BV ei INTERNATIONALES BERUFSSEKRETARIAT DER LEHRER. *********************** TRETIGKEITS. BERICHT *** Generalrat Berlin, 21.- 24. Juli 1971. Tätigkeitsbericht über das Verwaltungsjahr 1970-1971. *************************** A.- Einleitung. Zum Abschluss eines weiteren Arbeitsjahres erwarted das Sekretariat wiederum vom Generalrat, der über die erzielten Ergebnisse und über die noch unerfüllten Aufgaben befindet, Anregungen und Richtlinien, um sein weiteres Vorgehen ausrichten und eine raschere Verwirklichung der gemeinsamen Ziele vorantreiben zu können. Die Intervention des Generalrat dürfte in diesem Jahr besonders ausschlaggebend sein. Und es bleibt in der Tat auch nur noch eine letzte Etappe von 12 Monaten bis zum Kongress, der dann offiziell feststellen wird, in welchem Masse unsere Exekutivorgane die Grundforderungen der Lehrergewerkschaft als freier Verbündeter im Rahmen der Internationalen haben verwirklichen können. In wieweit werden die geforderten Punkte verwirklicht worden sein, die der 1969 in der Sitzung von Frankfurt am Main erlassene Rahmenplan vorsieht? Auf diese Frage werden in einem Jahr die für unsere Arbeit Verantwortlichen eindeutig zu antworten haben, nach einem letzten, mehr denn je gestrafften und gezielten Einsatz ihrer Energie. Jedes Jahr wurde im Rahmen dieses begrenzten Forums eine strenge Gewissenserforschung angestellt, eine objektive Bilanz wurde gezogen, Beschlüsse wurden mit Nachdruck gefasst. Aufgrund seiner regelmässigen Tätigkeit war der Generalrat die treibende Kraft unserer Bewegung. Jedes Jahr nahm er erneut den Kampf auf, passte ihn den jeweiligen Gegebenheiten an und verhälf dadurch in hohem Masse dem I BSL zu seinem internationalen Ansehen, das es heute sowohl bei den Fachverbänden der verschiedensten Länder, als auch bei den gemeinsamen Institutionen der Regierungen geniesst. 2. Wenn heute die vom I B S L vertretene echte gewerkschaftliche Doktrin auf die Masse der Lehrer und Erzieher eine wirkliche Anziehungskraft ausübt( und das gilt für die industrialisierten Länder genauso wie für die Dritte Welt), so ist das zum grossen Teil der Tatsache zu verdanken, dass die Verfechter unserer Idee jeden Sommer innerhalb des Generalrat ihren Blick für die Notwendigkeiten schärfen, neue Kraft schöpfen und neues Vertrauen in die Solidarität gewinnen können. Es ist eine Tatsache, dass sich gegenwärtig immer mehr Organisationen auf der ganzen Welt zu unserem Programm bekennen. Die Zusammensetzung der nächsten Kongressversammlung dürfte allein schon ein deutlicher Beweis dafür sein. Und zu Recht darf auch erneut behauptet werden, dass dieses Programm eine Antwort enthält auf die gleichsam universale und anhaltende Unruhe der Lehrenden und der Lernenden, eine Antwort, deren Gerechtigkeit und Klarheit in einer sich ständig erweiternden beruflichen und sozialen Sphäre zwangsläufig erscheinen. Die Aktivisten des I B S L kämpfen mit der Dynamik von Leuten, die wissen, dass sie für eine lebenswichtige und dringliche Sache eintreten. Alle diejenigen, ob es nun wenige oder viele sind, die sich der ständig wachsenden und augenfälliger werdenden Bedeutung der Erziehung und Bildung als Grundlage des materiellen und moralischen Lebens in Gegenwart und Zukunft bewusst sind, beobachten mit Befremden die im allgemeinen und in den meisten Ländern negative Haltung der Verantwortlichen angesichts der ständigen Anfechtung dieser absolut grundlegenden Strukturen. Die freie Gewerkschaftsbewegung des Lehrpersonals weist nun schon seit fast drei Jahrzehnten nachdrücklich und klar auf nationaler wie auf internationaler Ebene auf die tieferen Gründe des Missstandes hin, die sich schliesslich dank der Aufklärung durch die Gewerkschaften dem Bewusstsein der arbeitenden Bevölkerung eingeprägt haben. Letztere fühlt sich 3. mit Recht in jeder Beziehung auf kurze oder lange Sicht betroffen. Heutzutage stehen alle, Lehrer, Schüler und Arbeitende aller Kategorien vor dem gleichen Problem, sei es auch nur durch die simple Feststellung der Tatsachen: der Graven zwischen einem anachronistischen und sozial gesehen oft ungerechten Erziehungssystem und einer Umwelt, die sich infolge der heutigen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung einem ständigen und raschen Wandel auf allen Gebieten ausgesetzt sieht, wir immer breiter. Auf den Druck der Lehrerschaft hin, der noch verstärkt wird durch den Druck der offensichtlich durch die Höhe des Einsatzes interessierten Arbeitnehmerschaft allgemein, reagieren die Behörden bestenfalls durch schüchterne, Stückwerk bleibende und immer noch anfechtbare Reformversuche, anfechtbar deshalb, weil Lehrende und Lernende immer noch nicht systematisch, unmittelbar und ständig an der Verwirklichung der Reformen beteiligt werden. Auf anderen Gebieten und zwar in nicht wenigen demokratischen und hochindustrialisierten Ländern stösst die Forderung nach einer allgemeinen und tief! greifenden Reform der Strukturen immer noch auf absolutes Schweigen, auf Passivität, wenn nicht sogar auf feindselige Ablehnung und brutale Unterdrückung. Uberall schliesslich - erkennt die Lehrerschaft, dass sie nur auf dem Weg des Streiks die Möglichkeit hat, ihre materielle und moralische Situation zu verbessern. Diese bedauerlichen Tatbestände erklären zum grossen Teil, warum das I B S L mehr und mehr zum Leitstern eines weltweiten Zusammenschlusses der Lehrerschaft wird, die sich in der Erwartung einer Antwort auf ihre wesentlichen Bestrebungen enttäuscht sieht, nicht nur durch die Blindheit der Verantwortlichen, sondern auch durch die objektiv erwiesene Machtlosigkeit der nicht gewerkschaftlichen freien Berufs- und Fachverbände. 4. Der Lehrer dieser revolutionären Endepoche des zweiten Jahrtausends erkennt und billigt endlich den hohen Wert und die Notwendigkeit gewerkschaftlichen Zusammenschlusses auf nationaler und internationaler Ebene. Der Lehrer ist gerade durch seinen Beruf äusserst alarmiert durch die schwindelerregende Entwicklung, die wir im Augenblick durchlaufen und deren Auswirkungen sich mit ganz besonderer Heftigkeit in seinem beruflichen Milieu, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, bemerkbar machen. Er erkennt, dass die Weisungen, denen er zu folgen hat, und die Mittel, die ihm zur Verfügung stehen im wissenschaftlichen und pädagogischen Bereich, nicht im Einklang stehen mit den vorhersehbaren Forderungen der Berufe und Lebensbedingungen jener Arbeitnehmer von morgen, die er auf den Schulbänken vor sich hat. Wie sollte aber andererseits dieser Lehrer, auf welcher Stufe er auch sein mag und vorausgesetzt, dass es sich um keinen ferngelenkten Roboter handelt, heute nicht erkennen, dass seine Arbeit mehr denn je am Ursprung einer jeden anderen Arbeit steht, und dass allein aufgrund dieser Tatsache es nur recht und billig wäre, ihm in jedem Land die vollen Rechte und Freiheiten zuzuerkennen, die jeder andere Arbeitnehmer geniesst und die ihm für seine grundlegende Arbeit im öffentlichen Bereich zustehen? Auf diese berechtigten kämpferischen Fragen kann allein die Doktrin der Lehrergewerkschaft stichhaltige Antworten finden, Antworten, die zu einem positiven Resultat führen, da sie im allgemeinen in jedem Fall durch ein regelmässiges Einschreiten bei den Behörden unterstrichen werden. Die Gewerkschaft hat in der Tat seit langem zwei wesentliche Ziele im Auge und geht dabei hauptsächlich von der Entwicklung der Menschheit als höchstes Gut jedes Kollektivs aus. Die beiden Ziele sind eine Gesamtreform der Strukturen 5. auf dem Sektor von Erziehung und Unterricht, wobei der Akzent auf einem grösstmöglichen Gleichgewicht zwischen Unterricht, Berufsausbildung und Arbeitsmarkt liegt und die sich gründet auf die aller Voraussicht nach im Jahre 2000 und später herrschenden sozialen Bedingungen. Hand in Hand mit dieser Reform müsste eine kräftige Aufwertung des Lehrberufes gehen, denn in der Hand dieser Berufsgruppe liegt die Verantwortung für die Konzeption und praktische Durchführung dieser Erneuerung, von der die Zukunft unserer Zivilisation und das soziale Wohlergehen aller unmittelbar abhängt. Die Zunahme gewerkschaftlicher Aktion auf dem Gebiet des Unterrichtswesens im nationalen Rahmen greift somit auch auf den internationalen Rahmen über und im Zeichen des I BSL erkennt jeder Erzieher und Ausbilder immer deutlicher, dass, durch die Intensität der allgemeinen Entwicklung, die Politik der einzelnen Regierungen sich den Empfehlungen der internationalen Institutionen beugt und dass angesichts der fortschreitenden Banalisierung der Strukturen eine Solidarisierung unerlässlich und dringlich wird, um die Anerkennung der materiellen und moralischen Interessen des Lehrerberufes durchzusetzen. In Diese Gründe erklären, warum in diesem Jahr die internationale Lehrergewerkschaftsbewegung in der ganzen Welt einen solch aufsehenerregenden Fortschritt zu verzeichnen hat. dem Bestreben, dieses wachsende Bekenntnis der beunruhigten und dennoch mit Hoffnung erfüllten Lehrer zu unseren Zielen nicht zu enttäuschen, haben wir trotz der Bescheidenheit unserer Mittel das Risiko auf uns genommen, das I B S L auf allen Tätigkeitsgebieten in Gestalt einer grossen Internationalen auftreten zu lassen. Das hat sich deutlich auf dem Gebiet der Propaganda gezeigt: Verteinlung der periodisch erscheinenden Broschüren, direkte Kontakte an Ort und Stelle. 