Internationaler Bund der Bau- und Holzarbeiter Kopenhagen, 4.- 6. September 2001 Aufbau globaler Solidarität > DJM IBBH IFBWW FITBB IBTU FITCM Tätigkeitsbericht 1998- 2001 Ebhe NCC 21. Weltkongress 1 IBBH IFBWWW. IBTU Der Internationale Bund der Bau und Holzarbeiter ist ein Internationales Berufssekretariat, das 1934 durch Zusammenschluß der Internationale der Bauarbeiter und der Internationale der Holzarbeiter gegründet wurde. Das Internationale Sekretariat der Steinmetze, das Internationale Sekretariat der Maler und verwandter Berufe und das Internationale Sekretariat der Maurer traten dem Bund später bei. FITBB FITCM Der Internationale Bund der Bau- und Holzarbeiter ist bestrebt, alle freien, demokratischen Gewerkschaften im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft und verwandten Sektoren zu vereinigen und zu vertreten. Der IBBH fördert und wahrt die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Interessen seiner Mitglieder weltweit und verteidigt aktiv die Menschen- und Gewerkschaftsrechte in der ganzen Welt. Er initiiert und koordiniert internationale Solidaritätsaktionen, hält Bildungsveranstaltungen für Arbeitnehmer ab, führt Forschungsarbeiten über eine umfassende Palette betrieblicher Fragen durch, vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf internationalen Tagungen und Konferenzen, wahrt die Interessen weiblicher und jugendlicher Beschäftigter, setzt sich für die Beseitigung der Kinderarbeit ein und betreibt eine globales Waldprogramm. Bei der Verfolgung dieser Ziele arbeitet der IBBH mit allen freien, demokratischen Organisationen weltweit zusammen. Der IBBH vertritt zurzeit 11 Millionen Mitglieder, die in 285 Gewerkschaften in 124 Ländern organisiert sind. Der Hauptsitz befindet sich in Genf( Schweiz). Die IBBH- Regionalbüros sind in Malaysia, Panama und Simbabwe, die Subregionalbüros und Bildungsbüros in Australien, Burkina Faso, Indien und Japan stationiert. Präsident des IBBH ist Roël de Vries aus den Niederlanden, Generalsekretär ist Ulf Asp aus Schweden. Weitere Informationen sind auf der IBBH- Website www.ifbww.org abzurufen. Herausgegeben vom Internationalen Bund der Bau- und Holzarbeiter Genf Juni 2001 Aufbau globaler Solidarität 21. Weltkongress Kopenhagen, 4.- 6. September 2001 Internationaler Bund der Bau- und Holzarbeiter( IBBH) Tätigkeitsbericht 1998- 2001 Inhaltsverzeichnis 1. Die Arbeitswelt in den IBBH- Sektoren 2. Dienstleistungen für IBBH- Mitgliedsorganisationen 2.1. Förderung globaler Mindestarbeitsnormen 2.2. Verteidigung der Gewerkschafts- und Menschenrechte 2.3. Trendanalysen und Entwicklung einer Industriepolitik 2.4. Gewerkschaftsentwicklung. 2.5. Unterstützung spezifischer Zielgruppen. 2.6. Informationsdienste Friedrich * Ebert Bonn Suftung Bibliothak * 4 12 12 23 29 35 42 47 3. Struktur, Finanzen und Büros des IBBH 48 Anlagen: Entwicklung der IBBH- Mitgliedschaft 1997- 2000 55 Mitglieder der IBBH- Ausschüsse: Geschäftsführender Vorstand, Gesamtvorstand, Kontrollausschuss 56 Z 5956 3 Tätigkeitsbericht 1. Die Arbeitswelt in den IBBH- Sektoren Die Globalisierung der Weltwirtschaft verändert durch eine drastische Erhöhung des Welthandels und der Auslandsinvestitionen seitens der transnationalen Unternehmen, insbesondere seit der Errichtung der Welthandelsorganisation( WTO), die Welt und den Arbeitsmarkt in zunehmendem Tempo. Die Globalisierung aller Industriezweige und Dienstleistungssektoren erzeugte, angetrieben durch neue Kommunikationstechnologie, Transportmittel und internationales Kapital, einen weltumspannenden Markt. Für das einzelne Land ist es unmöglich, diesen wachsenden globalen Trend im Alleingang zu bewältigen. Die Internationalisierung schürt den Konzentrationsprozess, einen Trend, der sich in der anhaltenden Welle von Fusionen und Akquisitionen in den letzten Jahren niederschlägt. Baukonzerne diversifizieren in den Telekommunikationssektor und entwickeln sich zunehmend zu Versorgungs- und Müllentsorgungsunternehmen. Arbeitnehmer und ihre Familien in der ganzen Welt sind Zeugen der häufig verheerenden Auswirkungen der Globalisierung, sowohl in den Entwicklungs- als auch in den Industrieländern - hoffnungslose Armut Hunderter Millionen Menschen in den Entwicklungsländern, massive Ausbeutung arbeitender Kinder, Entzug grundlegender Rechte und Freiheiten. Alle unter uns waren Zeugen der zunehmenden Ausbeutung, einer anhaltende Spaltung von Reich und Arm, führender Politiker, die alles andere als ihr Volk beachten, und eines neuen, rücksichtslosen Geschäftsverhaltens der Unternehmen, die sich der den Menschen, die ihren Reichtum erzeugen, aufgezwungenen Hungerlöhne und körperlichen und seelischen Gewalt nicht bewusst zu sein scheinen. Afrika- im Sog des Wandels Obwohl einzelne führende Politiker in Afrika dem Sog des Wandels in Richtung einer Mehrparteiendemokratie nachgaben, werden einzelne Länder in der Praxis nach wie vor von Diktaturen und Einparteiensystemen beherrscht. In Afrika ist es für eine Regierung die übliche Praxis, die Verfassung zu manipulieren, um sie ihren Vorhaben entgegen der Wünsche des Volkes anzupassen. In Ländern mit Mehrparteiendemokratie ist Wahlbetrug durch die herrschenden Parteien an der Tagesordnung. Ein typisches Beispiel ist die Manipulation der namibischen Verfassung, um die Amtszeit des Präsidenten von zwei vierjährigen Amtszeiten auf unbefristete Dauer zu verlängern. Die militärischen Auseinandersetzungen und Bürgerkriege fordern zahlreiche Menschenleben, insbesondere wehrloser Frauen und Kinder. Diese Probleme behinderten die Entwicklung der Wirtschaft und der Gewerkschaften. Infolge dieser Probleme war es unmöglich, mit unseren Mitgliedsorganisationen in Ländern, in denen politische Konflikte herrschen, Verbindungen zu unterhalten. Die Volkswirtschaften dieser in Bürgerkriege verwickelten Länder werden stark in Mitleidenschaft gezogen, während diese Regierungen ohne Mandat der Bürger Milliarden von Dollar der Steuerzahler ausgeben, um die neuesten Militärausrüstungen auf Kosten ihres Volkes zu kaufen, das Hungers stirbt, weil Knappheit an Lebensmitteln herrscht, an heilbaren Krankheiten zugrunde 4 1998-2001 geht, weil in den Krankenhäusern keine Medikamente vorhanden sind, während Unternehmen schließen, weil die Devisen für den Kauf der Rohstoffe für die Produktion knapp sind. Die Verletzung der Menschen- und Gewerkschaftsrechte bildet eine große Besorgnis für die Gewerkschaften in der Region Afrika. Der Kontinent verzeichnet die höchste Rate der Welt bezüglich der Verletzungen der Gewerkschaftsrechte. Die meisten Regierungen führten einschneidende Wirtschaftsreformprogramme ein, die sich schwer wiegend auf die Menschen- und Gewerkschaftsrechte auswirkten. In vielen Ländern wird die Rechtsnorm nicht eingehalten, und es wurden unschuldige Bürger ohne Gerichtsverhandlung inhaftiert, insbesondere Gewerkschaftsleiter und führende Politiker der Oppositionsparteien. In Kamerun schloss das Bauunternehmen MIPROMALO in Zusammenarbeit mit der Regierung im Juni 2000 die Büros unserer Mitgliedsorganisation Fédération des Travailleurs des Bâtiments, Travaux Publics et Activités Annexes( FTBAC) und beschlagnahmte ihr Vermögen. Die Konflikte begannen nach der unrechtmäßigen Entlassung von 14 Gewerkschaftsmitgliedern, die gegen die Nichtzahlung der Löhne protestiert hatten, und die Gewerkschaft brachte das Unternehmen vor Gericht. In Äthiopien war unsere Mitgliedsorganisation Ethiopian Industrial Federation of Construction Wood Metal Cement and Other Trades in einen Konflikt mit dem Bauunternehmen MIDROC verwickelt. Das Unternehmen entließ alle führenden Gewerkschafter sowie 350 Mitglieder, weil sie Lohnerhöhungen gefordert hatten, da sich das Unternehmen in den vergangenen vier Jahren geweigert hatte, die Löhne anzupassen. In Swasiland wurden der Generalsekretär der Swaziland Federation of Trade Unions und weitere Gewerkschafter unter Hausarrest gestellt, nachdem sie eine erfolgreiche zweitägige landesweite 5 Tätigkeitsbericht Europäische Herausforderungen Europa ist in einer äußerst dynamischen Entwicklung begriffen, mit allen positiven und negativen Herausforderungen, die dies für die Gewerkschaften mit sich bringt. Europa wird nicht nur von der Globalisierung, sondern auch von Regionalisierung betroffen. Immer mehr Entscheidungen werden auf regionaler Ebene getroffen, was sich zunehmend auf die nationalen Arbeitsmärkte auswirkt. Die Harmonisierung der Gesetze über Arbeitszeit, Urlaub und Arbeitsschutz ist voll im Gange. Die Gewerkschaftsmitgliedschaft ist sich der Folgen von Entscheidungen, die auf europäischer Ebene getroffen werden, zunehmend bewusst. Die nationalen Gewerkschaften akzeptieren nunmehr, dass es notwendig ist, die Kompetenz für begrenzte Aspekte auf regionale Gremien zu übertragen. Dies war politisch indessen ein schwieriger Prozess. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur unsere Mitgliedsorganisationen in der EU, sondern auch die Gewerkschaften in den EFTA- Ländern und den EU- Kandidatenländern. Die mitteleuropäischen Länder, die den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft überlebten, müssen nun ihre Arbeitsmarktgesetzgebung an die EU- Anforderungen anpassen, was die Gewerkschaften vor neue Herausforderungen stellt. In Europa sind für die Gewerkschaften in Bezug auf die Tarifverhandlungen und die Anwerbung und Beibehaltung von Mitgliedern jedoch zahlreiche positive Trends festzustellen. In vielen Ländern sind die Bau-, Holz- und Forstarbeitnehmer verhältnismäßig gut bezahlt, obwohl die Holzarbeitnehmer eher weniger verdienen. Die mitteleuropäischen Länder und die Länder, die in Beitrittsverhandlungen mit der EU stehen, verzeichnen eine stabile Wirtschaftsentwicklung. Die IBBH- Mitgliedsorganisationen in diesen Ländern sind in der Regel äußerst leistungsfähig und erzielen bemerkenswert positive Ergebnisse. Im Gegensatz zu diesen positiven Trends sind die ost- und südosteuropäischen Länder mit extremen Härten konfrontiert. Die allgemeine wirtschaftliche und soziale Lage in diesen Ländern verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Dies erschwert es den Gewerkschaften, ihre Mitglieder zu schützen. Die Beschäftigten sind zumeist vier bis sechs Monate ohne Lohn, und wenn sie ihr Geld bekommen, erfolgt dies häufig in Naturalien. Es scheint, als ob einer neuer, wirtschaftlicher ,, Eiserner Vorhang" durch Europa gezogen würde. Der IBBH und die gesamte Gewerkschaftsbewegung müssen diesen negativen Trend bekämpfen. Die in Europa stationierten MNK bieten im Allgemeinen angemessene Arbeitsbedingungen, wenn sie in der europäischen Region tätig sind. Viele bieten tatsächlich bessere Arbeitsbedingungen als die örtlichen Unternehmen. Die Gewerkschaften werfen die MNK häufig in denselben Topf wie die ausländischen Investoren, die rasches Geld machen wollen und die Beschäftigten ausbeuten. Wir müssen bei unseren Analysen Sorgfalt walten lassen. Nachstehend einige der bedeutendsten Fragen, mit denen die Gewerkschaften in Europa konfrontiert sind: H Die Tarifverhandlungssysteme geraten zunehmend unter Druck. Viele Unternehmen betreiben eine negative Gewerkschaftspolitik, die Angriffe gegen Tarifverhandlungen, Versagen der Betriebsvorschriften und informellere, ungeschützte Arbeitskräfte zur Folge hat. Die Regierungen in einzelnen MOE- Ländern verabschiedeten gewerkschaftsfeindliche 8 1998- 2001 Arbeitsgesetze und nahmen die Tarifabkommen unter Beschuss. Wo strenge kollektive Regeln das Rückgrat der Tarifverträge bildeten, werden den Arbeitgebern und den Mitgliedern nunmehr Flexibilität und individuelle Anforderungen auferlegt. Es muss ein Weg gefunden werden, die individuellen Erfordernisse zu berücksichtigen und zugleich die kollektive Grundlage beizubehalten. Aushöhlung der Bezahlungs- und Arbeitsbedingungen und unzulängliche Arbeitsschutzergebnisse. Die Arbeitnehmer in zahlreichen ost- und südosteuropäischen Ländern beziehen schlechte Löhne, die keinen angemessenen Lebensstandard gewährleisten. Die Arbeitsschutzergebnisse zahlreicher Unternehmen in diesen Ländern sind äußerst unzulänglich, und sie weisen unannehmbar hohe Unfall- und Todesfallraten aus. Angesichts der Zunahme des Inanspruchnahme der Vertragsarbeit werden unannehmbare Arbeitsbedingungen auch in den westeuropäischen Ländern zu einem größeren Problem. Die veränderliche Struktur unserer Industriezweige. Die Beschäftigung im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft nimmt in den Industrieländern ab. Der technische Wandel führt zu Arbeitsplatzverlusten, Änderungen der Qualifikationsanforderungen und psychologischen Anpassungen seitens der Beschäftigten. Die Arbeitsplätze sind in zahlreichen Ländern nicht mehr stabil. Daher ist lebenslanges Lernen zur Anpassung an die Veränderungen am Arbeitsmarkt von wesentlicher Bedeutung. Lateinamerika- wachsende Ungleichheiten Die Globalisierung zielt darauf ab, Handelsschranken abzubauen und einen einzigen weltumspannenden Markt zu schaffen. Dieser Prozess findet zwischen ungleichen Volkswirtschaften statt: jenen einiger weniger reicher, florierender Nationen und jener Lateinamerikas, der Karibik und der restlichen Dritten Welt, deren Existenz von Abhängigkeit und Außenseitertum geprägt ist. Die Integrationsprozesse in Lateinamerika und der Karibik nahmen zu( MERCOSUR, CARICOM, Andenpakt und FTAA), was die Rolle der WTO hervorhebt, die die Handelsrichtlinien festlegt. Die Regierungen handelten ihre Auslandsverschuldung über die strukturellen EXIGIMOS JUSTICIA Y CASTIGOS AS CIFBWW IBBHO IN FITS FITBBO ERASM U EL D 9 Tätigkeitsbericht Anpassungsprogramme der Weltbank und des IWF neu aus, die die Öffnung der Märkte, Steuerreformen, reduzierte Arbeitnehmerrechte, Liberalisierung des Bankwesens und Privatisierung förderten. Die Volkswirtschaften verzeichnen nachgerade wieder mäßig positive Wachstumsraten, allerdings zu erschreckend hohen Sozialkosten. Neue Produktionsverfahren wie bedarfssynchrone Fertigung, totale Qualität, Mehrfachqualifikationen und Automation steigerten die Produktivität der Arbeitskräfte als Reaktion auf die wachsende Wettbewerbsfähigkeit, hatten jedoch Arbeitslosigkeit und eine Zunahme der Berufskrankheiten zur Folge. Die Informationstechnologie schaffte zwar Arbeitsplätze, bislang jedoch weit weniger als die Zahl der in der Industrie verloren gegangenen Stellen. Im Baugewerbe und im Holzverarbeitungssektor höhlten Auslagerung und zunehmende Gelegenheitsarbeit die Lebensqualität der Arbeitnehmer in Lateinamerika und der Karibik aus. Die Auslagerung als Strategie zur Senkung der Produktionskosten erfolgte im Verein mit den im Rahmen der strukturellen Anpassungsprogramme empfohlenen Reformen des Arbeitsrechts, was die Beschäftigung zu einer sporadischen, unsicheren und vorübergehenden Erscheinung werden ließ. Die Zunahme der Gelegenheitsarbeit öffnete allen Arten von Missbräuchen gegen Arbeitnehmer, von der Bezahlung bis zu den Sozial- und Sicherheitsbedingungen, Tür und Tor. Sie verursachte einen enormen Druck auf die Einkommen und verringerte den Spielraum der Arbeitnehmer für Tarifverhandlungen und gewerkschaftliche Organisierung. Die Verhältnisse in der Dritten Welt führten zum Transfer von Investitionen in Länder, die von starkem Sozialabbau geprägt sind, und bewirkten in den Industrieländern Arbeitslosigkeit und eine Beschneidung der Rechte. Die Deregulierung, der Druck der Arbeitslosigkeit, das praktische Fehlen einer Arbeitsaufsicht und die aufgesplitterte Natur der Produktion, verursacht durch Auslagerung, die nunmehr in einzelnen Produktionsbereichen und insbesondere im Baugewerbe Fuß fasst, erzeugten ein exponentielles Wachstum der informellen Arbeit. Die hauptsächlichen Auswirkungen sind Druck auf die Realeinkommen und größere Arbeitsplatzunsicherheit. Die informellen Beschäftigten sind praktisch völlig ungeschützt, und die Gewerkschaften hatten infolge der extremen Unsicherheit und Anfälligkeit ihrer Arbeitssituation große Schwierigkeiten, sie gewerkschaftlich zu organisieren. Im Baugewerbe macht die informelle Arbeit rund 30 bis 50% der Arbeitskräfte aus. Laut Angaben der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik ( ECLAC) nahm die Arbeitslosigkeit in den Städten zwischen 1991 und 1999 um durchschnittlich 3% zu, doch am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen sind die ungelernten Arbeitnehmer, die über 10% der Arbeitskräfte im Baugewerbe ausmachen. Diese Situation geht einher mit der Migration in mehreren Ländern. Laut der IAO sind in Lateinamerika und der Karibik bereits rund 12 Millionen Wanderarbeitnehmer aufgrund ihres ungeregelten administrativen Status mit einer Situation der rechtlichen Diskriminierung und des Mangels an Sozial- und Arbeitsschutz konfrontiert. Die durch Armut und innere Konflikte ausgelöste interne Migration erhöht das Arbeitskräfteangebot in unverhältnismäßigem Umfang, übt Druck auf die Realeinkommen aus und erhöht die informelle Arbeit und Beschäftigung. 