buenos Aires. Obwohl diese Verschmelzung nur die Holzarbeiter in der Hauptstadt berührt- in der Provinz sind nennenswerte Holzarbeiterorganisationen kaum vorhanden muss sie als ein grosser Fortschritt gewertet werden. Wir standen und stehen mit den betreffenden Organisationen in freundschaftlicher und ziemlich regelmässiger Verbindung. Die neue Einheitsorganisation gehört dem im September 1930 aus der Vereinigung der beiden wichtigsten Landeszentralen Argentiniens hervorgegangenen freigewerkschaftlich orientierten Gewerkschaftsbund an, und wir haben die zuversichtliche Hoffnung, dass es in nicht allzu ferner Zukunft gelingen wird, eine engere organisatorische Verbindung mit den argentinischen Kollegen zustande zu bringen. Ausserst unklar und denn auch viel weniger aussichtsreich ist die Lage in Brasilien. Einem 1930/1931 nochmals unternommenen Versuch, mit einer Reihe von örtlichen Organisationen, deren Adressen uns über die Arbeiter-Brasiliens bekannt geworden waren, in Verbindung partei 20. zu kommen, war kein Erfolg beschieden. Einige Briefe kamen als" unbestellbar" zurück. Im März 1931 wendeten wir uns an die Gewerkschaftsföderation Agyptens, um Auskunft über einige Holzarbeitergewerkschaften, die es dort in grosseren Städten geben soll, einzuholen. Es lief auch eine Antwort ein; aber inzwischen war die dortige Gewerkschaftsbewegung durch politische und vor allem persönliche Verfeindungen so zerrüttet worden, dass es empfehlenswert erschien, vorläufig Zurückhaltung zu üben. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der I.G. B. die Initiative zu einer planmässigen Reorganisation der ägyptischen Gewerkschaftsbewegung ergriffen hat, an der en Aufbau jetzt eifrig gearbeitet wird. Auch in Südafrika, wo wir auf dem besten Wege waren, mit den dortigen Möbelarbeitern organisatorische Beziehungen zu knüpfen, sind unsere Bemühungen um den Anschluss an den inneren Zwistigkeiten gescheitert. Ende 1929 ist der kurz vorher gegründete Landesverband der Möbelarbeiter sogar in die Brüche gegangen, weil die Ortsgruppe in Kapstadt austrat, um mit den Unternehmern einen Ortsvertrag abschliessen zu können. Wir geben jedoch die Hoffnung nicht auf, dass es gelingen wird, über kurz oder lang zu den bereits am 1. Januar 1926 beigetretenen Zimmerern und Bautischlern auch die Möbelarbeiter für unsere I.U.H. zu gewinnen. In Grossbritannien haben wir fortgesetzte Versuche unternommen, die verschiedenen Verbände, die dort noch für unsere I.U.H. in Betracht kommen, zum Anschluss zu bewegen. Bei den Sägewerksarbeitern, ungefähr 20.000 an der Zahl, steht die Sache nunmehr so, dass der Hauptvorstand in seiner nächsten Sitzung zu dieser Frage endgültig Stellung nehmen wird. In der kleinen Gewerkschaft der Polierer ist die Angelegenheit vom Vorstand einer Urabstimmung unterbreitet worden. Eine Aufforderung an den Tapeziererverband, der etwa 6.000 Mitglieder zählt, und, obwohl er der britischen Landes zentrale angehört, zu dem konservativen Flügel der dortigen Gewerkschaftsbewegung gerechnet werden muss, ist kürzlich" aus finanziellen und anderen Gründen" von dessen Vorstand abgelehnt worden. Es ist unsere Absicht, in nächster Zeit erneut an die in Grossbritannien bestehende lose Föderation der Böttcherverbände heranzutreten, in der Hoffnung, dass es gelingen wird, sie, zusammen mit den ebenfalls noch abseits stehenden Böttcherverbänden in Spanien und Schweden. zu organisatorischer Zusammenarbeit im Rahmen unserer I.U.H. zu gewinnen. Im Baltikum ist es uns noch immer nicht gelungen, einen Anschluss zu erwirken. Aus der Korrespondenz mit den dortigen Landeszentralen geht hervor, dass die Lage sich seit unserem vorigen Bericht kaum geändert hat. In Litauen, wo der Druck der Militärdiktatur auf die Arbeiterbewegung zunächst etwas nachzulassen schien, sind, wie der I.G. B. berichtet, in letzter Zeit seitens der Behörden neue Schwierigkeiten gemacht worden. Die litauische Landeszentrale, die dem I.G.B. angehört, umfasst insgesamt nur 600 Mitglieder, so dass an einen Anschluss für die.U.H. vorläufig nicht zu denken ist. In Estland, wo von etwa 10.000 Holzarbeitern nur wenige Hundert organisiert sind, scheinen, nicht zuletzt infolge der kommunistischen Zersetzungstätigkeit, die organisatorischen Voraussetzungen für einen Anschluss noch nicht vorhanden zu sein. Dasselbe gilt für Lettland, wo war der Kampf mit den Kommunisten zugunsten der freigewerkschaftlichen Richtung entschieden ist, die wenigen Holzarbeiter aber nach wie vor mit den verschiedensten anderen Berufen zusammen einem Allgemeinen Verband unterstellt sind. 21. Verhältnis zu den Kommunisten. Mit den Kommunisten hat unsere I.U.H., nachdem der Heidelberger Kongress noch einmal in eindeutiger Weise Stellung genommen hatte, sich kaum mehr zu beschäftigen gehabt. Bekanntlich stellte der Kongress fest, dass auf Grund der 1922 angenommenen Wiener Resolution der Abschluss von Gegenseitigkeitsverträgen mit russischen Verbänden unvereinbar ist mit der Mitgliedschaft bei der I.U.H., und beschloss gegen wenige Stimmen, die Verbände, die solche Verträge eingegangen waren, auszuschliessen, falls sie bis zum 1. Dezember 1929 ihre Verträge mit den Russen nicht gelöst haben sollten. Infolge dieses Beschlusses mussten Ende 1929 der britische Möbelarbeiter- und der finnische Holzarbeiter- Verband ausgeschlossen werden. Der zunächst aus demselben Grunde vollzogene Ausschluss des norwegischen Verbandes konnte erfreulicherweise schon Mitte 1930 rückgängig gemacht werden, nachdem der Verband eines Verbandstagsbeschlusses zufolge alle Verbindungen mit den Russen abgebrochen hatte. In diesem Zusammenhang sei nochmals erwähnt, dass der kommunistische finnische Verband Ende 1930 von der Regierung aufgelöst wurde und dass der im Mai des nächsten Jahres unter freigewerkschaftlicher Führung neugebildete Verband der I.U.H. beigetreten ist, so dass sich jetzt nur noch der britische Möbelarbeiterverband ausserhalb der Internationale befindet. Schon vor dem Heidelberger Kongress war es klar, dass die Kommunisten mir ihrer Spaltungstaktik, soweit wenigstens unsere I.U.H. als solche in Frage kommt, fast völlig abgewirtschaftet hatten. Das Internationale Propagandakomitee der revolutionären Holzarbeiter hat anscheinend ein unrühmliches Ende gefunden. Nachdem damit auch die früher reichlich fliessende finanzielle Unterstützung an dessen Spaltungsfilialen in den einzelnen Ländern aufgehört haben dürfte, ist die kommunistische Agitation in den Gewerkschaften selbst so ziemlich überall zum Erliegen gekommen. Sie hat sich ganz auf die Massen der Erwerbslosen verlegen müssen, die sie durch billige Losungen politisch zu radikalisieren versucht. In gewerkschaftlichen Dingen ist ihr Einfluss aber gleich Null, wie es z. B. die Tatsache zeigt, dass sogar in Deutschland, wo die Verhetzung der Massen durch die Kommunisten( wie durch die Nazis!) doch wohl extremse Formen angenommen hatte, bei den zu Anfang dieses Jahres durchgeführten Betriebsrätewahlen fast nur freigewerkschaftliche Kandidaten gewählt wurden. Nur in Frankreich, wo es unseren Kollegen leider noch immer nicht gelungen ist, den Kommunisten eine wirklich zug- und schlagkräftige Organisation gegenüberzustellen, erhält sich mit Mühe und Not ein. kümmerlicher" unitarischer" Verband. Uber die Wiedervereinigung des ehemaligen kommunistischen Verbandes in der Tschechoslowakei mit unserer Prager Organisation ist bereits an anderer Stelle berichtet. +++ ++ 22. VERHALTNIS ZU ANDEREN ORGANISATIONEN 1 Internationaler Gewerkschaftsbund. Es bedarf wohl keiner Betonung, dass die guten, kameradschaftlichen Beziehungen, die unsere I.U.H. seit jeher zum Internationalen Gewerkschaftsbund( I.G.B.) unterhält, auch in dieser Berichtszeit weiterbestanden und wir im Rahmen der Richtlinien, die das organisatorische Verhältnis zwischen I.G.B. und Internationalen Berufssekretariaten( I.B.S.) regeln, den uns angemessenen Anteil an seiner Arbeit genommen haben. Die Bemühungen des I.G. B. auf dem Gebiete der Sozial- und Wirtschaftspolitik( insbesondere der Arbeitsbeschaffung und der Arbeitszeitverkürzung) sowie des Kampfes gegen Krieg und Reaktion, der Jugend- und Bildungsarbeit usw., haben immer unsere volle Unterstützung gefunden. Auf fast allen Kongressen und Konferenzen des I. G. B., zu denen Einladungen an die I.B.S. ergingen, war unsere I.U.H. vertreten; nur die im Mai 1932 in Zürich stattgefundene Abrüstungskonferenz und die Gewerkschaftskonferenz, die im April desselben Jahres zur Beratung der Forderungen der internationalen Arbeiterschaft zu erwindung der Weltwirtschaftskrise in Genf abgehalten wurde, mussten aus besonderen Gründen leider unbeschickt bleioen. Im Abschnitt" Delegationen dieses Berichtes sind die verschiedenen Tagungen erwähnt, an denen die I.U.H. teilgenommen hat. Insbesondere an den Konferenzen des Vorstandes des I.G.B. mit den I.B.S., die alljährlich in Verbindung mit den Ausschusssitzungen des I.G. B.( an denen die I.B.S. mit beratender Stimme teilnehmen) stattfinden, hat unsere I.U.H. lebhaften Anteil genommen. Es erscheint bedauerlich, dass die Frage des organisatorischen Verhältnisses zwischen I. G. B. und I.B.S. oder, genauer gesagt, des von bestimmter Seite angeregten Einbaues der I.B.S. in den I.G.B. auf dem Fusse voller Gleichberechtigung mit den Landeszentralen, auf diesen Konferenzen immer wieder zur Debatte stand, obwohl das Für und Wider dieser Frage doch wohl längst geklärt und die ganze Angelegenheit längst spruchreif war. An dem organisatorischen Verhältnis, so wie es 1927 in Paris festgelegt wurde( s. Bericht 1925/1928), hat sich denn auch nichts wesentliches geändert. Auf dem Kongress des I.G.B. zu Stockholm im Juli 1930 wurde der Vorstand beauftragt, die Frage der festeren Eingliederung der I.B.S. in den Bau des I.G.B. zu studieren, dem nächsten Kongress Bericht zu erstatten, und eventuelle Vorschläge zu machen. Zur Durchführung dieses Auftrages bat der Vorstand die I.B.S. Anfang 1932, genaue Vorschläge zu unterbreiten. Von den 29 Internationalen antworteten ausser der I.U.H. nur noch ganze sieben. Das Schreiben, in dem der Sekretär den Standpunkt der I.U.H. nochmals darlegte, lautet wie folgt: " Die I.U.H. hat zu dieser Frage auf ihrem Kongress im Jahre 1925 ein ausführliches Referat des Unterzeichneten entgegengenommen, und wenn wir auch seitdem die Angelegenheit nicht mehr erörtert haben, so darf ich doch annehmen, dass sowohl das Exekutivkomitee wie auch der Kongress der I.U.H. auch heute noch meine Ansicht billigen.