6. Dieses Vorgehen war vor allem jedoch deshalb möglich, weil der offenkundig gewerkschaftliche Charakter des I B S L, der unaufhörlich vor jeder rechtlichen Instanz neu bestätigt wurde und die Unterstützung anderer freier Arbeitnehmerorganisationen gefunden hat, ihm bei den grossen zwischenstaatlichen Fachverbänden eine Anerkennung und Autorität sicherte, wie sie für rein interessenmässig zusammengefasste Berufsvereinigungen Vereinigungen nicht zu erreichen sind. Das Sekretariat legt hier die Bilanz einer Tätigkeit vor, die im Rahmen der Gesamtsituation gesehen werden muss und die sich gründet auf die Doktrin und den Geist der oben angeführten Prinzipien, aber auch dank der oft erhöhten Unterstützung der verwirklicht werden musste im Rahmen materieller Möglichkeiten, die dem tatsächlichen Ausmass der vielfältigen und kostspieligen Aufgaben nie entsprechen konnMitgliedorganisationen ten. - Dieser Zwischenbericht, der letzte in diesem Tätigkeitsjahr, befasst sich mit den Haupttätigkeitsbereichen, wie sie 1969 in Frankfurt am Main der satzungsgemässe Kongress definiert hat, d.h. die Information, die Weiterentwicklung des Unterrichtswesens, der Kampf um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Lehrberuf, der Einsatz für eine Hebung des Wohlstands auf der ganzen Welt, das Bemühen um eine Regionalisierung unserer Tätigkeit und um eine Stärkung unserer gewerkschaftlichen Einheit. Wie auch in den vergangenen Jahren wird dieser Bericht kaum, nicht einmal oberflächlich und summarisch, auf die Vielzahl der täglich anfallenden Aufgaben hinweisen, die die Wachsamkeit des Sekretariats niemals erlähmen lassen. Wenn das letztere einer Hoffnung Ausdruck verleihen darf, so ist das der Wunsch, der Generalrat möge die Frage einer Erhöhung der Mittel ins Auge fassen, um es der Internationalen nicht nur zu ermöglichen, den zahlreichen Verpflichtungen 7. nachzukommen, die sich aus ihrer rasch zunehmenden Vergrösserung ergeben, sondern die es auch gestatten, mit gleichem Erfolg die entscheidende Phase ihrer Tätigkeit bis zum Kongress hinter sich zu bringen. Die Durchführung dieses Kongresses im Juli 1972 sollte schon jetzt geplant werden. B. Die Information. - Gemäss den Richtlinien des Kongresses vom Jahre 1969 in Frankfurt hat das Sekretariat alle verfügbaren Mittel eingesetzt, um den Namen unserer Internationalen, ihre Daseins berechtigung, die Art ihrer Tätigkeit und die erzielten Resultate bekanntwerden zu lassen. Während des Berichtsjahres wurden diese Bemühungen nicht nur bei den Lehrerverbänden aller Kontinente und bei den übrigen organisierten Arbeitnehmern intensiviert, sondern auch bei internationalen Institutionen, die möglicherweise auf dem Gebiet des Erziehungswesens und der notwendigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrer ihren Einfluss geltend machen könnten. Zu diesem Zweck sind die folgenden Massnahmen getroffen worden: a) Unser Informationsblatt erlebte einen Wandel an Umfang und Erscheingungshäufigkeit als Ergebnis unserer intensivierten Propaganda. Ein wöchentlicher Pressedienst wurde eingerichtet und damit beauftragt, aus nächster Nähe das Leben in Schule und Gesellschaft zu beobachten. Diese Neuheit hatte aussergewöhnlichen Erfolg und immer mehr nationale Organisationen bitten uns um Zusendung des Blattes, das unser neuer Pressedienst einmal pro Woche heraus bringt, um so ihre eigenen exekutiven Gremien in den Genuss der besten Information kommen zu lassen. Ausserdem haben die Presseorgane mancher nationaler Organisationen( ob sie nun Mitglieder sind oder nur sympathisieren) damit begonnen, diese Informationen abzudrucken, 8. so dass sich auf diese Weise der für diesen Bereich unserer Tätigkeit so wichtige Multiplikator ergibt. Nachdem es uns gelungen war, von der Internationalen her die wichtigsten Tatsachen und Ereignisse aus dem Gewerkschaftsleben an die nationalen und internationalen Organisationen weiterzugeben, haben wir andererseits auch erreicht, dass die eine oder andere dieser Organisationen ihrerseits zugunsten unseres Sekretariates ähnlich verfährt. Das Sekretariat wird somit ständig mit einer Fülle aktueller Information beliefert, die für eine den aktuellen Gegebenheiten angepasste Weiterführung unserer Arbeit von höchstem Interesse ist. b) Dank der durch die Internationale in Amerika und Asien eingerichteten Büros fahren wir fort mit der Herausgabe eines Informationsblattes in Form von gedruckten Heften, die speziell für die Lehrerorganisationen dieser grossen Gebiete gedacht sind. c) Schliesslich geht beim Sekretariat täglich eine beträchtliche Menge an Post ein, die eine weitere aktuelle Informationsquelle darstellt und ebenso sehr für das Sekretariat wie auch für alle nationalen Organisationen, die durch uns davon unterrichtet werden, sehr wichtig ist. d) Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass wir immer der Meinung waren, dass die beste Methode der Information und der Propaganda im direkten und persönlichen Kontakt an Ort und Stelle liege. Im Verlauf des Berichts jahres haben wir in hohem Masse auf diese Methode zurickgegriffen, allerdings natürlich immer im Rahmen der zu diesem Zweck vorgesehenen Mittel. Im einzelnen wird über diesen Tätigkeitsbereich und über die Auswirkungen seiner Ergebnisse auf die Weiterentwicklung des I B S L noch einmal berichtet in dem Kapitel, das sich mit der Dezentralisierung unserer Bewegung befasst. Wir wollen uns darum an dieser Stelle darauf beschränken, darauf hinzuweisen, dass diese Art der Information im Bereich einer 9. gewerkschaftlichen Organisation unter zwei verschiedenen Aspekten verlaufen ist: Kontaktaufnahme mit Mitglieds organisationen oder mit Organisationen, von denen man annimmt, dass sie früher oder später Mitglieder werden, da sie bereits sympathisieren; Durchführung von Seminaren in verschiedenen Ländern mit dem Ziel, einen wirklichen Eindruck zu erhalten über die tatsächliche Situation der Lehrer sowie über die Ziele, die Tätigkeit, die Ergebnisse dieser Tätigkeit und die Schwierigkeiten der Gewerkschaftsorganisationen. e) Wie in den Vorjahren hat das Sekretariat an den Kongressen der Mitgliedsorganisationen oder der sympathisierenden Verbände teilgenommen. Es hat ausserdem auf Einladungen mit Telegrammen geantwortet, die die Solidarität bekunden sollten. C. Die Verteidigung der Berufsinteressen der Lehrer. Dieser wesentliche Punkt im gewerkschaftlichen Kampf um die Arbeit in Erziehung und Unterricht war mehr denn je in der Vergangenheit zu einem Anliegen geworden, für das sich die nationalen Verbände und die Internationale mit Nachdruck einsetzten. Überall" rührt" sich etwas in der Lehrerschaft. Überall sind die verantwortlichen Leute der Gewerkschaften bis aufs Ausserste Wachsam und wild entschlossen, schliesslich die vollkommene und in der Praxis durchgeführte Anerkennung der Arbeitsrechtlichen Grundinteressen der Lehrerschaft durchzusetzen. Überall wählen die Lehrer den Weg über die Gewerkschaft und berufen sich darauf, dass das Voranschreiten der Zivilisation und die Entwicklung auf sozialem Gebiet ihre Arbeit definitiv zu einem öffentlichen Dienst werden lässt, der als Ausgangspunkt für eine weitere Ausbildung angesehen werden muss. Sie berufen sich darauf, dass sie aufgrund dieses Tatbestands ob man es nun will oder nicht. als Arbeiter in die Gesamtheit aller übrigen Arbeitnehmer integriert sind. das Dieser 10. Grundsatz is theute zum Axiom geworden. Schliesslich offnet den Weg sich zu einem unerlässlichen und koordinierten Vorgehen in allen Bereichen. Die Lehrer erkennen die entscheidende Kraft der Solidarität mit der gesamten Arbeitnehmerschaft, und diese Kraft ist es, die voll und nachdrücklich zum Einsatz kommen muss, wenn es darum geht, eine Berufsschicht aus ihrer ungerechten Isolierung zu lösen, eine Berufschicht, von der jedermann weiss, dass in ihren Händen die besten und sichersten Chancen für das Bestehen der Welt von heute und von morgen liegen. Während dieses ganzen Jahres, das gekennzeichnet war von Kampf und ständigem Einsatz, hat das Sekretariat versucht, die ihm zukommende Rolle auf diesem Gebiet mit einem Höchstmass an Wachsamkeit und unter Ausschöpfung aller seiner Möglichkeiten zu spielen, d.h. dass es ständig den Mitgliedsorganisationen zur Verfügung stand, um sie so rasch wie möglich über die genaue Bedeutung der Grundsätze zu informieren, die bereits heute in der internationalen Arbeitsgesetzgebung verankert sind, und um sie zu unterrichten über den genauen Wortlaut der ordnungsgemässen Verfahren auf die man sich heute schon berufen kann, wenn es darum geht, die oben erwähnten Grundsätze auf das Statut der Lehrer anzuwenden. In diesem Sinne hat das Sekretariat mehrfach die Mitgliesorganisationen daran erinnert, dass es sich in ständiger Bereitschaft halte, auf ein erstes Ersuchen hin bei jeder Rechtsinstanz zu intervenieren, vor allem aber bei den zwischenstaatlichen Fachverbänden, um jede Massnahme aufzudecken, die in offenem Widerspruck zu den internationalen Regeln stünde. Ausserdem hat sich das Sekretariat bemüht, über das Informationsblatt die van allen seiten erhaltenen Informationen an die Verbände weiterzugeben, Informationen vor allem, die einer fundierten Weiterführung der Aktion dienten. Es erübrigt sich wohl hinzuzufügen, dass diese Informationen gleichzeitig auch in die Unterlagen der zuständigen internationalen 11. Institutionen aufgenommen wurden, die besonders daran interessiert sind zu erfahren, wohin die Krise innerhalb der Lehrerschaft führt und welche Entwicklung sich im gesamten Erziehungswesen abzeichnet. Im Verlauf dieses Jahres, das besonders gekennzeichnet war durch eine heftiges Anwachsen der Forderungen und durch eine ständig steigende Zahl von Streiks, hat sich die Arbeit des Sekretariats mit mehr Einfallsreichtum und mit grösserem - Nachdruck denn je natürlicherweise auf die ihm eigentlich zufallende Aufgabe konzentriert, nämlich auf die tatsächliche, vollkommene und kontrollierte Einsetzung von zwei Arten internationaler Instrumente in allen Ländern: einerseits zwischenstaatliche Empfehlungen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen der Lehrerschaft, andererseits gewerkschaftsrechtliche Abkommen. Nachstehend ein gedrängter Überblick über diese zweifache Aktion: 1. - Kampf um die praktische Anwendung der zwischenstaatlichen Empfehlung zu den Arbeitsbedingungen_der_Lehrerschaft. Mit dem festen Willen, die notwendige Klarheit zu schaffen, hat das Sekretariat Schritt für Schritt den Ablauf des Verfahrens verfolgt, das einer gemeinsam von der UNESCO und dem IAA eingeleiteten offiziellen Untersuchung folgte und das Ziel hatte, zu überprüfen, in welchem Masse jeder einzelne Mitgliedstaat auf seine Lehrerschaft jene Forderungen in Anwendung bringt, die in jenem Dokument enthalten sind, das wir gerne" Grundcharta" nennen. Wir konnten schliesslich in unserem Bulletin vom 26. April 1971 den Text der Untersuchungsergebnisse abdrucken, der von dem gemeinsamen ad- hoc- Ausschuss der Experten der UNESCO und des IAA verfasst wurde, sowie auch den Wortlaut der daraufhin von der letzten Generalkonferenz der UNESCO in der Sitzungsperiode Oktober- November 1970 angenommenen Resolutionen. 