10 1998-2001 Die von den Bretton- Woods- Institutionen empfohlenen Reformen der sozialen Sicherheit trugen zur Verschlechterung der Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Beziehungen bei. Die Reformen führten zur Privatisierung von Dienstleistungen und Renten sowie zur Kürzung oder Aufhebung von Rentenund Unfall-, Alters- und Krankenversicherungsleistungen. Nach einer Zeit der Erholung und des demokratischen Fortschritts wird Lateinamerika nunmehr neuerlich von eine Krise erfasst. Wirtschaftsprobleme und ausbleibende Reaktionen auf brisante Sozialfragen werden erneut zu einer Quelle von Krisen und institutioneller Instabilität. Kolumbien meldet die Ermordung von 3.000 Gewerkschaftsleitern in den vergangenen 10 Jahren. Führende Gewerkschafter wurden auch in Peru, Guatemala, Brasilien und Paraguay umgebracht. Das Hauptproblem ist indessen nach wie vor die Armut und die Einkommensverteilung. Die ECLAC schätzt die Zahl der Armen in Lateinamerika und der Karibik auf rund 220 Millionen Menschen. Lateinamerika hat nach wie vor die schlechteste Einkommensverteilung der Welt. 10% der Kategorien mit hohem Einkommen erhalten über 40% des nationalen Reichtums in jedem Land. Die meisten Beschäftigten im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft fallen unter die Kategorie der Armut und extremen Armut. Der IBBH befasste sich aufgrund der Entscheidungen des 19. IBBH- Weltkongresses mit dieser Situation in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter ( EFBH), dem Nordischen Bund der Bau- und Holzarbeiter( NBBH), den Internationalen Berufssekretariaten, dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften( IBFG) und dem Gewerkschaftlichen Beratungsausschuss bei der OECD( TUAC). Tätigkeitsbericht 2. Dienstleistungen für IBBH- Mitgliedsorganisationen Ziel des IBBH ist die Unterstützung der Gewerkschaften bei ihren Bemühungen um die Anhebung des Lebensstandards der Arbeitnehmer und die Förderung der Demokratie und der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Der IBBH bietet seinen Mitgliedsorganisationen eine Fülle von Dienstleistungen an, um ihnen bei der Verwirklichung dieser Ziele behilflich zu sein. 2.1. Förderung globaler Mindestarbeitsnormen Der IBBH fördert das Konzept der sozialverantwortlichen Geschäftstätigkeit und setzt sich für die Achtung der Arbeitnehmerrechte und die Umsetzung der internationalen grundlegenden Arbeitsnormen ein, wie sie in den Internationalen Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO) verankert sind. Die grundlegenden IAO- Übereinkommen sind: Übereinkommen Nr. 87 von 1948 über die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechtes Übereinkommen Nr. 98 von 1949 über das Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen Übereinkommen Nr. 29 von 1930 über Zwangsarbeit Übereinkommen Nr. 100 von 1951 über die Gleichheit des Entgelts Übereinkommen Nr. 111 von 1958 über die Diskriminierung( Beschäftigung und Beruf) Übereinkommen Nr. 138 von 1973 über das Mindestalter Übereinkommen Nr. 182 von 1999 über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit Unternehmen, Regierungen und internationale Institutionen wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die Welthandelsorganisation sind Schlüsselakteure. Sie können direkten Einfluss auf die Beseitigung der Armut nehmen, und ihre Beziehungen zu anderen Gremien und Organisationen werden ebenfalls entscheidende Veränderungen bewirken. Der IBBH setzt sich für die Einbeziehung der Arbeitnehmerrechte in die Abkommen mit Unternehmen, Regierungen und internationalen Institutionen als Mittel zur Förderung der Arbeitnehmerrechte ein. H Der IBBH verlangt von den nationalen Regierungen, der Weltbank und der Welthandelsorganisation, die Bestimmungen der acht grundlegenden IAO- Übereinkommen sowie das Übereinkommen Nr. 94 von 1949 über Arbeitsklauseln( öffentliche Verträge) zu prüfen und in ihre Beschaffungspraxis aufzunehmen. Der IBBH fördert die Anwendung von Rahmenabkommen über Arbeitnehmerrechte zwischen Unternehmen und Gewerkschaften. Der IBBH schloss Rahmenabkommen über Arbeitnehmerrechte mit transnationalen Unternehmen. Der IBBH ist davon überzeugt, dass es notwendig ist, eine klare, vielseitige Strategie festzulegen, die die bestehenden internationalen, regionalen und subregionalen Strukturen des IBBH sowie die unterschiedliche Natur der MNK und insbesondere die Tatsache, dass einzelne von diesen den Gewerkschaftsorganisationen eher offen stehen als andere, in vollem Umfang nutzt. Vor diesem Hintergrund ist folgenden 12 1998- 2001 Initiativen besondere Beachtung zu schenken: Rahmenabkommen und Verhaltenskodexe für Unternehmen, Europäische Betriebsräte, weltweite Betriebsräte, Unternehmenskampagnen, internationale Vertragswerke und Richtlinien, weltweiter Sozialdialog, Arbeitnehmerkapital und Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Beziehungen. Der IBBH und seine Mitgliedsorganisationen haben sich zu einer aktiven Beteiligung am Waldkennzeichnungsprozess verpflichtet, um die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer zu verbessern und zu einer nachhaltigen Forstbewirtschaftung beizutragen. Der IBBH setzt sich ferner dafür ein, eine wirksame Umsetzung des IAO- Verfahrenskodex für Arbeitsschutz in der Forstwirtschaft auf nationaler Ebene zu gewährleisten. Sozialdialog mit den Arbeitnehmerorganisationen Ein weltweiter Sozialdialog der am Baugewerbe beteiligten Organisationen fand Anfang 2001 in Genf zwischen IAO, Weltbank, CICA und IBBH zur Erörterung einer möglichen Zusammenarbeit über die Frage der Arbeitnehmerrechte statt. Die Vertreter der Weltbank( WB), der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO), der Vereinigung der internationalen Bauunternehmer verbände( CICA) und des Internationalen Bundes der Bau- und Holzarbeiter( IBBH) traten am 16. März 2001 im IAO- Hauptsitz in Genf zusammen, um die Entwicklungen bei der WB, der WTO und der IAO zu erörtern. Zweck der Zusammenkunft war, eine Vereinbarung und eine Plattform für die künftige Zusammenarbeit zu erreichen. CICA und IBBH gaben eine Erklärung ab, die die Notwendigkeit bestätigte, die acht grundlegenden IAO- Übereinkommen einzuhalten, um ein Mindestniveau an internationalen Sozialnormen zu schaffen. In diesem Sinne werden CICA und IBBH im Hinblick auf die Verwirklichung dieser Zielsetzungen zusammenarbeiten. CICA und IBBH führen einen laufenden Dialog und werden regelmäßig zusammentreten. Der Auftrag der CICA besteht darin, das Baugewerbe im Namen ihrer Mitgliedsverbände in Angelegenheiten von internationalem Belang zu betreuen, zu fördern und zu stärken. CICA vereinigt sechs regionale Verbände in der Welt, die 78 Länder vertreten: Federation of United States and Canadian Contractors' Association( FUSCCA), Europäischer Baugewerbeverband( FIEC), Federación Interamericana de la Industria de la Construcción( FIIC), International Federation of Asian and Western Pazific Contractors' Associations( IFAWPCA), Federation of Arab Contractors ( FAC), South African Federation of Civil Engineering Contractors( SAFCEC)- seit Dezember 1999 assoziiertes Mitglied. Präsident der CICA ist Dr. Subba Rao, Generaldirektorin Frau Claude Revel, und Vorsitzender des Sozialausschusses der CICA und Vizepräsident des FIEC ist Wilhelm Küchler. Der Sitz der CICA ist Paris. Abkommen mit multinationalen Unternehmen Der IBBH entwickelte eine Politik, um die multinationalen Unternehmen in die Diskussion über sozialverantwortliche Geschäftstätigkeit einzubinden. Der IBBH und das betreffende Unternehmen arbeiten zusammen, um die volle Anerkennung der Gewerkschaftsrechte und die wirksame Umsetzung aller grundlegenden IAO- Übereinkommen als Mindestmaß sicherzustellen. Der IBBH hat bereits Abkommen mit MNK wie IKEA( Möbel), Faber Castell( Schreibwaren), Hochtief ( Baugewerbe) und Skanska( Baugewerbe) geschlossen. 13 Tätigkeitsbericht Ziel dieser Abkommen ist die Herstellung einer kontinuierlichen Arbeitsbeziehung und eines laufenden Dialogs zwischen dem IBBH und dem betreffenden Unternehmen, um alle Fragen im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung der Abkommensbedingungen beizulegen und eine sozialverantwortliche Geschäftstätigkeit auf internationaler Ebene zu erreichen. Zur Umsetzung dieser Politik und Förderung des Verständnisses dieses Konzepts entwickelte der IBBH ein MusterRahmenabkommen. Dieses Musterabkommen legt einen theoretischen Ausgangspunkt für künftige Verhandlungen mit multinationalen Unternehmen fest. Der Internationale Bund der Bau- und Holzarbeiter und der Konzern IKEA arbeiteten ein gemeinsames Abkommen aus, das sich auf die Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten von IKEA im Sektor der Holzerzeugnisse konzentriert. Dieses Abkommen erfasst über den Industrieverband Swedwood unabhängige Lieferanten wie auch Fabrikbetriebe im Besitz von IKEA. Dieses Abkommen wurde am 25. Mai 1998 in Genf, Schweiz, unterzeichnet. Als Teil dieses Abkommens wurde eine Überwachungsgruppe bei IKEA und IBBH eingesetzt, die je zwei Mitglieder stellen. Die Überwachungsgruppe besuchte die Slowakei, Ungarn, Malaysia, Rumänien, Polen und in jüngster Zeit Thailand und Laos. Die Überwachungsgruppe befand die Arbeitsbedingungen mit einigen Ausnahmen im Allgemeinen für angemessen. IKEA setzt zurzeit einen Aktionsplan für die Verbesserung der Bedingungen bei einigen Lieferanten, gemäß den im IKEA- Verhaltenskodex ,, Der IKEA- Weg zum Kauf von Wohnmobiliar" dargelegten Forderungen um, der zurzeit eingeführt und von annähernd 2.000 IKEA- Lieferanten weltweit angenommen wird. Dieser Verhaltenskodex beruht auf den Grundsätzen in dem Abkommen, das den Holzsektor der IKEA- Lieferanten erfasst. Die Überwachungsgruppe zielt darauf ab, die Arbeit von IKEA im Bereich der Einhaltung durch Schulung ihrer Mitarbeiter und genaue Verfolgung aller Lieferanten zu intensivieren. Das deutsche Unternehmen Faber- Castell ist weltführend im Bereich der Herstellung von SchreibZeichnungs- und Malprodukten. Das Abkommen wurde am 3. März 2000 mit der deutschen Gewerkschaft IG Metall und dem IBBH geschlossen. Das Abkommen wurde anfänglich von der deutschen Holzgewerkschaft GHK ausgehandelt, die sich Anfang 2000 mit IG Metall zusammenschloss, und war schon am 23. November 1999 unterzeichnet worden. Faber- Castell beschäftigt weltweit 5.500 Arbeitnehmer in 14 Fertigungs- und 18 Verkaufsunternehmen in Österreich, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Peru, Australien, Indonesien, Malaysia, Indien und den USA. Der IBBH nahm 1999 an einer Bewertungsmission in Malaysia und Indonesien teil. Weitere Tätigkeiten zur Umsetzung und Überwachung des Abkommens werden Ende 2001 geplant. Hochtief, einer der größten Baukonzerne der Welt, schloss am 15. März 2000 ein Abkommen, durch das er sich verpflichtet, im Rahmen seiner Bautätigkeit überall in der Welt die Sozialnormen der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO) einzuhalten. Das Abkommen erlegt allen 14 1998- 2001 Vertragsunternehmern von Hochtief, deren kombinierte Arbeitnehmerschaft diejenige der 37.000 Beschäftigten des Konzerns selbst um das Mehrfache übersteigt, dieselbe Verpflichtung auf. Die Unterzeichner sind der Hochtief- Vorstand und der Allgemeine Betriebsrat des Unternehmens sowie die deutsche Baugewerkschaft IG BAU und der Internationale Bund der Bau- und Holzarbeiter( IBBH). Obwohl der Verhaltenskodex eine von Hochtief selbst auferlegte Verpflichtung ist, bedeutet seine Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten, einen positiven Ansatz für angemessene Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Beziehungen. Skanska ist eines der weltführenden Unternehmen für Baudienstleistungen und Projektentwicklung. Seit ihrer Gründung im Jahre 1887 baute Skanska ein weltweites Netz mit Betrieben in rund 60 Ländern auf. Skanska und IBBH schlossen am 8. Februar 2001 ein Abkommen, das auf alle Betriebe und Tochterunternehmen des Konzerns Skanska anwendbar ist. Der Inhalt des Abkommens wird den Unternehmensstandorten in der Sprache des jeweiligen Standortes bekannt gegeben, und die Vertragsunternehmen werden über das Abkommen informiert. Skanska verpflichtet sich, die nationale Gesetzgebung und alle Übereinkommen und Empfehlungen der IAO, die sich auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens beziehen, einzuhalten. Eine Anwendungsgruppe, die aus dem Personaldirektor von Skanska, dem Arbeitsausschuss des EBR von Skanska und dem IBBH besteht, wird sich mit der Berichterstattung über die Einhaltung des Abkommens und etwaige Abweichungen von diesem befassen. Zur Ausarbeitung der Rahmenabkommen hielt der IBBH im Mai 1999 ein Seminar über die Entwicklung von Verhaltenskodexen für das Baugewerbe ab. Dieses Seminar legte das Fundament für die weitere internationale Arbeit sowie die detaillierte Arbeit auf regionaler Ebene. 1999 hielt der IBBH ein Seminar in der Region Pazifik ab, das sich auf die multinationalen Unternehmen mit ausgedehnter Tätigkeit in der Subregion befasste. Die Gewerkschaften zielen auf die Entwicklung einer Politik- und Verhandlungsplattform ab, auf deren Grundlage mit Regierungen und Arbeitgebern zugunsten eines verbesserten Arbeitnehmerschutzes in Form von Arbeitsklauseln verhandelt werden kann. Ein Seminar über ,, Sozialverantwortliche Geschäftstätigkeit im globalen Bau-, Holz- und Forstsektor" im Oktober 1999 erörterte die IBBH- Politik bezüglich der Verhaltenskodexe, die Aushandlung von Unternehmensabkommen, das öffentliche Beschaffungswesen und die Arbeitnehmerrechte. Die Tagung empfahl dem IBBH, das Konzept der sozialverantwortlichen Geschäftstätigkeit zusammen mit seiner Kampagne zugunsten der Einhaltung der Arbeitnehmerrechte und Umsetzung der grundlegenden Arbeitsnormen, wie in den IAOÜbereinkommen verankert, zu fördern. Dem Seminar folgte eine öffentliche Konferenz über ,, Arbeitnehmerrechte und Entwicklung der Zusammenarbeit", die von rund 150 Personen besucht wurde. Der IBBH führte für seine Mitgliedsorganisationen in Südostasien eine Arbeitstagung über die Umsetzung der Rahmenabkommen über Arbeitnehmerrechte mit multinationalen Unternehmen durch. Diese fand vom 28. bis 30. Mai 2001 in Jakarta, Indonesien, statt. Gewerkschaftsvertreter aus folgenden Ländern nahmen daran teil: Philippinen, Malaysia, Hongkong, Indonesien, Singapur, Vietnam, Kambodscha, Indien, Volksrepublik China. 15 Tätigkeitsbericht Nachhaltige Forstwirtschaft Die Beschäftigung in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft ist in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. In einer Reihe von Ländern wie Finnland, Schweden, Kanada und in tropischen Ländern wie Brasilien, Indonesien und Malaysia sind sie die hauptsächlichen Wirtschaftszweige. In anderen Ländern sind der Forst- und der Holzsektor möglicherweise auf nationaler Ebene weniger bedeutend, jedoch für örtliche, auf Holz angewiesene Gemeinschaften von höchster Bedeutung. Selbst eine geringe Anzahl Arbeitsplätze in einer Gegend ohne sonstige wirtschaftliche Möglichkeiten kann für die örtliche Wirtschaft äußerst wichtig sein, insbesondere wenn die Gemeinschaften isoliert und ihre Fähigkeit, andere Einkommensformen zu erzeugen, begrenzt sind. Vor allem da, wo das Holz beispielsweise durch Veredelung durch einen Mehrwert ergänzt wird, können den örtlichen Gemeinschaften wertvolle Arbeitsplätze bereitgestellt werden. Außerdem können die mittelbaren Auswirkungen der Beschäftigung im Forst- und Holzsektor auf andere Sektoren wesentlich sein. Obwohl in den letzten Jahren viel erreicht wurde, ist es tatsächlich noch immer notwendig sicherzustellen, dass die Interessen der Gewerkschaften nicht an den Rand gedrängt werden. Angesichts einer Mitgliedschaft von annähernd 2,5 Millionen im Holz- und Forstsektor ist es von Bedeutung, dass der IBBH ein Hauptakteur in den Diskussionen und bei den politischen Grundsatzentscheidungen auf internationaler, regionaler, nationaler und örtlicher Ebene ist. Die Gewerkschaften müssen als bedeutende Beteiligte anerkannt werden, die routinemäßig eingeladen werden, um an dem Beschlussfassungsprozess über Fragen des Forst- und Holzsektors teilzunehmen. Die Waldkennzeichnung ist ein Mittel zur Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaftspraxis. In dieser Hinsicht wird sie die Arbeitnehmerrechte der Forstbeschäftigten schützen und einen verstärkten Arbeitsschutz fördern. Gemäß den weltweiten Bemühungen um eine nachhaltige Forstwirtschaft fördert der IBBH die Aufnahme von Sozialnormen in die Waldkennzeichnung. Letztere ist ein Marktinstrument zur Förderung einer nachhaltigen Forstbewirtschaftung, das den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen Rechnung trägt. Sie beinhaltet die unabhängige Beurteilung der Forstbewirtschaftung gemäß international( oder national) anerkannten Normen, sowie die Verfolgung und Überwachung des Forstproduktangebots am Markt. Hält die Forstbewirtschaftung eine Reihe spezifischer Normen ein und ist das Holz( oder ein sonstiges Forstprodukt) aus diesem Wald über sämtliche Stadien des Produktionsprozesses verfolgt und Rechenschaft darüber abgelegt worden, kann es mit einer am Markt anerkannten Kennzeichnung versehen werden. Die Waldkennzeichnung entstand im Laufe des vergangenen Jahrzehnts als wichtige globale Initiative zur Erhöhung der Fläche nachhaltig bewirtschafteter Waldgebiete in der Welt. Bis Ende 2000 hatten weltweit rund 70 Millionen Hektaren Wald eine unabhängige Kennzeichnung erhalten. Für den IBBH ist die Kennzeichnung ein Hilfsmittel, das zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt werden kann. Aus diesem Grund beteiligte sich der IBBH jahrelang an der Waldkennzeichnungsarbeit und nahm auf seinem 20. Kongress im Jahre 1997 in Harare eine Politik an, die die Kennzeichnung von Holz- und Holzerzeugnissen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern unterstützt. In den vergangenen vier Jahren unternahm der IBBH über das Globale Waldprogramm eine Reihe landesspezifischer Initiativen und versuchte, das Profil der Gewerkschaftsbewegung auf internationaler und nationaler Politikebene durch die Vertretung der Arbeitnehmerinteressen im Rahmen der Initiativen für eine nachhaltige Forstwirtschaft zu erhöhen. 16 1998- 2001 Η Die IBBH- Mitgliedsorganisationen beteiligen sich aktiv an einer Reihe von Kennzeichnungsaktivitäten, u.a. an der Entwicklung nationaler Normen, an der Kette von Aufsichtstätigkeiten, an der Beurteilung und Bewertung der Arbeitnehmerbedingungen in den zu kennzeichnenden Betrieben, an der Ausbildung der Mitglieder im Bereich der Kennzeichnung und an den Prüfungen der Kriterien und Indikatoren im Einsatzgebiet. Die vom IBBH von 1997 bis 2001 unternommenen wichtigsten Tätigkeiten waren: Bedeutende internationale Konferenzen über Waldkennzeichnung in Bonn, Deutschland( 1999), Hobart, Australien( 2000), und Jedlinia, Polen( 2001). Diese Konferenzen legten öffentlich das Engagement des IBBH zugunsten dieser Frage dar und waren den Mitgliedsorganisationen beim Erfahrungsaustausch und der Entwicklung eines künftigen Vorgehens behilflich. Nationale Ausbildungsseminare in Indonesien( 1998), Malaysia( 1998, 2000), Ghana( 1997, 2000), Südafrika( 1998) und Brasilien( 1998). Internationale Normen: Der IBBH leistete Lobbyarbeit, um dafür zu sorgen, dass die grundlegenden IAO- Übereinkommen und der IAO- Verfahrenskodex für Arbeitsschutz in der Forstwirtschaft in die globalen Kennzeichnungsnormen von FSC und PEFC aufgenommen werden. Bisheriges Ergebnis: Die grundlegenden Übereinkommen sind nun in die globalen Normen von FSC und PEFC einbezogen. Die Teilnahme an den internationalen Initiativen für die gegenseitige Anerkennung von Kennzeichnungssystemen. Bei allen bedeutenden Kennzeichnungsorganisationen wurde Lobbyarbeit geleistet, um die Arbeitnehmerfragen auf Unternehmensebene besser in die Kennzeichnungsvereinbarungen zu integrieren und die Einhaltung der Vereinbarungen zu überwachen. Im Falle von Verletzungen schnitt der IBBH die Fragen mit den Kennzeichnungsorganisationen an. Ein Vertreter der IG Metall ist Mitglied des Vorstand des FSC, die schwedische Forst- und Holzgewerkschaft ist Vorstandsmitglied beim PEFC. Entwicklung von Kriterien und Indikatoren für die Arbeitnehmer. Diese wurden in Simbabwe und Ghana im Einsatzgebiet getestet und den Kennzeichnungsorganisationen als Beispiele für die Mindestanforderungen zugunsten der Arbeitnehmer übergeben. Diese Arbeit wurde bereits in mehrere Normungsprozesse integriert. Der IBBH und seine Mitgliedsorganisationen setzten sich dafür ein, dass die Kennzeichnungsvereinbarungen folgende Arbeitnehmerrechte in vollem Umfang enthalten: Recht auf gewerkschaftlichen Zusammenschluss, Arbeitsplatzsicherheit, Vergütung und Lebens- und Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz, Mitbestimmung, Ausbildung, Gleichstellung aller Beschäftigten, Erfordernisse besonderer Arbeitnehmerkategorien, Kinderarbeit und eingeborene Völker sowie soziale Fragen. In zahlreichen Ländern war die Frage der Vertragsarbeit von höchster Bedeutung, da der Sektor versuchte, die regulären Beschäftigten durch Vertragsarbeitnehmer, die über weniger Sozialschutz verfügen, zu ersetzen. Die Waldkennzeichnung kann zwar zum Schutz der Forstbeschäftigten und zur Verbesserung der Forstbewirtschaftung genutzt werden, schützt jedoch nicht die Beschäftigten in der Holzverarbeitungsindustrie. Eine Ökokennzeichnung andererseits kann die gesamte Lebensdauer der Erzeugnisse erfassen und die ökologische und soziale Leistung unter Berücksichtigung der verschiedenen Verarbeitungsphasen bewerten. 