- Unter Hinweis auf mein seinerzeitiges Referat spreche ich mich mit aller Entschiedenheit dafür aus, dass auch weiterhin die Landeszentralen allein den organisatorischen 23. Unterbau des I.G.B. bilden. Die Landeszentralen sind in einem ganz anderen Masse eine Vertretung der ihnen angeschlossenen Verbände als das die Berufsinternationalen bei ihrer notwendigerweise sehr viel loseren Organisationsform überhaupt sein können. Die gewerkschaftliche Mentalität kann nicht in allen Ländern vollkommen gleich sein, es ist aber notwendig, dass im I. G. B. die nationalen Besonderheiten gebührend nebeneinander vertreten sind. Eine Zusammenfassung der I.B.S. würde bei weitem dieser Vorschrift nicht genügen, vielmehr eine höchst einseitige Verkörperung der internationalen Gesamtbewegung darstellen. Dazu kommt, dass die Vorstände der Berufsinternationalen aus räumlichen und sprachlichen Gründen auch nicht annähernd so kontinuierlich und eingehend arbeiten können wie die Vorstände der Landeszentralen. Schliesslich ist die Beschäftigung mit den allgemein gewerkschaftlichen wirtschafts- und sazialpolitischen Fragen, wie sie im I.G.B. betrieben werden muss, viel mehr eine dauernde Aufgabe der LanIch deszentralen als der Berufsinternationalen. bin auch dagegen, dass die I.B.S. mit gleichem Recht neben den Landeszentralen organisatorisch dem I.G. B. eingegliedert werden. Die beratende Mitwirkung, die ihnen im geltenden Organisationsstatut zusteht, reicht nach meiner nung vollkommen aus, um die Interessen der I.B.S. beim I..B. zu vertreten". - Auf der 193 in Bern abgehaltenen Konferenz der I.B. S. mit dem Vorstand des I.G. B. wurde dann mit 16 gegen 7 Stimmen zum Ausdruck gebracht, dass eine Änderung der Organisationsform nicht zweckmässig sei und dass die Angelegenheit nicht weiter verfolgt werden soll. Angesichts dieser klaren und eindeutigen Stellungnahme hat der Vorstand des I.G. B. sich darauf beschränkt, dem vom 30. Juli bis 3. August 1933 in Brüssel tagenden Kongress zu empfehlen, das bestehende Reglement für das organisatorische Verhältnis zwischen I.G. B. und I.B.S. den Statuter des I.G.B. einzuverleiben. Es bleibt ab zuwarten, welche Beschlüsse vom I.G. B. in dieser Beziehung gefasst werden. Erwähnt sei noch, dass das Exekutivkomitee davon Abstand genommen hat, zu den vom I.G. B. periodisch veranstalteten Internationalen Zusammenkünften jüngerer Gewerkschaftsmitglieder Teilnehmer vorzuschlagen und auf Kosten der 1.U.H. zu entsenden, weil es der Auffassung ist, dass dies Aufgabe der Landeszentralen sei. - Internationale Berufssekretariate. Das Verhältnis zwischen unserer I.U.H. und den übrigen Internationalen Berufssekretariaten( I.B.S.) war auch in dieser Berichtszeit durchaus kameradschaftlich. Die Beziehungen wurden durch den persönlichen Kontakt der Sekretäre auf den periodischen Konferenzen mit dem Vorstand des I.G.B. immer mehr verstärkt. Das am 1. November 1926 abgeschlossene Gegenseitigkeitsabkommen mit der Bauarbeiter- Internationale, wonach Mitgliedern der beiderseitigen Organisationen freier Ubertritt gewährt wird, läuft ungekündigt weiter. In diesem Zusammenhang sei noch mitgeteilt, dass der Vorstand der Bauarbeiter- Internationale im Mai 1933 unsere I.U.H., wie auch die Internationalen der Maler 24. und Steinarbeiter, eingeladen hat, sich auf seinem am 27. und 28. Juli 1933 in Brüssel tagenden Kongress vertreten zu lassen, welche Gelegenheit zum Anlass genommen werden soll, erneut die Frage der Verschmelzung der vier Internationalen zu besprechen. Das Exekutivkomitee hat in seiner Sitzung vom 6. Juni dieser Einladung entsprochen, indem es Kollege Hauwaert( Brüssel) mit der Vertretung der I.U.H. beauftragt hat. Umgekehrt hat das Exekutivkomitee die Bauarbeiter- Internationale rem Kongress eingeladen. zu unseZu der Frage eines engeren Zusammengehens der beiden Internationalen hat der Sekretär den Standpunkt des Exekutivkomitees im folgenden Schreiben an die Bauarbeiter- Internationale in Form eines konkreten Vorschlages zum Ausdruck gebracht: " Wir halten ein engeres Zusammenarbeiten unserer beiden Internationalen für möglich und zweckmässig, jedoch erscheint uns eine Verschmelzung weder notwendig noch nützlich zu sein. Wenn auch in verschiedenen Ländern die Bau- und Holzarbeiter zu einer Einheitsorganisation verbunden sind, so machen wir doch die Beobachtung, dass überall, wo dies geschehen ist, Wert darauf gelegt wurde, die beruflichen Verbindungen jeder Gruppe in sich auf rechtzuerhalten und zu Artfördern. Jede Berufsgruppe hat in der Regel ihr eicht genes Sektionsleben und wird von eigenen Sekretären und Funktionsn betreut. Aus dieser Tatsache darf gefolgert werden, dass das berufliche Zusammengehörigkeitsgefühl ein sehr wichtiger Bestandteil der gewerkfschaftlichen Organisationen ist, der ohne zwingenden Grund nicht geopfert werden sollte. Für die internationalen Verbindungen gilt das sicher im gleichen Masse wie für die nationale Gewerkschaftsorganisation. Wenn also aus verwaltungstechnischen und finanziellen Gründen eine Verbindung unserer beiden Internationalen auch zweckmässig sein könnte, so müsste aber doch ein selbständiges, organisatorisches Eigenleben jeder Berufsgruppe sichergestellt werden. Praktisch könnte dieses Ziel erreicht werden in einer gemeinsamen Internationale mit getrennten Einrichtungen für jede Gruppe oder durch Aufrechterhaltung beider Berufsinternationalen mit gemeinsamen Verwaltungseinrichtungen. Unser Exekutivkomitee will sich noch nicht endgültig darüber festlegen, welcher von beiden Möglichkeiten im Endziel den Vorzug zu geben ist; er glaubt aber einmütig, dass auch für den Fall, dass der erstere Weg als der bessere angesehen werden sollte, aus Zweckmässigkeitsgründen zunächst der andere beschritten werden sollte. Von diesem Standpunkte ausgehend, schlagen wir Ihnen eine technische Arbeitsgemeinschaft zwischen unseren beiden Internationalen vor, die ihren wesentlichen Ausdruck in einem gemeinsamen Büro finden würde. Damit würden die Vorteile einer Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung erreicht werden können, ohne die Vorteile der beruflichen Verbindung zu beeinträchtigen.- Nach unserem Vorschlage würden also beide Berufsinternationalen erhalten bleiben, mit dem selbständigen Recht jeder Gruppe auf einen eigenen Sekretär, ein eigenes Exekutivkomitee, eigene Kongresse, ein eigenes Organ bezw. Informationsberichte sowie eigene Finanzverwaltung. Wahrscheinlich wird sich auf dem einen oder anderen dieser Gebiete noch die Möglichkeit weiterer Zusammenlegung finden, beispielsweise durch räumliche und zeitliche Zusammenlegung von Kongressen und Sitzungen, Vereinheitlichung von Berichten und Umfragen usw., aber dies kann man den Erfahrungen überlassen, die sich aus der technischen Zusammenarbeit nach unserem Vorschlage ergeben würden.- Indem wir Sie bitten, unsere Anregungen mit in ihre - - 25. Uberlegungen einzubeziehen, hält sich unser Exekutivkomitee zu weiteren Besprechungen, soweit das noch notwendig sein sollte, gerne bereit." Internationales Arbeitsamt. Die Verbindungen unserer I.U.H. mit dem Internationalen Arbeitsamt( I.A.A.) haben sich in dieser Berichtsperiode immer enger gestaltet. Der frühe Tod seines hervorragenden Direktors Albert Thomas, der in der Nacht zum 8. Mai 1932 einem Herzschlag erlag, hat auch in unseren Reihen Bestürzung und Trauer hervorgerufen. Ein selten vielseitig begabter Mensch, ein treuer Genosse und unermüdlicher Hort der sozialen Interessen des Proletariats ist uns mit ihm entrissen worden. Das I.A.A., in dem Genosse Adolf Staal, der durch seine frühere Tätigkeit im I.G.B. ein guter Bekannter in der internationalen Gewerkschaftsbewegung ist, den schwierigen Posten des Leiters des Verbindungsdienstes mit den Arbeiterorganisationen bekleidet, hat uns in dieser Berichtszeit verschiedentlich wertvolles Material zur Verfügung gestellt, insbesondere für unsere eingehende Untersuchung der Frage der Berufskrankheiten im Holzgewerbe. Für diese Dienste sei ihm hier unser bester Dank ausgesprochen. +++++ SONSTIGES 26. Ein Ereignis ganz besonderer Prägung in der Geschichte unserer I.U.H. stellt sicher der VII. Internationale Holzarbeiterkongress dar, der vom 25. bis 28. Juli 1929 in Heidelberg stattfand und mit der eindrucksvollen Feier des 25- jährigen Bestehens unserer internationalen Organisation verbunden war. Aus diesem Anlass hatte das Sekretariat eine 48 Seiten starke Denkschrift mit vielen Bildern und Beiträgen führender Kollegen in den einzelnen Ländern herausgegeben. Besonders erhebend gestaltete sich die zu Ehren des Kongresses durchgeführte Kundgebung der deutschen Holzarbeiter jugend, die von über 2.000 Jugendlichen, darunter eine Abordnung der österreichischen Jugendsektion, besucht war, und, in Verbindung mit den im" Bulletin" erschienenen anregenden Aufsätzen und Berichten, in hervorragendem Masse dazu beigetragen haben dürfte, dass immer mehr angeschlossene Verbände den Jugendfragen und der gewerkschaftlichen Jugendarbeit ein besonderes Augenmerk widmen. Es sei noch erwähnt, dass der Deutsche Holzarbeiterverband vom Kongress und dem Reichsjugendtreffen einen 600 Meter langen Film gedreht hat, der unter dem Titel " Die Tage von Heidelberg" nicht nur in Deutschland, sondem auch in Ungarn, der Tschechoslowakei, Belgien und Osterreich viel gezeigt worden ist. Auch in dieser Berichtsperiode wurde die I.U.H. von kleinen, im Aufbau oder in besonderem Druck befindlichen Organisationen wiederholt um finanzielle Unterstützung angegangen. So wünschenswert eine solche Beihilfe war, konnte das Exekutivkomitee doch nur in einem einzigen Falle, in dem der Bestand der Organisation unmittelbar gefährdet erschien, dem Gesuch entsprechen. Die Mittel der 1.U.H. selbst sind leider zu beschränkt, um eine einigermassen durchgreifende Hilfe leisten zu können, und andererseits liessen die schlechten Verhältnisse in wohl fast allen Ländern eine internationale Sammlung aussichtslos erscheinen. In diesem Zusammenhang verdient Erwähung, dass der I. G. B. und die Sozialistische Arbeiter- International e Ende 1930 eine gemeinsame Hilfsaktion für die dem Terror Pilsudskis ausgelieferten polnischen Genossen sowie für die polnischen Gewerkschaften durchführten, zu der von den Organisationen des I.G.B., darunter auch unsere, insgesamt Hfl. 35.500 beigetragen wurde. Den vom Heidelberger Kongress erhaltenen Auftrag, den Art. 27 der Statuten, in dem die gegenseitige Unterstützung übertretender Mitglieder geregelt ist, einer Uberprüfung zu unterziehen, hat das Exekutivkomitee in seiner Londoner Sitzung vom Dezember 1931 in der Weise erledigt, dass es den Vorständen der angeschlossenen Verbände folgende vorläufige Regelung empfahl, die bis zur endgültigen Lösung durch den Kongress gelten soll: 1. Reiseunterstützung: Die im Art. 27 festgelegte Verpflichtung zur Zahlung der Reiseunterstützung wird aufgehoben, den Vorständen jedoch empfohlen, je nac Umständen und finanziellen Möglichkeiten eine Unterstützung zu gewähren bezw. durch Abschluss von Sonderverträgen eine befriedigende Regelung zu gewährleisten. 