12. Die Bedeutung solcher Dokumente ist gewiss auch dem stets wachen Interesse unserer Organisationen nicht entgangen. Zumindest konnten sie in diesen Dokumenten Anregungen zu weiteren schritten finden, sie konnten sich überlegen, welche neuen Mittel einzusetzen sein werden, um eine tatsächliche Anwendung der zwischenstaatlichen Empfehlungen zu erreichen. Das Sekretariat hat alle nationalen Organisationen gebeten, es über alle Ereignisse auf dem Laufenden zu halten, die die tatsächliche berufliche Situation der Mitglieder betreffen, wenn man sie unter dem Aspekt der oben angeführten offiziellen Texte und vor allem der Schlussfolgerungen und Empfehlungen betrachtet, die der Expertenausschuss zum Abschluss der Untersuchung formuliert hat. Im übrigen hat der Vertreter des I B S L es nicht versäumt, vor der Abstimmung der Generalkonferenz der UNESCO über die Resolutionen, die sich aus dem Expertenbericht ergeben, das Wort zu ergreifen, indem er ein Vorrecht wahrnahm, das sich die Internationale vor dieser hohen Instanz erworben hatte. Nachdem der Sprecher des I B S L erneut und mit Nachdruck den offensichtlichen Zustand sozialer Minderwertigkeit anprangerte, in dem sich entgegen jeder Gerechtigkeit und im Widerspruch zum gesunden Menschenverstand nicht nur der Lehrer der sogenannten Entwicklungsländer, sondern auch der Lehrer der als demokratisch geltenden Industrieländer befindet, hob er noch einmal drei Grundübel hervor, unter denen die Gesamtheit der frei zusammengeschlossenen Lehrer leidet: 1) die ebenso unhaltbare wie unverständliche Haltung der Behörden in ihrer negativen Passivität und in ihrer feindlichen Einstellung hinsichtlich der Anwendung der Empfehlungen; 2) die Tatsache, dass- aus der gleichen Einstellung heraus die Behörden es versäumt haben, den Berufsverbänden ihre offiziellen Berichte vor der Übergabe an den Untersuchungsausschuss vorzulegen, und die trotz der Warnung durch das IAA am 15. Januar - 13. 1969; 3) die offiziell zum Ausdruck gebrachte Möglichkeit, dass die offizielle Untersuchung erst 1975 wieder aufgenommen wird. Als sich ein Regierungsvertreter gegen die Gewährung des Streikrechts für die Lehrer aussprach, erwiderte der Vertreter des I B S L, dass die Experten von UNESCO und IAA ausdrücklich auf diesem Recht als wichtigem Beständteil der gesamten gewerkschaftlichen Rechte, die den Lehrern zuerkannt werden sollten, bestanden hätten. 2. - Kampf um die Anwendung_der_internationalen_Alkommen über gewerkschaftliche Rechte. Zweifellos hat unsere Internationale auf dem Gebiet der Arbeitsbedingungen ein aufrichtiges Gefühl der Dankbarkeit gegenüber der UNESCO, die es unternommen hat, der berechtigten und mit immer mehr Verärgerung vorgebrachten Forderung der Lehrer gerecht zu werden. Ausserdem erscheint es auch unserer Internationalen immer notwendiger zu werden, unaufhörlich die bereits bewährte Zusammenarbeit mit dieser Organisation weiterzuführen und zu intensivieren. Wenn es sich jedoch darum handelt, definitiv die gesamten gewerkschaftlichen Recht zu erwerben, dann richtet sich der Blick der Lehrer wie derjenige aller anderen Arbeiter auf die I A O. Diese Organisation ist entsprechend dem Willen der gesamten Arbeitnehmerschaft in erster Linie die Hüterin und Beschützerin der sozialen Gerechtigkeit, der Menschenrechte, der Wahrung der beruflichen, materiellen und moralischen Rechte. Es würde dem Wesen, dem Geist einer echten Lehrergewerkschaftsbewegung widersprechen, wenn der Verschiedenheit der beruflichen Aufgaben nicht durch eine differenzierte Behandlung seitens der Internationalen Gremier Rechnung getragen würde. Deshalb erwartet das Sekretariat auch in erster Linie von der I A O, dass den Lehrern in allen Ländern in Gesetz und Praxis der volle Genuss der gewerkschaftlichen Rechte zuerkannt wird. Um dieses Ziel zu erreichen hat es diese Forderung in erster Linie vergetragen vor den Genfer Instanzen. 14. Theoretisch sind vor einem halben Jahrhundert mit Inkrafttreten der Verfassung der I A O allen Arbeitnehmern ohne Unterschied diese Rechte zugesprochen worden. Sie wurden in Abkommen aufgenommen, die die internationale Arbeitsgesetzgebung festlegen, und zwar seit mehr als zwanzig Jahren. Man muss sich jedoch darüber klar sein, dass diese Rechte dennoch nicht überall in der Praxis der nationalen gesetzgebungen angewandt werden. So hat zum Beispiel bis heute ein Drittel der Mitgliedstaaten der I A O die Konvention über freie gewerkschaftliche Zusammenschlüsse und über den Schutz des Gewerkschaftsrechtes noch nicht ratifiziert, obgleich diese Konvention bereits seit 1948 in Kraft ist, und ein Viertel der Mitglieder ist ebenso verfahren mit der Konvention über das Organisations- und Verhandlungsrecht, die 1949 angenommen wurde. Es erübrigt sich hinzuzufügen, dass viele Mitgliedstaaten zwar feierlich diese beiden Konventionen ratifiziert haben, jetzt aber bei ihrer Anwendung sehr sparsam verfahren oder sogar bewusst Abkommen verletzten, die sie unterzeichnet und ratifiziert haben. Dieser Tatbestand ist auf der ganzen Welt mehr als bekannt. Darum hat die Internationale Arbeitskonferenz nach einer energischen Intervention der Vertreter der freien Gewerkschaftsbewegung auf ihrer Versammlung vom Jahre 1970 eine Resolution verabschiedet, die die Mitgliedstaaten entschieden und nachdrücklich auffordert, sofort diese beiden Konventionen zu ratifizieren falls dies noch nicht geschehen ist-, auf jeden Fall die Einhaltung der Bestimmungen dieser Texte zu garantieren, und selbst schliesslich in ihren Gesetzen und Verordnungen die Gesamtheit der erwähnten Grundsätze zu verankern. 15. Ausserdem und um dieser Resolution eine praktische Auswirkung zu sichern, hat die Konferenz den Verwaltungsrat des I A A gebeten, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um alle verfahrensrechtlichen Möglichkeiten zu erweitern, die eine Einhaltung der Konventionen durch die Mitgliedstaaten gewährleisten und gerantieren, dass die arbeitsrechtlichen internationalen Empfehlungen befolgt werden. Schliesslich sah sich der Verwaltungsrat rechtmässig aufgefordert, neue gründliche Untersuchungen anzustellen, die gegebenenfalls zu einer Ausweitung der gewerkschaftlichen Rechte führen könnten, entsprechend den Grundfreiheiten, auf die sie sich moralisch und juristisch gründen. In seinem Informationsblatt n° 4/1971, hat das Sekretariat den Wortlaut dieser äusserst wichtigen Resolution abgedruckt, und in n° 9 aus dem gleichen Jahr fand sich der Text der beiden Konventionen über die gewerkschaftlichen Rechte. Gleichzeitig appellierte das Sekretariat an die Mitgliedsorganisationen, diese günstige Gelegenheit zu ergreifen und ihrerseits erneut einen energischen Druck auf ihre Regierungen auszuüben, damit diese endlich jene wesentlichen Texte ratifizierten, die allen Arbeitnehmern, Lehrer inbegriffen, die gewerkschaftlichen Freiheiten zusichern. Parallel dazu hat das Sekretariat im Namen der Internationalen die Initiative zu einer weitgestreuten Untersuchung ergriffen, die auf einem von Sekretariat selbst erstellten Fragebogen aufbaut und dazu dienen soll, die tatsächliche Situation in allen Ländern zu klären und festzustellen, inwieweit die Lehrerschaft von dem ihr offiziell zuerkannten Recht der Versammlung, der Tarifverhandlungen und des Streiks Gebrauch machen kann. Die Zahl der Organisationen der verschiedenen Kontinente, und zwar der Industrieländer wie der sogenannten Entwicklungsländer, die durch ihre Antworten dazu beigetragen haben, eine 16. an genauen Informationen reiche Unterlage auszuarbeiten, war Das Sekretariat konnte diese Dokumentation mit Erfolg. gross. bei den internationalen Institutionen einsetzen. * * Im Rahmen dieser Aufwertung der arbeitsrechtlichen Situation der Lehrerschaft ist ausserdem ein seit langem erhofftes Ereignis eingetreten endlich konnte der paritätische Ausschuss des öffentlichen Dienstes( Commission paritaire de la Fonction Publique) auf der Ebene des I A A zusammentreten. Diese Kommission wurde schon zum 28. September 1970 einberufen, wurde dann aber aufgrund finanztechnischer Schwierigkeiten vertagt. Diese Nachricht war von allen betroffenen Arbeitnehmern mit grosser Enttäuschung aufgenommen worden, unter anderem auch von den Lehrern und rief eine Reihe von Protesten und