17 Tätigkeitsbericht Der IBBH leistet nun Lobbyarbeit, um den Arbeitnehmerschutz in alle Phasen des Produktionsprozesses, nicht nur in den Wäldern, einzubeziehen. Das Endziel ist zu erreichen, dass die Waldkennzeichnung nicht ein einzelner Aspekt ist, und auf einen Schutz während der gesamten Lebensdauer der Erzeugnisse hinzuarbeiten, durch den auch die Beschäftigten in der Holzverarbeitung geschützt werden. Weltbank und Arbeitnehmerrechte Ein bedeutender Anteil der Finanzierung der Infrastruktur in den Entwicklungsländern wird von internationalen Institutionen, u.a. den Entwicklungsbanken, wie der Weltbank, der Interamerikanischen Entwicklungsbank, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank, bereitgestellt. Seit ihrer Gründung stellte die Weltbank annähernd 250 Mrd. USD an Finanzierung für Entwicklungsprojekte bereit. Die durchschnittliche jährliche Kreditvergabe der Bank beläuft sich nunmehr auf 22 Mrd. USD, und jährlich werden rund 30.000 Verträge an Kreditnehmer von Weltbankgeldern vergeben. Diese Verträge schaffen Beschäftigung für Tausende Arbeitnehmer, von denen viele im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft beschäftigt sind. Der IBBH setzt sich seit 1996 für die Aufnahme der grundlegenden Arbeitsnormen in die Beschaffungsrichtlinien, die Standard- Ausschreibungsdokumente und die Kreditvereinbarungen der Weltbank ein. Diese Politik beruht auf dem im IAO- Übereinkommen Nr. 94 von 1949 über Arbeitsklauseln( öffentliche Verträge) verankerten Grundsatz und entstand aus der Besorgnis des IBBH, dass zahlreiche Beschäftigte in seinen Sektoren aus herkömmlichen Beschäftigungssituationen verdrängt und zu informellen Arbeitsvereinbarungen gezwungen werden. Die Beschäftigten im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft werden häufig nur kurzfristig beschäftigt, wobei es diese Gelegenheitsarbeit den Gewerkschaften erschwert, diese Arbeitnehmer gewerkschaftlich zu erfassen und ihre Rechte zu schützen. Der IBBH wendete sich an den Präsidenten der Weltbank in Washington und beteiligte sich an einem ausführlicheren Dialog mit der Abteilung für Operational Core Services Network( Betriebsnetz für Kerndienste, OCSD) der Bank, die für das Beschaffungswesen zuständig ist. Dieser Dialog wurde durch eine Reihe von Zusammenkünften mit den Mitarbeitern der OCSD ergänzt. In den Regionen führte der IBBH eine Informationskampagne durch, um seine Mitgliedsorganisationen über die grundlegenden Arbeitsnormen und die potenzielle Nutzung der Arbeitsklauseln als zusätzliches Mittel zur Gewährleistung ihrer Umsetzung zu nutzen. Die Mitgliedsorganisationen werden ermutigt, dem IBBH- Sekretariat Informationen über die von der Weltbank finanzierten Projekte zu übermitteln. Sodann kann der IBBH mit Hilfe seiner Mitgliedsorganisationen in dem Kredit aufnehmenden Land mit der Bank Verbindung aufnehmen. Der IBBH fördert aktiv die Nutzung der Arbeitsklauseln in den Beschaffungsverfahren als Mittel zum Schutz der Arbeitnehmerrechte. Eine allgemeine Sensibilisierungskampagne wurde geführt, indem die regionalen Strukturen des IBBH in Anspruch genommen wurden. Regionalseminare wurden 1998 in Afrika und 1999 in Asien/ Pazifik und in Lateinamerika abgehalten. Spezifische Nachfasstätigkeiten wurden in Ghana, im französischsprachigen Afrika und in Zentralafrika, in der Subregion Pazifik und in der Karibik durchgeführt. 18 1998-2001 Der IBBH initiierte mit den geschäftsführenden Direktoren der Weltbank ein IBFG/ IBS- Seminar, das vom 19.- 21. Januar 1999 in Washington, D.C., stattfand. Politisch gesehen war die Tagung ein bedeutender Fortschritt bei der Gewährleistung eines intensiveren Dialogs und einer Konsultation zwischen der Bank und der Gewerkschaftsbewegung. Der IBBH entsandte Delegationen nach China, in die Türkei, nach Ghana und Pakistan, um die Nutzung der Arbeitsklauseln im öffentlichen Beschaffungswesen zu untersuchen und die betrieblichen Arbeitsverhältnisse auf den von der Weltbank finanzierten Baustellen zu prüfen. Die Delegationen versuchten, den Arbeitsbetrieb und die betrieblichen Arbeitsverhältnisse mit den von den Übereinkommen und Empfehlungen der IAO festgelegten Arbeitsnormen, den Tarifverträgen, Schiedsurteilen und der nationalen Gesetzgebung zu vergleichen. Die Bedingungen in den Arbeitsbetrieben der von der Weltbank finanzierten Projekte wurden im Kontext der nationalen Rechtsvorschriften für angemessen und nicht unter dem nationalen Gesetzgebungsminimum liegend befunden. Der IBBH erzielte einigen Erfolg mit dieser Strategie. Die Bank gab kürzlich bekannt, sie werde die fakultativen Unterklauseln über Arbeit in den Standard- Ausschreibungsdokumenten( SBD) auf den Status, verbindlich' heraufstufen. Ferner würden Passagen über ökologische Beschaffung in die neuen SBD aufgenommen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass diese Passagen Klauseln enthalten werden, die die grundlegenden Arbeitsnormen einbeziehen- die Politik der Bank, insbesondere bezüglich der Vereinigungsfreiheit, lässt zum jetzigen Zeitpunkt keine derartige Entwicklung zu. Die Bank zieht jedoch die Aufnahme einer Formulierung in Betracht, um dem IAO- Übereinkommen Nr. 182 Wirkung zu verleihen, damit gewährleistet wird, dass die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bei den von der Bank finanzierten Projekten nicht in Anspruch genommen werden, doch ist dies noch nicht bestätigt. Dem IBBH gelang es auch, auf Projektebene einige Erfolge zu erzielen. Auf den Philippinen wird ein sektorales Überwachungsteam eingesetzt, das die Arbeitsnormen bei einem von der Weltbank finanzierten neuen Autobahnprojekt, dem, Nationalen Projekt für Verbesserung und Management des Straßennetzes', überwachen soll. Diese Initiative wurde von der Bank nach intensiver Lobbytätigkeit des örtlichen Vertreters und der Mitgliedsorganisationen des IBBH vorgeschlagen. Die Überwachungsgruppe würde die IBBH- Mitgliedsorganisationen, das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Autobahnen, das Arbeits- und Beschäftigungsministerium und die IAO einbeziehen. 19 Tätigkeitsbericht Am Pipelineprojekt in Tschad- Kamerun ist ein Konsortium von drei großen Erdölkonzernen beteiligt: Exxon, Chevron und Petronas. Im Juni 2000 billigte die Bank trotz nachdrücklichen internationalen Widerstands seitens von Umweltgruppen und Menschenrechtsorganisationen ein Kreditpaket für das Projekt. Infolgedessen bestand die Bank auf der Einsetzung eines Überprüfungsausschusses zur Überwachung der Verwendung der Erdöleinnahmen. Dieser umfasst die bürgerliche Gesellschaft, und die IBFG- Mitgliedsorganisation in Tschad wurde zur Teilnahme eingeladen. Die Bank errichtete außerdem eine eigene unabhängige Überwachungsstelle. Im Oktober 2000 kam der IBBH mit dem leitenden Energieökonomen für die Region Afrika zusammen und erörterte die Beteiligung des IBBH an der Überwachung und Überprüfung der betrieblichen Arbeitsverhältnisse des Projekts. Es wurde nunmehr Kontakt mit dem allgemeinen Projektleiter mit Sitz in Houston, USA, aufgenommen, der sich mit der Frage befasst. Nachfassmaßnahmen werden demnächst erwartet. Der IBBH und seine Mitgliedsorganisationen in der Region zielen auf die Sicherung eines auf die Beschäftigten in Tschad und in Kamerun anwendbaren Tarifvertrags ab. Die Weltbank nahm 1991 eine Forstwirtschaftspolitik an, die als Richtlinie für die Finanzierung von Forstwirtschaftsprojekten durch die Bank oder von Vorhaben, die Waldgebiete betreffen, angewandt werden sollte. Es handelt sich um eine weit gehend ökologische Politik, die den Forstarbeitnehmern, ihren Arbeitsbedingungen oder ihrer Existenzgrundlage nicht detailliert Rechnung trägt, noch bemühte sich die Bank um Beiträge oder Beratung seitens der Forstarbeitnehmer oder ihrer Vertreterorganisationen. Der IBBH bemühte sich um verstärkte Einflussnahme auf die Arbeit der Weltbank in diesem Bereich. Die Bank gab bekannt, dass sie ihre Forstpolitik nicht im klassischen Sinne überprüfen werde, sondern neue, Schlüsselbereiche' vorstellen werde. Der IBBH wird diesen Prozess sorgfältig verfolgen. Welthandelsorganisation und Baudienstleistungen In den späten Phasen des alten GATT( Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) wurde der Liberalisierung der Dienstleistungen Beachtung geschenkt, was sich im so genannten Allgemeinen Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen( GATS) niederschlug. Das GATS legte die grundlegenden Vorschriften für 130 Länder fest. Die Baudienstleistungen werden von den allgemeinen Rahmenvorschriften des GATS geregelt. Der IBBH ist besorgt über die GATS- Verhandlungen, insbesondere über die Freizügigkeit natürlicher Personen und das staatliche Beschaffungswesen. Viele Bauarbeitnehmer rund um die Welt befürchten, dass die Liberalisierung des GATS- Modus 4 ,,, Präsenz natürlicher Personen", den Sozialabbau auf weltweiter Ebene erleichtern wird. In den letzten Jahren erfuhren die IBBH- Mitgliedsorganisationen, dass diese Art liberalisierter grenzüberschreitender Arbeit in zahlreichen Fällen eine Unterhöhlung der nationalen Sozialnormen, der Arbeitsbedingungen und der Einkommen durch ausländische Unternehmen, die Beschäftigte ins Ausland entsandten, zur Folge hatten. Vor diesem Hintergrund hatte die EU die grenzüberschreitende Arbeit im Baugewerbe mittels einer europäischen Gesetzgebung mit der Bezeichnung ,, Richtlinie über die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen" erneut zu regulieren. Der IBBH lancierte eine Kampagne und ersuchte seine Mitgliedsorganisationen, Lobbyarbeit gegen die Legalisierung des Sozialabbaus im Baugewerbe durch die WTO zu leisten. 20 20 1998-2001 Der IBBH verfolgte auch die Frage der staatlichen Beschaffungsabkommen innerhalb der WTO. Anlässlich der Uruguay- Runde wurde ein neues, erweitertes Abkommen über das staatliche Beschaffungswesen geschlossen, einschließlich der Beschaffung für Produkte und Dienstleistungen, u.a. auch Baudienstleistungen. Das Abkommen über das staatliche Beschaffungswesen errichtet einen Rahmen von Rechten und Verpflichtungen in Bezug auf Rechtsvorschriften, Bestimmungen, Verfahren und Praxis bezüglich des staatlichen Beschaffungswesens, die in die nationale Gesetzgebung aller Unterzeichnerstaaten aufgenommen werden müssen. Das Abkommen öffnet der Industrie in allen Unterzeichnerstaaten die staatlichen Beschaffungsmärkte, indem ein unterschiedsloser Zugang zu öffentlichen Beschaffungsverträgen gewährt wird, vorbehaltlich von Maßnahmen, die mit der WTO oder dem GATS( Allgemeines Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen) übereinstimmen. Das Abkommen enthält indessen keinerlei Hinweis auf Sozial- und Arbeitnehmerrechte. Der IBBH ersuchte die WTO, die Mitglieder der Arbeitsgruppe auf die Bestimmungen des IAO- Übereinkommens Nr. 94 von 1949 über Arbeitsklauseln ( öffentliche Verträge) aufmerksam zu machen, das darauf abzielt zu gewährleisten, dass in den öffentlichen Verträgen Mindestarbeitsnormen eingehalten werden. Der IBBH ersuchte die IAO, in der WTO- Arbeitsgruppe eine angemessen Vertretung zu sichern. In diesem Zusammenhang nahmen IBBH- Delegationen an den Ministertagungen der WTO im Mai 1998 in Genf und im Dezember 1999 in Seattle teil, um Unterstützung für die IBFG- Vorschläge über Arbeitnehmerrechte und Handel zu erreichen und aufrecht zu erhalten. Organisation der Vereinten Nationen- Internationale Arbeitsorganisation Der IBBH ist eine bei der Internationalen Arbeitsorganisation offiziell anerkannte Nichtregierungsorganisation( NGO) für das Baugewerbe, die Holzindustrie, die Forstwirtschaft und verwandte Sektoren. Der IBBH erlangte 1997 Sonderbeobachter- Status im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Der IBBH fördert seine Politik bei internationalen Organisationen wie der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO), der Internationalen Tropenholzorganisation( ITTO), der Organisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft( FAO) sowie bei internationalen Umweltorganisationen. Der IBBH spielte eine führende Rolle bei den Diskussionen und Vorbereitungen des IAO- Verfahrenskodex für Arbeitsschutz in der Forstwirtschaft. Der Kodex wurde am 30. September 1997 von einer IAOTagung von Sachverständigen im Bereich des Arbeitsschutzes in der Forstwirtschaft( Genf, 23.- 30. September) angenommen. Im Jahr 2000 nahm der IBBH an der Entwicklung und Annahme eines IAO- Verfahrenskodex über den Schutz vor Gesundheitsgefährdung durch Mineralfasern teil. Der IBBH nimmt an der Internationalen Arbeitskonferenz teil und spielte kürzlich eine aktive Rolle bei den Erörterungen über die Vertragsarbeit und den Mutterschutz. Der IBBH setzte seine Arbeit im Bereich der Vertragsarbeit fort und war auf der Internationalen Arbeitskonferenz im Juni 1998 maßgeblich an der Ausarbeitung etwaiger Urkunden zum Schutz der Vertragsarbeitnehmer beteiligt. Das Ergebnis der Arbeitskonferenz, eine Entschließung, ist jedoch nicht so befriedigend wie kohärente Urkunden über die Vertragsarbeit. Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, dass von der Arbeitnehmergruppe wirksame Nachfassmaßnahmen getroffen werden, um zu gewährleisten, dass die Frage auf der Tagesordnung der IAO bleibt. 21 Tätigkeitsbericht Der IBBH setzt ferner eine Reihe von Projekten für technische Zusammenarbeit mit Unterstützung der IAO um und unterstützte außerdem seine Mitgliedsorganisationen bei der Teilnahme an breit angelegten IAO- Programmen. Der IBBH unterhält die Kontakte mit der IAO wie alle IBS hauptsächlich über ACTRAV. Der IBBH arbeitet auch mit den für Fragen des Baugewerbes und der Forstwirtschaft zuständigen Beamten bei SECTOR zusammen. Der IBBH wird an Fachtagungen für das Baugewerbe und die Forstwirtschaft im Jahr 2001 teilnehmen: dreigliedrige Tagung über die sozialen und beschäftigungsmäßigen Dimensionen der Forstwirtschaft und der Holzindustrie im Wandel( 17.- 21. September 2001) und dreigliedrige Tagung über das Baugewerbe im 21. Jahrhundert: Image, Beschäftigungsaussichten und Qualifikationsanforderungen( 10.- 14. Dezember 2001). Der IBBH war auch an den Arbeiten der Kommission der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen beteiligt. Fünf Jahre nach Habitat II( Juni 1996, Istanbul, Türkei) hielt die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Sondersitzung zur Überprüfung und Bewertung der weltweiten Umsetzung der HabitatVorhaben ab. IBBH- Vertreter nahmen an der Tagung des Vorbereitungsausschusses( Februar 2001, Nairobi, Kenia) und an der Konferenz Habitat+5 in New York( Juni 2001) teil. Der IBBH lancierte eine Kampagne und ersuchte alle Mitgliedsorganisationen, sich vor der Tagung in New York an ihre Regierungen zu wenden und die Forderungen der Arbeitnehmer und ihrer Angehörigen bezüglich der Unterkunft und angemessener Arbeits- und Lebensbedingungen zu erörtern. Der IBBH nahm im Berichtszeitraum an folgenden Tagungen teil: ✰ 16. Session der Kommission der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, 4.- 16. April 1997, Nairobi Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, 11.- 25. April 1997, New York Kommission der Vereinten Nationen für die Stellung der Frauen, 3.- 21. März 1997, New York FAO- Ausschuss für Forstwirtschaft, 3.- 13. März 1997, Rom XI. FAO- Weltkongress für Forstwirtschaft, 10.- 22. Oktober 1997, Antalya ✰ NGO- Arbeitstagung der Vereinten Nationen für Menschenrechte und HIV/ AIDS, 26. Juni 1998, Genf ✰ Internationales Waldforum des ECOSOC, 24. August bis 4. September 1998, Genf ✰ Seminar der Vereinten Nationen über handelsbezogene Aspekte des nachhaltigen Managements, 23.- 25. Februar 1999, Genf Session des FAO- Ausschusses für Forstwirtschaft, 1.- 5. März 1999, Rom ✰ XV. Weltkongress über Arbeitsschutz, 12.- 16. April 1999, São Paulo ◆ Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung( CSD), 19.- 30. April 1999, New York ✰ Zwischenstaatliches Forum der Vereinten Nationen für Forstwirtschaft, 3.- 13. Mai 1999, Genf Internationale Tropenholzorganisation( ITTO), Ratstagung, 21.- 25. Mai 1999, Changmai, ❖AUVA/ IAO, Arbeitsschutz im Baugewerbe des 21. Jahrhunderts, 6.- 8. Oktober 1999, Wien → 4. Session des Zwischenstaatlichen Waldforums, 31. Januar bis 11. Februar 2000, New York Internationale Tropenholzorganisation( ITTO), Ratstagung, 24.- 30. Mai, 2000, Peru ◆ Sozialgipfel+ 5 der Vereinten Nationen, 26.- 30. Juni 2000, Genf ❖ Habitat+ 5 der Vereinten Nationen, Vorbereitungsausschuss, 19.- 23. Februar 2001, Nairobi Konferenz Habitat+5 der Vereinten Nationen, 6.