27. 2. Freier Ubertritt mit vollen Rechten: Die Aufmerksamkeit der Vorstände der angeschlossenen Verbände wird darauf gelenkt, dass infolge der Eigenart der organisatorischen Verhältnisse und des Beitrags- und Unterstützungswesens in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten von Nordamerika die diesbezügliche Bestimmung für diese beiden Länder nicht aufrecht erhalten werden kann. Sofern Verbände anderer Länder meinen, dass die betreffende Bestimmung für sie ebenfalls untragbar ist, wird ihnen anheimgestellt, dem Exekutivkomitee der I.U.H. einen begründeten An-trag auf Befreiung von der im Art. 27 ausgesprochenen Verpflichtung einzureichen. Grundlegend für diese Neuordnung war die Erkenntnis, dass seit der Vorkriegszeit, in der die betreffenden Bestimmungen aufgestellt wurden, die Verhältnisse sich so geändert haben, dass das im Art. 27 festgelegte Obligatorium nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Was den freien Übertritt mit vollen Rechten betrifft, so ist durch den Anschluss von zahlreichen neuen, insbesondere ausseneuropäischen Verbänden die Unterschiedlichkeit der Beitrags- und Unterstützungseinrichtungen innerhalb der I.U.H. stark vermehrt worden und in bezug auf die Ansprüche übertretender Mitglieder eine grosse Unsicherheit entstanden, die zu vielen Beschwerden und Reibungen Anlass gegeben hat. Es sei hier nur daran erinnert, dass im Amerikanischen Holzarbeiterverband die einzelnen Lokalvereine von den aus anderen Orten übertretenden Verbandsmitgliedern zum Teil sehr hohe Eintrittsgelder erheben, so dass es nicht angeht, für ausländische Kollegen eine besondere Vergünstigung zu verlangen. Dasselbe gilt auch für die Reiseunterstützung, auf die ein ausländisches Mitglied nur Anspruch hat, sofern der Verband sie auch den eigenen Mitgliedern zahlt; hier tritt noch hinzu, dass die Reiseunterstützung infolge der politischen und wirtschaftlichen Folgen des Weltkrieges ihren Charakter einer Unterstützung arbeitsuchender oder auf beruflicher Wanderschaft befindlicher Kollegen fast vollständig verloren hat, dagegen immer mehr zur Finanzierung von Vergnügungsfahrten in Anspruch genommen wird. Abschliessend sei gesagt, dass eine neue Fassung de Art. 27 vom Sekretär vorbereitet ist und dem Kongress vorliegen wird. Zu erwähnen ist noch, dass wiederum in verschiedenen Fällen ein Briefwechsel stattfand im Zusammenhang mit der zwischen den Organisationen der Unternehmer und Arbeitnehmer im britischen Holzgewerbe getroffenen Vereinbarung, WOnach nur solche Türen und Fenster angeschlagen werden dürfen, die von organisierten Arbeitern unter tarifvertraglich festgesetzten Arbeitsbedingungen hergestellt worden sind. Jede ausländische Bautischlerei, die Türe, Fenster oder sonstige Bauteile nach Grossbritannien ausführen will, muss eine von der zuständigen Gewerkschaft ausgestellte entsprechende Bestätigung vorweisen können. Die Kontrolle wird immer auf dem wege des internationalen Sekretariats vorgenommen. Die Korrespondenz betrifft in der Hauptsache die skandinavischen und baltischen Länder. ++++++ 28. LAGE UND TA TIGKEIT der der I. U. H. angeschlossenen Verbände 1929 1932 - Die folgende, sehr knapp gehaltene Ubersicht über die hervorstehendsten Momente der Lage und Tätigkeit der angeschlossenen Verbände in den Jahren 1929-1932 knüpft an die im Bericht 1925-1928 an. Diese vorige Ubersicht wolle man zum Vergleich ziehen; ebenso die einzelnen Jahresberichte im" Bulletin". Eine Tabelle der Mitgliederzahlen in den verschiedenen Jahren schliesst unmittelbar an diese Ubersicht an; für die statistischen Angaben über Kassengebarung und Lohnbewegungen verweisen wir auf die jeweils im" Bulle tin" erschienen Jahresberichte ( Juli- August 1930; Juli- August 1931; Juli- September 1932), für die Jahresdurchschnitte der Arbeitslosigkeit auf die Tabelle in der Einleitung des Berichtes. Das den einzelnen Jahrgängen des" Bulletins" beigegebene Inhaltsverzeichnis ermöglicht ein schnelles Nachschlagen der im internationalen Organ erschienenen eingehenderen Aufsätze über die Ereignisse und das Verbandsleben in den einzelnen Ländern. Australien: Der Preistiefstand für Wolle und Weizen hat das Wirtschaftsleben in seiner Grundlage erschüttert. Im Holzgewerbe sind zur Zeit rund 40% der gewerkschaftlich Organisierten arbeitslos; in der Möbelindustrie, in der ausserdem die Kurzarbeit weit verbreitet ist, liegt der Prozentsatz noch höher. Bei der amtlichen Struktur des Tarifwesens( staatliche Tarifämter, Zwangstarife) ist der soziale Kampf in Australien stark durch die politischen Machtverhältnisse bedingt, deren Entwicklung von Staat zu Staat recht uneinheitlich ist. So kam im April dieses Jahres in West australien eine Arbeiter regierung ans Ruder, während die in Südaustralien gestürzt wurde. Wo zu der manchmal recht schnelle politische Wechsel führt, zeigt das Beispiel des Staates Neusüdwales, wo im Juni 1930 eine bürgerliche Regierung die seit vielen Jahren bestehende 44- Stunden- Woche durch Gesetz auf 48 Stunden verlängerte, während knapp ein halbes Jahr später eine mittlerweile auch schon wieder gestürzte Arbeiterregierung der alten Regelung neue Geltung verschafft hat. Die amtlich festgesetzten Mindestlöhne sind, dem Rückgang der Messziffer der Lebenshaltungskosten entsprechend, wiederholt abgebaut worden. Die missliche Lage hat die föderierten Möbelarbeiter- Verbände, die seit dem 1. Januar 1929 der I.U.H. kollektiv angehören, sehr geschwächt und anscheinend auch ihren Zusammenhalt gelockert. - - Belgien: Die Wirtschaftslage hat sich in der Berichtszeit dauernd verschlechtert; vor allem im Holzgewerbe, in dem schon über ein Viertel der Arbeiter Unterstützung bezieht. Trotz der grossen Arbeitslosigkeit bleibt der Rückgang der tariflichen Mindestlöhne hinter dem der Lebenshaltungskosten zurück; die übertariflichen Individuallöhne sind allerdings stärker gekürzt worden, Die Mitgliederzahl des Einheitsverbandes der Bau- und Holzarbeiter ist sehr er 29. heblich gestiegen. Bei den Holzarbeitern betrug die Zunahme 60%; im letzten Jahre ist hier aber ein Stillstand eingetreten, der nicht zuletzt auf die Abwanderung in andere Industrien zurückzuführen ist. Auch in finanzieller Hinsicht hat der Verband trotz erheblicher Aufwendungen für die Arbeitslosen sehr gut abgeschnitten. Dies ist der Tatsache zu verdanken, dass die Arbeitslosenkasse völlig getrennt verwaltet wird und der Staat für die Unterstützungen aufkommt, wenn die Mittel der Kasse nicht ausreichen. Besonders in den beiden letzten Jahren hat der Verband eine rege Tätigkeit unter den Jugendlichen entfaltet, während er auch für Arbeitslose. umfassende gewerkschaftliche Bildungsarbeit geleistet hat. Bulgarien: Sehr böse sieht es noch immer in Bulgarien aus, das seit jeher ein Sorgenkind der internationalen Gewerkschaftsbewegung war. Der I.G. B. hat sich mit erheblichem Einsatz von Zeit und Geld um die Entwicklung der dortigen Gewerkschaften bemüht, ohne jedoch einen grösseren Erfolg zu erzielen. Die Landeszentrale zählt insgesamt nur knapp 2.000 Mitglieder. Erwerbslosigkeit und sozialpolitische Reaktion, zu denen sich noch die kommuistische Schädlingsarbeit gesellt, hemmen ihren Aufstieg. Mit dem kleinen Holzarbeiter- Verband, der uns angehört, haben wir schon seit Jahren keine nennenswerten Verbindungen. Dänemark: Die wirtschaftliche Lage, in die 1930 zunächst einige Entspannung einzutreten schien, hat sich im Jahre 1932 infolge des scharfen Rückganges der Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten stark verschlechtert. Im Holzgewerbe sind zur Zeit über 40% der Verbandsmitglie ler arbeitslos. Zur Bekämpfung der Krise haben unsere Verbände die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten gefordert, wofür die sozialdemokratische Regierung grosse Mittel ausgeworfen hat. Die Geldlöhne, die seit 1930( im Tischlergewerbe seit 1927) nicht mehr den Schwa kungen der Messziffer der Lebenshaltungskosten unterlieg haben sich in der Berichtszeit kaum geändert, so dass ei nicht unwesentliche Steigerung der Reallöhne eingetreten ist. Bei der allgemeinen Lohnbewegung im Frühjahr 1931 gelang es, eine Urlaubsregelung einzuführen. Anfang 1933 drohte der Lohnfrage wegen eine allgemeine Aussperrung, die nur im letzten Augenblick durch ein Gesetz, wonach alle Tarifverträge zwangsläufig bis 1934 verlängert werden, vermieden werden konnte. Die uns angeschlossenen Verbände haben sich trotz der Krise in jeder Beziehung gut gehalten. Einige hatten sogar eine kleine Mitgliederzunahme zu verzeichnen. Deutschland: Die