Interventionen seitens des Sekretariats herauf, das schliesslich, nachdem es nachdem es an alle Mitgliedorganisationen appelliert hatte, mit vereinten Kräften die erneute Einberufung der paritätischen Kommission für den 22. März 1971 erreichte. Bis zum 2. April hatte man sich so glücklicherweise um den runden Tisch zusammengefunden, es kam zu bedeutendem Meinungsaustausch, und der Vertreter des I B S L war der einzige, der die Verantwortung auf sich nahm, die Interesen der Lehrerschaft und ihrer arbeitsrechtlichen Forderungen zu verteidigen. Zahlreich waren die Themen, die zur Diskussion standen, alle waren von ausschlaggebender Bedeutung für die Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes, zu denen auch die Lehrer gezählt wurden: man sprach über Probleme der beruflichen Beförderung, über gewerkschaftliche Freiheit und die Beteiligung des Personals an Beschlüssen über Bestimmungen arbeitsrechtlicher Art. 17. Nach Meinung aller Partner hat diese paritätische und nicht wie die anderen Gremien des I A A aus 3 Interessengruppen zusammengesetzte Kommission in dieser ersten Sitzungsperiode ein insofern überzeugendes Experiment unternommen, als es zu den erwarteten vernünftigen Ergebnissen fülose und anderseits auch von vornehein und für die Zukunft das beste Klima für eine Verständigung zwischen den verschiedenen Gruppen fürthe. Was die Ergebnisse betrifft, so kommt dieser Arbeit das Verdienst zu, dass eine klare, objektive und vollständige Bilanz gezogen werden konnte hinsichtlich der zu lösenden Grundprobleme, die auf dem Gebiet der Arbeitsbedingungen des Arbeitnehmers im öffentlichen Dienst, also des Lehrers, bestehen, wobei diese Bedingungen realistisch gesehen werden müssen in ihrer besonderen Mannigfaltigkeit, die sich aus der jeweiligen Situation in den verschiedenen Mitgliedstaaten ergibt. Den Gewerkschaftsvertretern des öffentlichen Dienstes ist es übrigens sogleich gelungen, während dieser ersten Arbeiten eine Atmosphäre der Einstimmigkeit, der Solidarität zu schaffen, und das trotz der unendlichen Verschiedenartigkeit der tatsächlichen Situation und der angestrebten Verbesserungen in den diversen Ländern, in den verschiedenen Berufsgruppen und manchmal auch innerhalb derselben Gruppe, wenn sie unter dem Gesichtswinkel der geographischen Verankerung betrachtet wird. Der Generaldirektor des I A A hat diesen hervorragenden Start zur Kenntnis genommen und deshalb die Erklärung abgegeben, dass alles dafür spreche, dass die Kommission bald das Stadium des Experiments hinter sich lassen werde, um zu einem ständigen Element bei der ordnungsgemässen Verfahren der IAO zu werden. Das erwarten natürlich auch alle Gewerkschaftsvertreter, darunter der Vertreter unserer Internationalen, für die sich in einer solchen Perspektive die grösste Hoffnung auf tut, 18. endlich tatsächlich Statut, berufliches Fortkommen sowie Lebens- und Arbeitsbedingungen jenen Millionen von Arbeitnehmern zu verbessern, die sie innerhalb dieser hohen paritätischen Instanz vertreten. Dieses Versprechen ist auch enthalten in den beiden bei Ende der Sitzungsperiode einstimmig verabschiedeten Resolutionen. Die eine zielt darauf ab, alle gewerkschaftlichen Rechte in ihrer Gesamtheit und in ihrem vollen Umfang inbegriffen das Streikrecht auf den öffentlichen Dienst auszudehnen, die andere bringt den Wunsch zum Ausdruck, die Kommission möge als ständiges Gremium das grosse Programm der Zukunft vertreten, das eine ständig wachsende Verbesserung der Situation der betroffenen Arbeitnehmer vorsieht. Diese beiden wichtigen Texte sind, mit unseren Kommentaren versehen, in den Informationsblättern n° 13 und 14 erschienen. Die Tatsache, dass die paritätische Kommission mit ihrer Tätigkeit begonnen hat, scheint zu Recht so interpretiert zu werden, dass sich endlich der Weg zu einem System sozialer Gerechtigkeit und Würde öffnet, wie es die Arbeitnehmerschaft im öffentlichen Dienst mit den Lehrern an der Spitze seit allen Anfängen fordert. Für die Lehrer ist es - und das hat unser Vertreter auf - der Sitzung auch deutlich hervorgehoben von ganz besonderer Bedeutung, dass ihre arbeitsrechtliche Situation mit all ihren Aspekten unter dem gleichen Gesichtswinkel und im gleichen Geist beurteilt wird wie diejenige aller anderen Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst. Von dieser völligen Assimilierung, die bereits de facto vom I A A anerkannt ist, hängt das soziale und moralische Geschick des Lehrberufes ab. Nocheinmal zugunsten der Lehrer und ganz besonders für sie hat die paritätische Kommission die klare Ansicht vertreten, dass das I A A seine ganze Autorität einsetzen und alle ihm verfügbaren Aktionsmittel anwenden müsse, um in den Mitgliedstaaten die zwischenstaatliche Empfehlung über die Situation der Lehrerschaft zur Anwendung zu bringen. 19. Die Konstituierung und das tatsächliche Zusammentreten der paritätischen Kommission sind ein Ergebnis der starken und aktiven Solidarität, die seit Jahren unter den frei zusammengeschlossenen Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes besteht und die sich gründet auf die unmittelbare berufliche und psychologische Affinität die ihren konkreten Ausdruck findet in der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen unserer Internationalen und derjenigen der öffentlichen Dienste( ION) und der Post, Telefon und Telegrafen Internationales Fernmeldeverein. Und wir glauben, dass es angepasst ist, darauf hinzuweisen, welche Rolle in dieser gewerkschaftlichen Beziehung der tiefe Sinn für das Geschehen, für das Ereignis spielt. Diese Kraft, die aus der Einigkeit erwächst, stand dieses Jahr in Genf für die Lehrer am Beginn eines Sieges, der in sich den Keim all jener Siege trägt, die schliesslich zum endgültigen Triumpf führen werden. Das hoffen wir von ganzem Herzen, denn wir glauben an die Unzerstörbarkeit einer über reine Berufsgruppen hinausreichenden Solidarität, die zu diesen ersten konkreten Ergebnissen geführt hat. Es war weiterhin von ausschlaggebender Bedeutung, dass bei der Internationalen Konferenz der Arbeit( in Genf vom 2. bis 28. Juni 1971) der Vertreter des I B S L wieder wie in den Vorjahren der einzige Beauftragte der Lehrergewerkschaften war, der sich nachdrücklich für eine Besserstellung der Lehrer eingesetzt hat und seine Ausführungen schloss mit einem mitreissenden und dringlichen Appel an die hohe Versammlung, alle möglichen Massnahmen zu ergreifen, die dem I A A möglich sind und die so bald wie möglich den Resolutionen der paritätischen Kommission einen praktischen Erfolg versprechen. Das war natürlich wieder eine Gelegenheit, mit Nachdruck auf die untragbare Benachteiligung zu verweisen, welche die Lehrer in ihren Arbeits- und Lebensbedingungen hinnehmen müssen. 20. Abschliessend glauben wir mit Recht darauf hinweisen zu können, dass wir eine bedeutende und zweifellos entscheidende Etappe zurückgelegt haben auf dem Weg, den wir eingeschlagen haben, um die Aufmerksamkeit der offiziellen Instanzen nach und nach auf die dringende Notwendigkeit einer vollständigen Aufwertung der Situation der Lehrerschaft zu lenken, und zwar der Lehrerschaft, die in ihrer Rolle als Teil des öffentlichen Dienstes gesehen werden will. Dieser Fortschritt ist natürlich dem erbitterten, aber wohl durchdachten und mit Unterlagen belegten Kampf zu verdanken, den das I B S L seit so vielen Jahren ununterbrochen führt. Deshalb glauben wir auch, dass unsere Hoffnung berechtigt ist, der Generalrat möge zum Ausgang seiner gegenwärtigen Verhandlungen und angesichts der Ergebnisse des Seminars vom 12. bis 20. Juli dieses Jahres in Berlin, das Mandat des Sekretariat bestätigen und erneuern, damit es seine entscheidende Aktion vollenden kann. D.- Entwicklung des Erziehungswesens. Die immanente Bedeutung des Problems der Unterrichtsbedingungen sowie die ihm durch die Ereignisse im Berichtsjahr verliehene Aktualität bestimmten massgeblich die Arbeit des Sekretariats. Der zweite Hauptaufgabenbereich des Sekretariats, die uneingeschränkte Förderung der Entwicklung des Erziehungswesens durch die demokratisch organisierten Lehrkräfte, kam darüber jedoch nicht zu kurz. Diese Arbeit ist heute notwendiger denn je, da die zwischenstaatlichen Fach organisationen und die in einer oder anderer Hinsicht an dem Problem interessierten Instanzen während des verflossenen Jahres keine Gelegenheit versäumt haben, die einzelstaatliche Erziehungs- und Ausbildungspolitik in präzise Richtungen zu lenken. Allein schon dieser Umstand 21. erfordert seitens der Lehrkräfte, die aus verständlichen Gründen jegliche von oben diktierte Planung ablehnen und in erster Linie fordern, dass bei der Gestaltung und Durchführung dieser Politik nicht nur die wirtschaftlichen Interessen aller Arbeitskräfte, sondern auch ihre intellektuelle, soziale und kulturelle Gegenwart und Zukunft berücksichtigt werden, grösste Wachsamkeit. Die Mitwirkung der organisierten Lehrerschaft an der Planung einer kontinent - bzw. weltweiten Politik stösst indessen nach wie vor auf zwei Haupthindernisse. Das erste Hindernis ist in dem offenkundigen Umstand zu sehen, dass jede massgebliche zwischenstaatliche Organisation in diese Planung einzugreifen trachtet und dabei nur ihre spezifische Aufgabensetzung und ihre persönlichen Ziele im auge hat. Dies zwingt zu der Feststellung, dass die überwiegende Mehrheit aller diesbezüglichen Initiativen, die häufig für die Zukunft der ganzen Bevölkerung von einschneidender Bedeutung sind, eine deutliche Zersplitterung in den Bemühungen der internationalen Instanzen erkennen lassen. In der Logik von Ursache und Wirkung führt dies zu einer ähnlichen Zersplitterung auf Ebene der Berufsorganisationen, die ängstlich darauf bedacht sind, die Kontrolle auszuüben, die ihnen ihre Doktrin geboten erscheinen lässt. - - Das zweite und gewiss nicht unbedeutende Handikap führt uns zum Problem des Lehrerstandes zurück. Diesem ist bis heute noch nicht das Recht zugestanden worden, auf nationaler Ebene organisch, eigenverantwortlich und Kontinuierlich an der Gestaltung der Unterrichts-, Ausbildungs- und Kulturpolitik und deren täglichen Anwendung mit zuwirken; erst recht ist ihm dieses Mitspracherecht bei der Vorbereitung der einschlägigen zwischenstaatlichen Empfehlungen verwehrt. 