- 8. Juni 2001, New York 22 1998- 2001 1 2.2. Verteidigung der Gewerkschafts- und Menschenrechte Im Zeitraum zwischen den letzten Kongressen nahm die Zahl der Fälle, an denen Mitgliedsorganisationen in den IBBH- Sektoren beteiligt waren, im Vergleich zur vorherigen Periode geringfügig ab. Es wurden 135 Fälle gemeldet: 45 in Lateinamerika, 40 in Asien/ Pazifik, 17 in Afrika und 33 in Europa. Die Zahl der bei der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO) eingereichten Klagen war ebenfalls rückläufig. Die dem Sekretariat oder den Regionalbüros gemeldeten Arten von Verletzungen waren Ermordungen, Todesdrohungen, Einschreiten der Polizei, Inhaftierungen, Massenentlassung von Mitgliedern oder Gewerkschaftsvertretern. Es fanden auch weniger schwer wiegende Verletzungen statt, u.a. Prozesse, Kundgebungen, Streiks oder sonstige Arbeitskonflikte. Der IBBH wurde daher dringend aufgerufen, Maßnahmen zu treffen und Proteste an Regierungen und Unternehmen zu richten. Der IBBH ermutigte außerdem die Gewerkschaften in der ganzen Welt, sich mittels Dringlicher oder Solidaritätsaufrufe der Solidaritätskette anzuschließen. Im vergangenen Jahr wurden Verknüpfungen zu den Aktionen und Aufrufen des IBBH in die globale Gewerkschafts- Website gestellt, um mehr Informationen zu vermitteln. In Fällen wie Korea protestierte der IBBH mit anderen IBS direkt bei der Diplomatischen Vertretung Koreas in Genf³. Der IBBH rief die Mitgliedsorganisationen auch dazu auf, Druck auf ihre Länder auszuüben, damit die Handelsbeziehungen mit den Ländern, die Verstöße begehen, wie beispielsweise Myanmar, ausgesetzt werden. Der IBBH wurde außerdem dringend ersucht, spezifische Forschungsarbeiten über multinationale Unternehmen durchzuführen- Hochtief, Hanson Concrete, Odebrecht, Impreglio und Recchi- oder Kampagnen einzuleiten. Das IBBH- Subregionalbüro im Raum Pazifik beteiligte sich aktiv an der Beschaffung von Informationen über RHG in Papua- Neuguinea, Rio Tinto in Australien und Earth Movers auf den Salomon- Inseln. Lateinamerika ist nach wie vor die Region, in der jedes Jahr die größte Zahl von Gewerkschaftern umgebracht wird. Regionale Kampagnen, Seminare und Arbeitstagungen über Gewerkschaftsrechte bildeten eine der Hauptprioritäten des Programms 1998-2001 für Menschen- und Gewerkschaftsrechte, das auch ein diesbezügliches Handbuch erarbeitete. Die Schulung der Mitgliedsorganisationen verbesserLIMA CONSTRUCCION| CIVIL SIEMPRE LUCHANDO. POR TRABAJO DESARROLLO. DEMOCRACIA Y JUSTICIA SOCIAL CONSTRUCCIO POR TRABAJO, AUN te ihre Fähigkeit, über Fälle von Verletzungen zu berichten und die Mechanismen zu deren Denunzierung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zu begreifen. Das Programm leistete einen Beitrag dazu, Gewerkschafts- und Menschenrechte auf die Tagesordnung der Gewerkschaften zu setzen. Die Rundschreiben für Dringliche Aktionen werden an die IBBH- Mitglieds- und nahestehenden Organisationen verbreitet mit der Bitte, Protest bei Regierungen oder Arbeitgebern einzulegen, wenn schwer wiegende Drohungen, die dem Sekretariat gemeldet werden, die Existenz der Gewerkschaft, ihre Vertreter oder Mitglieder, Massenentlassungen oder Gewalttätigkeit gegen Beschäftigte betreffen. Sie werden seit Juli 1999 auch auf Spanisch und seit Januar 2000 auf Französisch übersetzt. 2 Solidaritätsaufrufe werden an die IBBH- Mitglieds- und nahestehenden Organisationen gerichtet mit der Bitte, Protest bei Regierungen oder Arbeitgebern einzulegen, wenn eine Mitgliedsorganisation im Falle von Arbeitskonflikten, Tarifverhandlungen oder gescheiterten Verhandlungen Unterstützung benötigen. Sie werden seit Juli 1999 auch auf Spanisch und seit Januar 2000 auf Französisch übersetzt. 3 Dieser gemeinsame IBS/ IBFG- Protest wurde eingelegt,, um den 50. Jahrestag der Allgemeinen Menschenrechtserklärung zu begehen, indem eine gemeinsame Solidaritätskampagne für alle koreanischen Gewerkschafter, die von Verfolgung, Inhaftierung und Freiheitsentzug betroffen sind, veranstaltet wurde( Dezember 1998). 4 Beteiligte Gewerkschaften sind: STINCAH( Honduras); FTCCP( Peru); FENATIMAAP( Peru); FETICOMAP/ STICCAP( Paraguay); SINCS- G( Guatemala) und FESITRASMMAR( Guatemala). 5 Manual de derechos humanos, im Jahr 2000 vom IBBH- Regionalbüro für Lateinamerika herausgegeben. 23 Tätigkeitsbericht Trotz der rückläufigen Verletzungen von Gewerkschaftsrechten in der Region im Jahre 1998 war Kolumbien nach wie vor führend als das gefährlichste Land der Welt. Die meisten IBBHSolidaritätsaktionen in Kolumbien melden die Ermordung führender Gewerkschafter. Ein weiterer heftiger Kampf zugunsten der Gewerkschaftsrechte wurde in Guatemala geführt. Die IBBHFälle betreffen hauptsächlich Ermordungen oder Drohungen und erinnern daher in grausamer Weise an das Ausmaß der Feindseligkeit gegen Gewerkschaften. Arbeitnehmer, die gegen die Verschlechterung ihrer Situation protestierten, stießen häufig auf Gewalttätigkeit oder wurden sogar ermordet. Kollege Carlos Catalán, Vorstandsmitglied der SUCHILMA, wurde 1997 ermordet. Sein Mörder wurde zu 25 Jahren Gefängnishaft verurteilt. Die Tatsache, dass der Mord vor Gericht gebracht wurde, war eine der größten Leistungen des Projekts für Menschen- und Gewerkschaftsrechte. Die verfassungswidrigen Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung Ecuadors beeinträchtigen die grundlegenden Rechte der Arbeitnehmer. Protestaktionen wurden mit Gewalt unterdrückt und Gewerkschaftsleiter inhaftiert oder verfolgt. Der Fall von José Chávez, ehemaliger Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes CEOSL, der im Januar 2000 einmal mehr wegen subversiver Betätigung inhaftiert wurde, weil er gegen die Regierung protestiert hatte, ist nur ein Beispiel. In Peru machte der ehemalige Präsident Fujimori die Ausübung der Gewerkschaftsrechte nahezu unmöglich. Nach seinem jüngsten Rücktritt, der ein Jahrzehnt der autoritären Herrschaft beendete, kam neue Hoffnung auf, und die peruanischen Gewerkschaften bereiten sich auf die bevorstehenden Herausforderungen vor. Vorläufig betonte keiner der Kandidaten der bevorstehenden Präsidentschaftsund Parlamentswahlen die Notwendigkeit, die Achtung der grundlegenden Rechte zu fördern. Der IBBH unterstützte die Gewerkschaftsbewegung. Die Ereignisse in Venezuela bildeten ebenfalls eine große Besorgnis für den IBBH. Die unrechtmäßige und stark kritisierte Volksbefragung durch Präsident Chávez, die eindeutig auf den Abbau der Gewerkschaftsbewegung abzielte, bewog den IBBH zur Teilnahme an einer gemeinsamen hochrangigen Mission mit IBFG- ORIT im November 2000, um mit den Behörden zusammenzukommen und eine gemeinsame internationale Kampagne zu planen. Unterstützung und Solidarität der internationalen Gewerkschaftsbewegung werden als entscheidende Kraft betrachtet, da die Gewerkschaften dringend auf externe Unterstützung angewiesen sind. In Paraguay verfolgten die Behörden nach wie vor Gewerkschafter und inhaftierten 1998 nationale Gewerkschaftsleiter. Seither wurden Veränderungen gemeldet. Dennoch griff die Polizei, als die Civil Construction Trade Union, STICCAP, Streikposten vor dem Hauptsitz des Unternehmens Itaipu Binacional, aufstellte, scharf durch und verletzte zehn Arbeitnehmer schwer. Nordamerika ist keineswegs über jeden Tadel erhaben. In Kanada kamen unrechtmäßige Arbeitsmethoden bei dem riesigen Forstunternehmen REPAP New Brunswick Inc. an der Ostküste vor, wodurch die Arbeitnehmer in der Saison 2000 keine Arbeit hatten. Auch in den USA waren die Arbeitnehmer mit zahlreichen Einschränkungen in Bezug auf den gewerkschaftlichen Zusammenschluss und die Verhandlungsrechte, u.a. das Streikrecht, konfrontiert. Im Februar 1998 war eine IBBHMitgliedsorganisation in den USA, International Brotherhood of Teamsters( IBT), in einen langwierigen, erbitterten Konflikt mit dem Unternehmen Builders Concrete Inc. verwickelt, das im Besitz des französischen transnationalen Fertigbetonkonzerns Vicat S.A. steht. Die französische IBBH24 1998- 2001 Mitgliedsorganisation, Force Ouvrière( FO), versuchte, einen Dialog mit Vicat S.A. in Frankreich aufzunehmen. Allzu viele Länder in Afrika versuchten, ihre Gewerkschaften durch Anwendung oder Missbrauch der Gesetzgebung zu kontrollieren. Andere waren brutaler. Im Allgemeinen blieb die Haltung jedoch auf dem ganzen Kontinent mehr oder weniger gleich, und das Ergebnis war eine vermehrte Unterdrückung. Simbabwe war eines der Länder, in dem sich die Achtung der Gewerkschaftsrechte und bürgerlichen Freiheiten 1999 und im Jahr 2000 noch drastischer verschlechterten. Nationale Streiks wurden für einen Zeitraum von sechs Monaten verboten. Es gab einen Mordanschlag gegen den Stellvertretenden Generalsekretär der ZCTU, der bewusstlos geschlagen wurde. Der IBBH war äußerst besorgt über die Entwicklungen vor den Wahlen und das Los der ländlichen Arbeitnehmer. Simbabwe- der IBBH unterstützt die Arbeitnehmer in ihrem Kampf um Demokratie Der IBBH war im Jahr 2000 über die Entwicklungen vor den Wahlen besorgt: Nichteinhaltung von Gesetz und Ordnung durch die Regierung, zügellose Gewalttätigkeit gegen die demokratische Opposition und Angriffe gegen Aktivisten, die der Oppositionspartei angehören. Der IBBH überwachte auch das Los der Arbeitnehmer in den Dorfgemeinschaften. ✰ Der IBBH lancierte einen Solidaritätsaufruf und ersuchte alle Mitgliedsorganisationen weltweit, Protestschreiben an den Präsidenten von Simbabwe zu richten und ihn dringend aufzufordern, Gesetz und Ordnung wieder herzustellen und mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft den Bodenkonflikt beizulegen, indem die Ansprüche aller Beteiligten berücksichtigt werden, und dafür zu sorgen, dass ein freier, gerechter Wahlprozess stattfindet. * Der IBBH gewährte seiner Mitgliedsorganisation GAPWUZ finanzielle Unterstützung aus seinem Internationalen Solidaritätsfonds für die Beförderung und den Lebensunterhalt von Organisatoren sowie für Arztkosten und Bekleidung. ✰ Zahlreiche Mitgliedsorganisationen richteten Protestbotschaften an den Präsidenten. * Die dänische Elektrikergewerkschaft unterstützte ferner ein Ausbildungsseminar für simbabwische Elektriker, die von Privatisierung und Massenentlassungen betroffen waren. Etwas positiver sind die bedeutenden Verbesserungen in Nigeria, wo nach dem Tod von General Abacha im Juni 1999 die Einhaltung der Gewerkschaftsrechte schrittweise wieder hergestellt wurde. Einschneidende gewerkschaftsfeindliche Verordnungen, die durch das ehemalige Militärregime eingeführt worden waren, wurden aufgehoben oder geändert. Gewerkschaftsleiter wurden aus dem Gefängnis entlassen und die Gewerkschaften allmählich von der Regierungskontrolle befreit. Die Wiederherstellung der Gewerkschaftsrechte ging im Jahr 2000 weiter. In Swasiland gab es trotz der Änderungen des Gesetzes über Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Beziehungen, das mit Unterstützung der IAO abgefasst und vom Parlament verabschiedet wurde, keine Änderungen, da der König dem Gesetz nicht zustimmte. Die Swaziland Federation of Trade Unions wird nach wie vor schikaniert. In Marokko hielt die Verfolgung von Gewerkschaftern an. Arbeitnehmer können wegen der Durchführung von Streiks inhaftiert werden und sollen laut Berichten in den Gefängnissen sterben. Das marokkanische Arbeitsrecht schützt weder die Arbeitnehmer vor gewerkschaftsfeindlicher Diskriminierung noch die Gewerkschafter vor Einmischungen seitens der Arbeitgeber. 25 25 Tätigkeitsbericht Die Regierung Dschibutis mischte sich regelmäßig in eklatanter Weise in die Gewerkschaftsangelegenheiten ein mit dem Ziel, die unabhängigen, demokratischen Gewerkschaften zu vernichten. Die IBBH- Mitgliedsorganisationen in Kamerun meldeten trotz der wiederholten Versprechungen der Regierung an die IAO, sie werde ihre Gesetzgebung ändern, Einschränkungen des Rechts auf gewerkschaftliche Organisierung. In Burkina Faso melden die Gewerkschaften, die Behörden hätten vor den 1999 durchgeführten Streiks eine gewerkschaftsfeindliche Kampagne eingeleitet, während die Arbeitnehmer forderten, dass dem Abbau ihrer Rechte, den Ermordungen und der Unterschlagung öffentlicher Gelder ein Ende gesetzt werde. In Ghana enthält das Gesetz Einschränkungen der grundlegenden Gewerkschaftsrechte, wie die Anerkennung von Gewerkschaften für Tarifverhandlungen. Es ist praktisch unmöglich zu streiken, und die Regierung verfügt über ausgedehnte Befugnisse. Eine Dringliche Aktion wurde gegen ein transnationales Unternehmen, Dredging International, eingeleitet, das die Einstellung seiner Arbeitskräfte an ein anderes Unternehmen vergab und versuchte, die Arbeitnehmer vom Beitritt zur Gewerkschaft abzuhalten. Der Arbeitsminister Südafrikas gab Änderungen des Gesetzes über Arbeitgeber- ArbeitnehmerBeziehungen bis Ende 2000 bekannt. Die südafrikanische IBBH- Mitgliedsorganisation, SAAPAWU, meldete die Entlassung von 900 Arbeitnehmern infolge der Umstrukturierung des Konzerns Agricultural and Rural Development. Bei genauerer Betrachtung der Region Asien- Pazifik ging die Unterdrückung der Gewerkschaften durch den Staat im Allgemeinen weiter, während sich die Region von den Auswirkungen der Finanzkrise erholte. Die beiden Länder, die nach wie vor die schlechteste Bilanz bezüglich der Rechte verzeichnen, sind Myanmar und die Volksrepublik China. In Myanmar unterdrückt die Militärregierung nach wie vor alle Formen von Gewerkschaftsrechten. Es wird keine Gewerkschaftsarbeit geduldet, und die inhaftierten Gewerkschafter sind nach wie vor in Haft. Zahlreiche Fälle von Inhaftierungen und Gefängnishaft gegen Aktivisten wurden in China gemeldet. Der IBBH intervenierte im Fall Xu Jian, eines auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalts, der der Anstiftung zum Staatsstreich bezichtigt und zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Ein weiterer heftiger Kampf wurde auf Fidschi ausgefochten, wo die Gewerkschaften nach dem Regierungswechsel im Mai 1999 wieder frei waren, bis eine bewaffnete Truppe im Mai 2000 das Parlaments Fidschis stürmte und den Premierminister und mehrere Kabinettsmitglieder als Geiseln nahm. Der IBBH unterstützte voll und ganz den Gewerkschaftsbund Fiji Trade Unions Congress( FTUC) und dessen Mitgliedsorganisationen bei ihren Bemühungen, die Demokratie wieder herzustellen und die Achtung der nicht rassistischen Verfassung von Fidschi zu gewährleisten. Auf den Salomon- Inseln hatte die IBBH- Mitgliedsorganisation SINUW einen langwierigen Streik von mehr als zwei Jahren zu führen, um die Arbeitnehmerrechte zu schützen und 412 von einem Holzfällerunternehmen, Earthmovers( Solomon) Ltd., entlassene Mitglieder wieder einzustellen. Obwohl der Streik ein Erfolg war und die Gewerkschaftsrechte anerkannt wurden, verschlechterte sich die politische Lage, und die SINUW könnte ihre Errungenschaften wieder verlieren. 26 1998- 2001 In Indonesien gingen die Arbeiten an der Abfassung eines neuen Gesetzgebungsrahmens für Gewerkschaftsrechte weiter. Dennoch wurde die Armee gegen Protestaktionen zur Forderung besserer Arbeitsbedingungen eingesetzt. Der IBBH unterstützte die Gewerkschaftsbewegung und forderte die unverzügliche, bedingungslose Freilassung der Gewerkschaftsaktivisten und aller übrigen im Lande inhaftierten Gewerkschafter. In Nepal gab es keine Verbesserungen. Gewerkschafter blieben in Haft, wurden angegriffen und ermordet. In Pakistan wurde die dem APFTU angeschlossene Gewerkschaft Wapda aus dem Register gelöscht. Die der Pakistan Federation of Building and Wood Workers angeschlossene Awami Labour Union Ghazi Barotha Contractors( ALU- GBC) meldete positive Veränderungen. JAWA FREE M.P. Indonesia Heads Worker Rights FREE M.P. Indonesia Needs Worker Rights FREE M.P. Indonesia Needs Worker Rights - IBBH- Mitgliedsorganisation siegt nach zwei Jahren Kampf gegen Pakistan IMPREGLIO! Die Gewerkschaft ALU- GBC obsiegte letzten Endes in einer Befragung im November 2000, der sie sich erneut zu unterziehen hatte, um den Status des Tarifverhandlungsbevollmächtigten für die Beschäftigten des Wasserkraftwerkprojekts Ghazi Barotha wieder zu erlangen. Das Berufungsgericht hob die einstweilige Verfügung infolge der Opposition der Konkurrenzgewerkschaft erst im November auf. Die ALU widersetzte sich mit Erfolg den vom Unternehmen IMPREGLIO angestrengten Gerichtsprozessen, und die Aberkennungsverfügungen gegen die Gewerkschaft wurden im Februar 2000 aufgehoben. Der IBBH richtete Protestschreiben an das Unternehmen und arbeitete mit anderen Gewerkschaftsorganisationen zusammen, um Druck auf das Unternehmen auszuüben, damit die Gewerkschaft anerkannt würde. Das Projekt nahm die Bauarbeiten 1996 auf, die bis Mai 2002 fertiggestellt sein sollten. Auch in Neuseeland gab es einige gute Nachrichten. Die Koalitionsregierung Labour/ Alliance übernahm die Macht im November 1999 nach acht Jahren ultrakonservativer Herrschaft und führte zügig Änderungen der Politik bezüglich der Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Beziehungen durch. Die Annahme eines neuen Gesetzes im Oktober 2000 verstärkte das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung und Tarifverhandlungen. 27 Tätigkeitsbericht In Thailand wurde das Recht der Beschäftigten der staatlichen Unternehmen auf Bildung von Gewerkschaften im Februar 2000 wieder hergestellt. Vor 1991 waren sie die stärkste Kraft und stellten auch die Führung der Gewerkschaftsbewegung des Landes. Diese neue Entwicklung wird mit Sicherheit die Gewerkschaftsbewegung im Lande erheblich stärken. In Papua- Neuguinea wurde ein bedeutender Konflikt zwischen unserer Mitgliedsorganisation Papua New Guinea Timber and Construction Workers Union( PNGTCWU) und der Rimbunan Hijau Pyt. Ltd. durch die Unterzeichnung der Hauptpunkte eines Abkommens im Januar 2001 beigelegt. Papua- Neuguinea- Die Gewerkschaft erlangt internationale Anerkennung bei RHG Am 18. Januar 2001 begrüßte der IBBH den Abschluss der Hauptpunkte eines Abkommens zwischen PNGTCWU und RHG, einem der größten Holzunternehmen in der Region Pazifik. Dieses Abkommen führt ein Verfahren zur Beilegung von Arbeitskonflikten ein und stellt einen Wendepunkt in der Beziehung der Gewerkschaft mit dem Unternehmen dar. Es dürfte im April 2001 zu einem vollen Tarifvertrag werden. Vor dem Abkommen richtete das IBBH- Büro in Melbourne ein Schreiben an die Direktoren von RHG in Malaysia und Papua- Neuguinea und teilte mit, die Gewerkschaftsanerkennung und annehmbare Arbeitsbedingungen würden sowohl das Wohlergehen der Arbeitnehmer verbessern als auch beweisen, dass Globalisierung und Sozialverantwortlichkeit vereinbar sind. In Europa waren die Wirtschaftstrends ebenfalls zu spüren. Globalisierung und Liberalisierung wirkten sich verheerend auf die osteuropäischen Länder im Übergang zur Marktwirtschaft aus und spiegelten das anhaltende Problem der Nichtzahlung der Löhne wider. In Ländern wie Russland traten zahlreiche Beschäftigte in Streik, um die Zahlung der Lohnrückstände sowie Lohnerhöhungen und Sozialreformen zu fordern. In Weißrussland und Serbien gab es ganz einfach keine Rechtsnorm, und die Gewerkschaftsrechte wurden systematisch verletzt. In Weißrußland gilt Präsident Lukaschenko nach wie vor als der Verletzer von Menschen- und Gewerkschaftsrechten in der Region. Die eingeführten Verordnungen erlegen den Gewerkschaften für die Anerkennung enorme Anforderungen auf. In der Tschechischen Republik traten seit dem Regierungswechsel einige positive Entwicklungen ein. Der Sozialdialog wurde wieder aufgenommen, und die Revision des Arbeitsrechts verzeichnete Fortschritte. In Westeuropa gab es gute Nachrichten in Großbritannien, wo das Gesetz über Beschäftigungsbeziehungen von 1999 einige seit den Achtzigerjahren aufgehobene Gewerkschaftsrechte sowie gesetzliche Rechte auf Anerkennung zur Führung von Tarifverhandlungen für repräsentative Gewerkschaften wieder hergestellt wurden. Anderswo in Westeuropa gab es kaum Veränderungen. 28 28 1998- 2001 2.3. Trendanalysen und Entwicklung einer Industriepolitik Die Industriestrukturen des IBBH entwickeln und fördern aktionsorientierte Reaktionen auf Industrieprobleme, vor denen Gewerkschaften im Baugewerbe, in der Holzindustrie, in der Forstwirtschaft und in verwandten Sektoren weltweit stehen. Es gibt zwei Ausschüsse und eine Arbeitsgruppe in der IBBH- Struktur, die sich mit Industriefragen befassen. Durch Forschungsarbeit, Umfragen, Konsultationen und Seminare machen wir uns die Erfahrung unserer Mitgliedsorganisationen zunutze, um Informationen zu sammeln und eine Politik auszuarbeiten. Zu den wichtigsten Grundsatzfragen, die auf diese Weise behandelt wurden, gehören eine nachhaltige Forstwirtschaft und Waldzertifizierung, Vertragsarbeit und Untervergabe, Privatisierung, Asbest, künstliche Mineralfasern, Trends bei der regionalen Integration und Wanderarbeitnehmer sowie Tarifverhandlungen. Die Veröffentlichungen des IBBH über Grundsatzfragen haben einen guten Ruf und sind einflussreich. 