politische Katastrophe dieses Landes wurzelt in der jahrelangen verzweifel ten ökonomischen und sozialen Krise. Wie überall gehören auch hier die Holzarbeiter mit zu den besonders hart getroffenen Berufen. Von den Mitgliedern des Deutschen HolzarbeiterVerbandes( im Verband der Sattler und Tapezierer liegen die Verhältnisse ebenso) sind schon seit länger als zwei Jahren weniger als die Hälfte in Arbeit und die Zahl der Arbeitslos en steigt unausgesetzt. Im Durchschnitt des Jahres 1932 waren 68% der Mitglieder voll arbeitslos und noch weitere fast 10% arbeiteten verkürzt. Es bleiben also nur wenige Beitragszahler übrig und die Ausgaben für Unterstützungen wuchsen in riesenhafte. Trotz starker finanzieller Reserven, mit denen der Verband in die Krise hineingegangen war, konnte er sich gegen diesen Sturm nur mit ausser ordentlichen Massnahmen behaupten. Die Verwaltungskosten wurden radikal gesenkt, die Zahl der Verbandsbeamten erheblich vermindert und auch die Unterstützungssätze mussten stark herabgesetzt werden. Die furchtbare Arbeitslosig> 30. keit blieb auch nicht ohne Einfluss auf die Arbeitsverhältnisse. Die Tarifverträge gingen zum allergrössten Teil verloren und wenn der Verband auch unter seiner alten Führung andauernd beträchtliche Abwehrkämpfe gegen den Lohnabbau führte, konnte er doch nicht verhindern, dass die wenigen noch Beschäftigten aus Angst vor der Arbeitslosigkeit sich dem Willen des Unternehmers beugten. Die Mehrzahl der ehemaligen Mitglieder hat bereits den Glauben verloren, jemals wieder als Holzarbeiter Arbeit zu finden, so dass der Mitgliederverlust von 26,5% in den drei Jahren 1931- 1933 nicht überraschen kann.- Seit dem 2. Mai dieses Jahres sind die deutschen Gewerkschaften durch brutalen Raub in den Händen der Hitlerfaschisten, und Führern" über antwortet, die weder von der gewerkschaftlichen Arbeit noch von den beruflichen Verhältnissen eine blasse Ahnung haben. Die Mitglieder werden mit Androhung von Terror gezwungen, ihre Beiträge weiterzu zahlen, während die gewerkschaftliche Vertretung ihrer Interessen völlig ruht. Umsonst bemühen sich die Propagandisten des Hitlerreiches um die Seelen der alten Gewerkschaftsmitglieder, die mit jedem Tage mehr den schamlosen Betrug begreifen, der an der deutschen Arbeiterklasse verübt wird. Alle Berichte, die wir seit dem 2. Mai von den alten Kameraden aus Deutschland bekommen haben, geben Kunde von der gewaltigen inneren Empörung und von der heissen Sehnsucht nach Befreiung von der braunen Schande und der wiederherstellung der gewerkschaftlichen Freiheit. Die wirtschaftliche Situation bleibt nach wie vor trostlos und die Bulletins der Nazis über den Rückgang der Arbeitslosigkeit sind nur durchsichtige statistische Manöver. Der" gleichgeschaltete" Holzarbeiterverband scheint in dieser Kunst aber noch nicht genügend bewandert zu sein, denn ganz programmwidrig beric.- tet er aus seiner Statistik, dass die Arbeitslosigkeit der Holzarbeiter Ende Mai 68,9%( dazu noch 6,9% Kurzarbeiter) gegen nur 65,1% im Jahr zuvor, beträgt. Finnland: Der alte finnische Verband, der unter kommunistischer Führung stand, musste Ende 1929 ausgeschlossen werden, weil er mit den Russen einen Gegenseitigkeitsvertrag abgeschlossen hatte, der ein gemeinsames Vorgehen egen unsere 1.U.H. vorsah. Ende 1930 wurde er von der Regierung aufgelöst. Der im Mai 1931 unter freigewerkschaftlicher Führung neu gebildete Verband trat am 1. Juli desselben Jahres der I.U.H. bei. Die junge Organisation steht vor gewaltigen Aufgaben. Die Kommunisten haben das Verbandsvermögen verpulvert, das Tarifwesen zerschlagen, Misstrauen und Verbitterung gesät. Dabei ist die wirtschaftliche Lage alles andere als günstig, wenn sie im Holzgewerbe( in dem 1932 22% der Verbandsmitglieder arbeitslos waren gegenüber 25% im Vorjahre) auch etwas besser ist als im Durchschnitt sämtlicher Industrien. Die Löhne sind ausserordentlich stark gekürzt worden und liegen vielfach bereits unter der Hungergrenze. Durch schwarze Listen üben die Unternehmer planmässig Brotraub an den organisierten Arbeitern. Angesichts dieser Dinge nimmt es nicht wunder, dass von den ca. 36.000 Beschäftigten im Holzgewerbe erst knapp 2.000 organisiert sind. Die Tatsache aber, dass die skandinavischen Holzarbeiter den finnischen Kollegen hilfreich zur Seite stehen, wie auch der sozialistische Wahlsieg und die Schlappe der halbfaschistischen Lappo bewegung im Juli dieses Jahres, lassen erhoffen, dass es in Finnland nunmehr wieder aufwärts. geht. 31. Frankreich: Lange Zeit war Frankreich eine Oase in der wirtschaftlichen wüste. Jetzt nimmt aber auch in diesem Lande die Arbeitslosigkeit, vor allem in Form von Kurzarbeit, überhand. Besonders trostlos ist die Lage der einst so blühenden Pfeifenindustrie im Jura. Für den französischen Verband hat die Krise verheerende Auswirkungen; allein im Jura ist die Mitglieder zahl von 3.000 auf etwa 500 eingeschrumpft. Von einer Viertelmillion Holzarbeiter sind kaum noch 3.000 organisiert. Die Schwächen der dezentralisierten Organisationsform offenbaren sich in erschreckender weise. Die finanzielle Lage hat sich so verschlechtert, dass der Verband sich bereits seit einigen Jahren keinen besoldeten Angestellten mehr leisten kann. Den Kommunisten geht es trotz der grosssprecherisch radikalen Töne, die sie anschlagen, nicht besser. Als einziges Erfreuliches ist zu melden, dass am 1. Januar 1932 der Landesverband der Böttcher den Anschluss an die 1.U.11. vollzogen hat. - Grossbritannien und Irland: Die Lage im Holzgewerbe hat sich in der Berichtszeit erheblich verschlechtert. Durch die Sparwut der" nationalen" Regierun, die ihre Existenz dem Bruch MacDonalds mit der Arbeiterpartei verdankt, ist dem Bau ewerbe die lebenswichtige staatliche Subvention ent zoen worden, so dass Zimmerer und Bautischler in steigendem Masse arbeitslos werden. Noch viel trostloser ist die Lage im Schiffbau, in dem kaum noch Beschäftigung zu finden ist. Im Jahresdurchschnitt 1932 waren von den Mitgliedern des Holzarbeiter- Verbandes fast 20% völlig arbeitslos doppelt soviel als im Vorjahre. Der Landestarifvertrag für das Baugewerbe, dem auch die Zimmerer und Bautischler unterstehen, wurde 1930 arbeiterseits gekündigt und erst Ende 1931 nach vielem Hin und Her mit nu geringen Anderungen erneuert. Auf Grund des Rückganges do. Messziffer der Lebenshaltungskosten sind die Löhne in der Berichtszeit jedes Jahr um 1/2 Penny pro Stunde herabgesetzt worden. Die völlige Verschmelzung der verschiedenen, in einem Landeskartell vereinigten Verbände baugewerblicher Arbeiter wurde Ende 1931 durch Urabstimmung mit grosser Mehrheit abgelehnt. Der Holzarbeiter- Verband steht trotz der Krise unerschüttert da; jedoch mahnt die Entwicklung seiner Finanzen zur Vorsicht. Dasselbe gilt für die Verbände der Bürsten- und Kistenmacher, von denen letzterer durch den Beitritt der schottischen Organisation wesentlich gestärt wurde. - Holland: Die Arise hat auch hier schnell um si ch gegriffen. Im Mbelgewerbe sind über 40% der Verbandsmitglieder arbeitslos. Der Landes tarifvertrag wurde 1930 noch mit erheblichen Verbesserungen erneuert, aber 1932 und 1933 mussten- allerdings geringe Lohnkürzungen hingenommen werden, die jedoch hinter dem Rückgang der Lebenshaltungskosten zurück bleiben. Trot z der Krise hat der Verband eine Mitgliederzunahme um rund 40% zu verzeichnen. Er hat in der Berichtszeit eine reje Tätigkeit unter den jugendlichen Berufsangehörigan in Angriff genommen; seit 1. Januar 1932 erscheint monatlich ein besonderes Jugendblatt. Am 1. Januar 1932 wurde durch Verbandstaдsbeschluss eine Altersunterstützung eingeführt. Italien: Als vor acht Jahren, ebenfalls in Brüssel, der internationale Kongress tagte, war noch ein Vertreter der italienischen Kollegen anwesend. Seitdem sind die dortigen Gewerkschaften der Vernichtung durch die Faschisten anheim gefallen. Das nach Paris übersiedelte Sekretariat der früh- ren Landeszentrale, das zunächst unter den in Frankreich, 32. Belgien und Luxemburg lebenden italienischen Arbeitern Propaganda gegen den Faschismus führte, hat seine Tätigkeit später auf die gewerkschaftliche Agitation in Italie: selbst ausgedehnt. Nach dem Bericht an den Kongress des I. G.B. ist es jetzt so weit, dass ein gut ausgebautes Netz von Verbindungen mit in Italien lebenden Vertrauensmännern besteht, die einmal den Kern der neu aufzubauenden freien Gewerkschaftsbewegung bilden werden. Dass der faschistische Staat den Arbeitern kein Heil gebracht hat, geht wohl am besten daraus hervor, dass im offiziellen Organ der faschistischen Gewerkschaften," Lavoro d'Italia", kürzlich bittere Klage darüber geführt wurde, dass der Lohnabbau weit, weit grösser sei als die Senkung der Lebenshaltungskosten, deren Messziffer seit 1927 um 15,7% auf 78,05 zurückgegangen ist. Jugoslawien: Uber die bisher erfolglos gebliebenen Verschmelzungsbestrebungen im Holzgewerbe ist Näheres im betreffenden Abschnitt dieses Berichtes enthalten. Die Wirtschaftslage war während der ganzen Berichtsperiode unverändert schlecht. Rund zwei Drittel der Holzarbeiterschaft sind erwerbslos. Es gibt keine Tarifverträge, Lohnbewegungen sind aussichtslos, die Löhne selbst liegen weit unter dem amtlich ermittelten Existenzminimum, die Arbeitszeit beträgt in der Regel 10 bis 14 Stunden täglich kurz, es ist eine trostlose Lage. Unter solchen Verhältnissen kann von einem Aufstieg der uns angehörenden Organisationen natürlich kaum die Rede sein; trotzdem sind hier und da erfreuliche, wenn auch nur kleine Erfolge erzielt worden. Kuba: Als wir unseren vorigen Bericht zusammenstellten, Tiess sich die Lage auf Kuba gut ansehen. Differenzen aller Art, die häufig in persönlichen Anfeindungen ihren Ursprung hatten, haben aber leider einen Rückschlag vorursacht. Hinzu kommt, dass infolge der Absatzkrise für Zucker auf der ganzen Insel bittere Armut herrscht. Die dadurch hervorgerufene soziale Unruhe, die unter Einfluss der Kommunisten und Anarchosyndikalisten leider nur allzu oft gewalttätige Formen annimmt, hat die Regierung