22. Dies sind die beiden Hauptprobleme, mit denen das Sekretariat beständig zu ringen hat, damit künftig in den Beratungen und Beschlüssen an Stelle die grundlegenden Auffassungen der Lehrerschaft berücksichtigt werden. Diesem Anliegen wurde im Rahmen der dem Sekretariat zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Mittel nach Kräften Rechnung getragen. So blieb nichts ungetan, um auf allen internationalen Konferenzen über Erziehungs- und Ausbildungsfragen unsere aktive Präsenz sicherzustellen und die Forderungen unserer Bewegung vorzutragen. Wie aus dem weiter unter dargestellten Sachverhalt deutlich wird, war eine systematische Intervention bei den verschiedenen zwischenstaatlichen Instanzen, die im übrigen rechtzeitig von dem Inhalt der vom Generalrat 1970 verabschiedeten Entschliessungen unterrichtet worden waren, nicht möglich. Diese verschiedenen Instanzen waren in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für unsere Arbeit: die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur ( UNESCO), die Internationale Arbeitsorganisation( IAO), die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung( OECD) und die Organisation der Vereinten Nationen für Landwirtschaft und Ernährung( FAO). 1. Die Arbeit auf Ebene der UNESCO. -0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0Im Rahmen seiner gegenwärtigen Mittel und in dem Bestreben, die erziehungs und ausbildungspolitischen Ziele unserer Bewegung kontinuierlich zu fördern, war das Sekretariat bemüht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die ihm sein Status als Konsultationsorgan bei der UNESCO bot. 23. Das Sekretariat ist vor der jährlichen Generalkonferenz der UNESCO( Paris, 12. Oktober- 14. November 1970) erneut scharf dagegen angegangen, dass bis heute weder die demokratisch organisierten Lehrkräfte noch die freie Gewerkschaftsbewegung der Werktätigen und organisch zu den zukunftweisenden Entscheidungen hinzugezogen werden, auf denen die weltumspannende Arbeit der UNESCO zur Umstrukturierung und Planung des Unterrichts- und Ausbildungswesens beruht, obgleich diese Politik in erster Linie und in entscheidendem Masse die berufliche, soziale und menschliche Zukunft von Millionen von Erwerbstätigen bestimmt. Des weiteren hat sich das Sekretariat aktiv an den Sitzungen der nichtstaatlichen Organisationen beteiligt, die von der UNESCO vom 23. bis 26. November 1970, vom 2. bis 5. März 1971 und vom 28. Juni bis 2. Juli 1971 in Paris einberufen worden waren. Parallel hierzu hat das Sekretariat die ständigen Kontakte zwischen der Internationalen und den speziell an den beruflichen Zielen unserer Bewegung wie Erwachsenenbildung, schulund Hochschulunterricht und Weiterentwicklung des Schulwesens interessierten Abteilungen der UNESCO fortgeführt und vertieft. Des weiteren hat das Sekretariat im Berichtsjahr auf Grund seines Status als Konsultations organ an der zweiten Tagung des Internationalen Beratenden Komités teilgenommen, das sich mit Fragen der ausserschulischen Erziehung zu befassen hat. Diese Tagung fand vom 8. bis 14. Dezember 1970 statt. Dabei ging es im wesentlichen um eine Annäherung der Standpunkte in der Frage der Erwachsenenbildung und der Beseitigung des Analphabetentums sowie um die Vorbereitung der dritten Weltkonferenz über Fragen der Erwachsenenbildung. 24. 2. Die Arbeit auf Ebene der IAO. - -0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0Bekanntlich hat das I B S L als internationale Organisation der Lehrkräfte schon seit Jahren das Privileg, in engster Form zu den Arbeiten der IAO hinzugezogen zu werden, deren dreigliedrige Struktur( Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer) der Arbeitervertretung einen breiten Raum lässt. Das der IAO erteilte Mandat zur Durchführung des Weltbeschäftigungsprogramms im Rahmen des zweiten Entwicklungsjahrzents hat diese Organisation konsequenterweise dazu gezwungen, der Problematik der Ausbildung eine absolute Priorität einzuräumen. Dies hat nichts Überraschendes beim gegenwärtigen Stand unserer Zivilisation, die durch eine immer stärkere Automatisierung in der Produktion, Verteilung und Verwaltung, durch den Beginn der" Ara der Freizeit" mit allen damit verbundenen menschlichen und sozialen Folgen und nicht zuletzt durch die Forderungen einer unsere üblichen Grössen Vorstellungen spengenden dritten Welt gekennzeichnet ist, die vielleicht noch für lange Zeit zu einem Zustand der Unterindustrialisierung, zu Zulieferfunktionen und sicher auch zu allen Wechselfällen der wirtschaftlichen Kolonisation verurteilt sein wird. Es ist daher nur folgerichtig, wenn die IAO das Problem einer Entfaltung der menschlichen Arbeitsmöglichkeiten als wichtigste Existenzgrundlage von drei Vierteln der Bevölkerung unseres Planeten über eine weltweite Politik der Erziehung, Ausbildung, Forschung und Kultur auf der Grundlage einer langfristigen Planung zu lösen versucht. Der sich vor unseren Augen unaufhaltsam vertiefende Graben zwischen unseren in jeder Hinsicht anachronistischen und durch unsere politischen Grenzen abgekapselten Erziehungs- und Ausbildungssystemen und den realen Beschäftigungsbedürfnissen ist mittlerweile derart augenfällig geworden, dass er zum zündstoff einer an den Schulen aller Länder zu beobachtenden Protestbewegung geworden ist. 25. Dass die weltweit und demokratisch organisierten Lehrkräfte sich mehr als jede andere Berufsgruppe dieses Problems, seiner Wurzeln, seiner Faktoren und seiner Dimensionen bewusst sind, hat das Sekretariat immer wieder als fundamentale Wahrheit bei jeder ihrer Interventionen bei den zuständigen IAO- Ins tanzen betont. Dabei wurde aber jedesmal auch der Hinweis vorgebracht, dass die Lehrkräfte und Ausbilder es für unvertrelbar erachten, dass angesichts derartiger Probleme mit derart weitreichenden Konsequenzen nicht systematisch an ihre direkte Kompetenz, an ihre schöpferische Fähigkeit oder auch nur an ihr Berufsgewissen appelliert wird. Ihre Würde als Werktätige untersagt es ihnen, nur die Befehlsempfänger einer Planungsinstanz zu sein, in der ohne eine ständige aktive Mitarbeit der Lehrerschaft wirtschaftlitechnokratische Faktoren die Oberhand über die in erster Linie humanistischen Bildungsziele gewinnen und damit der Entfaltung des sittlichen, sozialen, kulturellen und intellektuellen Potentials eines jeden nicht mehr gutzumachenden Schaden zufügen könnten. Dies sind die Kerngedanken der Botschaft, die das Sekretariat in Namen der Internationalen zunächst an alle Fachinstanzen der IAO, sodann auf einer Audienz vom 17. Mai 1971 an den IAO- Generaldirektor und schliesslich an die Internationale Arbeitskonferenz( Genf, 2.- 28. Juni 1971) gerichtet hat, auf der unser Vertreter ausführlich auf diesen Fragenkomplex und diese Forderungen eingegangen ist. 3. Die Arbeit auf Ebene der OECD. -0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0Was die Beziehungen zur Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung( OECD) anbelangt, deren Fachdienststellen sich gleichfalls in immer stärkerem Masse mit den gegenwärtigen und auf längere Sicht zu erwartenden Ausbildungsproblemen befassen und die ebenfalls auf diesem Gebiet 26. planend tätig sind, so bestand im wesentlichen keine Veranlassung, etwas an den Erklärungen und Forderungen unserer Bewegung zu ändern, es sei denn, dass es sich hier noch mehr empfahl eindringlich auf die ernsten Bedenken der Lehrerschaft hinsichtlich einer missbräuchlichen Einmischung der Wirtschaftskräfte in die Gestaltung einer neuen Unterrichts- und Aus bildungspolitik hinzuweisen. Überzeugt von dem wachsenden Einfluss der OECD- Studien auf die Regierungspolitik hat es das Sekretariat daher nicht versäumt, geeignete Schritte zu unternehmen. Bei dieser Aufgabe wurde das Sekretariat im Sinne einer geistigen Solidarität tatkräftig von der auf OECD- Ebene eingesetzten Beratenden Gewerkschaftskommission unterstützt, die die Interessen aller Werktätigen der industrialisierten Länder zu vertreten hat. Das Sekretariat hat sich des weiteren für praktische Massnahmen eingesetzt, die es den organisierten Lehrern ermöglichen sollen, zusammen mit allen Werktätigen die gemeinsamen Probleme auf dem Gebiet ständiger und ergänzender Beziehungen zwischen der Welt der Arbeit und der Welt der Erziehung zu lösen. Im Hinblick auf unser Bildungsprogramm und unsere diesbezüglichen Forderungen hat das Sekretariat seine Beziehungen zu den für unsere Bewegung besonders massgeblichen Instanzen der OECD den Abteilungen für Soziale Angelegenheiten und Arbeitskräftefragen, Wissenschaftliche Fragen und Förderung des Schulwesens noch enger gestaltet. Das Sekretariat hat an drei Veranstaltungen der OECD teilgenommen, auf denen Probleme, die den Lehrern am Herzen liegen, zur Sprache gebracht wurden. So veranstaltete die OECD vom 25. bis 30. Oktober 1970 in Portland ein internationales Seminar über den Einsatz von Datenverarbeitungsanlagen im Hochschulunterricht; im Anschluss daran wurde das Sekretariat am 22. Dezember in Paris zu einer Sitzung zur Vorbereitung der 27. nächsten Resierungskonferenz über den Einsatz hochqualifizierter Fachkräfte eingeladen 3B schliesslich nahm das Sekretariat am 27. Mai 1971 gleichfalls in Paris an einer Sitzung der Beratenden Gewerkschaftskommission teil, die eine offizielle Begegnung mit den zuständigen OECD- Ins tanzen über Fragen der ständigen Bildung vorbereitete. 