29 29 Tagungen der IBBH- Industrieausschüsse 1998 25. Mai 26. Mai IBBH- Holz- und Forstausschuss, Genf IBBH- Bauausschuss, Genf 1999 Tätigkeitsbericht 10.- 11. Februar 15.- 19. März 12.- 14. Mai 14. Mai 9.- 11. Juni 2000 22. Mai 23. Mai 19.- 21. Juni 2001 14. Mai 15. Mai 16. Mai IBBH/ AUVA/ GBH- Expertentagung über Arbeitsschutz, Wien, Österreich IBBH- Studienbesuch beim Eastside Water Reservoir Project, Südkalifornien, USA LIGNA/ interholz& IBBH- Holz- und Forstausschuss, Hannover, Deutschland IBBH- Holz- und Forstausschuss, Bad Münder, Deutschland IBBH- Arbeitsschutzseminar und-konferenz über Mineralfasern, Wien, Österreich IBBH- Holz- und Forstausschuss, Genf IBBH- Bauausschuss, Genf IBBH- Arbeitsschutzseminar und-konferenz über Holzstaub, Wien, Österreich IBBH- Arbeitsgruppe für Arbeitsschutz, Genf IBBH- Holz- und Forstausschuss, Genf IBBH- Bauausschuss, Genf Hans Raes aus Belgien führte den Vorsitz des IBBH- Bauausschusses und Marion F. Hellmann, IBBH Genf, fungierte als Sekretär. Der IBBH- Bauausschuss hat sich auf seinen Sitzungen mit etlichen Fragen befasst. Insbesondere hat er: Mitgliedsorganisationen mit Informationen über die Auswirkung der Globalisierung, neue Technologie und neue Arbeitsorganisation im Baugewerbe versorgt; ◆ Kampagnen für Mindestarbeitsnormen in öffentlichen und privaten Verträgen mittels der Durchführung des IAO- Übereinkommens Nr. 94( Arbeitsklauseln in den von Behörden abgeschlossenen Verträgen) aufgestellt; seine Industriepolitik in internationalen Organisationen und internationalen Finanzorganisationen gefördert; die Durchführung des globalen Programms des IBBH über Arbeitsklauseln gefördert; in Zusammenarbeit mit dem IBBH- Mitglied Bau- und Baumaterialarbeiterabteilung( Building and Building Material Workers Division) bei der Internationalen Transportarbeitergewerkschaft( IBT) vom 15. bis 19. März 1999 die Vereinigten Staaten besucht. Dabei ging es vor allem um neue Technologien im Baugewerbe, insbesondere die Einführung von 30 1998- 2001 Informationstechnologie über das Internet. Die Delegation besuchte das Eastside Water Reservoir Project, ein großes Staudammprojekt und Wasserspeicherreservoir in der Nähe von Hemet in Südkalifornien, das zur Wasserversorgung der 16 Millionen Menschen im Raum Los Angeles dient. Gisbert Schlemmer aus Deutschland führte den Vorsitz des IBBH- Holz- und Forstausschusses, und Marion F. Hellmann, IBBH Genf, war als Sekretär tätig. Zu den wichtigsten Tätigkeiten des Ausschusses gehörten: die Entwicklung und Förderung der Sozialherkunftsbezeichnung von Nutzholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern; die Überprüfung und Förderung seiner Industriepolitik in internationalen Organisationen wie der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO), der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft ( FAO), der Internationalen Organisation für Tropenhölzer( ITTO), der Welthandelsorganisation ( WTO) und der internationalen Finanzorganisationen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds( IWF) sowie anderen nichtstaatlichen Organisationen; die Überwachung der Durchführung des Globalen Forstprogramms des IBBH; ein Besuch bei LIGNA in Hannover, der größten Messe für Holzverarbeitungstechnologien. Dieser Besuch wurde durch die deutsche Holzarbeitergewerkschaft GHK möglich gemacht. Den Vorsitz der IBBH- Arbeitsgruppe für Arbeitsschutz führte Anton Korntheuer aus Österreich. Sekretär der Arbeitsgruppe war Marion F. Hellmann, IBBH Genf. Die IBBH- Arbeitsgruppe für Arbeitsschutz setzte ihre Arbeit nach dem 20. IBBH- Kongress fort, um die Durchführung des IBBHAktionsprogramms über Arbeitsschutz in den Regionen zu fördern. Die Arbeitsgruppe veranstaltete vielbeachtete Konferenzen über Holzstaub und Mineralfasern. Sie war an der Vorbereitung der IAOSachverständigentagung über Arbeitsschutz bei der Forstarbeit beteiligt und überwachte das Globale Arbeitsschutzprogramm. IN 31 32 Tätigkeitsbericht Arbeitsschutz in der Forstwirtschaft Im Jahre 1997 nahm der IBBH an der Entwicklung und Annahme des IAO- Verhaltenskodexes über den Arbeitsschutz bei der Forstarbeit teil. Der IBBH setzt sich auch aktiv für eine effektive Durchführung der IAO- Richtliniensammlung über den Arbeitsschutz bei der Forstarbeit auf einzelstaatlicher Ebene ein. Durch sein Globales Forstprogramm hat der IBBH bei der Umsetzung dieser Sammlung geholfen; die Bemühungen konzentrierten sich auf Entwicklung und Umsetzung von Sammlungen der einzelnen Länder auf der Grundlage der IAO- Sammlung. Schulungsseminare über Arbeitsschutz wurden in Südafrika ( SAAPAWU, SAWU, PPAWU), Simbabwe( ZFTATU und GAPWUZ), Brasilien( FNTICM) und Chile ( CTF) durchgeführt. Künstliche Mineralfasern Der IBBH, die österreichische Allgemeine Unfallversicherungsanstalt( AUVA) und die Gewerkschaft Bau- Holz( GBH) haben vom 9.- 11. Juni 1999 in Wien eine Internationale Expertentagung über künstliche Mineralfasern abgehalten, an der über 50 Personen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Kanada, Malaysia, Mauritius, Niger, Österreich, Panama, Paraguay, Russland, Schweden und den Vereinigten Staaten teilnahmen. Vertreten waren ferner die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter( EBBH) und der Nordische Bund der Bau- und Holzarbeiter( NBBH), die Internationale Föderation von Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeiter- Verbänden( ICEM), das Internationale Arbeitsamt( IAA) und das Technische Büro der Europäischen Gewerkschaften( TUTB). Die Teilnehmer erörterten neue Erfahrungen in ihren Ländern und wissenschaftliche Studien im Bereich der Fertigung und der Verwendung von künstlichen Mineralfasern sowie die geplante IAO- Richtliniensammlung über die Verwendung von Isolierwolle. Im Jahre 2000 nahm der IBBH an der Entwicklung und Annahme der Richtliniensammlung über Sicherheit bei der Verwendung von synthetischer Glasfaser- Isolier wolle( Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle) durch die IAO teil, die praktische Kontrollmaßnahmen vorsehen, damit Arbeitnehmer diesen Stoffen so wenig wie nötig ausgesetzt sind. Holzstaub Der IBBH, die österreichische Allgemeine Unfallversicherungsanstalt( AUVA) und die Gewerkschaft Bau- Holz( GBH) haben vom 19. bis 21. Juni 2000 in Brunn am Gebirge eine Expertenkonferenz veranstaltet. Rund 100 Personen nahmen teil, darunter Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern, Forschungsinstituten, internationalen Organisationen und Regierungen sowie Wissenschaftler aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Ghana, Kanada, Luxemburg, Mauritius, den Niederlanden, Niger, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und Ungarn. Vertreten waren ferner die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter ( EBBH) und der Nordische Bund der Bau- und Holzarbeiter( NBBH) sowie die Internationale Arbeitsorganisation( IAO). Teilnehmer erörterten die Gefahren von Holzstaub und wirksame Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten. 1998-2001 Internationaler Arbeitnehmergedenktag In den Jahren 1999, 2000 und 2001 bat der IBBH seine Mitgliedsorganisationen, Tätigkeiten um den Arbeitnehmergedenktag herum durchzuführen, d.h. den 28. April. Das ist ein Tag, an dem der Arbeitnehmer gedacht wird, die am Arbeitsplatz getötet oder verletzt wurden, und an dem der Kampf um sichere Arbeitsplätze erneuert wird. Der IBBH hat Kampagnenmaterial herausgegeben, und Mitgliedsorganisationen haben auf örtlicher und nationaler Ebene Veranstaltungen organisiert. Asbest Auf dem IBBH- Kongress im Dezember 1989 wurde zu einem weltweiten Verbot aller Arten von Asbest aufgerufen, und wir treten weiterhin für ein Verbot ein. Der IBBH hat auf der Tagung der IBFG/ IBS/ TUAC- Arbeitsgruppe für Arbeitsschutz und Umwelt ( Oktober 1999) die Initiative ergriffen und der Gewerkschaftsbewegung nahegelegt, sich für ein weltweites Verbot von Asbest einzusetzen. Diese gewerkschaftliche Sachverständigenberatungsgruppe für Arbeitsschutz hat dem IBFG- Exekutivausschuss in Seattle empfohlen, ein weltweites Verbot der Verwendung und des Vertriebs von Asbest zu unterstützen, was geschehen ist, und in diesem FIGHT FOR THE LIVING! Kontext fand ein Treffen von Gewerkschaften auf hoher Ebene statt, an dem auch die Generaldirektoren des IAA und der WHO teilnahmen, um eine wirkungsvolle Kampagne für ein völliges Verbot von Asbest zu fördern. Im September 2000 entsandte der IBBH eine Delegation zum Globalen Asbestkongress in Sao Paulo ( Brasilien), wo Gewerkschafter aus der ganzen Welt eine Erklärung aufsetzten, in der sie zu einer globalen Kampagne zum Verbot von Asbest und zum Schutz von Arbeitnehmern aufriefen, die Asbest ausgesetzt sind, das bereits in Gebäuden vorkommt. IAO- Übereinkommen 167 Das Übereinkommen über den Arbeitsschutz im Bauwesen, 1988( Nr. 167) wurde von der IAO zusammen mit den dazugehörigen Empfehlungen( Nr.175) angenommen. Diese beiden Urkunden enthalten die allgemeinen Verpflichtungen der Länder, die die neuesten Normen für Arbeitsschutz im Bauwesen umsetzen wollen. Sie sind auch die Grundlage für die IAO- Richtliniensammlung über den Arbeitsschutz im Bauwesen aus dem Jahre 1991. Ratifiziert wurde dieses Übereinkommen jedoch nur von sehr wenigen Ländern. Der IBBH hat für die chinesische Bauarbeitergewerkschaft CBMWU einen Workshop durchgeführt, auf dem einschlägige Ausbildung und Informationen über Arbeitsschutz und das Übereinkommen Nr. 167 gegeben wurden. Die chinesische Regierung ist dabei, das IAO- Übereinkommen 167 zu ratifizieren. Der IBBH hat vom 5. bis 7. Mai 1999 in Beijing in Zusammenarbeit mit der FES ein Seminar über Arbeitsschutz durchgeführt, an dem rund 25 Personen von CBMWU- Provinzverbänden und Gewerkschaften von großen Bauunternehmen teilnahmen. 33 Tätigkeitsbericht Forschungsarbeit Um moderne Dienstleistungen zu entwickeln und die Informationen zu liefern, die notwendig sind, um Regierungen und Arbeitgebern in einer im Umbruch befindlichen Welt entgegenzutreten, hat der IBBH seine Forschungstätigkeiten fortgesetzt. Neben spezifischen Ersuchen von Mitgliedsorganisationen um Informationsforschung wurden im Berichtszeitraum die folgenden Forschungspapiere und-publikationen erstellt: Skanska- Vom Konglomerat zum focussierten Baudienstleistungskonzern( E, F, SP, D, SW) Die wichtigsten Forstdefinitionen für Gewerkschaften( E) ◆ Globalisierungs- und Konzentrationstendenzen in der Bau- und Holzindustrie. Eine IBBHStudie( E, D, SW) HOCHTIEF AG. Vom Baukonzern zum Dienstleister- eine IBBH- Studie( E, D) Die Entwicklung von Verhaltenskodexen mit multinationalen Konzernen( E, F, SP) Die IAO und internationale Arbeitsnormen( E, F, SP) Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank( E, F, SP) Arbeitsklauseln( E, F, SP) Waldzertifizierung für Gewerkschaften( E, F, SP) BBH ⚫IFBWW FITBB IBTU FITCM → Übersicht über die Industriepolitik( E, F, SP) ♦ Sozialnormen für Forstarbeiter in der Waldzertifizierung: die Durchführung der Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation( IAO)( erhältlich in Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch) ♦ Welche Arbeit leisten Frauen in der Forstwirtschaft? ( Englisch, Französisch, Spanisch) ♦ Waldzertifizierung für Gewerkschaften( Englisch, Französisch, Spanisch) SKANSKA From a conglomerate to a focussed building services group An IFBWW study 34 1998- 2001 2.4. Gewerkschaftliche Entwicklung Bildungs- und Projektaktivitäten sollten als fester Bestandteil der langfristigen Entwicklungsstrategie des IBBH gesehen werden. Projektaktivitäten sind stets ein sehr wichtiger Teil der IBBH- Arbeit gewesen. Verstärkung der Gewerkschaften durch Bildungsprogramme Historisch ging es bei den Projekten vor allem um Bildung; in den letzten Jahren hat sich das Spektrum jedoch erweitert, und Bildung ist nur noch eine von vielen Aktivitäten. Außerdem hat sich die Art der vom IBBH durchgeführten Projekte geändert; Projekte, die sich mit einem Land/ Mitgliedsverband befassen, werden zunehmend durch globale Projekte mit einem anliegenorientierten Ansatz verdrängt. In diesem Kontext werden IBBH- Projektaktivitäten zunehmend politisch wichtig als Mittel zur Entwicklung und Durchführung der Industriepolitik. Der IBBH steckt bedeutende personelle und finanzielle Ressourcen in Projektaktivitäten. Zur Zeit kommt es im IBBH zu Haushalts- und Personalkürzungen, während Geber sich zunehmend außerstande sehen, in ihre Projekthaushalte auch Verwaltungskosten aufzunehmen: In diesem Klima müssen klare politische Prioritäten für die Verwendung von Ressourcen aufgestellt werden. Im Jahre 1999 waren IBBH- Projektaktivitäten in allen Regionen durch die Entwicklungen im Büro in Harare beeinträchtigt; so hat ein Geber vorübergehend die Überweisung aller Projektmittel eingestellt. Das Sekretariat hat auf die Probleme in Afrika rasch reagiert und neue und sehr strenge finanzielle und administrative Richtlinien für alle Projektaktivitäten aufgestellt. Dieses Vorgehen wurde von allen Gebern gewürdigt und hat dazu beigetragen, das Vertrauen in die Fähigkeit des IBBH wiederherzustellen, Projektaktivitäten auf finanziell verantwortliche Weise durchzuführen und zu verwalten. Finanzierung Die Finanzierung von Projektaktivitäten hängt von der Unterstützung einer kleinen Anzahl von institutionellen Spendern ab. Im Berichtszeitraum sind rund 90% aller Projektmittel von drei Gebern gekommen( LO/ TCO, Schweden, FNV, Niederlande und LO/ FTF, Dänemark). Diese Geber werden über staatliche Hilfsprogramme für Entwicklungsländer finanziert; es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese Mittel zurückgehen, in Schweden wird sogar mit einer Erhöhung gerechnet, da die Regierung versucht, erneut das Ziel zu erreichen, für Entwicklungshilfe 1% des BIP auszugeben. Trotz der festen Unterstützung durch diese Geber ist sich der IBBH bewusst, dass der Verlass auf drei Hauptgeber weder finanziell noch politisch die optimale Lösung ist. Der IBBH erhält auch Unterstützung von einigen Mitgliedsorganisationen: in erster Linie den europäischen Mitgliedsorganisationen im Norden( nordische Länder, Niederlande und Deutschland). Diese Art von Unterstützung ist äußerst wichtig, da sie dem IBBH ermöglicht, Mitgliedsorganisationen in Ländern zu unterstützen, wo keine staatlichen Gelder zur Verfügung stehen. Das ermöglicht dem IBBH ferner, kleine Aktivitäten in Ländern durchzuführen, die zuvor keine Unterstützung erhalten haben, zum Beispiel in den arabischen und zentralasiatischen Ländern. Solche ,, Pilotaktivitäten" führen häufig zur Entwicklung von Projekten, die von den institutionellen Gebern gefördert werden. 35 Tätigkeitsbericht Der IBBH muss für die Einbeziehung von Mitgliedsorganisationen in Geberländern in unsere Aktivitäten sorgen. In diesem Berichtszeitraum hat es eine gute Beteiligung von Gebern an Projektaktivitäten und-auswertungen gegeben. Das Sekretariat versucht, Mitgliedsorganisationen in Geberländern über alle bedeutenden Ereignisse bei den jeweiligen Projekten zu informieren: auch das Konzept, die Projektberatungsausschüsse in alle bedeutenden Projekte einzubeziehen, wird gefördert. Der IBBH erhält von der Friedrich Ebert Stiftung( FES) in Deutschland finanzielle Unterstützung für die Durchführung einer Reihe sehr wichtiger Aktivitäten. Diese Mittel werden von der FES verwaltet und sind deshalb nicht in den IBBH- Büchern aufgeführt. SKANSK B Verteilung von Mitteln 40-50% aller Projektmittel werden an die Region Asien- Pazifik vergeben und rund 20% an Lateinamerika. Aufgrund der Probleme im Afrikanischen Regionalbüro wurden die meisten Projektaktivitäten 1999 nicht durchgeführt. Im Jahre 2000 erhielt Afrika rund 12% der dem IBBH zur Verfügung stehenden Mittel. Die regionale Verteilung der Mittel beruht teilweise auf den Prioritäten der Regierungen in den Geberländern. Die für Asien- Pazifik zur Verfügung stehenden Mittel reichen gerade aus, um den gegenwärtigen Bedarf zu decken. Für Lateinamerika sollte es möglich sein, mehr Mittel aufzubringen, da Einschränkungen darauf zurückzuführen waren, dass es an der Kapazität zur Durchführung von mehr Projekten fehlte. Die Verteilung der Projektmittel für die Region Afrika hängt teilweise davon ab, dass das Vertrauen in unsere Fähigkeit zur Durchführung der Projekte wiederhergestellt wird. 36 1998- 2001 Die Mittel wurden in den Regionen wie folgt verteilt: Region Africa America/ Caribbeans 1997 1239 666 563 058 1998 1441 132 1999 816 030 525 584 666 925 2000 642 183 966 975 2001 Total % 245 750 4 384 761 20,0% 732 450 3 454 992 15,7% Asia/ Pacific 1 439 717 1 705 300 1 671 500 Balk/ Cauc/ C- Asia/ Eur 16 000 152 212 Global 401 300 436 575 12 600 393 000 2 201 887 392 841 512 074 2 377 490 9 395 894 42,8% 476 750 1 050 403 4,8% 1097 621 2 840 570 12,9% Middle East/ Arab 44 000 26 466 188 626 356 300 220 300 835 692 3,8% 3 703 741 4 287 269 3 748 681 5 072 260 5 150 361 21 962 312 100,0% Die Tabelle zeigt die Liste der Spender über einen 5 Jahreszeitraum: Geber Mitgliedsverb. BAT Kartellet 1997 37 773 115 000 1998 171 799 1999 96 300 75 374 60 500 2000 286 460 57 720 2001 107 400 60 000 Total 699 732 % 3,2% 368 594 1,7% FNV 1 078 221 1 317 771 ILO 69 000 40 000 LO- FTF 926 130 702 425 LO- N 188 000 137 000 LO- TCO 1 086 515 NBTF SASK 60 000 143 102 Total 3 703 741 1 449 578 140 773 252 549 4 287 269 1 163 851 46 000 894 000 90 730 1 069 800 70 500 257 000 3 748 681 1 264 748 1 543 750 6 368 341 29,0% 0 0 155 000 0,7% 868 300 89 900 2013 644 229 795 261 693 5 072 260 893 150 32 471 2 141 850 100 000 271 740 5 150 361 4 284 005 19,5% 538 101 7 761 387 2,5% 35,3% 601 068 2,7% 1 186 084 21 962 312 5,4% 100,0% Traditionell basierte die IBBH- Bildungsarbeit auf dem Modell einzelstaatlicher Programme oder Projekte mit einzelnen Mitgliedsorganisationen. Wachsende Nachfrage nach besserer Qualität und Leistung von Gebern und des IBBH haben neue Projektstrategien erforderlich gemacht. Projekte werden nunmehr auf drei Ebenen entwickelt, der globalen, der regionalen/ subregionalen und der nationalen/ individuellen Mitgliedsorganisationen. Die globalen Programme leisten einen spürbaren Beitrag zur gesamten Arbeit des IBBH, und die Grundsatzbeschlüsse zur Entwicklung von anliegenorientierten globalen Programmen erscheinen gerechtfertigt. Das Sekretariat hat versucht, eine Interaktion zwischen globalen Projekten und den regionalen und nationalen Projektaktivitäten herzustellen. Die globalen Programme, insbesondere das Programm über Arbeitsklauseln und das Globale Holz- und Forstprogramm, haben eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der IBBH- Politik gespielt. Das politische Profil des IBBH wurde dank dieser Projekte erheblich verbessert. Globales Arbeitsschutzprogramm Das im Mai 2000 mit der Ernennung eines Koordinators für Arbeitsschutz und Umwelt im Genfer Sekretariat eingerichtete Globale Programm will Mitgliedsorganisationen bei der Entwicklung dieses sehr wichtigen Bereiches der Gewerkschaftsarbeit helfen. Der IBBH hat eine Reihe von erfolgreichen Seminaren über Arbeitsschutz auf nationaler, subregionaler und regionaler Ebene abgehalten, um unseren Mitgliedsorganisationen bei Verbesserungen ihrer Struktur, Politik und Strategie über Arbeitsschutz und Umwelt zu helfen. Im Rahmen des Programms wurde für Projekte im Außendienst in Asien und Lateinamerika mehr Personal eingestellt. Das Projekt wird von LO/ TCO Schweden finanziert. 