zu scharfem Vorgehen gegen die Arbeiterorganisationen veranlasst. Ein übliches Kapitel in der kubanischen Gewerkschaftsbewegung bilden auch die vielen Polizeispitzel und politisierenden Glücksritter. Die Verbindungen mit dem kleinen Holzarbeit-Verband sind zur Zeit unterbrochen; wir hoffen aber, hon baldigst Klarheit über seine Lage zu schaffen. Luxemburg: Dieses kleine, zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien eingekeilte Ländchen ist ein Schmerzenskind der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Es weist eine starke Einwanderung auf, und das Durcheinander der Nationen erschwert die gewerkschaftliche Aktion. Auch sind viele der eingewanderten Arbeiter, insbesondere die aus Polen, dem Balkan und Italien, indifferent, wenn nicht sogar organisationsfeindlich eingestellt. Der I. G.B. und die hauptsächlich in Frage kommenden Berufsinternationalen und Landeszentralen, die zusammen das so. Vierländerkomitee bilden, wenden alljährlich beträchtliche Beträge für Propaanda auf. Die Holzarbeiter verschmolzen sich 1921 mit den Bauarbeitern; das kleine Grüppchen, das seit 1925 keinerlei Tätigkeit mehr entfaltete, wurde 1931 als Berufssektion dem Verband der Berg-, Metall- und Industriearbeiter angegliedert. Neuseeland: Seit die rise das ferne Inselreich überzogen hat, ist dort von dem einst so hohen Lebensniveau der Arbeiterklasse nicht viel mehr zu merken. Das Holz- und Möbelge 33. werbe liegt schwer danieder, und von den 450 Mitgliedern, die das uns angeschlossene Verbändchen noch zählt, ist über die Hälfte arbeitslos und auf die öffentlichen Notstandsarbeiten angewiesen. Die Löhne haben im Mai 1931 durch Schiedsspruch des staatlichen Schiedsgerichts eine 10 prozentige Kürzung erfahren. Seitdem hat das reaktionäre Bauernkabinett den Zwang zur Regelung der Arbeitsverhältnisse durch amtliches Schlichtungsverfahren gehoben, wodurch vielfach ein vertragloser Zustand eingetreten und der Unternehmerwillkür Tür und Tor geöffnet worden ist. aufNorwegen: Das grosse Ereignis der Berichtsperiode war die 22- wöchige allgemeine Aussperrung im Jahre 1931, der grösste und langwierigste Konflikt, den die norwegische Arbeiterklasse je zu bestehen hatte. Ermutigt durch die zermürbende Arbeitslosigkeit, wollten die Unternehmer, trotzdem die Lebenshaltungskosten nur eine Senkung um 13% aufwiesen, einen 20- prozentigen Lohnabbau erzwingen. Das ist aber vorbeigelungen; im Sägereigewerbe wurden die Löhne nur um 6,5 bis 7% und im Baugewerbe sogar nur um 2 bis 5% gekürzt. Die neuen Verträge gelten bis 1934, im Baugewerbe sogar bis 1935. Auch sonst haben sich die norwegischen Verbände gut behauptet. Sie haben zum Teil beträchtliche Mitglieder zunahmen zu verzeichnen, so die Holzarbeiter um ca. 35% und die Holzarbeitersektion des Bauarbeiter- Verbandes, in dem 1930 die kommunistische Führung beseitigt wurde, um nicht weniger als 70%. Erfreulich ist der vor kurzem erfolgte Anschluss der im Wald- und Landarbeiter- Verband vereinigten Waldarbeiter. Österreich: Die Auflebung in der wirtschaftlichen Lage, über die im vorigen Bericht gesprochen wurde, erwies sich bald als vorübergehend. Jetzt liegen die Dinge schlimmer als je. Fast 60% der Verbandsmitglieder sind dauernd arbeitslos. Diese schlechte Lage ist nicht nur in der Weltkrise begründet, sondern auch in den besonderen Verhältnissen des Nachkriegs- Osterreichs, das aus einer industriell hochentwickelten Millionenstadt besteht, die dem kleinen Hinterland als Wasserkopf aufgepfropft ist. Die Mitgliederzahl des Verbandes hat in der Berichtszeit um 43% abgenommen. Trotz der Krise ist es ihm aber gelungen, die Löhne und sonstigen Arbeitsbedingungen im allgemeinen zu halten. Eine Zukunftsgewähr ist die erfreulich rege Tätigkeit der Jugendsektion. Palästina: Seit 1. Juli 1931 gehört uns die kleine Holzarbeitersektion des Jüdischen Gewerkschaftsbundes an. Uber ihre Tätigkeit lässt sich im Rahmen dieser Ubersicht nichts Hervorstechendes mitteilen; die Berichte, die wir von ihr bekommen, zeigen, dass sie ebenso rege wie erspriessliche Gewerkschaftsarbeit leistet. Polen: Geradezu trostlos sieht es in Polen aus, wo rund 80% der Verbandsmitglieder arbeitslos sind. Im Jahre 1930 wütete der Terror Pilsudskis besonders stark. Hunderte von Gewerkschaftern wurden damals in den Kerker geworfen. Seitdem scheinen die Verfolgungen etwas nachgelassen zu haben; nur macht sich die Agitation der faschistischen" Gewerkschaften" immer mehr bemerkbar. Finanziell ist der Verband so geschwächt, dass er keine vollbesoldeten Funktionäre mehr unterhalten kann. Es ist nunmehr eine Zusammenlegung mit den Bauarbeitern geplant. Seit 1932 zahlt die Zentrale auch keine Unterstützungen mehr; jedoch dürfen die Ortsgruppen 30% ihrer Einnahmen für diesen Zweck verwenden. Obwohl überall die Löhne abgebaut werden, sind Lohnkämpfe vollkommen aussichtslos. 34. Rumänien: Die Hoffnungen, die wir im vorigen Bericht an den Sturz der reaktionären Bratianu- Regierung knüpften, haben sich nicht erfüllt. Durch die katastrophale Lage am Getreidemarkt ist der Agrarstaat in seinen Grundfesten erschüttert. Die Holzindustrie befindet sich in einer fürchterlichen Notlage. Der Arbeitslosenprozentsatz von 19%, die in der Tabelle in der Einleitung angegeben ist, stammt vom Arbeitsministerium, das die Lage durch eine amtlich rosige Brille betrachtet. Es gibt in Rumänien keine staatliche Arbeitslosenversicherung, aber der Verband erhält vom Staat eine geringe Subvention, die es ihm ermöglicht, die arbeitslosen Mitgliedern während 8 Wochen pro Jahr zu unterstützen. Trotz Krise und kommunistischer Agitation behauptet sich der Verband, und seine Verbindungen mit der I.U.H. lassen kaum etwas zu wünschen übrig. Schweden: Die Krise hat hier erst 1932 richtig eingesetzt; sie trifft vor allem das Sägereigewerbe, in dem 1932 44% der Verbandsmitglieder arbeitslos waren. Die Berichte der schwedischen Organisationen sind immer ein Zeugnis für tüchtige Gewerkschaftsarbeit. In der Berichtszeit haben keine Lohnbewegungen von grossem Umfange stattgefunden. Für die Holzindustrie wurde 1930 ein neuer günstiger Vertrag auf drei Jahre abgeschlossen, die Bauholzarbeiter haben nur in: Orten und Bezirken Lohnbewegungen gehabt, und für die Sägewerksindustrie wurde im Februar 1932 ein neuer Vertrag gemacht, wobei die Löhne um 6 bis 8%, d.. um weniger als der Rückgang der Messziffer der Lebenshaltungskosten, abgebaut wurden. Alle sonstijen Arbeitsbedingungen konnten trotz der Krise restlos gehalten werden. Am erfreulichsten ist die starke Mitglieder zunahme, die bei den Holzindustriearbeitern 27, bei den Bauholzarbeitern 42 und bei den waldarbeiterr ca. 30% ausmacht; nur die Sägewerksarbeiter blieben ungefähr gleich. Schweiz: Während der ganzen Berichtsperiode herrschte eine rüddäufige Konjunktur, die allerdings erst 1931 stärker in Erscheinung trat. Soweit die Holzarbeiter in Frage kommen, war die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen Ländern noch erträglich. Im Jahre 1932 musste aber schon doppelt soviel für Unterstützung aufgewendet werden als im Vorjahre, nämlich rund 5 Millionen Franken. Durch die starke Steigerung im laufenden Jahre ist die Arbeitslosenkasse sogar in Bedrängnis geraten, so dass sie durch Beitragserhöhung saniert werden musste. Zunächst wurden in der Lohn- und Ferienfrage noch Fortschritte erzielt, später aber ist der Verband in die Defensive gedrängt, wobei er seine Stellungen aber durchaus gehalten hat. Im Jahre 1930 wurde in Basel der 33- wöchige Holzarbeiterstreik ausgefochten, der über ein Drittel der Jahreseinnahmen verschlang und mit einem Teilerfolg beendet wurde. Das Verbandsleben verlief sonst in ruhigen Bahnen. Der Verband steht gefestigt da. Bei den Holzarbeitern betrug die Mitglieder zunahme in der Berichtszeit 31%. Spanien: Uber die Errichtung des Landesverbandes der Holzarbeiter, der am 1. Juli 1930 der I.U.H. beitrat, ist im Abschnitt" Verschmelzungsbestrebungen" berichtet worden. Die Gründung fiel noch in die Zeit der Militärdiktatur Primo de Riveras, die dann durch die Gemeindewahlen vom April 1931 weggefegt wurde. Seitdem befindet sich die Gewerkschaftsbewegung in ständigem Aufstie; der Holzarbeiterverband hat seine Mitgliederzahl mehr als verdoppelt, und der Zustrom neuer Sektionen hält noch an. Leider ist er finanziell sehr schwach, nicht zuletzt infolge der drückenden: Arbeitslosigkeit. Die neue Regierung hat bereits eine grosszügige sozialgesetzgeberische Arbeit geleistet. In letzter Zeit verschärft sich aber die Opposition der Bürgerlichen gegen die drei sozialisti 35. schen Minister, deren Verbleib im Kabinett immer mehr in Frage gestellt erscheint. Durch den persönlichen Besuch des Sekretärs der I.U.H. gelegentlich der Tagungen des I.G. B. in Madrid im April 1931 sind die Beziehungen zu den spanischen Kollegen sicher gefestigt worden. Südafrika: Die Situation wird durch eine Stockung auf allen Gebieten gekennzeichnet. Die Arbeitslosigkeit unter den uns angeschlossenen Zimmerern und Bautischlern ist sehr beträchtlich. Ein ernstes Problem ist dabei, dass von den weissen Jugendlichen kaum die Hälfte in den gelernten Berufen unterkommen kann, während in den unund angelernten die sehr niedrig entlohnten Farbigen immer mehr die Oberhand gewinnen. Die Löhne im Baugewerbe sind etwas heruntergegangen, doch wurde die 44- StundenWoche behauptet. Tschechoslowakei: Die Lage ist äusserst schlecht. Die Lohn- und Tarifbewegung war sehr rege, weil die Unternehmer jede Gelegenheit benutzten, Verträge zu kündigen. In den deutschsprachigen Gebieten konnten sie im allgemeinen wieder erneuert werden; in den tschechischen ist jedoch vielfach ein vertragloser Zustand eingetreten, so z. B. in Prag und Umgebung. In einigen Fällen musste ein Lohnabbau hingenommen werden, der über den Rückgang der Messziffer der Lebenshaltungskosten hinausgeht. Trotz der misslichen Lage konnten beträchtliche Mitgliedergewinne erzielt werden. Der Reichenberger Verband hat um 58% zugenommen. Uber die Einigung des früheren kommunistischen Verbandes mit der