4. Die Arbeit auf Ebene der FAO. -0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0-0Bei oberflächlicher Betrachtung mögen die Zielsetzungen und Interessenschwerpunkte der Internationalen und der Organisation der Vereinten Nationen für Landwirtschaft und Ernährung ( FAO) wenig Ähnlichkeit aufweisen. Die Führungsspitzen dieser wichtigen internationalen Organisation sind in diesem Punkt jedoch anderer Meinung. Aus eigener Initiative richten sie einen von Jahr zu Jahr dringenderen Appell an eine Zusammenarbeit mit den organisierten Lehrkräften. Seit Jahren bemüht sich unsere Internationale daher, im Rahmen ihrer Möglichkeiten diesem Appell Folge zu leisten. unterstützen. Das Sekretariat liess nichts ungetan, um das Welternährungsprogramm und die Kampagne gegen den Hunger in der Welt zu Als einzige internationale Lehrerorganisation hat das Sekretariat aktiv an einer wichtigen Sitzung des Beratenden Ausschusses der FAO in Rom am 22. Juni 1971 teilgenommen. Im Zuge der zahlreichen Kontakte zu den Fachdienststellen der FAO konnte ein Kooperationsprogramm im Rahmen der Aufklärungskampagne über Ernährungsfragen aufgestellt werden. Dieses Programm soll im Laufe des Jahres 1971/72 verwirklicht werden. * * * 28. Abschliessend glaubt sich das Sekretariat zu der Feststellung befugt, dass seine Aktion auf dem Gebiet der Förderung von Erziehung und Ausbildung zwar vorwiegend darauf abzielte, die von der internationalen Gewerkschaftsbewegung aufgestellten einschlägigen Grundsätze zu jeder Gelegenheit energisch zu bekräftigen, dessen ungeachtet aber die Voraussetzungen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der IAO, der OECD und der FAO für die nächste Zukunft geschaffen hat, indem mit den zahllosen Fachdienststellen dieser einflussreichen zwischenstaatlichen Organisationen die unerlässlichen Kontakte hergestellt wurden, ohne dass dabei die Handlungs- und Entscheidungsfreiheit der Gewerkschaftsorganisation für die Zukunft in irgendeiner Hinsicht eingeent wurde. Nur wenige Organisationen, so die Weltgesundheitsorganisation( WHO) und die UNICEF, blieben ausserhalb der zunehmenden Einfluss sphäre des Sekretariats, obgleich dieses mit den fraglichen Organisationen seit Jahren ständige, jedoch auf die gegenseitige Unterrichtung beschränkte Beziehungen aufrecht erhält. Diese Lücke in der Tätigkeit des Sekretariats erklärt sich aus den bescheidenen materiellen Mitteln, die dem Sekretariat auch in personeller Hinsicht · zur Verfügung stehen. - Dem Generalrat ist des weiteren über die regionale Arbeit des Sekretariats zur Förderung des Schulwesens zu berichten. Diese wichtige Tätigkeit ist im Kapitel über die regionale Aufgliederung der Struktur des I B S L dargestellt. E. Hebung des Wohlstands in der Welt. Die aufgrund der Art und der gigantischen Dimensionen am schwierigsten zu ermessende Arbeit des Sekretariats besteht darin, auf der einen Seite ständig gegen alle Gefahren anzutreten, die sich für die menschliche Gemeinschaft aus dem blinden Hass, der Intoleranz, der Gewalt und der Verachtung des Menschen für den Menschen ergeben, und auf der anderen 29. Seite sich für eine ständige Verbesserung der Existenzbedingungen in der Welt einzusetzen, d.h. für mehr Fortschritt in jeder Hinsicht, für mehr materielles und immaterielles Wohlergehen aller, für mehr Achtung vor allen Freiheiten und allen legitimen Rechten des Werktätigen und schliesslich für mehr Brüderlichkeit zwischen allen Menschen ohne jede Diskriminierung. Niemand wird verkennen, dass es sich hier um ein gewaltiges Bündel immaterieller Ziele handelt, die sich aus der täglichen weltweiten Praktizierung einer hohen universellen Ethik ergeben, die in direktem Ang- riff und mit der Hoffnung auf sofortige konkrete Ergebnisse zu verwirklichen sich aber auch die über Kontinente hinweg gesponnene Solidarität der Lehrer, so überzeugend, so enthusiastisch, so unnachgiebig und so dynamisch sie auch sein mag nicht anheischig machen kann. Einige Enttäusche werden den von der Internationalen der Lehrer seit deren Gründung geführten Kreuzzug zur Verwirklichung dieser Ziele als utopisch bezeichnen. Seit zumindest zwei Jahrzehnten scheint in dieser langen " Nachkriegszeit" das tragische Schauspiel einer nach wie vor geteilten, in sich zerrissenen Welt ein deutliches Dementi unserer Hoffnungen und eine grausame Enttäuschung unserer tiefsten Ideale zu bringen. Seit 25 Jahren lebt die Menschheit in der verzweifelten Erwartung eines Friedensschlusses, während das Atomwettrüsten weiterhin unsere besten geistigen und materiellen Kräfte bindet und ein Potential an Zerstörungskraft schafft, das selbst von den Spezialisten als Wahnsinn bezeichnet wird. Das kollektive Bewusstsein wird immer mehr durch die Gewalt vergiftet. In der Strasse entfesselt sich bereits mörderisch die Revolte hier plötzliche Ausbrüche einer unve- rantwortlichen Auflehnung, dort vom Rassenkampf oder Parteihass geschürte Emptionen. 30. Schliesslich ist auch die alarmierende Verseuchung unseres biologischen Lebensraums, die bei der Jugend mit einer inneren physiologischen Verheerung durch übermässigen Drogengebrauch einhergeht, eine Form der Aggression mit noch unvorhersehbaren genetischen Folgen, nämlich die Agression gieriger und praktisch unkontrollierbarer Wirtschaftskräfte. Der Kampf unserer Gewerkschaftsbewegung gegen diese Drohungen wird am erfolgreichsten auf indirekte Weise geführt: zunächst durch das Beispiel unserer Gewerkschaftssolidarität, unserer Bründerschaft mit den werktätigen Klassen, aber auch durch unsere Zusammenarbeit mit den zwischenstaatlichen Organisationen, deren Zielsetzungen sich mit unseren Idealen decken. Ein direktes Wirken muss sich auf die Entsendung von Botschaften oder die Verteilung energischer Entschliessungen beschränken. So hat das Sekretariat die auf der letzten Tagung des Generalrats von 1970 angenommene Entschliessung unmittelbar dem Generalsekretär der Organisation der Vereinten Nationen zugestellt. Auch sind wir jedesmal, wenn die Menschenrechte mit Füssen getreten wurden, bei der gleichen Instanz vorstellig geworden, so bei zwei besonders provozierenden Ereignissen: a) auf Antrag unserer israelitischen Organisation gegen die Politik der Unterdrückung und Diskriminierung gegen die jüdischen Minderheiten in der Sowjetunion%; B b) anlässlich des Prozesses von Burgos gegen die Haltung der Madrider Regierung und generell gegen die bis zur Aussetzung der bürgerlichen Freiheiten verhärtete Unterdrückung, die unsere spanischen Kameraden nach wie vor trifft. Als nichtstaatliche Organisation hat das IB SL des weiteren seine uneingeschränkte Zustimmung zu den Grundsätzen bekundet, deren hervorragende Bedeutung für den Frieden, die 31. allgemeine Entwicklung und das Wohlergehen der Menschheit die UNESCO hervorheben wollte, als sie das Jahr 1971 zum" internationalen Jahr" des Kampfes gegen Kolonialismus und Rassismus erklärte. Die gleiche uneingeschränkte Zustimmung brachte das IBSL zum Ausdruck, als die Internationale Arbeitsorganisation( IAO) die Grundlagen für eine weitgespannte Aktion zur Verteidigung der Gewerkschaftsrechte und bürgerlichen Freiheiten in der ganzen Welt schuf, nachdem die Internationale Arbeitskonferenz 1970 eine umfangreiche Entschliessung in diesem Sinne angenommen hatte. Abschliessend glaubt sich das Sekretariat zu der Feststellung befugt, dass sich das direkte und indirekte wirken der Internationalen der Lehrkräfte im Hinblick auf bessere Existenzbedingungen ungeachtet des sich in der heutigen Welt bietenden schmerzlichen Schauspiels weiter gefestigt hat. Diese Arbeit soll fortgesetzt, verstärkt und in immer stärkerem Masse mit der Aktion der internationalen Bewegung aller freien Werktätigen gekoppelt werden, um einen immer festeren Wall gegen Ungerechtigkeit und Gewalt zu errichten, die den Fortschritt der weltweiten Gemeinschaft der Werktätigen belasten. F. Regionale Gliederung der Arbeit der Internationalen. Mit besonderem Nachdruck widmete sich das Sekretariat jenem Teil seines Mandats, der es ihm zur Auflage macht, in den verschiedenen Kontinenten aktive Regionalstrukturen der Internationalen der Lehrer aufzubauen. Der Grundgedanke dieser weitgespannten Reform, die auf einen Beschluss des statutären Kongresses von 1969 zurückgeht, besteht darin, die gegenwärtige Struktur, die sich auf eine 32. zu starre Zentralisierung stützt, durch eine flexiblere Gliederung abzulösen, die imstande ist, sich ständig von sich heraus der unendlichen Verschiedenartigkeit der sich wandelnden regionalen Verhältnisse anzupassen. Dabei hat sich dieser Strukturwandel unter Wahrung der Einheit der Doktrin, der Solidarität im Handeln und aller sonstigen echt gewerkschaftlichen Merkmale des I B S L zu vollziehen. Es handelt sich dabei um eine auf weite Sicht angelegte Arbeit, die methodisch nach einem dreistufigen Plan vorangetrieben wird: - in jeder Region ist ein ständig funktionierendes System für einen Informationsaustausch über die schulischen Verhältnisse und Arbeitsbedingungen des Lehrpersonals in den verschiedenen Ländern dieser Region aufzubauen; in jeder Region ist ein offizieller Gewerkschaftsdialog zwischen den Lehrkräften und den Fachinstanzen herzustellen, die in diesem Raum für die Erziehungs- und Schulpolitik zuständig sind%; B - schliesslich ist in jeder Region eine auf die dortigen Verhältnisse abgestimmte Gewerkschaftsstruktur zu schaffen; B die geeignet ist, auf der Grundlage unserer Doktrin die Einheit unserer Arbeit an der Durchsetzung gemeinsamer Ziele zu festigen. Im Rahmen einer Analyse des bisher Erreichten werden im folgenden nacheinander die Verhältnisse in Europa, in der westlichen Hemisphäre, in Asien und in Afrika untersucht. 