37 Tätigkeitsbericht Die Globalen Projekte haben ferner zur Kapazitätsentwicklung im Sekretariat und in den Regionalstrukturen sowie in den Empfängerorganisationen beigetragen; das hat zu natürlichen Nebenergebnissen geführt, so dass indirekt die Funktionsweise der Organisation als Ganzer unterstützt wird. Der IBBH trägt dafür Sorge, dass die allgemeinen Strukturen der Organisation nicht von den globalen Projekten abhängig gemacht werden. Globales Holz- und Forstprogramm Im Jahre 1997 hat der IBBH Mittel vom FNV erhalten und das Globale Forstprogramm eingerichtet. Dieses Programm sollte dafür sorgen, dass gewerkschaftliche Anliegen im Bereich der globalen Forstwirtschaft in internationale Initiativen integriert werden, um gewerkschaftliche Programme auf landesweiter Ebene zu initiieren und zu entwickeln und um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das Globale Holz- und Forstprogramm wurde für weitere zwei Jahre mit Beginn im Juli 2000 verlängert. Seit dieser Zeit hat das Programm weiteres Personal in Asien, Afrika und Lateinamerika eingestellt, um Projekte im Außendienst durchzuführen. Zu den wichtigsten Aktivitäten gehören die Ausbildung im Bereich Arbeitsschutz in Chile und Simbabwe; Forstprojekte auf Gemeindeebene in Peru, Ghana, Burkina Faso und Kenia; Programme über Frauen in der Forstwirtschaft und nationale und internationale Waldzertifizierung. Die Entwicklung größerer subregionaler Projekte hat sich als eine positive Grundsatzentscheidung erwiesen. Empfängerorganisationen werden von der schweren Belastung der Projektverwaltung befreit und können sich stärker auf die Durchführung des Projekts konzentrieren und besser die erforderliche Nacharbeit vornehmen. Längerfristig dürfte dies die Projektqualität verbessern und messbarere Ergebnisse hervorbringen. Der IBBH profitiert auch von der Präsenz von subregionalen Koordinatoren, die die Organisation auf vielfache Art vertreten können. Die Struktur der subregionalen Projektkoordinatoren beruht auf Projektfinanzierung und muss deshalb als etwas gesehen werden, was nur vorübergehend für die Zeitdauer des Projekts existiert. Unterstützungsprogramm für die arabischen Länder Als Folge der gegenwärtigen Entwicklungen in den arabischen Ländern hat der IBBH beschlossen, ein systematisches Unterstützungsprogramm für Gewerkschaften im Bau- und Holzsektor in den arabischen Ländern zu starten. Die Situation der Gewerkschaftsrechte und-freiheiten ist in den arabischen Ländern schwierig. Die Verletzung von Gewerkschaftsrechten, die Missachtung von IAO- Normen, der Verlass auf Regierungen oder politische Parteien, Zersplitterung und oberflächliche Demokratie sind in mehreren Ländern wie Marokko, Palästina, Libanon, Jemen usw. weit verbreitet. Die Lösung der Probleme der Wanderarbeitnehmer in den arabischen Ländern ( insbesondere in Kuwait und Jordanien) ist ebenfalls dringend. Das Projekt begann im Juli 1999 und wird bis Juni 2002 in fünf arabischen Ländern weitergehen, nämlich Ägypten, Jordanien, Libanon, Palästina und Jemen. Das Projektbüro befindet sich in Beirut. Das Projekt kommt Gewerkschaften im Bau- und Holzsektor in den arabischen Ländern zugute. Das Projekt wird von der niederländischen FNV finanziert. 38 1998- 2001 Der IBBH hat ferner Projekte mit einzelnen Mitgliedsorganisationen oder Gruppen von Mitgliedsorganisationen auf Landesebene entwickelt. Diese Projekte sind notwendig in Ländern, wo spezifische Probleme bestehen oder wo es keine natürlichen subregionalen Partner gibt. Ein allgemeines Problem bei der Durchführung eines Projekts dieser Art ist der Mangel an Kapazitäten in den jeweiligen Gewerkschaften. Dieses Problem ist mit den Gebern erörtert worden, und es wächst die Erkenntnis, dass die erforderliche Kapazität zur Verfügung gestellt werden muss, bevor mit der Durchführung von Projekten begonnen werden kann. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass in den Fällen, wo die Kapazität vorhanden ist, wie in Ghana und den Philippinen, mit Unterstützung solcher Projekte sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Jede Projektaktivität sollte als kleiner Stein auf dem Weg gesehen werden, um die im IBBHAktionsprogramm festgelegten Ziele zu erreichen. Die im Berichtszeitraum unternommenen Projektaktivitäten waren im Allgemeinen erfolgreich und haben dazu beigetragen, das Bewusstsein der Gewerkschaften von den internationalen Aspekten der Kämpfe zu entwickeln, vor denen sie auf örtlicher Ebene stehen. Es muss jedoch verstanden werden, dass sich viele Gewerkschaften mit grundlegenden Fragen wie der Zahlung von Löhnen zu befassen haben und ihnen dies oft wenig Energie lässt, sich mit Anliegen globaler Art zu befassen. IBBH- Projekte müssen deshalb so konzipiert werden, dass den unmittelbaren Bedürfnissen der Gewerkschaft gedient st, ohne dass die langfristige und globale Perspektive verloren geht. Die globalen anliegenorientierten Projekte sind vermutlich zum wichtigsten Instrument für die Ausarbeitung einer Grundsatzpolitik im IBBH geworden. Aus den Berichten über diese Projekte wird deutlich, in welchem Maße die IBBH- Politik in einer relativ kurzen Zeit entwickelt wurde. Hier ist sehr wichtig festzustellen, dass die globalen Projekte den Industrieausschüssen Bericht erstatten und so dafür sorgen, dass eine grundsatzpolitische Diskussion stattfindet. 39 Tätigkeitsbericht Jedes Jahr profitieren über 100 Mitgliedsorganisationen direkt von Projektaktivitäten. Mitgliedsorganisationen haben Engagement für das Projekt bewiesen und unternehmen ernsthafte Versuche, Eigenständigkeit zu entwickeln. In einigen Fällen haben die Mitgliedsorganisationen nicht wie erwartet gearbeitet, so dass die Projekte nicht erfolgreich durchgeführt wurden. Durch die Entwicklung der gewerkschaftlichen Kapazitäten und die Unterstützung von Organisierungskampagnen konnte der IBBH viele Mitgliedsorganisationen auf ein Niveau bringen, wo sie ihre Organisationen ohne weitere Unterstützung von außen entwickeln können. Der Aufbau von Kapazitäten ist jedoch kostspielig und erfordert ein hohes Maß an Investitionen in menschliche Ressourcen. Das Sekretariat ermutigt Mitgliedsorganisationen, die Projekte mit der notwendigen Unterstützung des regionalen Bildungspersonals selbst festzulegen. Dieser Prozess gilt als sehr wichtiger Teil des Aufbaus von Eigenständigkeit und von politischen Kapazitäten in den Partnerorganisationen. Organisierung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Projektaktivitäten. Bei manchen Projekten, wo Zahlen vorliegen( im französischsprachigen Afrika und in den Philippinen), ist die Zunahme der Mitgliederzahlen bedeutend. Aufgrund der Deregulierung der Arbeitsmärkte ist ein großer Teil der potentiellen Mitglieder aus dem formellen in den informellen Sektor gewechselt. Bei Organisierungssstrategien muss das in Betracht gezogen werden; doch auch wenn man sich auf den informellen Sektor konzentriert, sollte der häufig besser zugängliche formelle Sektor nicht vernachlässigt werden. Einige Amtsträger/ Mitglieder, die im Rahmen unserer Programme ausgebildet wurden und Qualifikationen erworben haben, sind den Gewerkschaften verloren gegangen, weil sie besser bezahlte Arbeitsplätze gefunden haben, häufig im Privatsektor. Das lässt sich nicht vermeiden, doch ein besserer Anwerbungsprozess könnte die Situation verbessern. Bei Gewerkschaften wächst die Erkenntnis, dass sie auf internationaler und sektorübergreifender Ebene zusammenarbeiten müssen. Schritte zu dieser Art von Zusammenarbeit werden durch den IBFG- FTU- Projektausschuss unternommen, und einige IBS arbeiten bei Projektaktivitäten zusammen. Bei den Globalen Projekten des IBBH gibt es eine gute Zusammenarbeit mit anderen IBS und befreundeten Organisationen. Bei landesweiten und subregionalen Projektaktivitäten ließe sich die Zusammenarbeit verbessern. Ende 1999 einigten sich die wichtigsten Geberorganisationen( LO/ TCO, Schweden; FNV, Niederlande; LO/ FTF, Dänemark und SASK, Finnland) auf eine Reihe von Richtlinien für die Konzeption, Durchführung und Verwaltung von Projekten. Diese Richtlinien unterstreichen insbesondere die Bedeutung von Leistung und Qualität. Das Sekretariat hat beschlossen, mit Beginn vom 1. Mai 2000 diese Richtlinien auf alle Projekte anzuwenden. Sie sehen einen einheitlicheren Ansatz zur Verwaltung der Projekte vor und führen den ,, Logischen Rahmenansatz" auf allen Ebenen der Projektverwaltung und-durchführung ein. Das Sekretariat betrachtet die neuen Richtlinien nicht als bürokratische Belastung, sondern als Instrument zur Verbesserung der Qualität unserer Projekte. 40 1998-2001 Weg nach vorn Die Qualität der Projekte muss auf allen Ebenen verbessert werden. Die Geber und unsere Mitgliedsorganisationen investieren viel Geld in die Projekte und wollen Ergebnisse sehen. Die weitere Projektunterstützung sollte von der Leistung der Gewerkschaft abhängen, und nur solche Organisationen sollten weitere Projektunterstützung erhalten, die diese dazu verwenden, langfristig Eigenständigkeit zu erreichen. Zu diesem Zweck zielen die IBBH- Projekte darauf ab, relevante und moderne Strukturen zu schaffen, die den Gewerkschaften die Fähigkeit geben, neue Herausforderungen und Probleme anzunehmen und zu überwinden. Das soll durch Projekte geschehen, die dazu beitragen, H die Führungs-, Verwaltungs- und Organisationskapazitäten der Gewerkschaften zu verbessern; die Mitwirkung von Jugendlichen und Frauen an Gewerkschaftsaktivitäten auf allen Ebenen zu verstärken; ✰ die gewerkschaftliche Zusammenarbeit und Solidarität auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene zu verbessern und die öffentliche Wahrnehmung von der positiven Rolle und weiteren Relevanz der Gewerkschaftsbewegung in der modernen Gesellschaft zu verbessern. Diesbezüglich hat der IBBH Projekte durchgeführt, die Wissen und Bewusstsein von Anliegen wie Arbeitsschutz, IAO- Übereinkommen, Rahmenabkommen, Waldzertifizierung, Arbeitsklauseln und Informationstechnologie fördern und auch traditionelle Anliegen wie gewerkschaftliche Verwaltung und Finanzen, Organisierung und Anwerbung, Behandlung von Beschwerden und Tarifverhandlungen nicht vernachlässigen. Um sicherzustellen, dass diese Projekte wirklich angemessen und für die besonderen Bedürfnisse und Probleme jeder Gewerkschaft relevant sind, hat der IBBH die Projekte durch einen gemeinsamen und partizipativen Ansatz mit den Gewerkschaften konzipiert und entwickelt. Bei Projekten, die wenig erreicht haben, hat der IBBH wichtige Probleme festgestellt, darunter: mangelndes Engagement der Gewerkschaften für das Projekt; ✰ Nichteinhaltung von Vereinbarungen über Projektdurchführung, Berichterstattung und Rechnungslegungsrichtlinien und-verfahren; und ✰ Schwächen bei der Projektkonzeption und-verwaltung. Der IBBH hat Überwachungs- und Auswertungssysteme eingerichtet, die dazu beitragen, Probleme festzustellen, die Fortschritte bei Projekten behindern, und die es dem IBBH ermöglichen, gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen nach Wegen zu suchen, um sich rasch mit diesen Problemen zu befassen. Das wird dazu beitragen, dass die zunehmend begrenzten Mittel für Projekte nicht verschwendet werden. Der IBBH hat auch erkannt, wie wichtig es ist, fähige örtliche Projektkoordinatoren zu haben, um den allgemeinen Erfolg der Projekte sicherzustellen. 41 Tätigkeitsbericht 2.5. Unterstützung besonderer Zielgruppen Seit mehreren Jahren misst der IBBH den Bedürfnissen und Prioritäten von weiblichen Arbeitnehmern, dem Problem der Kinderarbeit und jungen Arbeitnehmern im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft zunehmende Bedeutung bei. Förderung von Frauenrechten Der IBBH hat weiterhin seine Bemühungen um die Vertretung von Frauen in unseren Sektoren konsolidiert. Seit 1997 hat der IBBH verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Interessen von Frauen, die fast 20% unserer Mitgliedschaft weltweit ausmachen, zu schützen und zu fördern. Mitgliedsorganisationen arbeiten daran, auf ihren eigenen Kongressen die Entschließung des IBBH über eine Liste von Verhandlungsthemen für Gleichstellung und die IBBH- Charta über Frauenfördermaßnahmen als fortlaufenden Prozess anzunehmen. Es wurden und werden weiterhin erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Liste von Verhandlungsthemen bekannt zu machen, damit Mitgliedsorganisationen sie in ihren eigenen Entscheidungsbildungsforen annehmen können. In Afrika, Asien- Pazifik und Lateinamerika wurden Poster und Broschüren erstellt, in denen die wichtigsten in der Entschließung enthaltenen Anliegen geschildert werden. Aktionsprogramm für Gleichstellungsfragen 1997- 2001 ( im September 1997 in Harare angenommen) Alle Mitgliedsorganisationen zu ermuntern, auf ihrem eigenen Kongress die IBBHEntschließung über eine Verhandlungsliste für Gleichstellung und die IBBH- Charta über Frauenfördermaßnahmen anzunehmen; Alle Mitgliedsorganisationen zu ermutigen, Frauenausschüsse einzusetzen, die mit der Behandlung von Anliegen beauftragt sind, die in der IBBH- Kongressentschließung behandelt werden; Regionale Unterausschüsse für Frauen und einen internationalen Frauenausschuss einzusetzen; Die Mitgliedsorganisationen mit hohem Frauenanteil zu ermutigen, örtliche Ausbildungslehrgänge und-veranstaltungen für weibliche Mitglieder durchzuführen; Eine Reihe regionaler Ausbildungsseminare, die das Bewusstsein über Geschlechterfragen erhöhen, für das regionale IBBH- Personal und die nationalen Bildungsfunktionäre und Frauenbeauftragten durchzuführen, gefolgt von nationalen Bildungsseminaren in ausgewählten Ländern, in denen die Mitgliedsorganisationen eine beträchtliche weibliche Mitgliedschaft haben; Eine Reihe von Pilotprojekten über die gewerkschaftliche Organisierung von Frauen im informellen Sektor, die Bereitstellung einkommenswirksamer Programme für weibliche Beschäftigte oder von Diensten wie Kinderbetreuungsstätten und Gemeindezentren durchzuführen; Ein Forschungsprogramm über die Arbeitsbedingungen in ausgewählten Ländern durchzuführen, gefolgt von einer internationalen Kampagne am 8. März einschließlich der Ausarbeitung von Bildungs- und Aufklärungsmaterial; Vor dem nächsten IBBH- Kongress eine Reihe regionaler Bewertungsseminare und eine internationale Frauenkonferenz abzuhalten. 42 1998-2001 In Afrika, Asien- Pazifik und Lateinamerika wurden regionale Frauenausschüsse eingerichtet. Frauenausschüsse wurden auch auf nationaler und Arbeitsplatzebene geschaffen. Diese Ausschüsse haben den Auftrag, Frauen zu mobilisieren und zu motivieren, in Gewerkschaften mitzuwirken und gleichzeitig die Gewerkschaftsführung zu drängen, ein für Frauen günstiges Umfeld zu schaffen. Im Jahre 1998 richtete der IBBH- Gesamtvorstand den Internationalen Frauenausschuss ein und billigte, dass deren Vorsitzende in allen anderen Satzungsorganen des IBBH vertreten ist. Das gleiche gilt auf regionaler Ebene, wo die Vorsitzende des regionalen Frauenausschusses automatisch auch den Regionalorganen angehört. Der Internationale Frauenausschuss und die regionalen Frauenausschüsse treten mindestens einmal im Jahr zusammen, um Fortschritte zu beurteilen und die Organisation zu künftigen Schritten zu beraten. PETITER SEMINARIO TALLER DE CAPACITACION PARA MUJERES SOBRE DERECHOS HUMANOS, SINDICALES 55CM AY 200 In Afrika, Asien- Pazifik und Lateinamerika/ Karibik fanden regionale Workshops über die Erhöhung des Bewusstseins über Geschlechterfragen bei regionalem IBBH- Personal und bei Bildungs- und Frauenbeauftragten von Gewerkschaften statt, mit denen Projekte durchgeführt wurden. Im gleichen Zeitraum fanden in allen drei Regionen viele Workshops über die Erhöhung des Bewusstseins über Geschlechterfragen statt. Mitgliedsorganisationen haben entsprechende Initiativen bis hin zu den Betrieben ergriffen. In Lateinamerika und der Karibik wurden Aktivitäten vor allem im Rahmen des Gewerkschaftsund Menschenrechtsprogramms durchgeführt, das ein Subprogramm für Frauen enthielt. Dadurch sollte Frauen geholfen werden, ihre Forderungen und Bedürfnisse zu definieren und Strategien zur Verstärkung ihrer Vertretung auf Gewerkschaftsebene vorzuschlagen. 