Prager Organisation ist an anderer Stelle berichtet worden. Zu melden ist noch, dass der kleine Verband der Tapezierer am 1. Januar 1933 der I.U.H. beigetreten ist. Ungarn: Von den Mitgliedern des Holzarbeiter- Verbandes waren 1932 im Durchschnitt 56,5%, von den Holzarbeitern überhaupt sogar 75% arbeitslos. Daraus erklärt sich auch der katastrophale Rückgang der Mitgliederzahl, der in der Berichtszeit 56% betrug. Trotz allem hat der Verband, aber in seinem Kampf gegen Lohnabbau und Arbeitszeitverlängerung manchmal recht erfreulich abgeschnitten, wie er sich auch moralisch und administrativ immer noch behauptet. U.S.A. und Kanada: Die Berichte, die wir in den letzten Jahren von dem uns angeschlossenen amerikanischen Verband erhalten haben, sprechen alle von der drückenden Bürde der Arbeitslosigkeit, die auf der Kollegenschaft und infolgedessen auch auf dem Verband selbst lastet. In den meisten Städten des Kontinents, ins besondere aber in U.S.A., sind kaum mehr als 10 bis 20% der Mitglieder noch beschäftigt. Es ist nicht verwunderlich, dass unter solchen Umständen die Mitgliederzahl des Verbandes um 36% abgenommen hat. Es ist zu hoffen, dass die von dem neuen Präsidenten Roosevelt eingeleitete Aktion für Lohne rhöhung und Arbeitszeit verkürzung den gewünschten Erfolg bringen wird. Die Verbandszentrale hat sich in letzter Zeit zu einschneidenden Ersparnissen gezwungen gesehen; die Zahl der Verbandsangestellten ist vermindert und die Gehälter sind erheblich herabgesetzt worden. Ausführliche Berichte über das Jahr 1932 werden auf Grund der Angaben, die uns gemäss unserem letzuen Fragebogen gemacht worden sind, nach und nach im" Bulletin" erscheinen. +++++ Mitglieder zahl der angeschlossenen Verbände am 1. Januar 1930 1933; Membership of Affiliated Unions on 1st January, 1930- 1933; Effectifs des Organisations affiliées au 1 janvier 1930 antallet i de tilsluttede Forbund pr. 1. Januar 1930 1933 - - 1933; MedlemsLand No Country Pays No 011 Organisation 1930 1931 1932 1933 1 Australien, Australia 1 Möbelarbeiter, Furniture Wkrs 9.000 9.000 9.000 9.000 2 Belgien, Belgium, Belgique. 2 " Ameublement, Møbelarbejdere Holzarb. Woodworkers, Bois, 18.721 21.249 28.070 28.363 Trae arbejdere 3 Bulgarien, Bulgaria, Bulgarie 3 Holzarb., Woodworkers Woodworkers, Bois, 150 150 150 150 Træ arbejdere 4 Dänemark, Denmark, Danemark, Danmark. 4 Holzarb.- Sekr. 11 > 4 Woodwrks Sec( 15.195) Secr.du Bois Træear b.- Sekr. Tischler, Cabinet- makers and Joiners, ebénistes, menuisiers Snedkere ( 15.449) ( 15.709)( 15.730) 8.494 8.484 8.760 8.811 5 Drechsler, Turners, Tourneurs Drejere 250 250 212 210 6 7 Bürstenmacher, Brush- makers Brossiers, Børsteindustriarb. Böttcher, Coopers, Tonneliers, Bødkere. > 325 324 318 319 698 648 585 549 8 9 10 Vergolder, Picture- frame makers, Doreurs, Forgyldere. Holzind.- Arb., Woodcutting Machinists, Industrie du Bois, Træeindustriarbejdere, Bildhauer, Carvers, Sculpteurs, Billedskærer 201 201 174 180 3.903 4.139 4.223 4.223 194 200 207 215] Fortsetzung Continued Suite Fortsettelse 11 Stellmacher, Cartwrights, Charrons, Karetmaдere 5 Deutschland, Germany, Allemagne, Tyskland 12 Korbmacher Basket- ware makers Vanneurs, Kurvemagere > 13 Schiffszimmerer, Ship- carpenters, Charpentiers en navires, Skibstømrere 14 Tapezierer, Upholsterers, Tapissiers, Tapetserere( 1) 15 Korkarbeiter, Cork- cutters, Bouchonniers, Korkskærere 16 Holzarbeiter. Woodworkers, Bois, Trae arbejdere 1.130 1.203 1.230 1.223 107 107 97 97 660 700 7001 710 2.075 2.581 2.493 2.575 251 247 232 240 315.155 299.924 269.142 232.844 17 Tapezierer, Upholsterers, Tapissiers, Tapetserere 10.808 10.260 8.699 7.450 6 Finnland, Finland, Finlande 7 Frankreich, France, Frankrig 18 Holzarbeiter, Woodworkers, Bois, Trae arbejdere ( 2) 1.376 1.611 19 Holzarb. Woodworkers, Bois, Trae arbejdere 5.000 5.000 3.000 3.000 20 Irland 8/9 Grossbritannien, Great Britain 21 Holzarbeiter Woodworkers, Grande Bretagne, Storbritannien; Böttcher, Coopers, Tonneliers Bødkere( 3) 1.000 1.000 Bois, Træ arbejdere 117.283 116.417 114.169 107.250 22 Bürstenmacher Brushmakers, Brossiers, Børstenbindere 2.923 2.923 2.772 2.500 23 Kis tenmacher, Packing Case 10 Holland, Pays Bas, Makers, Layetiers Pakkassearb. 2.000 24 Möbelarbeiter, Furniture Wrks, Ameublement, Møbelarbejdere 2.000 2.000 3.500 ' 5.844 6.366 7.035 7.422 Fortsetzung Continued Suite Fortsættelse 11 Italien, Italy, Italie. 25 12 Jugoslawien, Yugoslavia, Yougoslavie, Jugoslavien 26 Holzarbeiter, woodworkers, Bois, Træ arbejdere Holzarbeiter 1 - Woodworkers, Bois Træe arbejdere ( Laibach) 376 376 325 352 27 28 29 222 684 11 " " ( Agram) 215 270 464 464 " " ( Serajewo) 102 102 102 102 Sägewerksarbeiter, Sawmillwrks, 13 Kuba, Cuba 30 Scieurs, Savværksarbejdere Holzarb., woodworkers, Bois, Træe arbejdere 1.500 1.500 1.500 1.500 1.173 1.173 1.173 1.173 14 Luxemburg, Luxembourg, 31 Holzarb., Woodworkers, Bois, Trae arbejdere 250 250 250 30 15 Neuseeland New Zealand Nouvelle- Zélande, Ny Zeeland 32 , › Möbelarbeiter Furniture Wrks, Ameublement, Møbelarbejdere 900 900 900 900 16 Norwegen, Norway, Norvège, Norge 33 34 Sägewerksarb. Sawmillworkers, Scieurs, Savværksarbejdere Holzarb., woodworkers, Bois, Træe arbejdere 3.556 3.720 4.070 3.892 1.500 1.736 1.800 2.084 35 17 Osterreich, Austria, Autriche, 36 Østrig 18 Palästina Palestine Bauholzarb., Carpenters, Charpentiers, Bygningstrae arb Holzarb., Woodworkers, Bois, Traearbejdere 2.223 3.053 3.291 3.514 • 16.739 13.908 10.953 10.641 37 Holzarbeiter, Woodworkers, Bois, Trae arbejdere 2) 632 632 19 Polen, Poland, Pologne 38 > Holzarb. Woodworkers, Bois, Træ arbejdere 7.658 8.924 4.666 5.201 Fortsetzung Continued Suite Fortsættelse 20 Rumänien, Roumania, Rumænien 39 21 Schweden, Sweden, Suède, 40 Sverige 41 Holzarb., Woodworkers, Bois, Træe arbejdere 2 Scieurs, Savværksarbejdere > 4.500 1.152 756 707 Sägewerksarb. Sawmillworkers, 39.245 38.848 39.863 39.393 Holzindustriearb Woodworkers, Bois, Træ arbejdere 14.361 16.366 16.839 16.647 42 43 Bauholzarb., Carpenters, Charpentiers Bygningstræ arbejdere Wald- u. Flössereiarbeiter Lumberworkers, Bûcherons et flotteurs, Skov- og Flaadningsarbejdere 17.882 20.083 21.790 21.800 > 10.394 10.620 12.220 13.162 22 Schweiz, Switzerland, Suisse, 44 Svejts Holzarbeiter, woodworkers, Bois Trae arbejdere 10.122 10.160 10.479 11.291 23 Spanien, Spain, Espagne 45 Holzarb., Woodworkers, Bois, Trae arbejdere ( 4) 1.500 3.925 7.597 8.146 24 Südafrika, South Africa Afrique du Sud, Sydafrika 46 Holzarb Woodworkers, Bois, Træ arbejdere 2.864 2.950 2.926 2.544 25 Tschechoslowakei, Czechoslova- 47 kia, Tchécoslovaquie, Czekoslovakiet 48 11 11 49 , Holzarb. Woodworkers, Bois Trae arbejdere( Reichenberg) ( Prag) Tapezierer, Upholsterers( 6) pissiers, Tapetserere 4.440 4.510 5.879 6.404 8.345 8.667 5) 14.000 15.000 TaI 606 26 Ungarn, Hungary, Hongrie 50 Holzarb., Woodworkers, Bois, Traearbejdere 5.650 5.015 3.929 2.893 51 Bildhauer, Carvers, Sculpteurs, Billedskaerere 254 27/28 U.S.A.; Canada 52 Holzarb., woodworkers, Bois, 330.336 108 300.000 108 108 263.4871 222.722 Trae arbejdere Total: 991.257) 950.689 950.689 895.643 815.350 Bemerkungen; Notes; Observations; Anmae rkninger; Die Nummerierung in der vorstehenden Mitgliedertabelle entspricht der in dem am Schluss dieses Berichtes veroffentlichten Adressenverzeichnis, das die genauen Namen sämtlicher angeschlossenen Verbände enthält. The Numbers used in the preceding Table of Memberships correspond to those in the List of Addresses at the end, which gives the exact Name of each affiliated Organisation. Les numéros adoptées dans le tableau des effectifs précédant correspondent à ceux dans la liste des addresses qui se trouve à la fin de ce rapport et contient le nom exact de chaque organisation affiliée. Nummereringen i den foranstaaende Medlemstabel svarer til den i Slutningen af denne Beretning af trykte Medlemsfortegnelse, som indeholder de nøjagtige Navne paa samulige tilsluttede Forbund. 1) Einschliesslich Mitgliederzahl in Schweden; 2) Angeschlossen seit 1. Juli 1931; 3) Angeschlossen seit 1. Januar 1932; 4) Mitgliederzahl der örtlichen Föderation der Holzarbeiter Madrids, deren Einzelmitgliedschaft am 1. Juli 1930 infolge des Anschlusses des inzwischen gegründeten Landesverbandes der Holzarbeiter Spaniens erlosch; 5) Mitgliederzahl des Einheitsverbandes der Holzarbeiter in der C.S.R., der am 1. Januar 1932 aus der Verschmelzung der " Unie drevodelníkù" mit dem" Svaz drevodenlikù" hervorgegangen ist; 6) Anдeschlossen seit 1. Januar 1933. 1) Including membership in Sweden; 2) Affiliated since 1st July, 1931; 3) Affiliated since 1st January, 1932; 4) Membership of Local Woodworkers' Federation of Madrid, whose individual membership ceased on 1st July, 1930, on account of the adhesion of the newly- founded National woodworkers' Federation of Spain; 5) Membership of" Jednotny svaz drevodelníkù", which was formed on 1st January, 1932, by the amalgamation of" Unie" and Svaz"; 6) Affiliated since 1st January, 1933. 1) Y compris l'effectif en Suède; 2) Affiliée depuis le 134 juillet 1931; 3) Affiliée depuis le ler janvier 1932; 4) Effectif de la Fédération locale des ouvriers du Bois de Madrid, dont l'affiliation comme organisation autonome cessa le 1er juillet 1930 à conséquence de l'adhésion de la Fédération nationale nouvellement fondée; 5) Effectif de la" Jednotny svaz drevodelníkù" formée le 1er janvier 1932 par la fusion de 1'" Unie" et de la" Svaz"; 6) Affiliée depuis le 1er janvier 1933. 1) Iberegnet Medlemsantallet i Sverige; 2) Tilsluttet siden 1. Juli 1931; 3) Tilsluttet siden 1. Januar 1932; 4) Medlemsantallet for den lokale Træ arbejderføderation i Madrid, hvis nkeltmedlemskab ophørte den 1. Juli 1930 som Følge af Tilslutning af det imidlertid oprettede Landsforbund for Trae arbejdere i Spanien; 5) Medlemstal for" Jednotný svaz drevodeníkù" som er opstaaet den 1. Januar 1932 af en Sammensmelting af" Unie" og" Svaz"; 6) Tilsluttet siden 1. Januar 1933. KASSEN BERICHT 1 1 1. Januar 1929 bis 15. Juli 1933. Kassenabrechnung für die Jahre 1929- 1932. Einnahmen 1. Beiträge der angeschlossenen Verbände 2. Bankzinsen 3. Protokollumlage 1925 4. Kongressumlage 1929 ! 