1. Europa. ***** Auf Initiative des I B SL entstand das Europäische Gewerkschaftskomitee der Lehrer, das es den Vertretungen unseres Berufsstandes in den sechs Ländern des Gemeinsamen Marktes 33. kurzfristig gestatten soll, an der Gestaltung einer gemeinschaftlichen Schul-, Ausbildungs- und Kulturpolitik mitzuarbeiten. Im Hinblick auf die Verwirklichung dieses Ziels konnte das Komitee im verflossenen Geschäftsjahr einen ersten bedeutsamen Erfolg verbuchen, nämlich die Einsetzung einer Kontaktgruppe, die eine ständige Verbindung zwischen dem Komitee und der Kommission der Europäischen Gemeinschaften aufrechtzuerhalten hat. Versehen mit dieser Garantie ständiger Beziehungen, die die Voraussetzung für jeden gewerkschaftlichen Dialog und jede gewerkschaftliche Aktion sind, hat das Komitee unverzüglich mit der Verwirklichung eines Programms der europäischen Integration auf dem Gebiet des Schulwesens begonnen. Zwei Berichte seiner Sachverständigengruppen einmal über die - gemeinsame Berufsausbildungspolitik und zum anderen über die ständige Bildung sind der Kommission der Europäischen Gemeinschaften offiziell vorgelegt worden. Mit dem gleichen Ziel hat das Komitee parallel hierzu eine Arbeitsgruppe beauftragt, das Problem des Schulbesuchs der Gastarbeiterkinder und das Problem der Ausbildung der Ausbilder zu untersuchen. Damit ist auf europäischer Ebene eine solide Gewerkschaftsstruktur geschaffen worden, die in der Lage ist, wirksam an der Entstehung eines Europa des Schulwesens mitzuarbeiten. Als Vertreter von annähernd 800.000 Lehrkräften aller Stufen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, ist das Europäische Gewerkschaftskomitee der Lehrer die einzige Organisation, die unseren Berufsstand im Gemeinsamen Markt vertritt. Die bevorstehende Erweiterung des gemeinsamen Markter eröffnet darüberhinaux vielversprechende Perspektiven für eine endgültige Wiederbelebung der Lehrergewerkschaftsbewegung in diesem Teil der Welt. 34. Seinerseits hat das I B S L die Beziehungen zum Europarat ausgebaut und mit besonderem Interesse die Arbeit der Abteilung für soziale Angelegenheiten und des Rates für kulturelle Zusammenarbeit( CCC) verfolgt, in dessen Zuständigkeitsgebiet die ausserschulische Bildung, der allgemeine und technische Unterricht und die wissenschaftliche Forschung fallen. Wie schon in den Vorjahren war unsere Internationale auch diesmal auf der jährlichen Tagung der nichtstaatlichen Organisationen in Strassburg am 23. bis 24. November 1970 vertreten. Daneben hat das Sekretariat seine Kontakte zum Europäischen Bund Freier Gewerkschaften intensiviert, um gemeinsam ein umfangreiches Erziehungs- und Bildungsprogramm auf Ebene der Mitgliedsländer des Europarats zu verwirklichen. Eine von unserem Sekretariat geleitete Arbeitsgruppe bereitet die nächste Gewerkschaftskonferenz vor, die im September 1971 in Strassburg dieses Thema erörtern wird. Erwähnung verdient schliesslich auch die Zusammenarbeit zwischen dem I B S L und der deutschen Friedrich- Ebert- Stiftung auf dem Gebiet des europäischen Schulwesens. So hat unser Sekretariat an einem Seminar teilgenommen, das die Friedrich- Ebert- Stiftung vom 14. bis 16. Dezember 1970 in Bergneustadt über das Thema der Verwendung kybernetischer Methoden in der Erwachsenenbildung veranstaltete. 2. Westliche Hemisphäre. ************ Die Mitglieder des Generalrates dürfte es nicht überraschen, dass die besonders intensive Arbeit des I B S L an einer stärkeren regionalen Strukturierung in der westlichen Hemisphäre auf erhebliche Schwierigkeiten stiess, die Ausdruck der Unermesslichkeit dieses Raumes sind. Diese Schwierigkeiten lassen sich auf zwei Formeln bringen: 35. a) einmal die Schwierigkeiten, die sich aus der Geographie und Bevölkerungsstruktur ergeben: vom äussersten Norden Kanadas bis Feuerland umfasst dieses Gebiet über 40 Staaten von meist enormer Flächenausdehnung, die infoge der unglaublichen ethnischen und sprachlichen vielfalt wieder in Untergebiete verfallen. - b) Zum anderen die Schwierigkeiten aufgrund der sozialen, politischen, psychologischen und kulturellen Verhältnisse, welche die bekannten Probleme, auf die die demokratische Gewerkschaftsbewegung des gesamtamerikanischen Raums stösst Probleme hochindustrialisierter Länder und Probleme noch völlig unterentwickelter Länder, Probleme der demokratischen Regime und Probleme der totalitären und autoritären, häufig unter militärischer Kontrolle stehen den Regime in jeder Hinsicht noch komplizieren. Es ist ein gewastes Unterfangen, wenn unter derart aussergewöhnlichen Bedingungen der Versuch unternommen wird, für die Anwendung der internationalen Konventionen und Empfehlungen der Arbeiterbewegung zu werben. Seit Oktober 1968 ist die Arbeit indessen in die aktive Phase getreten und im vorliegenden Bericht können nach dem Stand von 1971 die ersten konkreten Ergebnisse vermeldet werden. Ohne die unverbrüchliche Solidarität der IPTT, die dank einer mächtigen regionalen Struktur ihren Einflussbereich auf die gesamte westliche Hemisphäre ausdehnt, wäre das Unterfangen indessen zum Scheitern verurteilt gewesen. Dank dieser Unterstützung jedoch kann unser Washingtoner Büro heute auf beachtliche Leistungen zurückblicken. In diesem Zusammenhang seien zwei positive Fakten vermeldet: a) die zunehmende IBSL- Mitgliedschaft von Berufsorganisationen der neuen Welt. Während auf unserem Kongress von 1969 36. erst zwei Organisationen beigetreten waren, waren es 1970 bereits 9; 1971 werden es 12 Organisationen sein, sofern der Generalrat drei weitere Bewerbungen annimmt. b) der Umfang und Erfolg des im letzten Gewerkschaftsjahr geleisteten Arbeitsprogramms, das entsprechend den drei Interessenschwerpunkten folgende Bereiche umfasst: - Herstellung ständiger Kontakte an Ort und Stelle mit den beigetretenen, sympathisierenden und brüderlichen Berufsorganisationen wie auch mit den internationalen oder regionalen amtlichen Organisationen; konkrete Unterstützung der nationalen Lehrerorganisationen auf ihren spezifischen Arbeitsgebieten( Fachseminare, Solidaritätsaktionen und Werbekampagnen); B Informationskampagne mit dem Ziel, eine ständig wachsende Zahl von Berufsorganisationen der Lehrer für einen Beitritt zum I B S L zu gewinnen. 3. Asien. ***** Der aufsehenerregende Erfolg, den die Internationale auf regionaler Ebene mit der ersten asiatischen Konferenz des IBSL vom 27. bis 31. Dezember 1970 in Kuala Lumpur errang, ist der Beweis für die Zugkraft einer Gewerkschaftsdoktrin, die ungeachtet aller geographischen, ethnischen, sprachlichen, sozialen und politischen Schwierigkeiten in diesen fernen Ländern Asiens die werktätigen Klassen anzusprechen vermag. Die Konferenz von Kuala- Lumpur wird in die Annalen der Lehrergewerkschaftsbewegung eingehen. Über dreihundert Delegierte von fünfzehn Organisationen aus neun Ländern Asiens und Australiens waren zu der Konferenz erschienen. 37. Ausserdem konnte das Sekretariat an Ort und Stelle wichtige persönliche Kontakte zu den Führungsspitzen anderer Gewerkschaften anknüpfen, die keine Möglichkeit hatten, an der Konferenz teilzunehmen. Die Tagesordnung der Konferenz umfasste u.a. die Diskussion eines im Rahmen des internationalen Bildungs jahrs besonders aktuellen Bildungsproblems:" die Erziehung für das Leben". Hinsichtlich den sozialen Anliegen des Berufsstandes drehte sich die Diskussion natürlich in erster Linie um die Ausübung der Gewerkschaftsfreiheit. Als konkretes Ergebnis der Konferenz wurde ein Regionalausschuss eingesetzt, der die Keimzelle der asiatischen Struktur des I BSL bildet. Trotz der bescheidenen Mittel, die diesem Regionalbüro zur Verfügung stehen, kann von einem ausgezeichneten Start gesprochen werden. Als erstes wurden zwei Informationsschriften herausgegeben, die die interessierten Kreise mit den Zielen und ersten Ergebnissen der Gewerkschaftsarbeit vertraut machen sollen. Schliesslich hat sich das Sekretariat auch den verschiedenen ergänzenden Aktionen gewidmet. So wurde ein System einer ständigen Verbindung zwischen der asiatischen IBSL- Struktur und den Regionalvertretungen der grossen internationalen Fachorganisation geschaffen, womit das Vorfeld für eine wirksame Zusammenarbeit bereinigt ist. Diese Basisarbeit konnte dank der Interventionen unseres Regionalvertreters auf der asiatischen UNESCO- Konferenz in Singapur vom 31. Mai bis 7. Juni 1971 noch konsolidiert werden. Schliesslich hat das Sekretariat in Bandung im Rahmen seiner Mittel an der Veranstaltung eines Studienseminars über das Thema der Stellung des Schulwesens in der Entwicklung 38. Mitgearbeitet. Dieses Seminar, das vom 14. bis 19. Dezember 1970 stattfand, war auf Initiative unserer indonesischen Mitgliedsorganisation PGRI und der datschen Friedrich- EbertStiftung zustande gekommen. 4. Afrika. ***** Um jede der grossen Etappen unserer internationalen Gewerkschaftsarbeit zu durchmessen, bedurfte es seit 1969 einer unermüdlichen Arbeit, die das ganze Berichtsjahr über dauerte. 