43 Tätigkeitsbericht In Asien gab es ein sehr lohnendes Projekt zur Organisierung von Frauen mit einem Schwerpunkt auf dem informellen Sektor, in dessen Rahmen auch Programme zur Bekämpfung der Kinderarbeit durchgeführt wurden. In Afrika organisieren einige Mitgliedsorganisationen bereits den informellen Sektor, und wo möglich wurde Unterstützung gewährt. In Asien wurden ferner Kinderkrippen für Frauen in Indien und Schulen für Kinderarbeiter eingerichtet. Es wird damit gerechnet, dass Afrika den gleichen Weg einschlagen wird wie Asien und Pazifik, wo Schulen für Kinderarbeiter als Weg zur Organisierung von Frauen in der Industrie genutzt werden. In einigen Ländern wurden Untersuchungen über die Arbeitsbedingungen von Frauen im Baugewerbe, in der Holzindustrie und in der Forstwirtschaft durchgeführt, darunter in Afrika in Ghana, Malawi, Südafrika, Togo, Sambia und Simbabwe, in Asien in Indonesien, Thailand und Indien und in Lateinamerika in Brasilien. Durch verbale und schriftliche Interaktion wurden Informationen über die Situation von Frauen in unseren Sektoren gesammelt. Diese Informationen werden nun genutzt, um die dringendsten Anliegen in Angriff zu nehmen. Bei der Auswertung der Fortschritte beim Programm 1997- 2001 ist deutlich geworden, dass in den letzten Jahren zwar viel erreicht worden ist, aber noch ein weiter Weg zurückzulegen ist. Wir können stolz sein auf die Verbesserungen, die wir im Leben von erwerbstätigen Frauen erzielt haben, und wir müssen dies als Grundlage für weitere Aktivitäten nutzen. Das Globale Frauenprojekt hat es Frauen in Asien ermöglicht, sich durch Bildungsprogramme mit Anliegen wie Verhandlungen für Gleichstellung, sexueller Belästigung und Diskriminierung von Frauen zu befassen. Das hat zur Formulierung, Billigung und Annahme einer Politik geführt. Die IBBH- Regionalpolitik und Richtlinien für die Beteiligung von Frauen Strategien zur Anwerbung von Frauen im informellen Sektor sollen als Unterlage auf dem Weltkongress 2001 in Kopenhagen verwendet werden Die Vorgehensweise in Bezug auf sexuelle Belästigung wurde angenommen und ist im Rahmen aller Aktivitäten in Asien- Pazifik verteilt worden. Im Rahmen des Globalen Frauenprojektes wurden von zwei unserer Mitgliedsorganisationen im Baugewerbe in Tamil Nadu- TMKTS und AIKTMS- zwei Kinderkrippen in Chennai ( Indien) für erwerbstätige Mütter im Baugewerbe eingerichtet, die zu einem Brennpunkt für die Organisierung von erwerbstätigen Frauen in diesen Gebieten geworden sind. Diese Kinderkrippen sind voll in Betrieb, und 105 Kinder werden dort betreut- in der ersten sind 50 Kinder, 32 Mädchen und 18 Jungen, in der zweiten 55 Kinder, 30 Jungen und 25 Mädchen im Alter von zwei bis vier Jahren. Sie sind von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Die Kinderkrippe war ein ausgezeichnetes Instrument zur Organisierung von erwerbstätigen Frauen im Baugewerbe in Tamil Nadu. 44 1998- 2001 Bekämpfung der Kinderarbeit Von den Holzkohlebergwerken in Brasilien bis zu Ziegelbrennereien in Indien werden Millionen von Kindern ihrer wichtigsten Entwicklungsjahre beraubt. Die Globalisierung macht es möglich, in kurzer Zeit riesige Profite zu erzielen, so dass skrupellose Unternehmer und Arbeitgeber die billigste Form der Arbeit heranziehen und Fertigungskosten überall senken, selbst auf die Gefahr hin, das Leben der Arbeitnehmer zu gefährden. Gewerkschaften müssen sich des Ausmasses und der Form des Problems der Kinderarbeit bewusst sein. Die wirtschaftlichen Interessen sind so groß, dass jegliche Kampagne die uneingeschränkte Unterstützung von Regierungen und Finanzinstitutionen, des Internationalen Währungsfonds ( IWF) und der Weltbank erfordert. Jegliche Lösung liegt in Aktionen, die unternommen werden können, um die Armut in der Welt zu lindern und für eine ausgewogenere Verteilung der Vorteile des Welthandels zu sorgen. Die IBBH- Kampagne ist eng mit dem Bemühen des IBBH verbunden, eine soziale Dimension der Globalisierung zu schaffen. Die internationale Gewerkschaftsbewegung darf nicht verzagt sein, wenn so viel auf dem Spiel steht. Der IBBH setzt sich nachdrücklich für eine völlige Abschaffung der Kinderarbeit ein, Der IBBH und seine Mitgliedsorganisationen in Indien haben auf dem 20. IBBH- Kongress im Dezember 1997 in Harare eine Entschließung angenommen, in der sie sich nachdrücklich zur Bekämpfung der Kinderarbeit verpflichten. Der IBBH hat sich darum bemüht, dass dies von den IBBH- Industrien selbst initiiert wird- wo Kinderarbeit in den Ziegelbrennereien, im Baugewerbe, beim Steineklopfen und in Steinbrüchen weit verbreitet ist. Im Jahre 1995 hatte IAO- IPEC in Indien ein einjähriges Projekt initiiert, Schulen für Kinderarbeit einzurichten und auf diese Weise zu erreichen, LOJAL GLOBAL MARCH AGAINST CHILD LABOUR PHILIPPI GLOBAL MARCH MARCH AGAINST CHILD AGALIST CHID LABOUR LABU GLOBAL MARCH Against Child Lab PHILIP dass Kinder nicht mehr arbeiten, sondern zur Schule gehen. Dieses Projekt wird nur ein Jahr lang finanziert. 1997 erhielt der IBBH dann Unterstützung von Bat Kartel, um das IAO- IPEC- Projekt zur Bekämpfung der Kinderarbeit und zur Förderung des Schulbesuches in den nächsten 6 Jahren fortzusetzen. Das war eine große Gelegenheit, die den IBBH in die Lage versetzte, mit zwei seiner Mitgliedsorganisationen im Pandschab eine Schule und in Agra zwei Schulen einzurichten. Im gleichen Jahr erhielt der IBBH weitere Unterstützung für ein von CFMEU Australien finanziertes Projekt zur Einrichtung von weiteren drei Schulen- in Agra, im Pandschab und in Bihar. Die Schulen in Bihar sind das einzige Internat. 1998 billigte der FNV ein Pilotprojekt zur Einrichtung von weiteren neun Schulen, allerdings nur im Bereich der Ziegelbrennereien- drei im Pandschab, drei in Uttar Pradesh und drei in Bihar. Zur Zeit betreibt der IBBH insgesamt 15 Schulen mit drei seiner Mitgliedsorganisationen, Uttar Pradesh Gramin Kissan Mazdoor( UPGKMS) in Uttar Pradesh, Bhata Mazdoor Sabha( BMS) im Pandschab und Hind Khet Mazdoor Panchayat( HKMP) Bihar. In diesen Schulen werden insgesamt 1.294 Kinder unterrichtet( 810 männliche und 484 weibliche). 45 Tätigkeitsbericht Organisierung junger Arbeitnehmer Der IBBH und seine Mitgliedsorganisationen haben ihre Bemühungen um die Organisierung von Aktivitäten für junge Arbeitnehmer verstärkt. Um junge Menschen zum Beitritt zu einer Gewerkschaft anzuregen, ist die Entwicklung von Jugendprogrammen, die Alter und Bedürfnisse junger Menschen berücksichtigen, von wesentlicher Bedeutung. Eine Reihe von jungen Delegierten, die im September 2000 am Workshop über strategische Planung in Manila teilgenommen haben, beschlossen, einen Jugendausschuss für Asien/ Pazifik einzurichten. Sie nannten diesen Ausschuss " IFBWW youth.com". Die Einrichtung dieses Jugendausschusses wurde vom Regionalausschuss gebilligt und dann vom Geschäftsführenden Vorstand im November 2000 angenommen. Der dreiköpfige Ausschuss wird nunmehr mit dem Regionalbüro in Kuala Lumpur arbeiten: um Jugendanliegen in die gewerkschaftliche Bildungsarbeit zu integrieren um kreative Wege zur Organisierung junger Arbeitnehmer zu finden um Programme zur Hebung des Bewusstseins von Jugendlichen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene durchzuführen. 46 Man könnte die Jugendarbeit fast aller IBBH- Mitgliedsorganisationen als Achterbahn bezeichnen: Manchmal geht sie rasch, manchmal langsam. Viele Anstrengungen wurden unternommen und Mittel eingesetzt, und manchmal erzielen wir sehr gute Ergebnisse. 1998- 2001 2.6. Informationsdienste FaxNews- und ihr Nachfolger, IFBWW News- waren die wichtigsten Medien zur Verbreitung von Informationen über Aktivitäten des IBBH und seiner Mitgliedsorganisationen. Fast 70 Ausgaben von FaxNews wurden zwischen Oktober 1997 und Dezember 2000 herausgegeben. Insgesamt wurden rund 500-600 Informationen verbreitet. Die FaxNews haben über die Verletzung von Gewerkschafts- und Menschenrechten und über Aktionen des IBBH und der internationalen Gewerkschaftsbewegung zur Verteidigung der betreffenden Arbeitnehmer berichtet. FaxNews wurde Mitgliedsorganisationen, Gebern, befreundeten Organisationen und Mitgliedern der internationalen Gewerkschaftsbewegung zur Verfügung gestellt. Seit Juli 1999 wurden die FaxNews regelmäßig vom Lateinamerikanischen Regionalbüro des IBBH ins Spanische übersetzt. Unlängst wurden die FaxNews ins Arabische und Französische übersetzt. Seit Anfang 2001 wurden die FaxNews durch die IFBWW ersetzt, und der Chefredakteur hat gewechselt. Ein weiteres Format zur Verbreitung einzelner IBBH- Informationen war die Press Release, die im Berichtszeitraum rund zehnmal erschienen ist. Sie hat einem größeren Leserkreis eine umfassendere Beschreibung eines bestimmten Ereignisses oder einer Entwicklung in IBBH- Sektoren vermittelt. Die IBBH- Website besteht seit Frühjahr 1997. Auf dem 20. Kongress wurde sie bereits mit täglichen Informationen und Unterlagen vom Kongress aktualisiert. Seitdem die IBBH- Website online ist, wurde eine umfassende Cyberkampagne durchgeführt, um sie in weiteren Kreisen bekannt zu machen. Um die Dienste für Mitgliedsorganistaionen zu verbessern, arbeitet der IBBH nunmehr an einer neuen interaktiven Website. In Einklang mit der IBBH- Satzung haben sich die IBBH- Informationsdienste im Berichtszeitraum weiterhin vor allem mit der Verteidigung der Gewerkschafts- und sonstigen Menschenrechte befasst. Der IBBH hat Arbeitnehmer verteidigt durch Aufrufe zu Dringlichkeitsaktionen- wenn es zu bedeutenden Verletzungen von Rechten gekommen ist- und Solidaritätsaufrufe- zur Unterstützung von Mitgliedsorganisationen, die an einem Konflikt beteiligt waren, der auf nationaler Ebene schwer zu lösen war. Aufrufe wurden unverzüglich über die IBBH- Website verbreitet, und im letzten Jahr wurden Verbindungen zu den Aktionen und Aufrufen auf den Websites Global Union und Labour Start hergestellt, was die Verletzungen von Gewerkschaftsrechten einer weitaus größeren Anzahl von Menschen bekannt gemacht hat. Das Bulletin ,, bau und holz" gibt es seit Ende 1998 nicht mehr. Aufgrund der hohen Produktionskosten und der zunehmenden Beliebtheit der elektronischen Publikationen wurde die Einstellung dieser Publikation beschlossen. Ihr Inhalt wird seither durch die FaxNews und im Web verbreitet. Im Januar 2001 begann der IBBH das IT- Projekt" Bridging the Digital Gap. Providing Information and Communications Technology to the trade union movement in developing countries". Das Projekt soll in seiner Pilotphase zwei Jahre und in seiner globalen Phase fünf Jahre dauern. Es wird von LO- TCO, Schweden, finanziert. 47 Tätigkeitsbericht 3. Struktur, Finanzen und Büros des IBBH Die Mitgliedschaft im IBBH steht allen freien und demokratischen Gewerkschaften im Baugewerbe, in der Holzindustrie, in der Forstwirtschaft und verwandten Sektoren offen, die die IBBH- Satzung zu beachten bereit sind. Durch neue Satzungen für unsere Regionalstrukturen wurde die Mitwirkung von Gewerkschaften und der Einfluss der Regionen im IBBH verstärkt. Die Gewerkschaften aus Entwicklungsländern haben jetzt eine stärkere Stimme. Der Gesamtvorstand und der Geschäftsführende Vorstand des IBBH wurden ebenfalls erweitert, um dies zu erreichen und den vielen neuen Mitgliedsorganisationen eine angemessene Vertretung zu ermöglichen. Die höchste Instanz des IBBH ist der Kongress, der alle vier Jahre stattfindet und an dem Delegierte von Mitgliedsorganisationen teilnehmen. Der Kongress ist das wichtigste Beschlussfassungsorgan und legt die Prioritäten und Aktionsprogramme für die Organisation für die nächste Vierjahresperiode fest. Der bisher letzte Kongress, der 20., fand im September 1977 in Harare ( Simbabwe) statt. Eine der wichtigsten Aufgaben des Kongresses ist es, den Gesamtvorstand zu wählen, der für die Tätigkeit der Organisation zwischen zwei Kongressen verantwortlich ist, die Politik umsetzt und die Aktionsprogramme durchführt. Mitglieder werden von den Mitgliedsorganisationen auf regionaler Basis gewählt, um sicherzustellen, dass alle Teile der Welt vertreten sind. Der Gesamtvorstand tritt mindestens einmal im Jahr zusammen. Der Gesamtvorstand ernennt einen Geschäftsführenden Vorstand; dieser ist für die Verwaltung der regelmäßigen Tätigkeiten sowie die Finanzverwaltung der Organisation verantwortlich. Seine Finanzmittel erhält der IBBH in Form von jährlichen Mitgliedsbeiträgen der Mitgliedsorganisationen. Tagungen des Gesamtvorstands 28. 29. Mai 1998 Genf - 20. 21. Mai 1999 Genf 25. 26. Mai 2000 Genf Satzungsmäßige Tagungen im Berichtszeitraum: Tagungen des Präsidiums 21. Januar 2000 5. Oktober 2000 29. März 2001 Berlin Amsterdam Berlin 3. September 2001 Kopenhagen Tagungen des Geschäftsführenden Vorstands Tagungen des Kontrollausschusses 27. Mai 1998 Genf 26.- 27. März 1998 Genf 19. November 1998 Genf 26. März 1999 Genf 19. Mai 1999 Genf 13. April 2000 Genf 21. Oktober 1999 Berlin 19.- 20. April 2001 Genf 24. Mai 2000 Genf 2.- 3. November 2000 Genf 17.- 18. Mai 2001 Genf 3. September 2001 Kopenhagen 48 1998- 2001 Für Afrika, Asien und Pazifik, Lateinamerika und Karibik sowie Europa gibt es Regionalstrukturen. Diese Strukturen schützen die Interessen des IBBH und seiner Mitgliedsorganisationen und setzen Grundsatzbeschlüsse in den Regionen um. Die Büros für Asien/ Pazifik arbeiten zur Zeit für 88 Mitgliedsorganisationen in 24 Ländern in der Region mit einer Gesamtmitgliederzahl von rund 2 Millionen. In den letzten vier Jahren ist die Zahl der Mitgliedsorganisationen gestiegen. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sind jedoch nicht in entsprechendem Maße gestiegen, sondern sogar gesunken. Um der höheren Mitgliederzahl bessere Dienste zu leisten und die Ziele und Prioritäten des IBBH in der Region besser zu erreichen, hat das Regionalbüro mehr Personal eingestellt. Das subregionale Büro in Delhi wurde unlängst umstrukturiert, um dem zunehmenden Bedarf der Mitgliedsorganisationen in der Subregion gerecht zu werden. Die 6. IBBH- Regionalkonferenz für Asien/ Pazifik fand am 29. und 30. Oktober 1999 in Agra( Indien) statt. 125 Delegierte, die 74 Mitgliedsorganisationen aus 18 Ländern vertraten, nahmen an der Konferenz teil. Diese Konferenz war die bisher repräsentativste aller regionalen Konferenzen. Die Konferenz wählte einen zehnköpfigen Regionalausschuss mit 10 ersten Stellvertretern und 10 zweiten Stellvertretern. Die Regionalkonferenz nahm die Empfehlungen des regionalen Frauenseminars und des Frauenausschusses an. Die 20. Tagung des Regionalausschusses fand am 3. und 4. Dezember 1998 im Federal Hotel in Kuala Lumpur( Malaysia) statt. Die 21. Tagung des Regionalausschusses fand am 28. Oktober 1999 im Clarks Shiraz Hotel in Agra( Indien) statt. Die 22. Tagung des Regionalausschusses fand im Holiday Inn, Manila( Philippinen) statt. Obwohl die Mitgliederzahl des IBBH in den letzten vier Jahren weiter gestiegen ist, ist die Mitgliederzahl, für die Mitgliedsbeiträge gezahlt wird, in der Region Afrika zurückgegangen. Auf dem Weltkongress von 1997 hatte die Region Afrika eine Mitgliederzahl von 700.000 in 55 Gewerkschaften in 34 Ländern. In den letzten vier Jahren ist die Mitgliederzahl auf 757.871 in 68 Mitgliedsorganisationen in 37 Ländern gestiegen; die Mitgliederzahl, für die Mitgliedsbeiträge gezahlt wird, war im Dezember 2000 jedoch auf 73.449 gesunken. Der Grund dafür sind die Auswirkungen der Strukturanpassungsprogramme, die inzwischen deutlich zu erkennen sind, nachdem Tausende von Gewerkschaftsmitgliedern ihren Arbeitsplatz im formellen Sektor verloren haben, was auch die finanzielle Lage der Gewerkschaften beeinträchtigt hat. Im Berichtszeitraum haben viele Gewerkschaften finanzielle Schwierigkeiten erlebt, und eine bedeutende Anzahl von Gewerkschaften können ihre Beiträge nicht mehr zahlen und ersuchen um Befreiungen. Die AFRECO- Konferenz und damit zusammenhängende Tagungen fanden vom 18. bis 25. August 2000 in Nairobi( Kenia) statt. H Der Regionalausschuss für Afrika wurde beauftragt, Anliegen zu untersuchen, die sich auf Gewerkschaften in der Region Afrika auswirken, und für den 21. IBBH- Kongress im September 2001 zu planen und Beiträge zu leisten. Strukturelle Veränderungen in den IBBH- Industrien in Europa haben sich auch auf die Gewerkschaftsstrukturen ausgewirkt. Die Privatisierung der Industrien nähert sich ihrem Abschluss; das war ein sehr schmerzlicher Prozess, und Tausende von Personen verloren ihre Arbeitsplätze und die 49 Tätigkeitsbericht von den staatlichen Unternehmen gebotene soziale und Arbeitsplatzsicherheit. In den ehemaligen sozialistischen Ländern wurden die großen staatlichen Unternehmen in viele kleinere private Einheiten aufgeteilt. Die meisten Gewerkschaften haben ihre Strukturen erst spät den neuen Gegebenheiten angepasst. In Westeuropa, wo es in den IBBH- Sektoren Tausende von Kleinunternehmen mit 5 bis 15 Beschäftigten gab, lassen sich die entgegengesetzten Trends beobachten. Auf ihrer Suche nach der Maximierung ihrer Profite nehmen multinationale Konzerne nunmehr auch kleine Aufträge an, so dass die kleinen und lokalen Unternehmen untergehen. Aufgrund der strukturellen Veränderungen und der sinkenden Mitgliederzahlen haben sich Gewerkschaften auf landesweiter Ebene zusammengeschlossen. Das öffentliche Image von Gewerkschaften hat sich geändert und ist negativer geworden. In vielen westeuropäischen Ländern schlossen sich die Mitglieder früher fast automatisch Gewerkschaften an. Das hat sich inzwischen geändert, und die Gewerkschaften müssen ihre Organisierungsarbeit häufig wieder in einem feindseligen Umfeld leisten. Der IBBH beschloss, für Europa eine Regionalstruktur zu schaffen, um den neuen Herausforderungen begegnen zu können. Die erste europäische Regionalkonferenz fand vom 22.- 24. März 1998 in Prag ( Tschechische Republik) statt. 120 Personen, die fast alle Mitgliedsorganisationen in Europa vertraten, nahmen teil. Es wurde eine Entschließung zu IBBH- Strukturen und-tätigkeiten für Europa angenommen und empfohlen, einen 14 köpfigen Europaausschuss einzurichten. Die Konferenz befasste sich mit den Problemen von Wanderarbeitnehmern in Europa, und es wurde eine Übersicht über die IBBHUnterstützung zur gewerkschaftlichen Entwicklung in Ost- und Mitteleuropa vorgelegt. Die 1. Tagung des Europaausschusses fand am 18. November 1998 in Genf( Schweiz) statt. Sie empfahl eine Kooperationsvereinbarung zwischen IBBH, EBBH und NBBH. Die 2. Tagung des Europaausschusses fand am 27.- 28. September 1999 in Budapest( Ungarn) statt. Es wurde eine Analyse über die wirtschaftlichen und Beschäftigungsperspektiven für die IBBHIndustrien vorgelegt. Die 3. Tagung des Europaausschusses fand am 20.- 21. September 2001 in Zagreb( Kroatien) statt. Auf ihr wurde der Plan über die Strategie des IBBH für 2001-2005 und der Entwurf für die neue Satzung erörtert, deshalb waren alle europäischen Mitgliedsorganisationen eingeladen. 80 Personen, die 34 Mitgliedsorganisationen vertraten, nahmen teil. In den letzten vier Jahren hat der IBBH acht neue Mitgliedsorganisationen in Lateinamerika mit einer Gesamtmitgliederzahl von 71.712 aus Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Bolivien, Argentinien, Brasilien, El Salvador und Guatemala aufgenommen. Die finanziellen Beiträge sind aufgrund der sinkenden Anzahl von Arbeitnehmern, von Lohnempfängern in fester Einstellung und der wachsenden Anzahl von Arbeitnehmern ohne Arbeitsverträge gesunken. Zwar nehmen die Mitgliederzahlen in unseren Mitgliedsorganisationen deutlich ab, doch hat es in letzter Zeit einen Trend zu mehr Beitrittsanträgen aus Lateinamerika gegeben. Für den Zeitraum 1999/2000 fungierte der IBBH- Regionalvertreter als Koordinator der Berufssekretariate und des IBFG/ ORIT, was der Initiative zur Vereinigung der Gewerkschaftsbewegung des Kontinents sehr förderlich war. Zu den befreundeten Organisationen, zu denen der IBBH laufende Kontakte auf der Grundlage gegenseitigen Respekts unterhält, gehören SUNTRACS in Panama, FTCCP in Peru, SINDICONS, SUTIMAC und SINDICONSTRUCCIÓN in Kolumbien, SUNCA in Uruguay, CNTC und FETRACOMA in Chile und SINTRACON in Brasilien. 50 1998- 2001 Die 7. Konferenz für Lateinamerika und die Karibik fand vom 30. bis 31. Oktober 1998 in Riberao Pires, Sao Paulo( Brasilien) statt. 