1929 hfl. ! 1930 Mark 1931 1932 ! ! ! Mark Mark 1 ! 70,85! ! 15.773,30! 22.266,95! 24.538,88! 12.715,90! 959,27! 1.219,53! 2.189,--! ! 19,04! ! ! 2.801,50! 3.526,--! + + + ! ! - ! - ! + Insgesamt ! 18.664,69! 26.752,22! 25.758,41! 14.904,90! Ausgaben ! 1929 hfl. ! 2. 1. Gehalt, Versicherungen Druckkosten" Bulletin" 3. Ubersetzungen und Beiträge für" Bulletin" 4. Sitzung des Exekutivkomitees 5. Delegationen 3.315,85! ! 4.198,38! ! 1.272,70! 1930 1931 Mark Mark 7.285,--! 7.200,--! 9.032,25! 10.176,50! 1.238,49! 1.596,08! ! 1932 Mark ! 6.480,--! 9.158,75! 1.047,92! ! ! 486,35! 6. Bürobedarf, Abonnements- und sonstige Ausgaben 7. Porto 465,30! 1.144,95! 1.495,80! 1.241,--! 1.061,14! 1.959,30! 948,90! 423,96! 341.80! ! 171,28! 667,03! 668,11! 599,71! 8. Entschädigung für Sekretär und Kassierer 9. Unterstützung an angeschlossene Verbände ! 600,--! 1.500,- 10. Ausgaben für den Heidelberger Kongress( Juli 1929)! 11. Kosten Denkschrift zum 25- jährigen Bestehen d. IUH.! 12. Sonstige Drucksachen in Verbindung m. d. Kongress! 13. Empfang der amerikanischen Delegation 14. Kosten der Ubersiedlung des Sekretariats von Amsterdam nach Berlin am 1. Januar 1930 1 Insgesamt! 18.649,22! 29.901.46! 23.519,75! 18.577,08! Mehreinnahmen! Mehrausgaben 15.47! ! 2.238,66! 3.149,24! - ! 3.672,18! ! s. Erklärung! 4.790,87! 7.029,53! 3.357,35! ! - Kassenbestand am 31. Dezember 5.230,35! 1 2.055,36! ! 104,84! 5.507,95! ! 748,81! ! ! ! ! ! 1 ! 1.223,65! - - + II. In der vorstehenden Kassenübersicht sind alle Beträge jeweils für das Kalenderjahr verrechnet worden, in dem sie eingenommen oder verausgabt wurden, auch wenn es sich um Nachzahlungen für vergangene Jahre handelt.. - und Der anschliessende Nachweis der Beitragsleistung für die einzelnen Jahre enthält dagegen bis auf wenige Fälle, in denen Spezifikation Umrechnung in Mark für zurückliegende Jahre nicht einwandfrei möglich waren nur die wirklich für das betreffende Jahr geleisteten Beiträge, ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt des Einganges. Daraus ergibt sich, dass die in der Kassenübersicht für jedes Jahr angegebene Gesamtsumme der Beitragseinzahlungen nicht identisch ist mit der tatsächlichen Beitragsleistung für dasselbe Jahr, da diese zum Teil erst in einem späteren Jahre eingezahlt worden ist. Demzufolge hat auch das für jedes Jahr angegebene Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben nur eine buchmässige Bedeutung. Beispielsweise sind im Jahre 1933 bisher schon mehr als 3.000,-- Mark rückständige Beiträge für 1932 nachgezahlt worden, wodurch das für dieses Jahr ausgewiesene buchmässige Defizit von 3.357, 35 Mark fast ausgeglichen ist. Der Kassenbestand am Jahresschluss 1929 ist leider nicht mehr genau feststellbar. Dies ist hauptsächlich daraur zurückzuführen, dass die Abrechnung bei der Uberführung des Sekretariats von Amsterdam nach Berlin lange Zeit in Anspruch genommen hat und in dieser Übergangszeit eine gewisse Uberschneidung der Buchführungen eintrat. Er bestand jedenfalls aus einem Betrag, der nach Berlin überwiesen wurde, und einer in die Berliner Buchführung nicht eingetragene Forderung der I.U.H. an den niederländischen Verband im Betrage von Hfl. 1.298,97, die absichtlich nicht verrechnet wurde, weil im Hinblick auf die inzwischen eingetretene Erschwerung des Zahlungsverkehrs zwischen Deutschlan und dem Ausland die Eröffnung eines Auslandskontos erwünscht erschien. Die buchmässige Entwicklung des in Berlin jeweils am Jahresschluss vorhanden gewesenen Kassenbestandes in den Jahren 1930 bis 1932 ist wie folgt: 1930 Mk. 4.790,87; 1931 Mk.7.029,53; 1932 Mk.3.357,35. Die letzte Abrechnung des Kollegen Emil Lehmann ( Berlin), die dem Exekutivkomitee in seiner am 12. April 1933 in Berlin abgehaltenen Sitzung vorlag, lautet wie folgt: Kassenbericht( 1. Januar bis 9. April 1933) Einnahmen: 1. Beiträge der angeschlossenen Verbände 2. Bankzinsen Ausgaben: 1. Gehalt, Versicherungen( 4 Monate) 2. Druckkosten" Bulletin" 3. Ubersetzungen 4. Porto 5. Verschiedene Ausgaben Mark .., 6.658,95 766,- Insgesamt 7.424,95 Mark 2.160,-- 1.227,30 424,56 147,05 190,-- Insgesamt 4.148,91 III. Mehreinnahmen MK. 3.276,04 Kassenbestand am 9.4.1933 Mk. 6.633,39 Seitdem hat Kollege Lehmann noch verschiedene Forderungen an die I.U.H. beglichen, über die wir aber leider weder Belege noch genaue Angaben besitzen, weil die Kassenbücher der I.U.H. bei der Besetzung der Zentrale des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes am 2. Mai d. J. den Nazis in die Hände gefallen sind. Aus der nach Amsterdam übersandten Abrechnung der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.G.( Berlin) für das erste Halbjahr 1933 ergibt sich jedoch, dass von dem am 9. April dort befindlichen Guthaben von Mk. 6.633,39 noch insgesamt Mk. 1.462,15 abgezogen worden sind. Dieser Betrag enthält ein Monatsgehalt( Mai: Mk.540,-), einen Vorschuss für Eventualfälle( Mk.100,--) und einen halben Monat Wohnungsmiete( Mk.43,--) für den Hilissekretär, ferner Mk. 57,95 für Porto und Mk. 25,-- für ein Telephongespräch Berlin- Zürich- insgesamt Mk. 775,95. Beim Restbetra( Mk. 686,20) dürfte es sich um Speditions- und Reisekosten im Zusammenhang mit der Uberführung des Sekretariats von Berlin nach Amsterdam sowie um Druckund Papierkosten handeln. Laut der obenerwähnten Abrechnung der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.G.( Berlin) sind ferner am 7. Juli 1933 Mk. 21,-- an Zinsen unserem Konto gutgeschrieben worden. Das Guthaben der I.U.H. bei dieser Bank, das von den Nazibehörden weder beschlagnahmt noch gesperrt zu sein scheint, beträgt demnach zur Zeit Mk. 5.192,24. Ausserdem besitzt die I.U.H. nach wie vor Mk. 25.000 nominell an festverzinslichen Wertpapieren( 6%, Goldpfandbriefe der Hannoverschen Bodenkreditbank), die an sicherer Stelle aufbewahrt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass infolge der geltenden Devisenbestimmungen zur Zeit weder das Bank uthaben noch der eventuelle Erlös unserer Wertpapiere ins Ausland transferiert werden können, so dass wir über die in Berlin befindlichen Mittel keine freie Verfügung haben. Am 1. Mai 1933 erfolgte die provisorische Verlegung des Sekretariats der I.U.H. von Berlin nach Amsterdam. Kollege C. Lammers, Vorsitzender des niederländischen Verbandes und Mitglied des Exekutivkomitees, hatte sich bereit erklärt, die Kassengeschäfte der I.U.H. interimistisch weiterzuführen. Die Abrechnung für die Zeit vom 1. Mai bis 15. Juli 1933 lautet wie folgt: Kassenabrechnung( 1.Mai bis 15. Juli 1933) Einnahmen: Hfl. 1. Forderung an den niederländischen Verband 2. Beiträge angeschlossener Verbände 1.298,97 6.384,54 3. Zurückgezahlter Vorschuss für Eventualfälle an den Hilfssekretär( Mk.100,--) 58,50 Insgesamt 7.742,01 Übersicht über die Beitragsleistung in NO. Verband Fort Tand Bulgarien 12 chland Jahren 1929/1933 Ausgaben: 1. Gehalt( 2 Monate) 2. Ubersetzungen 3. Sitzung des Exekutivkomitees ( Amsterdam 1933) 4. Sitzung des Exekutivkomitees ( Berlin 1933; Nachzahlung) Hfl. 629,10 629,10 416,-- 239,97 5. Delegationen und sonstige Reisekosten 350,-- 6. Bürobedarf, Abonnements- und sonstige Kosten 74,62 7. Porto 61,71 8. Unterstützung an angeschl.Verbände( 1932) 590,-- 9. Kosten der Ubersiedlung des Sekretariats von Berlin nach Amsterdam am 1. Mai 1933 271,68 Insgesamt 2.642,08 Mehreinnahmen Hfl. 5.099,93 Wie aus obenstehender Abrechnung hervorgeht, betrugen die verfügbaren Mittel der I.U.H. am 15. Juli 1933 Hfl. 5.099,93. +++++ IV. Ubersicht über die Beitragsleistung in den Jahren 1929/1933. ( Abgeschlossen am 1. Juli 1933) Fortl No. Land Fortl No. Verband 1234 Australien Belgien Bulgarien Dänemark 3 221 12 13 4/11 Holzarb.- Sekr. Korbmacher 4) Schiffszimmerer 5) Anteil Kon r. Kosten 1929 hfl. 1930 RM. An ordentlichen Beiträgen: 1929 1931 1932 1933 RM. hfl RM hfl RM Möbelarbeiter 1) - Holzarbeiter Holzarbeiter 2) 153.17 274.32 - - 3) 130. 222. 455.65 544.05 389.47 376.60 385.305.-385.- 1 1 - 14 Tapezierer 17.95 32. 76.15 Korkarbeiter 1.99 15. 5 Deutschland 16 Holzarbeiter 2115.60 4680 17 Tapezierer 91.69 Finnland 18 Holzarbeiter 6) 129.12 157.50 225 -- Frankreich 19 Holzarbeiter 43.25 75. 25.7938.275. -- 126.76.s.1933 7500.. 62.25 45. s. 1933 15. 16450.- 5800.. 256.50 217.50 25. 20 Böttcher 7) - 8/9 Grossbritannien 21 Holzarbeiter 1000.1740.2925.2949.49.30 30. 25.2893.40 1575. und Irland 22 Bürstenmacher 47.79 60.23 Kistenmacher 16.73 10 11 12 222 Holland 24 Möbelarbeiter 45.69 77. 147.50 29.87 s.1932 s.1932 85.-147.50 101.90 108.44 Italien 25 Holzarbeiter - Jugoslawien 26 Holzarb.( Laibach) 14.35 - 27 Holzarb.( Agram) 4.50 12.95 28 Holzarb.( Sarajewo) 29 Sägewerksarb. ( Agram) 4.90 29.15 1 14 15 2225 345 13 Kuba 30 Holzarbeiter 8 - Luxemburg 31 Holzarbeiter 9) Neuseeland 32 Möbelarbeiter 1 1 14.80 24.90 24.97 16.89 Fortsetzung: Fortl No. Fortl Land Verband No. Anteil Kongr. Kosten An ordentlichen Beiträgen: 1929 1930 1931 1932 1933 1929 hfl. RM. RM. hfl. RM. hfl. RM 16 Norwegen 33 Sägereiarbeiter 29.37 48.61 34 Holzarbeiter 10.27 20. 35 Bauarbeiter 17 18 19 20 78222 Osterreich 36 Holzarbeiter 19.22 161.-- 285.30. 425.-- 92.55 40.. 177.20 -- 100.50.78.11 s.1933 - 60.87 59.45 49.50 35.-- 83.40 56.04 s.1933 515.16 Palästina 37 Holzarbeiter 10) Polen 38 Holzarbeiter 11 36.30 103.20 Rumänien 39 Holzarbeiter 12) || 1 12.50 21 Schweden 40 Sägewerksarbeiter 324.58 41 Holzindustriearb. 540.113.66 198.980.977.70 S 1933 1186.50 361.20 413.20 429.95 421.85 42 Bauholzarbeiter 133.06 230.69 450.60 508.40 553.43 327.43 Wald- u. Flössereiarb 104.83 180.. 261.-- 265.50 325.210 2222 22 Schweiz 44 Holzarbeiter 74.79 109.20 200.23 Spanien 45 Holzarbeiter 10 30 75.212.76 125.209.08 - 1 229. 24 Südafrika 46. Holzarbeiter 44.60 75. 76.30 75.52.10 25 Tschechoslowakei 47 Holzarb.( Reichenberg) 35.15 60. 112.121.49 90 100. 48 Holzarb. 49 Tapezierer ( Prag( 3) 63.93 120. 228.. 228.65 246.20 225. - 15. 