1971/72 wird nunmehr die endgültige Präsenz der Internationalen in Afrika bringen. Das Geschäftsjahr 1970/71 über widmete sich das Sekretariat der methodischen Vorbereitung einer Regionalkonferenz, die die Initialzündung zum Aufbau unserer afrikanischen Gewerkschaftsstruktur geben soll. Hierzu bedurfte es umfangreicher Sondierungsarbeiten, deren Ergebnisse durchaus ermutigend sind und zeigen, dass in diesen riesigen Entwicklungsländern nicht nur im Erziehungsund Ausbildungswesen, sondern auch im Hinblick auf eine effektive Inanspruchnahme der Gewerkschaftsrechte durch die Lehrkräfte Pionierarbeit zu leisten sein wird. Umfang und die Komplexität der Programme sind angesichts der Dimension der geographischen, politischen, wirtschaftlichen und psychologischen Schwierigkeiten nahezu unbegrenzt. Dennoch ist diese Aktion unerlässlich 3B mit dem erforderlichen Willen wird sie sich getreu unseren Idealen bewältigen lassen. Nachdem die Sondierungsphase abgeschlossen ist, kann das Sekretariat nunmehr Genaueres über die einzusetzenden Mittel sagen; es besteht berechtigte Hoffnung, dass das Sekretariat auf dem nächsten Kongress die effektive Einsetzung des afrikanischen Zweigs unserer Internationalen ankündigen kann. * * * 39. Auf Wunsch des Generalrates können die amerikanischen und asiatischen Vertreter des I B S L auf der Tagung ausführlich über die Arbeit berichten, die die Internationale der Lehrer bereits jetzt auf ihrer Aktivseite verbuchen kann. Heute ist die Behauptung zulässig, dass das I B S L neue Kräfte sammelt und in konsequenter Verfolgung dieser grossen internen Reform sich die Mittel gibt, um sein grosses Ziel zu erreichen. Die ihrer Vollendung entgegengehende neue Struktur wird dem I BSL jenen Dynamismus und jenen Aktionsmittelzuwachs bringen, die unerlässlich sind für den Erfolg einer realistischen und in konkrete und dauerhafte Ergebnisse einmündenden Arbeit der Lehrerorganisationen, da sich diese Struktur permanent der unendlichen vielfalt der geographischen, sozialen und sittlichen Gegebenheiten anpassen lässt. Gerade diese Verschiedenartigkeit wird für die Internationale eine neue und sich immer erneuernde, nie versiegende Quelle des Scharfblicks, der Inspiration und der Kraft sein. G. Stärkung des Zusammenhalts der Gewerkschaften. Alle unsere verschiedenen Tätigkeitszweige stützen sich, wie dies im übrigen aus den jeweiligen Kapiteln dieses Berichts implizit hervorgeht, auf die gleiche aktive Solidarität aller Sektoren. Das Gewerkschaftsdenken dringt heute immer stärker in das Bewusstsein der Lehrkräfte ein. Immer mehr wendet sich dieser Berufsstand von seinem traditionellen Kastengeist ab, um zu der Überzeugung zu finden, dass der Lehrer ein Werktätiger wie jeder andere ist und dass im gegenwärtigen Sozialgefüge gerade die Solidarität mit den übrigen Werktätigen Grundlage einer Hebung des Lehrerberufs ist. 40. Das Verdienst unserer Gewerkschaftsorganisation ist es, genügend Weitblick besessen zu haben, um von Anfang an dieser totalen und aktiven Solidarität aller Werktätigen den Sinn einer vorrangigen Parole zu geben, und dies ist es, was heute die unbestrittene Anziehungskraft unserer Organisation auf die Erzieher und Ausbilder der ganzen Welt ausmacht. An der Verwirklichung dieser zentralen Gewerkschaftsidee hat unsere Organisation dank des engen Zusammengehens mit dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften( IBFG) sowie mit den verschiedenen internationalen Berufssekretariaten unermüdlich gearbeitet. Hieraus haben wir zu einem grossen Teil jene Inspiration und Kraft geschöpft, die es uns gestattet, in allen massgeblichen amtlichen Instanzen, in denen die Schlacht geführt wird, an dem grossen Dialog teilzunehmen, der schliesslich zur vollständigen Anerkennung und Anwendung der Gewerkschaftsfreiheit und der Gewerkschaftsrechte für alle Werktätigen und somit auch für die Lehrkräfte führen muss. Ohne diese Solidarität der Doktrin, des Geistes und der Aktion hätte das I B S L, das aus dem Nichts der Internationalen Lehrergewerkschaftsbewegung heraus entstanden ist, wohl kaum in wenigen Jahren die anerkannte Stellung erringen können, die es heute in den höchsten internationalen Kreisen der Bildung, der Wirtschaft und der Arbeit einnimmt. In diesem Geschäftsjahr wie auch schon in den Vorjahren hat es das Sekretariat daher für seine Pflicht angesehen, auf den meisten Veranstaltungen der internationalen Gewerkschaftsbewegung, auf denen bezeichnenderweise immer mehr die aktuelle Problematik des Erziehungs- und Bildungswesens zur Sprache gebracht wird, aktiv teilzunehmen. So hat sich das Sekretariat insbesondere an den Debatten beteiligt, die der IBFG- IBS- Ausschuss über das Thema" die Frau im Beruf" veranstaltet hat, ein Problem das von den Gewerkschaften zu Recht mit wachsender Besorgnis verfolgt wird. 41. Auf dieser Tagung, die am 12. und 13. November 1970 stattfand, wurde besonders eingehend von der Berufsausbildung der Frau und von der Anwendung der internationalen Vereinbarungen und Empfehlungen bezüglich der Beschäftigungs- und Berufsdiskriminierung auf die weiblichen Arbeitskräfte gesprochen. Für unsere Vertreterin bot dies die Gelegenheit, diesen wichtigen Gewerkschaftsausschuss erneut auf die von unserem Generalrat 1970 gebilligte Arbeit hinzuweisen. In dem Bestreben, die Zusammenarbeit mit den internationalen Berufssekretariaten bei allen Zielen von gemeinsamen Interesse immer enger zu gestalten, hat das Sekretariat an der Jahreskonferenz dieser Organisationen( Genf, 18. und 19. November) teilgenommen, deren Tagesordnung für die international organisierten Lehrkräfte hochaktuelle Themen wie die Gewerkschaftszusammenarbeit mit den Industrieausschüssen der IAO, die Arbeiterbildung und die Bedingungen für eine effektive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen internationalen Berufs sekretariaten untereinander sowie zwischen diesen und dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften umfasste. Konsequenterweise war das Sekretariat aber vor allem bemüht, den gewerkschaftlichen Zusammenhalt auf Ebene der Beamtenschaft zu festigen. Hier hat die Solidarität unserer Organisation mit der IOD und der IPTT, die sich auf gemeinsame Interessen und besondere berufliche Verwandtschaft stützt, in diesem Jahr die besten Ergebnisse gebracht. Bezeichnenderweise konnte auf einer gemeinsamen Sitzung der Führungsspitzen dieser drei internationalen Berufssekretariate vom 21. März 1971 in Genf eine gemeinsame Taktik für die Arbeiten der Paritätischen Kommission der Angestellten des öffentlichen Dienstes festgelegt werden. 42. Soweit sich dies ermöglichen liess, war das Sekretariat auf den Konferenzen der verschiedenen internationalen Berufssekretariate vertreten, um entweder eine mit der Internationalen der Lehrer abgestimmte Aktion zu unterstützen oder zumindest ihre Sympathie zu bekunden. So nahm das Sekretariat vom 26. bis 30. Oktober 1970 in Rom an dem statutären Kongress der Internationalen der öffentlichen Dienste( IOD) und vom 19.bis 22. Oktober 1970 in Dublin auf dem Kongress des Internationalen Bundes der Privat Angestellten teil. In besonders deut-licher Weise bekundete das Sekretariat aber die Verantwortung und den Sinn der Solidarität unserer Organisation mit den übrigen Kräften der Arbeit, indem es seine Kompetenz in den Dienst der Auseinandersetzung über die Arbeiterbildung stellte. Aus diesem Grund hat das Sekretariat vom 7. bis 12. September 1970 in Florenz an der Konferenz des Internationalen Verbandes für Arbeiterbildung teilgenommen, auf der unser Vertreter darlegte, inwieweit die Lösung dieses Problems die Einbeziehung moderner Bildungsmethoden und-techniken notwendig machen kann. Auch im Internationalen Arbeitsamt( IAA), das selbst nach rationellen Zukunftslösungen Ausschau hält, hatte unsere Organisation die Standpunkte der organisierten Lehrer zu erläutern. So war das IBSL vom 3. bis 14. Mai 1971 im Rahmen des IAA in Genf zu einer Sitzung der Berater für Fragen der Arbeiterbildung eingeladen worden. Erwähnenswert ist dabei, dass das I B S L als einzige internationale Lehrerorganisation an all diesen Arbeiten aktiv mitwirkte. In unserem Informations bulletin nr. 18 sind die Ergebnisse dieser bedeutsamen Sitzung veröffentlicht worden: ermutigende Perspektiven, deren Verwirklichung auf der Grundlage des zu schaffenden Instrumentariums der Zusammenarbeit der organisierten Lehrkräfte beachtliche Möglichkeiten eröffnet und beredtes Zeugnis vom Zusammenhalt der Gewerkschaftsbewegung ablegt. * * * 43. Die Ergebnisse des zweiten Geschäftsjahres weisen abschliessend in mehreren grundlegenden Satzungsbereichen eine positive Bilanz auf: Fortschritte in der gewerkschaftlichen Organisation der Lehrkräfte% 3B effektive bzw. auf kurzfristig zu erwartende Verwirklichung wichtiger Ziele bezüglich der Stellung des Lehrerberufs; Ausbau der Stellung des I B S L in den zwischenstaatlichen Fachorganisationen; gleichlaufende Stärkung des gewerkschaftlichen Zusammenhalts, insbesondere auf Ebene des öffentlichen Dienstes. Nach Ansicht des Sekretariats berechtigt diese positive Bilanz zu ernsten Hoffnungen auf allen Gebieten, die unter die Zielsetzung unserer Internationalen fallen. André BRACONIER. Centimetres Inches 5 6 7 8 10 11 12 13 14 15 16 17 Color chart 5 6 Sachverständigen- Zubehör.de Blue Cyan Green Yellow Red Magenta White Grey Black # C9C9FF # 0000FF # C0E5FC # 009FFF # 759875 # 008800 # FFFFC7 # FFFF00 # FFC9C9 # FF0000 # FFC9FF # FF00FF #FFFFFF # 9D9E9E # D9DADA # 5B5B5B # 000000 2 7 8 10 11 12 13 14 15 16 17 Centimetres Inches 5 CY M Grayscale Sachverständigen- Zubehör.de 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 9 10 10 11 11 12 12 13 13 14 100% 50% 18% 0%