38 Personen- 8 Frauen und 30 Männer- nahmen teil. Die Konferenz wählte einen neuen fünfköpfigen Frauenregionalausschuss mit fünf Stellvertreterinnen. Auch ein neuer siebenköpfiger Regionalausschuss mit sieben Stellvertretern wurde gewählt. Dieser Regionalausschuss umfasst die drei Regionen d.h. das südliche Lateinamerika, die Andenregion sowie Mittelamerika und die Karibik. Die Konferenz nahm den IBBH- Arbeitsplan in Lateinamerika für den Zeitraum 19982001 an. Alle Vakanzen für den Gesamtvorstand des IBBH wurden besetzt. Die 21. Tagung des Regionalausschusses fand am 29. Oktober 1998 in Riberao Pires, Sao Paulo( Brasilen) statt. Die 22. Tagung des Regionalausschusses fand am 9. Dezember 1999 in Havanna( Kuba) statt. Die 23. Tagung des Regionalausschusses fand vom 19. bis 20. Oktober 2000 in Antigua ( Guatemala) statt. IBBH- Finanzen im Berichtszeitraum 1997-2000 Die Finanzierung der Tätigkeiten und der Struktur des IBBH erfolgt durch zwei Quellen: Einnahmen( Mitgliedsbeiträge 90-95%), Projektmittel( 130% unseres Haushalts im Jahre 2001, 95% im Jahre 1997 und 50% im Jahre 1994). Die Gesamteinnahmen, rund 3.920.000 CHF, sind seit 1994 statisch. Im Zeitraum 1997-2000 verlor der IBBH rund 190.000 zahlende Mitglieder. Dieser Rückgang wirkte sich jedoch nicht auf den Gesamtbetrag aus, da die Mitgliedsbeiträge pro Mitglied von 1,75 CHF auf 1,90 CHF erhöht wurden. Zwar ging die Anzahl der beitragzahlenden Mitglieder zurück, doch erhöhte der IBBH seine Dienste für Mitgliedsorganisationen zwischen 1994 und 2001( pro zahlendem Mitglied von 2,61 CHF auf 4,54 CHF) durch die Entwicklung von mehr Projekten und Aktivitäten. Diese extern Finanzierungsquelle hat sich von 1994 bis 2001 fast verdreifacht( von 1.978.715 CHF auf 5.150.361 CHF, während der ordentliche Haushalt und das Personal stabil blieben). Im Berichtszeitraum 1997-2000 gingen die IBBH- Vermögenswerte um rund 435.000 CHF zurück. Das lässt sich erklären mit dem Betrug in Harare im Jahre 1999, dem Wiederaufbau der Region Afrika und der Umsetzung der neuen Kontrollmaßnahmen in den Jahren 1999/2000. Inzwischen nahm die Internationale Solidaritätsreserve um rund 550.000 CHF zu, so dass die gesamten Vermögenswerte& Reserven auf dem gleichen Stand blieben( in Monaten+/- 6 Monate Ausgaben). 51 Tätigkeitsbericht Was hat sich seit dem letzten Berichtszeitraum gebessert? Im Jahre 1997/1998 haben wir Folgendes eingeführt: ❖ das aktivitätsorientierte Rechnungswesen. Diese Methode ermöglicht uns zum Beispiel herauszustellen, dass der IBBH jedes Jahr 850.000-990.000 CHF für Projekte& Aktivitäten bereitstellt; eine neue Darlegung der Ausgaben: Bruttoausgaben, Beiträge und Nettoausgaben, Ergebnis vor Reserven, Solidaritätskonto; Konsolidierung der Konten der Regionalbüros und der Zentrale. 1999/2000 haben wir nach der" Harare- Krise" eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, um die Finanzkontrolle zu verstärken: ❖ neue Finanzrichtlinien für die regionalen und subregionalen Büros und für die Verwaltung von Projekten; neue externe Rechnungsprüfer, KPMG, eine internationale Firma, für alle Büros; auch intern Buchprüfungen wurden in allen Büros vorgenommen; ✰ kollektive Unterschriften und die Unterschrift des Generalsekretärs wurden allen IBBHBankkonten hinzugefügt. IBBH- Sekretariat und-Büros Der Generalsekretär ist der leitende Amtsträger und verantwortlich für die Durchführung der Beschlüsse des Kongresses und des Gesamtvorstandes und für die tägliche Arbeit des IBBH- Sekretariats. Die tägliche Arbeit des IBBH wird vom Sekretariat in Genf( Schweiz) und von den Regionalbüros durchgeführt. Zu diesem Zweck wurde die Regionalstruktur während des Berichtszeitraums verstärkt. Afrika Asien Europa Latein Amerika Switzerland Panama IBBH- Zentrale Schweiz Regionalbüros: Subregionalbüros Simbabwe Burkina Faso Projectbüros/ Ghana, Kenia Malaysia Australien, Indien, Japan Philippinen, Bulgaria Projektpersonal Libanon, Indonesien, PNG Personal 13 25 18 8 Das Team des Generalsekretärs in Genf besteht aus: Sylviane Benoit- Godet, Sekretariat und Empfang ( zur Zeit auf Mutterschaftsurlaub); Jill Bowling, Leiterin des Globalen Forstprogramms; Sylviane Decollogny, Tagungen und Büroverwaltung, Personal; Rosenell Dubois, Druck und Versand; Patrick Fonjallaz, Buchführung, Verwaltung von Projektfinanzen; Raquel Gonzalez, Referentin für Lateinamerika, das französisch- und das portugiesischsprachige Afrika; Marion F. Hellmann, Industriesekretär; Christian Hilfiker, Buchhalter und Verwaltungsassistent( ab 1. Juni 2001); Camilla Jelmini, Mitgliedschafts52 1998- 2001 verwaltung und Übersetzungen; Geneviève F. Kalina, Referentin für Menschen- und Gewerkschaftsrechte und Informationsdienste; Crecentia Mofokeng, Frauenbeauftragte, Referentin für Afrika( ab 1. Juni 2001); Fiona Murie, Leiterin des Globalen Programms für Arbeitsschutz; Anita Normark, stellvertretende Generalsekretärin; Sten Toft Petersen, Sekretär für Asien und Europa und Jugend; Pradeepa Waduge, Sekretariat und Empfang; Piotr Zeydler, Leiter des Informationstechnologieprojekts( IT). In Afrika wurde im Januar 2000 ein neuer Regionalvertreter ernannt, um die Verwaltung des Büros zu die leiten. Eine Tagung des Regional- und Frauenausschusses für Afrika fand im März 2000 statt, um u.a. Wiederaufnahme der Bildungsprogramme in Afrika zu erörtern. Im Büro in Harare sind sechs Personen tätig: Nhamo Shakie Museve, Regionalvertreter; Inviolata Chinyangarara, Bildungsreferentin; Toldmore Mafuruse, Büroassistentin; Shelter Mudondo, Büroreferentin; Virginia Muwanigwa, Koordinatorin für Geschlechterfragen; Ivy Nkomo, Buchführerin; Charity Sacirarwe, Verwaltungsreferentin. Ferner beschäftigt der IBBH Projektkoordinatoren: Paul Opanga, Forstkoordinator in Kenia; Charles Osei Ofori, Forstkoordinator mit Sitz in Ghana; Sarah Sam, Koordinatorin für Geschlechterfragen in Ghana. Der ehemalige IBBH- Regionalvertreter Walter Mugadza ist am 27. Februar 2001 in Harare unerwartet gestorben. Abdou Ouedraogo, Bildungskoordinator, leitet das subregionale Büro in Burkina Faso; seine beiden Verwaltungsassistenten sind Kobrek Azara und Amadou Gassembe. Das Regionalbüro für Asien und den Pazifik liegt in Subang Jaya bei Kuala Lumpur( Malaysia). Das Büro wird seit 1979 von Balan Nair geleitet. Sein Personal besteht aus Harcharan Kaur, Koordinatorin für Geschlechterfragen; Chew Chee Keong, Bildungsreferent; Elena Tan, Verwaltungsbeauftragte; Suhaime bin Sulaiman, Regionalbuchführer; Ambet E. Yuson, Regionalkoordinator für Arbeitsschutz. Subregionale und Bildungskoordinatoren des IBBH sind: Takeo Ikawa für Ostasien mit Sitz in Japan, Sarah Fitzpatrick für den Pazifik mit Sitz in Australien und B.K. Sood für Südasien mit Sitz in Indien. Ferner gehören dem Büro in Südasien folgende Personen an: M.A. Gaffar, Leiter der Bildungsarbeit; Anitha Nair, subregionale Buchführerin; K. Gopal Reddy, Bildungskoordinator; Rajeev Sharma, Leiterin des Aufgabenbereichs Kinderarbeit; Nathu Singh Neghi, Büroassistent; Anup Srivastava, Koordinatorin des Aufgabenbereichs Kinderarbeit; J.L. Srivastava, Koordinatorin des Aufgabenbereichs Kinderarbeit. Das Projektbüro der philippinischen IBBH- Mitgliedsorganisationen( IPAPO) wird von Koordinator Apolinar Tolentino geleitet; ihm stehen Cora M. Pullarca, Projektverwalterin; Carmelita P. La Cumbis, Büroangestellte; Johmarose Drilon, Projektassistent, zur Seite. Der IBBH hat ein Projektbüro im Nahen Osten in Beirut( Libanon) eröffnet, das von Mutapha Said geleitet wird. Er beschäftigt ferner Projektpersonal in Indonesien( Rulita Wijayaningdyah), Papua- Neuguinea ( Beatrice Dindillo), zwei Personen in Nepal, eine in Pakistan und eine in Korea. 53 53 Tätigkeitsbericht Das IBBH- Projektbüro in Südosteuropa und Zentralasien befindet sich in Sofia( Bulgarien). Boyko Atanassov leitet das Büro mit Unterstützung von Ani Ashminova. Das Regionalbüro für Lateinamerika befindet sich in Panama und wird von Pablo Arosemena geleitet. Bildungsreferent ist Vicente Carrera, die anderen Mitglieder des Personals sind: Lucila de Gutiérrez, Regionalbuchführererin; Manuel Jiménez, Büroassistent; Wellington Pereira Carneiro, Koordinator für Arbeitsschutz; Raquel de Rodriguez, Verwaltungsreferentin; Damaris Samaniego, Exekutivsekretärin; Marcelina Samaniego, Koordinator für Gewerkschafts- und Menschenrechtsprogramme. 54 54 1998-2001 Entwicklung der IBBH- Mitgliedschaft 1997- 2000 Beitrag pro Mitglied Gesamtmitgliedshaft Finanzielle Mitgliedschaft 1997 13.221.638 2.207.232 1998 13.401.269 2.133.259 1999 11.303.245 2.046.390 2000 11,205,286 2,025,811 Aufteilung nach Region Gesamtmitgliedschaft Finanzielle Mitgliedschaft Europa 1997 9.579.983 1.898.797 1998 9.776.546 1.851.815 1999 7.351.106 1.793.505 2000 7.269.048 1.762.492 Asien/ Pazifik 1997 1.750.692 165.786 1998 1.752.686 157.772 1999 2.197.658 151.337 2000 2.200.827 151.801 Afrika 1997 687.867 37.603 1998 702.906 31.861 1999 757.631 28.658 2000 757.871 21.877 Lateinamerika 1997 708.996 32.341 1998 710.031 32.702 1999 517.750 33.790 2000 498.440 35.576 Nordamerika 1997 494.100 72.706 1998 459.100 59.108 1999 2000 479.100 39.100 349.100 54.064 CHF 1,70 CHF 1,75 CHF 1,80 CHF 1.85 55 Tätigkeitsbericht Management Committee Presidium IFBWW President: Roel De Vries, FNV Bouw, Netherlands IFBWW Deputy President: Klaus Wiesehügel, IG- Bau, Germany IFBWW General Secretary: Ulf Asp, Sweden Vice- Presidents Klaus Wiesehügel, IG- Bau, Germany Wafulla Wa Musamia, KQMWU, Kenya Trevor Smith, CFMEU, Australia Gerardo Martínez, UOCRA, Argentina Larry McDonald, IBT Canada, Canada Members 800 Member: 1st Substitute: Gerardo Martínez, UOCRA, Argentina Edison Luiz Bernardes, CONTICOM- CUT 2nd Substitute: José Antonio Di Santo, USIMRA, Argentina Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Member: 1st Substitute: Trevor Smith, CFMEU, Australia Rama Chandra Khuntia, INBCFWWF, India Mohd Khalid Atan, KPPPSM, Malaysia Alain Emile, FO, France Francesco Martini, FILLEA- CGIL, Italy 2nd Substitute: Joaquim Martins, SETACCOP, Portugal Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Rudolf Kyncl, DLV, Czech Republic Boris Soshenko, Profesionalnyi Sojuz Rabotnikov Stroitielstva i Promyszlennosti Stroitielnyh Materialov Rossijskoj Federacij, Russian Federation vacant 56 56 Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Wafulla Wa Musamia, Kenya Quarry and Mines Workers' Union, Kenya Baba El Madane Toure, SYNIBABCOM, Mali vacant Ove Bengtsberg, Byggnads, Sweden Arne Johansen, TIB, Denmark Kalevi Vanhala, Puu- ja Erityisalojen Liitto, Finland 1998-2001 Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Vasco Pedrina, SIB, Switzerland Johann Driemer, GBH, Austria vacant Larry McDonald, IBT Canada Rodney Kelty, IAM& AW, United States Dave Haggard, IWA- Canada, Canada Executive Committee GROUP 1: Nordic Countries ( Denmark, Faeroe Islands, Finland, Iceland, Norway, Sweden) a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: b. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: c. Member: Ove Bengtsberg, Byggnads, Sweden Christina Johansson, SIF, Sweden Hildegunn Brune, NTAF, Norway Kalevi Vanhala, Puu- ja Erityisalojen Liitto, Finland Pekka Hynönen, Rakennusliitto r.y., Finland Finnbjörn Hermansson, Samidn, Samband Idnfélaga, Iceland Arne Johansen, TIB, Denmark 1st Substitute: John Larsen, SID, Denmark 2nd Substitute: GROUP 2: vacant Benelux( Belgium, Luxemburg, Netherlands) a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: b.Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: GROUP 3: Jean- Claude Humbert, La Centrale Générale, Belgium René Geybels, La Centrale Générale, Belgium Valerio de Matteis, OGB- L, Luxemburg Roel de Vries, FNV Bouw, Netherlands Loekie Hendriks, FNV Bouw, Netherlands Ben Wilms, FNV Bouw, Netherlands Germany a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: Klaus Wiesehügel, IG BAU, Germany Ernst- Ludwig Laux, IG BAU, Germany Wilfried Adams, IG BAU, Germany 57 Tätigkeitsbericht b.Member 1st Substitute: 2nd Substitute: c. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: GROUP 4: Irmgard Meyer, IG BAU, Germany Rolf Steinmann, IG BAU, Germany Hans- Joachim Wilms, IG BAU, Germany Gisbert Schlemmer, IG Metall, Germany Wolfgang Rhode, IG Metall, Germany Bert Römer, IG Metall, Germany Austria, Switzerland a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: b.Member: 1st Substitute: Johann Driemer, GBH, Austria 卜 QUORD Hubert Wipplinger, GBH, Austria Anton Korntheuer, GBH, Austria Vasco Pedrina, GBI, Switzerland Franz Cahannes, GBI, Switzerland 2nd Substitute: Jean Kunz, SIB, Switzerland GROUP 5: France, Greece, Italy, Portugal, Spain a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: b. Member: Alain Emile, FO, France Joaquim Martins, SETACCOP, Portugal Saturnino Gil, MCA- UGT, Spain Francesco Martini, FILLEA- CGIL, Italy 1st Substitute: Franco Marabottini, FENEAL- UIL, Italy 2nd Substitute: Cesare Regenzi, FILCA- CISL, Italy GROUP 6: Republic of Ireland, United Kingdom a. Member: 1st Substitute: George Brumwell, UCATT, United Kingdom Gerard Fleming, SIPTU, Republic of Ireland 2nd Substitute: Phil Davies, GMB, United Kingdom SQUORD GROUP 7: Cyprus, Israel a. Member: Andreas Klitou, Cyprus Construction Workers' and Miners' Federation, Cyprus 58 1st Substitute: 2nd Substitute: Sammy Cohen, National Federation of Building and Wood Workers, Israel Stelios Tsiapoutis, Cyprus Construction Workers' and Miners' Federation, Cyprus 1998- 2001 GROUP 8: Turkey a. Member: 1st Substitute: Tevfik Özçelik, YOL- IS Sendikasi, Turkey Tamer Eralan, CIMSE- IS Sendikasi, Turkey 2nd Substitute: Hasan Güceil, ORMAN- IS Sendikasi, Turkey GROUP 9: Northern- Central and Eastern Europe ( Czech Republic, Croatia, Estonia, Hungary, Latvia, Lithuania, Poland, Slovak Republic) a. Member 1st Substitute: 2nd Substitute: b. Member: 1st Substitute: GR : Dusan Barcík, OZ STAVBA SR, Slovak Republic Mara Tomsone, LCA, Latvia Stipe Kirigin, SGH, Croatia Rudolf Kyncl, DLV, Czech Republic QUORD Borislav Majtan, Odborovy zväz Pracovnikov Drevárskeho, Nábytkárskeho, Papierenského Priemyslu, Lesného a Vodného Hospodárstva na, Slovensku, Slovak Republic 2nd Substitute: Franjo Janes, Samostalni Sindikat Drvne i Papirne Industrije Hrvatske, Croatia GROUP 10: Southern- Central and Eastern Europe ( Albania, Bulgaria, Republic of Macedonia, Republic of Moldova, Romania) a. Member: Vasile Badica, FSLIL, Romania 1st Substitute: Joanis Partheniotis, FCIW- PODKREPA, Bulgaria 2nd Substitute: Oleg Budza, SINDICONS, Republic of Moldova GROUP 11: North America ( Canada, United States of America) LORD a. Member: Dave Haggard, IWA- Canada, Canada 1st Substitute: 2nd Substitute: Rodney Kelty, IAM& AW, United States of America vacant b. Member: Larry McDonald, Teamsters Canada, Canada 1st Substitute: vacant 2nd Substitute: vacant 59 Friedric Dart- Suftung Ebert Bonn * Bibliothek Tätigkeitsbericht QUORD GROUP 12: West and Central Africa ( Burkina Faso, Cameroon, Cape Verde, Chad, Democratic Republic of Congo, Gabon, Ghana, Ivory Coast, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Republic of Benin, Republic of Guinea, Senegal, Sierra Leone, Togo, Tunisia) a. Member: vacant 1st Substitute: 2nd Substitute: b.Member: 1st Substitute: Joseph T. Gbondo, General Construction Workers' Union, Sierra Leone vacant, PUWU, Ghana Baba El Madane Toure, SYNIBABCOM, Mali Yawovi Komla Amento, SYNBARCOT, Togo 2nd Substitute: Ben Larba Ouedraogo, FNTCS, Burkina Faso GROUP 13: Southern/ East Africa ( Botswana, Egypt, Ethiopia, Kenya, Lesotho, Malawi, Mauritius, Mozambique, Namibia, Republic of Angola, Republic of Seychelles, Rwanda, South Africa, Tanzania, Uganda, Zambia, Zimbabwe) a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: b. Member: 1st Substitute: GROUP 2nd Substitute: GROUP 14: Wafulla Wa Musamia, Kenya Quarry and Mine Workers' Union, Kenya Jeremias Duzenta Timana, SINTICIM, Mozambique vacant, CAWULE, Lesotho Sayed Taha, General Trade Union for Building and Wood Industries Workers, Egypt Valerian B.K.Z. Mutekanga, UBCCECAWU, Uganda Thabo Morale, CAWU, South Africa East Asia ( Hong Kong, Japan, Korea, Mongolia, Taiwan) a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: GROUP 15: Yoshio Suzuki, KENSETSU- RENGO, Japan Lin Wu- Tung, ROC CWC, Taiwan vacant, FKUWU, Korea South East Asia ( Indonesia, Malaysia, Philippines, Singapore, Thailand) a. Member: Mohd Khalid Atan, KPPPSM, Malaysia 1st Substitute: Sofiati Mukadi, DPP FSP Kahuntindo, Indonesia 2nd Substitute: Ibarra Malonzo, NFL, Philippines 60 1998-2001 GROUP 16: South Asia ( Bangladesh, India, Pakistan, Sri Lanka) a. Member: Rama Chandra Khuntia, INBCFWWF, India Osama Tariq, APFTU, Pakistan 1st Substitute: 2nd Substitute: M.R. Chowdhury, BBWWF, Bangladesh GROUP 17: Oceania/ South Pacific ( Australia, Fiji, New Zealand, Papua New Guinea) a. Member: Trevor Smith, CFMEU, Australia 1st Substitute: Chris Northover, CFMEU, Australia 2nd Substitute: Len Wilson- Parr, New Zealand Furniture, Manufacturing and Associated Workers' Union( Canterbury Branch), New Zealand GROUP 18: Andean Countries ( Colombia, Ecuador, Peru, Venezuela) a.Member: Manuel José Cova Fermin, FETRACONS, Venezuela 1st Substitute: Hugo Dávila, FETIMAAP, Peru 2nd Substitute: Juan Laya, SUNTIMAVEN, Venezuela GROUP 19: Southern Cone ( Argentina, Brazil, Chile, Paraguay) a. Member: Gerardo A. Martínez, UOCRA, Argentina 1st Substitute: José Antonio Di Santo, USIMRA, Argentina 2nd Substitute: Jorge González, CTF, Chile b. Member: Edison Luiz Bernardes, CONTICOM- CUT, Brazil 1st Substitute: Pedro A. Gímenez, FETICOMAP, Paraguay 2nd Substitute: José Luis Fernández, UECARA, Argentina GROUP 20: Central America/ Caribbean ( Barbados, Bermuda, Costa Rica, Curaçao, Dominican Republic, El Salvador, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexico, Nicaragua, Republic of Panama) a. Member: Carlos Salguero, SINCS- G, Guatemala 1st Substitute: 2nd Substitute: Eliécer Gómez Fernández, UNATROPYT, Costa Rica Rafael Chavarría, FENATRACOMAP, Republic of Panama 61 Tätigkeitsbericht GROUP 21: Commonwealth of Independent States( CIS), Uzbekistan a. Member: 1st Substitute: 2nd Substitute: ORD Boris Sochenko, Profesionalnyi Sojuz Rabotnikov Stroitelstva i Promyszlennosti Stroitielnyh Matierialov Rossijskoj Federacij, Russian Federation Valery Ochekurov, Profesionalnyi Sojuz Rabotnikov Lesnikh Otraslei Rossijskoj Federacij, Russian Federation Lev Minorov, ROGWU, Russian Federation Auditors committee Michael von Felten, GBI, Switzerland WORD Steinar Karlsen, Fellesforbundet, Norway. Gisbert Schlemmer, IG METALL- Vorstand AB Holz und Kunststoff, Germany GRO 62 QUORD : OS QUORD 5 2 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Blue # C9C9FF # 0000FF Color chart Cyan Green Yellow Sachverständigen- Zubehör.de Red Magenta White Grey Black # C0E5FC # 009FFF # 759675 # FFFFC7 # 008B00 # FFFF00 # FFC9C9 # FF0000 # FFC9FF # FF00FF #FFFFFF # 9D9E9E # D9DADA # 5B5B5B # 000000 2 Centimetres Inches 1 Centimetres Inches 2 5 0 100% 9 6 10 11 12 13 14 15 16 17 S CY Y M Grayscale Sachverständigen- Zubehör.de 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 12 13 14 50% 18% 0% IBBH ⚫IFBWW IBTU FITBB ⚫ FITCM IFBWW/ FITBB/ IBBH/ IBTU/ FITCM 54, route des Acacias CH- 1227 Carouge/ GE Switzerland Tel.:(+ 41-22) 827 37 77 Fax:(+ 41-22) 827 37 70 e- mail: info@ifbww.org Web site: www.ifbww.org Z 595