26 Ungarn 50 Holzarbeiter 14) 56.44 200.51 Bildhauer 15) - 1 1 27/28 J.S.A.; Kanada 52 Holzarbeiter 1 1 4972.32 8345.-- 8403.75 1029 7716 1) Seit Anschluss( 1/1/29) keine Beiträge geleistet. 2) Noch nie Beiträge geleistet. , 3) Umfasst d.Berufsverb. d. Tischler Drechsler Bürstenmacher Böttcher, Vergolder, Holzind.arbeiter Bildhauer und Stellmacher. 4) Noch nie Beiträge geleistet. 5.) 6) Wieder angeschlossen seit 1. Juli 1931. 7) Angeschlossen seit 1. Januar 1932. 8 Seit 1928 keine Beiur. mehr geleistet. 9) Noch nie Beiträge geleistet. 10) Angeschl. seit 1. Juli 1931. 11) Seit 1930 Beiträge gestundet. 12) Beiträge gestundet. 13 Angeschlossen seit 1. Januar 1933. 14) Seit 1930 Beiträge gestundet. 15) Seit 1926 Beiträge gestundet. 16) Zweites Halbjahr 1932. ADRESSENVERZEICHNIS DER ANGESCHLOSSENEN VERBÄNDE. ( Tg) ( Tf) ( 0) ADDRESSES OF AFFILIATED UNIONS. ADRESSES DES ORGANISATIONS AFFILIEES. ADRESSEFORTEGNELSE PAA DE TILSLUTTEDE FORBUND. = Telegrammadresse, Telegraphic Address, Adresse télégraphique, = Telephonnummer, Telephone Number, Téléphone, Verbands zeitung, Official Journal, Organe, Fagblad. Die Nummerierung deckt sich mit der in der Mitgliedertabelle, in der das betreffende Gewerbe kurz angegeben ist. The Numbers correspond to those in the List of Memberships which briefly indicates the Trades catered for by the individual Unions. Les numéros correspondent à ceux dans la liste des effectifs indiquant brièvement les professions comprises par les différentes organisations. Nummeringen i denne Fortegnelse svarer til den i Listen over tilsluttede Organisationer, hvori vedkommende Forbunds Organisationsomraade er angivet. ! Land i No! ! Country Pays ! No! ! Adressen Addresses !! Adresses ! ! ! 1! Australien ! 1! Federated Furnishing Trade Society, ! ! ! ! Trades Hall, Melbourne( Vict.). 2! Belgien ! Belgium ! !!( O) The Furnishing Worker. 21 Centrale Générale du Bâtiment, de ! 1'Ameublement et des Industries di! Belgique ! ! verses, 8, Rue Joseph Stevens, ! ! ! Bruxelles,( Tg) Centrale Bâtiment, ! ! ! Rue Joseph Stevens,( Tf.) 11.47.08 - ! ! ! 11.00.68.( 0) L'Emancipation. 3! Bulgarien ! 4! Dänemark ! Danmark ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! 3! Bulgarischer Holzarbeiter- Verband, !! ul. Klementina 49, Sofia. 14,! Dansk Træe arbejder- Sekretariatet, ! 11! Romersgade 22 IV, København. K., !( 0) Træe arbejderen. 4! Snedkerforbundet i Danmark, Rømers! gade 22 IV, København K.( Tf) Cen! tral 12753( 0) Fagblad. ! 5! Drejerforbundet i Danmark, Colbjørn! sensgade 20, St. København. V.( Tf) ! Vester 8175( 0) Fagblad. 6! Børsteindustriarbejdernes Forbund i ! Danmark, Ahornsgade 5A, København. N. ! 7! Bødkerforbundet i Danmark, Rosenørn. ! Allé 14 St., København V.( Tg) Nora ! 5318( 0) Bødkernes Fagblad. ! 8! Forbyl derforbundet i Danmark, Ørne!! vej 19, St., København.N.( Tf) 184x. ! ! ! i ! ! ! ! ! ! !. 9! Træe industriarbejderforbundet i! ! Danmark, Rosenørns Allé 12 IV, ! København V.( Tf) Nora 7306. !( 0) Fagblad. ! ! 10! Billedskaerer- og Dekorationsbil! ledhuggerforbundet i Danmark, ! ! ! !! Rømersgade 22, København Valby.! !!( Tf) Byen 6906.( 0) Fagblad. ! 11! Dansk Karetmagerforbund, H.C. !! Ørstedsvej 280, København V. !( Tf) Eva 2713( 0) Fagblad. ! 12! Kurvemagerforbundet i Danmark, !! Sct. Hansgade 15, København. ! ! ! ! ! 13! Darsk Skibstømrerf orbund, Skibhus+ ! ! vej 11, Odense,( Tf) 5516( 0) !! Beretninger. ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! petsererforbund, Meinungsgade 16! ! ! ! København.( Tf) Nora 7341.( 0) ! ! ! Medlemsblad. ! ! 14! Skandinavisk Sadelmager- og Ta-! ! ! ! ! 15! Korkskaeremes og Sortererskernes! !! Forbund, Holger Danskesvej 73 I ,! ! København.( Tf) Gothaab 6190. 5! Deutschland ! 16! Deutscher Holzarbeiter- Verband,! ! Germany ! ! Am Köllnischen Park 2, Berlin ! Allemagne ! ! S.0.16,( Tf) F7( Jannowitz) 6246 ,! ! ! !( 0) Holzarbeiter- Zeitung. ! 17! Deutscher Sattler-, Tapezierer-! ! ! ! und Portefeuiller- Verband, Mi! chaelkirchstrasse 14, Berlin ! ! ! ! ! ! S.0.16.,( Tf) F7( Jannowitz) 2120,! ! !( 0) Sattler-, Tapezierer- und ! ! ! ! Portefeuiller- Zeitung. ! 6! Finnland ! 7! Frankreich 118! Suomen Puutyöväenliitto, Sirkus-! !! katu 5, Helsingfors.( Tf) 71.897.! ! 19! Fédération des Travailleurs de ! France ! ! l'Industrie du Bois, Bourse du ! ! ! ! Travail, 3, Rue du Château d'Eau,! ! ! Paris Xe.( 0) Le Travailleur du ! ! !! Bois. ! ! ! 20! Fédération Nationale des Tra! ! vailleurs du Tonneau, Parties 1 ! ! ! ! Similaires et Assimilés, 5 Rue ! ! ! du Carré du Roi, Montpellier. ! ! ! 8!! Grossbritannien 21! Amalgamated Society of Woodwor-! 9! und Irland ! Great Britain! ! Grande- Bretagne ! Storbritannien! ! kers, 131, Wilmslow Road, Withing+ ! ton, Manchester.( Tg) Cohesive, ! ! Withington, Lancs.( Tf) Didsbu-! ! ry 3103.( 0) Monthly Journal. ! 22! National Society of Brushmakers,! !! 15 Hackney Road, London 2. !( Tf) Bishopsgate 1101. ! ! ! 23! National Union of Packing Case ! ! Makers( Wood& Tin), Box Makers, ! ! Sawyers, and Mill workers, 95, ! ! Farringdon Road, London E.C.1. ! 10! Holland ! 24! Algemeene Nederlandsche Bond ! van Meubelmakers, Behangers, ! ! ! ! ! Houtbewerkers en Aanverwante Vale! genooten, Vondelstraat 170 ! ! ! ! Amsterdam W.( Tf) 81837( 0) Ons! ! !! Vakblad. ! 11 Italien ! 25! Federazione italiana lavoranti ! ! Italy ! di legno, Milano. !. ! ! ! ! ! ! ! Yugoslavia ! 12! Jugoslawien !! ! ! 26! Osrednje društvo lesnih delavcev ! in sorodnih strok na slovenskem! ! Yougoslavie ! ! ! ! ! ozemlju, Miklausičeva cesta 22A} ! Laibach( Ljubljana)( Tf) 34-78. ! 27! Verband der Holzarbeiter, Ili-! !! ca 55, Agram( Zagreb). ! 1 ! 28! Verband der Holzarbeiter Bosni-! ! ! ! ens und der Herzegowina, Social! ! Radnicki Dom, Sarajevo. ? ! 29! Opci Radnicki Savez Jugoslavijeļ ! ! ! 13! Kuba ! ! ! Ilica 55/ I, Agram( Zagreb), !!( 0) Radnički Glasnik. ! 30! Federación de Obreros del Ramo !! de la Madera, San Miguel 1, ! ! ! ! ! ! altos, Habana. ! 14! Luxemburg ! 31! Verband der Berg, Metall- und ! ! ! ! ! ..! ! ! 15! Neuseeland, ! 32! N.Z. Federated Furnishing ! New Zealand 16 ! Nouvelle- Zélande ! ! ! ! ! ! ! Industriearbeiter, Maison du! Peuple Esch- Alzette. !! Trades' Association, 126 Vivian! ! Street, Wellington. Norwegen, Nor- 133! Norsk Høvleriarbeiderforbund, ! way, Norvège,! Norvège,!! Folkets Hus, Oslo.( Tf) 27.202. ! Norge !!( 0) Høvleri arbeideren. ! ! 17! Osterreich, ! ! Austria ! Autriche 18! Palästina ! Palestine ! ! 19! Polen ! ! ! ! ! 34! Norsk Treindustri arbeiderforbund !! ! !! Folkets Hus, Oslo.( Tf) 11.574.! ( 0) Treindustriarbeideren. Norsk Bygningsarbeiderforbund,! ! Storgaten 12 V, Oslo.( Tf) 12590-! ! 35! !! 12890.( 0) Bygningsarbeideren.! Norsk Skog- og Lan darbeiderfor-! !-- ! bund, Møllergt.3, Oslo.( Tg) !! Skogsarbeider,( Tf) 11 255- !! 11. 202. ! ! ! 36! Verband der Holzarbeiter Oster-! !! reichs, Margaretenstrasse 112,! ! Wien V/ I.( Tf) B 24.2.97- 98-! ! 99.( 0) Der Holzarbeiter.. ! 37! General Federation of Jewish ! !! Labour in Eretz- Israel( wood! ! ! ! ! !! workers Section), P.O.B. 303 !( Tg) Ovdim.( Tf) 25c0. Tel- Aviv.! ! 38! Zwiazek robotnikow przemyslu ! !!( 0) Robotnik Drzewny. ! Poland ! ! Pologne ! ! drzewnego w Polsce, ul Dunajews-! ! kiego L 5, Krakow.( Tf) 138-27.! ! ! 20 Rumänien ! 39! Uniunea Muncitorilor din Indu! ! Roumania ! ! stria lemnului din Romania, Stra! ! 21! Schweden. !! da Izvor 37, Bucuresti VI. ! 40! Svenska Sägverksindustriarbetare! Sweden, Suède!! förbundet, Folkets Hus, Gävle.! ! Sverige ! ! ! ! !!( Tf) 1077.( 0) Sägverksindustri-! !! arbetaren. ! 41! Svenska Träindustriarbetareför-! !! bundet, Barnhusgatan 18, Stock! !! holm,( Tg) Träindustri.( Tf) !! 10 39 99.( 0) Träarbetaren. ! ! ! ! ! ! ! ! ! 42! Svenska Byggnadsträarbetareför-! ! bundet, Barnhusgatan 18, Stock-! !! holm.( Tg) Byggnadsträ.( Tf) 39.! ! 47- 19.535.( 0) Byggnadsträar-! ! betaren. 1 ! 43! Svenska Skogs- och Flottningsar-! ! ! ! ! !! betareförbundet, Rolkets Hus,! ! Gävle.( Tg) Skogsförbundet,( Tf)! ! 3426.( 0) Skogs- och Flottnings-! arbetaren. ! ! ! ! ! 27 ! 22! Schweiz ! Switzerland ! ! ! Suisse ! Svejts ! ! ! ! ! ! 44! Bau- und Holzarbeiter- Verband ! Postfach Aussersihl, Zürich 4,! !!( Tg) Bauholzverband, Volkshaus.! !!( Tf) 35.075.( 0) Bau- und Holz! arbeiter- Zeitung. ! 23! Spanien ! Spain, Espagne 145! Federación Nacional de Obreros! !! en Madera, Fernandez. de la Hoz! !! 51, Madrid. ! ! 24! Südafrika, South! 46! Amalgamated Society of wood-! Johannes! ! Africa, Afrique!! workers, P.O.B. 1095 ! 25! ! du Sud, Sydafrika! ! Czechoslovakia ! burg.( Tf) 33-5400.( 0) Month-! ! ! ly Report. i ! Tschechoslowakei! 47! Verband der Holzarbeiter, Drechs! ler u. verwandten Berufe in der ! C.S.R., Gutenbergstrasse 7,! ! Tchécoslovaquie! ! Czekoslovakiet ! !! Reichenberg.( Tf) 1722,( 0) Der! !! Holzarbeiter. ! ! ! 48! Jednotný svaz drevodelníkù v! ! Ceskoslovenske republice, Hál-! ! ! kova 1, Praha II.( Tg) Holzar-! ! beiter, Halkova 1,( Tf) 252-71.! ! ! !( 0) Drevodelnik. ! ! ! ( 0) 149! Ustřední Svaz Čalouníku, Karoli+ ! ny svétlé č.37 Bellevue," Prag I! 26! Ungarn, Hungary 150! Magyarországi Famunkások Szö-! ! Hongrie ! ! ! ! vetsége, Luther Utca 1/ BI EM 4! ! ! Budapest. VIII.( Tg) Holzarbeiter! ! ! Luther utca 1/ B.( Tf) József ! ! ! 315-64.( 0) Famunkások Szaklap! ! ! ! ja. ! 51! Budapesti Szobrászok Szakegy-! 51 ! lete, Nepszinház Utca 16, Bu-! ! dapest VIII.( 0) Szobrász rte-! !! sitö. ! ! ! U.S.A.%; Canada ! 152! United Brotherhood of Carpen-! ! ters and Joiners of America,! ! ! Carpenters' Building, 222 East! Michigan Street, Indianapolis,! ! ! Ind.( 0) The Carpenter. ! ! 2 Centimetres Inches 2 5 6 7 8 Color chart 3 6 10 11 12 13 14 15 16 17 ст 5 Sachverständigen- Zubehör.de Blue Cyan Green Yellow Red Magenta White Grey Black # C909FF # 0000FF # C0E5FC # 009FFF # 759875 # 008B00 # FFFFC7 # FFFF00 # FFC9C9 # FF0000 # FFC9FF # FF00FF #FFFFFF # 9D9E9E # D9DADA # 5B5B5B # 000000 3 6 7 8 9 10 Centimetres Inches 11 12 13 14 15 16 17 Grayscale CYM Sachverständigen- Zubehör.de 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 100% 50% 10 11 11 12 12 13 14 18% 0%